Carsten Müller und Sarah Siegl – Von wegen Bienchen & Blümchen!

Rezension

Dies ist ein Aufklärungsbuch mit allen modernen Diversitätsansätzen und der Thematisierung von Gender. Das witzig bebilderte Sachbilderbuch ist ein Rundumschlag mit Themen, die im Sexualunterricht der Grundschule angeschnitten werden und bietet auch für Eltern und Pädagogen Tipps zum unverkrampften Umgang mit Sexualität.

Die Bandbreite reicht von der Einzigartigkeit der Körper, der Veränderung von Gefühlen, Geschlechtsreife und der damit einhergehenden Geschlechtsidentität. Der Fachbegriff „Vulva“ wird für die sichtbaren Schamlippen benutzt, ergänzend zur Vagina als Scheide. Erfreulicherweise wird Gefühlen ausreichend Platz eingeräumt, denn genau diese steuern uns, auch in der Sexualität. Der Mut auch einmal „Stopp!“ zu sagen und sensibel dem Nein-Gefühl zu sein, sind wichtige Bestandteile der Aufklärung.

Jede Doppelseite widmet sich einem Thema und leitet gekonnt zu anderen, vernetzten Randthemen über. Hier finden sich Inhalte, die ich persönlich in anderen Büchern oft vermisse. So werden hier Doktorspiele und die Erkundung der Körper berücksichtigt. Auch die Begegnung mit Pornografie findet Erwähnung. Hilfreiche Ratschläge zum Umgang mit verstörenden Bildern und dem Medienkonsum von Kindern werden ergänzt. Pädagogisch wertvoll ist außerdem die Darstellung der unterschiedlichen Familienformen, die sich eben nicht in einen Familienstammbaum zwängen lassen. Man findet hier Regenbogenfamilien, gleichgeschlechtliche Paare ohne Kinder, Patchworkfamilien und Alleinerziehende. Sie alle bilden ihre Form einer Familie. Und schließlich geht es darum, dass Sex nicht ausschließlich zum Zweck der Fortpflanzung dient, sondern weil es einfach Spaß macht. Die Natur hat sich das schon ganz klug ausgedacht!

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Eisprung
Fazit

Schambefreites Aufklärungsbuch zur natürlichsten Sache der Welt, ganz ohne Bienchen und Blümchen.

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Hans-Christian Schmidt – Liebe machen

Rezension

Ein Mann liebt eine Frau ganz doll.
Und sie ist auch ganz liebevoll.
Sie schaun sich an, sie küssen sich,
berühren sich ganz vorsichtig (…)

Dieses in Reimform verfasste Bilderbuch kommt ohne einen schambehafteten Deckmantel daher. Die Abstraktion der Figuren als Strichmännchen ist ein wahnsinnig kluger Schachzug des Illustrators. „Liebe machen“ zeigt in ehrlicher und unbefangener Art und Weise, wie zwei Menschen sich in der Steinzeit beim Beerenpflücken begegnen und wie die Anziehungskraft so weit wächst, dass sie mehr Nähe zueinander suchen und sich in ihrer Höhle zurückziehen, um ihre Liebe zu feiern.

Die offene Beschreibung der Körper, die von Lust geleitet sind, ist wahnsinnig gut umgesetzt. Hier wird etwas etabliert, was mir in anderen Aufklärungsbüchern für Kinder fehlt: Die eigenen Empfindungen und die Zeichen des Körpers lesen können und das Gegenüber nicht außer Acht lassen. Der Text bleibt verspielt und trotzdem unverblümt. Es zeigt, dass Sexualität etwas Selbstverständliches ist. Ohne Sexualität würde es keine Menschen geben. Wir wären sonst ausgestorben. So wie der Titel es bereits suggeriert, liegt der Fokus nicht einzig und allein auf dem sexuellen Akt. Das Gefühl spielt eine große Rolle, wenn es heißt „…es ist, als wärn sie eins dabei.“

Und wenn sie so zusammenfinden,
lässt sie den Penis ganz verschwinden
knapp unterm Bauch in ihrer Scheide.
Das ist sehr angenehm für beide.

Die Zeichnungen auf den Höhlenwänden zeigen die unterschiedlichsten Stellungen, in denen das Liebesspiel ausgelebt werden kann. So kommt es, dass die Steinzeitfrau irgendwann mit einem kugelrunden Bauch auf der Wiese steht und nach einigen Monaten auch ein Kind zur Welt bringt, während der Mann vor lauter „Unwohlsein“ ihr den Rücken zudreht. Die Komik der Szene zaubert auch Erwachsenen ein Schmunzeln ins Gesicht. Nun sind die beiden eine Familie und schauen beglückt auf den neuen Erdenbürger. Auf der letzten Doppelseite wechselt der Zeichenstil von den vereinfachten und leicht abstrakten Strichen zu recht realistischen Bildern der Neuzeit. Wir sehen eine frischgebackene Familie mit einem Säugling in den Händen und müssen feststellen, dass sich diesbezüglich seit der Steinzeit wenig verändert hat.

Spannend ist die Ergänzung, dass womöglich ein Folgeband geplant ist, in dem thematisiert wird, dass sich natürlich auch zwei Frauen und zwei Männer lieben können.

Wie die sich lieben,
das sei ein andermal beschrieben…

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Fazit

Für erste Fragen der Kinder rund um Sexualität und Nachwuchs bestens geeignet!

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Lerntheke „Glück“ | Herr Glück und Frau Unglück

Das Thema Glück wird an einigen Schulen sogar als Schulfach unterrichtet. Die Bedeutung der Persönlichkeitsentwicklung darf im schulischen Kontext nicht unterschätzt werden. Diese kann durch Vermittlung einer positiven Haltung und Einstellungen in regelmäßigen Abständen gestärkt werden. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, vor allem in pandemischen Zeiten, seelisches, körperliches und aber auch soziales Wohlbefinden zu erlangen. Lernziele wie zukunftsorientierte Zuversicht und Selbstverantwortung sind tragende Säulen, um Kinder erleben zu lassen, wie wohltuend es ist, sich den Herausforderungen des Lebens klug, mutig und positiv gestimmt zu stellen.

Dieses Lernthekenangebot dreht sich rund um das Thema „Glück“ und wurde für den Deutschunterricht einer 2. Klasse konzipiert. Es umfasst Angebote rund um das Bilderbuch „Herr Glück und Frau Unglück„. Es empfiehlt sich, diese im Frühjahr einzusetzen. Das Thema „Blumen säen“, Regenwürmer, Bienen und Amseln können fächerübergreifend auch im Sachunterricht aufgegriffen werden.

Berücksichtigte fachbezogene Lerninhalte:

  • Wortarten (Nomen, Verben, Adjektive)
  • richtiges Abschreiben
  • bestimmte Artikel
  • Testsorten: Einladung und Einkaufszettel
  • Lesestraße
  • Redewendungen rund um Glück
  • passenden Schluss wählen | antizipieren
  • Selbsteinschätzungsbogen
  • Betontes Vorlesen in Partnerarbeit
  • Stabpuppenspiel erfinden
  • Quiz-Fragen zur Geschichte

Weitere Arbeitsblätter zum Bilderbuch, die vordergründig im Sachunterricht oder Ethikunterricht Verwendung finden können, finden sich unter dem folgenden Link.

Moritz Petz und Amélie Jackowski – Der Dachs hat heute Langeweile

Rezension

Da hängt der Dachs kopfüber auf dem Sessel und starrt an die Decke. Um ihn herum ist jegliches Spielzeug verteilt. Aber so wirklich Freude sich damit zu beschäftigen, hat der Dachs nicht. Langeweile auszuhalten, ist eine Herausforderung.

Dem Dachs fällt heute die Decke auf den Kopf. Er probiert es mit seiner Lieblingsbeschäftigung und holt die Malutensilien heraus. Doch auch das bereitet ihm keine Freude. Als der Fuchs vor seiner Tür steht, beschließen sie eine Höhle zu bauen. Aber spannend ist das heute für die beiden nicht. Jeder Gast bringt seine eigene Idee gegen Langeweile mit, doch puzzeln, Karten spielen und sogar singen bereiten ihnen keine Freude.

Lediglich als die Maus mit einer Augenklappe auftaucht, entfacht die Fantasie der Tiere. Es sprüht nur so vor Kreativität und Einfallsreichtum. Alle machen sich an die Arbeit. Das wilde Piratenabenteuer darf beginnen!

Und die Langeweile …
die kann sich woanders langweilen.

Langeweile ist der beste Motor für Kreativität. Diese wertvolle Erfahrung auch dieses Gefühl des angeblichen Nichts-tun-wollens mal auszuhalten und durchzuleben sind wichtig. Das damit verbundene ungestörte Schwelgen in seiner Gedankenwelt sind für Kinder wertvolle und gewinnbringende Erfahrungen. Die Schaffenskraft wird früher oder später erwachsen. Das Füllen der ungeplanten Zeit und die damit verbundene Entschleunigung, ganz ohne Spielvorschläge seitens der Erwachsenen und Terminvorgaben, kann von den Kindern gelernt werden, wenn man ihnen die Chance und die Gelegenheit gibt.

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Fazit

Langeweile durchleben und das Entfachen der Kreativität als Gefühlsbausteine im kindlichen Alltag

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Im Schneeflockental | Lesekartei und Begleitheft | Leseplopper

Die POP-ITs sind weiterhin ein Anziehungsmagnet in den Klassenräumen und haben sich mittlerweile fest als Freiarbeitsmaterial etabliert. Die Schülerinnen und Schüler greifen gerne zu diesen bunten Ploppern und lesen und ploppen fröhlich vor sich hin. Zu den bisherigen Lesepolopper-Paketen rund um die Themen „Im Ameisenland„, „Halloween“ und „Pilze in Aufruhr„, gesellt sich nun eine Lesekartei zum Thema „Im Schneeflockental„.

Die Leseplopper-Kartei wurde um eine gewöhnliche Kartei erweitert, sollten nicht ausreichend POP-ITs im Klassenraum vorhanden sein oder diese erst gar nicht genutzt werden. Um zum Gelesenen Schreibanlässe zu schaffen, wurde ein 8-seitiges Begleitheft zur Geschichte entworfen. Hier wird gezielter auf den Inhalt der Geschichte eingegangen und motiviert zur vertiefenden Auseinandersetzung mit dem Thema.

Zu den eigentlichen Lesetexten, finden sich auf der Rückseite Aussagen, die von den Schülerinnen und Schülern nach „wahr“ oder „falsch“ einsortiert werden. Mithilfe des Lösungswortes ist eine Selbstkontrolle möglich. Das Material eignet sich sehr gut als „didaktische Reserve“, Freiarbeitsmaterial, Zusatzaufgabe im Wochenplan oder als Lernangebot im Deutsch-Förderunterricht. Thematisch dreht es sich um „soziales Lernen“ und „gute Taten“.

Zum Inhalt:

Das Schneeflockental ist ein magischer Ort, an den Kinder geladen werden, die sich großzügig durch ihre guten Taten ausgezeichnet haben. Da hier Zeit kostbar ist, genießen die Kinder ihre Stunden im Winterwunderland ausgiebig…denn schon bald rieselt es Sternenstaub…

Glücksgefühle | Flipbook | Glück in dir

In diesem Klappbuch, auch Flipbook genannt, geht es um Achtsamkeit dem individuellen Glücksempfinden gegenüber. Es sensibilisiert für den Wert eigener Gedanken und Taten und fördert das Bewusstsein für die eigene, innere und vor allem wohlwollende Einstellung.

Das Unterrichtsmaterial kann in Kombination mit dem Bilderbuch „Das Glück in dir“ von Kobi Yamada eingesetzt werden oder auch ganz unabhängig davon Verwendung finden. An manchen Schulen finden Glück-AGs, Glücksunterricht oder kleine Themenneinheiten im Ethikunterricht statt. Die Botschaft ist universell. Zur Persönlichkeitsentwicklung gehört es auch dazu, im Körper Signale des Glücks wahrzunehmen, einzuordnen was einen glücklich macht und sich bewusst zu werden, dass „Bemühen der Weg“ sein kann. Laut dem Motto:

Wie du eine Sache machst, machst du alles.
Und alles , was du machst, ist es wert, gut gemacht zu werden.

aus: Kobi Yamada „Das Glück in dir“ (2021)

Die einzelnen Aufgaben legen den Fokus auf die Stärkung des Selbstkonzepts. Die eigenen Gedanken, Sorgen oder Unsicherheiten beeinflussen unser Handeln. Daher muss man den Verstand klug füttern und sich selbst positiv bestärken. Die letzten beiden Seite legen den Fokus auf die Umsetzung der zurvor gewonnenen Erkenntnisse. So wie die Glücksente im Bilderbuch ihr Glas öffnet und ihren Beitrag zu „Wunder Welt“ leistet, dürfen die Schülerinnen und Schüler sich überlegen, was sie im Alltag verbessern möchten, um sich und die anderen ein Stückchen glücklicher zu machen. Seid großzügig mit guten Taten und Worten!

Wer Gutes tut, dem soll Gutes widerfahren.

Kobi Yamada und Charles Santoso – Das Glück in dir

Rezension

Es ist dein Leben. Es ist deine Zeit.

Warte nicht darauf, dass die Dinge einfacher, leichter
oder besser werden. Das Leben wird immer kompliziert sein.
Lerne, jetzt glücklich zu sein. Und sei dir bewusst,
egal welche Zeit oder welcher Tag es gerade ist, jetzt ist immer.

Kobi Yamada schafft es als Schöpfer von lebensnahen Lektionen, genau die richtigen Worte und Beispiele zu finden, um zuversichtlich im Jetzt zu leben. Das Bedürfnis nach Glück wohnt jedem Menschen inne. Es ist die Hoffnung, die uns antreibt, das Vertrauen, das sich alles wieder passend fügt, das Empfinden von Reichtum im Dasein. Auch in schwierigen Momenten, die von Zweifel belegt sind, sei dir bewusst, dass du selbst deine Gedanken fütterst.

Kommen Zweifel auf, liebe mehr.

Das kleine, zarte Entlein stellt sich mutig und offen den Herausforderungen des Lebens. Die expressiven Szenen evozieren ein Gefühl für unsere manchmal schwankende Welt. Der Protagonist schafft es trotzdem auf lustvolle Weise im Chaos zu navigieren. Bemühen ist ein Weg etwas zu erreichen und Fortschritte zu machen. Die großen Hürden sind oft wir selbst. Mach den größtmöglichen Schritt und dann von dort, geh einen weiteren Schritt. Der Kreis des Lebens wird sich schließen. Idealerweise fügst du etwas zum Wunder Welt hinzu.

Du kannst schaffen, wofür du bereit bist.

Dieses Bilderbuch mit hauchzarten und pointierten Illustrationen in der Schlüsselfarbe Grau, mit einzelnen Akzenten vom lichtspendenden Gelb zeigt, dass die Welt eben nicht Schwarz oder Weiß ist. Dazwischen ist noch so viel mehr. Das Glück steckt in den kleinen Dingen. Mit unseren Gedanken haben wir einen großen Einfluss darauf, was wir fühlen und wie wir die Umstände wahrnehmen und bewerten. Die Lebensweisheiten sollte man sich daher viel öfter in Erinnerung rufen.

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Fazit

Inspirierendes und hoffnungspendendes Bilderbuch zum Verschenken zum Neuen Jahr, in einschneidenden Lebensphasen, zum Schulabschluss, zum Ruhestand oder einfach mal so…ganz ohne besonderen Anlass!

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Frida Schanz und Pauli Ebner – Wie unsere Märchen weitergehen

Rezension

Schon beim Betrachten des Buchcovers übermannt einen die nostalgische Note der Illustrationen. In kleinlich ausgearbeiteten Pinselstrichen werden die bekannten Märchenfiguren aus einer erdigen Farbpalette ins Leben gerufen. Es ist auch beim Betrachten und Lesen ein Sprung in die Vergangenheit. Da sowohl die Autorin als auch die Illustratorin seit mehr als 70 Jahren nicht mehr unter uns weilen, ist diese Lücke bildlich und sprachlich spürbar.

Anders als erwartet werden in diesem Bilderbuch nicht die einzelnen Märchen weitergeschrieben. Die bekannten Märchenfiguren treffen stattdessen in einer Geschichte aufeinander. Frida Schanz bietet eine inhaltliche Plattform für Begegnungen und spinnt mögliche Szenarien weiter, ohne aus den Augen zu verlieren, woher die Figuren kommen. Das Tor zum Märchenland wird mithilfe eines Zauberrings geöffnet. Die sieben Zwerge musizieren nun im Schloss und stehen abends Wache. Auf dem Jahrmarkt trifft man auf Froschkönig, Rotkäppchen und ihren Gemahl, den Jäger. Im Ratskeller erzählen Hänsel und Gretel von ihrer Selbstständigkeit mit dem Pfefferkuchenhandel. Und so hört man nicht auf zu staunen und merkt schnell, dass der typische Schlusssatz „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ frei nach der eigenen Fantasie von jedem weitergesponnen werden kann.

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Fazit

Das Ende kann manchmal auch ein Anfang sein.

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Bernhard Oberdieck – Die allerschönsten Märchen der Brüder Grimm

Rezension

Märchenbücher gibt es in großer Fülle auf dem Markt. Die Klassiker von Gebrüder Grimm gibt es in gekürzter Version für Leseanfänger oder in ausgeschmückter und ausführlicher Form für Märchenliebhaber. Die Illustrationen von Bernhard Oberdieck haben einen klassischen Charakter und regen die Fantasie an.

Märchen wie Hänsel und Gretel, Dornröschen und Schneewittchen, der gestiefelte Kater oder Rotkäppchen lassen sich so immer wieder neu entdecken. Die leicht gruselige und teils auch grausame Charakteristik von Märchen schimmert auch in den Bildern durch, wenn das Knusperhäuschen überladen mit den schmackhaftesten Süßigkeiten im dunklen Wald steht und den Leser bereits erahnen lässt, dass der Schein durchaus trügen kann.

Auf jeder Doppelseite finden sich begleitende, farbige und teils großformatige Bilder, die den Verstehensprozess unterstützen. Insgesamt 13 Märchen verteilen sich auf 125 Seiten. Damit ist die Länge der Märchenerzählungen zwischen mittel und lang einzustufen. Besonders gut an dem Text gefällt mir, dass die typischen Zitate aus Märchen berücksichtigt wurden. Es gehört durchaus als Kulturgut zur Allgemeinbildung, die Märchensprüche richtig vervollständigen und dem jeweiligen Märchen zuordnen zu können. Somit kann angeraten werden, Märchen verschiedener Ausgaben zu lesen und zu vergleichen. Hier wird jeder individuell seine Favoriten für sich küren können.

Der Wind, der Wind,
das himmlische …?

Kind!

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Fazit

Leicht düstere Illustrationen, die ihren ganz eigenen Zauber innehaben.

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Rachel Ip und Laura Hughes – Das vergesse ich nie

Rezension

Momente voller Glück, die aus ihrem Kopf verschwunden waren.“

Das Gedächtnis hat eine bewahrende und schützende Funktion. Dazu gehört auch, dass manche Erlebnisse, die vor allem schmerzhaften Charakter haben, mit einer schwindenden Intensität einhergehen. Demenz als Krankheit ist der Verlust des Zugangs zu „Erinnerungstüren“ im Gehirn, mit Informationen die für den Alltag wichtig und überlebensnotwendig sind.

„Dich vergesse ich nie“ malt einen kindlichen Zugang zu der Thematik und lässt alles in lebendigen Farben und Pinselstrichen erstrahlen. Im Laufe des Lebens ist die Existenz von tausenden Eindrücken geprägt und so macht sich die Enkelin mit ihrer Großmutter auf den Weg in das „Zuhause der Erinnerungen“. Dies ist ein Ort, an dem man alles wiederfinden kann, was irgendwann verlegt wurde. Und so blickt die Großmutter auf ihr Leben zurück und genießt in einfarbigen Flashbacks die schönsten Momente ihres Lebens. Wie zarte Schmetterlinge flattern diese wertvollen Lebensabschnitte umher. Diese Doppelseite erfüllt einen mit einer gewissen Trauer, da man sich der Endlichkeit seiner Existenz bewusst wird und gleichzeitig aber auch mit Dankbarkeit, dass bestimmte Momente erlebt werden durften … auch wenn man sich nicht immer und dauernd daran erinnert.

Das Bilderbuch endet mit einigen Ratschlägen, was man beim Umgang mit Menschen, die unter Demenz leiden, beachten sollte und motiviert dazu ein Erinnerungsbuch zu führen. Gemeinsame, wertvolle Momente schaffen, sollten alle Menschen beherzigen, unabhängig vom Alter oder Krankheit. Eine schöne Botschaft!

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Fazit

Erinnerungswürdige Momente schaffen – immer und immer wieder!

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