Sören Dalevi – Unsere allerbeste Kinderbibel

Bibelgeschichten gehören zum Allgemeinwissen und bergen eine ganz eigene Faszination. Schließlich sind sie den Menschen bekannt, was daran liegt, dass man sie sich seit Tausenden von Jahren erzählt. Sie alle handeln von Mut, Freundschaft, Unterstützung aber auch Betrug und List. Damit ist es eine wunderbare Einladung, mit Kindern und Erwachsenen in die gemeinsame Entdeckung einzutauchen und sich über die Lehren auszutauschen.

Dieses Exemplar lebt von der detailreichen Vitalität und Farbigkeit der Illustrationen. Zu einer Auswahl von rund 40 Bibelgeschichten schwang Marcus-Gunnar Pettersson den Pinsel und kreierte atmosphärische Landschaften und ausdrucksstarke Charaktere.

Von Adam und Eva und der Schöpfung der Menschheit, bis hin zur Geburt Jesu, dem Zwist zwischen Kain und Abel und schließlich dem Neubeginn dank der Arche Noah, finden sich hier neben den einfach zu verstehenden Geschichten auch Gebete, Lieder und Gedichte. Zu den Liedern wäre sicherlich ein QR-Code ganz hilfreich, um sofortigen Zugriff auf die Melodien zu haben. Das Lesebändchen verhilft zum Wiederfinden der zuletzt gelesenen Textstelle. Das Neue Testament bedarf ebenfalls Beachtung und erzählt von Versöhnung, Hoffnung und Liebe. Der Mensch und seine Schattenseiten des Seins sind in keinen Geschichten so wahr und greifbar dargestellt.

Reich illustriertes, leicht verständliches Exemplar – ohne Auslassung des Kerns der Aussagen, auch für den Religionsunterricht gut geeignet

(Amazon-Link)

Anna Fiske – Alle gehen in die Schule

Der erste Schultag ist für alle Kinder ein großer Schritt und ein wichtiger Lebensabschnitt, auf den schon Wochen zuvor hingefiebert wird. Auch wenn der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule sicherlich bei vielen mit großer Vorfreude verbunden ist, so schwingt bei einigen auch Unsicherheit, vielleicht auch Ängste und Sorgen mit. Diese wurzeln in Unwissenheit, was auf sie im Detail zukommen mag. Dieses ausführliche Sachbuch informiert nüchtern und allumfassend, sodass man relativ sicher sein kann, dass nach der Lektüre nur noch wenige Fragen offen bleiben.

Aber wie geht das eigentlich – in die Schule kommen?

Passenderweise beginnt das Bilderbuch mit etlichen Fragen, die die Vorschulkinder beschäftigen könnten. Die Autorin kommt damit gleich mit den Lesern in einen gedanklichen Austausch. Die Eröffnung macht die Einschulungsfeier, die deutlich macht, wie groß die Freude bei allen an Schule Beteiligten ist. Hier geht die Autorin sehr kleinschrittig vor und erwähnt, dass die Erstklässler sowohl von der Rektorin als auch von der Klassenlehrerin persönlich begrüßt werden und sich auf das Händeschütteln einstellen könnten. Vom großen Schulhof und der feierlichen Rede der Schulleitung ausgehend, zoomen wir direkt in den Klassenraum und sehen nicht nur große Buchstaben an den Wänden, sondern auch einen Willkommensgruß an der Tafel. An den Plätzen sind Namensschilder zu sehen, ergänzt vom Hinweis, dass erst der zweite Schultag dem Alltag entspricht und eine Mischung aus Lernen und Spielen darstellt.

Der Querschnitt des Schulgebäudes geht alle Eventualitäten durch, welche Räumlichkeiten an einer Schule vorhanden sein könnten. Da wäre die Garderobe, die Turnhalle, das Sekretariat (Schulbüro), das Lehrerzimmer, die Schulbibliothek, der Hausmeister und Räumlichkeiten der Nachmittagsbetreuung, sei es Hort, OGS oder ähnliches. Es werden sogar verschiedene Anordnungen der Tische vorgestellt und damit eine mögliche Sitzordnung. Einigen Kindern wird der Einblick von Schnuppertagen bekannt sein, doch wer bedingt durch die Pandemie nicht die Möglichkeit hatte, wird diese Transparenz sehr zu schätzen wissen.

Besonders wertvoll ist der Hinweis, dass Lernen nicht nur in den Unterrichtsfächern stattfindet, sondern auch auf dem Schulhof und in den Pausen. Dem Sozialverhalten wird vor allem in der Schuleingangsphase ein hoher Stellenwert und eine große Bedeutung beigemessen.

Im ersten Schuljahr lernst du das Leben in der Schule kennen, wie du dich anderen gegenüber verhalten sollst und wie du ein guter Freund oder eine gute Freundin bist.

Hier und da tauchen skandinavische Tagesstrukturen auf, die allerdings im Gespräch schnell geklärt werden können. So findet man hier während des Schultages Mittagspausen oder Muttersprachenlehrerinnen, die das deutsche Systems gewöhnlich an Regelschulen nicht vorsieht.

Den Vorschulkindern und ihren Eltern werden letztlich bedeutende Tipps gegeben, was als Vorbereitung auf die Schule zu Hause gemacht werden kann. Es geht darum, abzuwarten bis man an der Reihe ist, genau hinzuschauen, zuzuhören und nachzufragen oder auch friedlich in der Gruppe zu spielen und sich gut absprechen. Mit den einfachen und farbenfrohen, comichaften Illustrationen schafft es Anna Fiske sehr allumfassend das Schulleben zu umreißen und damit mutiert das Sachbilderbuch zu den gelungensten Büchern für die Vorbereitung auf die Schule. Durch die Interaktion mit den jungen Lesern werden verschiedene Möglichkeiten gedanklich durchgespielt und Unsicherheiten abgebaut. So kann die Vorfreude noch weiter steigen!

Informatives Bilderbuch für Vorschulkinder, mit Empfehlung zum Einsatz von Erziehern und Eltern.

(Amazon-Link)

Daniel Fehr – Ella im Garten von Giverny: Ein Bilderbuch über Claude Monet

Ich wollte nichts schöner machen, als es war.
Ich wollte malen, wie ich es sah.
Ich wollte malen, wie es auf mich wirkte.

Alle Bilderbuch-Fans von „Linnéa im Garten des Malers“ werden sich freuen, denn dieses Bilderbuch kommt dem Klassiker sehr nahe. Der größte Unterschied ist wohl, dass hier der Text reduzierter ist und die wunderbar pastelligen Illustrationen viel mehr für die Kunst des Impressionisten Claude Monet sprechen.

Ella zieht aus Amerika in das kleine französische Dörfchen Giverny, in dem Claude Monet und einige andere Impressionisten sich niedergelassen haben. Ihr Vater ist ein großer Verehrer seiner Kunst und so schnappt sie sich ihr Zeichenblock und beginnt mit ihren Skizzen. Dabei lässt sie den Künstler mit dem langen Bart und dem Hut nicht aus den Augen und muss staunen, dass Seerosen auf so vielen unterschiedlichen Bildern immer und immer wieder von ihm festgehalten wurden.

Ich verstand nicht, warum man sich zum Malen in einen Raum einschließen sollte, wie dies damals die meisten Maler machten.

Der Künstler nimmt Ella mit durch sein Leben und Werk und erzählt ihr von seiner Kindheit und seinem Werdegang. Dabei betont er, dass es gar nicht das Motiv ist, was ihn fasziniert, sondern das Licht und die Stimmung, die damit einhergeht. Auch das Wasser in all seiner Bewegung und dem Schattenspiel mit den Wolken, bringt ihn immer wieder vor Herausforderungen.

Der Impressionismus wird als Kunstrichtung sehr gut umrissen und spiegelt sich auch in den Illustrationen wider. Die Atmosphäre, die Bedeutung des Lichts und die schemenhafte, großformatige Darstellung ist überzeugend eingefangen.

Mal so gut und so viel du kannst.
Habe keine Angst, hässliche Bilder zu malen.

Die Protagonistin taucht in die Rolle der Leserinnen und Leser ein. Sie wird vom Künstler ermuntert, an ihrer Leidenschaft zu feilen und sich vor der Andersartigkeit nicht zu scheuen. Fehler sind Entwicklungsschritte und bieten die Chance sich zu korrigieren und etwas Neues auszuprobieren. Sie bedeuten Fortschritt. Eine Bildergalerie und eine Übersicht mit Sachinformationen zum Künstler schließen dieses zauberhafte Sachbilderbuch.

Zauberhafte Illustrationen mit den wichtigsten Eckpunkten zum Künstler Claude Monet.

(Amazon-Link)

Susan B. Katz und Linda Schwalbe – Gaudi: Architekt der Fantasie

Das Bilderbuch über das Schaffen von Antonio Gaudi, einem Spanier der wie kein anderer das Bild Barcelonas geprägt hat, ist vom Bild her gedacht. Die gut verständliche Erzählstimme führt die jungen Leser informativ durch sein Leben und stellt sehr gut die prägnanten Besonderheiten seiner Architektur dar. Üppig und sehr originell bebildert sind seine Bauwerke, voll mit Mosaiken und geschwungenen Linien, präsentiert mit expressiven Illustrationen.

Bedingt durch seine Krankheit, war es Antonio nicht möglich eine normale Kindheit zu verleben, sodass er die freie Zeit auf dem Land nutzte, um die Natur um sich herum genau zu studieren. Diese Beobachtungen ließ er später in seine Bauwerke einfließen. Dabei waren die Experten sich gar nicht sicher, ob seine Kunst ein Segen oder ein Fluch für das Stadtbild Barcelonas ist. Seine ganz eigene Leidenschaft und die zahlreichen versteckten Schätze werden hier beispielhaft an einzelnen Projekten dargestellt, wobei das wohl größte immer noch im Bau ist. Sagrada Familia ist bis heute das meist besuchte Baudenkmal ganz Spaniens.

Ein Sachbilderbuch über einen Ausnahmekünstler, der so fantasievolle, individuelle und einzigartige Werke schaffte und hoffentlich viele Kinder inspirieren wird.

(Amazon-Link)

Nikolai Popov – Warum?

Für manche zeitgeschichtliche Ereignisse und Geschehnisse fehlen einem einfach die Worte. So verzichtet auch der russische Autor Nikolai Popov gänzlich auf jeglichen Text. Die dunklen Aquarellillustrationen sprechen für sich und wiegen ausreichend schwer.

Der Autor zeigt einfühlsam und doch unbeschönigt, wie eine augenscheinliche Nichtigkeit sich so weit hochschaukelt, dass die eigentliche Ursache völlig aus dem Blickfeld gerät. Ein Frosch sitzt auf einem Baumstumpf und riecht an einer Blume. Eine Maus buddelt sich ihren Weg frei und möchte genau diese Blume auch haben. Sie greift den Frosch an. Die Spirale der Gewalt und Verwüstung beginnt und endet schließlich im Krieg und Zerstörung. Die Sinnlosigkeit und Trostlosigkeit schreit regelrecht aus diesem Buch, trotz der Leere auf der Textebene. Es ist widersinnig – eine Absurdität.

Passender könnte der Titel des Bilderbuchs zur Thematik „Krieg“ gar nicht sein: Warum? Diese Frage füllt den Raum. Hier schwingt Ohnmacht, Unverständnis und Mitgefühl mit. Es bietet wunderbaren Gesprächsanlass für Kinder, sich mit ihren Gefühlen auseinander zu setzen. Es regt dazu an, weiter zu denken und zu überlegen, an welcher Stelle dieser Streit hätte geschlichtet werden können, ohne dass es sich weiter aufbauscht und schließlich derart explodiert. Der Umgang mit den eigenen Emotionen, die Fähigkeit Bedürfnisse zu kommunizieren, die Grenzen des Gegenübers zu wahren – so viele Lernfelder und so wichtige Lernchancen! Es ist unabdingbar, sich dafür Zeit zu nehmen…

Gewalt und Streit gehören zum kindlichen Alltag und erwachsen aus ihrer Lebenswelt. Doch wie geht man mit Problemen und negativen Gefühlen um? Neid? Missgunst? Habgier? Ist es möglich, das richtige Streiten zu lernen? Ist es möglich, einen Streit zu beenden, bevor es sich immer weiter hochschaukelt?

Dieses Unterrichtsmaterial für die Grundschule sensibilisiert Kinder für die Sinnlosigkeit von Gewalt und Krieg. Der Ukraine-Russland-Konflikt macht uns alle fassungslos. Es kann ganz leicht sein, sich in der Spirale von Gewalt wieder zu finden. Diesen Kreislauf gilt es rechtzeitig zu durchbrechen. Frieden ist leider nicht selbstverständlich. Doch, warum eigentlich?

Die Einnahmen aus dem Verkauf des Materials gehen gänzlich an das UNICEF Hilfsprojekt Ukraine. Danke für die Unterstützung!

Ausdrucksstarke Bilder und eine gewichtige Botschaft, die der Auseinandersetzung bedarf. Unbedingt!

(Amazon-Link)

Bette Westera und Julia Dürr – Schokostreuselgroß: Ein Baby in Mamas Bauch

Rezension

Maxi bekommt ein Brüderchen. Ihre Mama hat bereits ein schokostreuselgroßes Baby im Bauch. Doch wie kommt es da rein? Der Blick durch den Bauchnabel enthüllt leider keine weiteren Details. Während die Erwachsenen das Ultraschallbild voller Liebe anschauen, sieht Maxi nur schwarze, weiße und graue Linien.

Ein Geschwisterchen zu bekommen ist ein ereignisreiches Erlebnis und mit vielen Fragen verbunden. Dieses recht textlastige Buch, ohne jedoch schwer und unverständlich zu wirken, geht die wichtigsten Fragen aus kindlicher Sicht. Die Vergleiche und Bildnisse der teils komplexen Materie fügen sich passend und gut nachvollziehbar ein. Begleitet wird es stets von einer Prise Humor und einer wohltuenden Offenheit dem Thema Sexualität, Fortpflanzung und Schwangerschaft gegenüber.

Und vorher muss die Tür des Babyzimmers, die Öffnung zwischen Gebärmutter und Scheide, größer werden, damit mein Bruder hindurchpasst. Jedes Mal, wenn Mama Schmerzen hat, wird die Türöffnung ein Stückchen weiter. Genau so lange, bis es passt. Das nennt man Wehen.

(Seite 83)

Die Illustrationen und die Darstellungen der Figuren wirken modern, unbefangen und losgelöst von althergebrachten Normen und Konventionen. Maxi blickt über den Tellerrand hinaus und erfährt, dass es auch zwei Mütter geben kann, die ein Kind bekommen. Das Wunder des neuen Lebens schwappt gleich über und man freut sich regelrecht auf die noch ausstehenden Fragen, die Maxi beschäftigen.

Das Aufklärungsbuch lässt vermeintliche Tabus wie Fehlgeburt oder künstliche Befruchtung nicht aus und spricht auch diese Randthemen sensibel an. Getragen wird es von einer Selbstverständlichkeit und Akzeptanz, die jegliche Sorgen und Ängste zu nehmen weiß.

Blick ins Buch
Fazit

Große Schwester werden – Fragen und kindgerechte Antworten, die Sorgen und Ängste nehmen.

(Amazon-Link)

Carsten Müller und Sarah Siegl – Von wegen Bienchen & Blümchen!

Rezension

Dies ist ein Aufklärungsbuch mit allen modernen Diversitätsansätzen und der Thematisierung von Gender. Das witzig bebilderte Sachbilderbuch ist ein Rundumschlag mit Themen, die im Sexualunterricht der Grundschule angeschnitten werden und bietet auch für Eltern und Pädagogen Tipps zum unverkrampften Umgang mit Sexualität.

Die Bandbreite reicht von der Einzigartigkeit der Körper, der Veränderung von Gefühlen, Geschlechtsreife und der damit einhergehenden Geschlechtsidentität. Der Fachbegriff „Vulva“ wird für die sichtbaren Schamlippen benutzt, ergänzend zur Vagina als Scheide. Erfreulicherweise wird Gefühlen ausreichend Platz eingeräumt, denn genau diese steuern uns, auch in der Sexualität. Der Mut auch einmal „Stopp!“ zu sagen und sensibel dem Nein-Gefühl zu sein, sind wichtige Bestandteile der Aufklärung.

Jede Doppelseite widmet sich einem Thema und leitet gekonnt zu anderen, vernetzten Randthemen über. Hier finden sich Inhalte, die ich persönlich in anderen Büchern oft vermisse. So werden hier Doktorspiele und die Erkundung der Körper berücksichtigt. Auch die Begegnung mit Pornografie findet Erwähnung. Hilfreiche Ratschläge zum Umgang mit verstörenden Bildern und dem Medienkonsum von Kindern werden ergänzt. Pädagogisch wertvoll ist außerdem die Darstellung der unterschiedlichen Familienformen, die sich eben nicht in einen Familienstammbaum zwängen lassen. Man findet hier Regenbogenfamilien, gleichgeschlechtliche Paare ohne Kinder, Patchworkfamilien und Alleinerziehende. Sie alle bilden ihre Form einer Familie. Und schließlich geht es darum, dass Sex nicht ausschließlich zum Zweck der Fortpflanzung dient, sondern weil es einfach Spaß macht. Die Natur hat sich das schon ganz klug ausgedacht!

Blick ins Buch
Eisprung
Fazit

Schambefreites Aufklärungsbuch zur natürlichsten Sache der Welt, ganz ohne Bienchen und Blümchen.

(Amazon-Link)

Christian Borstlap – Lebt da was auf deiner Nase?

Rezension

Die Lust des Illustrators und Autors an der gestalterischen, kreativen Umsetzung des Themas springt einem bereits auf der Titelseite entgegen. Es verblüfft und überrascht. Zunächst ist man sich nicht einmal sicher, ob es in der ungewöhnlichen Perspektive und einer derartigen Reduzierung überhaupt zum Thema passt. Im Verlauf der Seiten springt jedoch genau diese Experimentierlust auf den Leser über und man ist dankbar über die Vereinfachung dieser komplexen Materie, nicht nur in Bezug auf die visuelle Wahrnehmung.

Mikroben sind für das menschliche Auge unsichtbare Wesen, die eben nicht nur auf unserer Nase leben, sondern überall. Genauso wie der Mensch essen sie, bewegen sich, spüren Dinge und machen sogar ihr Geschäft. Sie machen die erstaunlichsten Dinge! Innerhalb einer Stunde bringen sie Familien hervor. Manchen Mikroben ist es sogar möglich in kochendem Wasser zu überleben. Andere ernähren sich von Metall.

Spätestens mit diesen Fun Facts wird Christian Borstlap das Interesse der jungen Leser für die Thematik geweckt haben. Auch wenn heutzutage – und das zeigen uns auch die aktuellen Entwicklungen rund um Covid-19 – vieles im Dunkeln über Bakterien und Viren bleibt, so büßen sie keinesfalls an Faszination ein. Sie können sogar einen natürlichen Ersatz für Plastik liefern oder auch Energie erzeugen. Der Forscherdrang ist aktiviert, der Wissendurst ausreichend heraus gekitzelt. Die Überleitung liefert das Kleingedruckte im Nachwort. Auf vier Doppelseiten finden sich hier vertiefende Informationen, die Wissenswertes aufgreifen.

Die Illustrationskunst zeigt sich in Gestalt unterschiedlicher Techniken, die sich abwechseln: Collagen, Drucke, Zeichnungen, plakative Darstellungen und grafische Designs. Eine große Abwechslung und Überraschung wartet auf jeder Doppelseite.

Blick ins Buch
Fazit

Wissenswertes spannend und überraschend verpackt!

(Amazon-Link)

Astrid Lindgren und Astrid Henn – Michel in der Suppenschüssel

Rezension

Da balanciert er also mit einer Suppenschüssel auf dem Kopf und trotzdem erahnt man das verschmitzte Lächeln, die Bewegungsfreude und den Einfallsreichtum dieses Jungen. Die blonden Haare und das blau-weiß gestreifte Hemd, lassen den Leser schnell erahnen, um welchen Lausbub es sich handelt – Michel aus Lönneberga.

MIt Astrid Lindgrens Geschichten sind unzählige Kinder groß geworden. Jetzt dürfen sich zukünftige Lindgren-Fans auch freuen. Denn Astrid Henn hat den Klassiker neu und liebenswert illustiert. Es wirkt frisch, modern und lädt zu vielen heiteren Geschichten ein, die keineswegs an Charme und Herzenswärme eingebüßt haben.

Beim Lesen oder auch Vorlesen kommt es einem wie das Aufsuchen eines heilen Zufluchtorts vor. Es ist fast wie Urlaub, wenn man Michel in seiner Leichtigkeit und Unbekümmertheit erlebt. Durch seine immerwährenden Flausen im Kopf, schafft er es unseren Kindern zu zeigen, dass das Leben um uns herum passiert. Der Mensch braucht nicht viel, um selbst tätig und erfinderisch zu werden. Die Abenteuer klopfen regelrecht an die Tür. Man braucht sie nur zu öffnen.

In diesem ersten von insgesamt drei Bänden finden sich drei Geschichten. Jede Doppelseite erstrahlt in pastelligen Farbtönen. Die Charaktere des schwedischen Dorfes sind langgezogen, mit einem markant kleinen Kopf, was den Wiedererkennungswert erhöht. Den Tieren sind die Gefühle an den Gesichtern abzulesen, wenn etwa die Katze genervt sich erneut vor Michel retten muss, nur weil er gucken möchte, ob er schneller laufen kann als sie. Genau diese Ideen sind so wertvoll, denn sie zeigen, dass Experimentierfreude und ein wacher Geist unheimlich viel zum Entdecken bieten.

Ferner werden hier Werte und Tugenden vermittelt, die für einige Kinder vielleicht gar nicht mehr gegenwärtig sind. Statt die Suppenschüssel kaputt zu schlagen, entscheidet sich die Familie einen Arzt aufzusuchen. Die Suppenschüssel hat schließlich vier Kronen gekostet. Also muss der Junge ausharren. Schließlich ist die Blödelei selbst verschuldet. Grundsätzlich wird hier Kaputtes noch zusammengeleimt.

Michel ist kreativ, originell in seiner Denkweise, überlegt umfassend, sucht nach alternativen Wegen und lässt sich nicht durch einen umgefallenen Baustamm stoppen. Er springt rüber und bahnt sich seinen Weg. Wenn unsere Kinder all dieses und noch viel mehr aus diesem Klassiker mitnehmen, dürfen Erwachsene die Geschichten von Astrid Lindgren immer und immer wieder vorlesen.

Blick ins Buch
Fazit

Geschichten rund um Michel kommen nie aus der Mode und machen sich auch im neuen Gewand sehr gut!

(Amazon-Link)

Suza Kolb – Emil Einstein

Rezension

Beim neugierigen Goldschopf kribbelt es immer wie verrückt, wenn er eine neue Idee hat. So geschieht es auch an seinem sechsten Geburtstag. Von seinen Eltern bekommt das angeblich vom Glück verwöhnte Sonntagskind Holzbretter geschenkt. Nach anfänglicher Enttäuschung, beginnt Emil mit Frau Pfeifendeckels Hilfe ein Auto zu bauen, sein eigenes Erfindermobil.

Die Idee zum Bau einer Tier-Übersetzer-Maschine kündigt sich mit einem dollen Jucken an, das vergleichbar mit einer Armee an Ameisen in den Haaren ist. Unermüdlich nimmt Emil Tierstimmen auf und übersetzt sie. Trotz dem zeitaufwändigen Tüfteln, scheint die Idee nicht umsetzbar, doch wie viele Erfindungen auch, hilft hier ein kleiner Zufall der Entwicklung weiter.

Dieses Buch handelt von Mut, Erfinderreichtum und aber auch Ausdauer. Die Fähigkeit Frustrationen zu erleiden, wenn es nicht so läuft, wie man es sich vorstellt, muss ebenfalls vorhanden sein. Dabei gibt Emil nicht auf, begegnet seiner Umwelt mit einem offenen Blick und dank seiner neugierigen Art entdeckt er immer Neues und Spannendes um ihn herum. Begleitet wird er von seinen Freuden, dem Nachbarskater Leonardo, benannt nach dem Erfinder Leonardo da Vinci und der Mäusedame Bertha, mit der Namensverwandschaft zu Bertha Benz, der ersten Pionierin des Automobils. Nur der Waldkauz braucht noch einen echten Namen, der wahrscheinlich in den Folgebänden erst enthüllt wird. Weitere Abenteuer rund um Emil Einstein und seinen Erfindungen werden erwartet!

Blick ins Buch
Fazit

In Emils Erfinderlabor ist immer etwas los – unterhaltsamer Erfinder und Tierfreund.

(Amazon-Link)