Michael Engler und Julianna Swaney – Das alles sind wir

„Das alles sind wir“ thematisiert die Erfahrungen eines Schulstarts zweier Kinder, die vor der Einschulung bereits befreundet sind. In der ersten Schulstunde entscheidet die Klassenlehrerin über die Sitzordnung, sodass die beiden sich nur aus Entfernung sehen, was zunächst etwas befremdlich ist.

Während Lars schnell neue Freunde findet und sich von Anfang an wohl fühlt, hat es Lina ein bisschen schwerer. Annabelle hat etwas Gemeines zu ihr gesagt und ihr böse Blicke zugeworfen. Da sich Freunde beistehen, ist Lars für Lina da. Mit Entschlossenheit verkündet er, dass Wörter manchmal genauso weh tun können wie Schläge.

Es ist unsere Schule! Die ist für uns alle.
Egal, wie man aussieht!
Egal, was man anhat!
Egal, was man denkt!
Egal, was man gerne mag!

Lars wehrt sich gegen diese Art des Mobbings und steht für Toleranz, Vielfalt und Zusammenhalt ein. „Keiner ist allein und du bekommst Hilfe, wenn du Hilfe brauchst!“ ist eine starke Botschaft, die jede Grundschule aussenden sollte. Genau deshalb verfolgen viele Schulen das Patenkonzept. Hier übenehmen Dritt- oder Viertklässler die Verantwortung für die frisch eingeschulten Erstklässler und führen sie behutsam in das Schulleben ein. Diese Bilderbuch greift nicht nur realistische Sorgen und Ängste von Kindern auf, sondern sichert Zuversicht in Bezug auf Nächstenliebe, Freundschaft und Fairness zu.

„Das alles sind wir“ zeigt einen gesunden Umgang mit unfairem Verhalten auf und bestärkt Kinder bei Mobbing einzugreifen.

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Sabine Städing und Nadine Reitz – Die Stoffis

Sabine Städing erweckt auch in diesem zweiten Band der Reihe „Die Stoffis“ Stofftiere zum Leben. Der Untertitel „Alle für einen“ lässt bereits erahnen, dass hier die Werte Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft eine große Rolle spielen. Die sechs aussortieren Kuscheltiere leben in ihrem umgebauten Spielhaus und genießen ihre Eigenständigkeit sichtlich. Doch eines Tages wird Sternchen bei einem Ausflug von einer Kindergartengruppe mitgenommen. Dort wird es zunächst ordentlich gewaschen und lernt beim Trocknen die anderen Spielzeuge kennen. Nicht jeder beneidet die Freiheit von der der Seestern berichtet. Schließlich möchten einige als Spielzeuge von Kindern auch bespielt werden. Andere wägen die Überlegung ab, sich Sternchen und seinen Freunden anzuschließen, schließlich sind sie schon älter und mögen das Gezerre bei den Kleinkindern nicht mehr so gerne. Währenddessen überlegen Sternchens Freunde, wie sie ihn aus seiner misslichen Lage befreien sollen und machen sich mit vereinigten Kräften auf zur besonderen Rettungsaktion.

Die Idee Stofftieren Leben einzuhauchen ist absolut kindgerecht umgesetzt und wird von den fröhlich bunten Illustrationen gestützt. Kindergartenkinder und auch Erstklässler können sich sehr gut in die Handlung hineinversetzen. Schließlich fantasieren sie ebenfalls und erfinden für ihre kuscheligen Lieblingsbegleiter Erlebnisse jeglicher Art. Getragen wird die Geschichte von der Sicherheit, dass Freunde einem immer zur Seite stehen und der Akzeptanz von Andersartigkeit. Die Schildkröte ist zwar langsam, doch dafür eine kluge Ratgeberin. Dem Bären fehlt ein Arm und doch kann er mit einem großen Herzen glänzen. Die Tiere ergänzen sich perfekt und zeigen wie Inklusion ganz natürlich gelingt. Kleine Sticker der wunderbaren Charaktere können nach jedem Kapitel vorne im Buch eingeklebt werden oder auch an die Kinder in der Lerngruppe verteilt werden. Die Freude wird groß – so oder so!

Fantasievoll und inklusiv – Wertevermittlung der Zusammengehörigkeit

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Stefanie Scheid und Gabriele Schickel – Tiere in aller Welt

Tiere in aller Welt

Das Thema „Tiere“ und „Zoo“ stellt für Kinder im Grundschulalter immer einen Höhepunkt im Schulalltag dar. Tiere üben auf Kinder eine große Faszination aus und so bringen viele Kinder auch sehr viel Vorwissen zu diesem Themenbereich mit. Auf dieser Grundlage baut das dreifach differenzierte Themenheft aus dem BVK Verlag auf.  Mit diesem Heft erfahren SuS, auf welchen Kontinenten die Tiere beheimatet sind, wie ihr Lebensraum aussieht, wie sie jagen und sich ihrer Umgebung im Laufe der Zeit angepasst haben.

Aus dem Inhalt:

  • Europa (Wölfe, Wildschweine)
  • Afrika (Afrikanische Elefanten, Zebras)
  • Asien (Kamele)
  • Nordamerika (Bären)
  • Südamerika (Meerschweinchen)
  • Australien (Kängurus, Krokodile)
  • Antarktis (Pinguine)

Da jedes Thema in drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen, erkennbar an der Anzahl der Tiersymbole oben rechts, aufbereitet ist,  eignet sich das Themenheft besonders für Inklusion und jahrgangsübergreifendes Arbeiten. Je nach Vorwissen und Leistungsstand erweitern Kinder ihr Wissen zum selben Themenbereich nach unterschiedlichen Anforderungen. Zum Thema „Elefanten“ konzentrieren sich die Lernangebote auf der leichten Schwierigkeitsstufe auf das bloße Wahrnehmen und Anmalen der Unterschiede in der äußerlichen Erscheinung von afrikanischen und asiatischen Elefanten. Auf der zweiten Schwierigkeitsstufe sollen die beiden Elefantenarten verglichen und die Unterschiede in einer Tabelle eingetragen werden. Die höchste Anforderungsstufe verlangt die richtige Beschriftung von Körperteilen, die aus einem Fließtext herausgefiltert werden muss (siehe Bild unten).

Alle Kinder können so zu einem Thema gemeinsam arbeiten, jedoch ihr Wissen auf individuellem Niveau erweitern. Im Abschlusskreis können die gewonnen Erkenntnisse so spannend diskutiert und an die Mitschüler weitergegeben werden.

Fächerübergreifende Angebote, wie z.B. das Basteln einer Bärenmaske, ein Experiment zur Fragestellung „Warum frieren Pinguine nicht?“ und zwei Lernzielkontrollen („Was hast du behalten?“) für eine 1. und 2. Klasse, runden das zusätzliche Angebot ab. Falls die Kopiervorlagen als eine Werkstatt aufbereitet werden sollen, stehen der Lehrkraft Blanko-Auftragskarten zur Verfügung. Besonders wohlüberlegt ist der Beurteilungsbogen zur individuellen Rückmeldung des Arbeitsverhaltens für die SuS. So lernen sie sich besser einzuschätzen und bekommen ein zeitnahes, kindgerechtes (Smiley-Format) Feedback.

Unbedingt hervorzuheben ist die Orientierung vieler Lernangebote am entdeckenden Lernen. Hier werden Fakten nicht einfach auf dem goldenen Teller präsentiert, stattdessen werden Kinder herausgefordert diese selbst zu entdecken, wie z.B. anhand eines Wimmelbildes (wo beide Elefantenarten abgebildet sind und durch Vergleichen die Unterschiede entdeckt werden sollen).

Tiere in aller Welt 1./2. Klasse

Lehrplangerecht, differenziert und sehr gut einsetzbar in offenen Unterrichtsformen.

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Alice Brière-Haquet – Alles Schweine, oder was?

Alles Schweine, oder was?!

Der kleine Schafjunge und sein Vater leben im „Schweinland“. Sie sind von lauter Schweinen umgeben, die ihnen gegenüber nicht unbedingt freundlich gesonnen sind. Die Bäckerei-Verkäuferin grunzt sie stets boshaft an, der Parkwächter dreht ihnen den Rücken zu und auch das kleine Mädchen von nebenan macht ganz fiese Witze. Doch am schrecklichsten ist  Bodo Grunz und „der wohnt leider neben uns“ …

Schafe sind in diesem Land ganz und gar nicht beliebt. Doch woran mag das liegen? Mögen Schweine keine Schafe oder kennen sie sie einfach nicht?

Eine wundervolle Annährungsgeschichte zweier „Nationen“, die ein unverschönert ehrliches, multikulturelles Zusammenleben schildert. Die Illustrationen zeigen wunderbar das überschattete Verhältnis der beiden zuerst komplett unterschiedlich anmutenden Völker. Auf den charmant-frechen, comic-artigen Bildern, gibt es Vieles zu entdecken. Das Mienenspiel der Darsteller wurde von Pénélope Paicheler ganz zauberhaft und variantenreich eingefangen.

Das grantige und keinesfalls wohlwollende Beziehungsverhältnis resultiert jedoch daraus, dass die beiden Parteien sich kaum  kennen. Erst durch einen blöden Zufall, bei dem sich die Schafe als Retter erweisen, beginnt das eigentliche Kennenlernen. Und nu? Es werden Gemeinsamkeiten entdeckt, die zum schrittweisen Ausbau von Sympathie, Toleranz und Akzeptanz führen.

Das Bilderbuch wurde aus dem Französischen übersetzt und mit witzigen Reimen untermalt. Hier und da werden Stolpersteine beim Vorlesen deutlich. Insgesamt ist es jedoch erheiternd und äußerst passend zu den mit Augenzwinkern zu verstehenden Bildern, die viel mehr für sich sprechen, als der Text es vielleicht vermag.

Alles Schweine, oder was ?!

Ob einer Schaf ist oder Schwein,
ist piepegal.
Wer glaubt, das sollte anders sein,
der kann uns mal.

Material

Drei Arbeitsblätter für die Grundschule zum Thema „Fremd sein – Freunde finden“: Ängste, Wünsche, Gemeinsamkeiten, die verbinden!

Fremd sein - Freunde finden

Eine ehrliche, lehrreiche, pädagogisch wertvolle Integrationsgeschichte für alle Schweine und Schafe dieser Welt!

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