Sabine Städing und Nadine Reitz – Die Stoffis

Sabine Städing erweckt auch in diesem zweiten Band der Reihe „Die Stoffis“ Stofftiere zum Leben. Der Untertitel „Alle für einen“ lässt bereits erahnen, dass hier die Werte Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft eine große Rolle spielen. Die sechs aussortieren Kuscheltiere leben in ihrem umgebauten Spielhaus und genießen ihre Eigenständigkeit sichtlich. Doch eines Tages wird Sternchen bei einem Ausflug von einer Kindergartengruppe mitgenommen. Dort wird es zunächst ordentlich gewaschen und lernt beim Trocknen die anderen Spielzeuge kennen. Nicht jeder beneidet die Freiheit von der der Seestern berichtet. Schließlich möchten einige als Spielzeuge von Kindern auch bespielt werden. Andere wägen die Überlegung ab, sich Sternchen und seinen Freunden anzuschließen, schließlich sind sie schon älter und mögen das Gezerre bei den Kleinkindern nicht mehr so gerne. Währenddessen überlegen Sternchens Freunde, wie sie ihn aus seiner misslichen Lage befreien sollen und machen sich mit vereinigten Kräften auf zur besonderen Rettungsaktion.

Die Idee Stofftieren Leben einzuhauchen ist absolut kindgerecht umgesetzt und wird von den fröhlich bunten Illustrationen gestützt. Kindergartenkinder und auch Erstklässler können sich sehr gut in die Handlung hineinversetzen. Schließlich fantasieren sie ebenfalls und erfinden für ihre kuscheligen Lieblingsbegleiter Erlebnisse jeglicher Art. Getragen wird die Geschichte von der Sicherheit, dass Freunde einem immer zur Seite stehen und der Akzeptanz von Andersartigkeit. Die Schildkröte ist zwar langsam, doch dafür eine kluge Ratgeberin. Dem Bären fehlt ein Arm und doch kann er mit einem großen Herzen glänzen. Die Tiere ergänzen sich perfekt und zeigen wie Inklusion ganz natürlich gelingt. Kleine Sticker der wunderbaren Charaktere können nach jedem Kapitel vorne im Buch eingeklebt werden oder auch an die Kinder in der Lerngruppe verteilt werden. Die Freude wird groß – so oder so!

Fantasievoll und inklusiv – Wertevermittlung der Zusammengehörigkeit

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Suzanne & Max Lang – Schöne Bescherung, Jim!

Jim ist so gar nicht in Weihnachtsstimmung, dabei ist die Weihnachtszeit doch die schönste Zeit im Jahr. Alle Tiere im Dschungel freuen sich, nur der miesgelaunte Affe kann den Feierlichkeiten nichts abgewinnen. Seine schlechte Laune verdüstert sich aufgrund des schlechten Wetters und der ungenießbaren und unreifen Bananen. Die schiefen Gesänge des Marabu lassen ihn nur noch mürrischer werden.

Die Tiere geben sich alle Mühe, Jim die magische Zeit schmackhaft zu machen und äußern Vorschläge, wie er die Winterzeit genießen könnte. Da wäre das Naschen von Weihnachtssüßigkeiten, ausgedehnte Weihnachtsschläfchen, Weihnachtsbasteleien oder auch die Möglichkeit den anderen etwas Gutes zu tun.

Jim steht sich allerdings mit seiner Negativität so sehr im Weg, dass er aus dem Kreislauf gar nicht mehr heraus kommt. Er ist der Grinch schlechthin. Lediglich eine kleine Geste des Gorillas, schafft es den Affen wieder zu beruhigen. Sein Freund strahlt regelrecht Optimismus aus. So trinken die beiden Tiere gemeinsam Tee und die wohlige Wärme breitet sich so weit aus, dass sie sich auf sein Gemüt überträgt.

Wenn du dir Zeit nimmst, um die schönen Dinge um dich herum zu entdecken, kommen dir deine Sorgen plötzlich viel kleiner vor.

Die Weihnachtszeit ist eine wunderbare Gelegenheit, am Ende des Jahres innezuhalten und aus der Metaperspektive sich und sein Leben zu betrachten. Für welche Dinge darf man dankbar sein? Manchmal gerät man in einen Strudel des Alltags und droht Dinge und Menschen als selbstverständlich zu erachten. Dieses Bilderbuch mit dem „Negativ-Beispiel“ in Form des Affen als Charakter rüttelt auf.

Weihnachten mit den Liebsten ist am schönsten – ein Bilderbuch mit Witz und Charme!

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Brigitte Weninger und Katharina Sieg – Der kleine rote Pullover

Ein schwarzer Rabe entdeckt an der Wäscheleine einen kuschelig weichen, roten Pullover. Voller Stolz „klauft“ er das Fundstück an einem eisigen Wintertag und bringt es zu seiner Familie. Die Rabenmutter schimpft allerdings und gibt zu bedenken, dass die Farbe Rot jegliche Feinde anlockt. Das Dach des Nestes kann damit nicht bedeckt werden. Und so wirft der Vater den Kinderpullover in den Schnee.

Hier beginnt die Reise des Kleidungsstücks. Es wandert zum Hasen und einem Eichhörnchen und wird dort als Tragehilfe gebraucht. Fräulein Fuchs versucht es als schicken Rock zu nutzen, muss allerdings feststellen, dass es farblich nicht zu ihrem Fell passt. Eine Mäusefamilie freut sich über den Fund und sucht darin für eine Nacht Unterschlupf, ähnlich dem bekannten Märchen „The mitten“.

Der Förster findet den Kinderpullover am nächsten Morgen und betrachtet die Spuren, die von den Erlebnissen der letzten Tage berichten. Eine schwarze Feder, ein Büschel Hasenfell, Fuchsmädchenhaare, Kieferzapfen und Mäusekötel haben sich in die Maschen gezwängt.

Diese Wintergeschichte richtet den Fokus auf Dinge, die unerzählt bleiben. Welche Reisen haben Kleidungsstücke durchlebt, die man weitervererbt bekommt oder gar Secondhand erworben hat? Welche Geschichten würden gebrauchte Sachen erzählen?

Einfach mal die Perspektive und den Blickwinkel wechseln!

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Joseph Coelho und Allison Colpoys – Wenn die ganze Welt…

Wie findet man Worte für etwas so Ungreifbares, Beängstigendes und einfach nur Traumatisches, wie den Verlust eines geliebten Menschen? Der Tod gehört zum Leben dazu. Aus rein rationaler Sicht, wisssen es auch die Kinder. Doch jemanden wirklich im wahren Leben gehen lassen zu müssen, ist für alle Menschen schwierig.

Dieses Bilderbuch bietet eine kindgerechte Möglichkeit für den Umgang mit dem Verlust eines Menschen an. Die Protagonistin lässt die wertvollen Erlebnisse mit ihrem Großvater durch den Jahreszeitenblick revue passieren. Sie machen Spaziergänge durch die Natur, spielen mit den Autos und erzählen sich Geschichten aus früheren Zeiten. Nur manche Geschichten sind ganz still. So wie der Tod ihres Großvaters. Irgendwann ist das Zimmer leer, denn ihre Eltern räumen still und leise alles aus. Was bleibt? Ein Kaleidoskop aus Erinnerungen.

Glücklicherweise hat ihr Großvater ein selbst gemachtes, leeres Buch hinterlassen. Hier darf sie ihre gemeinsamen Erinnerungen verewigen. Und so beginnt das junge Mädchen zu malen und zu schreiben, sodass die Erinnerungen wieder lebendig werden und nicht mehr so schnell zu verblassen drohen.

Dieses Bilderbuch ist keinesfalls grau und eintönig. Es schwirrt vor Lebendigkeit und Farbigkeit. Die Illustrationen füllen die Doppelseiten mit Leben aus. Die Liebe zwischen Großvater und Enkelkind ist spürbar. Nicht einmal der Tod führt zum Trübsal blasen. Schließlich bleibt auch danach noch so viel Tröstendes: die wertvollen, gemeinsamen Erinnerungen!

Ein farbenfrohes und tröstendes Bilderbuch!

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Susanne Weber und Stefanie Reich – Fuchs und Luchs: Freundschaft mit Schluckauf

Versteckt im tiefen Wäldchen hier,
lebt Lu, ein ganz besondres Tier.
Lus Pfoten sind sehr weich und breit,
mit ihnen läuft sie schnell und weit.

Den kleinen liebenswertigen Luchs hat man beim Anblick des Covers schon ins Herz geschlossen. Der Niedlichkeitsfaktor ist nicht zuletzt der begabten Illustratorin Stefanie Reich zu verdanken. Jede Doppelseite überbietet sich darin, den Leser zu entzücken, wie Fuchs und Luchs sich trotz ihrer Unterschiede annähren und schließlich zu Freunden werden. Ein nicht minderer Genuss ist die gewählte Typografie im Buch.

Susanne Weber liefert die dazu passenden Reime, die sich ganz und gar nicht holprig vorlesen lassen, auch wenn es inhaltlich durchaus turbulent zugeht. Lu, der kleine Luchs hat nämlich furchtbaren Schluckauf. Das kommt jedes Mal, wenn er mit seinen Geschwistern kichert. Sämtliche Tricks hat er ausprobiert und alles ohne Erfolg. Der Fuchs holt sich Rat bei seinem weisen Großvater und findet tatsächlich die Lösung für das Problem.

Lus Eltern überdenken ihre Traditionen in Bezug auf Feindschaften und althergebrachte Muster und Sitten. Sie zeigen sich als Charaktere in einem modernen und fortschrittlichen Gewand. Der offene und nüchterne Blick auf Dinge, ist etwas was sich die jugen Zuhörer schon prima abgucken können. Zusätzlich tragen Reime zu einem besseren Sprachgefühl bei, erweitern den Wortschatz und schulen das Hörverständnis.

Allumfassend gelungenes Vorlesebuch, welches hoffentlich bald mit weiteren Bänden aufwarten wird.

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Eva Hierteis und Andrea Stegmaier – Roarrr!: Theo Wutlöwe im Gefühle-Dschungel

Theo wird manchmal zum Löwen. Dann brüllt er ganz laut, denn die Wut lässt alles in seinem Bauch brodeln. Es fühlt sich so an, als würde ein Sturm durch seinen Gefühle-Dschungel fegen.

Tatsächlich findet er sich mit Mähne und Krallen im Dschungel wieder und macht seinen unangenehmen Gefühlen Luft. Dort trifft er auf einen Papagei, der ganz nett und ausgelassen klingt. Als Begleittier flattert er über Theo, um ihn sicher nach Hause zu bringen und ihm den Weg zu weisen. Lediglich die kleine, ängstliche Maus verschreckt das Gebrüll des Löwen. Ihr zuliebe brüllt Theo etwas leiser. Der lustige Affe und das traurige Krokodil schaffen es, dass die Wut beim Löwen verschwand.

Dem kleinen Löwen wurde so warm unter seinem Fell, als würde die Sonne in ihm scheinen.

Aus diesem Bilderbuch strömt Akzeptanz allen Gefühlen gegenüber. In jedem von uns steckt ein Dschungeltier und damit Fröhlichkeit, Ängstlichkeit, Trauer und aber auch Löwenmut und Wut. Gefühle sind vergänglich und jede Emotion hat ihre Berechtigung. Keine Emotion ist zu verurteilen und sollte ihren Platz haben. Sobald Theos Wut verflogen ist, findet er sich in seinem Kinderzimmer wieder. Papas Stimme kommt ihm allerdings sehr bekannt vor. Welches Dschungeltier wird er wohl übernommen haben?

Gefühle wahrnehmen, sie mit körperlichen Reaktionen einordnen zu lernen und benennen zu können, erfordert Übung. Gefühlskarten können hierbei eine große Hilfe sein. Dabei ist es möglich, Kinder die Gefühle anhand der Bilder selbst benennen zu lassen. So lernen sie das Lesen der Gesichtsausdrücke und erweitern ihren Wortschatz in Bezug auf Eigenschaftswörter. Der Einsatz der Gefühlskarten ist aber auch als Ritual im häuslichen Rahmen denkbar. Am Ende des Tages darf das Kind eine Gefühlskarte nehmen und ein Ereignis, aus das das Gefühl zutrifft reflektieren und versprachlichen. Als Elternteil macht man es in regelmäßigen Abständen vor, damit es sich besser einspielen kann und zur Selbstverständlichkeit wird. Die Hintergrundfarbe der Emotionskarten soll zudem die Stimmung auch visuell unterstützen.

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Stephan Lomp – Eddie und der neugierige Baum

Begegne dem Leben und dem Neuen mit Neugierde und nicht mit Angst.

Diesem Leitspruch folgt Eddie auf Anraten des großen Baumes. Das Leben bedeutet schließlich auch Wachstum und Veränderung. Für Eddie steht ein Umzug in ein neues Zuhause an. Doch am liebsten würde er in seiner alten und ihm gewohnten Umgebung bleiben.

Also klettert er noch ein letztes Mal in sein Baumhaus, um sich vom Bekannten und Liebgewonnenen zu verabschieden. Der neugierige Baum wundert sich, wie es an anderen Orten so aussieht und lernt mit Eddies Hilfe das Laufen. Gemeinsam erkunden sie Städte, Berge und kommen schließlich am Strand an, wohin Eddie mit seiner Familie hinziehen wird.

Veränderung macht uns allen zunächst Angst. Neues und Unbekanntes ist mit Unsicherheit verbunden. Der neugierige Baum bestärkt den Protagonisten, dass es auch Chancen bieten kann. Neugierde und Offenheit hilft die Angst zu überwinden. Mit Zuversicht und Selbstvertrauen schafft man so viel, auch wenn der Berg zunächst groß erscheint. Genauso überdimensional groß ist auch das Format des Bilderbuchs. Es ragt hoch hinaus und bildet die Größe des Baumes ab, so als würde es rufen wollen: Habe Mut über dich hinauszuwachsen!

Zuversichtlich Veränderungen begegnen – lebensnaher Mutmacher!

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Corrinne Averiss – Liebe | Bilderbuch zur Einschulung

Dieses Bilderbuch ist die perfekte Vorbereitung auf die Einschulung und den Schulbeginn. Kinder freuen sich auf dieses feierliche Ereignis und können es kaum erwarten als richtiges Schulkind das Schulgebäude zu betreten. Gleichzeitig schwingen aber auch Sorgen und Ängste mit. Die Trennung von den Eltern und das Ungewisse bereitet einigen Kindern Kummer. Dieses Bilderbuch kann Aufmunterung, Trost und Zuversicht schenken. Schließlich ist der Bund der Liebe zwischen Eltern und Kind unendlich.

Emma ist gesegnet, denn in ihrem Zuhause ist Liebe überall spürbar. Es füllt das ganze Haus aus und Emma hat es immer bei sich, egal wo sie ist. Bei der Einschulung dürfen die Lieben jedoch nicht in die Schule. Hier ist sie ganz auf sich alleine gestellt und verabschiedet sich am Tor von ihrer Mutter.

„Keine Sorge“, sagte Mama. „Die Liebe ist wie eine Schnur zwischen uns beiden – sie dehnt sich so lang wie nötig.“

Trotz der anfänglichen Sorge und Unsicherheit, merkt Emma schnell, dass zwischen ihr und ihrer Klassenlehrerin langsam eine ganz kleine Schnur wächst. Das fühlt sich schön an. Und mit jeder Begegnung mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern, muss sie feststellen, dass nun überall neue Schnüre ihr Halt geben und eine neue Verbundenheit entsteht. Nun ist ein ganzer Knäul entstanden und auch wenn Schnüre sich verheddern oder dehnen können, der Bund zwischen Eltern und Kind kann niemals wirklich reißen.

Dieses modern illustrierte Mutmach-Buch rund um Ängste überwinden und ungewohnte Situationen meistern, ist ein wahrer Schatz, um Kinder auf neue Ereignisse vorzubereiten. So kann zumindest schon in der Fantasie und in Gedanken die Veränderung durchgespielt werden. Das hilft vielen i-Dötzchen, sodass sie etwas angstfreier und mutiger den Schritt in das Schulleben wagen können.

Ein herzerwärmendes Bild rund um Trennung und Aufbruch. Die Schnur der Liebe ist eine große Stütze.

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Sabine Bohlmann und Simona Ceccarelli – Fantasie lässt dich fliegen

Ist jeder nur Fantasie, bevor er geboren wird?
Ist Fantasie der Anfang von allem?

Mit der Fähigkeit zu fantasieren ist den Menschen alles möglich. In Gedanken zu reisen, ohne vorher Koffer packen zu müssen oder sich mutig den Ungeheuern zu stellen. Fantasie beflügelt und sprengt jegliche Grenzen, denen wir uns in der Wirklichkeit ausgesetzt fühlen. Dieser Kraft, die in dieser Magie steckt, wird in diesem farbenfrohen Bilderbuch Raum gegeben. Es wirkt schon fast wie ein Fest, eine Feierlichkeit der Fantasie und Kreativität. Es ist schier alles erlaubt und daher so kostbar.

Während der Text in Einzeilern begrenzt vorzufinden ist, explodieren die Illustrationen in ihrer Farbigkeit und animieren den Leser zum Träumen, zum Fliegen. Wie grau und eintönig wäre die Welt, wenn uns Menschen diese Möglichkeit nicht gegeben wäre, im Kopf jegliche Szenarien durchspielen zu können.

Manche dargestellten Situationen haben durchaus einen tieferen, schon fast philosophischen Ansatz. Hier braucht es Austausch, wenn es z.B. darum geht ob jeder Mensch vor der Geburt nur Fantasie ist. Gewöhnlich können auch schon junge Kinder sich darauf einlassen. Manchmal reicht es aber auch einfach Fragen zu stellen. Auch das zeigt, dass Kinder weiterdenken, ihr Vorwissen einbinden und neue kognitive Vernetzungen geschaffen werden.

Ein Fest der Fantasie und Kreativität! Farbenfroh – frei – grenzenlos

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Tracey Turner und Åsa Gilland – Das ist unsere Welt

In prachtvollen Ilustrationen nimmt dieses Sachbilderbuch die Leser*innen mit auf eine Entdeckungsreise der Kulturen und Lebenswelten von 20 unterschiedlichen Kindern aus recht ungewöhnlichen Gebieten unserer Welt. Das Leben ähnelt zwar in den Grundstrukturen, doch die Lebensumstände können ganz unterschiedlich sein.

So verweilen Kinder aus den Jamal-Halbinseln in den kalten Wintermonaten im Internat und kehren nur im Sommer zu ihren umherziehenden Familien zurück. In Bolivien endet der Unterricht spätestens um 14 Uhr, um gewährleisten zu können, dass jedes Kind vor Einbruch der Dunkelheit zu Hause sicher ankommt. Der Fußweg kann für manche Kinder schließlich zweieinhalb Stunden in Anspruch nehmen. Jedes Kind macht sich Gedanken, wie seine individuelle Zukunft aussehen soll, merkt aber auch kritisch an, was Klimawandel bewirkt oder auch die Regierung nicht im Blick behält. Das Ziel, die eigene Heimat möglichst lange geschützt zu wissen, wird bei allen Kindern evident.

Rund um die äußerst liebevolle Darstellung der unterschiedlichen Lebensräume, wurden Tiere mit Etiketten versehen. Darauf sind die Namen der seltenen und besonderen Geschöpfe ersichtlich. So erfährt man hier, dass im Südpazifik die Kokoskrabbe dabei behilflich ist, die Kokosnüsse von den Palmen zu holen. Mit ihren Scheren schneidet sie die Früchte ab und nach dem Aufprall, können sie wunderbar geerntet werden.

Es wird oft gesagt, dass Menschen nur schützen, was sie auch kennen. Dieses Sachbilderbuch trägt einen großen Teil dazu bei, Kinder zu sensibilisieren mehr Acht auf die Heimat anderer Menschen zu geben. Diese Offenheit und Neugierde dem Fremden und der Andersartigkeit gegenüber kann man sich nur wünschen.

Fesselnde und prachtvolle Ilustrationen rund um Lebensgewohnheiten anderer Kulturen.

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