Thomas Meyer – Wie der kleine Stern auf die Welt kam

Rezension

Die Magie und der Zauber der Liebe steht im Fokus dieses Bilderbuchs, bei dem es um einen Stern geht, der erst ein Menschenkind werden kann, wenn er die richtigen Eltern gefunden hat. Hierbei hilft ihm seine Freundin Eule. Gemeinsam halten sie Ausschau nach dem perfect match. Dieses Vorhaben hat jedoch Tücken, denn die Erwachsenen nehmen sich viel zu ernst und schenken sich gegenseitig kaum Beachtung.

Also nehmen die beiden die Zügel in die Hand und schreiben zwei passenden Menschen Liebesbriefe und spielen ein bisschen Armor. Das ist der Anstoß der ersten Begegnung. Der Postbote nimmt all seinen Mut zusammen und spricht die Frau an, mit der der Stern und die Eule ihn zusammenbringen wollten.

Sie machen einen langen Spaziergang.
Und dann noch einen.
Und noch einen.
Richtig lieb bekommen sie sich dabei.

Eine Aufklärungssequenz erläutert, was es heißt miteinander zu schlafen. Die Geschlechtsteile werden mit Fachbegriffen und kindlichen Verniedlichungen gebraucht, sodass die Orientierung auch jüngeren Kindern vereinfacht wird. Und so landet mit einem glitzernden Schweif der Stern im Bauch der Frau.

Hier müssen anschließend die etwas älteren Kinder natürlich aufgeklärt werden, dass es eben kein Zauber ist und die Babys nicht als Sterne in den Baum wandern. Als fantastische Herangehensweise an das Thema „Liebe“ und zueinander finden, wenn die Chemie zwischen zwei Menschen stimmt, ist es jedoch ein interessanter Zugang.

Blick ins Buch
Fazit

Über die Magie der Liebe und die Notwendigkeit die Augen füreinander auf zu halten.

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Timon Meyer und Julian Meyer – Rolf röhrt

Rezension

Ja, es ist wirklich unerhört,
der Rolf, der röhrt.
Es reicht! genug! Silentio!
Wir sind des Lebens nicht mehr froh.
Wir sind es leid, die Ohren schmerzen,
und bitten Rolf von ganzem Herzen …

Der Hirsch Rolf röhrt unentwegt, egal ob auf Klassenfahrt, beim Fußball oder Basteln. Die anderen Tiere beklagen sich über den Lärm und bitten ihn inbrünstig damit aufzuhören. Rolf ist natürlich gewillt seine Freunde nicht weiter zu belästigen und schwört, es fortan sein zu lassen. Doch wie viele Vorhaben, hält das Versprechen nicht lange und schon röhrt Rolf wieder lauthals. Die Nerven der Tiere liegen nun blank und sie verziehen sich in den Kleiderschrank.

Nur die Hirschkuh Irmchen ist ganz betört von dem Geräusch, denn in ihren Ohren ist es reine Musik. Da wundern sich die Tiere, ob Lärm vielleicht auch Freude bereiten kann? Schnell ist hierfür eine Lösung gefunden und der Frust schnell verflogen!

Die Thematik „Lärm“ und das damit verbundene individuelle Empfinden von unangenehmer und durchdringender Lautstärke ist viel zu selten in Bilderbüchern zu finden. Dabei begegnen Kinder im Kindergarten und spätestens in Grundschulklassen täglich diesem Gefühl, welches sich von Kind zu Kind bei der Einschätzung unterscheidet. So steht auch Rolf mit seinem Röhren im Gegensatz zu anderen Tieren, die seine Geräusche als dröhnend empfinden. Lediglich die Hirschkuh stört es nicht. Es ist ein wunderbarer Aufhänger, um die subjektive Wahrnehmung von Lautstärke und Lärm zu thematisieren und dadurch mit Kindern ins Gespräch zu kommen. Es bietet sich außerdem an, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, wie Rolf und den anderen Tieren geholfen werden kann. Meist sind Kinder hierbei sehr kreativ und aber auch akzeptierend, was die Eigenheiten Anderer angeht. Auch Rolf ist als Charakter ein liebenswertes Wesen, das es gar nicht böswillig meint und wirklich gewillt ist, die anderen nicht zu stören, jedoch sein Röhren noch nicht zu kontrollieren weiß. Als Erweiterung des Wortschatzes wäre es möglich die Tiergeräusche anderer als Sammlung von Verben einzubringen.

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Fazit

Eigenheiten, Akzeptanz, Lautstärke und Lärm in fabelhafte, liebenswerte Illustrationen gepackt.

 


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Timon Meyer – Heute nicht

Rezension

Gibt’s beim Lama
wieder Drama?
Kriegt das Schaf
keinen Schlaf?
Zerbricht das kleine Pandaherz
heute fast vor lauter Schmerz?

Ob dem Bären, dem Löwen oder dem Krokodil – keinem Tier geht es heute gut. Dabei sind die Gründe so vielfältig und doch alle gut nachvollziehbar. Alle sind sich einig: Heute ist nicht deren Tag! Sie haben Kummer und Sorgen.

Wird es denn auch wieder besser?

Sicherlich und glücklicherweise: JA! Es wird vielleicht nicht heute oder morgen sein, aber irgendwann werden die Tage kommen, an denen der Bär wieder ans Meer fährt. Dort mit seinen Freunden ein Himbeereis am Stiel genießt oder seine Freunde zum Streuselkuchen einlädt. Es warten noch viele tolle Erlebnisse und Kummer und Sorgen halten eben nicht ewig an.

Momentan werden sich viele mit den Darstellungen in diesem farbenfrohen Bilderbuch identifizieren können. Die Isolation birgt neben Unsicherheit und Sorgen, auch Sehnsüchte. Freunde machen es einem leichter, so die Botschaft im Buch und doch herrscht hier eine wahnsinnige Akzeptanz, dass schlechte Tage und Tiefs zum Leben dazu gehören. Erst nach einem Tal, schätzt man die Höhen in voller Pracht und Innigkeit.

Die Kurztexte mit Ausgangsreim lesen sich flüssig und enden im ersten Teil stets mit einem Fragesatz. Der Leser fühlt sich unmittelbar angesprochen und beginnt unbewusst mit der Selbstreflexion. Der zweite Teil verzichtet auf Fragen und schlägt stattdessen Eventualitäten in Form vom Wörtchen „vielleicht“ vor. In die Zukunft kann schließlich keiner schauen, doch hoffen und positiv nach vorne blicken, getragen von Frohsinn, ist mehr als erwünscht!

Blick ins Buch

Fazit

Das Bilderbuch trägt Akzeptanz, Achtsamkeit und Hoffnung in sich – aktuell wie nie zuvor!

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