Britta Teckentrup – Der kleine Spross

Rezension

Im von Dunkelheit und Schatten getragenen Wald, ragt ein junger Spross empor. Im lebendigen, hellen Gelb und tief in der Erde verwurzelt, wächst mit ihm die Hoffnung für ein neues Leben. Eine Ameise, ein Marienkäfer und ein Schmetterling stehen dem jungen Pflänzchen schützend zur Seite und übernehmen die Patenschaft.

Das Cover des Bilderbuchs von Britta Teckentrup deutet die Quintessenz schon an. Auch die nachfolgenden Seiten geben den Illustrationen viel Raum, während der Text pointiert und kurz gehalten wird. Im Frühling beginnt der Kreislauf des Lebens und alles nimmt seinen gewohnten Lauf, die Pflanzen strecken sich der Sonne entgegen und wachsen und gedeihen. Nur ein Samenkorn ist noch nicht so weit. Die Insekten setzen sich zu ihm, sodass das zarte Leben tatsächlich beginnt. Da die anderen Pflanzen schon höher gewachsen sind, muss sich der Spross durchkämpfen und wird stets von den Tieren unterstützt. Manchmal muss man sich eben durchkämpfen und das gelingt in Gemeinschaft leichter.

Die Botschaft ist einfach herzerwärmend: Füreinander da sein, sich unterstützen, sich sorgen, sich kümmern, sich interessieren. Die Lebendigkeit und die Schönheit der Illustrationen entfaltet ihre Wirkung in der Buchmitte. Das Dunkle der Schatten weicht dem Licht der Sonne und die Leser schauen auf eine vor Vitalität sprießende Wiese, die in ihrer Pracht die Betrachter schon fast blendet. Es wimmelt vor Insekten und winzigen Blättern, die alle den Fortlauf des Lebens versprechen. Hier steckt Hoffnung.

Doch der Kreislauf ist eben ein Kreislauf, sodass der Jahreszeitenwechsel schnell ansteht und der Abschied schnell an die Tür klopft. Der Schnee als Sinnbild des Todes, hüllt alles in Schweigen, Ruhe und Stillstand. Doch auch das hat irgendwann ein Ende. Und wenn wieder Frühling ist, schickt der Spross den Tieren einen Gruß…

Nach Playbook Farm und Wir gehören zusammen, ist dies nun das dritte Buch der Autorin, das ich in den letzten zehn Jahren rezensiere und bin erneut von der Tiefe der Botschaft beeindruckt. Hier steckt so viel. Nicht nur in Bezug auf die Jahreszeiten, nehmen die Kinder hier viel mit, sondern auch bezüglich des Miteinanders und grundsätzlich der Einstellung zum Leben, zu Problemen und Herausforderungen. Auch heute, dürfen wir dankbar auf den Kreislauf des Lebens hoffen.

Blick ins Buch

So wie die Tiere den kleinen Spross zum Licht leiten, gehört das Patensystem an unserer Schule zum festen Bestandteil des Schullebens. Jedes Schuljahr übernehmen die Viertklässler ihre Patenschaft und leiten die frisch eingeschulten Erstklässler in den Schulalltag. Die Großen erproben ihre Sozialkompetenz und die Kleinen fühlen sich willkommen und zugehörig.

Als Willkommensgruß erhalten die Erstklässler ein Leporello, womit sich die Viertklässler vorstellen, ihr Passfoto einkleben, ein bisschen von ihren Vorlieben preisgeben und Kontaktinformationen bereit stellen, um sich evtl. verabreden zu können.


(Material-ID: 139722)

Fazit

Kreislauf des Lebens, mit allen Herausforderungen und in aller Schönheit und Kraft dargestellt.

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Timon Meyer – Heute nicht

Rezension

Gibt’s beim Lama
wieder Drama?
Kriegt das Schaf
keinen Schlaf?
Zerbricht das kleine Pandaherz
heute fast vor lauter Schmerz?

Ob dem Bären, dem Löwen oder dem Krokodil – keinem Tier geht es heute gut. Dabei sind die Gründe so vielfältig und doch alle gut nachvollziehbar. Alle sind sich einig: Heute ist nicht deren Tag! Sie haben Kummer und Sorgen.

Wird es denn auch wieder besser?

Sicherlich und glücklicherweise: JA! Es wird vielleicht nicht heute oder morgen sein, aber irgendwann werden die Tage kommen, an denen der Bär wieder ans Meer fährt. Dort mit seinen Freunden ein Himbeereis am Stiel genießt oder seine Freunde zum Streuselkuchen einlädt. Es warten noch viele tolle Erlebnisse und Kummer und Sorgen halten eben nicht ewig an.

Momentan werden sich viele mit den Darstellungen in diesem farbenfrohen Bilderbuch identifizieren können. Die Isolation birgt neben Unsicherheit und Sorgen, auch Sehnsüchte. Freunde machen es einem leichter, so die Botschaft im Buch und doch herrscht hier eine wahnsinnige Akzeptanz, dass schlechte Tage und Tiefs zum Leben dazu gehören. Erst nach einem Tal, schätzt man die Höhen in voller Pracht und Innigkeit.

Die Kurztexte mit Ausgangsreim lesen sich flüssig und enden im ersten Teil stets mit einem Fragesatz. Der Leser fühlt sich unmittelbar angesprochen und beginnt unbewusst mit der Selbstreflexion. Der zweite Teil verzichtet auf Fragen und schlägt stattdessen Eventualitäten in Form vom Wörtchen „vielleicht“ vor. In die Zukunft kann schließlich keiner schauen, doch hoffen und positiv nach vorne blicken, getragen von Frohsinn, ist mehr als erwünscht!

Blick ins Buch

Fazit

Das Bilderbuch trägt Akzeptanz, Achtsamkeit und Hoffnung in sich – aktuell wie nie zuvor!

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Isabelle Arsenault – Albert will lesen

Rezension

Albert liebt es zu lesen. Da er im Reihenhaus nicht in Ruhe seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen kann, begibt er sich nach draußen. Dort sucht er sich ein scheinbar einsames Plätzchen, verschränkt die Hände im Nacken und will sich gerade auf eine Sonnenliege am Meer träumen als er von einem Mädchen gestört wird, das Pflanzen umtopft.

Doch damit ist die Störung seines Lesevergnügens nicht vorbei, denn nach und nach erscheinen immer mehr Menschen. Tom will mit Albert Badminton spielen. Dann wird er gebeten auf ein Kleinkind aufzupassen, sodass seine ruhige Idylle immer mehr bröckelt, bis ihm irgendwann der Kragen platzt. Ob er doch noch zum Lesen kommt?

Die inhaltliche Ausgestaltung verläuft in dieser Geschichte auf zwei Ebenen. Albert switcht immer wieder zwischen der Realität im grauen Hinterhof und der Strandidylle in seiner Fantasie. Irgendwann verschwimmen diese immer mehr ineinander. Farblich werden die comicartigen Illustrationen zurückhaltend im angenehmen Mintton, mit einzelnen orangefarbenen Akzenten gehalten. Die Grauflächen tragen die Botschaften maßgebend. Der Erzähltext ist auf einige wenige Sprechblasen reduziert, wobei viel mit syntaktisch isolierten Lautäußerung gearbeitet wird. Die Verlautbarung des Bilderbuchs ist allerdings eindeutig: Das Lesen erschafft neue Räume und öffnet Türen zu ganz eigenen Welten!

Blick ins Buch

Fazit

Lesen eröffnet Türen zu neuen Welten – aber bitte ungestört!

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Sven Maria Schröder – Max und Mux und der Riesenwunschpilz

Rezension

Max und Mux sind Fabelwesen und leben, wie soll es auch anders sein, im Fabelwald. Die zwei besten Freunde der Welt wohnen in ihren aneinander grenzenden Baumhäusern und besuchen sich immer, wenn einem mal langweilig ist. Auf den Ästen spielen sie, umrundet von zahlreichen Waldtieren, Karten oder buddeln entspannt im Garten. Die Idylle wird jedoch von einem Fund aufgerüttelt. Eines Tages findet Max bei der alten Eiche ein großes Pilzbuch. Und genau hier beginnt das Abenteuer, das sie in das Riesengebirge lockt, um einen weiß-blauen Wunschpilz zu finden.

Zugegeben erinnert Max mit seiner rundlichen Statur und der gestreiften, leicht engen Latzhose sehr schnell an Obelix. Die beiden Protagonisten sind ebenfalls Entdecker, wodurch eine weitere Parallele zu den bekannten Comicfiguren geschaffen ist. Sie teilen sich zudem die Wirkung, die sie auf Leser und Betrachter ausüben, denn man kommt nicht umhin sie gleich ins Herz zu schließen.

Sympathiepunkte erhält zudem die wahnsinnig beschauliche und angenehme Atmosphäre, die der Autor schafft. Auf den ersten Seiten hat das man das Gefühl, man würde die Sommerferien bei der Oma auf dem Land verbringen. Im Garten wird auf einer Picknickdecke gelesen, in der Landküche zusammen gekocht, die Wäsche auf der Leine aufgehangen und am angrenzenden See geangelt. Man würde am liebsten in das Szenario hüpfen.

Das Bilderbuch ist mit seinen 8 Kapiteln und insgesamt 64 Seiten eher ein Vorlesebuch, wobei man froh sein darf, dass die Seiten großformatig gehalten wurden und die Illustrationen entsprechend so viel Platz zur Verfügung bekommen. Die Geschichte lebt mitunter von den wunderbaren Bildern. Auch wenn ich grundsätzlich ein großer Fan von Typografie bin, war es beim Vorlesen der verschnörkelten Schrift zuweilen etwas anstrengend. Man kann jedoch leicht darüber hinweg sehen, wenn Kapitel als kleine Stopper gesehen werden und man somit die Spannung bis zur nächsten Vorlesezeit aufrechterhalten kann. Bei dem offenen Ende des Buches, darf man mutmaßen, dass uns weitere Abenteuer mit den besten Freunden erwarten.

Blick ins Buch

Fazit

Beschaulich und spannungsvoll – das perfekte Vorlesebuch für die Sommerzeit!

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Axel Scheffler und Frantz Wittkamp – Wenn Hasen gute Laune haben

Rezension

Was tun Hasen den Tag über, wenn sie gute Laune haben?

Manchmal beim Spazierengehen
an besonders schönen Tagen
kann man Hasenkinder sehen,
wenn sie Purzelbäume schlagen.

Sie unternehmen viel in der Natur und sind dabei richtig erfinderisch oder lassen einfach die Seele baumeln, genießen den Vogelgesang unter den Bäumen und träumen von der Kunst des Fliegens. Da das Osterfest vor der Tür steht, nehmen sie sich Zeit, die von den Hühnern gebrachten Eier zu bemalen. Beim Wandern wird ein kurzer Stopp eingelegt, um Blumen für die Vase daheim zu pflücken. Mit der ganzen Familie wird im Garten ein Fernsehapparat präsentiert, gebaut aus einem Karton und etwas Draht.

Das in Reimform gehaltene Bilderbuch ist für die Familien in der jetzigen Krise und der damit verbundenen Neustrukturierung des Tagesablaufs eine Fundgrube an Ideen bezüglich Unternehmungen und Tätigkeiten, die ohne viel Aufwand durchzuführen sind. Genial ist der Vorschlag einen Fernseher als Upcycling-Projekt zu bauen und gemeinsam Geschichten, Berichte oder Theaterstücke zu erfinden.

Das kleinformatige Bilderbuch mit den Vierzeilern ist kurzweilig, ohne eine zusammenhängende Handlung. Hier wird ein möglicher Ablauf eines Tages präsentiert. Getragen wird es von Heiterkeit, Lebensfreude und der Botschaft auch die kleinen Dinge im Leben zu genießen. In der Sonne zu liegen und das Hasenfell zu trocknen oder auf einer Wiese ein schönes Buch zu lesen, ist ein Lebensgenussmoment. Die Frühlingszeit wird hier auch durch die gewohnt wundervollen Illustrationen von Axel Scheffler den Lesern schmackhaft gemacht.

Blick ins Buch

Dieses Bilderbuch ist ein wunderbarer Aufhänger, um eigene Tagebucheinträge zu verfassen. Als Speicher für eigene Erlebnisse, Erfahrungen und Ideen, ist es außerdem ein wunderbares Instrument zum Verarbeiten subjektiver Gefühle. Es setzt Erinnerungsspuren und durch das freie Verfassen lockt es zusätzlich mit viel Schreibraum.

Alternativ lassen sich auch prima Osterhasen-Gesichtsmasken basteln. Wer dabei noch Hilfe braucht:

Osterhasen-Maske(Material-ID: 141330)

Fazit

Ein Tagesablauf, der nicht nur Hasen gute Laune macht!

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Daniela Kunkel – Das kleine WIR

Rezension

Die Figur des „kleinen WIR“ wird sicherlich vielen seit der Erstveröffentlichung im Jahre 2016 bekannt sein. Nicht nur die Geschichte, sondern auch das grüne Wesen, das Daniela Kunkel gezaubert hat, brennt sich schnell ins Herz. Das kleine WIR entsteht nämlich dort, wo Menschen sich mögen und nett zueinander sind. So kommt es, dass es eigentlich ziemlich viele WIRs gibt, wobei jedes ein bisschen anders aussieht.

Eine Gemeinsamkeit haben sie jedoch alle: Sie sind äußerst wertvoll. Ben und Emma haben genau so ein gemeinsames WIR und dürfen sich eigentlich glücklich schätzen. Es lebt in einem kleinen Häuschen, in Form eines Herzens. Streitigkeiten mag es allerdings gar nicht und wird dabei immer kleiner, schwächer und droht dann schon fast zu verschwinden. Als Ben und Emma sich in die Haare kriegen, passiert ihnen genau das. Sie begeben sich jeweils alleine auf die Suche und müssen bald feststellen, dass das WIR sich nur gemeinsam finden lässt.

Es geht hier um Gemeinschaft, Solidarität und Verbundenheit. Auch die Schönheit einer besonderen Verbindung wird ganz wunderbar und für Kinder schnell nachvollziehbar umwoben. Allerdings muss Freundschaft auch gepflegt werden, sodass man schnell zum Thema „Freunde finden und behalten“ kommt. Allzu schnell kann eine wertvolle Verbindung und damit das WIR-Gefühl zerbrechen. Den Blickwinkel vom ICH zum WIR zu lenken ist eine emotional-soziale Lernanforderung, bei der dieses Bilderbuch eine große Stütze ist. Hier erlebt man den Perspektivwechsel quasi hautnah mit. Aufeinander Rücksicht nehmen, sorgsam mit den Mitmenschen umgehen und das Gefühl von Zusammengehörigkeit pflegen, könnte nicht aktueller sein.

Das Bilderbuch begleitete uns in einer Projektwoche zum Thema „Soziales Lernen“ im Anfangsunterricht. Wir durften uns mit dem grünen Wesen 5 Tage lang intensiv beschäftigen und schauen seitdem, dass es weiterhin groß und stark bleibt. Sollte jemand an den Darstellungen zur Projektwoche oder dem Material interessiert sein, der darf dem Link folgen.

Fazit

Ein wertvolles Bilderbuch, mit einer noch wertvolleren Botschaft. Dazu ist das Wesen noch so bezaubernd!

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Oliver Scherz und Barbara Scholz – Wir sind nachher wieder da, wir müssen kurz nach Afrika

Rezension

Eine Abenteuergeschichte, die Kinder von der ersten Sekunde an fesselt und gleich mitreißt. Untermalt mit fabelhaft lebendigen Illustrationen, scheint es ein Garant für großes Lesevergnügen zu sein. Das Geschwisterpaar Joscha und Marie werden mitten in der Nacht von einem Sturm wach. Am Fenster steht ein Riese, ein Elefant, der aus dem Zoo ausgebrochen ist, um sich auf den Weg in seine Heimat, nach Afrika zu machen. Dabei weiß er gar nicht, wo Afrika liegt, sodass die beiden Kinder beschließen ihn zu begleiten.

Unterwegs treffen sie sämtliche Tiere, freundliche und hilfsbereite, aber auch listige und durchtriebene wilde Tiere. Auf jeder Etappe durch die halbe Welt verändert sich die Landschaft und die Sehnsucht des Elefanten nach seiner wirklichen Familie steigt ins Unermessliche.

Dieses Buch eignet sich nicht nur als Vorlesebuch für Kinder ab 6 Jahren, sondern insbesondere für Jungen und Mädchen in der 3. oder 4. Klasse zum Selberlesen. Durch das Geschwisterpaar ist die geschlechtsspezifische Identifikation für alle Kinder gegeben. Hinzu kommt, dass es temporeich ist und viele inhaltliche Querschnitte aufweist, die vertieft aufgegriffen werden wollen. Zum einen werden hier bedeutende Werte wie „Familie“, „Hilfsbereitschaft und Solidarität“, „Heimat und Zugehörigkeit“, „Vertrauen und Verlässlichkeit“ thematisiert, zum anderen wird das Urteilsvermögen geschärft, wenn es darum geht sich die Tierhaltung in Zoos anzuschauen oder sich mit der Jagd nach Elfenbein und deren Auswirkungen zu beschäftigen. Außerdem lädt es ein, etwas über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen, die unterschiedlichen Schönheiten der Welt zu entdecken und das Träumen und Fantasieren niemals aufzugeben!

Blick ins Buch

Dieses Buch haben wir als Ganzschrift in einer dritten Klasse während einer Projektwoche gelesen. Die Schülerinnen und Schüler hatten große Freude mit Marie und Joscha. Falls jemand Interesse an dem Unterrichtsmaterial zur Klassenlektüre hat, folgt dem Link zum Lesetagebuch zu „Wir sind nachher wieder da, wür müssen kurz nach Afrika“.

Unterrichtsmaterial Ganzschrift Klassenlektüre
(Material-ID: 132231)

Fazit

Höre niemals auf zu träumen und Geschichten zu erfinden!

 

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Baek Hee Na und Kim Hyang Soo – Wolkenbrot

Rezension

Die besondere Bildsprache ist das Herzstück dieses poetischen Bilderbuchs von der Koreanerin Baek Hee Na. In einer Assemblage angeordnet, lädt sie die Leser in ihre fantastische Welt voller Kreativität und Leichtigkeit ein. Die Collage aus plastischen Objekten und der dadurch entstandenen Dreidimensionalität, verleiht den Eindruck direkt mittendrin zu sein, als zwei Geschwisterkatzen aufwachen und feststellen müssen, dass es draußen regnet.

Am Regenhimmel entdecken sie schließlich eine kleine Wolke, die sich in den Ästen eines Baumes verfangen hat. Vorsichtig sammeln die Katzenkinder sie auf und tragen sie nach Hause. Ihre Mama backt daraus Wolkenbrötchen, die eine erstaunliche Wirkung zeigen. Plötzlich schweben alle wie eine Wolke und können tatsächlich fliegen. Da der Vater in der morgendlichen Hektik nicht frühstücken konnte, bringen die Katzenkinder ihm ein Wolkenbrötchen vorbei. Von den Auswirkungen kann auch er profitieren und so träumen die Geschwister von weiteren Reiseabenteuern, während sie auf der Dachgiebel weitere Wolkenbrötchen genüsslich verspeisen.

Das Träumen und die Kreativität stehen im Fokus dieses Bilderbuchs, in Verbindung mit dem Genüsslichen. Neben der künstlerischen Komponente, wird hier auch die Textform „Rezepte“ angesprochen. Die Katzenmutter gibt eine Schritt-für-Schritt-Backanleitung für die Wolkenbrötchen. Allerdings werden hier nur die Zutaten und die Zubereitung erwähnt, während die Mengenangabe komplett fehlt.

Die Kulissen der Künstlerin sind wahrlich beeindruckend. Auch das entsprechende Licht verfehlt seine Wirkung nicht, um die Stimmung vollends abzurunden. Die ausgearbeiteten Feinheiten und die damit verbundene Ästhetik rund um jedes Utensil, springt dem Betrachter von der ersten Seite an, ins Auge. Die Katzen selbst sind aus Pappe, beklebt mit Stoffresten und entsprechend in das aufwendige Arrangement platziert. Die Technik der Assemblage schreit danach mit Kindern ausprobiert zu werden.

Blick ins Buch

Auf Lehrermarktplatz findet sich ein Materialpaket zum Bilderbuch, welches sich auf eine im Kunstunterricht angelegte Assemblage konzentriert. Zu Differenzierungszwecken sind dem Unterrichtsmaterial Vorlagen und Beispiele beigefügt. Zum Inhalt gehört außerdem eine Schritt-für-Schritt Anleitung für die Hand der Kinder und eine Übersicht mit Lernzielen und zu erwartenden Kompetenzen.

(Material-ID: 129440)

Fazit

Der Traum vom Fliegen wird wahr, zumindest nach dem Verspeisen der Wolkenbrötchen. Ein Bilderbuch, das zum Handeln anregt und einen hohen Aufforderungscharakter hat.

 


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Wanja Olten und Manuela Olten – Kein bisschen dreckig

Rezension

Hände waschen muss man sich doch nur, wenn sie richtig dreckig sind. Und das ist total selten!

Die Heldin dieses Bilderbuchs, fragt sich, weshalb sie sich die Hände waschen soll. Wenn sie im Matsch spielt reicht es vollkommen sich die Hände an der Kleidung abzuwischen, auch nachdem die Hasen gestreichelt wurden, versteht sie nicht wieso die Hände gewaschen werden sollen, ebensowenig wie vor dem Essen, denn sie isst ja eh mit Besteck. Die Mutter erklärt dann, dass an den Händen sich furchtbar viele Bakterien befinden, die einen krank machen. Infolgedessen wird ein Horrorszenarium präsentiert, in dem das kleine Mädchen Fieber bekommt und schließlich mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden muss. Die Geschichte endet mit der frechen Überlegung, ob sie sich nun gleich die Hände waschen soll oder vielleicht doch später.

Aktueller kann die Thematik gar nicht sein. Wanja und Manuale Olten greifen ein sehr wichtiges Thema auf und betonen mit netten, minimalistischen Illustrationen die Wichtigkeit des Händewaschens. Die tägliche körperliche Hygiene ist ein bedeutender Aspekt im Kinderalltag, doch viele Kinder tun das überhaupt nicht gerne und können oft auch nicht verstehen, wozu sie sich noch öfter die Hände waschen sollen.

Dieses Buch kann hier ansetzen und die Hygiene zum Thema machen, allerdings bin ich von der Darstellung des Krankenhausbesuchs und der damit verbundenen „Angstmach-Absicht“ nicht 100%ig überzeugt. Lieber wäre es mir, wenn die „echten“ Folgen der Infektion dargestellt werden würden, mit einer daran anschließenden Erklärung, weshalb Händewaschen so wichtig ist. Auch der Schluss ist zwar amüsant, doch pädagogisch gesehen nicht unbedingt das, was man als „Lehre“ den Kindern mitgeben möchte. Je nach Zielsetzung des Einsatzes kann die letzte Szene auch auszulassen oder von den Kindern ergänzt werden.

Blick ins Buch

Inspiriert von einem Post auf Instagram wurden heute Hände ausgeschnitten, mit Seife versehen und die Seifenblasen mit einem Korken und mit Wasser verdünnter Acrylfabe gedruckt. Das Erinnerungsplakat ziert nun sämtliche Wände in den Wohnungen der Kinder.

Fazit

Hygiene und Hände waschen in den Mittelpunkt stellen.


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Géraldine Elschner und Lucie Vandevelde – Hundertwasser: Ein Haus für dunkelbunte Träume

Rezension

In der sonst ordentlichen Stadt geschehen seltsame Dinge. Zu den grauen und gleich aussehenden Gebäuden gesellen sich bunte und außergewöhnliche Wohnkomplexe. „Der Zauberer der Dächer“ wird wohl in der Stadt sein, mutmaßen die Protagonistinnen, die die Wandlung neugierig beobachten.

Auf einem verwilderten Grundstück steht seit Jahrzenten ein alter Baum mit einer prächtigen Baumkrone. Als die ganzen Bagger anrücken, sorgen die Kinder sich um den „König der Bäume“. Die neuen Ziegelmauern werden immer höher gezogen, sodass der Baum bald ganz aus ihrer Sicht verschwindet. Der wundersame Zauberer jedoch führt sie schließlich in den Innenhof und die Kinder können ihren Augen nicht glauben. Sie erblicken nicht nur den knorrigen Baum in voller Blüte, sondern viele weitere Grünpflanzen um ihn herum und erklären sich bereit, sich um die neuen „Mieter“ zu kümmern.

Sie sind hier genauso zuhause wie die Menschen und sollen sich wohlfühlen. Wir sind doch alle Mieter dieser Erde.

Der Künstler Friedensreich Hundertwasser ist für Kinder mit seinen unkonventionellen Formen und den bunten Farben ein Magnet. Die beiden Hauptmotive seiner architektonischen Arbeit werden in diesem Bilderbuch ganz wunderbar aufgegriffen. Zum einen werden die vegetativen Formen aus der Natur hier in Form von Einbindung der Pflanzen in den Vordergrund gestellt, sodass der Wohnkomplex beinahe organisch zu wachsen scheint. Zum anderen wird der Motivkreis rund um seine Architektur und den bestimmten Merkmalen seiner unebenen und farbenfrohen Fassaden von der Illustratorin Lucie Vandevelde wunderbar in Szene gesetzt. Die goldenen Zwiebelkuppeln, die bunt umrahmten Fenster, die scheinbar lebendig zu werden drohen und die Grasdächer, die zusätzlichen Lebensraum für Tiere bieten, sind hier fabelhaft eingefangen.

Die Autorin Géraldine Elschner ließ sich bereits vom Bild „Katze und Vogel“ des Künstlers Paul Klee inspirieren. Das dazu passende Kunst-Bilderbuch „Die Katze und der Vogel“ kann ich ebenfalls allen Kunstbegeisterten wärmstens empfehlen.

Blick ins Buch

Fazit

Zum diesjährigen zwanzigsten Todestag von Friedensreich Hundertwasser hat der Prestel Verlag ein gutes Händchen bei der Auswahl bewiesen, um den Künstler entsprechend zu würdigen.

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