Lydia Ruwe – Irmelina Geisterkind: Das Geheimnis der Dorfeiche

Rezension

Das aufgeweckte Geisterkind Irmelina ist nun endlich 10 Jahre alt. In der Geisterwelt geht damit die Feierlichkeit einher, ein Geisterreich zugeteilt zu bekommen. Doch statt Windgeister kennen zu lernen und die Lüfte zu erkunden, bekommt der kleine Wirbelwind die Dorfeiche von Hügelhausen, am stinkenden Dorftümpel als neuen Schutzort, für den sie nun Verantwortung trägt. Ihre Begeisterung hält sich in Grenzen, bis sie Juna kennen lernt. Die Neunjährige ist ein Menschenkind. Ihr Naturell ist eher die Zurückgezogenheit, sodass sie sich von dem forschen Nachbarsjungen manchmal überrollt fühlt. Gerne wäre sie etwas mutiger, um ihm auch mal ihre Meinung sagen zu können. Vielleicht ist aber auch genau das der Grund, warum sie auf das Geisterkind stößt. Mit dieser ungewöhnlichen Freundschaft beginnt ein Sommer voller Abenteuer.

Der Auftakt einer neuen Kinderbuch-Reihe hat die Natur und Umwelt als einen großen Themenblock und aber auch die Entwicklung eines gesunden Selbstkonzepts. Es erfordert durchaus Selbstbewusstsein für seine Meinung einzustehen und die Wahrheit zu sagen. Der Leser darf zwei Figuren dabei begleiten, wie sie stets dazulernen und sich weiter entwickeln, denn fehlerfrei ist keiner und mutig sein, hat viele Facetten.

Nach einer ausführlichen Vorstellung der beiden Charaktere in ihrer eigenen Welt, laufen die beiden Erzählstränge schließlich zusammen, sodass die die Begegnung an der Badestelle für beide der Beginn von etwas Neuem ist. Mit einem Schwur besiegelt, beginnt nun eine Freundschaft, die sehr verheißungsvoll erscheint. Das Kinderbuch ist vorwiegend für Mädchen interessant, die gerne in fantastische Welten abtauchen. Doch auch als Vorlesebuch lockt es Kinder Abenteuer in der Natur zu suchen.

Und hopsidops machte das Geisterkind sich auf den Weg, den Baumstamm hinab, zu seiner neuen Menschenfreundin (S. 61).

Blick ins Buch

Fazit

 

 

Eine Sommerlektüre für alle Mädchen, die sich auf fantastische Abenteuer mit einem Geisterwesen freuen!


(Amazon-Link)

Martin Klein und Kerstin Meyer – Finn und Frieda halten den Herbst auf

Aber wer hatte die Kälte aus dem Tiefkühlfach nun nach draußen gelassen?

Das fragten sich die beiden Geschwister eines Morgens während ihr Atem beim Sprechen in der kalten Luft dampfte.  Der Herbst hat sich angekündigt. Finn und Frieda sehen die Zugvögel am Himmel und spüren die Kälte bis in die Knochen. Doch den Sommer zu verabschieden, kommt ihnen nicht in den Sinn. Also versuchen sie alles, um den Herbst aufzuhalten.

Dazu gehört im Planschbecken baden, einen Sonnentanz im Badezeug durchführen oder barfuß im taufeuchten Gras eine wilde Verfolgungsjagd unternehmen. Die bunten Blätter werden rasch grün angemalt und die Pflaumen blitzschnell verputzt. Sogar ihre Eltern können sie für einige Momente von ihrem Vorhaben überzeugen. Lässt sich der Herbst so tatsächlich aufhalten?

Rezension

Martin Klein entführt uns in die kindliche Welt der Betrachtung der Jahreszeitenwechsel. Zauberhaft ist die Idee bunte Blätter grün anzumalen und somit den allseits so geliebten Sommer zu verlängern. Der Herbst zeigt sich jedoch dringlich in allen Ecken und Enden und so kommen die Kinder nicht umhin auch diesen willkommen zu heißen.

Das Abschlussbild von Kerstin Meyer ist so voller Lebensfreude und gleichzeitig wahnsinnig eindringlich und intensiv, dass man als Betrachter einfach innehalten muss. Die verlängerten Sonnenstrahlen der tiefer stehenden Sonne, die sich in den Gesichtern der Familie widerspiegelen sind einmalig. Hier vereint sich Verabschiedung und Begrüßung der Jahreszeiten. Verwoben sind die Gefühle der innigen Dankbarkeit und gleichzeitig erwartungsvoller Sehnsucht.

Das Buch ist für Leseanfänger ab 7 Jahren zu empfehlen. Auch sprachlich kann dieses Buch überzeugen und hat eine humorvolle Prise inne, die sowohl Jungen als auch Mädchen zusagen wird.

Blick ins Buch

Fazit

Fantastische Illustrationen – inhaltlich absolut auf der kindlichen Ebene. Beneidenswerte Umsetzung!

(Amazon-Link)

Al MacCuish und Rebecca Gibbon – Die Biene, die sprechen konnte

Die Biene, die sprechen konnte

Belle wohnt in Paris und ist ein richtiges Stadtkind. Dennoch freut sie sich jeden Sommer ihre Großeltern auf dem Land besuchen zu dürfen. Jedes Jahr bekommt sie von ihrem Opa ein Geschenk – mal ist es ein Steckenpferd, mal ein Baumhaus oder auch schon einmal eine wunderschöne Staffelei. Dieses Jahr erwartet Belle ein umlackiertes Fahrrad ihrer Mutter auf sie.

Da darf gleich auf die Pedale getreten und die Natur erkundet werden. Auf ihrer Radtour verirrt sie Belle im Wald und macht eine erfreuliche Bekanntschaft mit einer sprechenden Biene, die sie in die Geheimnisse der Wirkung von Heilpflanzen einweiht und die Aufgabe der Bienen erklärt.

Es beginnt ein spannender Sommer mit allerlei Wunder rund um die Natur …

Dieses charmant französische Bilderbuch ist eine wahre Liebeserklärung an die Bienen. Der Autor zog selbst im Alter von 25 Jahren hinaus in die Natur und fing dort als „Bienenhirt“ ein neues Leben im Einklang mit der Natur an. Diese Leidenschaft und Liebe ist auf jeder Seite spürbar.

Diese Geschichte öffnet das Herz. Belle liebt die Großstadt, dennoch genießt sie es im Sommer zu ihren Großeltern entfliehen zu können. Diese Idylle, die auf den Illustrationen von Rebecca Gibbon so sehnsüchtig eingefangen ist, lässt die Vorfreude auf die Sommerferien erwachen. Auf dem Land scheint die Zeit stehen zu bleiben. Es ist keine Spur von Hektik in den Bildern wahrzunehmen. Hier kann man beinahe die  frische Landluft wahrnehmen und das Drumherum einfach auf sich wirken lassen, mit all den Düften und Geräuschen der Natur. Diese Szenerie belebt die Sinne. Als Landkind, das auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, lässt es mich ganz wehmütig werden.

Nach einem kleinen Unfall auf dem Rad, hilft die sprechende Biene Belle ihre Wunde zu versorgen und reibt das Knie mit einer Arnika-Blüte ein. Sie erklärt ihr, dass es ohne Bienen keine Erdbeeren und keine Orangen gäbe, woraufhin Belle der Biene stolz zustimmen muss: „La nature est bien faite“.

Alles hat seinen Platz und Zweck – das ist die Schönheit der Natur

In der Danksagung hebt der Autor in einer langen Liste all die Köstlichkeiten hervor, die wir ohne Bienen nicht genießen könnten. Dieses Bilderbuch erklärt das Phänomen der Bestäubung ganz kindgerecht und verständlich. Nach der Behandlung des Themas „Apfel“ im Sachunterricht nahm ich dieses Bilderbuch hinzu, um den Kindern die besondere Bedeutung der Bienen aufzuzeigen. Alle Kinder sahen die Bienen danach ganz anders. Wir bedankten uns für all die Köstlichkeiten und entschieden, dass Bienen zwar manchmal, eigentlich ganz selten stechen, aber grundsätzlich tolle Insekten sind, die eigentlich auch putzig aussehen und Großes leisten.

Die Biene, die sprechen konnte

Eine sehr charmante und französisch angehauchte Liebeserklärung an die Bienen!

bei amazon.de