Begabtenförderung in der Grundschule: Fordermaterial

Die Begabung eines Kindes und das damit verbundene Entwicklungspotenzial kann auf unterschiedlichen Säulen fußen. Man unterscheidet zwischen den künstlerisch-musischen, den sozialen, den sportlichen oder akademischen Bereichen. Etwa zwei Prozent der Kinder in Grundschulen sind intellektuell hoch begabt (vgl. BMBF 2015: 88).

Allzu oft kommt es vor, dass genau diese Kinder die Lust am Lernen verlieren, weil sie sich nicht angemessen herausgefordert fühlen. Die individuelle Förderung besonders begabter Kinder im Klassenverband stellt Lehrerinnen und Lehrer zugegeben vor Herausforderungen. Aufgrund ihrer besonderen Denkfähigkeiten, lernen diese Kinder schneller und benötigen weniger Wiederholungen. Es kommt häufiger vor, dass sie dann durch auffälliges, ungewöhnliches oder überraschendes Verhalten auf sich aufmerksam machen. Sie versuchen die bestehenden Strukturen aufzubrechen und dursten nach flexiblem Handeln und Offenheit der Unterrichtsformen. Sie möchten mit ihren Bedürfnissen gesehen werden. Als Lehrkraft sollte man daher zunächst mit einer positiven Grundhaltung dem gegenübertreten und aufmerksam nach Wegen suchen besonders begabte Kinder zu fördern.

Dies kann nach den Prinzipien der Akzeleration und Enrichment geschehen, sodass sie angereicherter lernen können und durch Zusatzaufgaben, Projektarbeit und selbstständigen Lernformen ihren Stärken und Interessen nachgehen können. Auch ein schnelleres Durchlaufen der Jahrgangsstufen wäre denkbar oder auch die Einbindung in außerunterrichtliche Zusatzangebote. Bedeutsames Lernen kann dann stattfinden, wenn das Anforderungsniveau der gestellten Aufgaben zu den Lernvoraussetzungen der SuS passt. Individualisierung und Differenzierung sind daher im Unterricht unabdingbar. So ist es auch einsichtig, dass das Bereitstellen von individuell herausfordernden Aufgaben für Hochbegabte wichtig ist. Es geht jedoch nicht darum, die Kinder einfach nur mit mehr Aufgaben derselben Sorte zu beschäftigen, sondern knifflige Rätsel- und Knobelaufgaben anzubieten. Mit dem folgenden Material habe ich persönlich gute Erfahrungen gemacht:

Sinnvoll ist es außerdem, eine vielfältige und altersangemessene Auswahl an Büchern in der Klassenbücherei vorrätig zu haben. Vor allem Sachbücher haben einen große Sogwirkung, weil die Beiträge in der Kürze der Zeit gut überflogen werden können und zudem angereichert mit Wissen und komprimierten Fakten daher kommen. Folgende Sachbücher haben bei mir im Klassenraum großen Anklang gefunden:

Das Knobelheft: Rätselaufgaben für den Deutschunterricht entstand auf Wunsch zwei besonders begabter Kinder aus meiner Klasse, die sich etwas „Spannendes“ für die Notbetreuung gewünscht haben. Es ist ein Sammelsurium an Aufgaben, das eine gewisse Bereitschaft zum Knobeln voraussetzt und sich hier und da etwas knifflig zeigt. Im Material ist ein Lösungsheft enthalten, sodass die Kinder anschließend sich selbst kontrollieren können. Allerdings ist es empfehlenswert, mit den Tipps und Hinweisen zurückhaltend umzugehen und die Kinder erst ausprobieren und experimentieren zu lassen. Die Möglichkeit des Überspringens sollte ruhig aufgezeigt werden, denn auch in den Pausen wird das Gehirn am Aufgabenmuster oder der Lösung weiterarbeiten.

Frühblüher – differenzierte Lesekartei und Übungsheft „Steckbriefe“: analog und digital

Da haben wir uns wohl etwas länger mit der Amsel aufgehalten, als zunächst geplant. Das liegt zum Teil auch am Wechselunterricht, da Themen mit Verzögerung behandelt werden können und Sachunterricht von der handlungsorientierten Herangehensweise lebt. Doch wenn ich mir momentan das winterliche Wetter anschaue, können wir sehr gut nach den Osterferien mit den Frühblühern weiter machen. Den Aufbau einer Blume und die verschiedenen Frühblüher haben wir bereits im ersten Schuljahr kennen gelernt. Im Sinne des spiralcurricularen Lernens, liegt der Fokus nun fächerübergreifend auf dem selektiven Lesen und der Textsorte „Steckbriefe“. Außerdem üben sich die Kinder im genauen Beobachten und Zeichnen, eine Technik die dem Sachunterricht zugeordnet ist.

Das Materialpaket ( ID: 307945) besteht aus einer analogen und digitalen Lesekartei. Die analoge Version beinhaltet 2-fach-differenzierte Sachtexte zu acht Frühblühern (Schneeglöckchen, Narzisse, Tulpe, Krokus, Primel, Hyazinthe, Märzenbecher und Gänseblümchen). Das Material wurde für das 2. Schuljahr konzipiert, kann jedoch je nach Leistungsstand der Lerngruppe auch noch im 3. Schuljahr genutzt werden. Das Frühblüher-Steckbrief-Heft kann fächerübergreifend auch im Deutschunterricht Anwendung finden und liegt ebenfalls in einer 2-fachen Differenzierung vor.

Aus dem Inhalt:

  • Tipps zum Verfassen von Steckbriefen (Kriterien)
  • Vorlagen mit Oberbergiffen (differenziert)
  • Übersicht als Hilfestellung für das Zeichnen
  • Rückmeldebogen

Die digitale, interaktive Präsentation ist online verfügbar und der Zugang mithilfe eines Links oder QR-Codes möglich. Man braucht keine Datei herunterzuladen und Sorge haben, dass es nicht am Endgerät geöffnet werden kann. Die Präsentation wurde mit @genially erstellt (Werbung). Einen kleinen Einblick könnt ihr hier zu den beiden Frühblühern „Krokus und Narzisse“ bekommen:

Suse Klein – Motzen, trotzen, glücklich sein – Unsere Gefühle

Rezension

Emotionen und Gefühle erkennen und benennen können, fällt vielen Kindern auch in der Grundschule noch schwer. Dabei macht es zusätzlich einen Unterschied, ob es die Eigen- oder Fremdwahrnehmung ist. Die Bestimmung der Befindlichkeit muss zusätzlich auch sprachlich passend ausgedrückt werden. Man kann also nicht früh genug beginnen, ein Bewusstsein für sich selbst zu entwickeln, um darauf aufbauend diese eigene Körpereinschätzung auf seine Mitmenschen übertragen zu lernen.

Dieses Bildkartenset ist für den Einsatz im Kindergarten gedacht und besteht zunächst aus acht Gefühlskarten, bei denen die Gesichtsausdrücke ganz wunderbar von der Illustratorin Jutta Berend eingefangen wurden. Es sind außerdem Hinweise und Spielideen enthalten, die dazu anregen, sich zu Beginn vertieft mit den Grundgefühlen, wie „Freude, Trotz, Wut, Angst, Traurigkeit, Ekel, Neugierde und Liebe“ auseinanderzusetzen. Erfreulicherweise sind hier auch die wichtigsten menschlichen Basisemotionen aus der Psychologie enthalten. Lediglich „Überraschung“ fehlt als primäre Emotion. Anschließend wird empfohlen mit den Gefühlskarten handelnd umzugehen, indem durch Pantomime Gefühle erraten werden sollen oder man durch die Bildkarten mit den Kindern ins Gespräch kommt, in welchen Situationen sie dieses Gefühl erlebt haben.

Es folgt der Vorschlag, Gefühle zu sortieren und sie in angenehme und unangenehme Stapel einzuordnen. Erst danach kommen die Situationen-Karten zum Einsatz, die sehr durchdacht die Tür zum Transferbereich öffnen. Hier findet also Anwendung und hoffentlich Verinnerlichung statt. Auf den 24 Situationen-Karten werden die acht Gefühle in kindgerechten Ereignissen, die aus dem Leben der Kinder entnommen sind, dargestellt: neugierig öffnen zwei Mädchen eine Schatztruhe, eine Mannschaft freut sich über einen Pokal, ein Junge ängstigt sich im Dunkeln, ein Junge ist wütend, weil er im Spiel verloren hat und wirft alles um, jemand trauert um sein verstorbenes Haustier und dann kuschelt ein Kind seelig mit einer Katze. Die illustrierten, sehr alltäglichen und realitätsnahen Szenen machen die Zuordnung einfach und gleichzeitig könnnen Kinder für sich reflektieren, inwiefern sie die Situation bereits erlebt haben. Das Einfühlen wird deutlich vereinfacht, weil es nun greifbarer wird. So sind die Karten auch gut für therapeutische Zwecke geeignet und können auch in Sozialtrainings prima eingesetzt werden.

Blick ins Buch
Fazit

Ein Bildkartenset zur Ausbildung des Einfühlungsvermögens und Stärkung der sozialen Fähigkeiten.

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Abschreibkarten „Frühling“ – Klasse 2 | 3

Heterogenität ist für Lehrkräfte in der Grundschule kein Fremdwort. Der Unterricht muss und wird ständig an die Lerngruppe angepasst. Es bedarf Aufgabenformate in unterschiedlichen Niveaustufen, damit Schülerinnen und Schüler nicht über- und aber auch nicht unterfordert werden. Das Ziel ist die Lernmotivation zu erhalten und gleichzeitig die individuellen Kompetenzen weiter zu entwicklen. Das kann eine Herausforderung sein.

Vor allem nach der Distanzlernzeit ist die Leistungsschere auffallend weit geworden. Dem Schereneffekt kann jedoch kompensatorisch entgegen gewirkt werden. Hier gilt es, die SuS dort abzuholen, wo sie momentan stehen, aufbauend und fördernd, aber auch fordernd und motivierend. Die Abschreibkartei in 3-facher-Differenzierung deckt so ziemlich jedes Lernniveau in den Klasse 2 und 3 ab. Die leichtere Variante hat eine grau hinterlegte Lineatur und eine geringere Anzahl an abzuschreibenden Wörtern. Außerdem dient die Silbenschrift als Strukturierungshilfe beim Leseprozess.

Die mittelschwere Variante ist in zweifacher Ausführung vorhanden. Sie beinhaltet mehr Sätze und hat eine weiß hinterlegte Lineatur. Auf den Einsatz der Silbenschrift wurde hierbei verzichtet. Alternativ lässt sich die Variante verwenden, die durch einzelne Blätter bestimmte Buchstaben versteckt, sodass die SuS selbst ergänzen müssen. Hierbei kommt die Anwendung unterschiedlicher Rechtschreibstragien zum Tragen (schwingen, verlängern, ableiten etc.). Zu Kontrollzwecken kann vor dem Laminieren die Kartei ohne Blätter auf die Rückseite geklebt werden.

Das herausforderndste Format ist komplett in Kleinschreibung gehalten. Die Schülerinnen und Schüler müssen daher die Großschreibung der Satzanfänge und Nomen berücksichtigen. Als Selbstkontrolle wäre es sinnvoll, vor dem Laminieren die gleichen Karten auf die Rückseite zu kleben und die entsprechenden Buchstaben als Lehrkraft vorab zu markieren. So ist gewährleistet, dass die Kinder die Texte nicht falsch aufschreiben (siehe Video).

Beim Konzipieren der Abschreibkarten wurde darauf geachtet, abwechslungsreiche Verben und  Nomen zu verwenden, die den jahreszeitlichen Wortschatz der Kinder erweitern und zum Weiterforschen anregen (flügge, Blütenkätzchen, Samen, Laich, Brunftzeit etc.).

Die Abschreibkarten behandeln viele sachunterrichtliche Themen und können auch in der Wochenplanarbeit, im Förderunterricht oder im DaZ-Unterricht integriert werden.

Inhaltliche Themen:

  • Frühblüher
  • Frühlingserwachen
  • Nesthocker
  • Hasen und Kaninchen
  • Osterglocken
  • Hirschgeweih
  • Teichmusik
  • Löwenzahn

Die Abschreibkarten sind auch zu anderen jahreszeitlichen Themen vorhanden. Hier entlang!

Helme Heine – Der Hase mit der roten Nase (Unterrichtsmaterial)

Rezension

Der Hase mit der roten Nase und einem blauen Ohr in Helme Heines Klassiker wird zum Protagonisten auf der Bühne der Thematik „Andersartigkeit“. Der Hase ist sich seiner äußeren Ausgefallenheit zunächst unsicher, denn auch er neigt dazu so sein zu wollen, wie alle anderen. Nicht nur seine Artgenossen wundern sich über das besondere Aussehen, auch die anderen Tiere staunen ganz schön. Traurig sitzt er am Ufer eines Sees und frisst ganz alleine Klee.

Erst als der Fuchs, als natürlicher Feind eines Hasen, ihn nicht als solchen erkennt, wandelt sich der Blickwinkel des unsicheren Hasen. Durch diese Erfahrung lernt er die Vorteile seiner Andersartigkeit zu schätzen. Dieses Gedicht in eingängigen Paarreimen ruft dazu auf, seine individuellen Stärken und Schwächen anzunehmen. Selbstakzeptanz ist ein zu fördernder Arbeitsbereich, auch schon bei sehr jungen Kindern. Gewöhnlich fällt es ihnen nicht schwer, sich an die Zeilen zu erinnern, sodass es sich perfekt für die Osterzeit zur Einbindung im integrativen Deutschunterricht in den Klassen 1 und 2 eignet.

Blick ins Buch

Das Übungsheft zum Gedicht wurde für die Klassen 1 und 2 konzipiert und bietet differenzierte Aufgaben an, aus denen die Lehrkraft die für ihre Lerngruppe entsprechenden Aufgaben zusammenstellen kann. Es gilt Sätze in die richtige Reihenfolge zu bringen, Reimwörter zu ergänzen, Fragen zum Text zu beantworten oder zu unterschiedlichen Textabschnitten passende Bilder zu gestalten. Damit üben die Schülerinnen und Schüler das sinnentnehmende Lesen, vertiefen ihr Textverständnis und erweitern ihre Lese- und Schreibkompetenz auf der Wort- und Satzebene.


Ein Fokus liegt auf der Verbalisierung der Empfindungen und Emotionen. Die Anwendung des Perspektivwechsels wird angebahnt, indem Schülerinnen und Schüler sich in die Tiere und den Hasen hineinversetzen und die Sprech- und Gedankenblasen zu den Figuren formulieren. Lies und mal-Aufträge, Suchsel und österliche Aufgabenformate runden das Lernangebot zusätzlich ab. Der kurze Text lädt dazu ein, die Geschichte nachzuspielen oder szenisch zu inszenieren.

Fazit

Förderung von Selbstakzeptanz und Toleranz gegenüber von Andersartigkeit.

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Isabel Munoz – Total genial! Vincent van Gogh

Rezension

Der „Total genial!“-Reihe bin ich bereits mit dem Leonardo da Vinci-Buch verfallen. In diesem Band steht der weltberühmte, niederländische Maler Vincent van Gogh im Fokus. In kindgerechter Sprache bekommen die jungen Leser einen Einblick in das turbulente und bewegte Leben des Künstlers und begleiten ihn von seiner Kindheit bis hin zu seinem tragischen Tod im Alter von nur 37 Jahren.

Erfreulich ist, dass die Biographie nicht nur auf die dunkle Seite seines Schaffens eingeht, sondern die Lebensetappen, natürlich ohne die wahrheitsgemäßen Stolpersteine auszublenden, doch immer mit dem wohltuenden Licht und der Hoffnung verbindet. Die Kunst und die Malerei waren schließlich seine Lichtblicke, die für ihn eine wunderbare Quelle der Freude dargestellt haben. Und schließlich gibt er den Lesern einen bedeutenden Rat:

Es ist wichtig, Vertrauen zu haben, an sich selbst zu glauben und das zu tun, was man liebt.

Die großflächigen Illustrationen konzentrieren sich auf das Wesentliche, thematisieren auch sein enges Verhältnis zu seinem Bruder Theo und binden weltberühmte Gemälde wie „Sternennacht“, „Selbstbildnis mit Strohhut“ und „Die Kartoffelesser“ ein. Eine Zeitleiste am Ende des Buches fasst die wichtigsten Ereignisse bebildert zusammen. Zuletzt wird mithilfe von 10 Quizfragen das erworbene Wissen gefestigt.

Blick ins Buch

Ein Künstler-Faltheft kann zu Zwecken der Differenzierung im Kunstunterricht eingesetzt werden. Hier werden Mal-Impulse gesetzt, Zitat-Deutungen und weitere kreative Arbeitsanregungen angeboten. Die interaktive Präsentation als „Puzzle-Quiz“ deckt nach und nach das Gemälde „Mais-Ernte in der Provence“ auf und animiert Kinder zur spielerischen Auseinandersetzung mit den Fakten rund um den weltbekannten Künstler. Am Ende wurde eine kurze Bildanalyse eingefügt. Das Quiz wurde mit Genially erstellt und ist kostenfrei zugänglich (Werbung).

Fazit

Kunstgeschichte muss gar nicht staubtrocken sein. Ein wunderbares Buch für sämtliche Kunstprojekte!

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Es klopft bei Wanja in der Nacht – Lesebegleitheft

Rezension

Den Klassiker von Tilde Michels umgibt etwas Nebelhaftes, Unergründliches und doch sehr Tiefes zugleich. Die weite Winterlandschaft ist eingeschneit und die Stille hat gleichzeitig etwas leicht Bedrohliches, denn der Schneesturm bahnt sich an, vor dem die Tiere sich fürchten und Unterschlupf suchen. Die Spannung der klirrenden Kälte ist fast greifbar.

Und so kommt es, dass sich in freier Wildbahn eigentlich feindliche Tiere zusammenfinden. Das anfängliche Frösteln, die Angst und das Misstrauen weichen in diesem besonderen Moment der Not. Es ist eine Reise in das eigene Innere und an den Kern der Empfindungen – ehrlich und verwundbar. Wanjas kleine, beheizte Hütte ist ein Sinnbild des Herzens. Aus dem Schornstein steigt warmer Rauch, im Ofen knistert die Glut und Wanja kann nicht anders als die Tiere und auch den Bären, der auch für den Menschen eine Gefahr darstellt, hinein zu bitten.

Der Wanja schaut und nickt und lacht:
„Wir haben wirklich diese Nacht
gemeinsam friedlich zugebracht. –
Was so ein Schneesturm alles macht!“

Am Morgen verschwindet jedes Jahr still und leise für sich und hinterlässt lediglich seine Spuren im Schnee. Als Leser kommt man nicht umhin erleichtert aufzuatmen, denn die Zusammenkunft war durchaus prekär. Die Illustrationen wecken die wirklichen äußeren Verhältnisse des Winters und treiben die inneren bildenden Kräfte der kindlichen Fantasie voran. Es umspielt die grundlegenden Werte zur Hilfsbereitschaft, regt zur Auseinandersetzung mit Feindschaft und Freundschaft an und bewegt – im Inneren. Auch das hinterlässt Spuren.

Blick ins Buch

Nicht nur der inhaltliche Kern der Geschichte hinterlässt einen bleibenden Eindruck, auch sprachlich ist dieses Buch mit seinen Versen ein Meisterwerk und bedarf einer vertiefenden Auseinandersetzung. Dieses Lesebegleitheft nimmt die Schülerinnen und Schüler an die Hand und leitet sie durch die einzelnen Sequenzen, regt zur Reflexion an, fasst zusammen, erweitert den Horizont und hofft, dass es sich auf unterschiedlichen Ebenen im Inneren setzt.

Im Garten der Pusteblumen – Unterrichtsmaterial | Minibuch rund um Wünsche

Im Garten der Pusteblumen ist eines der poetischsten Bilderbücher zu den Themen „Wünsche, Träume und Zukunftsvorstellungen“. Die kleine Schneiderin steht als Protagonistin sinnbildlich für Sehnsüchte, Visionen und regt den Leser dazu an, sich selbst weiter zu entwickeln und zu verwirklichen. Ziele im Leben spornen zu Handlungen an und halten uns am Brennen. Etwas zu finden, wofür man bereit ist dazu zu lernen, sich anzustrengen und es schließlich verwirklicht erfahren darf, ist ein unbeschreibliches Lebenselixier.

Anna nimmt ihren Herzenstraum in die Hand und schafft es durch Eigeninitiative ihre Vision zu realisieren. Der Pusteblumengarten ist als Symbol für das „In-sich-hineinhören-können“ zu verstehen, als ein Ort der Wunscherfüllung, der in uns allen schlummert und bei manchen erst betreten werden möchte. Die Perfekten Maschinen verdeutlichen genau das Gegenteil und nehmen den Bewohnern des Windmühlentals alles ab, sodass sie das Wünschen vergessen. Es lohnt sich Gedanken über die evtl. Vor- und Nachteile des technischen Fortschritts zu machen.

Besonders am Jahresanfang reflektieren Menschen gerne das Bisherige und starten mit neuen Vorsätzen ins Jahr. Mit diesem Minibuch werden schon die jungen Schülerinnen und Schüler für mehr Achtsamkeit sich gegenüber sensibilisiert. Es ist behilflich, über eigene Hoffnungen und Wünsche nachzudenken und stoßt zudem zur Unterscheidung von erfüllbaren und nicht erfüllbaren bzw. materiellen und ideellen Wünschen an.

Lerntheke „Familie“ – Das kleine WIR zu Hause

Das Bilderbuch „Das kleine WIR zu Hause“ ist der Nachfolgeband des Verkaufsschlagers von Daniela Kunkel, rund um die niedliche Identifikationsfigur Das kleine WIR. Es fühlt sich dort wohl, wo Menschen sich gern haben. Bei Streit schrumpft es und droht ganz und gar zu verschwinden. In dieser Geschichte geht es vordergründig um die Thematik Familie. Was verbindet Familien? Welche Taten lassen das WIR größer und stärker werden und welche schwächen es? Was kann jedes Familienmitglied tun, um das WIR wachsen zu lassen?

Passend zum Bilderbuch wurde eine Lerntheke aufbereitet, die fächerübergreifend für den Deutsch- und Sachunterricht konzipiert ist. Eine Durchführung ist zum Ende des 1. Schuljahres in einer leistungsstarken Klasse bzw. regulär im Laufe des 2. Schuljahres möglich. Als Lernziele im Bereich „Mensch und Gemeinschaft“ wurde Folgendes festgesetzt: Die SuS entwicklen eine positive Haltung zu sich selbst, indem sie eigene Gefühle und die Bedürfnisse anderer wahrnehmen und sich mit ihnen bewusst auseinandersetzen. Sie beteiligen sich an der fairen Aushandlung von Interessen, halten Regeln und soziale Vereinbarungen ein und übernehmen Verantwortung für sich und andere. Wenn das alles gelernt wird, wird sich jede Familie und jedes kleine WIR freuen!

Die Lerntheke besteht aus insgesamt 13 Stationen. Davon sind 8 Lernangebote als Pflichtstationen vorgesehen. Die 2 zusätzlichen Sternchenaufgaben sind Angebote, die schnell arbeitende Kinder bearbeiten dürfen, während die 3 Glühbirnen-Formate stets eine entdeckende Funktion berücksichtigen und eine gewisse Bereitschaft zum Knobeln voraussetzen. Für mehr Informationen hier entlang.

Marion Deuchars – Malen und Zeichnen wie die großen Künstler

Rezension

Marion Deuchars hat ein hervorragendes Malbuch geschaffen, mit dem sie inspirierende Akzente setzt, die zur experimentellen Auseinandersetzung mit der Kunst anregen. Bekannte Künstler vergangener Epochen dienen als Aufhänger und Wegweiser bei den Gestaltungsvorschlägen.

Kinder ab 10 Jahren werden angeregt mit der Schere zu zeichnen, so wie es Henri Matisse vorgemacht hat. Gleichzeitig bekommen sie einen kurzen Einblick, was den entsprechenden Künstler oder Künstlerin ausgemacht hat. Begleitet wird die Einführung mit einer sehr gelungenen Skizzierung der jeweiligen Person. Der Stil wird nur kurz angerissen, denn das Hauptaugenmerk liegt auf der praktischen Umsetzung. Dabei darf auch gedruckt, gezeichnet und gemalt werden. Gut verständliche Erläuterungen geben Hinweise zur Umsetzung. Pro Künstler sind zwischen 3 und 8 Anregungen zu finden.

Gustav Klimt regt zum Drucken an, Miró verhilft beim Erschaffen von Symbolen, dabei dürfen die Augen auch mal geschlossen werden. Wohin wandert die Linie dann wohl? Auch im Geiste von Paul Klee geht der Bleistift spazieren und bringt Erstaunliches hervor. Bei der Künstlerauswahl hat die Autorin auch einige weibliche Persönlichkeiten, wie z.B. Sonia Delaunay, Frida Kahlo, Emily Kngwarreye und Hannah Höch integriert. Außerdem stehen folgende bekannte Künstler im Fokus: Joan Miró, Philip Guston, Jivya Soma Mashe, Eduardo Chillida, Salvador Dalí, Wassily Kandinsky, Henri Matisse, Ben Nicholson, Jasper Johns, Paul Klee, Andy Warhol, Hokusai, Gustav Klimt und natürlich David Hockney.

Blick ins Buch
Fazit

Inspirieren und Kopieren als erste Schritte vor dem Kombinieren und Erschaffen eigener Kunstwerke

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