Ninon Ammann – Wundertier Schwamm

Rezension

Als urzeitliche Lebensform waren Schwämme schon vor den Dinosauriern da. Viele Arten gibt es fast unverändert auch heute noch, was sehr für ihre ausgeklügelte Gestalt spricht. Sie sind die „Apotheke des Meeres“ und filtern am Tag bis zu 12 Badewannen voll Wasser. Sie weisen verblüffende Techniken in der Abwehr ihrer Feinde auf und können als ausgewachsene Schwämme weiblich oder männlich sein oder auch beides. Hinzu kommt, dass sie mit zwei Fortpflanzungsmethoden glänzen, denn sie können sich wahlweise wie Pflanzen oder wie Tiere vermehren.

Dieses Sachbuch ist zwar detailtreu geschrieben, liest sich allerdings wie ein Bilderbuch. Ninon Ammann ist es gelungen in kurzen Sätzen, einfacher Sprache, und einem guten Aufbau den Leser wie an ein Bilderbuch zu binden. Sehr verständlich und nachvollziehbar lässt sich die Funktionsweise eines Schwammes begreifen und die Photosynthese erfassbar gemacht.

Das Verständnis stützen ruhige, detailreiche und großformatige Illustrationen. Eine Aufklappseite deckt das Innenleben auf und zeigt wie das Fressen bzw. Filtern beim Schwamm funktioniert. Der Titel „Wundertier“ ist keinesfalls zu hoch gegriffen, denn dieses Urzeitlebewesen trumpft mit einigen erstaunlichen Fakten auf. Der Lebensweltbezug und die Bedeutung in Bezug auf das Klima und die Umwelt wird schnell deutlich. Auch das Sterben wird thematisiert und welche Faktoren dazu beitragen können. Hier erfährt der Leser, dass Klimaerwärmung und sauerstoffarmes Wasser einen großen Anteil daran haben, dass sein Leben gefährdet werden kann.

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Fazit

Dieses oft in Kinderbüchern vernachlässigtes Wundertier, mit einer großen Wirkungskraft in der Unterwasserwelt, wird nun gebührend gefeiert.

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Annette Herzog und Nadine Jessler – Weihnachten mit Fuchs und Schweinchen

Rezension

Als der Postbote Fuchs und Schweinchen eine Weihnachtskarte in die Wohngemeinschaft bringt, dämmert den beiden, dass Weihnachten vor der Tür steht. Leider haben die beiden es versäumt, Geschenke zu kaufen.

Was Selbstgebasteltes von dir will ich auch gar nicht (…) Du schluderst immer so, Fuchs.
Was du bastelst, wird schief und krumm und geht sofort kaputt.
Außerdem vergisst du, es einzupacken.

Der gerissene Fuchs schlägt vor, den Weihnachtsmann in die Höhle zu locken, um ihn zu bestehlen. Schließlich hat er viele Geschenke im Sack und eins mehr oder weniger merkt er letztlich gar nicht. Schweinchen nickt bei dem Vorschlag unsicher und platzieren sie Wegweiser rund ums Haus, backen Lebkuchen, räumen die Wohnung auf, stellen den Weihnachtsbaum auf und merken, als die Schafe an die Tür klopfen, dass sie bereits für die richtige Weihnachtsstimmung gesorgt haben – ganz ohne Geschenke!

Das Bilderbuch hat einen etwas eigenen Humor und stellt leicht überspitzt den Fuchs als listigen Gesellen vor. Dieser nimmt das naive Schweinchen ganz für sich ein und lenkt ihn gekonnt für seine Zwecke. Erleichtert wird der Leser jedoch feststellen, dass auch die beiden Freunde schließlich zu der Erkenntnis kommen, dass Weihnachten ein Fest der Liebe ist. Junge Kinder sollten jedoch über den Witz aufgeklärt werden und anerkennen, dass Selbstgebasteltes durchaus als wertvoll und ausreichend erlebt werden kann oder dass Animieren zum Stehlen, nicht die feinste Art ist. Die detailreichen und farbenprächtigen Illustrationen überzeugen auf ganzer Linie und spätestens auf der letzten Doppelseite wird jeder der festlichen Weihnachtsstimmung verfallen sein.

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Fazit

Frech-witziges, etwas anderes Weihnachtsbuch!

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María Julia Díaz Garrido – Als die Vögel vergaßen, Vögel zu sein

Rezension

„Als die Vögel vergaßen, Vögel zu sein“ ist ein besonderes Buch, das Türen zum Philosophieren mit Kindern öffnet. Die Gesellschaft der Vögel beschließt den Blick von den Zweigen und den Bäumen abzuwenden und sich ein neues Zeitalter vorzustellen. Sie bauen neue Nester, die Gefängnissen gleichen und die sie in ihrer Bewegungsfreiheit einschränken. Fortan sitzen sie dort einsam und alleine und werden immer gemütlicher, praktischer und bequemer.

Ihre Vorstellungen gehen sogar so weit, dass sie sich Dinge wünschen, die niemand haben kann. Sie wollen alles kontrollieren und beherrschen, auch das Schicksal der Anderen. Dabei vergessen sie allerdings den Umgang, das Verhalten und das Verständnis im Miteinander zu kontrollieren. Sie verletzen und töten sich gegenseitig.

Die letzte Doppelseite gleicht einem Hoffnungsschimmer in der doch recht düsteren Gesellschaft der Vögel, denn ein junger Vogel wünscht sich einfach nur seine Flügel auszubreiten und fliegen zu lernen. Abgebildet ist ein Vöglein am Seil an einem Ast hängend, das unten von seinem Vater mit offenen Armen gestützt und gehalten wird und einer Mutter, die stolz, und zufrieden diese Entwicklung beobachtet.

Dieses Bilderbuch ist nicht umsonst mehrfach ausgezeichnet und für etliche Preise nominiert worden. Kritisch werden gesellschaftliche Strukturen beleuchtet und der fehlende Gesellschaftssinn hinterfragt. Die filigranen Illustrationen in Schwarz und Weiß bieten mindestens genauso viel Stoff zum Nachdenken wie die wenigen Zeilen. Diese Bildgestaltung fesselt, wenn sie auch leicht irritierend wirkt und lädt in einen großen Raum voller anregender Diskussionspunkte ein.

Das Schlussbild möchte an die menschliche Intuition erinnern und zeigt, dass Kinder oft viel besser als wir Erwachsene ihre Bedürfnisse lesen können. Welche Wurzeln im gesellschaftlichen Zusammenleben sind wichtig zum Glücklichsein? Was sind die grundlegenden Strukturen, an denen nicht gerüttelt werden soll? Welchen Wert hat Familie und Unterstützung und Liebe? Hieraus ergeben sich noch weitaus mehr Fragen, die zum Nachdenken anregen.

Mit der entsprechenden Vorbereitung lässt sich das Buch schon mit Kindern ab 9 Jahren gut lesen. Vor allem sollte für den Austausch ausreichend Zeit eingeplant werden. Auch Jugendliche und Erwachsene werden sicherlich die nötigen Schlüsse für sich aus dem Buch ziehen können. Hier gibt es viel zu entdecken!

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Fazit

Gesellschaftliche Strukturen und Entwicklungen kritisch beleuchtet!

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VERLOSUNG

Mit der Vorstellung des Bilderbuchs öffnet sich das 10. Türchen des diesjährigen Kinderbuchblogger-Adventskalender, der von Anna von Kinderbuch-Detektive organisiert wurde.

Wie könnt ihr gewinnen? Beantwortet diese Frage:
Welche gesellschaftliche Entwicklung stimmt dich nachdenklich?

Teilnahmebedingungen

Das Gewinnspiel beginnt heute, am 10.12.2019, und endet am 11.12.2019 um 23.59 Uhr.
Bitte beachten: Teilnahmeberechtigt sind nur User mit Versandadresse in Deutschland, die mindestens 18 Jahre alt sind. Die GewinnerInnen werden nach dem Zufallsprinzip ermittelt. Die Daten werden nach Beendigung des Gewinnspiels gelöscht. Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook oder Instagram und wird in keiner Weise gesponsert, unterstützt oder organisiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wird der Gewinn nicht innerhalb von 48 Stunden nach der Bekanntgabe angenommen, wird das Recht vorbehalten, den Gewinn anderen Teilnehmern zur Verfügung zu stellen. Ein weiteres Los könnt ihr euch bei Instagram unter dem entsprechenden Beitrag sichern. Für den Verlust über den Postweg kann keine Haftung übernommen werden.

Ich drücke euch die Daumen und wünsche viel Glück!

Morgen öffnet sich das 11. Türchen des Kinderbuch-Adventskalenders bei Buchwegweiser. Schaut vorbei!

Herzlichen Glückwunsch, Andreas!

Patti Rokus – Die Weihnachtsgeschichte

 

Rezension

Die Künstlerin Patti Rokus baut Stein für Stein die biblische Geschichte zur Geburt Jesus liebevoll nach. Das Betrachten entschleunigt ungemein. Diese Weihnachtsgeschichte aus Steinzusammensetzungen und einigen anderen Naturmaterialien strahlt eine unglaubliche Ruhe, einen beschaulichen Frieden und vollkommene Stimmigkeit aus. Es zeigt dadurch das Besondere und Fesselnde dieser bekannten Geschichte und verleiht dem Ganzen ein neues, anrührendes Gewand – von der Ankündigung der Geburt Jesu durch den Engel bis hin zu den Hirten und Sterndeutern im Stall von Bethlehem.

Die Aufmachung ist minimalistisch, modern und ungewöhnlich. Es dominieren die Farben Schwarz, Grau und Gold. Der Text ist einfach gehalten und für Kinder ab 3 Jahren durch die Reduzierung des Wortmaterials sehr gut zu verstehen. Auf den letzten Seiten findet sich ein etwas ausführlicherer Text, der mehr Hintergrundinformationen anbietet. Die Auswahl der Steinformen und die Belichtung der Szenen ist beeindruckend. Es ist wie ein Sog, sodass man sich lange an den Darstellungen erfreuen kann. Gleichzeitig animiert es dazu, selbst kreativ zu werden und Steine als Gestaltungsgegenstände zu nutzen. Die Inspiration ist auf vielen Ebenen mit dieser besonderen Weihnachtsgeschichte von Patti Rokus mehr als geglückt.

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Fazit

Ein künstlerisches Bilderbuch mit biblischen Szenen aus Steinzusammensetzungen

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Katharina Wilhelm – Rica und das Weihnachtsabenteuer: Adventskalender zum Vorlesen

Rezension

Hinter diesem Adventskalender zum Vorlesen verbirgt sich ein DIN-A3 großes stabiles Bild und eine Weihnachtsgeschichte in 24 Kapiteln. Jeden Tag wird ein Türchen geöffnet und ein Tier oder ein Gegenstand aufgedeckt, das besonders prägnant für die entsprechende Tagesgeschichte ist.

Das Kapitel ist innerhalb von 5 Minuten gelesen und eignet sich insbesondere für jüngere Kinder. Inhaltlich geht es vordergründig um das neugierige Schaf Rica. Während ihre Artgenossen am liebsten schlafen und fressen, freut sie sich über den Neuzugang im Stall. Ein Wolf mit einem kuscheligen, weißgrauen Fell taucht eines Tages auf. Gemeinsam beschließen sie Abenteuer zu erleben und treffen unterwegs auf immer mehr Tiere. Nach und nach finden sie heraus, was Weihnachten ist, was es mit dem Adventskranz auf sich hat und was noch so alles zum Fest dazugehört. Schließlich versammeln sie sich mit allen Tieren im Wald und lauschen gebannt der Weihnachtsgeschichte.

Und genau an dieser Stelle schwappt die Besinnlichkeit auf die Zuhörer über. Schließlich wird es behaglich und die Tiere sind sich einig, dass die Vorbereitungen auf das Weihnachtsfest einen ganz eigenen Zauber innehaben. Das Schönste ist schließlich gemeinsam zu feiern und Familie und Freunde um sich zu haben.

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Fazit

Gemächliche, ruhige Weihnachtsgeschichte in kurzen Kapiteln.

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Anita Ganeri und Michael Mullan – Bis ans Ende der Welt

Rezension

Die kindliche Faszination für Entdeckung, Erkundung und Erforschung ist ungebrochen. Schließlich gehört es zu ihrer täglichen Aufgabe von Geburt an, sich die Welt zu erschließen. „Bis ans Ende der Welt“ stellt 22 mutige Entdeckerinnen und Entdecker aus allen Erdteilen und Epochen ausführlich vor und zeigt dass zum Aufbrechen Mut, Neugierde und eine ordentliche Portion wissbegierigen Drangs dazugehört.

Dieses Kindersachbuch stellt auf jeder Doppelseite einen wagemutigen Entdecker vor – beginnend mit Hanno dem Seefahrer aus dem alten Karthago, über Christoph Kolumbus bis hin zu Neil Armstrong, der sogar den Raum außerhalb der Erde erkundete. In der Einleitung wird zunächst auf die Gründe der Entdeckungsreisen eingegangen, neben der Abenteuerlust wurden die berühmten Persönlichkeiten auch von der Suche nach Schätzen getrieben oder reisten im Zeichen der Religion. Erfreulich ist die Einbindung der methodischen Vorgehensweise zum richtigen Lesen von Karten und Legenden. Es folgen Erläuterungen zu den verwendeten Symbolen und weiteren Orientierungshilfen.

In den biografischen Beschreibungen wird auf das Leben jeder Persönlichkeit eingegangen und wichtige Informationen zu den Expeditionen gegeben. Die Texte sind kindgerecht verfasst, gut verständlich und werden von prägnanten, den Infotext unterstützenden Illustrationen, begleitet. Die einzelnen Stationen sind durchnummeriert und mit Pfeilen versehen, sodass man als Leser gefühlt mitreist und nacherlebt, welche Hindernisse sich den Pionieren in den Weg stellten.

Dieses Kindersachbuch trägt enorm zur Erweiterung des Allgemeinwissens bei. Es stößt Gedankenflüsse an, regt zum Hinterfragen und dem Auseinandersetzen mit der Materie an. Der folgende Hinweis brachte einen 8-jährigen Leser dazu, sich eingehender mit den Sternen zu beschäftigen und zu erfahren, wie der Polarstern die Himmelsrichtung verrät.

Die Seefahrer hatten keinen Kompass, für die Navigation waren sie allein auf die Sterne angewiesen (S.8).

Die Autoren lassen unterhaltsame „Fun Facts“ gekonnt einfließen und schrecken nicht davor zurück auch kritisch auf manche der damaligen Begebenheiten zu blicken. So wird z.B. die Umstrittigkeit von Kolumbus erwähnt, da er mitverantwortlich für den furchtbaren Umgang mit den Einheimischen war. Die Infobox „Vermächtnis“ subsummiert die bedeutendsten Fakten, die man mit dem Entdecker und Eroberer in Verbindung bringt und fasst komprimiert das Wichtigste zusammen. Im Verlauf der Entdeckungen und der Zeit, erfährt der Adressat mit jedem Entdecker und Forscher eine Unmenge an spannenden Entwicklungen, die uns bis heute prägen und unser Leben beeinflussen.

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Fazit

Eine Wissensquelle für Geschichte, die bedeutende Ereignisse anreißt.

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Philip Bunting – Ich und der Anfang der Welt

Rezension

Philip Bunting nimmt den Leser mit auf eine Reise vom Urknall bis hin zur eigenen Geburt. Er verabschiedet sich am Ende zum aktuellen Zeitpunkt während des Lesens des humorvollen Sachbuchs von seinen Rezipienten. Damit bedient er sich des „Buch-im-Buch“ Motivs und holt den Leser regelrecht von der ersten Sekunde ab.

Inhaltlich geht es um die Entstehung des Universums, der Menschheit und der Entwicklung auf der Erde. Dabei werden zum besseren Verständnis kindgerechte Gleichnisse herangezogen, um die Komplexität der Thematik herunterzubrechen. Die Erklärung der Teilchen, als chemischen Stoff, ist auch für die Kleinen ab 4 Jahren gut nachvollziehbar. Die Entwicklung zu Staubwolken, in Verbindung mit der Anziehungskraft als physikalische Eigenschaft von Masse und schließlich zur Bildung von Planeten ist gelungen. Der Fokus gleitet schließlich zur Erde, Unterwassertieren, Landtieren und dem ersten Menschen. Evolution geht Hand in Hand mit Kultivierung, der Bildung von Gemeinschaft und der Fortpflanzung. Die Schwangerschaft wird als Entwicklungskreislauf im Mutterleib bildlich verdeutlicht.

Natürlich können es in einem solchen Sachbuch nur bruchstückhafte Erläuterungen sein, um die Anfänge von Synapsenverknüpfungen in Gang zu setzen. Die Vorstellung einer durchaus komplexen Materie wird hier humorvoll angebahnt und gewährt keine Garantie auf Vollständigkeit.

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Fazit

Entstehungsgeschichte des Universums humorvoll angerissen

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Michael Engler und Joëlle Tourlonias – Wir zwei im Winter

Rezension

„Wir zwei im Winter“ ist der dritte Band der beliebten Reihe, nach „Wir zwei gehören zusammen“ und „Wir zwei sind Freunde fürs Leben“ von Michael Engler, mit den in Erinnerung bleibenden, zarten Illustrationen von Joëlle Tourlonias. Es ist ein stimmungsvolles Winterbuch über die Kraft des Gemeinschaftsgefühls und die lohnenden Früchte von Hilfsbereitschaft.

Igel, Hase und Eichhörnchen bereiten sich auf die kalte Jahreszeit vor. Der Igel würde für lange Zeit schlafen, während das Eichhörnchen fleißig Nüsse und Bucheckern sammelt und an geheimen Orten versteckt. Mit Schrecken stellen sie allerdings bei den Vorbereitungen fest, dass der Eingang zu ihrer Höhle versperrt ist. Schnell werden die beiden Neuen verdächtigt, die neuerdings durch den Wald streifen. Der Biber und der Wiesel werden vom Hasen und dem Eichhörnchen schnell als „finstere Gesellen“ abgetan. Lediglich der Igel gibt den Neuankömmlingen eine Chance und verbringt mit ihnen viele Tage an einem geheimen Vorhaben.

Behutsam behandelt der Autor die Themen Ausschließen, Vorurteilen und mangelnde Kommunikation, aus denen schnell Missverständnisse entstehen können. Ausgeschmückt ist die Geschichte mit wertvollen, sachkundlichen Zusammenhängen rund um den Winterschlaf und die Winterruhe von Tieren und dem damit verbundenen Jahreszeitenwechsel. Erfreulich ist, dass letztendlich der Schatten gelichtet werden kann und die Höhle voller Herzenswärme, Vertrauen und Hilfsbereitschaft erstrahlt.

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Fazit

Ein behagliches Winterbuch zum Thema Herzenswärme und Vertrauen.

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Lorenz Pauli und Sonja Bougaeva – Alles war See

Rezension

Draußen tobt ein Sturm und der Leser schaut durch ein Fenster einem Ehepaar beim gemütlichen Beisammensein zu. Eigentlich wollten sie Blumenkohl pflanzen. Nun schläft die Katze auf der Fensterbank, während der Mann entspannt Mundharmonika spielt. Das Unwetter verzieht sich und hinterlässt Spuren. Durch das Loch im Dach schauen zwei Tauben ins Haus. Der Blumenkohl muss warten. Der Schaden hat Vorrang.

Die Illustratorin Sonja Bougaeva konnte bereits mit dem Bilderbuch „Wie Frau B. so böse wurde“ überzeugen und zeigt auch hier in großformatigen und mehrdeutigen Darstellungen wie ein Ehepaar mit neuen Herausforderungen umgeht, nicht aufgibt, sich an die Gegebenheiten anpasst und mithilfe von Kreativität jedes vermeintliche Problem löst.

Statt eines neuen Dachs bauen die beiden letztendlich ein neues Haus am See. Diese Entscheidung bedarf allerdings einer Modifizierung, wie sich bald herausstellen wird, sodass mithilfe von Rädern das Haus auf einen Berg geschoben wird. Nach einer weiteren Sintflut ist das Ehepaar in einem Hausboot, samt Stall gleich der Arche Noah, durch die Fluten unterwegs. Als schließlich Land auftaucht, planen sie neu und ergänzen, verändern und denken weiter. Ein Neubeginn ist nie das Ende, sondern ein weiterer Anfang.

Denn Hoffnung lässt sich immer wieder neu erfinden.

Dieses Bilderbuch erzählt vom Leben. Lorenz Pauli verbildlicht mit einer starken Assoziation zur biblischen Arche Noah die Widerstände, die sich einem im Laufe des Lebens in den Weg stellen. Das äußerst sympathische, mutige und kreative Pärchen hält stets zusammen und schafft alle Hindernisse. Sie lassen sich nicht entmutigen, zeigen Willen, Zuversicht und Lebensfreude. Sie haben Vertrauen ineinander und strotzen nur so vor Ideenreichtum, denken fortschrittlich, probieren aus, verwerfen, bessern aus und bauen an. Und das Schöne daran ist, dass sie Wachstum nicht nur am Blumenkohl festmachen, sondern die Beziehung und deren Entwicklung in den Vordergrund stellen.

Blick ins Buch

Fazit

Ein Bilderbuch vordergründig für Erwachsene, das sich auf Hoffnung, Neubeginn und Zusammenhalt konzentriert.

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Marcy Campbell und Corinna Luyken – Adrian hat gar kein Pferd

Rezension

Adrian sitzt in der Schule und träumt vor sich hin. Jedem, der ihm begegnet, erzählt er, dass er ein Pferd hat. Die Protagonistin beobachtet Adrian sehr genau und stellt fest, dass es sich um eine Lüge handeln muss. Wie soll er sich um ein Pferd kümmern, wenn er in der Schule nicht einmal seinen Platz aufräumen kann? Er bringt außerdem ein Butterbrot in die Schule, weil er kein Geld hat, sich etwas zu kaufen. Also schreit Zoe auf dem Schulhof los:

Er lügt. Adrian Simmer hat gar kein Pferd.

Bei einem Spaziergang mit ihrem Hund, trifft sie eines Tages auf Adrian vor dem kleinsten Haus, das sie je gesehen hat. Er erzählt ihr wieder von seinem Pferd mit weißem Fell, einer goldenen Mähne… und plötzlich muss das Mädchen zugeben, dass Adrian einfach die beeindruckendste Fantasie von allen Kindern der Schule hat.

Dieses rührende Bilderbuch stellt ein Talent heraus, das ans Herz geht, vor allem wenn man bedenkt, aus welchen Verhältnissen Adrian zu stammen scheint. In manchen Situationen im Leben träumt man sich am liebsten weg, in eine fantasievolle Welt, in der alles möglich ist. Auch wenn es Adrian sonst nicht leicht hat. Er vermag es gekonnt seine Zuhörer durch seine lebendigen und ausschmückenden Erzählungen mitzureißen und zwar so glaubhaft, dass jeder ihm die Geschichte vom Pferd abkauft.

Umso erfreulicher ist, dass Zoe sein Talent und seine gewaltige Vorstellungskraft schließlich anerkennt. Die Wut verpufft und es bleiben Mitgefühl und Anerkennung. Auffallend sind die farbreduzierten Illustrationen von Corinna Luyken, die gezielt die letzte Doppelseite dem Pferd widmet, welches nur schemenhaft zu deuten ist. Es bleibt ausreichend Platz für die persönliche Imagination, die die Lücken zu füllen vermag. Und tun wir das nicht auch bei jeglichen Geschichten und Erzählungen? Die Autoren bereiten für uns den Rahmen vor, lebendig wird der Inhalt doch erst in unseren Köpfen.

Blick ins Buch

Fazit

Ein Hoch auf die menschliche Vorstellungskraft und die Kunst zu träumen!

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