Mathematik begegnet Kindern überall im Alltag – und trotzdem gibt es meiner Meinung nach viel zu wenige Kinderbücher, die mathematische Inhalte spielerisch und kindgerecht aufgreifen. Die Bücher rund um „Die kleine Eins“ von Felix Walk gehören für mich als Grundschullehrerin deshalb unbedingt zu den Empfehlungen. Auch der Band „Die kleine Eins und das Mengenkrokodil“ schafft es, einen mathematischen Lerninhalt in eine liebevolle Geschichte einzubetten.
In diesem Band dreht sich alles um die Zeichen größer als, kleiner als und gleich. Die Zahlen möchten gemeinsam eine Terrasse bauen und benötigen dafür Pflastersteine. Jede Zahl trägt genau so viele Steine, wie es seiner Zahl entspricht. Dadurch werden die abstrakten Zahlen ganz selbstverständlich mit konkreten Mengen verknüpft. Doch dann taucht plötzlich das Mengenkrokodil auf. Es hat großen Hunger und schnappt sich natürlich immer die größere der beiden gegenüberliegenden Mengen. Besonders schön finde ich, dass das Krokodil seine Entscheidungen mit kleinen Sprüchen und Reimen begleitet. Solche wiederkehrenden sprachlichen Elemente bleiben Kindern erfahrungsgemäß schnell im Gedächtnis und machen einfach Spaß.
Die Zahlen lassen sich davon jedoch nicht unterkriegen: Sie verstauen ihre Pflastersteine und machen sich auf den Weg zum Zahlenmeister, um sich Rat zu holen. Dafür müssen sie durch den Zahlenwald, wo ihnen unter anderem geometrische Figuren begegnen. So werden neben dem eigentlichen Schwerpunkt ganz nebenbei weitere mathematische Inhalte aufgegriffen.
Aus pädagogischer Sicht gefällt mir besonders, dass Mengen, Zahlen und Vergleichszeichen nicht isoliert voneinander betrachtet werden. Die Kinder sehen eine Zahl, die dazugehörige Menge und schließlich das passende Zeichen. Das Mengenkrokodil bietet dabei eine sehr anschauliche Eselsbrücke: Sein Maul öffnet sich immer zur größeren Menge. Gerade bei der Einführung von <, > und = kann die Geschichte deshalb wunderbar als Ausgangspunkt für den Mathematikunterricht genutzt werden.
Die Illustrationen und die sympathischen Zahlen machen das Buch zusätzlich sehr ansprechend. Die Geschichte bietet außerdem zahlreiche Möglichkeiten, sie im Unterricht praktisch aufzugreifen – beispielsweise indem Mengen mit Plättchen nachgelegt, Zahlen gegenübergestellt oder die Situationen aus dem Buch mit einem eigenen Mengenkrokodil nachgespielt werden.
Für mich ist „Die kleine Eins und das Mengenkrokodil“ eine klare Empfehlung für die Grundschule. Das Buch zeigt sehr schön, dass mathematische Inhalte nicht trocken vermittelt werden müssen. Eine Geschichte, die Kinder unterhält und gleichzeitig ein erstes Verständnis für Mengenvergleiche und die Zeichen <, > und = aufbaut – genau solche Mathematikbücher für Kinder dürfte es gerne noch viel häufiger geben.

























