Peter H. Reynolds – Trau dich, sag was!

Rezension

Du kannst auf so viele Arten etwas sagen. Mit Worten, mit Taten, mir kreativen Ideen.

Dieses Bilderbuch regt zur Mitbestimmung an und fördert das demokratische Denken.  Es animiert zum Handeln und nicht bloßen Zuschauen. Jede Stimme zählt und kann die Welt verändern, egal ob sie laut oder leise ist. Auf jeder Doppelseite werden unterschiedliche Szenarien dargestellt, wie Kinder ihre Sichtweise äußern.

Man kann die eigene Meinung durch Bilder, Kunst oder Gedichte sagen. Die eigene Stimme kann auch auf einzelne Menschen heilend wirken, wenn sie sich einsam oder krank fühlen. Wenn man sieht, dass anderen Unrecht getan wird, gehört Selbstvertrauen und Mut zum STOPP-Sagen, denn Wegschauen sollte keine Option sein.

Hier kann das Thema „Menschenrechte“ bzw. „Kinderrechte“ angeschnitten werden, wenn es darum geht die Bausteine „Schutz aller Menschen“, „Gegenseitiger Respekt“ und „Gerechtigkeit“ zu thematisieren. Der Bogen zur Wahl eines Klassensprechers ist hiermit leicht zu schlagen und damit einhergehend die Anknüpfung an die Aufgaben und Pflichten.

„Misch dich ein!“, fordert der Autor und so kann das Bilderbuch mit der #fridaysforfuture und #blacklivesmatter Debatte kaum aktueller sein. Die Verantwortung für eine friedliche und gerechte Welt liegt bei jedem Einzelnen.

Blick ins Buch

Sich trauen und etwas Nettes sagen, kann schon früh geübt werden, wie z.B. mit einem Komplimentenspiel im Klassenverband. Manche Komplimente konzentrieren sich auf bestimmte Eigenschaften, Fertigkeiten oder Wesensmerkmale, während andere relativ frei und offen gehalten wurden.  Bei regelmäßiger Anwendung im Unterricht wird sich das herzlichere Miteinander und das harmonische Zusammenleben bezahlbar machen. IMG_20200621_114509__01

Fazit

Demokratisches Denken und Mitbestimmung fördern

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Heinz Janisch und Maja Kastelic – Hans Christian Andersen: Die Reise seines Lebens

Rezension

Das wunderbarste Märchen ist das Leben selbst.
(Hans Christian Andersen)

Der dänische Schriftsteller sämtlicher weltbekannter Märchen wird in diesem Bilderbuch selbst zur Hauptfigur und spielt in der Darstellung seines Lebens mit. Heinz Janisch verfasst hier eine erinnerungswürdige Hommage an den bekannten Dichter und zeigt mit viel Einfühlungsvermögen seine Lebensreise mit allen Stationen im literarischen Schaffensprozess.

Elsa sitzt mit ihrer Mutter in einer Kutsche auf dem Weg nach Kopenhagen. Mit einem hageren, großen Mann, der sich selbst als „alt und jung“ bezeichnet, kommt das neugierige Kind schnell ins Gespräch. Hans Christian Andersen erzählt ihr das Märchen seines Lebens, denn um träumen zu können, braucht man vielleicht auch die Fantasie der jungen Kinder, die alles möglich erscheinen lässt.

Seine Kindheit hatte Löcher, vergleichbar mit denen, die sein Vater als Schuster stopfte. Vor dem Zubettgehen lauschte er deshalb umso erfreuter den wundersamen Begebenheiten in den Märchen der Gebrüder Grimm, die sein Vater ihm vorlas. Das Märchenbuch hatte ihm Flügel geschenkt, die er später nutzte, um selbst Bücher und Geschichten zu schreiben. Die Stationen in seinem Leben hat seine Mutter recht wahrheitsgetreu zusammengefasst:

„Ein armer Junge zieht los. Er besitzt nichts als seinen Verstand und ein gutes Herz – und am Ende wird er ein Königreich gewinnen …“

Der Leser verfolgt zwei Erzählstränge, die durchmischt und mit Unterbrechungen erzählt werden. Zum einen sehen wir den Schriftsteller im Hier und Jetzt in der Kutsche und lauschen der Unterhaltung mit dem kleinen Mädchen und zum anderen gibt es immer wieder die einblendenden Ereignisse aus seinem Leben. Die Illustrationen unterstützen farblich den Verstehensprozess. Die vergangenen Rückblicke werden im schwarz-weißen und teils gelblich-bräunlichen Farbton gezeigt, während die Gegenwart in Pastelltönen erstrahlt. Auf einer anderen Ebene verschwimmen die Märchen mit Andersens Leben und er offenbart, was die Geschichten mit seinem Leben gemein haben. Ein Stückchen der Tür zum Herzen des Schriftstellers wird uns geöffnet und die Lehren seiner Märchen zusammengefasst, immer mit einem kleinen Bezug zu seiner Person und seinem menschlichen Wesen.

Um dem Bilderbuch vollends folgen zu können, braucht der Leser einen gewissen Bezug zum Schriftsteller. Es ist auch von Vorteil, wenn seine Märchen, die zur Weltliteratur zählen, größtenteils bekannt sind, sodass das Lesealter etwas nach hinten verschoben werden könnte. Kinder ab ca. 8 Jahren werden sicherlich einen guten Anschluss finden.

Blick ins Buch

Fazit

Die Reise des Lebens – Traum und Wunsch!

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Nele Winter und Dorothea Ackroyd – Pit und Pu und der große Streit

Rezension

Pit, der Waschbär möchte seinen allerbesten Freund mit einem selbstgebackenen Kuchen überraschen. Mit einem Bollerwagen macht er sich auf den Weg zum Fuchs, als ihn von hinten eine Maus erschreckt, die so schnell vorbeiflitzt, dass Pit über den Karren stolpert und der Kuchen nun Matsch ist. Verärgert trottet er weiter. Am Staudamm angekommen, verfliegt die schlechte Laune schnell, denn Pu ist sein allerbester Freund. Allerdings wird die Stimmung durch die Ankündigung eines weiteren Freundes erneut getrübt. Ausgerechnet die Maus wird Pit als Pus neue Freundin vorgestellt, mit der er Pu nun teilen muss.

Eifersucht unter Freunden ist bei Kindern ein immerwährend aktuelles Thema. Schließlich spielt Freundschaft eine zentrale Rolle in unserem Leben. Mit Freundschaften werden intensive, erlebnisreiche und vertrauensvolle Momente verbunden, an die man sich gerne zurückerinnert und die einem zeigen, dass man nicht alleine ist. Freunde zu teilen, fällt Kindern schwer. Manche lassen sich sogar dazu verleiten zu meinen: „Sie hat mir meine Freundin weggenommen.“ Die Komplexität wird auch in diesem Bilderbuch deutlich. Das Spielen zu dritt ist für viele jüngere Kinder hin und wieder eine Herausforderung. Die intensiven Gefühle rund um die vielfältigen Dynamiken des Konflikts und Streits können die Betrachter durch die Einnahme der Außenperspektive wahrnehmen. Ebenso wird hier sehr gut dargestellt, welche innerpsychischen Reaktionen in Pit vorgehen und welche Ängste er aushalten muss. Die Versöhnung ist nicht weniger bedeutungsvoll, sodass auch dieses Zusammenkommen als nachhaltiges Gefühl der Sicherheit zur Freundschaft dazugehört.

Blick ins Buch

Fazit

Intensive Gefühle rund um Eifersucht, Teilen, Angst und Sicherheit in einer komplexen Wechselwirkung innerhalb von Freundschaften.

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Alexander Steffensmeier – Lieselotte: Lustige Bauernhofgeschichten zum Vorlesen

Rezension

Lieselotte ist eine muntere und abenteuerlustige Postkuh, die auf einem Bauernhof lebt. Ein Versprechen kann sie definitiv halten: Mit ihr wird es nie langweilig. In diesem Vorlesebuch sind acht Geschichten zusammengefasst, die sich mit Witz und Humor übertrumpfen.

Sie erschreckt den Postboten und freut sich ungemein über die gelungene Aktion, während sie ihm in die Pedale tretend zuschaut. Ihre Verrücktheit kommt ganz ohne Superkräfte und anderer Besonderheiten aus. Sie ist schlichtweg unterhaltsam und zwar von ihrem Wesen her. Als sie nicht einschlafen kann, probiert sie jegliche Tricks aus, um doch noch müde zu werden. Es sind Begebenheiten und Emotionen, mit denen sich jedes Kind identifizieren kann. Sie mit einer Badekappe im Badesee zu erblicken, zaubert dem Betrachter bereits ein Lächeln ins Gesicht.

So ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass TV-Produzenten die Geschichten für die Kamera nun entdeckt haben. Am Sonntag, den 31. Mai 2020, läuft die erste Folge der neuen Animationsserie rund um die tollpatschige Postkuh, die täglich um 18:40 Uhr bei KiKA ausgestrahlt wird. Die Fernsehserie ist in 52 Folgen à 7 Minuten aufgeteilt.

Blick ins Buch

Fazit

Die beliebteste Bilderbuchfigur wird nun verfilmt. Dieses Vorlesebuch mit den Originalabbildungen aus der TV-Serie ist ein wunderbarer Schmanckerln als Einstimmung.

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Stephanie Polák und Larisa Lauber – Ein Lächeln für dich

Rezension

Noah freut sich schon in der Früh auf den Besuch seines Freundes Max. Gut gelaunt und voller Vorfreude sitzt er im Bus einer Frau gegenüber, die griesgrämig drein schaut. Vorsichtig lächelt er ihr zu, doch sie schaut mürrisch weg. Beim Aussteigen grinst er sie an und sagt „Tschüss!“ und da passiert es …ihre Falten auf der Stirn glätten sich. Und hier nimmt der „Domino-Effekt“ seinen Lauf. Etwas besser gelaunt, kauft die Frau beim Bäcker zwei Brötchen und schenkt eins ihrer Kollegin im Büro, die wiederum gut gelaunt mit dem Mann aus dem Nachbarbüro ins Gespräch kommt… Ein kleines Lächeln kann eine große Wirkung haben.

Eine wunderbare Message, die zeigt, dass ein freundliches Lächeln eine große Kettenreaktion in Gang setzen kann. Das einzelne Anfangsereignis und all ihre Abfolgen werden hier ganz herzerwärmend und realitätsnah aufgezeigt. In der Ausnahmesituation des Abstandhaltens, bei der auf Händeschütteln und Umarmungen vorerst verzichtet werden muss, kann ein Lächeln ein großes Geschenk sein. Das Cover leistet dazu einen Beitrag, denn der Junge richtet seinen Blick so intensiv auf den Betrachter, dass man nicht anders kann, als sich angesprochen zu fühlen. Ja, lächeln kann jeder und das sollten wir lieber einmal zu viel als zu wenig tun!

Pädagogisch wertvoll ist die Erkenntnis und vor allem die Erfahrung, die auch glücklicherweise Noah zum Ende des Buches machen darf, ist, dass Gutes tun auch gut tut. Da man nicht in die Köpfe anderer schauen kann, wird man den Grund über den Missmut nicht erfahren, doch einfach lächeln tut keinem weh. Und wer weiß schon, welche Ausmaße eine nette Geste einnehmen kann?

Blick ins Buch

Fazit

„Ein Lächeln für dich“ treibt die Werteerziehung voran und hat das freundliche Miteinander im Fokus.

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Nadine Reitz – Die Nacht vor Ostern

Rezension

Der Osterhase kann es kaum fassen. Morgen ist schon Ostersonntag und er hat nicht einmal einen Blick auf die ellenlange Erledigungsliste geworfen. In solchen Augenblicken ist er ganz neidisch auf den Weihnachtsmann, der so viele Helfer am Nordpol hat. Der Osterhase hatte zwar auch ein Team, bestehend aus einer eitlen Gockel, einem Osterlamm und Hühnern, aber das war insgesamt ein ganz schön chaotischer Haufen.

In der Hühnerstall-Eier-Bemal-Maschinerie geht es drunter und drüber und dann kommt der Osterhase auch noch auf die Idee, es dem Weihnachtsmann gleich zu tun und die Ostereier den Kindern durch den Schornstein zukommen zu lassen. Ob das gut geht?

Eine rasante und erfrischend moderne Ostergeschichte erwartet hier die Leser. Die großformatigen und farbigen Illustrationen erwecken den Eindruck, man würde einen Zeichentrickfilm schauen. Es lebt von Frohsinn, einer übermutigen Leichtigkeit und frischer Ausgelassenheit. Man darf den winzigen Küken, mit einem hohen Niedlichkeitsfaktor, beim Tupfen, Beringeln und Bemalen der Ostereier zuschauen – in Akkordarbeit versteht sich. Da darf es dem ein oder anderen auch mal schwindelig werden. Statt der Schlitten des Weihnachtsmannes, fliegen nun Osterkörbchen, bepackt mit bunten Ostereiern und Osterglocken durch die dichten Nebelwolken der Nacht. Und wer genau hinschaut, entdeckt auf den Osterinseln den neugierig spähenden Weihnachtsmann.

 

Die Buchstabenbande liest die ganze Geschichte in einem Youtube-Video vor….wer also beim Bücherkauf den Tag ebenso verplant hat, wie der Osterhase …

Blick ins Buch

Die typischen Merkmale von Osterhase und Weihnachtsmann drängeln sich hier einem förmlich auf. Auf den Arbeitsblättern zum Bilderbuch dürfen die Kinder ihr Wissen anwenden, zu jeder Figur einen Steckbrief verfassen und die Gemeinsamkeit und Unterschiede herausarbeiten.

Arbeitsblätter zu Die Nacht vor Ostern

(Material-ID: #143030)

Fazit

Ein fröhliches, turbulentes Bilderbuch zum Osterfest!

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Britta Teckentrup – Der kleine Spross

Rezension

Im von Dunkelheit und Schatten getragenen Wald, ragt ein junger Spross empor. Im lebendigen, hellen Gelb und tief in der Erde verwurzelt, wächst mit ihm die Hoffnung für ein neues Leben. Eine Ameise, ein Marienkäfer und ein Schmetterling stehen dem jungen Pflänzchen schützend zur Seite und übernehmen die Patenschaft.

Das Cover des Bilderbuchs von Britta Teckentrup deutet die Quintessenz schon an. Auch die nachfolgenden Seiten geben den Illustrationen viel Raum, während der Text pointiert und kurz gehalten wird. Im Frühling beginnt der Kreislauf des Lebens und alles nimmt seinen gewohnten Lauf, die Pflanzen strecken sich der Sonne entgegen und wachsen und gedeihen. Nur ein Samenkorn ist noch nicht so weit. Die Insekten setzen sich zu ihm, sodass das zarte Leben tatsächlich beginnt. Da die anderen Pflanzen schon höher gewachsen sind, muss sich der Spross durchkämpfen und wird stets von den Tieren unterstützt. Manchmal muss man sich eben durchkämpfen und das gelingt in Gemeinschaft leichter.

Die Botschaft ist einfach herzerwärmend: Füreinander da sein, sich unterstützen, sich sorgen, sich kümmern, sich interessieren. Die Lebendigkeit und die Schönheit der Illustrationen entfaltet ihre Wirkung in der Buchmitte. Das Dunkle der Schatten weicht dem Licht der Sonne und die Leser schauen auf eine vor Vitalität sprießende Wiese, die in ihrer Pracht die Betrachter schon fast blendet. Es wimmelt vor Insekten und winzigen Blättern, die alle den Fortlauf des Lebens versprechen. Hier steckt Hoffnung.

Doch der Kreislauf ist eben ein Kreislauf, sodass der Jahreszeitenwechsel schnell ansteht und der Abschied schnell an die Tür klopft. Der Schnee als Sinnbild des Todes, hüllt alles in Schweigen, Ruhe und Stillstand. Doch auch das hat irgendwann ein Ende. Und wenn wieder Frühling ist, schickt der Spross den Tieren einen Gruß…

Nach Playbook Farm und Wir gehören zusammen, ist dies nun das dritte Buch der Autorin, das ich in den letzten zehn Jahren rezensiere und bin erneut von der Tiefe der Botschaft beeindruckt. Hier steckt so viel. Nicht nur in Bezug auf die Jahreszeiten, nehmen die Kinder hier viel mit, sondern auch bezüglich des Miteinanders und grundsätzlich der Einstellung zum Leben, zu Problemen und Herausforderungen. Auch heute, dürfen wir dankbar auf den Kreislauf des Lebens hoffen.

Blick ins Buch

So wie die Tiere den kleinen Spross zum Licht leiten, gehört das Patensystem an unserer Schule zum festen Bestandteil des Schullebens. Jedes Schuljahr übernehmen die Viertklässler ihre Patenschaft und leiten die frisch eingeschulten Erstklässler in den Schulalltag. Die Großen erproben ihre Sozialkompetenz und die Kleinen fühlen sich willkommen und zugehörig.

Als Willkommensgruß erhalten die Erstklässler ein Leporello, womit sich die Viertklässler vorstellen, ihr Passfoto einkleben, ein bisschen von ihren Vorlieben preisgeben und Kontaktinformationen bereit stellen, um sich evtl. verabreden zu können.


(Material-ID: 139722)

Fazit

Kreislauf des Lebens, mit allen Herausforderungen und in aller Schönheit und Kraft dargestellt.

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Isabelle Arsenault – Albert will lesen

Rezension

Albert liebt es zu lesen. Da er im Reihenhaus nicht in Ruhe seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen kann, begibt er sich nach draußen. Dort sucht er sich ein scheinbar einsames Plätzchen, verschränkt die Hände im Nacken und will sich gerade auf eine Sonnenliege am Meer träumen als er von einem Mädchen gestört wird, das Pflanzen umtopft.

Doch damit ist die Störung seines Lesevergnügens nicht vorbei, denn nach und nach erscheinen immer mehr Menschen. Tom will mit Albert Badminton spielen. Dann wird er gebeten auf ein Kleinkind aufzupassen, sodass seine ruhige Idylle immer mehr bröckelt, bis ihm irgendwann der Kragen platzt. Ob er doch noch zum Lesen kommt?

Die inhaltliche Ausgestaltung verläuft in dieser Geschichte auf zwei Ebenen. Albert switcht immer wieder zwischen der Realität im grauen Hinterhof und der Strandidylle in seiner Fantasie. Irgendwann verschwimmen diese immer mehr ineinander. Farblich werden die comicartigen Illustrationen zurückhaltend im angenehmen Mintton, mit einzelnen orangefarbenen Akzenten gehalten. Die Grauflächen tragen die Botschaften maßgebend. Der Erzähltext ist auf einige wenige Sprechblasen reduziert, wobei viel mit syntaktisch isolierten Lautäußerung gearbeitet wird. Die Verlautbarung des Bilderbuchs ist allerdings eindeutig: Das Lesen erschafft neue Räume und öffnet Türen zu ganz eigenen Welten!

Blick ins Buch

Fazit

Lesen eröffnet Türen zu neuen Welten – aber bitte ungestört!

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Sven Maria Schröder – Max und Mux und der Riesenwunschpilz

Rezension

Max und Mux sind Fabelwesen und leben, wie soll es auch anders sein, im Fabelwald. Die zwei besten Freunde der Welt wohnen in ihren aneinander grenzenden Baumhäusern und besuchen sich immer, wenn einem mal langweilig ist. Auf den Ästen spielen sie, umrundet von zahlreichen Waldtieren, Karten oder buddeln entspannt im Garten. Die Idylle wird jedoch von einem Fund aufgerüttelt. Eines Tages findet Max bei der alten Eiche ein großes Pilzbuch. Und genau hier beginnt das Abenteuer, das sie in das Riesengebirge lockt, um einen weiß-blauen Wunschpilz zu finden.

Zugegeben erinnert Max mit seiner rundlichen Statur und der gestreiften, leicht engen Latzhose sehr schnell an Obelix. Die beiden Protagonisten sind ebenfalls Entdecker, wodurch eine weitere Parallele zu den bekannten Comicfiguren geschaffen ist. Sie teilen sich zudem die Wirkung, die sie auf Leser und Betrachter ausüben, denn man kommt nicht umhin sie gleich ins Herz zu schließen.

Sympathiepunkte erhält zudem die wahnsinnig beschauliche und angenehme Atmosphäre, die der Autor schafft. Auf den ersten Seiten hat das man das Gefühl, man würde die Sommerferien bei der Oma auf dem Land verbringen. Im Garten wird auf einer Picknickdecke gelesen, in der Landküche zusammen gekocht, die Wäsche auf der Leine aufgehangen und am angrenzenden See geangelt. Man würde am liebsten in das Szenario hüpfen.

Das Bilderbuch ist mit seinen 8 Kapiteln und insgesamt 64 Seiten eher ein Vorlesebuch, wobei man froh sein darf, dass die Seiten großformatig gehalten wurden und die Illustrationen entsprechend so viel Platz zur Verfügung bekommen. Die Geschichte lebt mitunter von den wunderbaren Bildern. Auch wenn ich grundsätzlich ein großer Fan von Typografie bin, war es beim Vorlesen der verschnörkelten Schrift zuweilen etwas anstrengend. Man kann jedoch leicht darüber hinweg sehen, wenn Kapitel als kleine Stopper gesehen werden und man somit die Spannung bis zur nächsten Vorlesezeit aufrechterhalten kann. Bei dem offenen Ende des Buches, darf man mutmaßen, dass uns weitere Abenteuer mit den besten Freunden erwarten.

Blick ins Buch

Fazit

Beschaulich und spannungsvoll – das perfekte Vorlesebuch für die Sommerzeit!

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Axel Scheffler und Frantz Wittkamp – Wenn Hasen gute Laune haben

Rezension

Was tun Hasen den Tag über, wenn sie gute Laune haben?

Manchmal beim Spazierengehen
an besonders schönen Tagen
kann man Hasenkinder sehen,
wenn sie Purzelbäume schlagen.

Sie unternehmen viel in der Natur und sind dabei richtig erfinderisch oder lassen einfach die Seele baumeln, genießen den Vogelgesang unter den Bäumen und träumen von der Kunst des Fliegens. Da das Osterfest vor der Tür steht, nehmen sie sich Zeit, die von den Hühnern gebrachten Eier zu bemalen. Beim Wandern wird ein kurzer Stopp eingelegt, um Blumen für die Vase daheim zu pflücken. Mit der ganzen Familie wird im Garten ein Fernsehapparat präsentiert, gebaut aus einem Karton und etwas Draht.

Das in Reimform gehaltene Bilderbuch ist für die Familien in der jetzigen Krise und der damit verbundenen Neustrukturierung des Tagesablaufs eine Fundgrube an Ideen bezüglich Unternehmungen und Tätigkeiten, die ohne viel Aufwand durchzuführen sind. Genial ist der Vorschlag einen Fernseher als Upcycling-Projekt zu bauen und gemeinsam Geschichten, Berichte oder Theaterstücke zu erfinden.

Das kleinformatige Bilderbuch mit den Vierzeilern ist kurzweilig, ohne eine zusammenhängende Handlung. Hier wird ein möglicher Ablauf eines Tages präsentiert. Getragen wird es von Heiterkeit, Lebensfreude und der Botschaft auch die kleinen Dinge im Leben zu genießen. In der Sonne zu liegen und das Hasenfell zu trocknen oder auf einer Wiese ein schönes Buch zu lesen, ist ein Lebensgenussmoment. Die Frühlingszeit wird hier auch durch die gewohnt wundervollen Illustrationen von Axel Scheffler den Lesern schmackhaft gemacht.

Blick ins Buch

Dieses Bilderbuch ist ein wunderbarer Aufhänger, um eigene Tagebucheinträge zu verfassen. Als Speicher für eigene Erlebnisse, Erfahrungen und Ideen, ist es außerdem ein wunderbares Instrument zum Verarbeiten subjektiver Gefühle. Es setzt Erinnerungsspuren und durch das freie Verfassen lockt es zusätzlich mit viel Schreibraum.

Alternativ lassen sich auch prima Osterhasen-Gesichtsmasken basteln. Wer dabei noch Hilfe braucht:

Osterhasen-Maske(Material-ID: 141330)

Fazit

Ein Tagesablauf, der nicht nur Hasen gute Laune macht!

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