Keri Smith – Mach dieses Bilderbuch fertig

Rezension

Ist ein Buch, das nicht benutzt wird, eigentlich überhaupt ein Buch?
Nein, denn Bücher brauchen ihre Leser.

Achtung! Dieses Bilderbuch ruft zur Interaktion mit dem eigenen Medium auf. Es definiert sich sogar erst durch die Verbindung mit dem Leser und möchte, dass den Seiten Leben eingehaucht wird, indem der Rezipient es mit allen Sinnen in sich aufnimmt: schütteln, riechen, knicken, kritzeln, tanzen … alles ist erlaubt und sogar erwünscht!

Es geht um die Reflexion von Nutzen und dem Benutzen der Bilderbücher im Allgemeinen. Die Autorin beleuchtet durchaus kritisch und doch gleichsam unterhaltsam den gewohnten Umgang mit Büchern. Wenn es nach der Autorin gingen würde, sollte man Bücher regelmäßig nutzen, statt sie nach dem Lesen ins Regal zum Verstauben zu stellen.

Dieses Bilderbuch ist eine Liebeserklärung an das geschriebene Wort in Papierform. Es macht Lust, lang vergessene Geschichten hervor zu holen und erneut in diese Welt einzutauchen, die man sich nur mit dem Buch teilt. Auch die Illustrationen wirken äußerst inspirierend, denn hier werden mit einfachen Mitteln die Bücher lebendig. In einer Collage bekommen die Bücher ein Gesicht, werden eingekleidet oder fungieren als fliegende Objekte. Die einzelnen Seiten sind zu Booten gefaltet oder dienen als Verzierung von wundersamen Korkenmännchen. Wer mag da nicht einsteigen und auch kreativ werden?

Die vorletzte Seite propagiert ein „Bitte nicht stören!“-Schild, denn Lesestunden brauchen auch hin und wieder Ruhe und Muße, während die letzte Seite passenderweise dazu einlädt das Bilderbuch erneut zu lesen und Neues zu entdecken. Es gibt schließlich viele Möglichkeiten, Zeit mit einem Buch zu verbringen.

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Fazit

Ein etwas anderes Bilderbucherlebnis, mit einer kreativen und modernen Botschaft!

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Bewertung: 4 von 5.

Isabel Munoz – Total genial! Leonardo da Vinci

Rezension

Die „Total genial“-Reihe widmet sich berühmten Persönlichkeiten und stellt ihren Lebenslauf anschaulich und kindgerecht dar. In einfacher Sprache folgen junge Leserinnen und Leser den Spuren Leonardo da Vincis von seiner Kindheit bei seinem Vater, der seine künstlerische Ader schon früh entdeckte und förderte, bis hin zu seinen zahlreichen Entdeckungen und dem lebenslangen Durst nach neuen Erkenntnissen.

Die Geschichte seines Lebens ist durchaus beeindruckend. Leonardo da Vinci war eben nicht nur Künstler, sondern auch Forscher in anatomischen Studien, aber auch in Geologie und Architektur bewandert. Er hat zahlreiche Erfindungen hinterlassen. Seinen Werdegang in diesem 40-seitigen Bilderbuch zu begleiten, macht Freude. Die großflächigen Illustrationen konzentrieren sich auf das Wesentliche und führen gekonnt durch die bedeutenden Lebensstationen. Das weltberühmte Wandbild „Das letzte Abendmahl“, „Mona Lisa“, die Fluggeräte und natürlich „Der vitruvianische Mensch“ – es fehlt nichts! Sogar eine Zeitleiste wurde am Ende des Buches zur besseren Übersicht abgebildet. Zuletzt wird mithilfe von 10 Quizfragen das erworbene Wissen gefestigt.

Dieses komprimierte Bilderbuch aus der Ich-Perspektive erzählt, eignet sich wunderbar für Kunstprojekte in der Grundschule, kann aber auch als Nachschlagewerk bei den Themen „Erfindungen“ oder „Berühmte Persönlichkeiten“ im Sachunterricht dienen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist ebenfalls unschlagbar.

Blick ins Buch

Eine vertiefende Möglichkeit sich mit einem Künstler auseinander zu setzen, bieten „Künstler-Falthefte„. Nach einer kurzen Darstellung des Lebenslaufs folgen kreative Arbeitsanregungen für den Kunstunterricht, die von den Schülerinnen und Schülern selbstständig bearbeitet werden können. Neben Leonardo da Vinci sind noch zahlreiche andere Künstler, wie Gustav Klimt, Frida Kahlo, Pablo Picasso oder Vincent van Gogh zu finden.

Fazit

In einfacher Sprache – auf wesentliche Punkte beschränkt – schön bebildert

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Bewertung: 4.5 von 5.

Daniela Kunkel – Das kleine WIR zu Hause

Rezension

Das kleine WIR ist mittlerweile eine Kultfigur und sorgt in vielen Klassenzimmern für ein besseres Klassenklima und die Einhaltung von Klassenregeln. In diesem Band widmet sich das kleine WIR den Familien, denn auch dort ist einiges beim wertschätzenden Miteinander und dem liebevollen Zusammenhalt innerhalb der Familienmitglieder zu tun.

Jede Familie ist einzigartig und besonders. Es gibt große Familien, bei denen die Großeltern mit im Haus leben oder kleine Familien, die aus nur zwei Personen bestehen. Auch Haustiere können eine Familie ergänzen. Die Familienkonstellationen sind vielfältig, doch eines haben sie alle gemeinsam: Jede Familie hat ein kleines WIR. Es verbindet alle Familienmitglieder, vergleichbar mit einem unsichtbaren Wollknäul. Man ist im Herzen immer miteinander vereint, auch wenn man nicht zusammen ist.

Familie Fusselgrün hat ebenfalls ein starkes WIR. Es wird zusammen gekuschelt, gespielt und auch mal beim Aufräumen Quatsch gemacht. Doch irgendwann ziehen in jede noch so fröhliche Familie Gewitterwolken ein. Die unterschiedlichen Bedürfnisse und Empfindlichkeiten führen zu Unmut und Streit. Die negativen Gefühle werden an anderen entladen und dunkle Schimpf-Wolken und Wut-Blitze ziehen auf. Das bringt das kleine WIR zum Schrumpfen, bis es irgendwann gar nicht mehr auffindbar ist.

Jetzt hilft nur Zusammenhalt bei der Suche nach dem kleinen grünen Wesen. Anschließend entwirft Familie Fusselgrün einen „Familien-Gewitter-Notfall-Plan“, um vorbeugend Streitigkeiten zu vermeiden und die Bedürfnisse der einzelnen Familienmitglieder angemessen und rechtzeitig berücksichtigen zu können.

Daniela Kunkel hat es wieder geschafft ein Bilderbuch so herzerwärmend und realitätsnah zu illustrieren, das in keiner Familie fehlen darf. Es fängt außerdem die momentane Situation des Corona-Lockdowns mehr als gelungen ein. Familien verbringen nun viel mehr Zeit miteinander und sehen sich vor einige Herausforderungen gestellt. Geschwisterkinder zoffen sich, der Haushalt explodiert und der Ehemann hört einfach nicht zu. Der Haussegen kann schnell schief hängen. Doch auch wenn solche Tage zum Familienleben dazugehören, braucht es zum Ausgleich der Waage liebevolle Erlebnisse und wertvolle Momente miteinander. Praxisnahe Anregungen für die Umsetzung bietet das Bilderbuch in Fülle und Hülle.

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Fazit

Das WIR-Gefühl innerhalb von Familien stärken – gewusst wie!

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Bewertung: 5 von 5.

Ursel Scheffler – Ach, du dicker Weihnachtsmann

Rezension

Der Weihnachtsmann hat seine Arbeit für dieses Jahr verrichtet. Alle Päckchen sind verteilt und nun darf er sich endlich ausruhen. Er hat Ferien bis zum nächsten Weihnachtsfest! Entspannt nimmt er ein Fußbad, schläft lange aus und frühstückt am nächsten Morgen fast zwei Stunden lang ganz gemütlich. Nach sieben Brötchen und fünf Tassen Milchkaffee, blättert er in der Tageszeitung und kann seinen Augen nicht trauen. Er liest die fettgedruckte Überschrift und erschreckt gewaltig:

Der Bart muss ab, Herr Weihnachtsmann!

Der Weihnachtsmann entspricht nicht mehr den Anforderungen der heutigen Zeit.
Dieser bärtige, fette alte Mann, der Kindern Süßigkeiten und nutzlosen Spielkram
bringt, gehört abgeschafft!

Im Spiegel betrachtet sich der Weihnachtsmann kritisch und muss tatsächlich feststellen, dass er schon einmal fitter und jünger aussah. Also rasiert er sich den Bart ab und entschließt sich, mehr auf seine Gesundheit zu achten. Sein Ziel ist es, ein moderner, gesunder und praktischer Weihnachtsmann zu werden. Er fährt fortan Fahrrad, liest Bücher über „Gesunde Ernährung“, joggt, macht Kniebeugen und Yoga-Übungen, pflanzt Obst und Gemüse an und beschließt nächstes Jahr nur noch nützliche Geschenke zu verteilen.

Ganz still war es auf einmal. Und der Weihnachtsmann dachte: „War das ein verrücktes Jahr!“ Er hatte viel gelernt über sich und die Welt.

Ursel Scheffler präsentiert eine etwas andere Weihnachtsgeschichte, die sich vordergründig auf die Zeit nach Weihnachten konzentriert und genau das in den Blickwinkel nimmt, womit sich die Menschen hauptsächlich beschäftigen: Neujahresvorsätze! Es geht darum, den Winterspeck loszuwerden, die Ernährung umzustellen, sich weiterzubilden und dem Leben grundsätzlich mehr Sinnhaftigkeit zu verleihen.

Jutta Timm bebildert den verschmitzten Weihnachtsmann gekonnt in expressiven und lebendigen Illustrationen. Oft darf man die Bilder, ohne jegliche Texteinschübe, einfach für sich genießen. Die Transformation wird hier äußerst gelungen eingefangen. Das Harmonieverhältnis zwischen Text und Bild spielt erfolgreich Ping-Pong.

Blick ins Buch

Und weil so viele die gleichen Vorsätze wie der Weihnachtsmann haben, lohnt es sich einen Blick auf die „Gesunde Ernährung“ zu werfen. Das kann in Form eines Lapbook erfolgen, welches für das 2. Schuljahr konzipiert wurde. Bleibt gesund und munter!

Fazit

Ein unterhaltsames Bilderbuch für die Zeit nach Weihnachten, mit einem Augenzwinkern erzählt!

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Bewertung: 4.5 von 5.

Nikola Huppertz – Gebrannte Mandeln für Grisou

Rezension

Vanillekipferl liegen auf dem Backblech und nur noch wenige verschlossene Türchen des Adventskalenders sind zu sehen. Diese heimelige Atmosphäre begrüßt den Leser auf der ersten Doppelseite. Die Weihnachtsgeschichte dreht sich um den sprechenden Papagei Gisou, der seine Familie im Vorweihnachtsstress erlebt. Alle scheinen in Eile zu sein und zwar so sehr, dass die Mutter nicht daran denkt, die Käfigtür zu schließen.

Gisous Traum nach frisch gebrannten Mandeln ist nun greifbar nah. Er nimmt all seinen Mut zusammen und hebt in die dämmrige Kälte ab. Doch die Suche und der Weg insgesamt sind voller Gefahren und von zeitweiser Mutlosigkeit geprägt. Hin und wieder begegnet man im Leben bedeutsamen Wegweisern, die einen lenken. So schafft es auch Gisou schließlich doch noch pünktlich an Heiligabend zurück zu seiner Familie, wo er seine geübten Kunststücke aufführt und das Lied „Kling, Glöckchen, klingelingeling“ mitträllert.

Die modernen Illustrationen von Andrea Stegmaier werden vordergründig von gedämpften und naturbelassenen Farbpaletten bedient. So präsentiert sich das Bilderbuch in den unterschiedlichen Abstufungen von Grautönen, Beige und Orange. Es schildert die Sehnsucht nach Familie, Nähe und Heimeligkeit, trotz all des Trubels und der Aufregung, die so eine Vorweihnachtszeit mit sich bringt. Das eigentliche Nest und damit verbunden dieser gewisse Zug zurück zu dem Vertrauensvollen und Warmen, ist in der Weihnachtszeit so groß und bedeutungsvoll wie sonst nur selten im Verlauf des Jahres.

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Fazit

Bei der Familie ist es vor allem in der Weihnachtszeit am schönsten!

Bewertung: 4 von 5.

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Nathalie Dargent – Wie sich die Weihnachtsgans vor dem Ofen rettete

Rezension

Die Tiere im Wald bereiten sich auf das Weihnachtsfest vor und sind sich auch schon über die Hauptmahlzeit einig. Es soll einen Weihnachtsbraten geben. So macht sich Fuchs auf die Jagd und kommt tatsächlich mit einer Beute zurück. Als der Fuchs die geistreiche Gans aus dem Sack lässt, ahnt noch keiner, dass sie schon bald mit ihren klugen Einfällen jeden um den Finger wickeln wird.

Das Weihnachtsfest lebt schließlich von Gemeinschaft, Geselligkeit und Glückseligkeit. Die Tiere spielen zusammen, dekorieren den Bau, basteln Girlanden und backen Plätzchen. Dieses Bilderbuch stimmt Groß und Klein auf das besinnliche Fest herzerwärmend ein. Es geht genau um das, was während der Feiertage zählt. Die Familie und die kleinen gemeinsamen Aktivitäten werden zelebriert, ganz ohne große Geschenke und ohne viel Tamtam. Die listige Gans bringt ihre ganz eigene Portion Humor mit, sodass das Buch bis zum Schluss ein Lesevergnügen bleibt und die Vorfreude auf das Feiern im Familienkreis steigert.

Die großflächigen, eindrucksvollen Bilder in satten Farben, zeigen mit sicherem Strich die Stimmungen und Aktionen der liebenswerten und selbstbewussten Heldin. Die Botschaft “gemeinsam ist es schöner” kommt in dieser Wintergeschichte überzeugend an.

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Fazit

Geistreich und liebevoll zugleich.

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Carlo Collodi und MinaLima Design – Pinocchio (Kinderbuchadvent)

Rezension

Winterzeit ist Märchenzeit und mit diesem Klassiker in einem besonders prachtvollen Gewand, wird die Jahreszeit um einiges wohliger. Die Abenteuer von Pinocchio, einer sprechenden Holzpuppe mit einem ausgeprägten Hang zum Flunkern, handeln von Herzens- und Wertebildung, aber genauso von Wahrhaftigkeit und der Sehnsucht nach Leben und Erleben.

Der Holzschnitzer Geppetto wünscht sich sehnlichst einen Sohn und schnitzt sich kurzerhand einen. Pinocchios Verhalten pendelt stets zwischen Gut und Böse, Faulheit und Fleiß, Lüge und Wahrheit. Weltberühmt ist seine Nase, die bei jeder Lüge wächst und ihn so verrät. Doch Pinocchio hält es nicht am stillen Örtchen aus, sodass er davon läuft und von einer gefährlichen Begegnung in die nächste stolpert. Unter großen Anstrengungen und mit der Hilfe einer gütigen Fee geht am Ende sein innigster Wunsch in Erfüllung: Er wird ein Kind aus Fleisch und Blut.

Diese Schmuckausgabe ist ein wahrer Schatz, denn es beinhaltet interaktive Extras, die das Lesen zu einem Erleben machen. Es entfaltet sich eine richtige Theaterbühne im 3D-Effekt, Pinocchio erwacht zum Leben und kann mitsamt all seiner Glieder in Bewegung gebracht werden. Es ist sogar möglich in das Innere eines Hais zu schauen, denn auch dorthin hat es den Holzjungen verschlagen.

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Fazit

Ein Klassiker im besonders prachtvollen und außergewöhnlich aufwendigen Design.

Kinderbuchblogger-Adventskalender 2020

Im Rahmen des Kinderbuchblogger-Adventskalenders habt ihr die Möglichkeit die Schmuckausgabe „Die Abenteuer des Pinocchio“ zu gewinnen. Hinterlasst mir hier einen Kommentar und verratet mir euer Lieblingsmärchen! Ein Zusatzlos kann durch einen Beitrag auf der Instagram-Seite erspielt werden.

Teilnahmebedingungen

  • Die Verlosung beginnt am 15.12.2020 um 00.00 Uhr und endet am 16.12.2020 um 23.59 Uhr.
  • Jeder, der unter diesem Beitrag einen Kommentar hinterlässt, erklärt sich mit den Teilnahmebedingungen einverstanden und kann gewinnen.
  • Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren.
  • Über den Gewinner entscheidet das Los.
  • Der Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt.
  • Der Versand des Gewinns erfolgt ausschließlich nach Deutschland.
  • Die Daten der Teilnehmer*innen werden nicht weitergegeben und vertraulich behandelt. Die Übermittlung personenbezogener Daten wird erst erforderlich, wenn der Gewinn ausgehändigt wird. Diese Informationen werden absolut vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Die Daten werden nur so lange gespeichert, wie es für die Abwicklung des Gewinnspiels nötig ist. Nach Beendigung des Gewinnspiels werden alle Daten unverzüglich wieder gelöscht.

Morgen öffnet sich das nächste Adventskalendertürchen bei http://www.wallinger.at/ – schaut unbedingt vorbei!

Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück und strahlende Kinderaugen beim gemeinsamen Lesen in der Winterzeit!

Herzlichen Glückwunsch, Katja!

Sheddad Kaid-Salah Ferrón – Professor Albert und das Abenteuer der Relativitätstheorie

Rezension

Physikalische Prozesse des Alltags auf eine verständliche und nachvollziehbare Art und Weise den Kindern nahe zu bringen ist eine Herausforderung. Schließlich ist es ein Feld, auf dem es endlos viel zu entdecken gibt. Am besten gelingt das Verstehen von naturwissenschaftlichen Phänomenen natürlich durch Ausprobieren.

Kinder, die die Welt beginnen zu verstehen, werden ermutigt noch mehr zu hinterfragen. Dieses Kindersachbuch bietet genau das. Die Anstöße sind in ausreichendem Maße gegeben und viele Erklärungen nachvollziehbar. Dennoch werden Kinder auch viele Fragezeichen nach den Lesestunden haben. Das Thema „Raum und Zeit“ ist für viele Erwachsene recht komplex und setzt ein Verständnis von grundlegenden Basiskompetenzen voraus.

Professor Albert erläutert zunächst das Konzept der Zeit und zieht nachvollziehbare Fäden zur Relativität ebendieser. Auch die Begrifflichkeit „Raum“ und das „Messen“ werden Grundschulkinder gut mit ihren Vorerfahrungen verknüpfen können. Geschwindigkeit und Bewegung werden wirklich sehr gelungen mit dem Beispiel eines Zuges erläutert. Jemand der im Zug sitzt, hat den Waggon als Bezugssystem und befindet sich daher im Ruhezustand. Professor Albert jedoch steht am Bahnsteig und hat eine im Vergleich zum Passagier unterschiedlich gemessene Geschwindigkeit, weil sein Bezugspunkt die Gleise sind.

Die darauf aufbauenden Phänomene zur Lichtgeschwindigkeit und der „speziellen Relativitätstheorie“ sind komplex. Die Erläuterungen sind für 10-Jährige teilweise nachvollziehbar, jedoch nicht durch reines Lesen begreifbar. Es gibt Versuche Fachbegriffe wie „Inertialsystem“ oder „Zeitdilatation“ zu erläutern, jedoch bleibt die Materie nebulös, wenn keine Versuche folgen, die die Botschaft zumindest ansatzweise veranschaulichen.

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Fazit

Gute Ansätze mit nachvollziehbaren Erläuterungen, die Versuche brauchen, um Verständnis heraus zu kitzeln.

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Bewertung: 4 von 5.

Victor Metelskiy – Mein magischer Kritzkratz-Adventskalender

Rezension

Wer etwas außerhalb des Süßen für den Adventskalender sucht, könnte hier fündig werden. Es muss nicht immer Schokolade sein, denn hier bekommen die Kleinen eine Beschäftigung, die die Feinmotorik schult und vor allem die Fähigkeit das mögliche Weihnachtszauber zu entschlüsseln.

Hinter den Türchen verstecken sich schwarze Seiten, die mit einem Holzstift freigerubbelt werden dürfen. Nach und nach entfaltet sich das vollständige Bild. Lediglich das Datum und einzelne Details stimmen auf das Entdecken ein. Kinder im Alter ab 3 Jahren schulen auch ihre Ausdauer und das sorgfältige Arbeiten, denn es bedarf schon einiges an Durchhaltevermögen, um die ganze Seite zum Leben zu erwecken.

Erstaunlicherweise finden Kinder die Haptik und auch das Geräusch, was an Freirubbeln von Losen erinnert, faszinierend. Als Pädagogin hätte ich mir zusätzlich gewünscht einen kleinen Adventsreim vorzufinden oder eine Botschaft bzw. Geschichte, die dem Kind passend zum Bild mitgegeben werden könnte.

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Fazit

Ein bisschen mehr Kreativität und Schulung der Feinmotorik zur Adventszeit.

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Bewertung: 3.5 von 5.

Ilka Sokolowski – Mein Kosmos Grundschullexikon: Tiere & Pflanzen

Rezension

Das alphabetisch geordnete Grundschullexikon zu den Bereichen „Tiere & Pflanzen“ bietet alles, was das Grundschullehrerherz begehrt. Die meisten Seiten widmen sich dem Tierbereich und decken „Zootiere“, „Bauernhoftiere“ und „Haustiere“ zuverlässig ab. Es ist die idealle Vorlage zum Verfassen von Steckbriefen und zum Vorbereiten von Referaten.

Jede Seite ist gleich aufgebaut, sodass den Kindern die Orientierung leicht fällt. Es sind auch schon Oberbegriffe vorhanden. Zu allen Tieren finden sich die wissenschaftlichen Namen, die Auflistungen zur Größe, Körpergewicht, Lebensraum, Nahrung und Nachwuchs. Der Haupttext behandelt die Themen Merkmale, Lebensweise und geht auf den Nachwuchs noch genauer ein. Der Farbklecks, der zu zu jedem Tier eingestreut wird, offenbart wichtige oder erstaunliche Zusatzinfos, mit denen man jeden Leser überraschen kann.

Zu jedem Eintrag sind mehrere Fotografien vorhanden. Man bekommt einen guten Einblick, wie sich das Tier bei Bewegung verhält oder auch in welchem Lebensraum es vorzufinden ist. Allerdings fehlen mir vor allem bei Pflanzen vereinfachte Illustrationen, wie z.B. zu Blattformen oder Blüten, auch spezifische Körperteile von Tieren sind so besser zu begreifen. Im Sachunterricht gehört eben auch genaues Beobachten und das Skizzieren von Einzelheiten als Kompetenz dazu. Das wäre eine hilfreiche Ergänzung gewesen.


Im Abschnitt „Pflanzen“ sind alle gängigen Bäume und Wiesenpflanzen enthalten. Wenn auch Pilze nicht zu den Pflanzen gehören, wurden sie ebenfalls integriert, allerdings fällt hier die Bandbreite eher mager aus. Die Übersicht zum „Getreide“ mit 4 unterschiedlichen Sorten ist auch eher unvollständig. Bei Nadel- und Laubbäumen wurde glücklicherweise der Baum in voller Größe, die Frucht und das einzelne Blatt abgebildet. Auch hier ausschließlich in Form von Fotografien.

Blick ins Buch
Fazit

Insgesamt ist es vor allem im Tierbereich ein tolles Nachschlagewerk für die Grundschule.

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Bewertung: 4 von 5.