Ingo Siegner – Der kleine Drache Kokosnuss: Hörspiel zum Film

Der kleine Drache Kokosnuss - Hörspiel zum Film

Im Dorf der Feuerdrachen herrscht große Unruhe: Das kostbare Feuergras ist gestohlen worden! Drache Kokosnuss möchte unbedingt helfen und beweisen, dass er auch wenn er noch nicht fliegen kann, ein wertvolles Mitglied der Drachengemeinschaft ist. Unterstützung findet er bei seinen Freunden, dem Fressdrachen Oskar und dem Stachelschwein Matilda. Gemeinsam sind sie ein starkes Team und stellen sich nun auch diesem Abenteuer. Auf ihrer Suche nach dem Feuergras finden sie weitere Freunde, geraten in gefährliche Situationen und wachsen letztlich ein Stückchen mehr zusammen.

In dieser Hörspielfassung wechselt sich die Sprecherstimme mit eingespielten Szenen aus dem Film ab. Auch wenn uns der Film bislang unbekannt ist, ist es eine Freude den Geräuschen, unterschiedlichen Stimmen und dem Hintergrundklang zu lauschen. So wird die Konzentration der Kinder etwas länger gefesselt. Hinzu kommt die Kraft der Imagination. Denn man kann nicht anders als sich die Kulisse vorzustellen und taucht so gleich in die Geschichte ein.

Die Szenen wechseln sich jedoch ziemlich schnell ab, sodass man aufpassen muss nicht den Anschluss zu verlieren. Im Vergleich zum Film brauchen die Zuhörer etwas mehr Zeit, sodass eine Entschleunigung ganz sinnvoll gewesen wäre.  Hier hilft es zwischendurch anzuhalten und das Gehörte noch einmal zusammen zu fassen bzw. durch Fragen das bisherige Geschehen zu rekapitulieren.

Der Fokus in diesem Abenteuer liegt auf der Andersartigkeit und dass es gar nicht schlimm ist von der Norm abzuweichen. Hinzu kommt die Erkenntnis, dass Freunde eine wahre Bereicherung im Leben sind.

Der kleine Drache Kokosnuss - Hörspiel zum Film

Rasante Szenen gepaart mit liebevollen Charakteren.

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Julia Donaldson und Axel Scheffler – Superwurm/ Räuber Ratte

Superwurm Räuber Ratte

In unserer Klasse ereignete sich letzte Woche eine „Butterbrot-Erpressung“ mit anschließender Androhung von Gewalt bei Gegenwehr. Dieses Vorkommnis bewegte mich dazu,  nach der eingehenden Klärung des Ereignisses mit den beteiligten Kindern, ein zur Thematik passendes Bilderbuch der ganzen Klasse vorzustellen.

Die Wahl fiel auf Räuber Ratte. Räuber Ratte ist eine äußerst gemeine und fiese Ratte. Sie klaut jedem, dem sie begegnet das Essen. Dabei ist es dem Schurken völlig egal, ob es sich um Brotkrümmel, Blätter, Fliegen oder Stroh handelt. Räuber Ratte frisst den Bewohnern des Waldes alles weg und versetzt sie in Angst und Schrecken. Die armen Tiere werden immer dünner, bis sich letztlich eine kleine Ente zu wehren weiß…

Hier zur ausführlichen Rezension der Geschichte.

Unterstützung beim Vorlesen holte ich mir in Form eines sehr gelungenen Hörspiels, gesungen und gesprochen von Ilona Schulz. Sie beherrscht die Verstellung der Stimme in Perfektion. Die Stimme der räuberischen Ratte ist tief, kratzig und äußerst gemein. Im Hintergrund werden die Handlungen stets mit Geräuschen, wie dem Ziehen der Schubkarre, dem hastigen Galoppieren der Pferde oder dem unheimlichen Tropfen in der dunklen Höhle untermalt. Auch die Umsetzung des Echos verbreitet eine geisterhafte Atmosphäre und ein zur Geschichte sehr passendes Gänsehautgefühl. Im Begleitheft sind die beiden Lieder zu den Geschichten „Räuber Ratte“ und „Superwurm“ in deutscher und englischer Version abgedruckt.

Alle Kinder in der Klasse waren sich einig –  Räuber Ratte ist nicht nett! Hier schloss sich eine sehr fruchtende Unterhaltung in Bezug auf „prosoziales Verhalten“ an. Die Kinder betonten, dass alle Tiere des Waldes sehr ausgehungert und traurig aussehen und versuchten sich in ihre Lage zu versetzen, mit der Schlussfolgerung: „Ich wäre auch traurig, wenn mir jemand mein Butterbrot wegnehmen würde!“ „Außerdem kommt man dafür ins Gefängnis!“, rief ein anderes Kind und alle waren sich dem Ernst der Lage gleich bewusst. Das Ende der Geschichte fanden somit alle Schülerinnen und Schüler sehr gerecht und waren sich einig, dass Strafe auch manchmal sein muss.

Mein Butterbrot-Räuber lauschte der Geschichte sehr aufmerksam und entschied sich dem anderen Kind einen Entschuldigungsbrief zu malen. Auf dem Blatt waren ganz viele leckere Butterbrote zu finden, die in ein Herz gerahmt wurden.

Die Geschichte rund um den Superwurm hat im Gegensatz zu Räuber Ratte einen wahren Helden als Protagonisten. Er ist sehr hilfsbereit und daher bei allen Tieren beliebt. Als er von einer bösen Echse gekidnappt wird, überrascht es daher nicht, dass alle Tiere ihm schon sehr bald zur Hilfe eilen. Die Thematik kann sehr gut im Sachunterricht aufgegriffen werden, um herauszustellen was Regenwürmer im wahren Leben „Besonderes“ leisten. In einem Glaskasten können sicherlich einige Regenwürmer über einen längeren Zeitraum hinweg genauer beobachtet werden.

Bilderbücher stellen eine wunderbare Möglichkeit dar, prosoziale Verhaltensaspekte mit Kindern zu vertiefen und ihre Umsetzung im Alltag anzuregen. Wenn die Geschichte neben den außerordentlich gelungenen Illustrationen auch  noch so schön erzählt wird, wie von Ilona Schulz, ist das Leseerlebnis perfekt.

Lebendig gesungen und gesprochen – ein Muss für „Julia Donaldson“-Fans!

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Friedrich Rückert – Die Heinzelmännchen und andere Geschichten aus Opas altem Buch

„Während der „Ab-ins-Bett!“ Zeremonie findet Fannys Papa ein Buch vom Opa. Als Fanny im Bett liegt, beginnt er daraus vorzulesen: Die Heinzelmännchen zu Köln … Es bleibt an diesem Abend aber nicht bei einer Geschichte!
Das Vorlesen und Zuhören bereitet dann der ganzen Familie soviel Freude, dass abwechselnd Papa, Opa, Mama und Oma vorlesen und gar nicht mehr aufhören möchten. So erzählen sie vom Bäumlein, das andere Blätter haben wollte und von den Büsumern, die sich immer wieder verzählt haben. Das alte Buch verwandelt sich beim Vorlesen in eine Schatztruhe, in der nach und nach kleine Perlen zum Vorschein kommen:

  • Die Heinzelmännchen
  • Vom Büblein, das überall hat mitgenommen sein wollen
  • Die Büsumer
  • Vom Bäumlein, das andere Blätter hat gewollt
  • Der Spielmann
  • Das Mäuslein
  • Vom Büblein auf dem Eis“

Bei diesem Hörspiel hat man als Zuhörer das Gefühl, dass man eine Familie heimlich beobachtet und sie bei ihrem abendlichen Ritual begleitet. Das alte Buch von Opa wird herausgegraben und die alten wunderbaren Geschichten neu entdeckt. Jedes Familienmitglied liest abwechselnd aus dieser Sammlung an alten Gedichten vor und vergisst allmählich die Schlafenszeit. Auch für den Zuhörer verfliegen die 31 Minuten im Nu und dann ist schon die Spielzeit vorbei. Die Sprecher setzten gekonnt ihre Rolle um und unterhalten den Zuhörer ganz wunderbar. Die Reime und die eingespielte Musik laden zum Mitmachen ein. Was funktioniert besser, als das Hörspiel von 5 Kindern testen zu lassen? Nach weniger als 5 verflogenen  Minuten fangen sie an mitzusummen, mitzuschnipsen und können kaum auf ihren Stühlen sitzenbleiben. Auf den Gesichtern ist ein Lächeln und sie geniessen sichtbar die Geschichte, die in eine sehr unterhaltsame Rahmenhandlung eingebettet wurde.

In dem beigelegten Booklet sind freundlicherweise alle Texte abgedruckt, sodass Zuhören und Mitlesen ebenfalls ermöglicht wird.

Ein Hörgenuss für die ganze Familie!

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