Kinderbuchblogger Adventskalender 2021 – Maus und Eichhorn auf großer Winterreise

Rezension

Zwischen den umher schwebenden Flocken des ersten Schnees entdeckt die Maus weiße Zacken am Horizont. Die Berggipfel wecken in ihr eine noch nie dagewesene Sehnsucht. Gepackt vom Fernweh, schraubt das Eichhorn Kufen an den Schlitten. Die Winterreise der beiden Freunde kann beginnen. Jedes Abenteuer kommt mit Begegnungen einher und das wiederum ermöglicht eine Begegnung mit sich selbst. Jede Schwierigkeit lässt die Freunde über sich selbst hinaus wachsen und man darf mittendrin nicht vergessen, einfach innezuhalten und zu genießen.

Sie machen eine Glückspause.
Denn wer es zusammen bis nach ganz oben geschafft
hat, muss sich vor Freude hinsetzen und Nüsse knacken.

Es ist ein ruhiges Bilderbuch mit Illustrationen, die zum Verweilen und Entdecken einladen. Es handelt von Freundschaft und dem Mut aufzubrechen und Neues zu sehen und zu erfahren. Naturbegegnungen können wahnsinnig faszinierend sein und bieten wertvolle Erfahrungsräume an. So wird ein aktives und dynamisches Lernen in unserer Welt möglich. Gleichzeitig wird das Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt gestärkt. In diesem Sinne kann die Natur den Kindern, aber auch Erwachsenen Lehrmeisterin für eindrucksvolles Wahrnehmen des Lebens sein.

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Fazit

Naturnahe Erlebnisse feiern und aus Begegnungen Dankbarkeit schöpfen!

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Gewinnspiel:

Im Rahmen des Kinderbuchadvents verlose ich ein Exemplar von „Maus und Eichhorn auf großer Winterreise“.

So geht’s:

Verrate mir dafür einfach in den Kommentaren, welche Reise ihr gerne unternehmen würdet.

Die Verlosung startet mit Freischaltung des Posts und endet am Donnerstag, 23. Dezember 2021, 23:59 Uhr. Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück!

Herzlichen Glückwunsch, Rose!

Bitte beachten: Teilnahmeberechtigt sind nur User mit Versandadresse in Deutschland, die mindestens 18 Jahre alt sind. Die GewinnerInnen werden nach dem Zufallsprinzip ermittelt. Die Daten werden nach Beendigung des Gewinnspiels gelöscht. Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook oder Instagram und wird in keiner Weise gesponsert, unterstützt oder organisiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wird der Gewinn nicht innerhalb von drei (3) Tagen nach der Bekanntgabe angenommen, wird das Recht vorbehalten, den Gewinn anderen Teilnehmern zur Verfügung zu stellen.

Weitere Türchen für das Jahr 2021:

23 Kinderbuch-Detektive
24 Buchverzückt

Martin Baltscheit und Claudia Weikert – Der kleine Esel Liebernicht

Rezension

Auf dem malerischen Bauernhof in einer ruhigen Provinz, bahnt sich eine Veränderung an. Die alte Bäuerin Kathie trinkt ihren letzten Tee und schreibt einen Abschiedsbrief. Anschließend begibt sie sich auf einen Hügel, wo ein alter Freund schon auf sie wartet. Die Tiere bleiben mit vielen Fragen zurück. Die Unsicherheit und gleichzeitig aber auch die Abhängigkeit von Verantwortlichen wiegen schwer.

Die neue Bäuerin, die aus einem roten Cabrio steigt, trägt Stöckelschuhe statt der altbekannten Gummistiefel. Der Bauernhof soll schließlich für den Bau eines Hotels weichen. Alle Anzeichen stehen für tiefgreifende Veränderungen.

Die neue Zeit ist wie ein Mantel ohne Knöpfe, was? Man friert leicht.

Die neue Bäuerin bringt der trächtigen Eselstute warmes Heu und bleibt die Nacht über bei ihr. Der Neuankömmling im Stall wirft alle bisherigen Pläne über Bord. Die neue Besitzerin entscheidet sich um und sagt stattdessen „Lieber nicht!“. Genauso wird das niedliche Eselfohlen getauft. Hier ahnt der Leser schon, dass in den nächsten Bänden der Name Programm sein wird.

Der erste Band der Reihe bringt eher Erwachsenenthemen mit sich. Die Aufrüttelung in Form von Veränderung hat eine ordentliche Portion Angst und Unsicherheit im Schlepptau. Der Boden schwankt. Das Gedankenkarussell der Tiere ist im vollen Gange. Vorleser werden sich an Martin Baltscheits versteckten und tiefsinnigen Botschaften erfreuen. Für Kinder im Alter von 4 oder auch 6 Jahren, sind diese noch nicht greifbar. Dafür ist die Thematik rund um Tod, Abschied und Umwälzung schlichtweg zu schwer. Der Titel des Buchs schürt leider auch falsche Erwartungen. Man geht von Trotz, Eigenwilligkeit und hartnäckigem Widerstand aus. Dieses findet man in diesem Auftakt der Reihe noch nicht vor. Die Geburt ist quasi der Beginn. Die Hoffnung auf die Entwicklung des vielversprechenden Charakters in Folgebänden ist groß.

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Fazit

Ein etwas zu verkopfter Auftakt einer vielversprechenden Reihe rund um Eigenwilligkeit. Der Mantel ohne Knöpfe wirkt noch leicht verloren.

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Rachel Bright und Jim Field – Der Wal, der immer mehr wollte

Rezension

Doch – ob die Ausbeute groß war oder ob klein…
… für den Wal verlor sie bald ihren kostbaren Schein.

Ja, zufrieden zu sein, das fiel Wendelin schwer.
Es reichte ihm niemals, er wollte noch MEHR!

Das Erfolgsduo Rachel Bright und Jim Field konnte bereits mit „Der Löwe in dir“ und „Die Streithörnchen“ beeindrucken und liefert nun einen weiteren liebenswerten Protagonisten mit einer recht aktuellen Botschaft. Der Blauwal Wendelin durchstöbert die Unterwasserwelt nach kostbaren Schätzen. Seine Suche ist letztlich geprägt von einer tiefen Sehnsucht nach dem Entrinnen der inneren Leere.

Je mehr er findet und hortet, desto schwerer wird auch sein Herz. Was angeblich Glück bringen soll, entpuppt sich als Ballast. Seine Ziel- und Ratlosigkeit bringt ihn schließlich zu einem kunterbunten Korallenriff, in dem es nur so von Geschöpfen der Wonne wimmelt. Eine Krabbe findet schließlich den Zugang zu der eigentlichen Sehnsucht des einsamen Wals. Er hatte bisher keinen, dem er Liebe schenken konnte.

Sie und der Wal war´n als Freunde verbunden,
und er hatte Freude am Geben gefunden!

Der Leser erfährt, wie erfüllend und bereichernd das Teilen von schönen Augenblicken und Momenten sein kann. Besitz, so zeigt es uns der Wal, ist nicht mit Reichtum gleich zu setzen. Der Mensch braucht eigentlich wenig, um doch viel zu haben!

Das Thema Konsum und Materialismus beschäftigt auch schon die Kleinen. Das neueste Spielzeug und das aktuellste Kleidungsstück macht nur für eine kurze Dauer glücklich. Die Suche ist oft eine andere. Welche Lücke macht sich im Inneren eigentlich bemerkbar? Was macht im Leben wirklich nachhaltig zufrieden, ausgeglichen und erfüllt?

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Der Einsamkeit entfliehen – Glück und Zufriedenheit finden – Mensch als soziales Wesen

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Günther Jakobs – Du bist mein Freund, weil …

Rezension

Freundschaft, Verbundenheit, Vertrauen, Offenheit, Neugierde, Akzeptanz, Toleranz und besondere Stütze im Leben – diese Werte werden in dem zauberhaft illustrierten Bilderbuch von Günther Jakobs vermittelt. Die Bleistiftzeichnungen, die frech, unbekümmert und so kindgerecht daher kommen, unterstreichen auch die Botschaft des Bilderbuchs: Jede Freundschaft ist anders. Eben weil jeder Mensch anders ist.

Auf jeder Doppelseite werden unterschiedliche Szenarien von Bündnissen vorgestellt. Während der Titel „Du bist mein Freund, weil…“ schon die Thematik einleitet, werden auf den Doppelseiten lediglich die Ergänzungen aufgeführt:

weil du bei mir um die Ecke wohnst!

weil du der beste Torschütze weit und breit bist!

weil du so lustige Zahnlücken hast!

Hier wird auch schon deutlich, dass es genau die offene und gelöste Kindersicht ist, frei von Vorurteilen und Ausgrenzung, die Nähe und Verbundenheit erzeugt. Es können die Umstände sein, dass man Nachbar ist, gemeinsam im Verein spielt, Fähigkeiten wie z.B. spannende Geschichten erzählen können oder auch Oberflächlichkeiten wie eine Zahnlücke oder besonders verrückte Frisuren. Freundschaften zu Tieren oder Familienmitgliedern werden ebenso angeschnitten. Letztlich stellt sich heraus, dass man jemanden als Freund bezeichnet, weil er genauso so ist, wie er ist.

Dieses Bilderbuch bietet die Chance zu reflektieren, wen man als Freund ansieht und vor allem warum. Was macht diesen Menschen aus? Was schätzt man an ihm? Die Übertragung gelingt auch auf einen Mitschüler, mit dem Anfangssatz “ Du bist ein toller Mitschüler, weil…“. Damit ist eine wunderbare Erweiterung der „warmen Dusche“ als Methode gegeben. Im Kunstunterricht haben wir darauf aufbauend Freundschaftsarmbänder geknüpft und an besondere Menschen verschenkt.

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Fazit

Herausragende Illustrationen und ein Thema, das nicht oft genug aufgegriffen werden kann, denn Menschen sind nun einmal soziale Wesen.

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Nele Winter und Dorothea Ackroyd – Pit und Pu und der große Streit

Rezension

Pit, der Waschbär möchte seinen allerbesten Freund mit einem selbstgebackenen Kuchen überraschen. Mit einem Bollerwagen macht er sich auf den Weg zum Fuchs, als ihn von hinten eine Maus erschreckt, die so schnell vorbeiflitzt, dass Pit über den Karren stolpert und der Kuchen nun Matsch ist. Verärgert trottet er weiter. Am Staudamm angekommen, verfliegt die schlechte Laune schnell, denn Pu ist sein allerbester Freund. Allerdings wird die Stimmung durch die Ankündigung eines weiteren Freundes erneut getrübt. Ausgerechnet die Maus wird Pit als Pus neue Freundin vorgestellt, mit der er Pu nun teilen muss.

Eifersucht unter Freunden ist bei Kindern ein immerwährend aktuelles Thema. Schließlich spielt Freundschaft eine zentrale Rolle in unserem Leben. Mit Freundschaften werden intensive, erlebnisreiche und vertrauensvolle Momente verbunden, an die man sich gerne zurückerinnert und die einem zeigen, dass man nicht alleine ist. Freunde zu teilen, fällt Kindern schwer. Manche lassen sich sogar dazu verleiten zu meinen: „Sie hat mir meine Freundin weggenommen.“ Die Komplexität wird auch in diesem Bilderbuch deutlich. Das Spielen zu dritt ist für viele jüngere Kinder hin und wieder eine Herausforderung. Die intensiven Gefühle rund um die vielfältigen Dynamiken des Konflikts und Streits können die Betrachter durch die Einnahme der Außenperspektive wahrnehmen. Ebenso wird hier sehr gut dargestellt, welche innerpsychischen Reaktionen in Pit vorgehen und welche Ängste er aushalten muss. Die Versöhnung ist nicht weniger bedeutungsvoll, sodass auch dieses Zusammenkommen als nachhaltiges Gefühl der Sicherheit zur Freundschaft dazugehört.

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Fazit

Intensive Gefühle rund um Eifersucht, Teilen, Angst und Sicherheit in einer komplexen Wechselwirkung innerhalb von Freundschaften.

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Christine Faust – Der Wolkenmacher

Rezension

Der Wolkenmacher wohnt hoch oben auf einem Berg und besitzt ein Wolkenkochbuch. Hier sind Rezepte zu den unterschiedlichsten Wolkenarten und Wetterphänomenen festgehalten: Schäfchenwolken, Federwolken, Gewitterwolken aber auch Nebel, Regenschauer und den schönsten Schneeflocken, die es weit und breit zu sehen gab.

Er ist ein leidenschaftlicher Koch und wird tagein tagaus von seinen Wetterfröschen unterstützt. Alles hat seine Ordnung und so hat er es am liebsten. Eines Tages fällt eine Krähe durch den Schornstein in den Wolkentopf. Damit verursacht sie ein Chaos, sodass die Wolken nun fleckig am Himmel erscheinen. Als wäre das nicht genug, fordert die Krähe den Wolkenmacher heraus und erkundigt sich:

Kannst du keine Elefantenwolken?

Genau hier nimmt die Experimentierfreude nach einigem Zögern ihren Lauf. Der Wolkenmacher schwingt schließlich seine Pipette und tropft beschwingt in den Wolkenkessel. Am Himmel erscheint nicht nur ein Elefant. Erst als die Krähe eines Morgens wortlos verschwindet, erkennt der Wolkenmacher, dass man als Erfinder und Innovator mutig sein muss.

Dieses Bilderbuch ist nicht nur aufgrund der wunderbar liebenswerten Charaktere und Illustrationen ein Lesevergnügen, sondern schneidet das besonders spannende Thema „Wolkenarten“ an. Im Sachunterricht des dritten Schuljahres werden Wetterphänomene und speziell die Wolken als einmalige Naturschauspiele am Himmel behandelt. Schließlich haben die Wolken eine ganz eigene „Wolkensprache“. Mit ein wenig Übung kann man damit das Wetter vorhersagen. Zu den drei großen Wolkenarten zählen Stratus, Kumulus und Zirrus.

Neben dem Sachwissen, das nach dem Vorlesen vertieft werden darf, stehen Fantasie und Wagemut der Menschen im Fokus. Denn Wolken haben schon immer Bilder im Kopf entstehen lassen und das Gehirn hat Verknüpfungen schaffen können, die sich aus der Wolkenform erlesen ließen. Auch dieser Aspekt schreit nach einer künstlerischen und kreativen Auseinandersetzung.

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Fazit

Himmel – Wetter – Wolken: zauberhaft illustriert, herzlich erzählt

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Katy Hudson – Ich liebe Möhren!

Rezension

Benni hat ein Herz für Möhren. Das Kaninchen sät die Samen, erntet sie fleißig und verbuddelt den gesamten Möhrenbestand in seinem gemütlichen Bau. Irgendwann platzt allerdings sein Bau aus allen Nähten. Also bittet Benni seine Freundin Schildkröte um Hilfe. Diese teilt ihren Schildkrötenpanzer, doch für zwei ist es dann doch arg eng. Als Benni im Vogelnest und später in der Schlafstätte des Eichhörnchens versucht, seine Möhren zu verstauen, wird allen Beteiligten klar, dass eine neue Lösung her muss. Schließlich haben alle Freunde ihr Zuhause verloren, nur weil sie Benni mit den Möhren helfen wollten …

Das vor Möhren überquellende Vorsatzpapier, deutet die Problematik bereits an. Benni hortet aus Leidenschaft und kann sich von seinen Möhren einfach nicht trennen. Sie sind sein Leben, zum Leidwesen seiner Freunde, wie sich später herausstellen wird. Der Weg zur Erkenntnis ist jedoch lang. So muss das Kaninchen erst durch mehrere Fehlversuche durch, bis irgendwann sogar die Freundschaft zu den Tieren auf dem Spiel steht. Als allerdings die Freunde nass und obdachlos vor Benni stehen, wird ihm klar, dass es nur eine Lösung geben kann.

Neben der Thematik „Freundschaft“ und „Hilfsbereitschaft“, wird hier auch das „Teilen“ thematisiert. Das soziale Lernen beginnt mit dem egozentrischen Blick des Kaninchens auf seine eigenen Bedürfnisse und endet mit der Weitsicht, dass Verzicht auch wohltuend sein kann, weil man auf einer anderen Seite etwas Anderes dazugewinnt. Der positive Aspekt, wie hier die Freude und der Dank der Freunde ist eine große Entschädigung. Die expressiven Szenen evozieren ein Mitgefühl für die Sammelleidenschaft des Kaninchens, die schließlich zum Umdenken lenken. Nicht nur die Botschaft ist bedeutend, die Bilder machen nicht minder weniger Spaß. So resümiert, klingt das nach einem wohl gebahnten Weg für die kleinen Leser.

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Fazit

Sammeln und/oder teilen – Was ist schöner?

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Timon Meyer – Heute nicht

Rezension

Gibt’s beim Lama
wieder Drama?
Kriegt das Schaf
keinen Schlaf?
Zerbricht das kleine Pandaherz
heute fast vor lauter Schmerz?

Ob dem Bären, dem Löwen oder dem Krokodil – keinem Tier geht es heute gut. Dabei sind die Gründe so vielfältig und doch alle gut nachvollziehbar. Alle sind sich einig: Heute ist nicht deren Tag! Sie haben Kummer und Sorgen.

Wird es denn auch wieder besser?

Sicherlich und glücklicherweise: JA! Es wird vielleicht nicht heute oder morgen sein, aber irgendwann werden die Tage kommen, an denen der Bär wieder ans Meer fährt. Dort mit seinen Freunden ein Himbeereis am Stiel genießt oder seine Freunde zum Streuselkuchen einlädt. Es warten noch viele tolle Erlebnisse und Kummer und Sorgen halten eben nicht ewig an.

Momentan werden sich viele mit den Darstellungen in diesem farbenfrohen Bilderbuch identifizieren können. Die Isolation birgt neben Unsicherheit und Sorgen, auch Sehnsüchte. Freunde machen es einem leichter, so die Botschaft im Buch und doch herrscht hier eine wahnsinnige Akzeptanz, dass schlechte Tage und Tiefs zum Leben dazu gehören. Erst nach einem Tal, schätzt man die Höhen in voller Pracht und Innigkeit.

Die Kurztexte mit Ausgangsreim lesen sich flüssig und enden im ersten Teil stets mit einem Fragesatz. Der Leser fühlt sich unmittelbar angesprochen und beginnt unbewusst mit der Selbstreflexion. Der zweite Teil verzichtet auf Fragen und schlägt stattdessen Eventualitäten in Form vom Wörtchen „vielleicht“ vor. In die Zukunft kann schließlich keiner schauen, doch hoffen und positiv nach vorne blicken, getragen von Frohsinn, ist mehr als erwünscht!

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Fazit

Das Bilderbuch trägt Akzeptanz, Achtsamkeit und Hoffnung in sich – aktuell wie nie zuvor!

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Daniela Kunkel – Das kleine WIR

Rezension

Die Figur des „kleinen WIR“ wird sicherlich vielen seit der Erstveröffentlichung im Jahre 2016 bekannt sein. Nicht nur die Geschichte, sondern auch das grüne Wesen, das Daniela Kunkel gezaubert hat, brennt sich schnell ins Herz. Das kleine WIR entsteht nämlich dort, wo Menschen sich mögen und nett zueinander sind. So kommt es, dass es eigentlich ziemlich viele WIRs gibt, wobei jedes ein bisschen anders aussieht.

Eine Gemeinsamkeit haben sie jedoch alle: Sie sind äußerst wertvoll. Ben und Emma haben genau so ein gemeinsames WIR und dürfen sich eigentlich glücklich schätzen. Es lebt in einem kleinen Häuschen, in Form eines Herzens. Streitigkeiten mag es allerdings gar nicht und wird dabei immer kleiner, schwächer und droht dann schon fast zu verschwinden. Als Ben und Emma sich in die Haare kriegen, passiert ihnen genau das. Sie begeben sich jeweils alleine auf die Suche und müssen bald feststellen, dass das WIR sich nur gemeinsam finden lässt.

Es geht hier um Gemeinschaft, Solidarität und Verbundenheit. Auch die Schönheit einer besonderen Verbindung wird ganz wunderbar und für Kinder schnell nachvollziehbar umwoben. Allerdings muss Freundschaft auch gepflegt werden, sodass man schnell zum Thema „Freunde finden und behalten“ kommt. Allzu schnell kann eine wertvolle Verbindung und damit das WIR-Gefühl zerbrechen. Den Blickwinkel vom ICH zum WIR zu lenken ist eine emotional-soziale Lernanforderung, bei der dieses Bilderbuch eine große Stütze ist. Hier erlebt man den Perspektivwechsel quasi hautnah mit. Aufeinander Rücksicht nehmen, sorgsam mit den Mitmenschen umgehen und das Gefühl von Zusammengehörigkeit pflegen, könnte nicht aktueller sein.

Das Bilderbuch begleitete uns in einer Projektwoche zum Thema „Soziales Lernen“ im Anfangsunterricht. Wir durften uns mit dem grünen Wesen 5 Tage lang intensiv beschäftigen und schauen seitdem, dass es weiterhin groß und stark bleibt. Sollte jemand an den Darstellungen zur Projektwoche oder dem Material interessiert sein, der darf dem Link folgen.

Fazit

Ein wertvolles Bilderbuch, mit einer noch wertvolleren Botschaft. Dazu ist das Wesen noch so bezaubernd!

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Kristin Lückel und Regine Altegoer – Erzähltheater: Nur Mut, kleiner Drache

Rezension

Diese aufstellbare Mappe ist nicht nur eine Sammelstelle für die 12 Erzählkarten im DIN-A4 Format, sondern auch gleichzeitig ein Kamishibai-Rahmen. Mit einem Griff ist das Erzähltheater ohne Flügel aufgestellt, sodass die Aufmerksamkeit der Zuhörer und Zuschauer auf den bildlich dargestellten Kern gelenkt werden kann. Die Bildkarten werden von 3 Erzählkarten begleitet, auf den der zu erzählende Text abgedruckt ist. Pädagogisch wertvoll sind die Vorschläge in Bezug auf „Fragen und Impulse“, so dass Kinder auch im  mündlichen Sprachgebrauch aktiviert werden und noch tiefer in die Geschichte eintauchen können.  Dabei sind die Fragen sowohl auf dem reproduzierenden Niveau gehalten als auch auf der weiterführenden Ebene, die das selbstständige Denken und Urteilen fördert. Der individuelle Bezug zur eigenen Person und der Gefühlswelt wird zusätzlich forciert.

Gewöhnlich haben Drachen vor gar nichts Angst – nur Hugo ist anders. Er fürchtet sich vor dem Flugunterricht, vor schnellen Bällen beim Drachenfußball und auch die Dunkelheit macht ihm zu schaffen. Im Keller sieht er immer wieder gruselige Monster und auch das Feuerspucken bereitet ihm Unbehagen. So kommt es, dass die anderen Drachen ihn als „Hugo Hasenfuß“ hänseln.

Er flüchtet sich in sein Geheimversteck und macht es sich in einer Geheimruine gemütlich. Hier lernt er auch die Fledermaus Freddy kennen, die auch manchmal Angst hat und meint, dass es völlig normal ist. Mit einem neuen Freund an seiner Seite, gewinnt Hugo immer mehr als Selbstbewusstsein und stellt sich seinen Herausforderungen. Er erfährt, dass auch die anderen Drachen vor irgendetwas Angst haben und ist sich nun sicher, dass er mit seinen Ängsten nicht allein ist. Ein echter Freund kann einen nämlich auch ganz schön stark machen.

Blick ins Buch

Fazit

Im Leben braucht es Mut: Ein Erzähltheater zum Thema Angstbewältigung

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