Martina Baumbach – Die Tierwandler 3: Ein Kroko will kuscheln

Rezension

Wir Tierwandler schwör´n
mit Flügeln, Flossen, Pfoten:
Das Geheimnis zu verraten ist verboten.
Wir wollen es für immer bewahren,
kein andrer soll davon erfahren.

Die Reihe der Tierwandler erinnert thematisch an die Bände der „Schule der magischen Tiere“, die allesamt bei den Kindern in der Altersklasse ab 8 Jahren äußerst beliebt sind. Der Unterscheid ist hierbei jedoch, dass die Kinder selbst sich in die unterschiedlichen Tiere verwandeln.

Das kann allerdings bei dem einen oder anderen dauern. Herr Olsson an der Bärenfeldschule tut alles, um die Verwandlung im Tierwandler-Unterricht heraus zu kitzeln. Er lässt die Kinder im Pool ihre Wasserleidenschaft erkunden und bei einem Aufsatz sich in ein Tier hineinversetzen. Gemeinsam werden Fährten gelesen, Gefahren und Tarnungen besprochen oder Kampf und Verteidigung erprobt.

Oskar wartet sehnlichst auf seine Verwandlung. Er möchte unbedingt ein Dinosaurier sein, genauso groß und angsteinflößend wie die ausgestorbenen Geschöpfe des Erdmittelalters. Als bei einem Zoobesuch ein sprechendes Krokodil auftaucht, ist die Aufregung groß. Ist die Verwandlung einem der Schüler gelungen und droht ihr Geheimnis in aller Öffentlichkeit gelüftet zu werden?

Das Cover weckte in der Klasse gleich das Interesse der Kinder, sodass sie es sich als Vorlesebuch in den Frühstückspausen wünschten. Die Spannung blieb auch nach Wochen des Vorlesens erhalten. Sie legten die Puzzleteile stets zusammen und versuchten anhand der Hinweise zu erraten, in welches Tier sich wohl Merle mit ihren struppigen Haaren verwandeln würde und schmunzelten über Oskars Bestreben ein furchterregendes Tier mit riesigen Klauen zu werden. Die Schulumgebung als Handlungsort ist ihnen vertraut und auch das Drumherum kommt ihrem Grundschulleben sehr nah.

Aufgrund der großen Bandbreite an Charakteren, wird jeder Leser jemanden finden, mit dem er sympathisiert und sich mit der Figur identifizieren kann. Im Innenteil sind einige wenige schwarz-weiß Illustrationen abgedruckt. Etwas gestört haben mich beim Vorlesen die neumodischen Ausrufe, wie „Alter!“ oder „Ey!“ oder auch „Du, Hirni!“. Ich habe sie kurzerhand ersetzt oder weggelassen. Gut gefallen hat uns dagegen die Tatsache, dass es Übung benötigt, um die Fähigkeit der Verwandlung sicher kontrollieren zu können. Das schließt ganz wunderbar an das Erfahrungsfeld Schule an. Alle Grundschulkinder, die Fantastisches und Magisches mögen, werden ihre Freude mit diesen Bänden haben.

Blick ins Buch
Fazit

Die AG Sport für besondere Talente hat es wirklich in sich! Hier erwarten die Leser spannende Abenteuer rund um Magie und Zauberkunst.

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Otfried Preußler – Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete

Rezension

Anlässlich Preußlers 95. Geburtstag, den er im Oktober begangen hätte, veröffentlicht der Thienemann Verlag einen neuen Band vom Hotzenplotz.

Die Aufregung in diesem Abenteuerbuch für Kinder ab 6 Jahren ist groß. Wachtmeister Dimpfelmoser stellt erschrocken fest, dass der berüchtigte Räuber Hotzenplotz dem Spitzenhaus entwischt ist und das ausgerechnet als Seppel und Kasperl Pilze für Großmutters Schwammerlsuppe suchen wollen. Statt also Pilze zu suchen, beschließen die beiden sich auf die Suche nach Hotzenplotz zu begeben. Eine selbstgebaute Mondrakete soll letztendlich Hotzenplotz im Wald anlocken und ihn ein für allemal auf den Mond schießen. So weit der Plan zumindest…

Der Kultfigur „Hotzenplotz“ wurde in diesem Band eine Generalüberholung verpasst. Nicht zuletzt wegen der Illustrationen wirkt der Klassiker jünger, frischer und insgesamt frecher und lebendiger. Jede Doppelseite wird mit farbigen Illustrationen gestützt. Diese Fassung ist textlich reduzierter als das Original und soll eigentlich Kinder, die Otfried Preußler bisher nicht kennen, auf den Geschmack seiner tollen Bücher bringen. Zugegeben leidet der sprachliche Stil und die Erzählkunst, die Preußlers Bücher ausmachen, aufgrund der Knappheit der Texte. Das werden Leser, die mit Otfried Preußlers Originalbüchern aufgewachsen sind und den ganz eigenen Witz in den Formulierungen lieben, zu bemängeln wissen. Nichtsdestotrotz lässt es vielleicht auch die ältere Generation dazu bewegen ihre Schätze aus den Regalen hervorzukramen und ihren Enkeln, die nun auf den Geschmack gekommen sind, daraus vorzulesen. Das wäre allemal wünschenswert!

Die Quintessenz ist glücklicherweise immer gleich. Auch hier gewinnen die Guten mit Mut, cleveren Schachzügen und vielleicht auch einer kleinen Prise Glück. Die Bösewichte scheitern dagegen an unklugen Handlungen und törichten Gedankenmustern.

 

Blick ins Buch

Fazit

Der Klasssiker im neuen Gewand.

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