Rachel Rooney und Zehra Hicks – Geh weg, du Problem!

Rezension

Probleme sind große und kleine Monster, ganz komische Wesen, die in ihrer veränderten Gestalt immer wieder auftauchen. manche sind wahnsinnig klebrig, andere knifflig, schwer und gemein. Sie tauchen manchmal plötzlich, manchmal schleichend auf.

Es gibt mehrere Möglichkeiten und Wege mit ihnen umzugehen. Wenn man einem Problem begegnet, bleibt man locker und ruhig. Man nimmt sich Zeit und nennt es beim Namen. Dabei gibt es harmlose Probleme, die schnell wieder von alleine verschwinden, sogar einfach über Nacht. Andere muss man lösen, bevor sie sich verbünden und noch größer werden.

Drum trau dich! Trau dich!
Du bist nicht allein. (…)

… sag ein Wort.
Du fühlst dich gleich besser.

Wie wunderbar, dass in einem Bilderbuch auch dieses recht komplexe Thema angegangen wird. Natürlich kennen auch Kinder Probleme und Schwierigkeiten. Der Umgang damit erfolgt intuitiv und manchmal gar nicht, weil das entsprechende Werkzeug dafür fehlt. Hier werden Probleme etwas greifbarer, indem sie ein Gesicht erhalten und mit Beispielen gestützt werden. Kindgerechte Probleme können sein, dass man ein bestimmtes vorgesetztes Gericht nicht mag, sich beim Spielen um ein Spielzeug streitet, Angst vor Höhe auf einer Rutsche hat oder von anderen gehänselt wird.

Die vorerst einfachste Strategie ist zunächst abzuwarten, ob das Problem wiederkehrt. Wie in dieser Geschichte gezeigt, ist es im wahren Leben tatsächlich so, dass vieles sich ohne unser Zutun von alleine erledigt. Doch sobald es einen länger beschäftigt und das Problem schwerer und größer wird, muss man handeln. Die Lösung, die hier gezeigt wird, es sehr lobenswert und erfordert auch Mut, denn es heißt „Mit anderen ins Gespräch gehen“. Gesprächspartner können Freunde oder Erwachsene sein und sobald man es losgeworden ist, fühlt man sich bereits leichter, sodass darauf aufbauend gemeinsam weiter überlegt werden kann, wenn sich das Problem nicht hier schon wieder aufgelöst hat.

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Fazit

Achtsamkeit sich selbst gegenüber lernen und vorbeugend agieren

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Lisen Adbåge – Die Bestimmer

Rezension

Auf dem Schulhof gibt es zwei Gruppen Kinder. Die einen sind diejenigen, die bestimmen und die anderen dürfen mitmachen oder eben auch nicht. Die Bestimmer reißen die Macht an sich, Entscheidungen zu treffen, während die anderen sich fügen müssen, um nicht ausgeschlossen zu werden.

Wenn die Bestimmer auf die Schaukel möchten, scheuchen sie die anderen weg. Sie folgen den anderen zum Klettergerüst und befehlen auch dort, dass sie Platz machen und verschwinden. Die Hütten aus Zweigen zerstören sie, einfach um eigene zu bauen und natürlich dürfen bei diesem Unternehmen die anderen nicht mitmachen.

Auf dem Fußballplatz merken die Bestimmer, dass sie für zwei Mannschaften zu wenige sind und bestimmen doch gleich, dass die anderen mitmachen sollen. Doch die anderen schauen sich bloß an und sagen: „Nein!“.

Auch schon im Kindesalter ist das Thema „Macht“ und das Sagen haben sehr aktuell. Manche Kinder möchten Entscheidungen treffen und erwarten, dass die anderen sich fügen und zurückstecken. Im Klassenrat ist es bei uns immer wieder Thema, wenn sich die anderen über das „Chef-sein-wollen“ der Bestimmer beschweren. Dieses Bilderbuch zeigt sehr deutlich, dass dieses Verhalten sich irgendwann rächt. Gemeinschaft bedeutet immer aufeinander Rücksicht zu nehmen, sich abzuwechseln und Rollen zu tauschen. Das Blatt kann sich nämlich ganz schnell wenden, wenn man den Kindern beibringt bei Ungerechtigkeit „Nein!“ zu sagen und dieses Bilderbuch macht es gekonnt vor! Soziales Lernen kann man nicht früh genug anbahnen.

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Fazit

Kinder im Selbstkonzept stärken und das „Nein-Sagen“ üben.

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Gerda Muller – Was wächst denn da?: Ein Jahr in Opas Garten

Rezension

Sophie lebt in der Stadt und kennt Gemüse nur aus dem Supermarkt. In den Ferien besucht sie ihre Großeltern auf dem Land und erlebt, was es heißt ein Gärtner zu sein, Gemüse anzupflanzen, zu pflegen und schließlich ernten zu dürfen.

Es beginnt mit der Werkzeugkunde, bei der sie lernt wie ein Rechen aussieht und wozu es gebraucht wird. Schließlich muss der Boden vor dem Aussäen vorbereiten werden. Auch Schädlinge sind Thema und wie man ihnen entgegen wirken kann. Die Informationen schwingen immer in der generationenübergreifenden, herzerwärmenden Beziehung zwischen Enkelin und Opa und deren gemeinsamen Erlebnissen.

Dieses Bilderbuch ist ein Schatz, gespickt mit wertvollem Wissen rund um den Garten. Kinder lernen Fachbegriffe, wie z.B. „Setzlinge“, „mulchen“ oder „Dolde“, erweitern somit ihren Wortschatz und sammeln immer mehr Fachwissen-Informationen. Diese Tipps und Tricks nimmt Sophie mit in die Stadt und legt auf dem Balkon einen kleinen Gemüsegarten an. Schon bald bekommt sie von Freunden Besuch und dann sitzen sie dort auf dem letzten Bild und naschen genüsslich selbst angepflanzte Kirschtomaten.

Die Illustrationen sind liebevoll detailgetreu, zeigen viele Querschnitte und gewähren Einblicke in meist verborgene Bereiche. Die Geschichte ist recht umfangreich und eher für Kinder ab 7 Jahren geeignet. Lobenswert sei erwähnt, dass die kalten Jahreszeiten ebenfalls aufgenommen werden, um zu zeigen, dass die Natur dort nicht still steht, sondern auch Pflege und Vorbereitung benötigt. Der Kreislauf in Opas Garten ist nicht ausschließlich auf das Aussäen und die Ernte gerichtet.

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Fazit

Die Liebe zur Natur und Umwelt fördern.

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Oscar Wilde/Mecki & Wilfried Claus – Der selbstsüchtige Riese

Rezension

Die Puppenmacherin Mecki Claus nutzte die Ausgangsbeschränkungen während der Corona-Zeit und setzte das Märchen von Oscar Wilde rund um den selbstsüchtigen Riesen kreativ in Szene. Es entstand ein wunderbar belichtetes Fotobilderbuch, das auf 14 Kamishibai-Karten in DIN-A3-Größe zeigt, dass jeder Mensch sich ändern kann, wenn er es denn möchte.

Der Riese baut eine Mauer rund um seinen Garten, damit die Nachbarskinder dort nicht mehr spielen können. Diese Ausgrenzung mit eigennützlichen Absichten, ja sogar Intoleranz wird prompt bestraft, denn die warmen Jahreszeiten bleiben im Garten des Riesen fortan aus. Diese Vorstellung, dass Kinder sich nicht frei bewegen dürfen und das gemeinsame Spielen eingeschränkt wird, könnte gar nicht aktueller sein. Jedes Kind wird sich momentan mit der dargestellten Situation identifizieren können.

Diese Geschichte ist ein wunderbarer Aufhänger, um mit den Kindern über ihre individuellen Erfahrungen während des Lockdowns ins Gespräch zu kommen. Schließlich gelten für alle auch in der Schule und in der Kita neue Regeln bezüglich des Abstands. So wie die Jahreszeiten dahinziehen, sich die Natur verändert und der Riese neue Erkenntnisse und Lehren für sich zieht, so macht die Geschichte auch Mut, dass es sich doch noch alles zum Guten wendet.

Die ganze Kulisse ist mit so viel Liebe erschaffen, dass man als Betrachter ewig bei den einzelnen Darstellungen verweilen könnte. Es entsteht der Eindruck man würde wahrhaftig im Puppentheater sitzen und sich das Märchen zu Gemüte führen, mit dem Vorteil, dass man die Dauer des Genusses beeinflussen kann. Auf der Rückseite der einzelnen Karten ist der Text in vier Sprachen (Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch) abgedruckt. Was mich begeistert ist, dass der jeweilige Text auf der zuvor gezeigten Karte steht. Wenn also Karte Nr. 2 im Kamishibai gezeigt wird, liest die Erzieherin oder die Lehrerin den Text von der Karte Nr. 1 vor. Auch wenn ich persönlich eher zum freien Erzählen rate und den Text lediglich als Hilfe und Stütze nutzen würde. Die Umsetzung in Form von Puppentheaterfiguren von dem Ehepaar Mecki & Wilfried Claus ist auch in Buchform erhältlich.

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Fazit

Ein klassisches Märchen in einer zauberhaften Darstellung, mit einer mehr als aktuellen Botschaft.

Unterrichtsmaterial zum Bilderbuch „Vielleicht“ von Kobi Yamada

 

Das Bilderbuch „Vielleicht: Eine Geschichte über die unendlich vielen Begabungen in jedem von uns“ greift elementare Lebensfragen auf, mit denen sich Kinder auch schon in der Grundschule konfrontiert sehen. Vor allem zum Ende der Grundschulzeit, mit dem anstehenden Übergang an die weiterführende Schule, stellen sich die SuS die Frage, was wohl so im Leben kommen mag


Einige dieser Gedankensplitter könnten sein:

Was kann ich und wofür bin ich gut?
Werde ich gemocht, auch wenn ich nicht alles kann?
Schaffe ich es, den Erwartungen der anderen gerecht zu werden?
Bin ich gut genug für das Gymnasium?
Was will ich werden, wenn ich groß bin?
Habe ich Talente und Begabungen?
Werde ich ein glückliches Leben führen?

In diesem Unterrichtsvorhaben geht es darum, eine vertrauensvolle Zuversicht in das eigene Können zu gewinnen und zu erkennen, dass man oft mehr wert ist als man auch vielleicht zeigen kann. Das Materialpaket ist auf der Plattform Lehrermarktplatz, unter der ID 186023, zu finden.

 

Bettina Obrecht und Julie Völk – Dann gehe ich jetzt, sagte die Zeit

Rezension

„Ich mag den Fluss“, sagte sie versonnen.
„Er ist wie ich. Immer geht er weg und immer ist er da.

Die Zeit – auf dem Buchtitel lediglich als wehender Rest einer ungreifbaren Dimension dargestellt, die allgegenwärtig und doch so schnell vergänglich ist. Wenn man im Alltag etwas innehält und bewusst die Zeit genießt, verweilt sie etwas länger. Doch der rote Fuß, stets in Bewegung, zeigt, dass sie unaufhaltsam ist, genauso wie der Fluss – symbolhaft für den Fluss des Lebens, eben ein Wettrennen, das nur die Zeit gewinnen kann.

Ein poetisches Buch mit vielen philosophischen Gedanken, verpackt in zarte Buntstiftstriche, die den Leser in pastellfarbigen Illustrationen durch die Geschichte tragen. Die Zeit ist Laras Freund. Anders als ihre Familienmitglieder, versucht sie nicht die Zeit zu vertreiben oder sie gar totzuschlagen. Auf der Suche nach der verschollenen Zeit, erlebt sie, dass Menschen sie kaum zu haben scheinen, sie eilen unaufhörlich und behaupten, dass Zeit Geld sei.

Die Zeit verweilt gerne im Park, weil Menschen dort im Moment leben, genießen und so wie Lara den Blick für die kleinen und lebenswerten Dinge haben. Diese Verbildlichung der Zeit von Julie Völk ist einfach herausragend. Die Botschaft von Bettina Obrecht macht das Buch zu einem Herzensbuch, nicht zuletzt wegen dem Sprachspiel mit den Begrifflichkeiten rund um die Zeit, die sich in unserem Sprachgebrauch, teils absurderweise, verfestigt haben.

Jeder hat Zeit, sie ist allgegenwärtig. Lediglich die Prioritäten muss man sich anders legen, denn sie rennt für jeden unaufhörlich. Zwischendurch innen halten und genießen – das müsste sich jeder wert sein!

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Fazit

Ein Herzensbuch des Jahres mit einer klaren Kaufempfehlung!

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Bilderbücher – Einschulung | Schulstart | Schuleintritt | Schulanfang

Neben zwei echten Evergreens, die ich seit Jahren regelmäßig in den ersten Schulwochen einsetze, gesellte sich vor einigen Jahren das Bilderbuch Wir sind klasse! von Daniela Kulot dazu. Am Einschulungstag versammle ich die Kinder im Kinositz vor der Tafel und lese ihnen einige ausgesuchte Seiten vor. In diesem ABC zum Schulanfang finden sich 26 Kurzgeschichten zu jedem Buchstaben im Alphabet. Sie erzählen allesamt in einem lockeren Erzählstil von  authentischen und wirklichkeitsgetreue Situationen. Es ist auch denkbar das Bilderbuch bereits vor der Einschulung im häuslichen Rahmen mit dem Kind zu lesen. Jegliche Szenarien, die eventuell im Kopf der Kinder umherspucken, erscheinen dann doch gar nicht so schlimm und nehmen Eltern und Kindern viel von der Aufregung.

Bei F wie Finja kommt die ganze Familie mit, während bei Anton nur Mama dabei ist und bei Betti nur Papa. Denn schließelich sind Familien auch unterschiedlich. Beim Buchstaben L wie Lilli erfahren wir, dass sie Linkshänderin ist, genauso wie viele weltbekannte Künstler. Nasrin ist dagegen wahnsinnig nervös, denn in der Schule sind so viele Kinder, die sie nicht kennt. Aber zum Glück ist ihr die Lehrerin schon einmal bekannt und sie ist ziemlich nett. An viele Buchstaben lässt sich ein Klassengespräch anschließen, um mehr über die Kinder zu erfahren und die Stimmung etwas aufzulockern. Es bietet sich an, den zuletzt vorgetragenen Buchstaben als Anlass zu nehmen, um die erste Nachspurübungen einzuführen. Schließlich wollen Kinder so schnell wie möglich und auch schon am ersten Schultag mit dem Lesen- und Schreibenlernen beginnen.

Wenn ein Löwe in die Schule geht handelt von allerlei “Sachen”, ob Hexe, Floh, Rasenmäher, Schnittlauch oder Gespenst. Sie alle gehen zur Schule und lernen alles, was sie für ihr Leben benötigen. Der Löwe muss natürlich brüllen können, der Floh hoch springen und beißen, die Hexe auf Besen reiten und zaubern. Was könnte ein Kind in der Schule lernen? Wundervolle Illustrationen, vereint mit ausgefeilten Reimen und viel Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt, sind hier versammelt. Die immer wiederkehrende Struktur verleitet dazu, selbst kreativ zu werden und eigene Wesen, Gegenstände oder eben sich selbst in die Schule zu schicken. Die Präsentation ist immer wieder ein großer Spaß, bei der der Einfallsreichtum der Kinder ersichtlich wird.

Die Unterschiedlichkeit der Fertigkeiten und Fähigkeiten, die jedes Kind mit in die Schule bringt, ist ganz groß. Genau darum, geht es im Bilderbuch Wenn die Ziege schwimmen lernt. Es regt zur Akzeptanz jedes Einzelnen an und verdeutlicht, dass die Stärken und Schwächen ganz verschieden verteilt sind. Wer es etwas lustiger und ereignisreicher mag, sollte sich das Bilderbuch Kater Kamillo kommt in die Schule genauer anschauen. Am Morgen des ersten Schultages ist Kater Kamillo sehr nervös und nutzt jede Straßenlaterne, um sich daran festzuhalten und das Ankommen in der Schule hinauszuzögern. Die Vermeidungsstrategie ist jedoch nicht von Erfolg gekrönt, denn gekonnt bugsiert seine Mutter ihn liebevoll in das Schulgebäude. Dieses Gefühl der Nervosität wird mit viel Witz und Humor dargestellt und zeigt, dass Aufregung nicht schlimm ist und oft einfach dazugehört.

Weitere Büchertipps zur Einschulung findet ihr im Beitrag TOP 5 – Schulstart.

In den ersten Tagen nach der Einschulung nutze ich gerne ein Übungsheftchen, um mir einen Eindruck über die Lernvoraussetzungen der Kinder zu verschaffen. Gerade im Anfangsunterricht der 1. Klasse ist es spannend zu beobachten, ob Kinder sich die Aufgabenstellung erschließen können, gleich anfangen zu arbeiten und sich grundsätzlich zurecht finden. Das Übungsheft zum Schlanfang kann gleich nach Schuleintritt als Differenzierungsangebot, Hausaufgabe, Diagnoseinstrument oder im Förder– und Forderunterricht eingesetzt werden.

Die Lehrkraft kann aus dem zahlreichen Angebot für ihre Lerngruppe entsprechend auswählen. Es wurden bewusst einige durchaus herausfordernde Aufgabenformate integriert, um möglichst frühzeitig auch Fordermöglichkeiten anbieten zu können. Das Material kann auf der Plattform Lehrermarktplatz unter der Material-ID 183101 heruntergeladen werden.

David Hockney und Martin Gayford – Die Welt der Bilder für Kinder

Rezension

Die Geschichte der Bilder beginnt in den Höhlen und endet heute, auf dem iPad.

Eine wunderbare Symbiose aus Künstlern und Kunstkritikern öffnet den jungen Lesern die Tür zur Betrachtung von Kunst.  Glücklicherweise wird Kunstgeschichte hier nicht trocken und nüchtern präsentiert, sondern in einem spannenden Dialog diskutiert. Ist Kunst nicht letztendlich genau das? Ein Austausch über Ansichten, die Weitergabe von individuellen Interpretationen als großen Schatz an unterschiedlichen Zugängen, die geprägt sind von unserer Brille an Gefühlen, Erinnerungen und Bedürfnissen.

Die Illustrationen von Rose Blake tragen das Konzept maßgeblich. Sie schafft es Figuren und Szenarien zu darzustellen, die für Kinder greifbar sind, mit denen sie sich verbunden fühlen und denen sie beim Galeriegang in der Zeitleiste durch die Kunst folgen. Es geht zunächst darum, warum Menschen begannen Kunst zu erschaffen. Bei den Höhlenmalereien gibt David Hockney als Leitfigur den Hinweis, dass damals der Mensch wohl sehr genau hinschauen musste, um so einen Bullen, den andere wiedererkennen sollten, auf die Höhlenwand zu zeichnen. Die Erklärungen sind stets leicht verständlich und so formuliert, dass Kinder im Grundschulalter etwas damit anfangen können.

Warum wurde dieses Bild geschaffen?
Was bedeutet es?
Was zeigt das Bild?

Die Herangehensweise an Betrachtung der Kunstwerke ist äußerst spannend. Es geht um die Problematik Dreidimensionalität der realen Welt auf einer flachen Ebene darzustellen und dass man Vorreiter braucht, wie z.B. Van Eyck, dem andere nacheifern konnten. Genau das ist die Entwicklung, nicht nur in der Kunst, denn Bilder beeinflussen andere Bilder. Im Kapitel „Zeichen setzen“ findet ein Austausch über den Einsatz der Kunstwerkzeuge statt und wann ein Zeichen interessant für das Auge erscheint. Umso schöner ist es, dass die Autoren die jungen Leser zum Erproben animieren.

Du kannst verschiedene Zeichen anschauen, die ein Künstler verwendet und dann etwas ausborgen – Zeichen mit einer Feder, mit Zeichenkohle, Bleistift, ebenso Striche mit Pinsel und Farbe. Und du erkennst noch besser, wenn du selbst zeichnen lernst und die Zeichen kopierst.

Und was macht ein gutes Bild oder ein erinnerungswürdiges Foto aus? Es bleibt im Gedächtnis und überdauert die Zeit.

Blick ins Buch

Fazit

Kindgerechter und gut verständlicher Zugang zur Kunst von einem der populärsten lebenden Künstler der Welt.

Alexandra Helmig und Stefanie Harjes – Der Stein und das Meer

Rezension

In einem Meer,
wo die Wellen hohe Purzelbäume schlagen.
An einem Strand,
wo der Wind mit den Sandkörnern spielt.

Mit diesen poetischen Zeilen beginnt und endet das Bilderbuch, das vom Leben und der Zeit erzählt. Ein grüner Stein, der auf den Namen Sören getauft wurde und somit personalisiert für den Menschen steht, liegt seit einer Ewigkeit auf einem hohen Felsen.

Dort beobachtet er die Vögel und die Wellen und fühlt sich vom wirklichen Leben ausgeschlossen, ganz und gar unberührt. Er träumt davon, ins Meer zu kommen. Er hat Glück. Irgendwann kommt das Meer zu ihm und reißt ihn mit in die wilden Fluten. Auf dem Grund des Meeres, wird er Jahr für Jahr geschliffen und jeden Tag verliert er ein Stückchen von sich. Er wird kleiner und kleiner und glatter und glatter. Irgendwann ist er von den Geschichten der Meeresbewohner müde und erkennt, dass der perfekte Ort sein Zuhause ist. Er hat erneut Glück.

Dieser Bilderbuchschatz schildert so poetisch, wie man es selten in Büchern findet, den Verlauf des Lebens. Der jugendliche Drang zur Entdeckung und die damit verbundenen Wünsche und Sehnsüchte, die Handlungen antreiben, ist stark zu spüren. Erfahrungen, die einen polieren und schleifen, gut und schlecht, die einen vielleicht auch glatt werden lassen, weil das Leben einen prägt. Und irgendwann, in aller Weisheit und getränkt mit dem Saft des Lebens, kommt die Zeit und der Wunsch zurückzukehren, zur Basis, zum Ursprungsort, nach Hause.

„Der Stein und das Meer“ ist vordergründig ein Buch für Erwachsene, weil die Botschaft so tiefgreifend ist. Es ermuntert zum selbstständigen Weiterdenken. Es ist nicht dafür gedacht, Erklärungen zu geben, sondern mehr Fragen als Antworten zu entdecken und gleichzeitig über die Relativität der Zeit und verschiedener Sichtweisen zu sinnieren, ohne beliebig zu werden. Das ist auch der Grund, warum mir die Illustrationen, die so eigen sind, außergewöhnlich gut gefallen. Sie öffnen die Tür zur Andersartigkeit, zum Hinterfragen, Bestaunen und Wundern. Sie wecken Reaktionen. Sie bewegen.

Blick ins Buch

Fazit

Auseinandersetzung mit elementaren Fragen des Lebens

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Herr Glück und Frau Unglück – Unterrichtsmaterial

Eines der wunderbarsten Bilderbücher auf dem deutschen Markt zum Thema Glück, ist zweifelsohne „Herr Glück & Frau Unglück“ von Antonie Schneider und Susanne Straßer. Herr Glück ist mit seiner positiven Lebenseinstellung so ansteckend, dass sogar Frau Unglück nach und nach beginnt die Farbvielfalt im Leben zu sehen.

Denn während Herr Glück stets von Kleeblättern, Marienkäfern, Hufeisen, Glücksschweinen und Sonnenstrahlen umgeben ist, hängen über der Hausnummer 13 von Frau Unglück schwere, dunkle Regenwolken. Im Garten ist kein Zeichen von Leben zu finden und die schwarze Katze symbolisiert eindeutig ihren Pessimismus. Der falsch angebrachte Hufeisen veranschaulicht deutlich ihre negative Weltsicht und Lebenseinstellung. Doch kann man Glück teilen und andere anstecken? Vielleicht sogar so aussäen wie Samen?

 

Die Thematik des Bilderbuchs fokussiert auf zwei sehr unterschiedliche Lebensansichten, gleich dem Motto: „Ist das Glas halb leer oder halb voll?“ Schließlich wird man als Leser anhand des Geschichtenverlaufs schnell erkennen können, dass jeder seines Glückes Schmied ist. Es liegt in der eigenen Hand wie man sein Leben gestaltet und die Begebenheiten sieht. Das ist eine sehr schöne Quintessenz, die nicht früh genug vermittelt werden kann.

Hierzu habe ich eine Auswahl an Arbeitsblättern für den Grundschulunterricht zusammengestellt, die auf Lehrermarktplatz.de heruntergeladen werden kann. Im Materialpaket sind 2-fach differenzierte Arbeitsblätter zum Thema Glück mit einem starken Bezug zum Bilderbuch zusammengetragen. Die meisten Arbeitsblätter sind im 2. und/oder 3. Schuljahr einsetzbar. Lösungsblätter für eine mögliche Selbstkontrolle wurden integriert, sodass hieraus auch eine Lerntheke gestaltet werden kann. Mehr Einblicke, gewährt das unten eingefügte Video. Lassen Sie Positives streuen!