Heinz Janisch und Maja Kastelic – Hans Christian Andersen: Die Reise seines Lebens

Rezension

Das wunderbarste Märchen ist das Leben selbst.
(Hans Christian Andersen)

Der dänische Schriftsteller sämtlicher weltbekannter Märchen wird in diesem Bilderbuch selbst zur Hauptfigur und spielt in der Darstellung seines Lebens mit. Heinz Janisch verfasst hier eine erinnerungswürdige Hommage an den bekannten Dichter und zeigt mit viel Einfühlungsvermögen seine Lebensreise mit allen Stationen im literarischen Schaffensprozess.

Elsa sitzt mit ihrer Mutter in einer Kutsche auf dem Weg nach Kopenhagen. Mit einem hageren, großen Mann, der sich selbst als „alt und jung“ bezeichnet, kommt das neugierige Kind schnell ins Gespräch. Hans Christian Andersen erzählt ihr das Märchen seines Lebens, denn um träumen zu können, braucht man vielleicht auch die Fantasie der jungen Kinder, die alles möglich erscheinen lässt.

Seine Kindheit hatte Löcher, vergleichbar mit denen, die sein Vater als Schuster stopfte. Vor dem Zubettgehen lauschte er deshalb umso erfreuter den wundersamen Begebenheiten in den Märchen der Gebrüder Grimm, die sein Vater ihm vorlas. Das Märchenbuch hatte ihm Flügel geschenkt, die er später nutzte, um selbst Bücher und Geschichten zu schreiben. Die Stationen in seinem Leben hat seine Mutter recht wahrheitsgetreu zusammengefasst:

„Ein armer Junge zieht los. Er besitzt nichts als seinen Verstand und ein gutes Herz – und am Ende wird er ein Königreich gewinnen …“

Der Leser verfolgt zwei Erzählstränge, die durchmischt und mit Unterbrechungen erzählt werden. Zum einen sehen wir den Schriftsteller im Hier und Jetzt in der Kutsche und lauschen der Unterhaltung mit dem kleinen Mädchen und zum anderen gibt es immer wieder die einblendenden Ereignisse aus seinem Leben. Die Illustrationen unterstützen farblich den Verstehensprozess. Die vergangenen Rückblicke werden im schwarz-weißen und teils gelblich-bräunlichen Farbton gezeigt, während die Gegenwart in Pastelltönen erstrahlt. Auf einer anderen Ebene verschwimmen die Märchen mit Andersens Leben und er offenbart, was die Geschichten mit seinem Leben gemein haben. Ein Stückchen der Tür zum Herzen des Schriftstellers wird uns geöffnet und die Lehren seiner Märchen zusammengefasst, immer mit einem kleinen Bezug zu seiner Person und seinem menschlichen Wesen.

Um dem Bilderbuch vollends folgen zu können, braucht der Leser einen gewissen Bezug zum Schriftsteller. Es ist auch von Vorteil, wenn seine Märchen, die zur Weltliteratur zählen, größtenteils bekannt sind, sodass das Lesealter etwas nach hinten verschoben werden könnte. Kinder ab ca. 8 Jahren werden sicherlich einen guten Anschluss finden.

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Fazit

Die Reise des Lebens – Traum und Wunsch!

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Nele Winter und Dorothea Ackroyd – Pit und Pu und der große Streit

Rezension

Pit, der Waschbär möchte seinen allerbesten Freund mit einem selbstgebackenen Kuchen überraschen. Mit einem Bollerwagen macht er sich auf den Weg zum Fuchs, als ihn von hinten eine Maus erschreckt, die so schnell vorbeiflitzt, dass Pit über den Karren stolpert und der Kuchen nun Matsch ist. Verärgert trottet er weiter. Am Staudamm angekommen, verfliegt die schlechte Laune schnell, denn Pu ist sein allerbester Freund. Allerdings wird die Stimmung durch die Ankündigung eines weiteren Freundes erneut getrübt. Ausgerechnet die Maus wird Pit als Pus neue Freundin vorgestellt, mit der er Pu nun teilen muss.

Eifersucht unter Freunden ist bei Kindern ein immerwährend aktuelles Thema. Schließlich spielt Freundschaft eine zentrale Rolle in unserem Leben. Mit Freundschaften werden intensive, erlebnisreiche und vertrauensvolle Momente verbunden, an die man sich gerne zurückerinnert und die einem zeigen, dass man nicht alleine ist. Freunde zu teilen, fällt Kindern schwer. Manche lassen sich sogar dazu verleiten zu meinen: „Sie hat mir meine Freundin weggenommen.“ Die Komplexität wird auch in diesem Bilderbuch deutlich. Das Spielen zu dritt ist für viele jüngere Kinder hin und wieder eine Herausforderung. Die intensiven Gefühle rund um die vielfältigen Dynamiken des Konflikts und Streits können die Betrachter durch die Einnahme der Außenperspektive wahrnehmen. Ebenso wird hier sehr gut dargestellt, welche innerpsychischen Reaktionen in Pit vorgehen und welche Ängste er aushalten muss. Die Versöhnung ist nicht weniger bedeutungsvoll, sodass auch dieses Zusammenkommen als nachhaltiges Gefühl der Sicherheit zur Freundschaft dazugehört.

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Fazit

Intensive Gefühle rund um Eifersucht, Teilen, Angst und Sicherheit in einer komplexen Wechselwirkung innerhalb von Freundschaften.

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Marion Deuchars – Art Play

Rezension

Kreativität kann auch erlernt werden. Hier gilt ebenfalls die Prämisse, dass Übung den Meister macht und die Häufigkeit der Erprobung einer bestimmten Technik zu einer Erweiterung des Ideen-Schatzes beiträgt. Dieses Buch lädt zum Spielen mit den Bausteinen der Kunst ein. Die Entdeckungsreise führt durch die Bereiche Zeichnen, Farbe, Formen, Malen, Papier, Drucken und Muster.

Viele Angebote bieten direkte Umsetzungsideen gleich im Buch an. Die Seiten sind dafür ausreichend dick und von guter Qualität, sodass die Künstler sich alsbald verwirklichen können. Die meisten Angebote werden die Kinder aus der Grundschule bereits kennen. Es wird schattiert, mit Fingern gedruckt, vermischt, marmoriert und gekritzelt. Farbmischungen finden genauso Erwähnung wie das Falten von Figuren oder auch die spannende Herstellung von Zufallsbildern mit Klecksen. Angefangene Kritzel-Bilder wollen vollendet oder verändert werden. Kurze Texte inspirieren mit konkreten Umsetzungsvorschlägen zur künstlerischen Umsetzung.

Dieses Kunstbuch ist eine wunderbare Beschäftigung während langer Auto- oder Zugfahrten. Es lässt sich auch wunderbar für Aufenthalte bei den Großeltern mitgeben, um sicherzugehen dass noch eine Beschäftigung im petto und gleich griffbereit ist. Auch während der besonderen Zeit des Homeschoolings oder der Sommerferien bietet es eine wunderbare Fundgrube an kreativen und abwechslungsreichen Kunstangeboten.

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Kritzelhungrige Kinder finden in diesem Material 25 Kritzel-Angebote. Die Arbeitsblätter sind so aufgebaut, dass Fragestellungen oder bestimmte Anweisungen zum Arbeiten motivieren sollen. Auf manchen Blättern wurde eine kleine Hilfe-Box integriert, um zu Differenzierungszwecken einigen Schülerinnen und Schülern Inspirationen oder Anregungen zu bieten.

Kunstkartei_Zeit zum Kritzeln 2

 

 

 

 

 

 

Fazit
Abwechslunsgreiche und umfangreiche Angebote gegen Langeweile.

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Gewinnspiel: Lieselotte – Hörbuch

 

Zur TV-Premiere der Animationsserie rund um die beliebte Bilderbuchfigur der Postkuh Lieselotte am 31. Mai 2020, verlose ich ein Hörbuch mit 4 Hörspielen für Kinder ab 3 Jahren.

Wer teilnehmen möchte, verlinkt eine Person auf Instagram und/ oder Facebook, unter dem entsprechenden Beitrag, die sich ebenfalls über diesen Hörspielgewinn freuen würde.

Am 28. Mai wird ausgelost.
Der Gewinner wird benachrichtigt und unter diesem Post verkündet.
Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück!

Teilnahmeschluss ist der 28. Mai 2020 (12:00).

Bitte beachten: Teilnahmeberechtigt sind nur User mit Versandadresse in Deutschland, die mindestens 18 Jahre alt sind. Die GewinnerInnen werden nach dem Zufallsprinzip ermittelt. Die Daten werden nach Beendigung des Gewinnspiels gelöscht. Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook oder Instagram und wird in keiner Weise gesponsert, unterstützt oder organisiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wird der Gewinn nicht innerhalb von drei (3) Tagen nach der Bekanntgabe angenommen, wird das Recht vorbehalten, den Gewinn anderen Teilnehmern zur Verfügung zu stellen.

 

Herzlichen Glückwunsch, @franzibraun1983!

Alexander Steffensmeier – Lieselotte: Lustige Bauernhofgeschichten zum Vorlesen

Rezension

Lieselotte ist eine muntere und abenteuerlustige Postkuh, die auf einem Bauernhof lebt. Ein Versprechen kann sie definitiv halten: Mit ihr wird es nie langweilig. In diesem Vorlesebuch sind acht Geschichten zusammengefasst, die sich mit Witz und Humor übertrumpfen.

Sie erschreckt den Postboten und freut sich ungemein über die gelungene Aktion, während sie ihm in die Pedale tretend zuschaut. Ihre Verrücktheit kommt ganz ohne Superkräfte und anderer Besonderheiten aus. Sie ist schlichtweg unterhaltsam und zwar von ihrem Wesen her. Als sie nicht einschlafen kann, probiert sie jegliche Tricks aus, um doch noch müde zu werden. Es sind Begebenheiten und Emotionen, mit denen sich jedes Kind identifizieren kann. Sie mit einer Badekappe im Badesee zu erblicken, zaubert dem Betrachter bereits ein Lächeln ins Gesicht.

So ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass TV-Produzenten die Geschichten für die Kamera nun entdeckt haben. Am Sonntag, den 31. Mai 2020, läuft die erste Folge der neuen Animationsserie rund um die tollpatschige Postkuh, die täglich um 18:40 Uhr bei KiKA ausgestrahlt wird. Die Fernsehserie ist in 52 Folgen à 7 Minuten aufgeteilt.

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Fazit

Die beliebteste Bilderbuchfigur wird nun verfilmt. Dieses Vorlesebuch mit den Originalabbildungen aus der TV-Serie ist ein wunderbarer Schmanckerln als Einstimmung.

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Maike Biederstädt – Was schlüpft aus dem Ei?

Rezension

Dieses meisterhafte Pop-up-Buch der Papierkünstlerin Maike Biederstädt möchte man gar nicht mehr zuklappen. So beeindruckend sind die Erscheinungen, die sich nach dem Öffnen der Doppelseite entfalten. Erfreulicherweise findet sich hier die ganze Bandbreite an eierlegenden Tieren aus der Tierwelt.

Neben der Amsel, die ihre Tierjungen im Vogelnest füttert, fokussiert sich die Autorin nicht ausschließlich auf Vögel, um den jungen Lesern zu zeigen, welche Tiere Eier legen. Es tauchen Krokodile mit weit aufgerissenem Maul auf, Schildkröten, die sich auf den Weg zum Meer machen, Pinguine am eisigen Südpol, Clownfischväter, die auf ihre Jungen aufpassen und zarte Schmetterlinge, die ihre ganz eigene Verwandlung vom Ei zur Raupe durchleben.

Begleitet wird die Papierkunst von kurzen Infotexten im Umfang von 4 bis 8 Zeilen, die leicht verständlich sind und einen Einblick in die Darstellung geben. Die Faszination der Fortpflanzung in der Tierwelt versetzt den Betrachter ins Staunen, nicht minder auch die Präsentation des Wunderwerks „Ei“, wie es der Autorin gelungen ist.

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Pop-up-Bilder wirken eine große Faszination auf Kinder aus, weil sie diesen besonderen Überraschungseffekt leben. Wer auf den Geschmack gekommen ist und Pop-up-Bilder mit Gefühlsfischen ausprobieren möchte, darf dem Link folgen.

(Material-ID: 137011)

Fazit

Das „Ei“ als Wunderwerk der Natur in all ihrer prachtvollen Entfaltung.

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Stephanie Polák und Larisa Lauber – Ein Lächeln für dich

Rezension

Noah freut sich schon in der Früh auf den Besuch seines Freundes Max. Gut gelaunt und voller Vorfreude sitzt er im Bus einer Frau gegenüber, die griesgrämig drein schaut. Vorsichtig lächelt er ihr zu, doch sie schaut mürrisch weg. Beim Aussteigen grinst er sie an und sagt „Tschüss!“ und da passiert es …ihre Falten auf der Stirn glätten sich. Und hier nimmt der „Domino-Effekt“ seinen Lauf. Etwas besser gelaunt, kauft die Frau beim Bäcker zwei Brötchen und schenkt eins ihrer Kollegin im Büro, die wiederum gut gelaunt mit dem Mann aus dem Nachbarbüro ins Gespräch kommt… Ein kleines Lächeln kann eine große Wirkung haben.

Eine wunderbare Message, die zeigt, dass ein freundliches Lächeln eine große Kettenreaktion in Gang setzen kann. Das einzelne Anfangsereignis und all ihre Abfolgen werden hier ganz herzerwärmend und realitätsnah aufgezeigt. In der Ausnahmesituation des Abstandhaltens, bei der auf Händeschütteln und Umarmungen vorerst verzichtet werden muss, kann ein Lächeln ein großes Geschenk sein. Das Cover leistet dazu einen Beitrag, denn der Junge richtet seinen Blick so intensiv auf den Betrachter, dass man nicht anders kann, als sich angesprochen zu fühlen. Ja, lächeln kann jeder und das sollten wir lieber einmal zu viel als zu wenig tun!

Pädagogisch wertvoll ist die Erkenntnis und vor allem die Erfahrung, die auch glücklicherweise Noah zum Ende des Buches machen darf, ist, dass Gutes tun auch gut tut. Da man nicht in die Köpfe anderer schauen kann, wird man den Grund über den Missmut nicht erfahren, doch einfach lächeln tut keinem weh. Und wer weiß schon, welche Ausmaße eine nette Geste einnehmen kann?

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Fazit

„Ein Lächeln für dich“ treibt die Werteerziehung voran und hat das freundliche Miteinander im Fokus.

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Ana Gallo und Katherine Quinn – Lump & Pablo: Haustiere und ihre berühmten Freunde

Rezension

Wie ein wertvolles Fotoalbum, das von Generation zu Generation weitervererbt wurde, eröffnet sich dieses wertig gestaltete Bilderbuch für Kinder ab 7 Jahren, mit einem hohen künstlerischen und literaturästhetischen Anspruch. Bedeutende Persönlichkeiten, jeweils eingefasst in erinnerungswürdige Bilderrahmen, präsentieren sich mit ihren Haustieren.

Hier sind zwanzig liebevolle Geschichten über berühmte Künstler, Musiker, Wissenschaftler, Schriftsteller und ihre tierischen Freunde versammelt. Die Lust des Illustrators an der gestalterischen, kreativen Umsetzung des Themas springt einem aus jeder Seite entgegen. Als Gestaltungselement wurde eine der Doppelseiten komplett dem Portrait gewidmet.

Frida Kahlo umarmt fürsorglich ihr zahmes Reh und der Leser erfährt zudem Fakten über ihr Künstlerleben, ihre Schicksalsschläge und ihre Liebe zu Tieren. Im Innenhof ihres Blauen Hauses waren sämtliche Tiere beheimatet, sogar ein Rehkitz war ihr gegenüber zutraulich, schließlich hat sie ihn aufgezogen. Auch Gustav Klimt freute sich über die pelzige Gesellschaft einer Katze.  Sein üppiger Garten lud eine Vielzahl an Katzen ein und das Katzenurin nutzte er sogar für seine Kunst als Fixiermittel. Krokodile, Leoparden, sprechende Raben und sämtliche Hunderassen begleiteten die Berühmtheiten.

Dieser Blickwinkel auf das Leben der Menschen ist besonders faszinierend. Die Texte erschlagen nicht mit Jahreszahlen und nüchternen Erzählungen, sondern erzählen seelenvoll von den Zuneigungen und Vorlieben, die auch ihre Werke prägten.

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Zur Vertiefung des theoretischen Wissens und der praktischen Umsetzung von Frida Kahlos Kunst, steht ein Stationslauf mit insgesamt 8 Stationen für die Jahrgänge 3/4 zum Download bereit.

Frida Kahlo_AusmalbilderFrida Kahlo_Stationenlernen

 

 

 

 

 

 

 

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Fazit

Berühmte Persönlichkeiten im Licht ihrer liebevollen Begleiter!

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Margarethe Fimmen, Doris Fischer und Anne Lenze – Gemeinsam starten: Soziales Lernen

Rezension

Auch wenn das Gemeinsame Lernen in der Ausnahmesituation der Corona-Zeit momentan etwas anders aussieht, so steht das soziale Lernen vielleicht noch stärker im Fokus als je zuvor. Es geht schließlich vordergründig um Rücksichtnahme, Zusammenhalt und Solidarität.

Es ist davon auszugehen, dass Kinder, die im Sommer eingeschult werden, auch anders an die Vermittlung, Entwicklung und Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen im Schulalltag herangeführt werden müssen. Neben der Wissensvermittlung bestimmt das soziale Lernen nicht nur im Anfangsunterricht das Schulleben. Die Grundschule ist hierbei als Lernort von großer Heterogenität geprägt und braucht den Schutzraum einer funktionierenden Klassengemeinschaft.

Gemeinsam starten – Soziales Lernen richtet den Blick auf genau diese Kernkompetenzen und bietet fortlaufend für die ersten beiden Schuljahre aufeinander aufbauende Förderschwerpunkte. Dabei erfolgt die Gliederung anhand von folgenden Modulen:

  • Miteinander leben
  • Miteinander lernen
  • Miteinander sprechen
  • Sich kennenlernen
  • Operatoren

Erfahrungsgemäß sollte das Soziale Lernen bereits beim Punkt „Miteinander spielen“ ansetzen und zwar vom ersten Schultag an. Etliche Wochen habe ich im letzten Durchgang in die Einübung investiert, weil viele Kinder das Abwarten, Vorlassen, Aushalten, Gönnen können etc. nur schwer verinnerlicht haben. Erst danach war der Blick frei für das Miteinander auf Klassenebene. Erfreulicherweise sind hier viele Arbeitsblätter ohne Schriftkenntnisse einsetzbar. Es gilt „richtiges“ vom „falschen“ Verhalten zu unterscheiden und farblich entsprechend zu markieren. Motivierende Puzzlebilder sind von Anfang an und ohne große Erklärungen zu nutzen. Um andere Themen zu umreißen: Kennenlernspiele, sich begrüßen und verabschieden, Regeln im Schulgebäude, gemeinsam frühstücken, miteinander sprechen im Stuhlkreis, Stimmungsbarometer, Gesprächsregeln, spielerische Übungen zu Gesprächsregeln, Sprechanlässe schaffen, Arbeitsformen kennenlernen, Klassendienste einführen, Klassensprecher wählen, Gefühle zeigen und Konflikte lösen.

Die Kopiervorlagen sind stets übersichtlich, nicht allzu überladen und vom Layout ansprechend gestaltet. Das ist bei den Finken-Materialien immer ein großer Pluspunkt, den auch viele Förderkinder schätzen. Die 6 bunten Poster sind glücklicherweise auch auf der mitgelieferten CD enthalten, sodass diese auf einem Beamer oder mithilfe eines Whiteboards bequem gezeigt werden können. Das ist vor allem heutzutage viel wert, wenn der nötige Sicherheitsabstand eingehalten werden muss. Auf der CD befinden sich auch die wunderbar illustrierten 16 Operatoren-Karten, die die Arbeitsanweisungen, wie „kreise ein, benenne, klebe auf, kreuze an“ auch visuell verdeutlichen. Dafür werden viele DaZ-Kinder dankbar sein, denen das Erlesen der Arbeitsaufträge noch Mühe bereitet.

Das Einüben ist ein fortlaufender Prozess. Man kann bestimmtes Vorwissen oft nicht voraussetzen. Auch der richtige Toilettengang muss thematisiert werden. Das hat auch der Verlag erkannt (siehe KV oben). Es ist nicht mit schlichter oder gar einmaliger Besprechung getan. Deshalb ist der Themenbereich „Gesprächsregeln einhalten mit spielerischen Übungen“ meiner Meinung nach besonders wertvoll. Hier verinnerlichen die Schülerinnen und Schüler nachhaltig die Regeln, ohne den pädagogischen Zeigefinger. Das friedliche Miteinander wird gestärkt und idealerweise ein erfolgreiches Lernen ermöglicht.

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Fazit

Soziales Lernen von Anfang an im Fokus, um ein erfolgreiches und friedliches Miteinander zu ermöglichen.

(Bitte beachten: Die Finken-Materialien sind nicht im Handel, sondern nur direkt beim Verlag erhältlich.)

 

Christine Faust – Der Wolkenmacher

Rezension

Der Wolkenmacher wohnt hoch oben auf einem Berg und besitzt ein Wolkenkochbuch. Hier sind Rezepte zu den unterschiedlichsten Wolkenarten und Wetterphänomenen festgehalten: Schäfchenwolken, Federwolken, Gewitterwolken aber auch Nebel, Regenschauer und den schönsten Schneeflocken, die es weit und breit zu sehen gab.

Er ist ein leidenschaftlicher Koch und wird tagein tagaus von seinen Wetterfröschen unterstützt. Alles hat seine Ordnung und so hat er es am liebsten. Eines Tages fällt eine Krähe durch den Schornstein in den Wolkentopf. Damit verursacht sie ein Chaos, sodass die Wolken nun fleckig am Himmel erscheinen. Als wäre das nicht genug, fordert die Krähe den Wolkenmacher heraus und erkundigt sich:

Kannst du keine Elefantenwolken?

Genau hier nimmt die Experimentierfreude nach einigem Zögern ihren Lauf. Der Wolkenmacher schwingt schließlich seine Pipette und tropft beschwingt in den Wolkenkessel. Am Himmel erscheint nicht nur ein Elefant. Erst als die Krähe eines Morgens wortlos verschwindet, erkennt der Wolkenmacher, dass man als Erfinder und Innovator mutig sein muss.

Dieses Bilderbuch ist nicht nur aufgrund der wunderbar liebenswerten Charaktere und Illustrationen ein Lesevergnügen, sondern schneidet das besonders spannende Thema „Wolkenarten“ an. Im Sachunterricht des dritten Schuljahres werden Wetterphänomene und speziell die Wolken als einmalige Naturschauspiele am Himmel behandelt. Schließlich haben die Wolken eine ganz eigene „Wolkensprache“. Mit ein wenig Übung kann man damit das Wetter vorhersagen. Zu den drei großen Wolkenarten zählen Stratus, Kumulus und Zirrus.

Neben dem Sachwissen, das nach dem Vorlesen vertieft werden darf, stehen Fantasie und Wagemut der Menschen im Fokus. Denn Wolken haben schon immer Bilder im Kopf entstehen lassen und das Gehirn hat Verknüpfungen schaffen können, die sich aus der Wolkenform erlesen ließen. Auch dieser Aspekt schreit nach einer künstlerischen und kreativen Auseinandersetzung.

Blick ins Buch

Fazit

Himmel – Wetter – Wolken: zauberhaft illustriert, herzlich erzählt

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