Günther Jakobs – Du bist mein Freund, weil …

Rezension

Freundschaft, Verbundenheit, Vertrauen, Offenheit, Neugierde, Akzeptanz, Toleranz und besondere Stütze im Leben – diese Werte werden in dem zauberhaft illustrierten Bilderbuch von Günther Jakobs vermittelt. Die Bleistiftzeichnungen, die frech, unbekümmert und so kindgerecht daher kommen, unterstreichen auch die Botschaft des Bilderbuchs: Jede Freundschaft ist anders. Eben weil jeder Mensch anders ist.

Auf jeder Doppelseite werden unterschiedliche Szenarien von Bündnissen vorgestellt. Während der Titel „Du bist mein Freund, weil…“ schon die Thematik einleitet, werden auf den Doppelseiten lediglich die Ergänzungen aufgeführt:

weil du bei mir um die Ecke wohnst!

weil du der beste Torschütze weit und breit bist!

weil du so lustige Zahnlücken hast!

Hier wird auch schon deutlich, dass es genau die offene und gelöste Kindersicht ist, frei von Vorurteilen und Ausgrenzung, die Nähe und Verbundenheit erzeugt. Es können die Umstände sein, dass man Nachbar ist, gemeinsam im Verein spielt, Fähigkeiten wie z.B. spannende Geschichten erzählen können oder auch Oberflächlichkeiten wie eine Zahnlücke oder besonders verrückte Frisuren. Freundschaften zu Tieren oder Familienmitgliedern werden ebenso angeschnitten. Letztlich stellt sich heraus, dass man jemanden als Freund bezeichnet, weil er genauso so ist, wie er ist.

Dieses Bilderbuch bietet die Chance zu reflektieren, wen man als Freund ansieht und vor allem warum. Was macht diesen Menschen aus? Was schätzt man an ihm? Die Übertragung gelingt auch auf einen Mitschüler, mit dem Anfangssatz “ Du bist ein toller Mitschüler, weil…“. Damit ist eine wunderbare Erweiterung der „warmen Dusche“ als Methode gegeben. Im Kunstunterricht haben wir darauf aufbauend Freundschaftsarmbänder geknüpft und an besondere Menschen verschenkt.

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Fazit

Herausragende Illustrationen und ein Thema, das nicht oft genug aufgegriffen werden kann, denn Menschen sind nun einmal soziale Wesen.

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Stephanie Polák und Larisa Lauber – Ein Lächeln für dich

Rezension

Noah freut sich schon in der Früh auf den Besuch seines Freundes Max. Gut gelaunt und voller Vorfreude sitzt er im Bus einer Frau gegenüber, die griesgrämig drein schaut. Vorsichtig lächelt er ihr zu, doch sie schaut mürrisch weg. Beim Aussteigen grinst er sie an und sagt „Tschüss!“ und da passiert es …ihre Falten auf der Stirn glätten sich. Und hier nimmt der „Domino-Effekt“ seinen Lauf. Etwas besser gelaunt, kauft die Frau beim Bäcker zwei Brötchen und schenkt eins ihrer Kollegin im Büro, die wiederum gut gelaunt mit dem Mann aus dem Nachbarbüro ins Gespräch kommt… Ein kleines Lächeln kann eine große Wirkung haben.

Eine wunderbare Message, die zeigt, dass ein freundliches Lächeln eine große Kettenreaktion in Gang setzen kann. Das einzelne Anfangsereignis und all ihre Abfolgen werden hier ganz herzerwärmend und realitätsnah aufgezeigt. In der Ausnahmesituation des Abstandhaltens, bei der auf Händeschütteln und Umarmungen vorerst verzichtet werden muss, kann ein Lächeln ein großes Geschenk sein. Das Cover leistet dazu einen Beitrag, denn der Junge richtet seinen Blick so intensiv auf den Betrachter, dass man nicht anders kann, als sich angesprochen zu fühlen. Ja, lächeln kann jeder und das sollten wir lieber einmal zu viel als zu wenig tun!

Pädagogisch wertvoll ist die Erkenntnis und vor allem die Erfahrung, die auch glücklicherweise Noah zum Ende des Buches machen darf, ist, dass Gutes tun auch gut tut. Da man nicht in die Köpfe anderer schauen kann, wird man den Grund über den Missmut nicht erfahren, doch einfach lächeln tut keinem weh. Und wer weiß schon, welche Ausmaße eine nette Geste einnehmen kann?

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Fazit

„Ein Lächeln für dich“ treibt die Werteerziehung voran und hat das freundliche Miteinander im Fokus.

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Saskia Baisch-Zimmer – Bärenstarke Gedanken für soziale Verantwortung

Rezension

Das Set der Reihe „Bärenstarke Gedanken“ bestehend aus 32 Affirmationskarten bringt Kindern das Thema Soziale Verantwortung näher. Für ein gutes Miteinander im Klassenverband sind bestimmte Werte essenziell. Diese Karten können aber auch im familiären Rahmen als Impuls für Austausch dienen.

Auf den Karten sind ansprechende, kindgerechte, wenn auch sich wiederholende Illustrationen zu den Bereichen „Hilfsbereitschaft“, „Teilen“, „Ehrlichkeit“, „Achtsamkeit“, „Höfliche Umgangsformen“, „Umweltbewusstsein“ und „Verantwortungsvolles Handeln“ abgebildet. Sie regen zur vertiefenden Auseinandersetzung an und dienen als Anstoß für Diskussionen und Erfahrungsaustausch. Unter der Illustration ist ein positiver Leitsatz als „Ich-Botschaft“ integriert, um Kinder mental zu stärken und zu unterstützen. Bekanntlich können Aussagen mächtige Kräfte freisetzen, die Stärke verleihen und das gewünschte Handeln schon alleine durch häufiges Hören als Botschaften verinnerlicht werden.

Es ist lobenswert, dass die Sätze kurz, prägnant und als positive Aussagen formuliert sind. Das Unterbewusstsein ist somit auf Harmonie und Achtung aus. In der Grundschule bieten die Karten die Chance sich schon frühzeitig spielerisch mit verantwortungsvollem Handeln auseinanderzusetzen. Das Erkennen des eigenen Einflusses beeinflusst positiv die Persönlichkeitsentwicklung. Es ist denkbar die Karten als Morgenritual einzusetzen oder auch im Klassenrat als festes Bestandteil zu nutzen. Da sich hier auch viele Aspekte von Klassenregeln, wie „Ich höre zu.“, „Ich lasse andere ausreden.“, „Ich bin höflich.“ wiederfinden, sind sie tolle Begleiter im Alltag und können als „Motto der Woche“ einen besonderen Platz im Klassenzimmer für sich beanspruchen.

Auf der Rückseite finden sich Affirmationsgedanken, die ein unterschiedlich stark ausgeprägtes Reflexionsvermögen erfordern. Andere Aussagen sind für Grundschulkinder wenig greifbar formuliert. Zur Ehrlichkeit heißt es z.B. „Ehrlichkeit ist für eine Gesellschaft sehr wichtig – strebe auch du danach.“ Hier muss man entsprechend individuell auswählen. Ein gelunges Beispiel ist der Affirmationssatz zu „Ich achte auf saubere Böden.“, wenn es heißt „Sei ein gutes Vorbild – Müll gehört in den Abfalleimer!“. Hier ist eine konkrete Verhaltensweise angeschlossen, die auch junge Kinder prima verinnerlichen und umsetzen können.

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Fazit

Sozialkompetenz stärken, kann man nicht früh genug beginnen.

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