Maria Gianferrari – SEi wie ein Baum!

„Sei wie ein Baum!“ ist ein Appell an den Menschen nicht nur in sich selbst stärker und resilienter zu werden, sondern auch die Gemeinschaft und die Wurzeln der gesellschaftlichen Strukturen nicht außer Acht zu lassen.

Bäume sind von Luft, Sonne, Nahrungsressourcen und dem Schutz anderer Lebewesen abhängig, um überlebensfähig zu bleiben. Die Autorin zeigt mithilfe der Baum-Metapher, dass wir einander brauchen. Fürsorge, Gemeinschaft, Zusammenhalt – diese Werte benötigen Rückgrat und Mut. Das ist der Stamm. Die Rinde trägt die Spuren des Lebens, so wie unsere Haut es ebenfalls zu tun vermag. Das Kernholz und das Mark machen unseren Körper funktionsfähig. Die Illustrationen strahlen Stärke, Tragfähigkeit und Vielfalt aus. Die Macht der Möglichkeiten bahnt sich ihren Weg durch die vielen verzweigten Pinselstriche.

So wie das Myzel, die verwobenen Fäden der Pilze die Bäume verbinden und Kommunikation ermöglichen, brauchen wir einander für Austausch, Anregung, und Inspiration. Eingewanderte Bäume sind verwundbar und benötigen umso mehr unseren Schutz. Es ist genug für alle da, betont die Autorin wohlwollend. Das „waldweite Netz an Informationen“ – das sind wir! Zusammen sind wir ein Wald!

Die Botschaft dieses Bilderbuchs ist aktuell und trägt eine selbstbewusste Forderung nach Solidarität. Es beginnt in einem Selbst und wächst schließlich über das Individuum hinaus. In einer Gesellschaft der immer größer werdenden Singularität, ist diese Erinnerung viel wert.

Eine Erinnerung und Mahnung zugleich – gemeinsam sind wir stark!

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Stephanie Polák und Larisa Lauber – Ein Lächeln für dich

Rezension

Noah freut sich schon in der Früh auf den Besuch seines Freundes Max. Gut gelaunt und voller Vorfreude sitzt er im Bus einer Frau gegenüber, die griesgrämig drein schaut. Vorsichtig lächelt er ihr zu, doch sie schaut mürrisch weg. Beim Aussteigen grinst er sie an und sagt „Tschüss!“ und da passiert es …ihre Falten auf der Stirn glätten sich. Und hier nimmt der „Domino-Effekt“ seinen Lauf. Etwas besser gelaunt, kauft die Frau beim Bäcker zwei Brötchen und schenkt eins ihrer Kollegin im Büro, die wiederum gut gelaunt mit dem Mann aus dem Nachbarbüro ins Gespräch kommt… Ein kleines Lächeln kann eine große Wirkung haben.

Eine wunderbare Message, die zeigt, dass ein freundliches Lächeln eine große Kettenreaktion in Gang setzen kann. Das einzelne Anfangsereignis und all ihre Abfolgen werden hier ganz herzerwärmend und realitätsnah aufgezeigt. In der Ausnahmesituation des Abstandhaltens, bei der auf Händeschütteln und Umarmungen vorerst verzichtet werden muss, kann ein Lächeln ein großes Geschenk sein. Das Cover leistet dazu einen Beitrag, denn der Junge richtet seinen Blick so intensiv auf den Betrachter, dass man nicht anders kann, als sich angesprochen zu fühlen. Ja, lächeln kann jeder und das sollten wir lieber einmal zu viel als zu wenig tun!

Pädagogisch wertvoll ist die Erkenntnis und vor allem die Erfahrung, die auch glücklicherweise Noah zum Ende des Buches machen darf, ist, dass Gutes tun auch gut tut. Da man nicht in die Köpfe anderer schauen kann, wird man den Grund über den Missmut nicht erfahren, doch einfach lächeln tut keinem weh. Und wer weiß schon, welche Ausmaße eine nette Geste einnehmen kann?

Blick ins Buch

Fazit

„Ein Lächeln für dich“ treibt die Werteerziehung voran und hat das freundliche Miteinander im Fokus.

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