Meine Klasse | Klassengemeinschaft stärken mit „Genau so, wie du bist“

Dieses Unterrichtsmaterial lehnt sich thematisch an das Bilderbuch von Joanna Gaines „Die Welt braucht dich: Genau so, wie du bist an. Es behandelt die Themenbereiche „Akzeptanz, Diversität und Verschiedenheit„.

Mit dem Slogan „Meine Klasse ist klasse!“ geht es darum, die eigenen Stärken und Interessen in den Fokus zu nehmen. Es zeigt, dass jeder anders lernt und seine ganz eigenen Begabungen hat. Dadurch wird eine wertschätzende Lernatmosphäre etabliert und die Klassengemeinschaft gestärkt.

Im Material ist ein A5-Büchlein enthalten. Es geht darum, die Mitschüler wahrzunehmen und zu erkennen, wer lieber alleine und wer in Gruppen zusammenarbeitet. Gibt es in der Klasse Kreative oder Erfinder? Beispielhaft werden zwei Kinder in einem kleinen Steckbrief vorgestellt, die nach ihren Stärken ihren persönlichen Heißluftballon beschreiben. Eine mögliche Anschlussaufgabe wäre, einen Mitschüler aus der eigenen Klasse zu beschreiben und seinen Luftballon auszugestalten, so wie man ihn sieht. Die Auswertung birgt sicherlich einige Überraschungen und Spannungsmomente.



Für den Kunstunterricht lässt sich die Idee der individuellen Heißluftballons aufgreifen und eigene Ballons falten und verzieren. Entsprechende Bastelvorlagen für den Ballon und das Körbchen wurden ergänzt. Für jüngere Kinder liegt ein passendes Ausmalblatt bei. Als Geburtstagskalender wären die Kunstwerke ebenfalls denkbar, genauso wie die Ausgestaltung von den Heißluftballons für die Fensterdekoration.

Zum Material:

Jessica Love – Julian feiert die Liebe

Rezension

Die Liebe kennt keine Formen, keine Farben und auch kein Geschlecht. Am Mutter- oder Vatertag stehen Eltern und Kinder eng zusammen und zelebrieren die Liebe füreinander. Das individuelle Gefühl für Liebe, losgelöst von Grenzen, zeitlichen Beschränkungen oder dem Urteil der Intensivität, wird auch in diesem Bilderbuch von Jessica Love so selbstverständlich erzählt, wie man es sich als Erwachsener für seine Kinder nur wünschen kann.

Julian besucht gemeinsam mit seiner Freundin Marisol eine gleichgeschlechtliche Hochzeit. Während die Erwachsenen sich am Tisch versammeln, schleichen sich die Kinder, getrieben von der Lust des Entdeckens, unter die Hänge einer Weide, einem Feenschloss. Hier tollt Marisol im Matsch, während Julian an einem Feenkleid mit Flügeln bastelt. Letztendlich ist es genau das, was sich Eltern für ihre Kinder wünschen: Eigene Flügel, um frei das Leben und das persönliche, ganz eigene Glück zu erkunden, ohne eingeengt und in ein bestimmtes Muster gezwängt zu werden.

Die Autorin schafft es mit nur wenigen Worten, dafür mit viel Atmosphäre in den Bildern eine so gewaltige Portion Akzeptanz zu schaffen, dass es beeindruckt. Es wirkt auf keiner Seite gewollt, übertrieben oder zu sehr den Fokus auf das Rollenverständnis und Diversität richtend. Genauso wie die Botschaft, liest es sich frei und selbstverständlich.

Blick ins Buch
Fazit

Liebe hat viele Facetten!

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Kurt Cyrus und Andy Atkins – Napoleon Chamäleon

Napoleon ist aufgrund seiner sehr gut ausgeprägten Anpassungsfähigkeit an die Umgebung beinahe unsichtbar. Der Nachteil ist, dass die anderen Tiere ihn nicht beachten. Mal halten sie ihn für einen sprechenden Ast, mal für eine Pflanze. Also beschließt er die anderen auf sich aufmerksam zu machen und baut eine Trompetenblumen-Vogeltränke und eine Fußmatte aus Zweigen. Doch all das half nichts.

Er ist witzig, höflich, mutig und wird trotzdem nicht gesehen. Erst als ihm ein Missgeschick passiert und er sich nicht um Aufmerksamkeit bemüht, richten die Tiere ihr Augenmerk auf ihn. Und was lässt sich mit einem Chamäleon besser spielen als Verstecken?

Rezension

Das Bilderbuch „Napoleon Chamäleon“ hat im Fokus die Problematik „Freunde finden“ und „Akzeptanz“. Es zeigt auf eine wunderbar naive und kindliche Weise, wie Menschen sich in neuen sozialen Gefügen zeigen und etwas sein wollen, was sie nicht wirklich sind. Jegliches aktive und vielleicht auch gar krampfhafte Bemühen um das „Gesehenwerden“ misslang.

Erst als das Chamäleon seinem Naturell folgte und ganz unbeholfen seine innere Stärke und keine gekünstelte Fähigkeit zeigte, wurde er wahrgenommen. Die Botschaft ist eine ganz einfache und doch eine sehr bedeutende, die auch vielen Erwachsenen hin und wieder schwer fällt: Sei du selbst! Die richtigen Freunde werden dich als „Gesamt-Kunstwerk“ mögen und nicht als Summe aus guten Eigenschaften abzüglich der Schwächen.

Ein Kunstwerk ist auch die Gestaltung des Bilderbuchs. Es strotzt nur so vor Farbe, Lebensfreude, Unterschiedlichkeit und Individualität. Der Dschungel entfaltet sich in all seiner Pracht. Auch die Gefühle werden wunderbar abgebildet und zeigen sowohl in der Mimik als auch in der perspektivischen und farblichen Darstellung die ganze Bandbreite der thematisierten Emotionen.

Blick ins Buch

Fazit

Sei du selbst – das ist der beste Weg!

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Jenni Desmond – Das Zebra, das zu schnell rannte

Das Zebra, das zu schnell rannte

Das Zebra, das sehr schnell rennen kann, hat zwei beste Freunde: einen Elefanten, der sehr klug ist und interessante Geschichten erzählen kann und einen Vogel, der äußerst witzig ist und alle zum Lachen bringt. Zusammen sind sie die drei allerbesten Freunde. Doch eines Tages war das Zebra so aufgedreht und fröhlich, dass er ZU schnell rannte und den Freunden davon ganz schwindelig wurde. Sie baten das Zebra damit aufzuhören, doch das Zebra hörte nicht auf. So entschieden der Elefant und der Vogel, dass sie zu zweit besser dran sind.

Eine Giraffe fand das traurige Zebra und bot ihm ein paar frische Blätter an. Nun rannten sie zusammen um die Wette. Währenddessen zog ein schwerer Sturm auf und der Elefant und der Vogel wünschten sich Zebra zurück, um sie mit einem Zebra-Spiel aufzuheitern. Das Gewitter machte ihnen Angst. Sie fanden Zebra bei Giraffe und spielten, lachten und lauschten interessanten Geschichten, bis sie einschliefen. Am nächsten Morgen waren sie jedoch nicht mehr die drei allerbesten Freunde… denn sie waren jetzt zu viert!

Jenni Desmond hat hier ein sehr zauberhaftes und modern illustriertes Bilderbuch geschaffen. Durch feine Linienstriche schafft sie es den Figuren ganz eigene Charakterzüge zu verleihen. Dabei ist stets Bewegung und Perspektivwechsel im Spiel. Es ist ein Genuss sich die Zeichnungen immer und immer wieder anzuschauen.

Das Thema Freundschaft wird hier in einer oft nicht unproblematischen Konstellation thematisiert. In der Streitschlichtung erlebe ich regelmäßig, dass eine häufige Ursache für Streitigkeiten Ausgrenzung und Eifersucht ist. Das Zebra hat sich nicht an die Bitte seiner Freunde halten können und war in seinem Verhalten noch sehr egozentrisch, was typisch für 5-6 Jährige ist, woraufhin er von seinen Freunden ausgegrenzt wurde.

Die Freunde erleben jedoch, dass jeder in seiner Individualität, mit all den dazugehörenden Macken, so schätzbar ist, dass sie ihn schon bald vermissen. Und da Freundschaft kein starres Konstrukt ist, erfahren die Freunde, dass der Freundschaftsbund sich auch vergrößern und alle somit bereichern kann. Manchmal ist nur ein Perspektivwechsel nötig.

Das Zebra, das zu schnell rannte

Material

Seine Freunde schätzen lernen mit all den dazugehörenden Eigenschaften – sich streiten, versöhnen, respektieren und lieben … ein lebenslanger Prozess.Zebra_Freunde_Bild

Ein alltägliches Thema für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter.

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