Ilka Sokolowski – Mein Kosmos Grundschullexikon: Tiere & Pflanzen

Rezension

Das alphabetisch geordnete Grundschullexikon zu den Bereichen „Tiere & Pflanzen“ bietet alles, was das Grundschullehrerherz begehrt. Die meisten Seiten widmen sich dem Tierbereich und decken „Zootiere“, „Bauernhoftiere“ und „Haustiere“ zuverlässig ab. Es ist die idealle Vorlage zum Verfassen von Steckbriefen und zum Vorbereiten von Referaten.

Jede Seite ist gleich aufgebaut, sodass den Kindern die Orientierung leicht fällt. Es sind auch schon Oberbegriffe vorhanden. Zu allen Tieren finden sich die wissenschaftlichen Namen, die Auflistungen zur Größe, Körpergewicht, Lebensraum, Nahrung und Nachwuchs. Der Haupttext behandelt die Themen Merkmale, Lebensweise und geht auf den Nachwuchs noch genauer ein. Der Farbklecks, der zu zu jedem Tier eingestreut wird, offenbart wichtige oder erstaunliche Zusatzinfos, mit denen man jeden Leser überraschen kann.

Zu jedem Eintrag sind mehrere Fotografien vorhanden. Man bekommt einen guten Einblick, wie sich das Tier bei Bewegung verhält oder auch in welchem Lebensraum es vorzufinden ist. Allerdings fehlen mir vor allem bei Pflanzen vereinfachte Illustrationen, wie z.B. zu Blattformen oder Blüten, auch spezifische Körperteile von Tieren sind so besser zu begreifen. Im Sachunterricht gehört eben auch genaues Beobachten und das Skizzieren von Einzelheiten als Kompetenz dazu. Das wäre eine hilfreiche Ergänzung gewesen.


Im Abschnitt „Pflanzen“ sind alle gängigen Bäume und Wiesenpflanzen enthalten. Wenn auch Pilze nicht zu den Pflanzen gehören, wurden sie ebenfalls integriert, allerdings fällt hier die Bandbreite eher mager aus. Die Übersicht zum „Getreide“ mit 4 unterschiedlichen Sorten ist auch eher unvollständig. Bei Nadel- und Laubbäumen wurde glücklicherweise der Baum in voller Größe, die Frucht und das einzelne Blatt abgebildet. Auch hier ausschließlich in Form von Fotografien.

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Fazit

Insgesamt ist es vor allem im Tierbereich ein tolles Nachschlagewerk für die Grundschule.

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Thomas Meyer – Wie der kleine Stern auf die Welt kam

Rezension

Die Magie und der Zauber der Liebe steht im Fokus dieses Bilderbuchs, bei dem es um einen Stern geht, der erst ein Menschenkind werden kann, wenn er die richtigen Eltern gefunden hat. Hierbei hilft ihm seine Freundin Eule. Gemeinsam halten sie Ausschau nach dem perfect match. Dieses Vorhaben hat jedoch Tücken, denn die Erwachsenen nehmen sich viel zu ernst und schenken sich gegenseitig kaum Beachtung.

Also nehmen die beiden die Zügel in die Hand und schreiben zwei passenden Menschen Liebesbriefe und spielen ein bisschen Armor. Das ist der Anstoß der ersten Begegnung. Der Postbote nimmt all seinen Mut zusammen und spricht die Frau an, mit der der Stern und die Eule ihn zusammenbringen wollten.

Sie machen einen langen Spaziergang.
Und dann noch einen.
Und noch einen.
Richtig lieb bekommen sie sich dabei.

Eine Aufklärungssequenz erläutert, was es heißt miteinander zu schlafen. Die Geschlechtsteile werden mit Fachbegriffen und kindlichen Verniedlichungen gebraucht, sodass die Orientierung auch jüngeren Kindern vereinfacht wird. Und so landet mit einem glitzernden Schweif der Stern im Bauch der Frau.

Hier müssen anschließend die etwas älteren Kinder natürlich aufgeklärt werden, dass es eben kein Zauber ist und die Babys nicht als Sterne in den Baum wandern. Als fantastische Herangehensweise an das Thema „Liebe“ und zueinander finden, wenn die Chemie zwischen zwei Menschen stimmt, ist es jedoch ein interessanter Zugang.

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Fazit

Über die Magie der Liebe und die Notwendigkeit die Augen füreinander auf zu halten.

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Timon Meyer und Julian Meyer – Rolf röhrt

Rezension

Ja, es ist wirklich unerhört,
der Rolf, der röhrt.
Es reicht! genug! Silentio!
Wir sind des Lebens nicht mehr froh.
Wir sind es leid, die Ohren schmerzen,
und bitten Rolf von ganzem Herzen …

Der Hirsch Rolf röhrt unentwegt, egal ob auf Klassenfahrt, beim Fußball oder Basteln. Die anderen Tiere beklagen sich über den Lärm und bitten ihn inbrünstig damit aufzuhören. Rolf ist natürlich gewillt seine Freunde nicht weiter zu belästigen und schwört, es fortan sein zu lassen. Doch wie viele Vorhaben, hält das Versprechen nicht lange und schon röhrt Rolf wieder lauthals. Die Nerven der Tiere liegen nun blank und sie verziehen sich in den Kleiderschrank.

Nur die Hirschkuh Irmchen ist ganz betört von dem Geräusch, denn in ihren Ohren ist es reine Musik. Da wundern sich die Tiere, ob Lärm vielleicht auch Freude bereiten kann? Schnell ist hierfür eine Lösung gefunden und der Frust schnell verflogen!

Die Thematik „Lärm“ und das damit verbundene individuelle Empfinden von unangenehmer und durchdringender Lautstärke ist viel zu selten in Bilderbüchern zu finden. Dabei begegnen Kinder im Kindergarten und spätestens in Grundschulklassen täglich diesem Gefühl, welches sich von Kind zu Kind bei der Einschätzung unterscheidet. So steht auch Rolf mit seinem Röhren im Gegensatz zu anderen Tieren, die seine Geräusche als dröhnend empfinden. Lediglich die Hirschkuh stört es nicht. Es ist ein wunderbarer Aufhänger, um die subjektive Wahrnehmung von Lautstärke und Lärm zu thematisieren und dadurch mit Kindern ins Gespräch zu kommen. Es bietet sich außerdem an, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, wie Rolf und den anderen Tieren geholfen werden kann. Meist sind Kinder hierbei sehr kreativ und aber auch akzeptierend, was die Eigenheiten Anderer angeht. Auch Rolf ist als Charakter ein liebenswertes Wesen, das es gar nicht böswillig meint und wirklich gewillt ist, die anderen nicht zu stören, jedoch sein Röhren noch nicht zu kontrollieren weiß. Als Erweiterung des Wortschatzes wäre es möglich die Tiergeräusche anderer als Sammlung von Verben einzubringen.

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Fazit

Eigenheiten, Akzeptanz, Lautstärke und Lärm in fabelhafte, liebenswerte Illustrationen gepackt.

 


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Rachel Williams – Wunder der Natur zum Innehalten und Staunen

Rezension

Ein mit einem Leineneinband gestaltetes Hardcover präsentiert mit glänzenden Buchstaben den Titel dieses wertvollen Werkes: Wunder der Natur zum Innehalten und Staunen. Und genauso ergeht es dem Leser. Man verweilt auf der Doppelseite, die sich stets einem Naturthema widmet und saugt den Text und die Illustrationen gleichermaßen intensiv auf.

Dieses Sachbuch lädt dazu ein, noch genauer hinzuhören, öfter stehen zu bleiben und sich die Zeit zu nehmen besser hinzusehen. Um uns herumereignen sich die magischsten Verwandlungen, die einfach nur faszinierend sind.

Die Layout-Gestaltung ist absolut gelungen, genauso wie die Wahl der Typografie und die Strukturierung der Informationen. Der Text und die Illustrationen werfen sich gekonnt den Ball zu und ergänzen sich fabelhaft. Dabei ist es nicht allzu fachmännisch oder überladen, sodass Kinder es nicht nachvollziehen können. In verständlichen, kurzen Sätzen wird das Wesentliche erfasst. Insgesamt 50 wahre Wunder werden hier präsentiert, darunter auch viele Themen, die im Sachunterricht behandelt werden: Eine Biene bestäubt eine Blüte, Ein Schmetterling entpuppt sich, Ein Regenbogen erscheint, Eine Kaulquappe wird zum Frosch, Ein Maulwurf sammelt Regenwürmer, Pilze wachsen im Wald, Eine Wolke entsteht und vieles mehr.

Sehr gut gefallen mir auch die besonderen Informationen, die man selten in Sachbüchern findet, weil der Blickwinkel ein etwas anderer ist. So wird ergründet, warum der Mensch Mücken leben lassen sollte. Als Bestäuber für Pflanzen leisten lästige Mücken einen wertvollen Beitrag und dienen anderen Tieren als Nahrung. Die Funktion von Moos im Wald ist ebenfalls sehr lesenswert und bekommt sonst in Sachbüchern viel zu wenig Aufmerksamkeit, wenn man bedenkt, dass es den Boden feucht und fruchtbar für alle Waldbewohner hält.

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Lass die Magie der Natur auf dich wirken …

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Bewertung: 5 von 5.

Sabine Städing – Petronella Apfelmus: Zaubertricks und Maulwurfshügel

Rezension

Kaum eine Protagonistin schafft es bei Mädchen und Jungen gleichermaßen beliebt zu sein, wie Petronella Apfelmus. Mittlerweile ist der 8. Band zur quirligen Apfelhexe erschienen und auch hier lässt die Spannung und der Ideenreichtum nicht nach.

Die Zwillinge Lea und Luis veranstalten eine Geburtstagsparty mit dem Motto „Zauberei“. Petronella trumpft mit einem ganz besonderen Geschenk auf und verspricht sich einen ganz besonderen Zaubertrick zu überlegen. Als es an die Einladungskarten geht, ist es für die Kinder kein leichtes Unterfangen zu entscheiden, wer eingeladen werden soll.

In der Zwischenzeit verlangen auch die anderen Tiere und Zauberwesen Petronellas Aufmerksamkeit. Als Apfelhexe hat man alle Hände voll zu tun und muss sämtliche Rätsel lösen. Familie Stacheligs Igeljunge ist in ein Bach gefallen, der Zahn eines Eichhörnchens ist beim Walnussknacken abgebrochen und auch sonst ist das Wartezimmer mit Hilfesuchenden proppenvoll.

Das Zauberei- und Illusions-Geburtstagsfest ist ein voller Erfolg. Herr Kuchenbrand legt sich als Jongleur richtig ins Zeug und weiße Kaninchen dürfen natürlich auch nicht fehlen. Doch das beste Geburtstagsgeschenk kommt natürlich von der Apfelhexe, die alle Kinder auf Käfergröße verzaubert. Nach diesem Zaubertrick geht der Spaß erst richtig los.

Geburtstagspartys kommen direkt aus der Lebenswelt der Kinder und damit einhergehend die Problematik nur eine bestimmte Anzahl an Kindern einladen zu dürfen. Die Identifikation ist hiermit schon gegeben. Die Geschichte ist amüsant, leicht verständlich und hat liebenswerte Charaktere, die man schnell ins Herz schließt. Die Illustrationen von Sabine Büchner nehmen den Leser in diese zauberhafte Welt mit, in der das Baden im Teich als erstrebenswertes Abenteuer gilt.

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Verhexte Abenteuer im Einklang mit der Natur!

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Bewertung: 4 von 5.

Daniel Napp – Wie Fliegenpilz Henri das Laufen lernte, um einen Baum zu retten

Rezension

Pilze sind weder Tiere noch Pflanzen. Sie bilden mit ihrem riesigen, unterirdischen Geflecht eine ganz eigene Gattung. Der Fliegenpilz Henri nutzt das Geflecht der weißen Fäden als Kommunikationsmittel. Kilometerweite Botschaften werden so transportiert. So bekommt er auch die Nachricht, dass der Ahornbaum Jonathan dringend Hilfe benötigt. Er soll nämlich gefällt werden, nur weil die Stadt ein neues Einkaufszentrum plant.

Henri trainiert daher seine Wurzeln wie ein Jogger, der seine Muskeln nach kilometerlangem Lauf dehnt und irgendwann kann er sich tatsächlich fortbewegen. Er macht sich auf den Weg in die Stadt und die Mission ist klar „Rettet die Bäume!“. Nina wird auf den Notruf ebenfalls aufmerksam und so schmieden die beiden einen Plan, gestalten Flyer und Plakate und rufen zur Demonstration auf…

Die Thematik ist hochaktuell und recht schnell kommt „Greta Thunberg“ den Lesern in den Sinn. Sich für seine Überzeugungen stark machen, sich engagiert zeigen und die Umwelt schützen, stehen als gewichtige Botschaften im Fokus dieses Buchs. Die vielen bunten Illustrationen begleiten das Verständnis und tragen zum hohen Lesespaß bei. Außerdem beweist der Protagonist Witz und Humor, sodass die Sympathie kombiniert mit der Hilfsbereitschaft gleich überschwappt.

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Umweltschutz und Eigeninitiative als Werte in der heutigen Gesellschaftsentwicklung

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Julia Dürr – Wo kommt unser Essen her?

Rezension

Das Buchcover ist bereits absolut begeisterungsfähig, denn es zeigt aus der Kinderperspektive, woher für sie das Essen kommt: schlicht und einfach aus dem Kühlschrank. Doch welchen Weg und Verarbeitungsprozess hat die Ware hinter sich, bis sie dort landet?

Die Autorin Julia Dürr fuhr quer durch Deutschland und besuchte Apfelhöfe, Milchhöfe, Bäckereien, Schlachtbetriebe, Gemüseanbauorte und Hühnerställe, ließ sich die Herstellung zeigen und machte sich Notizen und Skizzen für dieses großformatige Bilderbuch. Herausgekommen ist ein großer Bildband, mit einzelnen Beschriftungen versehen, der uns einen Einblick gewährt, wie es hinter den Kulissen und im Inneren aussieht. Nach der Darstellung des Betriebs, erfolgt die Beschreibung der Vorgehensweise, Hinweise zu Hilfswerkzeugen und dem gesamten Ablauf. So erfährt der Leser, dass Kühe in Milchbetrieben an Melkroboter angeschlossen werden und es dort automatische Kuhbürsten gibt.

Die Erklärungstexte sind leicht verständlich, jedoch auf der Seite ganz schön verteilt, sodass es einer Bündelung bedarf. Die Leseart ist nicht für alle Kinder einfach und braucht Eingewöhnung. Am ertragreichsten ist das Lesen dieses Buchs in Gemeinschaft und festigt sich erst durch Kommunikation und Austausch.

Die Illustrationen von Julia Dürr begeisterten mich schon in „Flitze-freche Zungenbrecher“ und auch hier passen die gediegenen Naturfarben sehr gut zur Thematik. Dabei werden manchmal große und kleine Betriebe gegenüber gestellt. Bei Brot wird ein Einblick in eine Backstube und eine Backfabrik gewährt, bei Fleisch in einen Hof und in einen Schlachtbetrieb, bei Apfel in eine Streuobstwiese und in eine Apfelplantage. Auch für Erwachsene ist es spannend zu erfahren, wie es im Fischerboot aussieht und wie so eine Fischfarm im Meer aufgebaut ist.

Fischfarm-Fische werden im Becken geboren.
Dort werden sie geimpft, damit sie später nicht krank werden.

Die Autorin regt dazu an, sich die Verpackungen genau anzuschauen. Sie gibt Tipps, wie in Detektivarbeit die Codes, Abkürzungen und Adressen entschlüsselt werden können. Die Adresse verrät, ob der Apfel einen weiten Weg hinter sich gebracht hat, die Webseite, ob die Tomaten in Erde oder Substrat gewachsen sind. Auch immer mehr QR-Codes geben Auskunft über die Herstellungsart und ob der Fisch aus einer Aquakultur kommt oder im Meer gefangen wurde. Für den letzten Satz, möchte ich schlussendlich Werbung machen, denn es heißt:

Ganz viel über dein Essen erfährst du auch, wenn du es selbst anpflanzt.

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Modernes Sachbuch mit wertvollen Einblicken, verpackt in tolle Skizzen.

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Jan Paul Schutten – Nette Skelette: Röntgenbilder von Tieren und Pflanzen

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Die Röntgenstrahlung bietet in der Medizin unglaubliche Möglichkeiten und gewährt faszinierende Einblicke, in etwas was dem Auge sonst verborgen bleibt. Arie van ´t Riet setzt das durchleuchtete Innere von Pflanzen und Tieren sehr ästhetisch in Szene, sodass man sich gar nicht entscheiden kann, ob es nicht das Äußere gar übertrifft.

Dieses Kindersachbuch ist ungewöhnlich und künstlerisch zugleich. Die Schwarzweißaufnahmen werden mit einigen Farbtupfern hervorgehoben und man erwischt sich dabei länger auf den Bildern zu verweilen und jeden kleinen Knochen, jede Verbindung am Skelett, die Flügelstruktur und die Blattadern genau zu scannen.

Die Aufnahmen werden auf stolzen 124 Seiten gesammelt und in folgende Kategorien unterteilt: Gliederfüßer und Weichtiere, Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere. Der Fotograf hat sie auf Pflanzen platziert, sodass sie hier und da auch mitauftauchen und man so eine Hummel auf einen Blütenkelch zusteuern sieht. Begleitet werden die Bilder von umfangreichen Informationstexten, sodass die Altersangabe von 8 Jahren als sehr passend erscheint. Begrifflichkeiten wie „Pedipalpen“ werden eingestreut und mit Erklärungen bestückt. Sehr schnell erkennt man den Ursprung der Bezeichnung „Wespentaille“, wenn man sich eine Hummel anschaut. Man erfährt, dass Riesengarnelen ihr Skelett nicht so wie wir Menschen im Inneren tragen, sondern außen. Im Leib befindet sich kein einziger Knochen, sodass die Röntgenaufnahme lediglich den Darm entlarvt. Die Texte lesen sich wie eine Erzählung eines Großvaters, der seine Enkel in seine Ansammlung an Wissen einweiht. Der Autor stellt viele Fragen und beugt damit einem reinen Informationsvortrag vor, vielmehr erzeugt er das Gefühl einer hautnahen Interaktion.

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Fesselnde Bilder, künstlerisch in Szene gesetzt!

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Günther Jakobs – Du bist mein Freund, weil …

Rezension

Freundschaft, Verbundenheit, Vertrauen, Offenheit, Neugierde, Akzeptanz, Toleranz und besondere Stütze im Leben – diese Werte werden in dem zauberhaft illustrierten Bilderbuch von Günther Jakobs vermittelt. Die Bleistiftzeichnungen, die frech, unbekümmert und so kindgerecht daher kommen, unterstreichen auch die Botschaft des Bilderbuchs: Jede Freundschaft ist anders. Eben weil jeder Mensch anders ist.

Auf jeder Doppelseite werden unterschiedliche Szenarien von Bündnissen vorgestellt. Während der Titel „Du bist mein Freund, weil…“ schon die Thematik einleitet, werden auf den Doppelseiten lediglich die Ergänzungen aufgeführt:

weil du bei mir um die Ecke wohnst!

weil du der beste Torschütze weit und breit bist!

weil du so lustige Zahnlücken hast!

Hier wird auch schon deutlich, dass es genau die offene und gelöste Kindersicht ist, frei von Vorurteilen und Ausgrenzung, die Nähe und Verbundenheit erzeugt. Es können die Umstände sein, dass man Nachbar ist, gemeinsam im Verein spielt, Fähigkeiten wie z.B. spannende Geschichten erzählen können oder auch Oberflächlichkeiten wie eine Zahnlücke oder besonders verrückte Frisuren. Freundschaften zu Tieren oder Familienmitgliedern werden ebenso angeschnitten. Letztlich stellt sich heraus, dass man jemanden als Freund bezeichnet, weil er genauso so ist, wie er ist.

Dieses Bilderbuch bietet die Chance zu reflektieren, wen man als Freund ansieht und vor allem warum. Was macht diesen Menschen aus? Was schätzt man an ihm? Die Übertragung gelingt auch auf einen Mitschüler, mit dem Anfangssatz “ Du bist ein toller Mitschüler, weil…“. Damit ist eine wunderbare Erweiterung der „warmen Dusche“ als Methode gegeben. Im Kunstunterricht haben wir darauf aufbauend Freundschaftsarmbänder geknüpft und an besondere Menschen verschenkt.

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Herausragende Illustrationen und ein Thema, das nicht oft genug aufgegriffen werden kann, denn Menschen sind nun einmal soziale Wesen.

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Rachel Rooney und Zehra Hicks – Geh weg, du Problem!

Rezension

Probleme sind große und kleine Monster, ganz komische Wesen, die in ihrer veränderten Gestalt immer wieder auftauchen. manche sind wahnsinnig klebrig, andere knifflig, schwer und gemein. Sie tauchen manchmal plötzlich, manchmal schleichend auf.

Es gibt mehrere Möglichkeiten und Wege mit ihnen umzugehen. Wenn man einem Problem begegnet, bleibt man locker und ruhig. Man nimmt sich Zeit und nennt es beim Namen. Dabei gibt es harmlose Probleme, die schnell wieder von alleine verschwinden, sogar einfach über Nacht. Andere muss man lösen, bevor sie sich verbünden und noch größer werden.

Drum trau dich! Trau dich!
Du bist nicht allein. (…)

… sag ein Wort.
Du fühlst dich gleich besser.

Wie wunderbar, dass in einem Bilderbuch auch dieses recht komplexe Thema angegangen wird. Natürlich kennen auch Kinder Probleme und Schwierigkeiten. Der Umgang damit erfolgt intuitiv und manchmal gar nicht, weil das entsprechende Werkzeug dafür fehlt. Hier werden Probleme etwas greifbarer, indem sie ein Gesicht erhalten und mit Beispielen gestützt werden. Kindgerechte Probleme können sein, dass man ein bestimmtes vorgesetztes Gericht nicht mag, sich beim Spielen um ein Spielzeug streitet, Angst vor Höhe auf einer Rutsche hat oder von anderen gehänselt wird.

Die vorerst einfachste Strategie ist zunächst abzuwarten, ob das Problem wiederkehrt. Wie in dieser Geschichte gezeigt, ist es im wahren Leben tatsächlich so, dass vieles sich ohne unser Zutun von alleine erledigt. Doch sobald es einen länger beschäftigt und das Problem schwerer und größer wird, muss man handeln. Die Lösung, die hier gezeigt wird, es sehr lobenswert und erfordert auch Mut, denn es heißt „Mit anderen ins Gespräch gehen“. Gesprächspartner können Freunde oder Erwachsene sein und sobald man es losgeworden ist, fühlt man sich bereits leichter, sodass darauf aufbauend gemeinsam weiter überlegt werden kann, wenn sich das Problem nicht hier schon wieder aufgelöst hat.

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Fazit

Achtsamkeit sich selbst gegenüber lernen und vorbeugend agieren

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