Marion Deuchars – Art Play

Rezension

Kreativität kann auch erlernt werden. Hier gilt ebenfalls die Prämisse, dass Übung den Meister macht und die Häufigkeit der Erprobung einer bestimmten Technik zu einer Erweiterung des Ideen-Schatzes beiträgt. Dieses Buch lädt zum Spielen mit den Bausteinen der Kunst ein. Die Entdeckungsreise führt durch die Bereiche Zeichnen, Farbe, Formen, Malen, Papier, Drucken und Muster.

Viele Angebote bieten direkte Umsetzungsideen gleich im Buch an. Die Seiten sind dafür ausreichend dick und von guter Qualität, sodass die Künstler sich alsbald verwirklichen können. Die meisten Angebote werden die Kinder aus der Grundschule bereits kennen. Es wird schattiert, mit Fingern gedruckt, vermischt, marmoriert und gekritzelt. Farbmischungen finden genauso Erwähnung wie das Falten von Figuren oder auch die spannende Herstellung von Zufallsbildern mit Klecksen. Angefangene Kritzel-Bilder wollen vollendet oder verändert werden. Kurze Texte inspirieren mit konkreten Umsetzungsvorschlägen zur künstlerischen Umsetzung.

Dieses Kunstbuch ist eine wunderbare Beschäftigung während langer Auto- oder Zugfahrten. Es lässt sich auch wunderbar für Aufenthalte bei den Großeltern mitgeben, um sicherzugehen dass noch eine Beschäftigung im petto und gleich griffbereit ist. Auch während der besonderen Zeit des Homeschoolings oder der Sommerferien bietet es eine wunderbare Fundgrube an kreativen und abwechslungsreichen Kunstangeboten.

Blick ins Buch

Kritzelhungrige Kinder finden in diesem Material 25 Kritzel-Angebote. Die Arbeitsblätter sind so aufgebaut, dass Fragestellungen oder bestimmte Anweisungen zum Arbeiten motivieren sollen. Auf manchen Blättern wurde eine kleine Hilfe-Box integriert, um zu Differenzierungszwecken einigen Schülerinnen und Schülern Inspirationen oder Anregungen zu bieten.

Kunstkartei_Zeit zum Kritzeln 2

 

 

 

 

 

 

Fazit
Abwechslunsgreiche und umfangreiche Angebote gegen Langeweile.

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Margarethe Fimmen, Doris Fischer und Anne Lenze – Gemeinsam starten: Soziales Lernen

Rezension

Auch wenn das Gemeinsame Lernen in der Ausnahmesituation der Corona-Zeit momentan etwas anders aussieht, so steht das soziale Lernen vielleicht noch stärker im Fokus als je zuvor. Es geht schließlich vordergründig um Rücksichtnahme, Zusammenhalt und Solidarität.

Es ist davon auszugehen, dass Kinder, die im Sommer eingeschult werden, auch anders an die Vermittlung, Entwicklung und Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen im Schulalltag herangeführt werden müssen. Neben der Wissensvermittlung bestimmt das soziale Lernen nicht nur im Anfangsunterricht das Schulleben. Die Grundschule ist hierbei als Lernort von großer Heterogenität geprägt und braucht den Schutzraum einer funktionierenden Klassengemeinschaft.

Gemeinsam starten – Soziales Lernen richtet den Blick auf genau diese Kernkompetenzen und bietet fortlaufend für die ersten beiden Schuljahre aufeinander aufbauende Förderschwerpunkte. Dabei erfolgt die Gliederung anhand von folgenden Modulen:

  • Miteinander leben
  • Miteinander lernen
  • Miteinander sprechen
  • Sich kennenlernen
  • Operatoren

Erfahrungsgemäß sollte das Soziale Lernen bereits beim Punkt „Miteinander spielen“ ansetzen und zwar vom ersten Schultag an. Etliche Wochen habe ich im letzten Durchgang in die Einübung investiert, weil viele Kinder das Abwarten, Vorlassen, Aushalten, Gönnen können etc. nur schwer verinnerlicht haben. Erst danach war der Blick frei für das Miteinander auf Klassenebene. Erfreulicherweise sind hier viele Arbeitsblätter ohne Schriftkenntnisse einsetzbar. Es gilt „richtiges“ vom „falschen“ Verhalten zu unterscheiden und farblich entsprechend zu markieren. Motivierende Puzzlebilder sind von Anfang an und ohne große Erklärungen zu nutzen. Um andere Themen zu umreißen: Kennenlernspiele, sich begrüßen und verabschieden, Regeln im Schulgebäude, gemeinsam frühstücken, miteinander sprechen im Stuhlkreis, Stimmungsbarometer, Gesprächsregeln, spielerische Übungen zu Gesprächsregeln, Sprechanlässe schaffen, Arbeitsformen kennenlernen, Klassendienste einführen, Klassensprecher wählen, Gefühle zeigen und Konflikte lösen.

Die Kopiervorlagen sind stets übersichtlich, nicht allzu überladen und vom Layout ansprechend gestaltet. Das ist bei den Finken-Materialien immer ein großer Pluspunkt, den auch viele Förderkinder schätzen. Die 6 bunten Poster sind glücklicherweise auch auf der mitgelieferten CD enthalten, sodass diese auf einem Beamer oder mithilfe eines Whiteboards bequem gezeigt werden können. Das ist vor allem heutzutage viel wert, wenn der nötige Sicherheitsabstand eingehalten werden muss. Auf der CD befinden sich auch die wunderbar illustrierten 16 Operatoren-Karten, die die Arbeitsanweisungen, wie „kreise ein, benenne, klebe auf, kreuze an“ auch visuell verdeutlichen. Dafür werden viele DaZ-Kinder dankbar sein, denen das Erlesen der Arbeitsaufträge noch Mühe bereitet.

Das Einüben ist ein fortlaufender Prozess. Man kann bestimmtes Vorwissen oft nicht voraussetzen. Auch der richtige Toilettengang muss thematisiert werden. Das hat auch der Verlag erkannt (siehe KV oben). Es ist nicht mit schlichter oder gar einmaliger Besprechung getan. Deshalb ist der Themenbereich „Gesprächsregeln einhalten mit spielerischen Übungen“ meiner Meinung nach besonders wertvoll. Hier verinnerlichen die Schülerinnen und Schüler nachhaltig die Regeln, ohne den pädagogischen Zeigefinger. Das friedliche Miteinander wird gestärkt und idealerweise ein erfolgreiches Lernen ermöglicht.

Blick ins Buch

Fazit

Soziales Lernen von Anfang an im Fokus, um ein erfolgreiches und friedliches Miteinander zu ermöglichen.

(Bitte beachten: Die Finken-Materialien sind nicht im Handel, sondern nur direkt beim Verlag erhältlich.)

 

Anja Wrede – Sagt das Monster zu der Maus …

Rezension

Wer ist die Hauptfigur in der Geschichte? Wann und wo spielt die Geschichte? Wen trifft die Hauptfigur? Was ist der Nebenfigur passiert? Wie kann die Hauptfigur helfen und wie endet die Geschichte?

Dieses Sprachspiel hat die Erzählfähigkeit im Fokus und ist eine ideale Unterstützung für Kinder, die noch Schwierigkeiten mit dem Erfinden von Geschichten haben. Spätestens im dritten Schuljahr spielt die Aufsatzerziehung im Deutschunterricht eine wichtige Rolle und da ist es sehr hilfreich, wenn Kinder auf ein großes Repertoire an Ideen und Fantasie zurückgreifen können.

Erfahrungsgemäß fällt das Geschichtenschreiben Kindern, denen regelmäßig vorgelesen wird und die Hörbücher hören, leichter, weil sie bereits viele Bausteine intuitiv abgespeichert haben. Doch diese Sprachkompetenz kann auch bewusst trainiert werden.

In dieser Geschichtenerzählkiste finden sich zwei Spielvorschläge. Beim Erzählspiel dienen die W-Fragen auf dem roten Faden als Hilfe, die dem Kind den strukturellen Aufbau verdeutlichen sollen. Der spielerische Charakter wird durch das Zufallsprinzip beim Ziehen der kleinen Karten weiter forciert. Zu jeder W-Frage sind Vorschläge vorhanden. Das Foto unten verdeutlicht das Prinzip.

Es ist empfehlenswert das Spiel mit einer reduzierten Anzahl an Karten zu beginnen und diese später zu erweitern. Da es vielleicht doch zu komplex für manche Kinder sein könnte, sodass die Fantasie eingeschränkt wird und das Geschichtenerzählen sich nur um die Einbindung der Begrifflichkeiten dreht.

Der zweite Spielvorschlag Geschichtenmemo dreht sich um die Gedächtnisleistung der Kinder. Hierbei sollen die von anderen Spielern erzählten Einzelheiten memoriert, also ins Gedächtnis gerufen werden. Der Wettbewerbscharakter wird gefördert und die Kinder dazu angeregt genau hinzuhören und sich die Details zu merken.

Die Geschichtenerzählkiste gehört zugegeben in die Sparte „pädagogische Spiele“. Doch auch zum Lernen gehören spielerische Aspekte dazu, sodass dieses Material eine wunderbare Ergänzung für die Freiarbeit oder den Förderunterricht sein könnte. Manchmal bewirken einfach andere Formate oder eine Umwälzung der Erscheinungsform eines Materials Wunder.

 

Fazit
Geschichtenerfinden leicht gemacht!

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Leserolle zur Klassenlektüre „Anton taucht ab“

Rezension

Erneut entschied sich die Klasse, nach der Vorstellung von insgesamt 3 Klassenlektüren, mehrheitlich für die Ganzschrift „Anton taucht ab“. Nach der Entdeckung im Jahr 2010, habe ich im Jahr 2014 noch mit einem Lesetagebuch gearbeitet, dieses Jahr ist eine Leserolle dran.

Das Buch hat seinen Reiz immer noch nicht verloren. Es ist eine Sommergeschichte, die von Ferien am See in der Obhut der Großeltern handelt. Anton, der Erzähler ist sehr präsent, nimmt die Lesenden «bei der Hand» und führt sie in das Thema ein, wie man neue Freundschaften schließt und sich traut neue Wege zu gehen, seiner Komfortzone entflieht. Als Eigenbrötler, mit einem sehr speziellen Humor, versteckt er seine Unsicherheit zunächst und wird glücklicherweise im Verlauf der Handlung mutiger und selbstbewusster. Anton ist ein Kind in einer wilden Dynamik der Gefühle, mit Widerstandskräften und inneren Kämpfen. 

Der Erzählstil ist weiterhin beeindruckend vom lockeren, witzigen und mit den Lesern plaudernden Ton, gut verständlich und unterlegt mit vielen Bezügen zur kindlichen Lebenswelt und Ausdrucksweise. Die Gestaltung der Lektüre ist bewusst ruhig gehalten, die Illustrationen zurückhaltend eingesetzt, der Text steht im Zentrum. 

Mit viel Gespür für die Atmosphäre des Aufwachsens in der Provinz, erzählt Milena Baisch von einer scheinbar unmöglichen Freundschaft – zwischen einem Barsch und dem coolsten Helden, so wie Anton sich nennt. Die Figur wird lebendig, mit all ihren Gedanken, Sorgen und Nöten. Ganz aus dem Leben gegriffen, vielleicht macht genau das den Reiz dieser Lektüre aus.

Sollte jemand auch auf der Suche nach Unterrichtsmaterial sein, findet meine Vorlagen auf meiner Seite beim Lehrermarktplatz (Material-ID: #148356) zum Download. Hier ein Einblick:

Fazit

Das Buch entwickelt sich zum Evergreen der Kinderliteratur.

 

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Pop-up Gefühlsfische: „Heute bin ich“ von Mies van Hout

Seit der Entdeckung des Bilderbuchs Heute bin ich“ im Jahre 2012 folgt nun mein 4. Blogbeitrag zu diesem besonderen Buch. Fortan führe in den Jahrgängen 3 und 4 regelmäßig die Unterrichtseinheit zu den Gefühlsfischen nach Mies van Hout durch. Doch vor einigen Wochen überraschte mich die folgende Schüleräußerung in meinem Vorhaben:


Alle Tiere werden immer von der Seite dargestellt. Ich will den Fisch von vorne malen. Gefühle kann man doch im Gesicht am besten erkennen. Wie sehen Fische überhaupt im Gesicht aus? In den Malbüchern werden Tiere fast immer nur von der Seite gezeigt.“


Damit
war meine geplante Unterrichtsreihe völlig auf den Kopf gestellt. Die anderen Kinder stimmten der begründeten Meinung ihres Mitschülers zu und wollten unbedingt wissen, wie Fische nun tatsächlich frontal betrachtet aussehen. Also  begaben sich frewillige Experten auf die Suche und recherchierten emsig in Büchern und im Internet. Die nächste Unterrichtsstunde leiteten wir mit einem Museumsgang ein und staunten nicht schlecht über die, zugegeben wenigen Fotografien, die überhaupt ausfindig zu machen waren.

Der Fokus der Betrachtungen lag auf Mund, Augen und der Darstellung des restlichen Körpers inkl. der Flossen und des Schwanzes. Ich passte meine Einheit den Interessen der Kinder an und modifizierte den Schwerpunkt und die Ziele. Fortan stand Perspektive im Fokus und im Laufe der nächsten Stunden kam noch der Wunsch dazu, etwas Bewegung und Lebendigkeit in das Kunstwerk zu bringen. Nun war das Unterrichtsprojekt Pop-up Bild, mit Einbindung einer neuen Falt-Technik zu den Gefühlsfischen der Künstlerin Mies van Hout, geboren.

Und ich habe auch etwas sehr Bedeutendes gelernt: Die Leistung der Kinder zeigte sich darin, wie sie verstehen, Fragen zu stellen und Antworten zu finden. Es ging um eigenes und gemeinsames Nachdenken in einer Dialoggemeinschaft, in der es erlaubt war weiter zu denken und etwas infrage zu stellen, als wichtige Komponente der rezeptiven Fähigkeiten im Kunstunterricht. Ja, auch diese Erfahrung macht einen als Lehrkraft „glücklich“ und „vergnügt“.

Wer auf den Geschmack gekommen ist und das Unterrichtsprojekt ausprobieren möchte, hier entlang:

(Material-ID: 137011)

Ganzschriften und Klassenlektüren im Deutschunterricht der Grundschule

Mit der gesamten Klasse ein Buch zu lesen, hat seinen ganz eigenen Reiz. Geschichten wollen nämlich weiter gelebt werden. Es reicht oft nicht aus, den Inhalt zu internalisieren. Um einen noch größeren und anhaltenderen Lerneffekt zu erzielen, braucht es einen Austausch über das Gelesene. Es kann natürlich einfach nur ein subjektives Nachdenken über die Handlung sein, doch über unterschiedliche Wahrnehmungen zu diskutieren und in den Austausch zu gehen, macht es besonders greifbar und erlebbar.

Eine Anschlusskommunikation vertieft literarische Kompetenzen und kann sogar das „Wir“-Gefühl innerhalb einer Klassengemeinschaft stärken. Die Voraussetzung ist, dass die Kinder die Klassenlektüre als bedeutsam und lustvoll sehen. Das kann schnell zum Stolperstein für die Lehrkraft werden, deshalb ist eine auf die Lerngruppe abgestimmte Auswahl der Ganzschrift von erheblicher Bedeutung.

Der Umgang mit der Lektüre ist ebenfalls entscheidend, sodass neben den individuellen Lesezeiten, auch Treffpunkte fest eingeplant werden sollen, um den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit zu geben Fragen zu stellen, Lieblingsstellen vorzulesen oder sich einfach über bestimmte Handlungsstränge auszutauschen und ihre Sichtweisen zu eröffnen. Ein Lesetagebuch dient hierbei lediglich als ein Mittel den Blickwinkel der Kinder auf unterschiedliche Bereiche zu fokussieren, als ein Instrument zum Nachhalten der neuen Erkenntnisse: Ein Produkt vielleicht auch als Erinnerungsstütze.

Als Lehrkraft erlebe ich die Arbeit mit Klassentagebüchern insofern als bereichernd, weil ich beim selbstbestimmten Lesen die Möglichkeit habe, mich einzelnen Kindern zu widmen und ganz differenziert auch mal Abschnitte vorzulesen oder sie mir vorlesen zu lassen. Meine DaZ-Kinder können unbekannte Wörter erfragen, während die anderen ihrer Lesefreude in ihrem ganz eigenen Tempo nachgehen.

Das Buch „Wir sind nachher wieder da, wir müssen kurz nach Afrika“ von Oliver Scherz wurde im Rahmen einer Projektwoche gelesen. In den regelmäßigen Zusammenführungen der Klasse fielen folgende Äußerungen bzw. Diskussionsanstöße:

Der Schatten an der Wand machte mir zu Beginn etwas Angst. Das war schon unheimlich.

Ich fand es witzig, dass Abuu Marie nur mitgenommen hat, weil sie ihm sympathisch ist. Von da an habe ich  den Elefanten auch ins Herz geschlossen.

Was haben die denn eingepackt? Wissen sie nicht, was in einen Rucksack gehört, wenn man verreist?

Geht das überhaupt mit einem Elefanten auf einem Floß? Geht das nicht unter?

Abuu ist ja schlau, bläst sich auf wie ein Luftballon.

Dieser Moment als Abuus Elefantenfamilie kam…ich hatte Gänsehaut!

Haben die das alles nur geträumt? Stimmte das gar nicht?

Nach diesen Zusammenkünften entwickelten die Kinder regelmäßig eigene Ideen für ihre Wahlaufgaben, die sie in ihr Lesetagebuch integrierten. Einer beschäftigte sich mit der Kartenkunde, malte die Route der drei Reisenden ein und markierte jeweils die entsprechenden Stationen aus der Geschichte. Ein Mädchen erinnerte sich an eine Sachunterrichtstunde, in der wir Boote bauten und erprobte ein anderes Modell. Uns wurde ein selbst inszeniertes Schattenspiel vorgeführt. Zwei weitere überlegten sich ein anderes Ende des Buches und ließen das Geschwisterpaar mit Abuu noch weitere Abenteuer erleben. Die Botschaft des Buches ist im Klassenraum angekommen: Höre niemals auf zu träumen und von deiner Kreativität Gebrauch zu machen!

Kunstprojekt zum Bilderbuch „Hundertwasser: Ein Haus für dunkelbunte Träume“

Das zauberhafte Bilderbuch Hundertwasser: Ein Haus für kunterbunte Träume von Géraldine Elschner und Lucie Vandevelde inspirierte mich zur Umsetzung eines Kunstprojekts zum Thema „Bäume und Natur“.

Als Einstieg zum Unterrichtsprojekt rund um den Künstler Friedensreich Hundertwasser und seinen Werken eignet sich das Vorlesen des Bilderbuchs Hundertwasser: Ein Haus für dunkelbunte Träumevon Géraldine Elschner und Lucie Vandevelde. Alternativ findet sich im Paket auf der Plattform Lehrermarktplatz ein Künstlerbrief, in dem der Künstler sich und seine Arbeit den Schülerinnen und Schülern vorstellt. Der Fokus dieses Materials liegt auf dem Themenbereich Umwelt und Natur“. Die Schülerinnen und Schüler entwerfen und skizzieren zunächst einen Baum nach der Idee von Hundertwasser und bauen entsprechend geschwungene Linien und bunte Farben ein.

Zu Differenzierungszwecken findet sich im Unterrichtsvorschlag eine in der Komplexität schrittweise ausgearbeitete Vorlage, die als Hilfsmittel eingesetzt werden kann. Vor allem Inklusionskinder benötigen erfahrungsgemäß des Öfteren eine kleine Hilfestellung und eine differenziertere Vorbereitung seitens der Lehrkraft. Die Bäume der Illustratorin Lucie Vandevelde dienen als weitere Anregung bei der Ausgestaltung und beim Verzieren. Denkbar wäre es ebenfalls Tiere einzubinden, um dem Hauptmotiv Hundertwassers gerecht zu werden und das Leben im Einklang mit der Natur zu verdeutlichen. Als sogenannte Baummietersind wir für unsere Lebewesen verantwortlich, vor allem wenn durch den Bau von Städten der Natur Lebensraum entzogen wird (vgl. Géraldine Elschner 2020: 26). Hierbei kann variiert werden, ob die Tiere im Baum unauffällig versteckt oder farblich passend eingebunden werden. Auch diese Technik macht Lucie Vandevelde als Illustratorin des Bilderbuchs gekonnt vor.

(Material-ID: #127553)

Hanna Grubhofer – Was brauchst du?: Mit der Giraffensprache und Gewaltfreier Kommunikation Konflikte kindgerecht lösen

Rezension

Gino Giraffe fungiert als Mediator, bevor ein Streit eskalieren kann. Mit der Giraffensprache schafft es Gino im Sinne der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg, die Bedürfnisse der Beteiligten zu umreißen. Alternative Lösungsvorschläge werden auf den Mit-Mach-Seiten gesammelt, wobei immer mehrere Lösungen in Frage kommen. Das Ziel dieses DIN-A5-Büchleins ist es, Kinder darin zu bestärken, ihre Gefühle und Bedürfnisse auszusprechen, ohne wie ein Wolf zu „knurren“, indem sie anfangen zu treten oder zu schlagen.

Hier werden insgesamt 7 voneinander unabhängige Streitsituationen dargestellt. Auf der rechten Seite finden sich stets farbige Aquarellillustrationen, die völlig ohne Text auskommen. Sie lassen sich daher auch sehr gut vergrößern und zu Erzählzwecken nutzen. Bei manchen Geschichten empfiehlt es sich die Handlung frei zu erzählen, statt vorzulesen, weil man Kinder so viel mehr mitnehmen kann.

Ein Beispiel einer Streitsituationen, die im Buch aufgegriffen ist, ist die Problematik von Igel Igor, der aus vielen Herbstblättern einen Haufen für seine Höhle gebaut hat. Ziege Zita kommt angerannt und rammt ihre Hörner so sehr in den Haufen, dass die Höhle zusammen fällt. Igor Igel ist entsetzt und regt sich auf, während die Ziege sich verwirrt umschaut. Gino Giraffe kommt dazu und regt zum Nachdenken an: „Was könnt ihr jetzt machen, damit Igor einen sicheren Ort für den Winterschlaf hat und Zita sich austoben kann?“. Diese Situation ist recht alltagstauglich, wenn jemand z.B. die Sandburg eines anderen kaputt macht. Die vorgeschlagene Lösung ist dagegen etwas unbefriedigend, wenn es heißt: „Zita Ziege tobt über die Wiese und Igor Igel kümmert sich alleine um seine Höhle.“ Irgendeine Art der Wiedergutmachung wäre durchaus sinnvoll gewesen. Erfreulich ist dafür, dass auf den Mit-Mach-Seiten immer Raum für eigene Ideen bleibt.

Diese Form des wiederholten Perspektivwechsels hilft den Kindern, deutlicher und bewusster die Ursachen der Konflikte zu verstehen und gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

Blick ins Buch

 

 

Die Einübung der Giraffensprache bedarf vielfältiger Übungsmöglichkeiten. Daher empfiehlt es sich spiralcurricular das Konzept immer wieder einzubauen, um den Kindern mehr Handwerkszeug mitgeben zu können. Eine Ergänzung stellt das Material Respektvoll miteinander sprechen – Konflikten vorbeugen aus dem Verlag an der Ruhr dar, in dem 10 Trainingsmodule für den schulischen Gebrauch zusammengestellt wurden.

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Fazit

Situationsbedingte Anwendung der Giraffensprache im Sinne der gewaltfreien Kommunikation.

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Anne Scheller – Abc-Rätsel-Geschichten zur Buchstabeneinführung

Rezension

Dieser Band bietet 38 lehrwerksunabhängige Geschichten und Wimmelbilder nicht nur zu den Buchstaben A bis Z, sondern auch zusätzlich zu Umlauten, Lautverbindungen, wie z.B. „ei“, „sch“ oder „pf“. Die meisten Bände konzentrieren sich auf die Buchstaben des Alphabets, sodass es hier erfreulich ist auch die anderen Lautverbindungen integriert zu sehen.

Die Wimmelbilder sind wohl der spannendere und motivierendere Teil dieses Rätselbands, die zur Visualisierung und Festigung dienen. Ganz nebenbei wird auch der Wortschatz erweitert, sodass nicht nur DAZ-Kinder davon profitieren. Glücklicherweise finden sich hinten im Buch Lösungen, mit den einzukreisenden Gegenständen, die zum jeweiligen Buchstaben passen.

Die Lesegeschichten sind unabhängig voneinander einsetzbar und erfüllen im 1. Schuljahr wohl eher den Zweck des Vorlesens. Vom Verfasser ist das Selbstlesen vorgesehen, doch der Umfang ist für Erstklässler auch zum Ende des Schuljahres noch viel zu groß. Die Silbenstruktur ist zwar hilfreich, doch in der Praxis ist das Erlesen der Sinneinheiten schlichtweg für die meisten Kinder zu schwierig (siehe „Blick ins Buch“). Auf den 24 Auftragskarten sind Aufgaben zu finden, die Kinder dazu einleiten im Lesetext entsprechende Buchstaben einzukreisen oder die ausschließlich mit zusätzlichem Material zu bewältigen sind, wie z.B. Schreiben im Sand oder Buchstaben aus Knetmasse formen und haben mit den Kopiervorlagen an sich nicht viel zu tun.

Blick ins Buch

Fazit

Als Wimmelbildsammlung eine Bereicherung, da auch Lautverbindungen einbezogen wurden.

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Stefanie Pohlmann – Schreibkonferenzen mit Erfolgsgarantie

Rezension

„Schreibkonferenzen mit Erfolgsgarantie“ nimmt die Vermittlung nötiger Basisfähigkeiten für die Textproduktion in den Blick. Während einige Grundschulkinder das Verfassen unterschiedlicher Textformen souverän meistern, fehlt es leistungsschwachen Kindern an Grundverständnis für die entsprechenden Merkmale. Texte planen, schreiben und überarbeiten sind recht komplexe Arbeitsschritte, die angebahnt und oft erprobt werden müssen. Das Überarbeiten nimmt eine Sonderrolle ein, da es besonderer und vor allem auch gezielter Hilfestellung bedarf. Auf diesen Bereich konzentriert sich dieses Material.

Die Schreibkonferenz als ein äußerst wichtiges Instrument soll dazu dienen, über einen Text strukturiert ins Gespräch zu kommen, um dem Verfasser hilfreiche Tipps zur Verbesserung zu geben. Da die Überarbeitungstipps von den Kindern kommen, sind sie oft für das Gegenüber besser zu verstehen und werden bereitwilliger angenommen. Der vorliegende Band bietet z.B. Tipp-Karten an, die laminiert ausgelegt werden können, damit die Schülerinnen und Schüler selbstständig einen bestimmten Bereich gezielt prüfen (verschiedene Satzanfänge, Bindewörter, rechtschriftliche Überarbeitung etc.). Diese sollen sukzessiv eingeführt und entsprechend der Jahrgangsstufe erweitert werden.

Ein „Regelplakat“ bietet der Schreibkonferenz eine Orientierung, welche Schritte als Nächstes folgen und welche Gelingensfaktoren es außerdem noch einzuhalten gilt. Neu war für mich das Amt „Heißer Draht zum Lehrer“, der bei Fragen oder Unklarheiten sich an den Lehrer wenden darf. Passende Reflektionskarten können für die Einschätzung der Gruppenarbeit genutzt werden und sind eine Organisationshilfe für eine reibunglose Durchführung.

Von großem Wert sind außerdem die Aufgabenbeispiele zu den unterschiedlichen Textsorten (Personenbeschreibung, Gegenstandsbeschreibung, Tierrätsel, Vorgangsbeschreibung, Bildbeschreibung, Einladung, Postkarte, Persönlicher Brief, Offizieller Brief, E-Mail, Bericht, Nacherzählung, Erlebniserzählung, Bildergeschichte, Märchen). Zu jeder Textsorte findet sich eine Übersicht mit den entsprechenden Merkmalen bzw. Kriterien. Auf einem Überarbeitungsbogen können die Kinder ankreuzen, ob der Verfasser die Punkte eingehalten hat oder einige Punkte sich besser noch einmal anschauen sollte. Außerdem gibt es zu jeder Textsorte zwei Übungsformate als Aufgabenbeispiel, die zur Vertiefung genutzt werden können.

Für Klasse 2 kann die Materialzusammenstellung vielleicht zu anspruchsvoll sein. Obwohl die Textsorten „Persönliche Briefe“, „Einladung“ oder „Postkarte“ durchaus schon Anwendung finden könnten. Die Ämterkarten und die Reflektionskarten sind allerdings schon in der Jahrgangsstufe 2 und 3 gut zu gebrauchen, um den Ablauf einzuüben und das Vorgehen zu klären. Im 4. Schuljahr darf die Komplexität entsprechend dem eigentlichen Grundgedanken des Bandes steigen, sodass hier alle Überarbeitungsschritte durchlaufen werden können. Man merkt, dass die Autorin selbst Grundschullehrerin ist, denn ihre Hinweise sind sehr praxisnah und realistisch umzusetzen, wenn sie z.B. darauf hinweist, dass es unmöglich ist alle Schülertexte zu besprechen. Hier kann also der Lehrer einspringen oder man einigt sich darauf, dass im Laufe eines Schuljahres alle Kinder mindestens einmal in die Autorenrolle schlüpfen dürfen. Als Berater und Textkritiker lernt man schließlich auch viel.

 

Blick ins Buch

Fazit

Sehr alltaugtauglich – mit guten Aufgabenbeispielen und ausführlichen Kriterienlisten

 

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