Astrid Henn und Stephanie Schneider – Elefanten im Haus

Elefanten im Haus

In Fines Haus sind neue Nachbarn eingezogen. Alle anderen Bewohner des Hauses warnen das Kind vor den „Neuen“ und behaupten, dass sie  wie Elefanten ständig trampeln würden. Überhaupt sollte man sich vor ihnen in Acht nehmen.

Fines hofft, dass es in der Familie mehrere „Elefantenkinder“ gibt, mit denen sie spielen könnte und klingelt gleich an der Tür. Etwas verlegen bittet die dicke Elefantenfrau Fine herein und sie nimmt auch schon gleich einen etwas anderen Geruch wahr: „Irgendwie interessant“, stellt sie fest. Schnell freunden sich die Kinder an und ignorieren alle Vorurteile der Erwachsenen. Diese Toleranz schwappt schnell über:

… und so trotten alle Nachbarn brav hinter Papa her, um den Neuen zu sagen, wie gut es ist, dass sie da sind.

Dieses Bilderbuch hat eine fabelhafte Aufmachung und kommt inhaltlich sehr verschmitzt und schon fast frech daher. Stephanie Schneider spielt gekonnt in ihren Illustrationen mit Licht und  Schatten und verdeutlicht damit die Wechselwirkung zwischen Angst, Vorbehalten, Unsicherheit und aber auch Neugierde, Nächstenliebe, Offenheit.

Das kleine Mädchen verkörpert das Licht, während viele ihrer Nachbarn stets das Negative sehen und aufgrund ihrer Angst vor dem Neuen und Unbekannten einfach nur geblendet werden. Astrid Henn zeigt ganz kindlich auch die Wahrnehmung der Andersartigkeit der neuen Bewohner und lässt ihre Protagonisten sehr realistisch den fremdartigen Geruch wahrnehmen oder dem Umzug anzulastende Unordnung. Und doch sind die natürlich übertrieben dargestellten „Elefanten“ den Bewohnern gegenüber offen und zuvorkommend. Sie bitten das Mädchen herein und zeigen sich herzensgut.

Die Autorin hat das Kinderlied „Was müssen das für Bäume sein“ sehr passend abgewandelt und fasst somit die Kernaussage des Bilderbuchs sehr humorvoll zusammen:

Was müssen das für Räume sein,
wo die großen
Elefanten zur Miete wohnen,
ohne sich zu stoßen.

Elefanten im Haus

In der heutigen Flüchtlingskrise kann das Buch nicht oft genug vorgelesen werden. Hier können sogar viele Erwachsene sich etwas abschauen.

 

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Karen McGhee – Das große Ravensburger Buch der Tiere

„Dieses umfassende und mit über 3000 farbigen Bildern reich illustrierte Standardwerk zeigt und erklärt die Vielfalt und den Artenreichtum der Tierwelt unserer Erde. Der übersichtliche Aufbau nach Tiergruppen, die fundierten Informationen und die erstklassigen Illustrationen machen das große Buch der Tiere zu einem einzigartigen Nachschlagewerk.“

Ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis stellt die sieben großen Unterteilungen in Die Welt der Tiere, Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien, Fische und wirbellose Tiere dar. Das Tierlexikon ist reich bebildert und verdeutlicht anhand von Zeichnungen und Fotos das Jagdverhalten, die unterschiedlichen Gattungen, bedrohte Tierarten, wissenswerte Eigenheiten und einige weitere Informationen dar. Ein kurzer einleitender Text beschreibt die Tiergruppe und was eben diese kennzeichnet. Neben dem deutschen Namen werden die Tiere auch mit dem wissenschaftlichen Namen vorgestellt.  Bei vielen Arten folgen noch einige Sätze mit interessanten Fakten. Eine Vebreitungskarte zeigt, wo wichtige Tiergruppen natürlicherweise leben.Im Anhang wird auf die Tiergrößen eingegangen. In einem tabellarischen Verlauf, welches alphabetisch angeordnet ist, findet der Leser den höchsten Wert, den ein normales Tier erreichen kann. Im Register können noch einmal die im Buch vorgestellten Tiere nachgeschlagen werden.

Der Hauptzweck dieses Buches ist, die Vielfalt an unterschiedlichen Tieren, die auf der Erde leben, dem Leser vorzustellen. Daher bekommt man durch die vielen Zeichnungen einen guten Überblick, wie sich die jeweiligen Tiere in einer Tiergruppe voneinander unterscheiden und was die besonderen Merkmale sind. Die Informationen zu den jeweiligen Tieren sind relativ kurz gehalten und bedürfen weiterer Nachforschungen.

 Das große Ravensburger Buch der Tiere bietet einen guten Überblick über die Vielfalt an Tieren auf unserer Erde.

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Angelika Glitz und Carola Holland – Am liebsten bin ich Gustav

Buchrückentext:

„Bisher war sich Gustav ganz sicher: Er ist ein kleiner Hund! Aber dann kommt der Morgen, als Berta, die kurzsichtige Kuh, ihn mit einem Kälbchen verwechselt. Und Gustav sich fragt: „Bin ich jetzt eine Kuh, oder was?“ „Kann schon sein“, sagt sein Freund Quaker, der Großmaulfrosch. Denn schließlich hat Gustav auf seinem weißen Fell tolle schwarze Flecken. Kuhflecken sozusagen. Von da an trabt Gustav jeden Morgen zur Weide hinüber und frisst Gräser und Dotterblumen. Doch dann taucht eines Tages der Wolf auf und behauptet, dass Gustav ein Wolf sei. Ein Wolf wie er, der die Kühe zum Fressen gern hat.“

Inhalt:

Gustav erlebt das ein oder andere Abenteuer, auf der Suche nach dem eigenen Ich. Er beginnt an seinem Hundedasein zu zweifeln, als eine Kuh behauptet, er wäre ebenfalls eine Kuh aufgrund seiner Flecken, die der Kühe  sehr ähneln. Auch sein bester Freund, der Großmaulfrosch, bestätigt diese Vermutung. Er sagt er kennt keinen Hund, der so aussieht wie Gustav. Ab diesem Zeitpunkt lebt Gustav wie eine Kuh, weidet auf einer Wiese, frisst Gras und verscheucht die Fliegen mit seinem Schwanz. Doch dann trifft er auf einen Wolf und dieser schlägt ihm vor, gemeinsam eine Jagd auf die Kühe zu machen.

Meinung:

Bei diesem Buch trifft der Leser auf sehr schöne farbenprächtige Illustrationen, die die Stimmung des Buches eindrucksvoll widerspiegeln. Die Geschichte wirkt dadurch sehr lebendig und auf keinen Fall langweilig. Diese ist durchaus amüsant und mit einigem Witz gewürzt, sodass mein Cousin sich an einigen Stellen vor Lachen den Bauch halten musste. Ganz nebenbei erfahren die Kinder mehr über die Eigenheiten von Kühen und Wölfen (z.B. Euter, Reißzähne, feuchte Nase etc.). Diese Tatsache hat beim Lesen zu einem sehr interessanten Gespräch geführt, bei dem das Kind durchaus einiges lernen kann. Auch das Thema Freundschaft kommt nicht zu kurz, sowohl die mit dem Frosch, als auch die mit den Kühen. Daran anschließend könnte man sich darüber unterhalten, was das Kind am liebsten wäre oder ist und somit auf das Thema Identität näher eingehen.

Fazit:

Abenteuerlust und Witz stehen im Mittelpunkt dieser Geschichte mit ihren wunderbaren Illustrationen.

Bewertung: