Oliver Scherz und Barbara Scholz – Wir sind nachher wieder da, wir müssen kurz nach Afrika

Rezension

Eine Abenteuergeschichte, die Kinder von der ersten Sekunde an fesselt und gleich mitreißt. Untermalt mit fabelhaft lebendigen Illustrationen, scheint es ein Garant für großes Lesevergnügen zu sein. Das Geschwisterpaar Joscha und Marie werden mitten in der Nacht von einem Sturm wach. Am Fenster steht ein Riese, ein Elefant, der aus dem Zoo ausgebrochen ist, um sich auf den Weg in seine Heimat, nach Afrika zu machen. Dabei weiß er gar nicht, wo Afrika liegt, sodass die beiden Kinder beschließen ihn zu begleiten.

Unterwegs treffen sie sämtliche Tiere, freundliche und hilfsbereite, aber auch listige und durchtriebene wilde Tiere. Auf jeder Etappe durch die halbe Welt verändert sich die Landschaft und die Sehnsucht des Elefanten nach seiner wirklichen Familie steigt ins Unermessliche.

Dieses Buch eignet sich nicht nur als Vorlesebuch für Kinder ab 6 Jahren, sondern insbesondere für Jungen und Mädchen in der 3. oder 4. Klasse zum Selberlesen. Durch das Geschwisterpaar ist die geschlechtsspezifische Identifikation für alle Kinder gegeben. Hinzu kommt, dass es temporeich ist und viele inhaltliche Querschnitte aufweist, die vertieft aufgegriffen werden wollen. Zum einen werden hier bedeutende Werte wie „Familie“, „Hilfsbereitschaft und Solidarität“, „Heimat und Zugehörigkeit“, „Vertrauen und Verlässlichkeit“ thematisiert, zum anderen wird das Urteilsvermögen geschärft, wenn es darum geht sich die Tierhaltung in Zoos anzuschauen oder sich mit der Jagd nach Elfenbein und deren Auswirkungen zu beschäftigen. Außerdem lädt es ein, etwas über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen, die unterschiedlichen Schönheiten der Welt zu entdecken und das Träumen und Fantasieren niemals aufzugeben!

Blick ins Buch

Dieses Buch haben wir als Ganzschrift in einer dritten Klasse während einer Projektwoche gelesen. Die Schülerinnen und Schüler hatten große Freude mit Marie und Joscha. Falls jemand Interesse an dem Unterrichtsmaterial zur Klassenlektüre hat, folgt dem Link zum Lesetagebuch zu „Wir sind nachher wieder da, wür müssen kurz nach Afrika“.

Unterrichtsmaterial Ganzschrift Klassenlektüre
(Material-ID: 132231)

Fazit

Höre niemals auf zu träumen und Geschichten zu erfinden!

 

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Kobi Yamada – Vielleicht: Eine Geschichte über die unendlich vielen Begabungen in jedem von uns

Rezension

Trostspendende, aufbauende und mutmachende Worte sind in diesem Bilderbuch für große und kleine Identitätssuchende zu finden. Sehnsüchtig und verträumt schaut der geschlechtsneutrale Protagonist in den Himmel. Hier funkeln die Sterne, hier liegt die Zukunft, das Unbekannte, der Weg.

Auf die Erde stützend, mit einem Tierfreund im Rücken und einem persönlichen kleinen Rucksack, den wohl jeder von uns trägt, vollgepackt mit Erfahrungen, Erinnerungen, Bereicherungen und vielleicht auch Wunden. Das Seelenhaus ist niemals leer.

Kobi Yamada spricht den Leser von der ersten Seite an:

Hast du dich jemals gefragt, warum du hier bist?

Die darauffolgenden Seiten sind vielmehr Gedankenanstöße philosophischer Natur, die unabhängig voneinander gelesen werden können. Es geht um die Einzigartigkeiten jedes einzelnen Menschen, den Sinn des Lebens, die Gestaltung der Zukunft, den Mut neue Dinge auszuprobieren, dem Wind entgegen zu segeln, denn schließlich werden auf Reisen Entdeckungen gemacht. Dieses Bilderbuch spricht auch Stolpersteine an und stupst aber auch an, nicht stehen zu bleiben:

Manches wird dir Mühe bereiten, manches Sorgen, und es wird nicht immer einfach sein. Manchmal wird es sich richtig schwer anfühlen. Und du könntest sogar alles vermasseln. Du könntest hinfallen.

Was, wenn du erst an der Oberfläche kratzt? Von dem, was du machen und wer du sein kannst?

Es schwingt eigentlich etwas Schweres in diesem Buch. Die Bedeutsamkeit des Seins und das Sinnieren über Lebensqualität ist keine leichte Kost. Gestützt und beflügelt wird die Botschaft durch die außerordentlich gelungenen Illustrationen von Gabriella Barouch. Sie haben einen Zauber inne, getragen von unglaublich viel Leichtigkeit. So wie der Protagonist die Samen der Pusteblume wegpustet, werden auch die Beklemmungen, Ängste und Sorgen gelöst und es tritt das Gefühl von Befreiung und erlösendem Optimismus zu Tage.

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Fazit

Prädikat: wertvoll!

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Tanja Székessy – Mio war da!

Rezension

Das abenteuerlustige Stoffkuscheltier der Klasse 1d geht gerne auf Reisen – am liebsten besucht es die Kinder zu Hause. Mio ist ein Pinguin und ein fester Bestandteil der Klassengemeinschaft. Er darf bei jeder Familie einmal übernachten und bekommt so einen ehrlichen Einblick in die verschiedensten Familienkonstellationen, Tagesabläufe und Umgangsformen.

Bei jedem der vierzehn Kinder der Grundschulklasse sieht es anders aus. Bei Helene wird viel gesungen und gelacht. Auch die jüngere Schwester gesellt sich zum Spielen dazu. Julis Mutter lässt ihre Tochter Hausaufgaben machen, obwohl sie gar keine aufhatte. Je mehr die Mutter redet, desto schweigsamer wird das Kind.

Lustig war noch, dass Juli dann doch noch gesprochen hat, aber das war im Schlaf, also zählt das vielleicht nicht.

Marlon trainiert viel und boxt in seinem Zimmer. Seine Eltern hat Mio nie kennen gelernt. Bei Mayla geht es turbulent zu, denn die Großfamilie hält Einzug. Zwar wurde Mio im Schulranzen vergessen, aber er konnte trotzdem prima die richtig vielen Stimmen hören.

Die Berliner Autorin Tanja Székessy greift ein sehr intimes und sensibles Thema auf: Eine bisher in der Bücherlandschaft recht unberührte Thematik, obwohl das Konzept der reisenden Klassenmaskottchen häufig praktiziert wird. Das Klassentier ist ein unvoreingenommener Beobachter, der keine explizite Wertung abgibt. Er beobachtet, beschreibt und nimmt wahr.

Die dargestellten Situationen sind oft unbeschönigt, vielfältig und lassen den Betrachter oft staunend zurück. Erstaunlicherweise kommt man auch als Leser selten zum Bewerten, sondern fühlt Dankbarkeit, dass die Türen in die intime Privatsphäre geöffnet wurden. Jede Familie kämpft mit den unterschiedlichsten Begebenheiten. Mal sind die Eltern berufstätig und geben die Kindererziehung an Großeltern ab, mal sind sie besonders fordernd und verlangen den Kindern entsprechend viel ab oder überlassen sie sich selbst, aus welchen Gründen auch immer.

Nicht minder erwähnenswert sind die Illustrationen des Bilderbuchs. Die formatfüllenden Abbildungen auf der rechten Seite fangen die Stimmung außergewöhnlich gut ein. Das schattige Zimmer bei Hugo zeigt einen Jungen, der sich in Videospielen verliert. Neben ihm hängt ein Poster von „Darth Vader“. Im Hintergrund streiten sich die Eltern lautstark, sodass die unterschwellige Verknüpfung schnell einleuchtend erscheint.

Dieses Bilderbuch braucht Freiräume zum Austausch. Hier und da ist eine bestimmte „Schwere“ zu verzeichnen. Allerdings und dessen muss man sich bewusst sein, ist es für viele Kinder Realität. Ich bin mir sicher, dass viele Kinder sich in den Konstellationen hier und da wiedererkennen und sich persönlich angesprochen fühlen werden. Bei manchen ist es sicherlich auch eine Kombination.

 

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Fazit

Pädagogisch wertvoll!

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Dagmar Geisler – Was, wenn Eltern auseinandergehen?

Rezension

Es ist nicht so leicht, einen Anfang zu finden, um über diese Dinge zu reden.

Eine „Trennung“ oder „Scheidung“ kommt vor. Das tut allen Beteiligten weh und macht vielen Kindern Angst. Dagmar Geisler geht dieses Thema ganz behutsam an und pflanzt den inhaltlichen Samen in eine Kindergartengruppe, in der Marie den anderen Kindern erzählt, dass die Eltern ihrer Freundin sich scheiden lassen wollen. Es folgt ein spannender Austausch aus Kindersicht.

Auf der Metaebene wird zwischendurch erklärend eingestreut, dass die Liebe zwischen Mutter und Vater vergehen kann. Es wird glücklicherweise ein Unterschied zur Bindung zum Kind gemacht. Diese Art der Liebe bleibt für immer bestehen. Es wird kindgerecht der Weg bis zum schlussendlichen Auseinandergehen gezeigt.

Manchmal sitzen sie bloß da.

Manchmal weinen sie.

Manchmal streiten sie und manchmal fährt einer plötzlich weg…

Einige Kindergartenkinder werfen ein, dass deren Eltern sich auch streiten, was natürlich Angst schürt. Erfreulich ist, dass ein anderes Kind deutlich macht, dass Streit in Ordnung ist, solange sie sich vertragen. Für alle Beteiligten hilft in so einer Situation zu reden. Schließlich werden auch positive Entwicklungen aufgezeigt, die so eine Trennung mit sich bringen kann. Hier gibt es verschiedene Wege, sei es eine neue Familienkonstellation in einem Patchwork-Rahmen oder der nun wieder fröhliche Vater mit einer neuen Freundin.

Pädagogisch sinnvoll ist die Idee zum konkreten Umgang mit den Ängsten und Sorgen in Form eines „Wunschzettels“. Auch wenn die Wünsche womöglich gar nicht in Erfüllung gehen, sie sind zunächst raus und das alleine erleichtert schon ungemein. Hier wird eine Gesprächskultur forciert, die ermöglicht angstfrei und sachlich über das sensible Thema zu sprechen. Ein offener Umgang erleichtert auch Kindern die Verarbeitung und fängt sie in diesem neuen Lebensabschnitt auf.

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Fazit

Eine offene Gesprächskultur hilft, mit den Gefühlen zurecht zu kommen.

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Mark Janssen – Ich bin eine Insel

Rezension

Eine Insel des Halts, der Geborgenheit und des Schutzes wünscht sich wohl jeder Mensch. Die Meeresschildkröte bietet genau diese Attribute für zwei gestrandete Menschen im großen blauen Ozean. Auf ihrem Panzner verbringen sie etliche Monate und überstehen eine Zeit voller wilder Wellen und drohender Gefahren.

Sophie und ihr Vater warteten auf das, was kommen würde.

Mark Janseen erzählt auf kluge und einfühlsame Weise vom Leben und deren Höhen und Tiefen, wobei er an den richtigen Stellen Andeutungen und Leerstellen einsetzt. Es gibt Lebensphasen, da reicht es, die Zeit einfach auf einer sicheren Insel zu überdauern. Schöner und wahrer könnte man den Fluss des Lebens wohl kaum festhalten. Die großformatigen, farbenprächtigen Illustrationen strahlen eine Zuversicht und Geborgenheit aus, dass man auch beim Betrachten konzedieren kann: „Es wird gut ausgehen.“.

Und so kommt es, dass schwierige Lebensphasen irgendwann auch vergehen, sodass man weiterziehen kann. Dann bleibt einem nur, sich bei der „sicheren Insel“ zu bedanken für die geschenkte Kraft, den Mut und Schutz.

Blick ins Buch

 

Fazit

Ein Bilderbuch über das Beschützen und Haltgebung.

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Mary Hoffman und Ros Asquith – DU und ICH sind WIR

Rezension

„Das große Buch der Freundschaft“ heißt der Untertitel und zeigt auf pointierte und lehrreiche Weise alle möglichen Facetten der auf gegenseitiger Zuneigung beruhender Verhältnisse. Jede Doppelseite thematisiert ein Aspekt und steht für sich inhaltlich abgeschlossen.

Nach der Definition von einem Freund und dem Blick auf die unterschiedlichen Sichtweisen zur Freundschaft, geht es darum wie man Freunde findet, was „beste Freunde“ ausmacht und ob es möglich ist eine Gruppe von Freunden zu haben. Auch wenn es aus der Erwachsenensicht vielleicht banal sein kann, ist es sehr erfreulich, dass die Autorin hier wirklich sehr kleinschrittig vorgeht und Aspekte aus dem Bereich „Toleranz“ einfließen lässt. Es geht um das Teilen, Verschieden sein und Akzeptanz. Digitale Freunde finden hier ebenfalls ihren Platz, genauso wie Fantasiefreunde, Tierfreunde oder auch eine Freundschaft zu Dingen, z.B. in Form von Kuscheltieren.

Zur Freundschaft gehört es auch mal dazu sich zu verkrachen und dann wieder zu vertragen oder eben Freunde auch zu verlieren, sei es wegen Umzug oder weil man sich nach dem Schulwechsel aus den Augen verliert. Die Texte sind prägnant, kurz, integrieren öfter auch einfach nur Fragen, die zum Reflektieren anregen. Die Illustrationen zeigen unterschiedliche Szenen und verdeutlichen so die Bandbreite und die Vielfalt der menschlichen Verbindungen. Hier wird ein ein essenzieller Bezug im menschlichen Leben zur Gemeinschaft gekonnt skizziert. Wir brauchen sie und sie brauchen uns. Man darf sich reich schätzen, wenn man sie hat. Dabei ist es egal, ob es viele sind oder nur wenige und dafür richtig gute. Das Wir-Gefühl ist einfach toll!

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Fazit

Annährung an das Wir-Gefühl und wie es verstanden und gestärkt werden kann

 

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Saskia Hula und Felicitas Horstschäfer – 100 Gründe für Urlaub im Zelt

Rezension

So ein Aufbruch in die Sommerferien hat es ganz schön in sich, besonders wenn es zum Campen geht. Es müssen Sachen gepackt, die Haustiere versorgt und die Route bedacht werden. Die Fahrt ist anstrengend und lang. Außerdem ist es heiß und unbequem. Vor Ort fehlen die neuen Medien, die Kinder sprechen eine andere Sprache und die Mücken nerven.

Auf jeder Seite werden Gründe genannt, warum so ein Camping-Urlaub nervig ist. Bei 100 Seiten kommen daher so einige Argumente zusammen. Auch wenn das Buch vermeintlich nur so vor Negativität strotzt, kommt man aus der Erwachsenensicht schnell zum Urteil, dass diese „Unbequemheiten“ den Urlaub erst so richtig erinnerungswürdig machen.  Die Widrigkeiten, wie z.B. auf andere Kinder zugehen, deren Sprache man nicht spricht und dann doch lernt miteinander zu kommunizieren, prägen uns und lassen uns wachsen.

Dieses Urlaubsbuch ist mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Das Glas ist voller als man denkt, möchte man glatt behaupten und den Menschen, die alles negativ sehen, zurufen:

„Seid froh über die Herausforderungen, denn sie lassen euch lernen und wachsen!“

Eine wünschenswerte Gelassenheit, vielleicht sogar eine Prise Stoizismus, hat Saskia Hula in diese Parabel gekleidet. Die Illustrationen untermalen diesen cartoonähnlichen Charakter. Wir urteilen manchmal zu schnell und unbedacht, so wie die schnellen Wachsmalstriche von Felicitas Horstschäfer es vermuten lassen. Hinter jedem auch so kleinen Stolperstein, hier im Buch Kieselstein, steckt eine Geschichte…eine Chance!

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Fazit

Von wegen doof – Urlaub ist immer eine Bereicherung!

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Axel Scheffler und Julia Donaldson – Stockmann + DVD

Stockmann lebt mit seiner Familie, wie soll es anders sein, in einem Baum. Als er eines Morgens seine Runde im Park macht, wird er von einem Hund für ein Stöckchen gehalten. Kurze Zeit später wird er von Kindern für ein Stock-Wettrennen im Fluss genutzt und treibt so immer weiter von seinem Haus weg. Es finden sich immer mehr Menschen und Tiere, die Stockmann für ihre Belange nutzen möchten – mal als Mast, Ritterschwert, Stift oder Flitzebogen. Stockmann treibt den ganzen Sommer und Herbst durch die Gegend. Im Winter wünscht sich Stockmann nichts sehnlicher als zu seiner Familie zurückzukehren.

Stockmann ist einsam und völlig verloren.
Er friert von den Füßen bis hoch zu den Ohren.
Stockmann ist müde. Seine Lider sind schwer.
Er streckt sich, er gähnt. Schon hört er nichts mehr.

Als er aufwacht, befindet er sich als Brennholz direkt in einem Kamin. Wer könnte ihm dort wohl zu Hilfe kommen?

Rezension

Das Pappbilderbuch kommt in Begleitung einer DVD, auf der die Geschichte einfach grandios verfilmt wurde. Hier hat das Buch wirklich Platz sich zu entfalten. So kommen hier Gefühle und Stimmungen zum Ausdruck, die im Buch etwas zu kurz kommen. Die Sehnsucht der Familie nach dem verschollenen Vater kann schon dem einen oder anderen Tränen in die Augen treiben. Zu den Illustrationen von Axel Scheffler muss ich nicht viel sagen: Er ist einfach ein Meister!

Mit dem Erscheinen des Weihnachtsmanns und der übergreifenden Botschaft zur Bedeutung des Zusammenhalts der Familie, katapultiert sich das Buch zur gelungenen Lektüre in der Weihnachtszeit. Während die Reime größtenteils gelungen übersetzt wurden, wird es doch Stellen geben, an denen man zu stolpern beginnt. Die englische Original-Version auf der DVD wirkt  dem entgegen und entfaltet die Schönheit dieser Geschichte in voller Bandbreite. Auch Grundschulkinder im vierten Schuljahr werden der englischen Version mit all ihren visuellen Verständnishilfen gut folgen können.

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Fazit

Warmherzige Geschichte – Familie ist alles!

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Doreen Blumhagen – Mein „Das bin ich!“-Lapbook

Lapbooks  kommen aus der amerikanischen Homeschool-Bewegung und gewinnen nun auch in Deutschland immer mehr an Popularität. Es sind individuelle Portfolios, die von den Kindern selbstständig bearbeitet, gestaltet und präsentiert werden. Die aufklappbare DIN A3 – Mappe, die bequem auf dem Schoß (engl. „lap“) Platz hat, verbirgt im Inneren eine Vielzahl an Minibüchern, die aufgeklappt, gedreht und gefaltet werden können und auf kreative Weise Informationen zu einem Thema vermitteln.

In diesem Heft finden sich 26 Vorlagen zum Thema „Das bin ich!“. Auf jeder Kopierseite befindet sich eine Anleitung. Blankovorlagen sind nicht vorhanden, somit ist dieses Buch ausschließlich für  dieses eine Thema einsetzbar. Das ist etwas schade, denn mit leeren Feldern hätte man prima differenzieren können. Die Variation in Bezug auf Formate ist sehr breitgefächert. Hier finden sich Familienstammbäume, Herzen, die mit Musterklammern aufgefächert oder kleine Minibücher, in denen besondere Ereignisse festgehalten werden können. Etwas störend empfinde ich, dass sehr viel Verschnitt entsteht, da die Erklärungen vergleichsweise viel Platz auf dem Papier einnehmen. Sehr hilfreich ist der „Selbstreflexionsbogen“ zum eigenen Produkt. Positiv hervorzuheben ist der ausführliche Bewertungsbogen zum Lapbook. Hier wurden „items“ zu den Bereichen „Arbeitsverhalten“, „Gestaltung“, „Inhalt“, „Präsentation“ und „Selbstreflexion“ integriert. Als Orientierung für die Lehrkraft wurde auch eine beispielhafte Bepunktung eingefügt. Um die Transparenz der Bewertungskriterien zu gewährleisten, ist es ratsam den Bogen den Kindern vorab mitzugeben.

Nach dem nun mehrmaligen Einsatz der Lapbooks, bin ich weiterhin gespaltener Meinung in Bezug auf „Lernzuwachs“ im Vergleich zum „Zeitaufwand“. Ich sehe aber auch Vorteile und übe mich darin Geduld aufzubringen. Jede Lerngruppe genoss bisher die Arbeit am individuellen Lapbook. Die Kinder erweiterten ihre Fertigkeiten bezüglich des sorgfältigen, ausdauernden und selbstständigen Arbeitens, schulten ihre Kompetenzen in den Bereichen „Feinmotorik“, „Sammeln von Informationen“ und „mündliche Präsentationsfähigkeit“. Diese Lapbooks können im 4. Schuljahr zur Vorstellung bei den Patenkindern genutzt werden oder auch für das Kennenlernen im 5. Schuljahr nach dem Übergang.

Abwechslungsreiche Formate, praktikabel in der Umsetzung.

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Andrea Schomburg und Barbara Scholz – Neu in der Familie: Chamäleon Ottilie

Neu in der Familie: Chamäleon Ottilie

Paul und Anna wünschen sich ein Haustier. Doch ihre Eltern sagen Nein. Doch was bisher keiner wusste ist, dass ein Chamäleon längst unter ihnen weilt. Auf dem Teppich, unter den Kissen und sogar auf der Kekspackung versteckt es sich sehr gekonnt. Eines Tages bleibt Ottilie kariert und befürchtet, dass es fortan die Familie verlassen muss. Doch „gesehen zu werden“ bringt auch einige Vorteile mit sich …

Und das kann ja nur geschehn,
weil sie sie jetzt immer sehn.
Friedlich, ohne sich zu sorgen,
schläft sie ein und träumt von morgen.

In gleitenden Reimen erzählt Andrea Schomburg die Geschichte rund um zwei Geschwisterkinder, die sich sehnlichst ein Haustier wünschen. Barbara Scholz kreiert comichafte Zeichnungen mit Glubschaugen und übertriebenen Szenarien, die zum längeren Verweilen auf den Seiten einladen. Es macht großen Spaß das Chamäleon zu suchen und die Versteckorte ausfindig zu machen. Dieses Bilderbuch ist geprägt von Bewegung und ist eine gute Übung für die Augen-Koordination.

Die tiefergehende Botschaft ist jedoch aus dem eigenen Schatten herauszutreten und sich sichtbar zu machen. Auf der einen Seite macht man sich verletzbar, auf der anderen Seite besteht die Möglichkeit viel mehr dazu zu gewinnen als man es vielleicht vorher für möglich hielt.

Neu in der Familie: Chamäleon Ottilie

Für alle, die sich sehnlichst ein Haustier wünschen.

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