Alex Rühle und Axel Scheffler – Zippel das wirklich wahre Schlossgespenst

Zippel ist ein junges und heiteres Schlossgespenst. Dabei lebt er gar nicht in einer Burg oder einem Schloss, sondern in einem Türschloss bei Paul. Paul ist nämlich ein Schlüsselkind, was so viel bedeutet, dass er tagsüber nach der Schule weitgehend sich selbst überlassen ist, da seine Eltern berufstätig sind.

Und da Paul ganz viel Zeit alleine verbringt, leistet der gesellige Freund ihm nun Gesellschaft. Da Zippel allerdings auch viel Blödsinn im Kopf hat, sind Abenteuer garantiert. Als das Türschloss aufgrund von ungenügenden Sicherheitsstandards ausgetauscht werden soll, droht Zippel sein Zuhause zu verlieren. Auch andere Begebenheiten aus dem familiären Kreis verlangen kreative Lösungsstrategien. Wie gut, dass die beiden sich haben und auch glückliche Zufälle leisten ihren Beitrag…

Rezension

Alex Rühles Debüt ist ein wahrer Glücksgriff  für Vorleser und somit ein großes Leseglück für die ganze Familie. Zippel ist einfach herzerwärmend und lässt sich wunderbar mit verstellter Stimme imitieren. Die Reime tun ihr übrigens und schon kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Schule ist jetzt nicht mehr weit,
heut wird Zippel sehr gescheit.
Lern ich rechnen, schreiben, malen,
kann ich alle hundert Zahlen.
Zippel wird ein Schlaugespenst,
wie du noch kein zweites kennst. (S.75)

Dabei ist es sowohl für Mädchen als auch für Jungen gleichermaßen ansprechend. Auf der Klassenfahrt hingen die Kinder an meinen Lippen, sodass mein Ziel sie möglichst schnell ins Träumeland zu schicken, mit diesem Vorlesebuch verfehlt war. Sehr positiv ist, dass viele Kinder sich mit den Darstellungen zum Thema Eltern, Schule und Freundschaften sicherlich identifizieren werden. Der Rahmen ist zwar sehr alltagsnah, doch Zippel und seine Verrücktheiten erheitern so sehr, dass man dauerschmunzeln muss. In Verbindung mit den fabelhaften Illustrationen von Axel Scheffler, ist es definitiv ein „Gewinnerbuch“ und zwar so sehr, dass ich innigst hoffe, dass weitere Bände folgen werden. Es hat das Zeug zum Klassiker!

Blick ins Buch

Fazit

Erheiternd und ein Garant für Leseglück!

 

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Poly Bernatene – Der Tag, an dem die Nacht nicht kam

„Wenn die Sonne untergeht, Mond und Sterne am Firmament aufziehen, dann wird es Nacht. Eines Tages jedoch geschah etwas Seltsames … Ein Bilderbuch voller Poesie, das ganz ohne Worte auskommt.“

Ein Bilderbuch, welches genau wie „Gute Reise, kleine Wolke“ ganz ohne Worte auskommt. Dafür beeindrucken umso mehr die Bilder, die schon fast wie 3D wirken. Es ist wahnsinnig viel Tiefe, Perspektivwechsel, Farbenspiel eingebunden und begeistert nicht nur die Kleinen. Bernatene ist ein begnadeter Zeichner und schickt die Betrachter auf eine Reise, in der die eigene Fantasie zur Ausgestaltung der Geschichte genutzt werden soll. Ausgesprochen viele Details laden zum Verweilen und Betrachten ein. Der Handlungsverlauf lässt sich jedoch nicht so leicht erschließen. Vielleicht verwirrt mich auch nur die Anordnung von bis zu neun kleinen Bildern auf einer Seite. Das Erzählen fiel mir daher auch nicht so einfach wie bei der kleinen Wolke. Was die drei Bilder von der Karte verdeutlichen sollen, habe ich bis heute nicht durchdrungen. Aber vielleicht ist es auch einfacher als ich denke und es geht nur darum, dass die Sterne aus diesem Sack befreit werden müssen?! Das Gute bei diesen Büchern bleibt jedoch, dass es kein richtig und kein falsch gibt.

Ein ausgesprochen schön illsutriertes Bilderbuch, welches sich vor allem für die ganz Kleinen wunderbar als „Gutenacht-Betracht-Buch“ eignet.


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