Barry Falls – Das ist deine Welt!

Die Welt ist wundervoll – genau wie du!

Das Leben – abgebildet als saftig grüner Baum mit unendlichen Verzweigungen, Lebenswegen, Inhalten, die aus den Ästen und Zweigen herausragen. Hier steckt Wissen, wertvolle Begegnungen, Erfahrungen, Erlebnisse, Künste, Kultur, Fertigkeiten und vieles mehr. Das Sammelsurium ist scheinbar unendlich – das Leben bietet so viel! Unter dem Baum laufen Kinder, begleitet von ihren Eltern, die sie stützen, ihnen Mut machen, anstupsen, anregen, motivieren und Liebe schenken.

„Das ist deine Welt!“ ist das perfekte Geschenk von Erwachsenen an Kinder, sei es aus Elternsicht oder der Patentante bzw. -onkel. Es ist ein bunter Mutmacher, der die Kinder bestärkt sich den Herausforderungen zu stellen, mutig dem Leben entgegen zu treten, auftretende Probleme mit Zuversicht zu meistern und stets an sich zu glauben.

Gelegenheiten zum Verschenken gibt es genug: Einschulung, Übertritt an die weiterführende Schule, Konfirmation oder Kommunion, runde Geburtstage, Prüfungen jeglicher Art oder auch sehr gerne einfach mal so, wenn das Kind oder auch der Jugendliche etwas emotionale Stütze benötigt.

Das Kind wird im Buch behutsam an die Hand genommen und anhand von drei Lebensweisheiten durch das Leben begleitet. Es sind die Wunder, die es zu entdecken gilt. Es läuft nicht alles glatt und so wie erhofft. Auch dunkle Seiten, Niederschläge und Fehler gilt es zu bewältigen. Es wird Menschen geben, die ihre Sicht einem aufdrücken wollen. Und genau hier kommt mein Highlight: Der Sprecher stoppt an dieser Stelle und gleitet in die Selbstreflexion:

Moment einmal, kann das denn sein?
Ich rede dir genauso drein!
Erkläre alles immerzu,
nur weil ich größer bin als du.

Die dritte Lebensweisheit ist die bedingungslose, elterliche Liebe, die immerwährend existieren wird, egal was kommt!

Ein rührendes, mutmachendes Bilderbuch als ideales Geschenkbuch!

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Kobi Yamada und Charles Santoso – Das Glück in dir

Rezension

Es ist dein Leben. Es ist deine Zeit.

Warte nicht darauf, dass die Dinge einfacher, leichter
oder besser werden. Das Leben wird immer kompliziert sein.
Lerne, jetzt glücklich zu sein. Und sei dir bewusst,
egal welche Zeit oder welcher Tag es gerade ist, jetzt ist immer.

Kobi Yamada schafft es als Schöpfer von lebensnahen Lektionen, genau die richtigen Worte und Beispiele zu finden, um zuversichtlich im Jetzt zu leben. Das Bedürfnis nach Glück wohnt jedem Menschen inne. Es ist die Hoffnung, die uns antreibt, das Vertrauen, das sich alles wieder passend fügt, das Empfinden von Reichtum im Dasein. Auch in schwierigen Momenten, die von Zweifel belegt sind, sei dir bewusst, dass du selbst deine Gedanken fütterst.

Kommen Zweifel auf, liebe mehr.

Das kleine, zarte Entlein stellt sich mutig und offen den Herausforderungen des Lebens. Die expressiven Szenen evozieren ein Gefühl für unsere manchmal schwankende Welt. Der Protagonist schafft es trotzdem auf lustvolle Weise im Chaos zu navigieren. Bemühen ist ein Weg etwas zu erreichen und Fortschritte zu machen. Die großen Hürden sind oft wir selbst. Mach den größtmöglichen Schritt und dann von dort, geh einen weiteren Schritt. Der Kreis des Lebens wird sich schließen. Idealerweise fügst du etwas zum Wunder Welt hinzu.

Du kannst schaffen, wofür du bereit bist.

Dieses Bilderbuch mit hauchzarten und pointierten Illustrationen in der Schlüsselfarbe Grau, mit einzelnen Akzenten vom lichtspendenden Gelb zeigt, dass die Welt eben nicht Schwarz oder Weiß ist. Dazwischen ist noch so viel mehr. Das Glück steckt in den kleinen Dingen. Mit unseren Gedanken haben wir einen großen Einfluss darauf, was wir fühlen und wie wir die Umstände wahrnehmen und bewerten. Die Lebensweisheiten sollte man sich daher viel öfter in Erinnerung rufen.

Blick ins Buch
Fazit

Inspirierendes und hoffnungspendendes Bilderbuch zum Verschenken zum Neuen Jahr, in einschneidenden Lebensphasen, zum Schulabschluss, zum Ruhestand oder einfach mal so…ganz ohne besonderen Anlass!

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Kinderbuchblogger Adventskalender 2021 – Maus und Eichhorn auf großer Winterreise

Rezension

Zwischen den umher schwebenden Flocken des ersten Schnees entdeckt die Maus weiße Zacken am Horizont. Die Berggipfel wecken in ihr eine noch nie dagewesene Sehnsucht. Gepackt vom Fernweh, schraubt das Eichhorn Kufen an den Schlitten. Die Winterreise der beiden Freunde kann beginnen. Jedes Abenteuer kommt mit Begegnungen einher und das wiederum ermöglicht eine Begegnung mit sich selbst. Jede Schwierigkeit lässt die Freunde über sich selbst hinaus wachsen und man darf mittendrin nicht vergessen, einfach innezuhalten und zu genießen.

Sie machen eine Glückspause.
Denn wer es zusammen bis nach ganz oben geschafft
hat, muss sich vor Freude hinsetzen und Nüsse knacken.

Es ist ein ruhiges Bilderbuch mit Illustrationen, die zum Verweilen und Entdecken einladen. Es handelt von Freundschaft und dem Mut aufzubrechen und Neues zu sehen und zu erfahren. Naturbegegnungen können wahnsinnig faszinierend sein und bieten wertvolle Erfahrungsräume an. So wird ein aktives und dynamisches Lernen in unserer Welt möglich. Gleichzeitig wird das Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt gestärkt. In diesem Sinne kann die Natur den Kindern, aber auch Erwachsenen Lehrmeisterin für eindrucksvolles Wahrnehmen des Lebens sein.

Blick ins Buch
Fazit

Naturnahe Erlebnisse feiern und aus Begegnungen Dankbarkeit schöpfen!

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Gewinnspiel:

Im Rahmen des Kinderbuchadvents verlose ich ein Exemplar von „Maus und Eichhorn auf großer Winterreise“.

So geht’s:

Verrate mir dafür einfach in den Kommentaren, welche Reise ihr gerne unternehmen würdet.

Die Verlosung startet mit Freischaltung des Posts und endet am Donnerstag, 23. Dezember 2021, 23:59 Uhr. Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück!

Herzlichen Glückwunsch, Rose!

Bitte beachten: Teilnahmeberechtigt sind nur User mit Versandadresse in Deutschland, die mindestens 18 Jahre alt sind. Die GewinnerInnen werden nach dem Zufallsprinzip ermittelt. Die Daten werden nach Beendigung des Gewinnspiels gelöscht. Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook oder Instagram und wird in keiner Weise gesponsert, unterstützt oder organisiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wird der Gewinn nicht innerhalb von drei (3) Tagen nach der Bekanntgabe angenommen, wird das Recht vorbehalten, den Gewinn anderen Teilnehmern zur Verfügung zu stellen.

Weitere Türchen für das Jahr 2021:

23 Kinderbuch-Detektive
24 Buchverzückt

Rachel Bright und Chris Chatterton – Der Sorgosaurus

Rezension

Der kleine Sorgosaurus ist sehr sorgfältig, bedacht und mag Struktur. So kommt es, dass er zu seinem Ausflug mit einer abgearbeiteten Liste aufbricht. Vor der Ankunft seines Ziels, überfallen ihn allerdings erneut Sorgen. Er fragt sich, ob er genug Essen dabei hat, ob die Route stimmt und jegliche „Was-wenn-Szenarien“ bahnen sich ihren Weg in seinen Kopf.

Entmutigt rastet er vorerst und merkt, dass der blaue Schmetterling, das Symbol seiner Ängste, nun anfängt zu wachsen und sich in seiner Gefühlswelt auszubreiten. Wie gut, dass seine Mutter ihm eine „Mut-Mach-Schatzkiste“ mitgegeben hat. Hier finden sich alle Gegenstände, die dafür sorgen, dass seine Sorgen sich in Luft auflösen. Ein Stock, ein Stein, ein Teddy und vor allem Mamas Brief heitern ihn augenblicklich auf und so kann er positiv gestimmt wieder weiterziehen. Er beruhigt sich im Nu und der blaue Schmetterling fliegt wieder aus seinem Bauch.

„Der Löwe in dir“ von Rachel Bright hat eine große Anhängerschaft gefunden. Auch die Botschaft in diesem Buch ist von großer Relevanz, wenn auch die Illustrationen im Vergleich einen kleinen Dämpfer erleiden. Der Sorgosaurus wirkt etwas blass und hat nicht die große Strahlkraft der Jim-Field-Illustrationen. Die Reime lesen sich im Großen und Ganzen flüssig und haben nur selten kleine Holperstellen, was sicherlich auch dem Übersetzen geschuldet sein wird.

Dieses Bilderbuch von Rachel Bright greift ein Thema auf, dass vor allem in der Pandemiezeit eine noch größere Gewichtung bekommen hat. Unsicherheiten, Ängste und Sorgen plagen nun auch vermehrt Kinder. Das Spinnennetz der negativen Gedanken kann schnell Überhand nehmen und schon findet man sich in einem dunklen emotionalen Loch. Hier ist es wichtig, Kindern Werkzeuge an die Hand zu geben, um aus der Negativität wieder heraus zu finden. Der Sorgosaurus hat eine mutmachende Schatzkiste dabei, gefüllt mit materiellen und ideellen Schätzen. Dieser Zugang erleichtert ihm die Distanzierung von den belastenden und einengenden Gefühlen. Damit hat er sein persönliches, verlässliches Instrument und kann sich auf seine eigenen Ressourcen besinnen.

Dieses Bilderbuch kann dazu dienen, sich bewusster mit seinen Gefühlen und Ängsten auseinander zu setzen und herauszufiltern, auf welchen Wegen die belastenden Gefühle minimiert werden können. Es bietet sich an, eine ganz persönliche Schatzkiste zu basteln und sie individuell zu befüllen. Im fächerübergreifenden Unterricht lassen sich Sorgenfresser künstlerisch gestalten oder Methoden erfinden wie Angst in Mut verwandelt werden kann.

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Fazit

Der Angst nicht zu viel Raum geben – Strategien zum Umgang mit Sorgen!

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Kristin Lückel und Regine Altegoer – Erzähltheater: Nur Mut, kleiner Drache

Rezension

Diese aufstellbare Mappe ist nicht nur eine Sammelstelle für die 12 Erzählkarten im DIN-A4 Format, sondern auch gleichzeitig ein Kamishibai-Rahmen. Mit einem Griff ist das Erzähltheater ohne Flügel aufgestellt, sodass die Aufmerksamkeit der Zuhörer und Zuschauer auf den bildlich dargestellten Kern gelenkt werden kann. Die Bildkarten werden von 3 Erzählkarten begleitet, auf den der zu erzählende Text abgedruckt ist. Pädagogisch wertvoll sind die Vorschläge in Bezug auf „Fragen und Impulse“, so dass Kinder auch im  mündlichen Sprachgebrauch aktiviert werden und noch tiefer in die Geschichte eintauchen können.  Dabei sind die Fragen sowohl auf dem reproduzierenden Niveau gehalten als auch auf der weiterführenden Ebene, die das selbstständige Denken und Urteilen fördert. Der individuelle Bezug zur eigenen Person und der Gefühlswelt wird zusätzlich forciert.

Gewöhnlich haben Drachen vor gar nichts Angst – nur Hugo ist anders. Er fürchtet sich vor dem Flugunterricht, vor schnellen Bällen beim Drachenfußball und auch die Dunkelheit macht ihm zu schaffen. Im Keller sieht er immer wieder gruselige Monster und auch das Feuerspucken bereitet ihm Unbehagen. So kommt es, dass die anderen Drachen ihn als „Hugo Hasenfuß“ hänseln.

Er flüchtet sich in sein Geheimversteck und macht es sich in einer Geheimruine gemütlich. Hier lernt er auch die Fledermaus Freddy kennen, die auch manchmal Angst hat und meint, dass es völlig normal ist. Mit einem neuen Freund an seiner Seite, gewinnt Hugo immer mehr als Selbstbewusstsein und stellt sich seinen Herausforderungen. Er erfährt, dass auch die anderen Drachen vor irgendetwas Angst haben und ist sich nun sicher, dass er mit seinen Ängsten nicht allein ist. Ein echter Freund kann einen nämlich auch ganz schön stark machen.

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Fazit

Im Leben braucht es Mut: Ein Erzähltheater zum Thema Angstbewältigung

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Kurt Cyrus und Andy Atkins – Napoleon Chamäleon

Napoleon ist aufgrund seiner sehr gut ausgeprägten Anpassungsfähigkeit an die Umgebung beinahe unsichtbar. Der Nachteil ist, dass die anderen Tiere ihn nicht beachten. Mal halten sie ihn für einen sprechenden Ast, mal für eine Pflanze. Also beschließt er die anderen auf sich aufmerksam zu machen und baut eine Trompetenblumen-Vogeltränke und eine Fußmatte aus Zweigen. Doch all das half nichts.

Er ist witzig, höflich, mutig und wird trotzdem nicht gesehen. Erst als ihm ein Missgeschick passiert und er sich nicht um Aufmerksamkeit bemüht, richten die Tiere ihr Augenmerk auf ihn. Und was lässt sich mit einem Chamäleon besser spielen als Verstecken?

Rezension

Das Bilderbuch „Napoleon Chamäleon“ hat im Fokus die Problematik „Freunde finden“ und „Akzeptanz“. Es zeigt auf eine wunderbar naive und kindliche Weise, wie Menschen sich in neuen sozialen Gefügen zeigen und etwas sein wollen, was sie nicht wirklich sind. Jegliches aktive und vielleicht auch gar krampfhafte Bemühen um das „Gesehenwerden“ misslang.

Erst als das Chamäleon seinem Naturell folgte und ganz unbeholfen seine innere Stärke und keine gekünstelte Fähigkeit zeigte, wurde er wahrgenommen. Die Botschaft ist eine ganz einfache und doch eine sehr bedeutende, die auch vielen Erwachsenen hin und wieder schwer fällt: Sei du selbst! Die richtigen Freunde werden dich als „Gesamt-Kunstwerk“ mögen und nicht als Summe aus guten Eigenschaften abzüglich der Schwächen.

Ein Kunstwerk ist auch die Gestaltung des Bilderbuchs. Es strotzt nur so vor Farbe, Lebensfreude, Unterschiedlichkeit und Individualität. Der Dschungel entfaltet sich in all seiner Pracht. Auch die Gefühle werden wunderbar abgebildet und zeigen sowohl in der Mimik als auch in der perspektivischen und farblichen Darstellung die ganze Bandbreite der thematisierten Emotionen.

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Fazit

Sei du selbst – das ist der beste Weg!

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Amy Krouse Rosenthal – Für mein Mädchen: Eine Liebeserklärung an dich

Rezension

Falls du jemals vergessen solltest, wie einzigartig du bist,
schlage irgendeine Seite in diesem Buch auf, und du wirst wieder wissen,
dass du etwas ganz Besonderes bist und aus tiefstem Herzen geliebt wirst.

Dieses Bilderbuch ist ein „Seelenstärker“ für alle kleinen und großen Mädchen dieser Welt. Es schenkt Selbstvertrauen, bestärkt das neugierige Denken, macht Mut, regt zur Akzeptanz und Selbstliebe an. Jede Doppelseite steht für sich und beginnt mit der Anrede „Mein Mädchen,“. Dabei ist es ganz universell gemeint, sodass jedes Mädchen und jede Frau gleichermaßen sich angesprochen fühlen kann.

Es geht darum seine Äußerlichkeiten lieben zu lernen, aber auch den Mut zu haben Fragen zu stellen. Mädchen sollen sich zu Wort melden, denn auch sie haben kluge Sachen zu sagen. Auch Verrücktheiten sind akzeptiert, genauso wie die Tatsache „einzigartig“ zu sein.

Die hier gesammelten Botschaften haben einen wahren Kern. Menschen zweifeln viel zu oft an sich. Diese Situationen geben einem Mut und strahlen Zuversicht aus. Es lässt sich wunderbar an Menschen verschenken, die einem am Herzen liegen.

Mein Mädchen, verliere nie die Fähigkeit zu staunen.

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Fazit

Ein Geschenkbuch, das noch mehr im Gepäck hat: Lebensweisheiten

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Meg McKinlay und Leila Rudge – Kleines Nashorn, wo fährst du hin?

Ein kleines Nashorn wollte die weite Welt sehen und tat etwas, was Nashörner gewöhnlich nicht tun. Es fing an zu träumen. Der Wunsch, einmal die Welt sehen, riechen und schmecken zu können wuchs und so baute es schließlich ein Boot.

Unterwegs probierte es von dem salzigen Meerwasser, beobachtete die Fische, bestaunte den Sternenhimmel und segelte bis in die tiefsten Länder und noch weiter. Als es alles gesehen hatte, segelte es wieder zurück und erzählte begeistert von seinen Erlebnissen, die auch unheimlich waren und Gefahren in sich bargen. Und doch war die Reise wunderbar und jede Erfahrung wert.

Rezension

Dieses Bilderbuch handelt vom Leben, schlichtweg vom Wagemut sich auf die Abenteuer des Lebens einzulassen und es voll und ganz in sich aufzunehmen. Das Nashorn verlässt die gewohnte Umgebung und traut sich aus seiner Komfortzone hinaus. Es verirrt sich, trifft auf Unerwartetes, durchlebt Schwierigkeiten und lernt dazu. Es wächst mit jeder Herausforderung und lernt seine Umwelt intensiver wahrzunehmen und wertzuschätzen. Reich an neuen Erkenntnissen kehrt es zurück. Es hat seinen Horizont erweitert, während die anderen Nashörner den Erzählungen nur halbherzig lauschen.

Die Begeisterung kann einzig und allein ein sehr junges Nashorn teilen. Es hat eine Kamera um den Hals hängen und steckt sein Horn ganz nach oben in die Luft. Es lässt sich anstecken und das Träumen beginnt. Dieses Bilderbuch ist für alle mutigen Menschen dieser Welt, die sich auf einer Reise befinden. Es greift emotional an den Wurzeln des menschlichen Daseins. Inhaltlich ruft es unbeirrt und sehnsuchtsvoll: „Öffnet die Tore und geht hinaus! Fallt hin und steht wieder auf! Das ist Leben in all seinen Facetten!“

„Kleines Nashorn, wo fährst du hin?“ ist ein zauberhaftes Bilderbuch für den Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule. Es nimmt die Angst vor dem Neuen. Es zeigt all die wunderbaren Möglichkeiten auf, die auf uns außerhalb des Gewohnten warten. Auch Erwachsenen, die Veränderungen im Leben durchleben, kann die Botschaft dieses Bilderbuchs viel Trost spenden und sie im Wachsen bestärken.

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Fazit

Ein Bilderbuch über den Aufbruch, Wagemut und die Abenteuer des Lebens

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Sabine Hönnige und Martina Unterfrauner – Das Zebra Wisch und Weg

Das Zebra Wisch und Weg

Das Zebra Wisch und Weg ist ein besonderes Zebra. An seinem Schwanz hängt ein großer, löchriger Zauberschwamm. Da es vor vielen Dingen Angst hat, zaubert es sich einfach mi dem Spruch „Schwämmchen, Schwämmchen, hör mir zu, ich will hier weg, dann hab ich Ruh!“ weg und taucht an einem anderen Ort wieder auf.

Der große Elefant macht dem Zebra Angst, genauso wie Dunkelheit, Höhe, Streitigkeiten, seltsame Geräusche und und und. Doch eines Tages ist sein Zauberschwamm einfach verschwunden und das ängstliche Zebra muss sich seinen Ängsten stellen. Bei einer Spinnen-Rettungsaktion merkt das Zebra, dass seine Angst oft unbegründet ist und man sich manchmal nur etwas trauen muss. Sein Mut wird belohnt und er lernt, dass es wichtig ist über seine Ängste und die unangenehmen Dinge zu sprechen.

„Das Zebra Wisch und Weg“ ist eine Angstbewältigungsgeschichte. Der erste Schritt ist immer sich als Kind die eigene Angst einzugestehen. Damit umzugehen ist der nächste Schritt. Das Zebra flüchtet sich zunächst vor scheinbar bedrohlichen Situationen und dichtet sich die schrecklichen Ereignisse zurecht. Irgendwann ist es gezwungen sich der eigenen Angst zu stellen und merkt, dass diese auch überwunden werden kann.

Sehr schön ist der vorgeschlagene Zugang erst über die Angst und die bedrohlichen Situationen zu sprechen. Zur Bewältigung schaut das Zebra daraufhin genauer hin, um zu erkennen ob Flucht sinnvoll ist, wie z.B. bei einer Begegnung mit Löwen oder Hyänen oder ob die Situation durch die eigene Angst verzerrt wurde. So entpuppt sich das dunkle Monster schnell als der eigene Schatten. Diese Differenzierung ist für das Überleben von Mensch und Tier sehr wichtig.

Das Bilderbuch ist mit einem Seitenumfang von 40 Seiten ziemlich umfassend. Die Darstellung der Mimik und Körperhaltung lassen keinen Zweifel an der Gefühlslage des Zebras; allein das traurige Gesicht und die zusammengekrümmte  Haltung auf der Titelseite sprechen Bände. Erfreulicherweise widmet sich die Autorin dem befreienden Gefühl, das die Loslösung von der Angst mit sich bringt, sehr ausführlich. So entdeckt das Zebra nach und nach, was es zuvor aufgrund der beherrschenden Angst alles verpasst hat: den funkelnden Sternenhimmel bei Nacht oder den kitzelnden Windhauch hoch oben auf den Bergen. Hier zeigt sich auch, dass es Wirklichkeit als solche nicht gibt, sondern nur die von uns – innerhalb bestimmter Rahmenbedingungen – konstruierte Wirklichkeit.

Das Zebra Wisch und Weg

„Das Zebra Wisch und Weg“ ist ein aufbauendes Bilderbuch, das dazu einlädt, mit Kindern über ihre Ängste zu sprechen.

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Lemony Snicket und Jon Klassen – Dunkel

Dunkel Jon Klassen

Die Dunkelheit jagt Leo große Angst ein. Sobald die Sonne untergeht, breitet sich das „Dunkel“ im ganzen Haus aus. Es versteckt sich im Schrank, hinter dem Duschvorhang und auch unter den Treppen. Doch die meiste Zeit verbringt das Dunkel im Keller, dort wo es auf den Sonnenuntergang wartet. Eines Nachts kommt das Dunkel in Leos Zimmer, um ihm etwas zu zeigen. Mit einer Taschenlampe bewaffnet, begibt sich Leo auf den Weg in den Keller, wo er eine sonderbare Entdeckung macht …

Die Angst vor der Dunkelheit beschäftigt viele Kinder. Die Thematik hat somit einen engen Alltagsbezug und spricht viele Kinder an. Oft spielt die Fantasie den Kindern einen Streich, sobald die Augen nichts mehr sehen können. In den sehr dunkel gehaltenen Illustrationen von Jon Klassen ist diese Erfahrung des Nicht-sehen-könnens wunderbar eingefangen. Lediglich die Taschenlampe in Leos Händen beleuchtet die Umgebung, so dass das Dunkel sehr viel Raum erhält.

Leos Angst ist für den Leser schon fast spürbar. Die Wirkung wird durch die Illustrationen verstärkt. Es empfiehlt sich das Bilderbuch nicht unbedingt vor dem Zubettgehen zu lesen. Ein gemeinsames Gespräch über den Ausgang der Geschichte ist ebenfalls sehr ratsam. Schließlich wird das Dunkel zum Schluss als etwas Notwendiges und vor allem Natürliches gesehen.

Als Leo ins Bett ging, war das Dunkel nicht mehr in seinem Zimmer, außer als er die Augen zumachte, um zu schlafen.

Diese Erkenntnis ist sehr beruhigend: Das Dunkel begleitet uns täglich wenn wir einfach nur die Augen schließen.

Dunkel Jon Klassen
Ein Bilderbuch über die Angst vor der Dunkelheit und wie man sich ihr stellen kann.

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