Mary Hoffmann und Ros Asquith – Das große Buch für kleine Umwelthelden

Rezension

Das Earth-Day Motto 2021:

Jeder Bissen zählt. Schütze was du isst – schütze unsere Erde.

Dieses Sachbilderbuch knüpft genau an die Thematik des alljährlich am 22. April weltweit stattfindenden Earth Days, dem Tag der Erde, an. Hier gilt es global zu denken und lokal zu handeln. Jeder kann etwas tun und zum kleinen Umwelthelden werden.

Unsere Erde schenkt uns so viel, was Menschen, Tiere und Pflanzen zum Leben brauchen. Mary Hofmann strukturiert die Umweltthemen gekonnt und zeigt leicht verständlich auch schon Kindern ab 5 Jahren, warum unser kostbarer Planet geschützt werden sollte und welchen Gefahren es sich aussetzen muss. Der Mensch ist mit all seinen unbedachten Handlungen nicht ganz unschuldig daran. Die Autorin wirft einen Blick in die Meere, verdeutlicht die Bedeutung des Tierschutzes und schlägt einen Bogen hin zu einem bewussten Umdenken in Bezug auf Nachhaltigkeit. Jede Doppelseite widmet sich einer Grundidee, was man als Umweltheld im Alltag tun kann. Dabei sind es wirklich recht einfache und schnelle Umsetzmöglichkeiten, wie z.B. alle Geräte ausstöpseln, sich wärmer anziehen, statt übermäßig zu heizen oder einfach den Wasserhahn abdrehen, während man sich die Hände einseift.

Dieses Buch ist sehr gehaltvoll und vermittelt die sachlichen Informationen sehr explizit, sodass die Zuhörer Zeit und Gelegenheit zum Begreifen benötigen. Dafür bedarf es einer Umwälzung des Wissens. Man kann hieraus wahnsinnig viel schöpfen, sodass das Buch pädagogisch sehr gut im Unterricht einsetzbar ist.

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Ein bedeutendes und sehr aktuelles Thema so aufbereitet, dass die Korrelation zur Erfahrungswelt der Kinder mehr als evident verläuft.

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Timon Meyer und Julian Meyer – Pauls Garten

Rezension

Die Meyer-Brüder konnten bereits mit ihrer Autoren- und Illustratoren-Kunst bei den Bilderbüchern „Heute nicht“ und „Rolf röhrt“ mehr als überzeugen und auch „Pauls Garten“ braucht sich hier nicht verstecken. Text und Bild ergänzen sich auf so eine natürliche symbiotische Art und Weise, dass das Eintauchen in die Geschichte ein Leichtes ist.

Paul ist ein leidenschaftlicher Gärtner und sein Gemüsebeet strotzt nur so vor saftigen Tomaten, scharfen Chilis und prallen Trauben. Die Bienen fühlen sich hier pudelwohl und haben alle Flügel voll zu tun. Von morgens bis abends beackert Paul seinen Garten und versorgt die Pflanzen mit Wasser, sät Samen aus und jät Unkraut. Da kommt ihm die neugierige Erna sehr gelegen, die wissbegierig über den Gartenzaun schaut. Die angebotene Hilfe nimmt Paul liebend gerne an und weist sie in die Gärtnerkunst ein. Gemeinsam düngen sie bis das Gemüse bis zur vollen Pracht sprießt. Als Erna die noch nicht ganz reifen Tomaten kosten möchte, warnt Paul, dass die Erntezeit und damit die Belohnung für die mühevolle Arbeit noch ein paar Tage auf sich warten lassen muss.

Doch wo sind die Radieschen?
Ach herrje, du liebes Lieschen!

Die Beete leer, die Bäume kahl.
Paule im Gesicht aschfahl.

Die Auflösung nach dem ersten Schreck lässt nicht lange auf sich warten. Hier kommen wichtige Werte ins Spiel, denn nach der Hilfsbereitschaft, die Erna Paul gegenüber an den Tag gelegt hat, in Verbindung mit ihrer Herzensgüte, was ihren Charakter letztlich auch ausmacht, kann der Leser sehr gut ihre weiteren Handlungen nachvollziehen. Es kann ihr keiner böse sein. Doch wie weit kann Herzenswärme und Güte gehen? Gibt es womöglich Grenzen?

Auch hier wurde die Gefühlsebene in den Gesichtausdrücken der Charaktere illustratorisch unglaublich gut eingefangen. Es wimmelt nur vor Emotionen und man leidet als Leser mit dem lieben Paule mit. Die ganze Mühe umsonst? Mein Lieblingsbild ist übrigens die Darstellung der beiden Freunde unter der dicken, schwarzen Wolke. Sie blicken verletzt, enttäuscht und zermürbt drein. Die Körper sind sich zugeneigt, doch die Augen voneinander abgewandt. Hier hat sich Schmerz ausgebreitet, wenn auch ungewollt und ohne boshafte Absichten, was an dem Resultat trotzdem nichts ändert.

Gleich der Redewendungen „Was du Anderen (Gutes) tust, kommt irgendwann zu dir zurück“ oder „Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus“, werden Paul und Erna von den Tieren letztlich reich beschenkt. Viel besser passt wohl noch das Sprichwort „Wie man sät, so erntet man“. Der Kreis des Gebens schließt sich zum Ende der Geschichte auf eine sehr wohltuende Art und Weise. Vielleicht ist das was die Freunde bekommen, letzten Endes auch das, was die menschliche Seele am meisten nährt? Nächstenliebe?

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„Wie man sät, so erntet man“ – Gutes tun, tut gut!

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Rachel Williams – Wunder der Natur zum Innehalten und Staunen

Rezension

Ein mit einem Leineneinband gestaltetes Hardcover präsentiert mit glänzenden Buchstaben den Titel dieses wertvollen Werkes: Wunder der Natur zum Innehalten und Staunen. Und genauso ergeht es dem Leser. Man verweilt auf der Doppelseite, die sich stets einem Naturthema widmet und saugt den Text und die Illustrationen gleichermaßen intensiv auf.

Dieses Sachbuch lädt dazu ein, noch genauer hinzuhören, öfter stehen zu bleiben und sich die Zeit zu nehmen besser hinzusehen. Um uns herumereignen sich die magischsten Verwandlungen, die einfach nur faszinierend sind.

Die Layout-Gestaltung ist absolut gelungen, genauso wie die Wahl der Typografie und die Strukturierung der Informationen. Der Text und die Illustrationen werfen sich gekonnt den Ball zu und ergänzen sich fabelhaft. Dabei ist es nicht allzu fachmännisch oder überladen, sodass Kinder es nicht nachvollziehen können. In verständlichen, kurzen Sätzen wird das Wesentliche erfasst. Insgesamt 50 wahre Wunder werden hier präsentiert, darunter auch viele Themen, die im Sachunterricht behandelt werden: Eine Biene bestäubt eine Blüte, Ein Schmetterling entpuppt sich, Ein Regenbogen erscheint, Eine Kaulquappe wird zum Frosch, Ein Maulwurf sammelt Regenwürmer, Pilze wachsen im Wald, Eine Wolke entsteht und vieles mehr.

Sehr gut gefallen mir auch die besonderen Informationen, die man selten in Sachbüchern findet, weil der Blickwinkel ein etwas anderer ist. So wird ergründet, warum der Mensch Mücken leben lassen sollte. Als Bestäuber für Pflanzen leisten lästige Mücken einen wertvollen Beitrag und dienen anderen Tieren als Nahrung. Die Funktion von Moos im Wald ist ebenfalls sehr lesenswert und bekommt sonst in Sachbüchern viel zu wenig Aufmerksamkeit, wenn man bedenkt, dass es den Boden feucht und fruchtbar für alle Waldbewohner hält.

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Lass die Magie der Natur auf dich wirken …

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Bewertung: 5 von 5.

Daniel Napp – Wie Fliegenpilz Henri das Laufen lernte, um einen Baum zu retten

Rezension

Pilze sind weder Tiere noch Pflanzen. Sie bilden mit ihrem riesigen, unterirdischen Geflecht eine ganz eigene Gattung. Der Fliegenpilz Henri nutzt das Geflecht der weißen Fäden als Kommunikationsmittel. Kilometerweite Botschaften werden so transportiert. So bekommt er auch die Nachricht, dass der Ahornbaum Jonathan dringend Hilfe benötigt. Er soll nämlich gefällt werden, nur weil die Stadt ein neues Einkaufszentrum plant.

Henri trainiert daher seine Wurzeln wie ein Jogger, der seine Muskeln nach kilometerlangem Lauf dehnt und irgendwann kann er sich tatsächlich fortbewegen. Er macht sich auf den Weg in die Stadt und die Mission ist klar „Rettet die Bäume!“. Nina wird auf den Notruf ebenfalls aufmerksam und so schmieden die beiden einen Plan, gestalten Flyer und Plakate und rufen zur Demonstration auf…

Die Thematik ist hochaktuell und recht schnell kommt „Greta Thunberg“ den Lesern in den Sinn. Sich für seine Überzeugungen stark machen, sich engagiert zeigen und die Umwelt schützen, stehen als gewichtige Botschaften im Fokus dieses Buchs. Die vielen bunten Illustrationen begleiten das Verständnis und tragen zum hohen Lesespaß bei. Außerdem beweist der Protagonist Witz und Humor, sodass die Sympathie kombiniert mit der Hilfsbereitschaft gleich überschwappt.

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Umweltschutz und Eigeninitiative als Werte in der heutigen Gesellschaftsentwicklung

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Maike Biederstädt – Was schlüpft aus dem Ei?

Rezension

Dieses meisterhafte Pop-up-Buch der Papierkünstlerin Maike Biederstädt möchte man gar nicht mehr zuklappen. So beeindruckend sind die Erscheinungen, die sich nach dem Öffnen der Doppelseite entfalten. Erfreulicherweise findet sich hier die ganze Bandbreite an eierlegenden Tieren aus der Tierwelt.

Neben der Amsel, die ihre Tierjungen im Vogelnest füttert, fokussiert sich die Autorin nicht ausschließlich auf Vögel, um den jungen Lesern zu zeigen, welche Tiere Eier legen. Es tauchen Krokodile mit weit aufgerissenem Maul auf, Schildkröten, die sich auf den Weg zum Meer machen, Pinguine am eisigen Südpol, Clownfischväter, die auf ihre Jungen aufpassen und zarte Schmetterlinge, die ihre ganz eigene Verwandlung vom Ei zur Raupe durchleben.

Begleitet wird die Papierkunst von kurzen Infotexten im Umfang von 4 bis 8 Zeilen, die leicht verständlich sind und einen Einblick in die Darstellung geben. Die Faszination der Fortpflanzung in der Tierwelt versetzt den Betrachter ins Staunen, nicht minder auch die Präsentation des Wunderwerks „Ei“, wie es der Autorin gelungen ist.

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Pop-up-Bilder wirken eine große Faszination auf Kinder aus, weil sie diesen besonderen Überraschungseffekt leben. Wer auf den Geschmack gekommen ist und Pop-up-Bilder mit Gefühlsfischen ausprobieren möchte, darf dem Link folgen.

(Material-ID: 137011)

Fazit

Das „Ei“ als Wunderwerk der Natur in all ihrer prachtvollen Entfaltung.

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Lydia Ruwe – Irmelina Geisterkind: Das Geheimnis der Dorfeiche

Rezension

Das aufgeweckte Geisterkind Irmelina ist nun endlich 10 Jahre alt. In der Geisterwelt geht damit die Feierlichkeit einher, ein Geisterreich zugeteilt zu bekommen. Doch statt Windgeister kennen zu lernen und die Lüfte zu erkunden, bekommt der kleine Wirbelwind die Dorfeiche von Hügelhausen, am stinkenden Dorftümpel als neuen Schutzort, für den sie nun Verantwortung trägt. Ihre Begeisterung hält sich in Grenzen, bis sie Juna kennen lernt. Die Neunjährige ist ein Menschenkind. Ihr Naturell ist eher die Zurückgezogenheit, sodass sie sich von dem forschen Nachbarsjungen manchmal überrollt fühlt. Gerne wäre sie etwas mutiger, um ihm auch mal ihre Meinung sagen zu können. Vielleicht ist aber auch genau das der Grund, warum sie auf das Geisterkind stößt. Mit dieser ungewöhnlichen Freundschaft beginnt ein Sommer voller Abenteuer.

Der Auftakt einer neuen Kinderbuch-Reihe hat die Natur und Umwelt als einen großen Themenblock und aber auch die Entwicklung eines gesunden Selbstkonzepts. Es erfordert durchaus Selbstbewusstsein für seine Meinung einzustehen und die Wahrheit zu sagen. Der Leser darf zwei Figuren dabei begleiten, wie sie stets dazulernen und sich weiter entwickeln, denn fehlerfrei ist keiner und mutig sein, hat viele Facetten.

Nach einer ausführlichen Vorstellung der beiden Charaktere in ihrer eigenen Welt, laufen die beiden Erzählstränge schließlich zusammen, sodass die die Begegnung an der Badestelle für beide der Beginn von etwas Neuem ist. Mit einem Schwur besiegelt, beginnt nun eine Freundschaft, die sehr verheißungsvoll erscheint. Das Kinderbuch ist vorwiegend für Mädchen interessant, die gerne in fantastische Welten abtauchen. Doch auch als Vorlesebuch lockt es Kinder Abenteuer in der Natur zu suchen.

Und hopsidops machte das Geisterkind sich auf den Weg, den Baumstamm hinab, zu seiner neuen Menschenfreundin (S. 61).

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Fazit

 

 

Eine Sommerlektüre für alle Mädchen, die sich auf fantastische Abenteuer mit einem Geisterwesen freuen!


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Géraldine Elschner und Lucie Vandevelde – Hundertwasser: Ein Haus für dunkelbunte Träume

Rezension

In der sonst ordentlichen Stadt geschehen seltsame Dinge. Zu den grauen und gleich aussehenden Gebäuden gesellen sich bunte und außergewöhnliche Wohnkomplexe. „Der Zauberer der Dächer“ wird wohl in der Stadt sein, mutmaßen die Protagonistinnen, die die Wandlung neugierig beobachten.

Auf einem verwilderten Grundstück steht seit Jahrzenten ein alter Baum mit einer prächtigen Baumkrone. Als die ganzen Bagger anrücken, sorgen die Kinder sich um den „König der Bäume“. Die neuen Ziegelmauern werden immer höher gezogen, sodass der Baum bald ganz aus ihrer Sicht verschwindet. Der wundersame Zauberer jedoch führt sie schließlich in den Innenhof und die Kinder können ihren Augen nicht glauben. Sie erblicken nicht nur den knorrigen Baum in voller Blüte, sondern viele weitere Grünpflanzen um ihn herum und erklären sich bereit, sich um die neuen „Mieter“ zu kümmern.

Sie sind hier genauso zuhause wie die Menschen und sollen sich wohlfühlen. Wir sind doch alle Mieter dieser Erde.

Der Künstler Friedensreich Hundertwasser ist für Kinder mit seinen unkonventionellen Formen und den bunten Farben ein Magnet. Die beiden Hauptmotive seiner architektonischen Arbeit werden in diesem Bilderbuch ganz wunderbar aufgegriffen. Zum einen werden die vegetativen Formen aus der Natur hier in Form von Einbindung der Pflanzen in den Vordergrund gestellt, sodass der Wohnkomplex beinahe organisch zu wachsen scheint. Zum anderen wird der Motivkreis rund um seine Architektur und den bestimmten Merkmalen seiner unebenen und farbenfrohen Fassaden von der Illustratorin Lucie Vandevelde wunderbar in Szene gesetzt. Die goldenen Zwiebelkuppeln, die bunt umrahmten Fenster, die scheinbar lebendig zu werden drohen und die Grasdächer, die zusätzlichen Lebensraum für Tiere bieten, sind hier fabelhaft eingefangen.

Die Autorin Géraldine Elschner ließ sich bereits vom Bild „Katze und Vogel“ des Künstlers Paul Klee inspirieren. Das dazu passende Kunst-Bilderbuch „Die Katze und der Vogel“ kann ich ebenfalls allen Kunstbegeisterten wärmstens empfehlen.

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Zum diesjährigen zwanzigsten Todestag von Friedensreich Hundertwasser hat der Prestel Verlag ein gutes Händchen bei der Auswahl bewiesen, um den Künstler entsprechend zu würdigen.

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Zoë Tucker und Zoe Persico – Greta und die Großen: Inspiriert von Greta Thunbergs Geschichte

Rezension

Das Bilderbuch beginnt wie ein Märchen mit den Worten „Es war einmal ein Mädchen…“ und thematisiert in einer für Kinder ab 4 Jahren vereinfachten Form die von der Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg in Gang gesetzte Bewegung rund um den „Fridays for Future“-Protest.

Die besorgten Tiere des Waldes suchen Greta auf, um sie um Hilfe zu bitten. Die großen Riesen zerstören rücksichtslos die wertvollen Ressourcen der Erde, um noch prächtigere Häuser und noch größere Städte zu bauen. Der Lebensraum der Tiere wird dadurch bedroht und niemand unternimmt etwas. Daraufhin beginnt Greta mitten im Wald an zu protestieren. Sie baut ein Schild und stellt sich leise hin. Bald schließen sich ihr weitere Kinder und Tiere an, bis die Großen sie nicht mehr ignorieren können.

Im Bilderbuch endet die Geschichte mit einem „Happy End“ – einem Märchen typischen Ausgang. Die Großen sehen ihr Fehlverhalten ein und versprechen sich mehr zu bemühen. Sie verbringen mehr Zeit miteinander, nähern sich der Natur an, lernen ihr Gemüse wieder selbst anzubauen und reparieren Dinge, statt sie wegzuschmeißen. Es ist unser aller Wunsch, der dort in Erfüllung geht.

Doch bis dahin, ist jeder Einzelne gefragt und so finden sich im Anhang nicht nur Hintergrundinformationen zu Greta Thunberg, sondern auch konkrete Tipps. Es beginnt mit der Wissensaneignung und endet mit Vorschlägen zur Reduzierung des Fleischkonsums, zum Überdenken des Kaufverhaltens oder auch zur Nutzung von umweltfreundlichen Transportmitteln.

Dieses Bilderbuch trifft den aktuellen Zeitgeist und zaubert auch für die kleinen Weltenbürger eine verständliche und nachvollziehbare Erklärung der Umweltschutzbewegung rund um Greta Thunberg. Besonders gut ist hier die Entwicklung eines Protests herausgearbeitet und wunderbar bebildert worden. Die großformatigen Illustrationen brechen die Thematik herunter und fokussieren auf das Wesentliche, den Erhalt unseres wunderbaren Planeten.

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Fazit

Aktuellen Zeitgeist für die Allerkleinsten verständlich eingefangen!

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Ninon Ammann – Wundertier Schwamm

Rezension

Als urzeitliche Lebensform waren Schwämme schon vor den Dinosauriern da. Viele Arten gibt es fast unverändert auch heute noch, was sehr für ihre ausgeklügelte Gestalt spricht. Sie sind die „Apotheke des Meeres“ und filtern am Tag bis zu 12 Badewannen voll Wasser. Sie weisen verblüffende Techniken in der Abwehr ihrer Feinde auf und können als ausgewachsene Schwämme weiblich oder männlich sein oder auch beides. Hinzu kommt, dass sie mit zwei Fortpflanzungsmethoden glänzen, denn sie können sich wahlweise wie Pflanzen oder wie Tiere vermehren.

Dieses Sachbuch ist zwar detailtreu geschrieben, liest sich allerdings wie ein Bilderbuch. Ninon Ammann ist es gelungen in kurzen Sätzen, einfacher Sprache, und einem guten Aufbau den Leser wie an ein Bilderbuch zu binden. Sehr verständlich und nachvollziehbar lässt sich die Funktionsweise eines Schwammes begreifen und die Photosynthese erfassbar gemacht.

Das Verständnis stützen ruhige, detailreiche und großformatige Illustrationen. Eine Aufklappseite deckt das Innenleben auf und zeigt wie das Fressen bzw. Filtern beim Schwamm funktioniert. Der Titel „Wundertier“ ist keinesfalls zu hoch gegriffen, denn dieses Urzeitlebewesen trumpft mit einigen erstaunlichen Fakten auf. Der Lebensweltbezug und die Bedeutung in Bezug auf das Klima und die Umwelt wird schnell deutlich. Auch das Sterben wird thematisiert und welche Faktoren dazu beitragen können. Hier erfährt der Leser, dass Klimaerwärmung und sauerstoffarmes Wasser einen großen Anteil daran haben, dass sein Leben gefährdet werden kann.

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Dieses oft in Kinderbüchern vernachlässigtes Wundertier, mit einer großen Wirkungskraft in der Unterwasserwelt, wird nun gebührend gefeiert.

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Emmanuelle Figueras – So geht Planet!

Rezension

Junge Erdbewohner dürfen sich in diesem überdimensional großen Sachbuch über unseren Planeten informieren. Der Clou hierbei ist der Aufbau des Buchs. Das Zuhause von Milliarden von Tieren und Pflanzen wird in der Tat als Haus dargestellt, in dem bestimmte Stockwerke unterschiedliche Funktionen übernehmen. Das Badezimmer bildet die Meere und Ozeane ab. Die Abstellkammer thematisiert die Auseinandersetzung mit dem Müll und die Küche ist für die Nahrungsressourcen verantwortlich.

Komplizierte Naturphänomene und damit verbundene ökologische Fragen werden nach und nach entschlüsselt. Wir als Mieter der Erde leben auf dem Fundament, der Erdkruste, während die Wohnräume Kontinente abbilden. Das Dach ist demnach das Gebirge. Das Gleichgewicht ist empfindlich, denn ein zu hoher Wasserverbrauch oder schlechte Beziehungen zu den Nachbarn können am Fundament ruckeln und das ganze Gebäude eventuell zum Einstürzen bringen.

Es ist ein Plädoyer für die Wahrung unseres einzigartigen Planeten. Gleichzeitig wird der Zusammenhang aller Bausteine erkennbar. Dieses Sachbuch braucht mehrere Anläufe, um sich wirklich zurechtzufinden. Im Sinne der spiralförmigen Wissensaneignung, brauchen Kinder zwischendurch Zeit, um die neuen Informationen zu verarbeiten und entsprechend deuten bzw. vernetzen zu können.

Blick ins Buch

Fazit

Die Menschen als Mieter auf der Erde – ökologische Zusammenhänge erkennen

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