Matthias Sodtke – Weihnachten mit Nulli und Priesemut

Weihnachten mit Nulli und Priesemut

In diesem Sammelband der beiden Abenteurer Nulli und Priesemut befinden sich zwei winterliche Geschichten, als zusätzliches weihnachtliches Extra ein Rezept für  Lebkuchen-Nullis und eine Bastelanleitung für einen Spitztüten-Adventskalender.

Wie sieht ein RICHTIGER Schneemann überhaupt aus? Das wollen die beiden Freunde herausfinden und bauen zwei komplett unterschiedliche Schneemänner. Während der eine lange Ohren aus Karotten und Hasenzähne hat, sieht der andere einem Frosch ziemlich ähnlich. Und jeder findet, dass er den richtigen Schneemann gebaut hat. Nun muss Oma Bär beurteilen wie ein richtiger Schneemann auszusehen hat. Dafür nimmt sie zwei unterschiedlich aussehende Äpfel und fragt die Freunde welcher Apfel der falsche ist… schon bald kommen sie „fast“ von selbst auf die Lösung ihres Problems.

Priesemut möchte eine Tanne vor das Haus stellen, damit der Weihnachtsmann weiß, dass hier Weihnachten gefeiert wird und Geschenke vorbei bringt. Nulli glaubt aber so gar nicht an den Weihnachtsmann, lässt sich jedoch auf das Vorhaben ein. Nach dem Einpflanzen und Schmücken der Tanne im Vorgarten warten die Freunde gespannt auf den Weihnachtsmann, doch schon bald fallen die Augen  vor lauter Müdigkeit zu. Ob der Weihnachtsmann den Baum gesehen und Geschenke vorbei gebracht hat?

Vor allem die erste Geschichte aus diesem Band hat mich begeistert. Kinder vergleichen sich in jüngeren Jahren sehr stark, versuchen sich zu messen und machen sich auf die Suche nach „richtig“ oder „falsch“. Diese Geschichte rund um den Schneemann zeigt, dass manchmal beide Sichtweisen richtig sein können. Schließlich gibt es auch keinen falschen Apfel, sie sehen dann eben etwas anders aus – mal grün, gelb oder rot; groß oder klein, glatt poliert und glänzend oder eben schrumpelig.

Diese Sicht auf die Andersartigkeit ist sehr wertvoll und eine bedeutende Erkenntnis. Hier ist es zusätzlich in eine schöne Weihnachtsgeschichte verpackt und lässt sich wunderbar in der Adventszeit thematisieren. Wir griffen es in unserem Kunstunterricht bei der Betrachtung unserer Ausstellung  „Spatzen im Winter“ auf. Sie sahen bei jedem Kind ein bisschen anders aus und doch waren das alles Spatzen. Hier kommen die Kriterien gut zum Einsatz um den Kindern klar zu machen, was einen Spatzen z.B. von einem Raben unterscheidet.

Das Aussuchen und Schmücken der Tanne lässt die Vorfreude auf das Weihnachtsfest steigen. Hier wird es besinnlich und aufregend zugleich.

WEihnachten mit Nulli und Priesemut

Zwei Weihnachtsgeschichten, die die Wartezeit auf das Weihnachtsfest versüßen.

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Valeri Gorbachev – Goldilocks and the three bears

Goldilocks and the three bears

 

Valeri Gorbachev hat das Märchen „Goldilocks and the three bears“ in einem nostalgisch angehauchten Illustrationsstil gezeichnet. Es wirkt wie ein richtiger Kinderbuchklassiker und erinnert mich an meine Vorlesebücher vor dem Zubettgehen. Vielleicht schimmern hier auch seine ukrainischen Wurzeln durch, die ihn geprägt haben.

Die Geschichte ist sprachlich keinesfalls vereinfacht. Der Erzählstil beinhaltet wenige wiederholende Sprachstrukturen. Dafür lassen sich hier authentische Ausdrücke finden, wie z.B. die Einbindung des Adjektivs „wee“, das für winzig steht. Es lassen sich darüberhinaus mehr Einzelheiten finden, wie z.B. die folgende Information:

Goldilocks had messed up covers on the great big father bear’s bed.

Um Kindern ein echtes Sprachgefühl für authentische Bilderbücher zu vermitteln, die nicht für Lerner angepasst und vereinfacht wurden, eignet sich das Buch wirklich gut. Zum einen ist den Kindern der Inhalt oft bekannt, sodass sie sich sehr gut auf die sprachlichen Feinheiten konzentrieren können. Es wäre denkbar das Buch zu Differenzierungszwecken einzusetzen. Mit einem „easy speak„-Mikrofon könnten die leistungsstarken Kinder sich die Version auch selbst anhören.

Goldilockss and the three bears

Material

Die Geschichte lässt sich wunderbar als Rollenspiel oder Stabpuppenspiel umsetzen. Als Requisiten benötigt man lediglich vereinfachte Gegenstände wie drei unterschiedlich große Schalen, drei Stühle und drei ISO-Matten. Die hier vorgestellte Version lässt sich bereits im 2. Schuljahr ohne viel Vorbereitung im schulischen Rahmen vorführen.

Bild_Goldilocks

Authentisches Bilderbuch schön verpackt

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Norbert Fessler und Michaela Knoll – Achtsamkeitstraining für Kinder

Achtsamkeitstraining für Kinder

In diesem Ordner wird ein fundiertes Konzept zum körperbasierten Achtsamkeitstraining präsentiert. Eingebettet sind die insgesamt 40 Übungen in Geschichten rund um die Identifikationsfigur Lorin, die in fünf Fantasie- und Bildungsreisen die Kinder mitnimmt, um ihren eigenen Körper kennen zu lernen und somit zu mehr Konzentration und Entspannung verhilft.

Begleitet werden die Geschichten durch Körperübungen von Kopf bis Fuß:

  • Standfest werden – Füße und Beine kräftigen
  • Die Welt umarmen – Brustkorb und Rücken stärken
  • Lasten schultern – Schultern und Nacken entspannen
  • Flinke Finger für einen regen Geist – Hände und Arme wahrnehmen
  • Den Blick schärfen – Mit den Augen mehr erkennen

Das Achtsamkeitstraining wurde für den turbulenten Kiga- und Grundschulalltag konzipiert und beinhaltet zu jeder Übung große, farbige Bildkarten, die die Übung den Kindern auch visuell verdeutlichen. Auf der Rückseite jeder Karte befinden sich Ausführungshinweise für die Lehrkraft bzw. Erzieherin.

Achtsamkeitstraining für Kinder

Das Achtsamkeitstraining beinhaltet viele Übungen, die ich aus dem Yogaunterricht kenne und die nicht nur den Körper, sondern auch den Geist entspannen. In dem hier dargestellten Umfang lässt sich das Konzept so im Grundschulalltag nicht realisieren, dafür ist die Zeit schlichtweg nicht da.

Jedoch habe ich einzelne Übungen für meine Erstklässler durchaus als Ritual am Ende des Tages unter dem Begriff „Ruhe-Insel“ eingeführt.  Hierbei erweisen sich die Bildkarten als sehr praktisch. Dafür ziehen wir unsere Schuhe aus, machen es uns auf dem Teppich bequem und steigen mit einer Entspannungsmusik ein. Diese lasse ich ca. 1 Min. lang spielen, um den Kindern die Gelegenheit zu geben sich an ihren inneren Ruheort zu begeben. Nachdem ich die Musik leise drehe, geht es mit einigen Achtsamkeitsübungen weiter. In den ersten Wochen war es für mich sehr erstaunlich, dass auch scheinbar einfache Übungen, wie z.B. Schultern kreisen lassen oder die Übungen mit den Zehen für einige Kinder sehr anstrengend oder gar nicht durchzuführen waren. Nach 8 Wochen Training klappt es nun schon besser und die Kinder freuen sich auf dieses Ritual. Nachdem wir nun mehrere Übungen kennen gelernt haben, integrieren wir sie auch gerne in das „Menschen-Memory“- Spiel.

Grundsätzlich wäre das Konzept in der dargestellten Form sicherlich als ein AG-Angebot denkbar. Vor allem für Kinder, die an mangelnder Konzentration leiden und Schwierigkeit haben ihren eigenen Körper wahrzunehmen. Die Geschichten rund um Lorin und ihre Reise zur Traubenernte, als Perlentaucherin oder Besucherin am Hof eines Schmieds sind sowohl für Jungen als auch für Mädchen interessant. Nebenbei lernt man eine Menge dazu!

Achtsamkeitstraining für Kinder

Den eigenen Körper wahrnehmen auf dem Weg zu mehr Achtsamkeit.

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Astrid Henn und Stephanie Schneider – Elefanten im Haus

Elefanten im Haus

In Fines Haus sind neue Nachbarn eingezogen. Alle anderen Bewohner des Hauses warnen das Kind vor den „Neuen“ und behaupten, dass sie  wie Elefanten ständig trampeln würden. Überhaupt sollte man sich vor ihnen in Acht nehmen.

Fines hofft, dass es in der Familie mehrere „Elefantenkinder“ gibt, mit denen sie spielen könnte und klingelt gleich an der Tür. Etwas verlegen bittet die dicke Elefantenfrau Fine herein und sie nimmt auch schon gleich einen etwas anderen Geruch wahr: „Irgendwie interessant“, stellt sie fest. Schnell freunden sich die Kinder an und ignorieren alle Vorurteile der Erwachsenen. Diese Toleranz schwappt schnell über:

… und so trotten alle Nachbarn brav hinter Papa her, um den Neuen zu sagen, wie gut es ist, dass sie da sind.

Dieses Bilderbuch hat eine fabelhafte Aufmachung und kommt inhaltlich sehr verschmitzt und schon fast frech daher. Stephanie Schneider spielt gekonnt in ihren Illustrationen mit Licht und  Schatten und verdeutlicht damit die Wechselwirkung zwischen Angst, Vorbehalten, Unsicherheit und aber auch Neugierde, Nächstenliebe, Offenheit.

Das kleine Mädchen verkörpert das Licht, während viele ihrer Nachbarn stets das Negative sehen und aufgrund ihrer Angst vor dem Neuen und Unbekannten einfach nur geblendet werden. Astrid Henn zeigt ganz kindlich auch die Wahrnehmung der Andersartigkeit der neuen Bewohner und lässt ihre Protagonisten sehr realistisch den fremdartigen Geruch wahrnehmen oder dem Umzug anzulastende Unordnung. Und doch sind die natürlich übertrieben dargestellten „Elefanten“ den Bewohnern gegenüber offen und zuvorkommend. Sie bitten das Mädchen herein und zeigen sich herzensgut.

Die Autorin hat das Kinderlied „Was müssen das für Bäume sein“ sehr passend abgewandelt und fasst somit die Kernaussage des Bilderbuchs sehr humorvoll zusammen:

Was müssen das für Räume sein,
wo die großen
Elefanten zur Miete wohnen,
ohne sich zu stoßen.

Elefanten im Haus

In der heutigen Flüchtlingskrise kann das Buch nicht oft genug vorgelesen werden. Hier können sogar viele Erwachsene sich etwas abschauen.

 

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Ingo Siegner – Der kleine Drache Kokosnuss: Hörspiel zum Film

Der kleine Drache Kokosnuss - Hörspiel zum Film

Im Dorf der Feuerdrachen herrscht große Unruhe: Das kostbare Feuergras ist gestohlen worden! Drache Kokosnuss möchte unbedingt helfen und beweisen, dass er auch wenn er noch nicht fliegen kann, ein wertvolles Mitglied der Drachengemeinschaft ist. Unterstützung findet er bei seinen Freunden, dem Fressdrachen Oskar und dem Stachelschwein Matilda. Gemeinsam sind sie ein starkes Team und stellen sich nun auch diesem Abenteuer. Auf ihrer Suche nach dem Feuergras finden sie weitere Freunde, geraten in gefährliche Situationen und wachsen letztlich ein Stückchen mehr zusammen.

In dieser Hörspielfassung wechselt sich die Sprecherstimme mit eingespielten Szenen aus dem Film ab. Auch wenn uns der Film bislang unbekannt ist, ist es eine Freude den Geräuschen, unterschiedlichen Stimmen und dem Hintergrundklang zu lauschen. So wird die Konzentration der Kinder etwas länger gefesselt. Hinzu kommt die Kraft der Imagination. Denn man kann nicht anders als sich die Kulisse vorzustellen und taucht so gleich in die Geschichte ein.

Die Szenen wechseln sich jedoch ziemlich schnell ab, sodass man aufpassen muss nicht den Anschluss zu verlieren. Im Vergleich zum Film brauchen die Zuhörer etwas mehr Zeit, sodass eine Entschleunigung ganz sinnvoll gewesen wäre.  Hier hilft es zwischendurch anzuhalten und das Gehörte noch einmal zusammen zu fassen bzw. durch Fragen das bisherige Geschehen zu rekapitulieren.

Der Fokus in diesem Abenteuer liegt auf der Andersartigkeit und dass es gar nicht schlimm ist von der Norm abzuweichen. Hinzu kommt die Erkenntnis, dass Freunde eine wahre Bereicherung im Leben sind.

Der kleine Drache Kokosnuss - Hörspiel zum Film

Rasante Szenen gepaart mit liebevollen Charakteren.

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Astrid Friedrich – Drucken mit Kindern

Drucken mit Kindern

Die Druckwerkstatt von Astrid Friedrich stellt sämtliche Druckverfahren für die Grundschule vor: Spritzdruck, Stempeldruck, Obst- und Gemüsedruck, Blätterdruck, Styropordruck, Kartondruck, Kordeldruck, Linoldruck etc. Dabei werden in einer hilfreichen Tabelle alle Projekte in den Lehrplan zu den passenden Kompetenzen eingeordnet und beispielhafte Bewertungskriterien angeschnitten. Hierbei werden Kriterien für die Gruppenarbeit genauso berücksichtigt wie die Druckergebnisse, unterteilt in Idee und Ausführung.

Jede Druckgrafik wird mit der Angabe zum Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand eingeleitet. Es folgt eine Materialübersicht sowie eine im Fließtext beschriebene Vorgangsdarstellung. Ein farbiges Beispielbild und evtl. Kopiervorlagen wie z.B. Vorlagen für Schablonen runden die dargestellte Technik ab.

Astrid Friedrich ist ein alter Hase in der Veröffentlichung vom praxisnahen Material für den Kunstunterricht der Grundschule. So besitze ich bereits sämtliche Bände der Reihe „Kunst mit Kindern“ und schöpfe daraus regelmäßig  Ideen für neue Projekte im Kunstunterricht.

Die Autorin schafft es der Lehrkraft gleich zu Beginn die Angst vor den Druckverfahren zu nehmen und zeigt wie einfach der Einstieg bereits mit Erstklässlern aussehen kann und wie viel Spaß diese Techniken machen können. So wird für die Herbstzeit der Blätterdruck vorgeschlagen. Zur Differenzierung eignet sich die Einbettung eines Igels auf dem Blätterhaufen (siehe Foto unten).

Besonders hilfreich sind die Hinweise, die aus der Praxis erwachsen sind und auf evtl. Schwierigkeiten oder Probleme aufmerksam machen. So ist beim Blätterdruck darauf zu achten, dass die Blattseite mit den filigranen Adernetzen mit Wasserfarbe bemalt wird, um einen optimalen Blätterdruck zu garantieren.

Auch die Verweise auf Online-Shops in denen unterschiedliches Material käuflich erworben werden kann, ist für mich als fachfremde Lehrkraft, die nicht unbedingt mit spezifischen Begrifflichkeiten  (z.B. Weichpolystyrol) vertraut ist, hilfreich.

Pappdruck und Kantendruck Giraffe

In der Praxis haben wir erfolgreich den Kartondruck erprobt und die Bedeutung einer Skizze herausgearbeitet. Leistungsstarke Kinder haben auf ihrem Druck noch den Pappkantendruck ergänzt oder Kleinigkeiten mit dem Kordeldruck hinzugefügt. Passend zum Thema Herbst ließen wir es uns im ersten Schuljahr nicht nehmen mit dem Apfel tolle Drucke herzustellen.

Drucken mit Kindern

Eine tolle Übersicht über gängige Druckverfahren mit sehr hilfreichen Hinweisen für die Praxis.

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Katharina Talbach et al. – Frühling, Sommer, Herbst und Winter.: In 141 Liedern, Gedichten und Geschichten durchs Jahr

Frühling, Sommer, Herbst und Winter.: In 141 Liedern, Gedichten und Geschichten durchs Jahr

Dieses nach Jahreszeiten aufgebaute Haus-Hörbuch wartet mit 141 Liedern, Geschichten und Gedichten auf. Jede CD konzentriert sich auf eine Sammlung von jahrestypischen Texten, die auf der Frühlings-CD in einer PDF-Datei zusammengefasst sind. Jedem Gedicht und jeder Geschichte gebührt eine Seite, sodass die Texte sich wunderbar ausdrucken lassen. Bei Liedern wurden sogar die Noten abgebildet.

Die Gesamtlaufzeit beträgt ca. 257 Minuten und wird der Familie viele bekannte und beliebte Gedichte und Lieder bescheren. Namenhafte Dichter und Lyriker wie Christian Morgenstern, Theodor Strom, Hoffmann von Fallersleben, Joachim Ringelnatz, Joseph von Eichendorf sind genauso inkludiert wie die Gebrüder Grimm, Wilhelm Busch, Heinrich Hoffmann, Hans Christian Andersen u.v.m. Die Lesungen werden von Volksliedern begleitet, heitern die Zuhörer zwischendurch immer wieder auf und laden zum Mitsingen ein.

Dieses musikalisch unterlegte Hörbuch gehört in jedes Elternhaus! Dabei können sich sowohl die Erwachsenen als auch die Kleinen an dem Inhalt erfreuen. Diese CD-Sammlung ist ein Seelenwärmer!

Im vierten Schuljahr stehen im Herbst oft Gedichte wie „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ von Theodor Fontane oder die „Vogelscheuche“ von Christian Morgenstern auf der Liste der zu auswendiglernenden Texte. Hier wird das mit einer hervorragenden Betonung und einer gut eingefangenen Stimmung vorgelesen, sodass die CD sich auch gut für die Analyse zum Thema „Vorlesen mit Betonung“ eignet.

Mit welch einer Herzensfreude lauschten wir „Frau Holle“ oder dem fliegenden Robert. Das Gedicht „Die Stadt“ von Theodor Strom erinnerte mich an meine Grundschulzeit, denn damals musste ich es in einer düsteren Grundstimmung vor der ganzen Klasse aufsagen.  Manche Gedichte werden glücklicherweise auch von Kindern vorgelesen, die es mit viel Hingabe und an dem Inhalt orientierten Betonung vortragen, Schlüsselwörter betonen und an passenden Stellen auch einmal innehalten.

Frühling, Sommer, Herbst und Winter

Eine CD-Sammlung mit einer wahren Seelenwärmerfunktion.

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Hartmut E. Höfele et al. – Kita-Lieder von Morgenkreis bis Aufräumzeit

Kita-Lieder von Morgenkreis bis Aufräumzeit

Auf der Suche nach einem fetzigen Aufräumlied für meine Erstklässler, habe ich das ganze Internet durchstöbert und mir sämtliche Hörproben angehört. Bei dieser Aufräummusik bin ich aus mehreren Gründen hängen geblieben. Zum einen ist es mit 1:35 Minuten lang genug, um jegliche Memorykarten wieder einzusammeln und rechtzeitig wieder am Platz zu sitzen. Zum anderen ist es heiter angehaucht, ohne hektisch zu wirken oder gar Stress auszulösen. Schön ist außerdem, dass der Text so wunderbar passt und von den Kleinen schon bald während des Aufräumens munter mitgeträllert werden kann.

Doch auch die anderen Lieder im Sampler überzeugen. So lieben meine Ersties auch das Bewegungslied „Zehn wilde, kleine Finger“, das wir nach dem anstrengenden Nachspuren und Schreiben anschließen, um unseren Fingern etwas Bewegung zu gönnen. Ich muss jedoch zugeben, dass für manche die Stimmhöhe schon fast wieder zu hoch ist 😉 Im Mathematikunterricht wird gerne das „Eins-Plus-Eins-Lied“ gesungen und auch in die Strümpfe geschaut, ob vier plus eins tatsächlich fünf ist.

Zu den Hörproben hier entlang.

Passend zum Thema Herbst diente uns das ruhige „Jahreszeitenlied“ als Anregung um den Jahreskreis zu besprechen. Auch das Abschlusslied ist ansprechend, kurz und inhaltlich sehr rund. Auch wenn die Liedersammlung hauptsächlich für den Kindergarten konzipiert ist, lassen sich viele Lieder auch in den ersten beiden Grundschuljahren sehr gut verwenden. Im Booklet finden sich praktischerweise alle Liedtexte zu den 16 angebotenen Musikstücken.

Die Uhr zeigt uns: Es ist so weit,
jetzt beginnt die Aufräumzeit.
Alles kommt an seinen Fleck, jeder räumt was weg.

Refrain: In die Kiste rein, ins Regal hinein,
in den Schrank hinein, ja, so soll es sein. (…)

Kita-Lieder von Morgenkreis bis Aufräumzeit

Eingängige Rhythmen für eine fröhliche Abwechslung im Alltag!

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Jenni Desmond – Das Zebra, das zu schnell rannte

Das Zebra, das zu schnell rannte

Das Zebra, das sehr schnell rennen kann, hat zwei beste Freunde: einen Elefanten, der sehr klug ist und interessante Geschichten erzählen kann und einen Vogel, der äußerst witzig ist und alle zum Lachen bringt. Zusammen sind sie die drei allerbesten Freunde. Doch eines Tages war das Zebra so aufgedreht und fröhlich, dass er ZU schnell rannte und den Freunden davon ganz schwindelig wurde. Sie baten das Zebra damit aufzuhören, doch das Zebra hörte nicht auf. So entschieden der Elefant und der Vogel, dass sie zu zweit besser dran sind.

Eine Giraffe fand das traurige Zebra und bot ihm ein paar frische Blätter an. Nun rannten sie zusammen um die Wette. Währenddessen zog ein schwerer Sturm auf und der Elefant und der Vogel wünschten sich Zebra zurück, um sie mit einem Zebra-Spiel aufzuheitern. Das Gewitter machte ihnen Angst. Sie fanden Zebra bei Giraffe und spielten, lachten und lauschten interessanten Geschichten, bis sie einschliefen. Am nächsten Morgen waren sie jedoch nicht mehr die drei allerbesten Freunde… denn sie waren jetzt zu viert!

Jenni Desmond hat hier ein sehr zauberhaftes und modern illustriertes Bilderbuch geschaffen. Durch feine Linienstriche schafft sie es den Figuren ganz eigene Charakterzüge zu verleihen. Dabei ist stets Bewegung und Perspektivwechsel im Spiel. Es ist ein Genuss sich die Zeichnungen immer und immer wieder anzuschauen.

Das Thema Freundschaft wird hier in einer oft nicht unproblematischen Konstellation thematisiert. In der Streitschlichtung erlebe ich regelmäßig, dass eine häufige Ursache für Streitigkeiten Ausgrenzung und Eifersucht ist. Das Zebra hat sich nicht an die Bitte seiner Freunde halten können und war in seinem Verhalten noch sehr egozentrisch, was typisch für 5-6 Jährige ist, woraufhin er von seinen Freunden ausgegrenzt wurde.

Die Freunde erleben jedoch, dass jeder in seiner Individualität, mit all den dazugehörenden Macken, so schätzbar ist, dass sie ihn schon bald vermissen. Und da Freundschaft kein starres Konstrukt ist, erfahren die Freunde, dass der Freundschaftsbund sich auch vergrößern und alle somit bereichern kann. Manchmal ist nur ein Perspektivwechsel nötig.

Das Zebra, das zu schnell rannte

Material

Seine Freunde schätzen lernen mit all den dazugehörenden Eigenschaften – sich streiten, versöhnen, respektieren und lieben … ein lebenslanger Prozess.Zebra_Freunde_Bild

Ein alltägliches Thema für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter.

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Al MacCuish und Rebecca Gibbon – Die Biene, die sprechen konnte

Die Biene, die sprechen konnte

Belle wohnt in Paris und ist ein richtiges Stadtkind. Dennoch freut sie sich jeden Sommer ihre Großeltern auf dem Land besuchen zu dürfen. Jedes Jahr bekommt sie von ihrem Opa ein Geschenk – mal ist es ein Steckenpferd, mal ein Baumhaus oder auch schon einmal eine wunderschöne Staffelei. Dieses Jahr erwartet Belle ein umlackiertes Fahrrad ihrer Mutter auf sie.

Da darf gleich auf die Pedale getreten und die Natur erkundet werden. Auf ihrer Radtour verirrt sie Belle im Wald und macht eine erfreuliche Bekanntschaft mit einer sprechenden Biene, die sie in die Geheimnisse der Wirkung von Heilpflanzen einweiht und die Aufgabe der Bienen erklärt.

Es beginnt ein spannender Sommer mit allerlei Wunder rund um die Natur …

Dieses charmant französische Bilderbuch ist eine wahre Liebeserklärung an die Bienen. Der Autor zog selbst im Alter von 25 Jahren hinaus in die Natur und fing dort als „Bienenhirt“ ein neues Leben im Einklang mit der Natur an. Diese Leidenschaft und Liebe ist auf jeder Seite spürbar.

Diese Geschichte öffnet das Herz. Belle liebt die Großstadt, dennoch genießt sie es im Sommer zu ihren Großeltern entfliehen zu können. Diese Idylle, die auf den Illustrationen von Rebecca Gibbon so sehnsüchtig eingefangen ist, lässt die Vorfreude auf die Sommerferien erwachen. Auf dem Land scheint die Zeit stehen zu bleiben. Es ist keine Spur von Hektik in den Bildern wahrzunehmen. Hier kann man beinahe die  frische Landluft wahrnehmen und das Drumherum einfach auf sich wirken lassen, mit all den Düften und Geräuschen der Natur. Diese Szenerie belebt die Sinne. Als Landkind, das auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, lässt es mich ganz wehmütig werden.

Nach einem kleinen Unfall auf dem Rad, hilft die sprechende Biene Belle ihre Wunde zu versorgen und reibt das Knie mit einer Arnika-Blüte ein. Sie erklärt ihr, dass es ohne Bienen keine Erdbeeren und keine Orangen gäbe, woraufhin Belle der Biene stolz zustimmen muss: „La nature est bien faite“.

Alles hat seinen Platz und Zweck – das ist die Schönheit der Natur

In der Danksagung hebt der Autor in einer langen Liste all die Köstlichkeiten hervor, die wir ohne Bienen nicht genießen könnten. Dieses Bilderbuch erklärt das Phänomen der Bestäubung ganz kindgerecht und verständlich. Nach der Behandlung des Themas „Apfel“ im Sachunterricht nahm ich dieses Bilderbuch hinzu, um den Kindern die besondere Bedeutung der Bienen aufzuzeigen. Alle Kinder sahen die Bienen danach ganz anders. Wir bedankten uns für all die Köstlichkeiten und entschieden, dass Bienen zwar manchmal, eigentlich ganz selten stechen, aber grundsätzlich tolle Insekten sind, die eigentlich auch putzig aussehen und Großes leisten.

Die Biene, die sprechen konnte

Eine sehr charmante und französisch angehauchte Liebeserklärung an die Bienen!

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