Rachel Bright und Chris Chatterton – Der Sorgosaurus

Rezension

Der kleine Sorgosaurus ist sehr sorgfältig, bedacht und mag Struktur. So kommt es, dass er zu seinem Ausflug mit einer abgearbeiteten Liste aufbricht. Vor der Ankunft seines Ziels, überfallen ihn allerdings erneut Sorgen. Er fragt sich, ob er genug Essen dabei hat, ob die Route stimmt und jegliche „Was-wenn-Szenarien“ bahnen sich ihren Weg in seinen Kopf.

Entmutigt rastet er vorerst und merkt, dass der blaue Schmetterling, das Symbol seiner Ängste, nun anfängt zu wachsen und sich in seiner Gefühlswelt auszubreiten. Wie gut, dass seine Mutter ihm eine „Mut-Mach-Schatzkiste“ mitgegeben hat. Hier finden sich alle Gegenstände, die dafür sorgen, dass seine Sorgen sich in Luft auflösen. Ein Stock, ein Stein, ein Teddy und vor allem Mamas Brief heitern ihn augenblicklich auf und so kann er positiv gestimmt wieder weiterziehen. Er beruhigt sich im Nu und der blaue Schmetterling fliegt wieder aus seinem Bauch.

„Der Löwe in dir“ von Rachel Bright hat eine große Anhängerschaft gefunden. Auch die Botschaft in diesem Buch ist von großer Relevanz, wenn auch die Illustrationen im Vergleich einen kleinen Dämpfer erleiden. Der Sorgosaurus wirkt etwas blass und hat nicht die große Strahlkraft der Jim-Field-Illustrationen. Die Reime lesen sich im Großen und Ganzen flüssig und haben nur selten kleine Holperstellen, was sicherlich auch dem Übersetzen geschuldet sein wird.

Dieses Bilderbuch von Rachel Bright greift ein Thema auf, dass vor allem in der Pandemiezeit eine noch größere Gewichtung bekommen hat. Unsicherheiten, Ängste und Sorgen plagen nun auch vermehrt Kinder. Das Spinnennetz der negativen Gedanken kann schnell Überhand nehmen und schon findet man sich in einem dunklen emotionalen Loch. Hier ist es wichtig, Kindern Werkzeuge an die Hand zu geben, um aus der Negativität wieder heraus zu finden. Der Sorgosaurus hat eine mutmachende Schatzkiste dabei, gefüllt mit materiellen und ideellen Schätzen. Dieser Zugang erleichtert ihm die Distanzierung von den belastenden und einengenden Gefühlen. Damit hat er sein persönliches, verlässliches Instrument und kann sich auf seine eigenen Ressourcen besinnen.

Dieses Bilderbuch kann dazu dienen, sich bewusster mit seinen Gefühlen und Ängsten auseinander zu setzen und herauszufiltern, auf welchen Wegen die belastenden Gefühle minimiert werden können. Es bietet sich an, eine ganz persönliche Schatzkiste zu basteln und sie individuell zu befüllen. Im fächerübergreifenden Unterricht lassen sich Sorgenfresser künstlerisch gestalten oder Methoden erfinden wie Angst in Mut verwandelt werden kann.

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Fazit

Der Angst nicht zu viel Raum geben – Strategien zum Umgang mit Sorgen!

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Karin Gruß und Dorota Wünsch – Ein Krokodil im Badesee?

Rezension

Zeitungsmeldungen und Beiträge in den Medien dürfen auch angezweifelt werden!

Diese Botschaft trägt das kunterbunte Wimmelbildbuch hinaus in die Welt und lehrt der eigenen Spürnase zu vertrauen und auch Dinge zu hinterfragen. Eine falsche Schlagzeile deutet an, dass ein Krokodil am Badesee sein Unwesen treibt. Schon bald verschwinden die ersten Badehosen und Sonnenbrillen. Liegestühle stehen plötzlich ganz woanders, Kopfhörer scheinen sich in Luft aufgelöst zu haben und nach und nach steigt die Aufregung aller Badegäste.

Schon die kleinsten Spürnasen werden jedoch flugs entdecken, wer tatsächlich hinter diesem Unfug steckt. Da braucht man kein großer Detektiv zu sein, wenn man mit offenen Augen durch das Leben geht, um die wahren Übeltäter zu entlarven. Hin und wieder genügt es Fakten richtig zu kombinieren.

Die Illustrationen von Dorota Wünsch locken den Sommerspaß nach Hause und strotzen nur so vor Leichtigkeit und Unbeschwertheit. Der Schabernack und die humorvolle List der Täter steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Doch so leicht und spritzig die Wimmelbilder sind, so wichtig und bedeutend ist die eigentliche Botschaft dahinter: Prüft die Inhalte und Informationen auf ihre Richtigkeit und Glaubwürdigkeit!

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Entdecken, kombinieren und hinterfragen: Fake-News als Thema schon für die Kleinsten!

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Susanne Brandt und Karina Luzán – Die drei Schmetterlinge

Rezension

Ein unerwartetes Sommergewitter überrascht die drei farblich unterschiedlichen Schmetterlinge beim Sonnenscheintanz auf der Wiese. Schnell versuchen sie Unterschlupf vor den dicken, schweren Tropfen zu finden und bitten zuerst die Margerite sich unter ihr Blütendach stellen zu dürfen.

Schau, wir drei sind gleich nass.
Regen macht uns keinen Spaß.
Bitte, lasst uns rein
bis zum nächsten Sonnenschein.

Doch die Margarite willigt nur ein, den weißen Schmetterling aufzunehmen. Er ist ihr farblich schließlich am ähnlichsten. Der weiße Schmetterling ist damit überhaupt nicht einverstanden und beteuert, dass er es gemein findet und so fliegen sie weiter zur Sonnenblume und schließlich zur Mohnblume, bei denen es ihnen ähnlich ergeht. Die Blumen möchten nur dem Schmetterling Unterschlupf geben, der so aussieht wie sie selbst. Die anders aussehenden Schmetterlinge lehnen sie ab.

Nein, nein, nein!
Das finde ich gemein!
Alleine zieh ich nicht hier ein!

Diese Geschichte greift die Aspekte Ausgrenzung, Selektion, aber auch Zusammenhalt und Gemeinschaft auf. Die Schmetterlinge sorgen sich so sehr umeinander, dass es für sie nicht in Frage kommt, sich aufzuteilen. Nach der Begegnung mit der Mohnblume macht es Sinn, die Kinder den Fortgang antizipieren zu lassen. Hier kann eine spannende Diskussion entstehen. Einige Grundschulkinder urteilten, die Entscheidung der Schmetterlinge sei „unklug“. Warum sollen sie nun gemeinsam nass werden? Sie empfahlen, dass sich jeder Schmetterling zu „seiner Blume“ gesellt und die Gefahr des Regens dort abwartet und so sicher ausharrt. Andere waren der Meinung, dass keiner alleine gelassen werden soll, erst recht nicht bei einer so unfreundlichen Blume und man gemeinsam viel stärker ist und jede Gefahr übersteht.

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Die Themen Flucht, Asyl und Zusammenhalt, Gemeinschaft kindgerecht unter einen Hut gebracht.

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Daniela Kunkel – Das kleine WIR im Kindergarten

Rezension

Das kleine WIR ist nicht nur in Familien und Klassenräumen zu finden, sondern überall dort, wo sich Menschen gern haben. In diesem Band der Erfolgsreihe rund um die beliebte Kinderbuchfigur mit dem großen Herz, begleiten die Leser die Kinder der Kita Hummelbummel durch den Alltag. Hier werden Theaterstücke inszeniert, um die Wette geschaukelt und vor allem zusammen gehalten. Das WIR der Kindergartengruppe ist groß und stark, sodass sich niemand alleine fühlt.

Nach den Ferien kommt Carl in die neue Gruppe und wird mit einem großen Plakat willkommen geheißen. Schüchtern hält er sein Einhorn in der Hand umklammert und wirkt in der neuen Umgebung noch unsicher. Auch wenn die anderen Kinder nett zu ihm sind, fühlt er sich dennoch unwohl und fremd. Natürlich greift hier das grüne Wesen ein und zeigt, dass gemeinsame Erlebnisse, warme Worte und gute Taten zusammen schweißen. Schon bald ist er gar nicht mehr der „Neue“ und heißt gemeinsam mit der Gruppe auch schon das nächste Kind willkommen.

Dieses Bilderbuch erwärmt das Herz, denn genauso eine „Bilderbuch-Kindergartengruppe“ wünschen sich wohl alle Eltern. Alles ist hier stimmig. Jeder wird als Individuum mit seinen Stärken und Talenten gesehen. Die Illustrationen bilden Kinder und Erzieherinnen in all ihrer Diversität ab. Es herrscht eine unausgesprochene Toleranz und Akzeptanz. Gleichzeitig wird allen Neuankömmlingen in welcher Lernumgebung auch immer, die Angst genommen. Das Bilderbuch kann auch als Gesprächsanlass genommen werden, um gemeinsam mit den Kindern zu thematisieren, was es heißt jemanden willkommen zu heißen. Welche Taten und Worte lassen das „neue Kind“ sich schneller einleben. Die Kita Hummelbummel strotzt nur so vor Wertschätzung, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Herzenswärme!

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Jeder ist willkommen – So gelingt Werteerziehung im Kindergarten!

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Victor Metelskiy – Mein magischer Kritzkratz-Adventskalender

Rezension

Wer etwas außerhalb des Süßen für den Adventskalender sucht, könnte hier fündig werden. Es muss nicht immer Schokolade sein, denn hier bekommen die Kleinen eine Beschäftigung, die die Feinmotorik schult und vor allem die Fähigkeit das mögliche Weihnachtszauber zu entschlüsseln.

Hinter den Türchen verstecken sich schwarze Seiten, die mit einem Holzstift freigerubbelt werden dürfen. Nach und nach entfaltet sich das vollständige Bild. Lediglich das Datum und einzelne Details stimmen auf das Entdecken ein. Kinder im Alter ab 3 Jahren schulen auch ihre Ausdauer und das sorgfältige Arbeiten, denn es bedarf schon einiges an Durchhaltevermögen, um die ganze Seite zum Leben zu erwecken.

Erstaunlicherweise finden Kinder die Haptik und auch das Geräusch, was an Freirubbeln von Losen erinnert, faszinierend. Als Pädagogin hätte ich mir zusätzlich gewünscht einen kleinen Adventsreim vorzufinden oder eine Botschaft bzw. Geschichte, die dem Kind passend zum Bild mitgegeben werden könnte.

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Ein bisschen mehr Kreativität und Schulung der Feinmotorik zur Adventszeit.

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Bewertung: 3.5 von 5.

Timon Meyer und Julian Meyer – Rolf röhrt

Rezension

Ja, es ist wirklich unerhört,
der Rolf, der röhrt.
Es reicht! genug! Silentio!
Wir sind des Lebens nicht mehr froh.
Wir sind es leid, die Ohren schmerzen,
und bitten Rolf von ganzem Herzen …

Der Hirsch Rolf röhrt unentwegt, egal ob auf Klassenfahrt, beim Fußball oder Basteln. Die anderen Tiere beklagen sich über den Lärm und bitten ihn inbrünstig damit aufzuhören. Rolf ist natürlich gewillt seine Freunde nicht weiter zu belästigen und schwört, es fortan sein zu lassen. Doch wie viele Vorhaben, hält das Versprechen nicht lange und schon röhrt Rolf wieder lauthals. Die Nerven der Tiere liegen nun blank und sie verziehen sich in den Kleiderschrank.

Nur die Hirschkuh Irmchen ist ganz betört von dem Geräusch, denn in ihren Ohren ist es reine Musik. Da wundern sich die Tiere, ob Lärm vielleicht auch Freude bereiten kann? Schnell ist hierfür eine Lösung gefunden und der Frust schnell verflogen!

Die Thematik „Lärm“ und das damit verbundene individuelle Empfinden von unangenehmer und durchdringender Lautstärke ist viel zu selten in Bilderbüchern zu finden. Dabei begegnen Kinder im Kindergarten und spätestens in Grundschulklassen täglich diesem Gefühl, welches sich von Kind zu Kind bei der Einschätzung unterscheidet. So steht auch Rolf mit seinem Röhren im Gegensatz zu anderen Tieren, die seine Geräusche als dröhnend empfinden. Lediglich die Hirschkuh stört es nicht. Es ist ein wunderbarer Aufhänger, um die subjektive Wahrnehmung von Lautstärke und Lärm zu thematisieren und dadurch mit Kindern ins Gespräch zu kommen. Es bietet sich außerdem an, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, wie Rolf und den anderen Tieren geholfen werden kann. Meist sind Kinder hierbei sehr kreativ und aber auch akzeptierend, was die Eigenheiten Anderer angeht. Auch Rolf ist als Charakter ein liebenswertes Wesen, das es gar nicht böswillig meint und wirklich gewillt ist, die anderen nicht zu stören, jedoch sein Röhren noch nicht zu kontrollieren weiß. Als Erweiterung des Wortschatzes wäre es möglich die Tiergeräusche anderer als Sammlung von Verben einzubringen.

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Fazit

Eigenheiten, Akzeptanz, Lautstärke und Lärm in fabelhafte, liebenswerte Illustrationen gepackt.

 


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Alexandra Helmig und Stefanie Harjes – Der Stein und das Meer

Rezension

In einem Meer,
wo die Wellen hohe Purzelbäume schlagen.
An einem Strand,
wo der Wind mit den Sandkörnern spielt.

Mit diesen poetischen Zeilen beginnt und endet das Bilderbuch, das vom Leben und der Zeit erzählt. Ein grüner Stein, der auf den Namen Sören getauft wurde und somit personalisiert für den Menschen steht, liegt seit einer Ewigkeit auf einem hohen Felsen.

Dort beobachtet er die Vögel und die Wellen und fühlt sich vom wirklichen Leben ausgeschlossen, ganz und gar unberührt. Er träumt davon, ins Meer zu kommen. Er hat Glück. Irgendwann kommt das Meer zu ihm und reißt ihn mit in die wilden Fluten. Auf dem Grund des Meeres, wird er Jahr für Jahr geschliffen und jeden Tag verliert er ein Stückchen von sich. Er wird kleiner und kleiner und glatter und glatter. Irgendwann ist er von den Geschichten der Meeresbewohner müde und erkennt, dass der perfekte Ort sein Zuhause ist. Er hat erneut Glück.

Dieser Bilderbuchschatz schildert so poetisch, wie man es selten in Büchern findet, den Verlauf des Lebens. Der jugendliche Drang zur Entdeckung und die damit verbundenen Wünsche und Sehnsüchte, die Handlungen antreiben, ist stark zu spüren. Erfahrungen, die einen polieren und schleifen, gut und schlecht, die einen vielleicht auch glatt werden lassen, weil das Leben einen prägt. Und irgendwann, in aller Weisheit und getränkt mit dem Saft des Lebens, kommt die Zeit und der Wunsch zurückzukehren, zur Basis, zum Ursprungsort, nach Hause.

„Der Stein und das Meer“ ist vordergründig ein Buch für Erwachsene, weil die Botschaft so tiefgreifend ist. Es ermuntert zum selbstständigen Weiterdenken. Es ist nicht dafür gedacht, Erklärungen zu geben, sondern mehr Fragen als Antworten zu entdecken und gleichzeitig über die Relativität der Zeit und verschiedener Sichtweisen zu sinnieren, ohne beliebig zu werden. Das ist auch der Grund, warum mir die Illustrationen, die so eigen sind, außergewöhnlich gut gefallen. Sie öffnen die Tür zur Andersartigkeit, zum Hinterfragen, Bestaunen und Wundern. Sie wecken Reaktionen. Sie bewegen.

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Fazit

Auseinandersetzung mit elementaren Fragen des Lebens

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Maike Biederstädt – Was schlüpft aus dem Ei?

Rezension

Dieses meisterhafte Pop-up-Buch der Papierkünstlerin Maike Biederstädt möchte man gar nicht mehr zuklappen. So beeindruckend sind die Erscheinungen, die sich nach dem Öffnen der Doppelseite entfalten. Erfreulicherweise findet sich hier die ganze Bandbreite an eierlegenden Tieren aus der Tierwelt.

Neben der Amsel, die ihre Tierjungen im Vogelnest füttert, fokussiert sich die Autorin nicht ausschließlich auf Vögel, um den jungen Lesern zu zeigen, welche Tiere Eier legen. Es tauchen Krokodile mit weit aufgerissenem Maul auf, Schildkröten, die sich auf den Weg zum Meer machen, Pinguine am eisigen Südpol, Clownfischväter, die auf ihre Jungen aufpassen und zarte Schmetterlinge, die ihre ganz eigene Verwandlung vom Ei zur Raupe durchleben.

Begleitet wird die Papierkunst von kurzen Infotexten im Umfang von 4 bis 8 Zeilen, die leicht verständlich sind und einen Einblick in die Darstellung geben. Die Faszination der Fortpflanzung in der Tierwelt versetzt den Betrachter ins Staunen, nicht minder auch die Präsentation des Wunderwerks „Ei“, wie es der Autorin gelungen ist.

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Pop-up-Bilder wirken eine große Faszination auf Kinder aus, weil sie diesen besonderen Überraschungseffekt leben. Wer auf den Geschmack gekommen ist und Pop-up-Bilder mit Gefühlsfischen ausprobieren möchte, darf dem Link folgen.

(Material-ID: 137011)

Fazit

Das „Ei“ als Wunderwerk der Natur in all ihrer prachtvollen Entfaltung.

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Christine Faust – Der Wolkenmacher

Rezension

Der Wolkenmacher wohnt hoch oben auf einem Berg und besitzt ein Wolkenkochbuch. Hier sind Rezepte zu den unterschiedlichsten Wolkenarten und Wetterphänomenen festgehalten: Schäfchenwolken, Federwolken, Gewitterwolken aber auch Nebel, Regenschauer und den schönsten Schneeflocken, die es weit und breit zu sehen gab.

Er ist ein leidenschaftlicher Koch und wird tagein tagaus von seinen Wetterfröschen unterstützt. Alles hat seine Ordnung und so hat er es am liebsten. Eines Tages fällt eine Krähe durch den Schornstein in den Wolkentopf. Damit verursacht sie ein Chaos, sodass die Wolken nun fleckig am Himmel erscheinen. Als wäre das nicht genug, fordert die Krähe den Wolkenmacher heraus und erkundigt sich:

Kannst du keine Elefantenwolken?

Genau hier nimmt die Experimentierfreude nach einigem Zögern ihren Lauf. Der Wolkenmacher schwingt schließlich seine Pipette und tropft beschwingt in den Wolkenkessel. Am Himmel erscheint nicht nur ein Elefant. Erst als die Krähe eines Morgens wortlos verschwindet, erkennt der Wolkenmacher, dass man als Erfinder und Innovator mutig sein muss.

Dieses Bilderbuch ist nicht nur aufgrund der wunderbar liebenswerten Charaktere und Illustrationen ein Lesevergnügen, sondern schneidet das besonders spannende Thema „Wolkenarten“ an. Im Sachunterricht des dritten Schuljahres werden Wetterphänomene und speziell die Wolken als einmalige Naturschauspiele am Himmel behandelt. Schließlich haben die Wolken eine ganz eigene „Wolkensprache“. Mit ein wenig Übung kann man damit das Wetter vorhersagen. Zu den drei großen Wolkenarten zählen Stratus, Kumulus und Zirrus.

Neben dem Sachwissen, das nach dem Vorlesen vertieft werden darf, stehen Fantasie und Wagemut der Menschen im Fokus. Denn Wolken haben schon immer Bilder im Kopf entstehen lassen und das Gehirn hat Verknüpfungen schaffen können, die sich aus der Wolkenform erlesen ließen. Auch dieser Aspekt schreit nach einer künstlerischen und kreativen Auseinandersetzung.

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Fazit

Himmel – Wetter – Wolken: zauberhaft illustriert, herzlich erzählt

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Katy Hudson – Ich liebe Möhren!

Rezension

Benni hat ein Herz für Möhren. Das Kaninchen sät die Samen, erntet sie fleißig und verbuddelt den gesamten Möhrenbestand in seinem gemütlichen Bau. Irgendwann platzt allerdings sein Bau aus allen Nähten. Also bittet Benni seine Freundin Schildkröte um Hilfe. Diese teilt ihren Schildkrötenpanzer, doch für zwei ist es dann doch arg eng. Als Benni im Vogelnest und später in der Schlafstätte des Eichhörnchens versucht, seine Möhren zu verstauen, wird allen Beteiligten klar, dass eine neue Lösung her muss. Schließlich haben alle Freunde ihr Zuhause verloren, nur weil sie Benni mit den Möhren helfen wollten …

Das vor Möhren überquellende Vorsatzpapier, deutet die Problematik bereits an. Benni hortet aus Leidenschaft und kann sich von seinen Möhren einfach nicht trennen. Sie sind sein Leben, zum Leidwesen seiner Freunde, wie sich später herausstellen wird. Der Weg zur Erkenntnis ist jedoch lang. So muss das Kaninchen erst durch mehrere Fehlversuche durch, bis irgendwann sogar die Freundschaft zu den Tieren auf dem Spiel steht. Als allerdings die Freunde nass und obdachlos vor Benni stehen, wird ihm klar, dass es nur eine Lösung geben kann.

Neben der Thematik „Freundschaft“ und „Hilfsbereitschaft“, wird hier auch das „Teilen“ thematisiert. Das soziale Lernen beginnt mit dem egozentrischen Blick des Kaninchens auf seine eigenen Bedürfnisse und endet mit der Weitsicht, dass Verzicht auch wohltuend sein kann, weil man auf einer anderen Seite etwas Anderes dazugewinnt. Der positive Aspekt, wie hier die Freude und der Dank der Freunde ist eine große Entschädigung. Die expressiven Szenen evozieren ein Mitgefühl für die Sammelleidenschaft des Kaninchens, die schließlich zum Umdenken lenken. Nicht nur die Botschaft ist bedeutend, die Bilder machen nicht minder weniger Spaß. So resümiert, klingt das nach einem wohl gebahnten Weg für die kleinen Leser.

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Fazit

Sammeln und/oder teilen – Was ist schöner?

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