Isabelle Arsenault – Albert will lesen

Rezension

Albert liebt es zu lesen. Da er im Reihenhaus nicht in Ruhe seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen kann, begibt er sich nach draußen. Dort sucht er sich ein scheinbar einsames Plätzchen, verschränkt die Hände im Nacken und will sich gerade auf eine Sonnenliege am Meer träumen als er von einem Mädchen gestört wird, das Pflanzen umtopft.

Doch damit ist die Störung seines Lesevergnügens nicht vorbei, denn nach und nach erscheinen immer mehr Menschen. Tom will mit Albert Badminton spielen. Dann wird er gebeten auf ein Kleinkind aufzupassen, sodass seine ruhige Idylle immer mehr bröckelt, bis ihm irgendwann der Kragen platzt. Ob er doch noch zum Lesen kommt?

Die inhaltliche Ausgestaltung verläuft in dieser Geschichte auf zwei Ebenen. Albert switcht immer wieder zwischen der Realität im grauen Hinterhof und der Strandidylle in seiner Fantasie. Irgendwann verschwimmen diese immer mehr ineinander. Farblich werden die comicartigen Illustrationen zurückhaltend im angenehmen Mintton, mit einzelnen orangefarbenen Akzenten gehalten. Die Grauflächen tragen die Botschaften maßgebend. Der Erzähltext ist auf einige wenige Sprechblasen reduziert, wobei viel mit syntaktisch isolierten Lautäußerung gearbeitet wird. Die Verlautbarung des Bilderbuchs ist allerdings eindeutig: Das Lesen erschafft neue Räume und öffnet Türen zu ganz eigenen Welten!

Blick ins Buch

Fazit

Lesen eröffnet Türen zu neuen Welten – aber bitte ungestört!

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Anne Scheller – Abc-Rätsel-Geschichten zur Buchstabeneinführung

Rezension

Dieser Band bietet 38 lehrwerksunabhängige Geschichten und Wimmelbilder nicht nur zu den Buchstaben A bis Z, sondern auch zusätzlich zu Umlauten, Lautverbindungen, wie z.B. „ei“, „sch“ oder „pf“. Die meisten Bände konzentrieren sich auf die Buchstaben des Alphabets, sodass es hier erfreulich ist auch die anderen Lautverbindungen integriert zu sehen.

Die Wimmelbilder sind wohl der spannendere und motivierendere Teil dieses Rätselbands, die zur Visualisierung und Festigung dienen. Ganz nebenbei wird auch der Wortschatz erweitert, sodass nicht nur DAZ-Kinder davon profitieren. Glücklicherweise finden sich hinten im Buch Lösungen, mit den einzukreisenden Gegenständen, die zum jeweiligen Buchstaben passen.

Die Lesegeschichten sind unabhängig voneinander einsetzbar und erfüllen im 1. Schuljahr wohl eher den Zweck des Vorlesens. Vom Verfasser ist das Selbstlesen vorgesehen, doch der Umfang ist für Erstklässler auch zum Ende des Schuljahres noch viel zu groß. Die Silbenstruktur ist zwar hilfreich, doch in der Praxis ist das Erlesen der Sinneinheiten schlichtweg für die meisten Kinder zu schwierig (siehe „Blick ins Buch“). Auf den 24 Auftragskarten sind Aufgaben zu finden, die Kinder dazu einleiten im Lesetext entsprechende Buchstaben einzukreisen oder die ausschließlich mit zusätzlichem Material zu bewältigen sind, wie z.B. Schreiben im Sand oder Buchstaben aus Knetmasse formen und haben mit den Kopiervorlagen an sich nicht viel zu tun.

Blick ins Buch

Fazit

Als Wimmelbildsammlung eine Bereicherung, da auch Lautverbindungen einbezogen wurden.

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