Anne Scheller – Abc-Rätsel-Geschichten zur Buchstabeneinführung

Rezension

Dieser Band bietet 38 lehrwerksunabhängige Geschichten und Wimmelbilder nicht nur zu den Buchstaben A bis Z, sondern auch zusätzlich zu Umlauten, Lautverbindungen, wie z.B. „ei“, „sch“ oder „pf“. Die meisten Bände konzentrieren sich auf die Buchstaben des Alphabets, sodass es hier erfreulich ist auch die anderen Lautverbindungen integriert zu sehen.

Die Wimmelbilder sind wohl der spannendere und motivierendere Teil dieses Rätselbands, die zur Visualisierung und Festigung dienen. Ganz nebenbei wird auch der Wortschatz erweitert, sodass nicht nur DAZ-Kinder davon profitieren. Glücklicherweise finden sich hinten im Buch Lösungen, mit den einzukreisenden Gegenständen, die zum jeweiligen Buchstaben passen.

Die Lesegeschichten sind unabhängig voneinander einsetzbar und erfüllen im 1. Schuljahr wohl eher den Zweck des Vorlesens. Vom Verfasser ist das Selbstlesen vorgesehen, doch der Umfang ist für Erstklässler auch zum Ende des Schuljahres noch viel zu groß. Die Silbenstruktur ist zwar hilfreich, doch in der Praxis ist das Erlesen der Sinneinheiten schlichtweg für die meisten Kinder zu schwierig (siehe „Blick ins Buch“). Auf den 24 Auftragskarten sind Aufgaben zu finden, die Kinder dazu einleiten im Lesetext entsprechende Buchstaben einzukreisen oder die ausschließlich mit zusätzlichem Material zu bewältigen sind, wie z.B. Schreiben im Sand oder Buchstaben aus Knetmasse formen und haben mit den Kopiervorlagen an sich nicht viel zu tun.

Blick ins Buch

Fazit

Als Wimmelbildsammlung eine Bereicherung, da auch Lautverbindungen einbezogen wurden.

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Daniela Kulot – Wir sind erste Klasse!: Ein ABC zum Schulanfang

Rezension

Daniela Kulot gelingt es mit diesem Bilderbuch rund um den Schulanfang ganz unaufgeregt über die Aufregung der Einschulung für alle Beteiligten zu erzählen. Die 26 Kurzgeschichten zu jedem Buchstaben sind nicht krampfhaft darauf ausgerichtet, dass jedes Wort mit dem entsprechenden Buchstaben beginnt. Ganz im Gegenteil, in einem lockeren Erzählstil werden sehr wirklichkeitsgetreue Situationen geschildert.

Anton ist aufgeregt. Er kommt heute in die erste Klasse! Hurraaaa! (…) Vorher muss Anton Mama trösten. Sie heult ja jetzt schon.

Genau diese Darstellung erlebe ich jedes Jahr zur Einschulung. Während die i-Dötzchen sich eigentlich freuen, überträgt sich die Nervosität der Eltern auf manche Kinder, sodass sie sich manchmal gar nicht in den Klassenraum trauen. In ganz unterschiedlichen Familienkonstellation treffen wir hier auf eine bunte Vielfalt an Kindern. Sie alle kommen zusammen, um gemeinsam die nächsten Jahre zu lernen und zu leben. Gregor braucht eine Gehhilfe, Hannah ist immer ganz hektisch und Lilli ist Linkshänderin.

Jede Kurzgeschichte wird von zauberhaften Illustrationen begleitet. Sie sind bunt und einfach knuffig, dem Kulot-Stil bin ich allerdings schon seit Jahren verfallen. Rund um die Szene werden Wörter präsentiert, denen der Anfangsbuchstabe fehlt. Schnell wird klar, dass hier natürlich der zur Geschichte passende Anfangsbuchstabe ergänzt werden muss.

Dieses Bilderbuch ist perfekt für die Schultüte oder als Geschenk für alle an der Einschulung Beteiligten. Auch im Klassenraum lässt es sich gut etablieren und jede Geschichte passend zum momentan behandelten Buchstaben vorlesen. Die Situationen bieten einen guten Gesprächsanlass, um anschließend auf das „soziale Lernen“ einzugehen, sei es zur „Andersartigkeit“, „Gefühle“ oder „Regelbewusstsein“.

Blick ins Buch

Fazit

Das Bilderbuch zur Einschulung ist einfach klasse!

 

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Horst Klein – Haltet den Dieb!: Das verrückte ABC der geklauten Buchstaben

Haltet den Dieb ABC-Rätsel

Ein Buchstabendieb treibt sein Unwesen und raubt Wörtern Buchstabe für Buchstabe in der Reihenfolge des Alphabets, um gleich darauf eine Wortspielerei zu zaubern. Es sorgt nicht nur für Chaos, sondern auch für jede Menge Spaß und Lacher.

Ohne das B von Ball schaun Fußballer blöd ins …

In der Einbauküche ohne C gäb’s immer Milch für den Kaffee.

Jede Doppelseite trumpft mit einem witzigen Rätselreim auf. Auf der rechten Seite illustriert Horst Klein die zum Reim passende Gegebenheit und trifft mit seinen Witzen exakt den Humor der 6-Jährigen.So wird aus einer Bauchtänzerin eine Buchtänzerin oder aus einer Weihnacht eine Wehnacht.

Dieses Bilderbuch diente uns am Ende der 1. Klasse als Grundlage für eine sehr erfrischende und zugegeben äußerst lustige Wiederholungsstunde zu allen erlernten Buchstaben. Das Bild hielt ich zuerst verdeckt und ließ ein Kind den Text vorlesen. Wir schrieben gemeinsam das fett gedruckte Wort an die Tafel und strichen die entsprechenden Buchstaben weg. Die Auflösung in Form der Illustration brachte kein Halten mehr und alle kugelten sich vor Lachen.

Natürlich animierte es uns selbst ein ABC-Buch mit geklauten Buchstaben zu erstellen. Je nach Niveaustufe dichteten Kinder selbst Reime oder erfanden Wörter, bei denen Buchstaben weggestrichen werden können. Als Hilfe für lernschwächere Kinder stellte ich passende Wörter als kleine Kärtchen parat. Manche nutzten auch die im Buch bereitgestellten Wörter und strichen einfach andere Buchstaben weg, so wurde schnell aus Bauchtänzerin eine Bachtänzerin statt einer Buchtänzerin. Das Illustrieren hat den Kindern nicht weniger Spaß bereitet.

Dieses Buch eignet sich auch wunderbar zu Beginn des 2. Schuljahres, um das ABC zu wiederholen. Denkbar ist es auch als Geschenkbuch für die Einschulung, für eine liebe Kollegin oder einfach für alle Sprachliebhaber dieser Welt!

Das verrückte ABC der geklauten Buchstaben: Haltet den Dieb!

Was wäre die Welt ohne Buchstaben? Also haltet den Dieb bloß nicht!

 

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Silke Leffler – Zwerg Zwirbels magisches Märchen ABC

Zwerg Zwirbels magisches Märchen ABC

Zwerg Zwirbel angelt nach den Buchstaben des Alphabets und denkt sich lustige Sätze dazu aus. Er spinnt fantasievolle Verse im rhetorischen Stilmittel der Alliteration. Dabei werden bekannte und weniger bekannte Märchenfiguren eingebunden und manchmal sogar vermischt:

Aladin achtet unterm Abendstern auf Aschenputtels Abendkleider und Ausgehschuhe.

Damit der Witz und das Sprachspiel überhaupt verstanden werden kann, bedarf es einiges an Vorwissen zum Thema Märchen. Viele Verse sind äußerst gelungen und werden von passenden Illustrationen eingerahmt. Hin und wieder wird es aber auch holprig, sodass sich der Sinn nicht gleich erschließt oder der Witz verloren geht: „Im Ideenreich ist immer irgendein interessierter Igelfürst.“

Der Großteil ist jedoch überzeugend und Kinder werden sich spätestens bei diesem Vers vor Lachen kugeln: „Prinzessin Piroschkas Pudel Pippo pupst pausenlos im Puppentheater.“ Auf jeder Doppelseite werden dazu passend die entsprechenden Buchstaben als Stempelabdruck versteckt. Im Falle des Buchstabens „P“ sind das die Pupser des Pudels.

Dieses Bilderbuch ist nicht unbedingt für Erstklässler gedacht. Es kann seinen Einsatz am Anfang des 2. Schuljahres finden, wenn das Alphabet eingeführt wird und damit verbunden die Arbeit mit dem Wörterbuch. In einer Projektwoche zum Thema „Märchen“ können sprachbegabte Kinder sich an Alliterationen zu einem selbst gewählten Buchstaben erproben und dazu passend eine Seite gestalten. Im häuslichen Rahmen kann es ein Aufhänger sein, um eine Reise durch die Welt der Märchen zu unternehmen und herauszufinden wer „Oberon“ war oder auch Jorinde und Joringel.

Zwerg Zwirbels magisches Märchen ABC

Ein Sprachspiel rund um das Alphabet, eingebettet in das Thema „Märchen“.

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William Joyce und Christina Ellis – Wie die Farben in die Welt kamen

Wie die Farben in die Welt kamen

 

Es war einmal eine Zeit, in der Zahlen die Welt bevölkerten und für Ordnung sorgten. Alles war formatiert, sortiert und gegliedert. Und doch war die Welt grau und langweilig. Eines Tages machten sich fünf Freunde daran, etwas zu erschaffen das anders war. Sie werkelten, tüftelten, grübelten  und erschuffen etwas, das zu Beginn noch etwas seltsam aussah. Es war ein Gemisch aus Zahlen und Buchstaben. Ihr Wille trieb sie immer weiter voran, bis die ersten Buchstaben entstanden und mit sich Farben in die graue Welt der Zahlen brachten. Die Welt füllte sich mit Freude. Ab diesem Zeitpunkt bekamen die Zahlen Namen, die Gebäude hatten keine langweiligen Nummern, sondern richtige Bezeichnungen. Alles ergab nun einen Sinn, dank der Buchstaben.

In diesem Bilderbuch geht es vordergründig nicht um Farben, wie der Titel es vielleicht suggeriert, sondern um die Vorteile von Erfindung der Schrift. Erst die Buchstaben bringen Farben in unsere Welt und verleihen dem Drumherum Sinnhaftigkeit.

Besonders gelungen ist in diesem Buch der Prozess der Erschaffung von etwas Neuem. Dazu gehört viel Mut, die Bereitschaft sich von der Norm, dem Gewohnten zu entfernen, etwas zu wagen und viel Zeit und Arbeit zu investieren. Diese Entwicklung verdeutlicht die wissenschaftliche Herangehensweise auf kindgerechte Art und Weise. Auch da gilt es die ersten Ergebnisse zu überarbeiten, zu reflektieren, dran zu bleiben und schließlich zu vollenden.

Die außergewöhnliche Gestaltung wird den Kindern sofort ins Auge springen. Der Illustrator spiegelt die Wendung der Erfindung in der Einbindung der Farben wider und bringt bei der Geburt der Buchstaben die mit Leben erfüllte Farbenpracht ins Spiel. Gleichzeitig spielt er mit den Formaten und springt vom Hoch- zum Querformat, um die damit einhergehende Unruhe zu symbolisieren und aber auch die große Bedeutung zu veranschlaulichen. Sogar das Buchcover kann sich dank des Umschlags von grau und trist zu bunt und lebendig verwandeln.

Die Geschichte von William Joyce regt Kinder dazu an sich Gedanken über eine Welt ohne Buchstaben zu machen. Gleich dem Prinzip „Was wäre wenn …“, wird uns klar wie wertvoll diese Erfindung für uns Menschen ist. Hier lässt sich sicherlich auch der Bogen zur tatsächlichen Erfindung beginnend in der Steinzeit schlagen. Wer hat die Schrift erfunden? Mit welcher Absicht? Wie unterscheidet sich die lateinische Schrift von der arabischen, kyrillischen oder chinesischen Schrift? Eine spannende Unterhaltung kann folgen, die zu vielen weiteren Fragen anregen darf …

Wie die Farben in die Welt kamen

Die Schrift und ihre Bedeutung auf kindgerechte Weise angestupst.

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Celestino Piatti – ABC der Tiere

ABC der Tiere

Schon der Titel macht deutlich, wie dieses witzige ABC-Buch von Celestino Piatti funktioniert: Von A wie Alligator bis Z wie Zebra werden hier zu jedem der 26 Buchstaben Tiere präsentiert, begleitet von einem zum Tier passenden Reim. Das Leseerlebnis wird zu einem unterhaltsamen Spaziergang durch die Bandbreite der aufregenden und vielfältigen Tierwelt. Vor allem angehende i-Dötzchen werden ihre Freude am Bilderbuch haben und ganz nebenbei einiges über Tiere lernen.

Durch die Nächte klingen schöne
schluchzend süße Flötentöne –
von den vielen Vögeln allen
singen so nur Nachtigallen.

Die Einbindung der Endreime schult die Kinder im Sprachgefühl und lädt zum Nachdichten ein. Die einzelnen Buchstaben werden auf einer Seite, manche sogar kombiniert, dargestellt. Zur optischen Diskrimination werden die Buchstaben vergrößert vom Rest und in Druckschrift hervorgehoben. Zum jeweiligen Buchstaben finden sich im Reim mehr Wörter, die mit dem Buchstaben beginnen. So können Kinder spielerisch die Wörter jagen und trainieren ganz nebenbei die Erkennung der Anlaute.

Die Illustrationen von Celestino Piatti, der bereits große Erfolge mit seinem Bilderbuch „Eulenglück“ gefeiert hat, sind sehr einprägsam und haben durch die schwarze, breite Kontur hohen Erkennungswert.

ABC der Tiere
weiterarbeit
Durch die auffälligen schwarzen Konturen lassen sich die Tierbilder nach Piatti wunderbar im Kunstunterricht thematisieren. Jedes Kind kann sich seinen Buchstaben aussuchen und ein dazu passendes Tier gestalten.
Eine spielerisch-lustvolle Entdeckung des Alphabets, vor allem für Kinder die am Schulanfang über keine oder nur geringe Buchstabenkenntnis verfügen.
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Regina Schwarz und Julia Dürr – Merkwürdige Mutproben

Merkwürdige Mutproben

Rezension

Daniela Kulots  alleralbernstes ABC-Buch hat Konkurrenz bekommen! Auch in diesem Bilderbuch werden die 26  Buchstaben, von A wie Affenbrotbäume bis Z wie Zwergziegen, mit einem flotten und urwitzigen Spruch voller Alliterationen und dazu passenden Bildern kunstvoll in Szene gesetzt. Die Illustrationen versprühen einen originellen Charme und nehmen den Leser mit auf eine Reise durch das ABC.

Es gilt die merkwürdigsten Mutproben zu bestehen, wie z.B. den „gefährlichen Gurgelgänsen mit Gummistiefeln“ zu gratulieren, „Iltisse im italienischem Inselcafé“ zu interviewen oder auch „furzenden Faultieren eine fantastisch fesche Fönfrisur“ zu frisieren. Ein Mädchen und ein  Junge als Hauptcharaktere tauchen in die unterschiedlichsten Situationen mit einer Fülle von Buchstabenspielereien. Auf jeder Seite wimmelt es an Sachen, Ereignissen und Lebewesen, die alle etwas mit dem jeweiligen Buchstaben zu tun haben. Dabei hat Regina Schwarz durchaus ungewöhnliche Begriffe eingebaut und eine große Bandbreite abgedeckt.  Besonders schön finde ich die Beachtung von historisch wichtigen Personen, wie z.B. Johann Sebastian Bach oder die Gebrüder Grimm. Das bietet gute Gesprächsanlässe, bei denen Eltern auch weiterführende Informationen einstreuen können. Auch die kurzen Ausrufe und Kommentare mancher Beteiligten werden die Leser sicherlich amüsieren. Es darf also zugehört, gelesen, gesucht und vor allem gelacht werden!

Blick ins Buch

Merkwürdige Mutproben

Küsst kränkelnde, kitzelige Krokodile kess auf die knurrenden, kugelrunden Kullerbäuche!

Am Anfang der 2. Klasse kann dieses Bilderbuch zur Wiederholung des Alphabets genutzt werden. Die Entdecker-Kartei lenkt den Fokus der Kinder auf bestimmte Begrifflichkeiten. Es darf also gesucht und gerätselt werden!

Fazit

Herrlich-skurril, gemischt mit viel Wortwitz: Das ideale Geschenk zur Einschulung!

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