Alexandra Helmig und Stefanie Harjes – Der Stein und das Meer

Rezension

In einem Meer,
wo die Wellen hohe Purzelbäume schlagen.
An einem Strand,
wo der Wind mit den Sandkörnern spielt.

Mit diesen poetischen Zeilen beginnt und endet das Bilderbuch, das vom Leben und der Zeit erzählt. Ein grüner Stein, der auf den Namen Sören getauft wurde und somit personalisiert für den Menschen steht, liegt seit einer Ewigkeit auf einem hohen Felsen.

Dort beobachtet er die Vögel und die Wellen und fühlt sich vom wirklichen Leben ausgeschlossen, ganz und gar unberührt. Er träumt davon, ins Meer zu kommen. Er hat Glück. Irgendwann kommt das Meer zu ihm und reißt ihn mit in die wilden Fluten. Auf dem Grund des Meeres, wird er Jahr für Jahr geschliffen und jeden Tag verliert er ein Stückchen von sich. Er wird kleiner und kleiner und glatter und glatter. Irgendwann ist er von den Geschichten der Meeresbewohner müde und erkennt, dass der perfekte Ort sein Zuhause ist. Er hat erneut Glück.

Dieser Bilderbuchschatz schildert so poetisch, wie man es selten in Büchern findet, den Verlauf des Lebens. Der jugendliche Drang zur Entdeckung und die damit verbundenen Wünsche und Sehnsüchte, die Handlungen antreiben, ist stark zu spüren. Erfahrungen, die einen polieren und schleifen, gut und schlecht, die einen vielleicht auch glatt werden lassen, weil das Leben einen prägt. Und irgendwann, in aller Weisheit und getränkt mit dem Saft des Lebens, kommt die Zeit und der Wunsch zurückzukehren, zur Basis, zum Ursprungsort, nach Hause.

„Der Stein und das Meer“ ist vordergründig ein Buch für Erwachsene, weil die Botschaft so tiefgreifend ist. Es ermuntert zum selbstständigen Weiterdenken. Es ist nicht dafür gedacht, Erklärungen zu geben, sondern mehr Fragen als Antworten zu entdecken und gleichzeitig über die Relativität der Zeit und verschiedener Sichtweisen zu sinnieren, ohne beliebig zu werden. Das ist auch der Grund, warum mir die Illustrationen, die so eigen sind, außergewöhnlich gut gefallen. Sie öffnen die Tür zur Andersartigkeit, zum Hinterfragen, Bestaunen und Wundern. Sie wecken Reaktionen. Sie bewegen.

Blick ins Buch

Fazit

Auseinandersetzung mit elementaren Fragen des Lebens

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María Julia Díaz Garrido – Als die Vögel vergaßen, Vögel zu sein

Rezension

„Als die Vögel vergaßen, Vögel zu sein“ ist ein besonderes Buch, das Türen zum Philosophieren mit Kindern öffnet. Die Gesellschaft der Vögel beschließt den Blick von den Zweigen und den Bäumen abzuwenden und sich ein neues Zeitalter vorzustellen. Sie bauen neue Nester, die Gefängnissen gleichen und die sie in ihrer Bewegungsfreiheit einschränken. Fortan sitzen sie dort einsam und alleine und werden immer gemütlicher, praktischer und bequemer.

Ihre Vorstellungen gehen sogar so weit, dass sie sich Dinge wünschen, die niemand haben kann. Sie wollen alles kontrollieren und beherrschen, auch das Schicksal der Anderen. Dabei vergessen sie allerdings den Umgang, das Verhalten und das Verständnis im Miteinander zu kontrollieren. Sie verletzen und töten sich gegenseitig.

Die letzte Doppelseite gleicht einem Hoffnungsschimmer in der doch recht düsteren Gesellschaft der Vögel, denn ein junger Vogel wünscht sich einfach nur seine Flügel auszubreiten und fliegen zu lernen. Abgebildet ist ein Vöglein am Seil an einem Ast hängend, das unten von seinem Vater mit offenen Armen gestützt und gehalten wird und einer Mutter, die stolz, und zufrieden diese Entwicklung beobachtet.

Dieses Bilderbuch ist nicht umsonst mehrfach ausgezeichnet und für etliche Preise nominiert worden. Kritisch werden gesellschaftliche Strukturen beleuchtet und der fehlende Gesellschaftssinn hinterfragt. Die filigranen Illustrationen in Schwarz und Weiß bieten mindestens genauso viel Stoff zum Nachdenken wie die wenigen Zeilen. Diese Bildgestaltung fesselt, wenn sie auch leicht irritierend wirkt und lädt in einen großen Raum voller anregender Diskussionspunkte ein.

Das Schlussbild möchte an die menschliche Intuition erinnern und zeigt, dass Kinder oft viel besser als wir Erwachsene ihre Bedürfnisse lesen können. Welche Wurzeln im gesellschaftlichen Zusammenleben sind wichtig zum Glücklichsein? Was sind die grundlegenden Strukturen, an denen nicht gerüttelt werden soll? Welchen Wert hat Familie und Unterstützung und Liebe? Hieraus ergeben sich noch weitaus mehr Fragen, die zum Nachdenken anregen.

Mit der entsprechenden Vorbereitung lässt sich das Buch schon mit Kindern ab 9 Jahren gut lesen. Vor allem sollte für den Austausch ausreichend Zeit eingeplant werden. Auch Jugendliche und Erwachsene werden sicherlich die nötigen Schlüsse für sich aus dem Buch ziehen können. Hier gibt es viel zu entdecken!

Blick ins Buch

Fazit

Gesellschaftliche Strukturen und Entwicklungen kritisch beleuchtet!

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VERLOSUNG

Mit der Vorstellung des Bilderbuchs öffnet sich das 10. Türchen des diesjährigen Kinderbuchblogger-Adventskalender, der von Anna von Kinderbuch-Detektive organisiert wurde.

Wie könnt ihr gewinnen? Beantwortet diese Frage:
Welche gesellschaftliche Entwicklung stimmt dich nachdenklich?

Teilnahmebedingungen

Das Gewinnspiel beginnt heute, am 10.12.2019, und endet am 11.12.2019 um 23.59 Uhr.
Bitte beachten: Teilnahmeberechtigt sind nur User mit Versandadresse in Deutschland, die mindestens 18 Jahre alt sind. Die GewinnerInnen werden nach dem Zufallsprinzip ermittelt. Die Daten werden nach Beendigung des Gewinnspiels gelöscht. Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook oder Instagram und wird in keiner Weise gesponsert, unterstützt oder organisiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wird der Gewinn nicht innerhalb von 48 Stunden nach der Bekanntgabe angenommen, wird das Recht vorbehalten, den Gewinn anderen Teilnehmern zur Verfügung zu stellen. Ein weiteres Los könnt ihr euch bei Instagram unter dem entsprechenden Beitrag sichern. Für den Verlust über den Postweg kann keine Haftung übernommen werden.

Ich drücke euch die Daumen und wünsche viel Glück!

Morgen öffnet sich das 11. Türchen des Kinderbuch-Adventskalenders bei Buchwegweiser. Schaut vorbei!

Herzlichen Glückwunsch, Andreas!

Ellen Duthie und Daniela Martagón – Grausame Welt?: Nachdenken über Gut und Böse

Rezension

In dieser stabilen Schachtel befinden sich 14 Bildkarten, die Kinder zum selbstständigen Denken anregen sollen. Es geht um das Thema „Grausamkeit“ und die Gegenüberstellung von Gut und Böse. Auf der Vorderseite wird eine vermeintlich grausame Situation dargestellt, während auf der Rückseite Fragen dazu dienen sollen, sich eine begründete Meinung zu bilden. So sollen Kinder zunächst das Bild auf sich wirken lassen und erst einmal frei erzählen. Nach der anfänglichen Diskussion können weiterführende Fragen eventuelle Pro- und Contra-Argumente herauskitzeln lassen.

Die Vorderseite der Karte zeigt ein Mädchen auf dem Boden sitzend, wie sie mit einem Bleistift eine Ameise aufpikst und laut ruft „Erwischt!“. Ist das grausam?

★ Wenn die Ameise das Mädchen vorher gebissen hätte, würde das deine Meinung zu dieser Situation ändern?
★ Findest du, dass das Mädchen eine Strafe verdient hat? Wenn du das glaubst: Welche Strafe wäre deiner Meinung nach angemessen?
★ Kann es sinnvoll sein, Ameisen zu töten? Wann zum Beispiel? Und wie viele?

Um sich ein Urteil zu bilden, brauchen Kinder vernetztes Wissen. Sie werden zu Querdenkern geschult und erproben sich dabei Dinge zu hinterfragen und nicht gleich als Norm anzunehmen. Hier wird die Gefühlsebene genauso bedient, wie der Perspektivwechsel und das emotionale Hineinversetzen und damit unbewusstes Erleben. Diese Bildkarten brauchen Zeit und sollten sukzessiv aufeinander aufbauend eingeführt werden. Positiv zu bewerten ist die Tatsache, dass die Autorinnen der Schachtel drei Blanko-Karten beigelegt haben, um Kinder selbst Situationen bildlich einfangen zu lassen und auf der Rückseite Fragen aufzuschreiben. So werden sie von passiven Betrachtern zu aktiven Handelnden.

Ein Poster mit dem Titel „Grausame Welt“ stellt unsere Weltkugel von außerhalb betrachtet dar. Es ist ein Wimmelbild mit vermeintlich grausamen Situationen und schon bald wird der Betrachter für sich postulieren können, dass Gut und Böse vielleicht doch Hand in Hand miteinander gehen.

Ein tolles Set für Familien, die abends gerne miteinander ins Gespräch kommen, diskutieren und Meinungen austauschen. Auch für den schulischen Einsatz, sei es in der Arbeitsgemeinschaft „Philosophieren mit Kindern“, dem Ethik- oder Religionsunterricht sind diese Bild- und Gesprächskarten sehr zu empfehlen.

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Fazit

Weiterdenken ist erwünscht – Philosophieren mit Kindern anbahnen

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Tomi Ungerer – Warum bin ich nicht du?

Tomi Ungerer - Warum bin ich nicht du?

Die Freiheit (des Denkens) existiert, damit man sie ergreift. Und die Vernunft dient nicht bloß dazu, vernünftig zu sein. Wenn sich eine Frage, ein Rätsel als unergründlich herausstellt, dann soll es ruhig unsere Phantasie nähren und unsere Träume beflügeln (S. 7).

Tomi Ungerer widmet sich in diesem mit Leinenband umzogenen Buch unzähligen philosophischen Fragen von Kindern zwischen 3 und 11 Jahren. Diese Fragen alleine bringen den Leser zum Schmunzeln und spiegeln so wunderbar die Naivität des kindlichen Denkens wider. Bei vielen Fragen ertappt man sich dabei, dass wir tatsächlich keine 100%ig fundierte Antwort auf die Frage haben, wie z.B. bei „Warum muss man alles richtig herum machen?“ (S. 63). Tomi Ungerer stellt sich diesen herausfordernden Fragen mit viel Humor und schildert anhand von Beispielen warum z.B. Ordnung seinen Sinn hat und wann dieses verworfen werden kann und soll.

Weitere erheiternde philosophische Fragen sind:

  • Warum haben wir Lieblingsfarben?
  • Warum muss man lernen?
  • Wenn Mama wütend ist, sagt sie oft zu mir: >Es gibt aber kein „Aber!“< Aber ich glaube, das gibt es im Leben, das „Aber“. Wer hat recht?
  • Wie weiß man, ob jemand einen liebt?
  • Ist es gut, dass es Zoos gibt?

Die Antworten sind teils subjektiv geprägt und werden von Ungerers persönlichen Erfahrungen untermalt. Sie haben jedoch alle die Gemeinsamkeit, dass sie uns zum Nachdenken bringen und zum Austausch anregen. Viele Fragen werden mit Ungerers Illustrationen gestützt. Im Themenregister wurden die Fragen nach folgenden Kategorien sortiert: Angst, Denken und Wissen, Familie, Freundschaft, Geld, Gesellschaft und Moral, Kinder und Erwachsene, Kosmos und Weltall, Liebe, Mensch und menschliche Natur, Natur und Wissenschaft, Religion, Tiere, Tod, Vorurteile.

Dieses Band ist eine tolle Ergänzung für eine „Philosophieren mit Kindern“-AG. Für Diskussionen können Tipp-Karten mit Stichworten aus Ungerers Anregungen erstellt werden. Auch die Zeichnungen können eine differenzierte Stütze sein oder als Einstieg in ein neues Thema bzw. Themengebiet dienen. Daraus lässt sich auch wunderbar eine Einheit rund um „mündlicher Sprachgebrauch“ kreieren.

Tomi Ungerer - Philosohieren mit Kindern: Warum bin ich nicht du?

Tomi Ungerers erheiternde Antworten auf philosophische Fragen von Kindern.

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Julie Fogliano und Erin E. Stead – Wenn du einen Wal sehen willst

Wenn du einen Wal sehen willst

Wenn du einen Wal sehen willst , brauchst du vor allem Zeit, Ruhe, Durchhaltevermögen und ein wenig Glück. Dabei darfst du dich von deiner Umgebung nicht ablenken lassen, nicht von der duftenden Rose, auch nicht vom vorbeifahrenden Segelboot, nicht von den dasitzenden Pelikanen oder der kriechenden Raupe und auch nicht von den vorbeiziehenden Wolken. Richte beide Augen aufs Meer … und warte … und warte … bis vielleicht eines Tages ein Wal auftaucht.
Das Bilderbuch von Julie Fogliano entschleunigt den oftmals hektischen Alltag. Es ist sehr ruhig, poetisch und richtet die Aufmerksamkeit der Betrachter auf die kleinen Dinge im Leben, die einen umgeben. Es umschmeichelt das Phänomen der Tagträumerei. Hier ist es erlaubt sich in eigenen Gedanken und Fantasien zu verlieren. Der Text ist philosophisch angehaucht und eignet sich sehr gut dazu, um mit den Kindern gemeinsam zu philosophieren.

Die begleitenden, in Pastelltönen gehaltenen Illustrationen sind sehr minimalistisch und animieren dazu die weißen Flächen selbst auszufüllen.

Mein Neffe liebt dieses Bilderbuch und möchte es seit Wochen immer abends vorgelesen bekommen. Er kommt  sehr gut zur Ruhe und hat nun einen neuen Berufswunsch: Forscher werden!

Wenn du einen Wal sehen willst
Ein ruhiges, poetisches Bilderbuch.

Wenn du einen Wal sehen willst

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Marcus Pfister – Weisst du, was Glück ist?

Weisst du, was Glück ist?

Was ist Glück?
Glück ist das Allerwichtigste überhaupt.
Zwei kleine Mäuse sitzen auf der Wiese und hängen ihren Gedanken nach. Sie beschäftigen sich mit dem Thema „Glück“ und ergänzen abwechselnd den Satzanfang „Glück ist …“. Für Zoe ist es pures Glück im Winter die Schneeflocken auf der Zunge zu schmecken. Leo liebt es dagegen den Flug einer kleinen Feder zu beobachten. Sie äußern ihre ganz individuellen Vorstellungen von Glück und kommen schlußendlich zu der Einsicht, dass Glück auch ist, gemeinsam mit der besten Freundin einen Drachen steigen zu lassen.

Dieses Bilderbuch über das Glück macht einfach glücklich!

Marcus Pfister, der mit seinem Bilderbuch „Der Regenbogenfisch“ schon viele Kinder glücklich gemacht hat, vermittelt mit der immer gleichen Aufbaustruktur die alltäglichen Glücksgefühle im Leben eines Kindes. Dabei sind es die einfachen Erlebnisse in Verbindung mit der Natur, die die kleinen Mäuse am meisten faszinieren. Das Sammeln von schönen Kieselsteinen oder das Wegpusten der Samen einer Pusteblume macht die Mäuse glücklich. Sehr schön ist, dass die unterschiedlichen Sinne stets einbezogen werden.

Pädagogisch wertvoll ist auch die Erkenntnis, dass einen durchaus Dinge glücklich machen können, die man alleine erlebt und aber auch das Miteinander hervorgehoben wird. Das letzte Bild zeigt die zwei kleinen Mäuse lachend und Hand in Hand weglaufen. Freundschaft macht eben auch glücklich.

Die Illustrationen sind sehr reduziert und mit einem großen Anteil an weißer Fläche dargestellt. Es bleibt viel Freiraum für die eigenen Gedanken und Fantasien. Die Tupf-/ Schwammtechnik lässt alle Erlebnisse harmonisch wirken und ganz subtil ineinander verschwimmen. Es schafft letztendlich einen schönen Rahmen, der zeigt, dass Glück im Fluss des Lebens besteht.

Weisst du, was Glück ist?

Material

Das Thema „Glück“ ist prädestiniert, um mit Kindern darüber zu philosophieren. Was ist Glück? Kann man Glücklichsein überhaupt erlernen? Worin besteht ein glückliches Leben? Gerhard Friedrich hat in seinem Buch „Mit Kindern philosophieren“ den Themen „Glück“ und „Freundschaft“ je ein Kapitel gewidmet. Hier finden sich unzählige themenorientierte Bastelideen, Liedvorschläge und Diskussionsanregungen.

Nach dem Vorlesen der ersten Seiten, die stets mit dem Satzanfang „Glück ist…“ beginnen, wäre es denkbar die Kinder ihre eigenen Glücksmomente sammeln zu lassen. Auch bestimmte Zitate lassen sich für kleine Diskussionsrunden gut nutzen.

Bild_Glück

 Ein sehr empfehlenswertes Bilderbuch über das Thema Glück!

 

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Soheyla Sadr – Anne und Pfirsich – oder: Wo unsere Seele zu Hause ist

Anne und Pfirsich

Anne besucht ihre Oma, die sie liebevoll Pfirsich nennt, weil ihre Haut so eine weiche, duftende und uralte Pfirsichhaut hat. Regelmäßig erzählt Oma Pfirsich Geschichten. Heute erklärt sie Anne ihren ganz eigenen „Lichtergarten“. Dies ist ein Ort an dem die Seele wohnt. Unseren inneren Garten gestalten wir selbst und entscheiden auch ob wir ins Licht oder ins Dunkel gehen wollen.
Ja, ich entscheide, ob ich mich über den warmen Sonnenschein freue oder mich lieber ärgern will, dass ich den Garten gießen muss.
Der Lichtergarten ist immer da – in dir. Dieser muss allerdings auch gepflegt und gehegt werden, um weiterhin Ruhe, Trost und Verständnis spenden zu können. Er bietet Schutz bei Unsicherheit, Angst oder Kummer. Dein Garten ist dein Wegweiser.

„Anne und Pfirsich“ ist ein philosophisches Bilderbuch und handelt von der Kunst die innere Balance und Zufriedenheit zu finden. Soheyla Sadr hat es geschafft das Ungreifbare ein bisschen sichtbarer zu machen, indem es ein Bildnis des „Lichtergartens“ erhalten hat. Oma Pfirsich fungiert als eine weise und erfahrene Person, die ihrer Enkelin bereits früh verdeutlicht, dass jeder Mensch seines Glückes Schmied ist.

Bei Kummer und Schmerz genügt es dem inneren Garten einen Besuch abzustatten. Oft ist die eigene Einstellung, die unsere Sicht auf das Leben und evtl. Schicksalsschläge bestimmt. Die Autorin hebt das positive Denken hervor und zeigt, dass es sich leichter durchs Leben schreiten lässt, wenn man stets die Sonnenseite sieht.

Die leichten, pastellfarbenen Illustrationen unterstützen das Geheimnisvolle des Lichtergartens und wirken wie ein Schleier, der einen Hauch an Magie andeutet, aber nie zu viel verrät. Schließlich lebt dieses Bilderbuch von Fantasie und der eigenen Vorstellungskraft. Die Zeichnungen umgibt eine Leichtigkeit, stets begleitet von einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen der Protagonisten. Als Leser kann man nicht anders, als sich von dieser ausgetrahlten Ruhe und Gelassenheit anstecken zu lassen.

Anne und Pfirsich
 Dieses Bilderbuch lässt die eigene Lebenseinstellung überdenken. Ein tolles Geschenkbuch für Erwachsene, die eine Aufmunterung benötigen, quasi eine Gießkanne für den inneren Garten.

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Peter Turrini und Gerhard Haderer – Manchmal ist ein Fasan eine Ente

Manchmal ist ein Fasan eine Ente

Die vierjährige Theresa verbringt viel Zeit beim siebenundsechzigjährigen Peter-Ini. Gemeinsam gehen sie spazieren, frühstücken oder lesen ein bisschen. In allen Situationen grübeln sie über das Leben und es stellt sich bald heraus, dass das kleine Mädchen den intelektuellen Schriftsteller ganz schön herausfordert. Erwachsene wissen eben doch nicht immer alles. Peter-Ini weiß dagegen sehr gut sich auf die Gespräche mit Theresa einzulassen. Das Ergebnis sind offene, ehrliche, unverschleierte und manchmal sogar unerwartet tiefgründige und philosophische Gesprächswiedergaben, die laut dem österreichischen Schriftsteller Peter Turrini sich tatsächlich so abgespielt haben.

Die über 20 hier festgehaltenen kurzen Sequenzen geben in Form eines Comics authentische Kindergespräche wieder. Es sind alltägliche Situationen, in denen Kinder die besten Einfälle haben, die Peter Turrini stets festgehalten hat, um daraus ein Buch zu machen. Menschen, die mit Kindern in diesem Alter zu tun haben, merken schnell wie lebensnah und ehrlich diese Gespräche sind.

Thematisch drehen sich die Gespräche um das Älterwerden, die Gefühle Traurigkeit und Angst, Geschwisterliebe, Schönheit, Freundschaft und vieles mehr… Gerhard Haderer interpretiert die jeweiligen Situationen in einer fantastischen Mimikdarbietung. Diese lebendigen Illustrationen, gemeinsam mit dem erfrischend natürlichen Text, machen dieses Bilderbuch zu etwas ganz Besonderem.

Manchmal ist ein Fasan eine Ente
– Ich bin fantastisch schön.
– Sicher. Weißt du überhaupt was das heißt?
– Was?
– Fantastisch schön?
– Das heißt, dass ich ganz viel schön bin.
– Und ich? Wie schau ich aus?
– Du bist nur ein bisschen schön, weil du schon ein bisschen alt bist.
Es ist ein wunderbares Geschenkbuch  für alle Hobby-Philosophen, Erzieher, Großeltern und alle Menschen, die Kinder lieben.

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Harriet Russell – Unmöglich?!

Harriet Russell - Unmöglich?!

Wenn die Zeit rückwärts liefe, was würde aus Schmetterlingen werden? Und aus gegessenen Äpfeln?  Aus Fröschen? Unendlichkeit ist etwas, das kein Ende hat, so wie die Zahl 8 oder eine Schwimmbrille. Wenn eine blaue Schüssel rot ist, welche Farbe hat sie dann?

In diesem Buch für Querdenker sind ein paar unmögliche und möglicherweise alberne Fragen zusammen getragen. Viele Rätsel funktionieren ausschließlich mit den dazugehörigen Illustrationen. Hier wird die Kunst des Denkens angeregt und die Kinder herausgefordert über das Mögliche hinaus zu sinnieren und sich mit den merkwürdigsten Fragen zu beschäftigen.   Eigenständige, originelle und kluge Köpfe haben hier die Gelegenheit zu kleinen Philosophen und Problemlösern heranzuwachsen.

„Ein brennendes Eis“ – Das Titelbild spiegelt die Grundidee dieses Buches über das Unmögliche sehr gut wider. Hier treffen Gegensätze aufeinander und bringen die Leser in Versuchung weiterzudenken, zu spinnen, zu philosophieren. Nicht alle Denkanregungen sind schlüssig, logisch oder tiefsinnig. Zu vielen Fragen gibt es keine eindeutige Antwort. Doch darum geht es auch nicht.  Bei diesem Buch raucht das Gehirn.

Die Illustrationen sind genauso frech, verschmitzt und spitzbübisch, wie der dazugehörige Text. Es macht Spaß den verlorenen Handschuh im Herbstlaub zu suchen, nur um etwas später feststellen zu können, dass es ihn dort gar nicht gibt, sonst wäre er ja nicht verloren.

Harriet Russell - Unmöglich?!

Die unsichtbare Klapperschlage ist hier.
Was soll das heißen, du kannst sie nicht sehen?
Natürlich nicht – schließlich ist sie unsichtbar.

Dieses Buch bringt uns in Versuchung anders zu sehen, zu gehen, zu fühlen. Es eröffnet neue Perspektiven und unkonventionelle Betrachtungsweisen.

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Gerhard Friedrich – Mit Kindern philosophieren

Mit Kindern philosophieren

Dieses Buch konzentriert sich auf die handlungsorientierte bzw. ganzheitliche Umsetzung  philosophischer Fragen im Rahmen kindlichen Lernens. Ein Geschichtenkonzept, ausgearbeitet zu den Themen „Freundschaft“, „Gut und Böse“, „Arm und reich“, „Religion“, „Wettbewerb, Erfolg, Misserfolg“, „Krankheit, Tod und Abschied“, „Ausgrenzung, Anderssein“ und „Glück“, leitet die Thematik stets mit einer Geschichte rund um die Protagonisten Lutz und Leonie ein. Aus den Erfahrungen und Ereignissen der beiden Kinder, werden Fragestellungen entwickelt, die sich nicht mit „ja“ oder „nein“ beantworten lassen, sondern zum Philosophieren einladen.

Zu jeder Thematik werden Spiele, Zitate, Gedichte, Lieder, Bauanleitungen und einiges mehr angeboten, um die Kreativität der Kinder zu wecken und sie zum Weiterdenken anzuregen.

Das Ziel dieses Buches soll sein, verschiedenste Fragen von Kindern aufzugreifen, ins Licht gemeinsamer Betrachtung und Diskussionen zu stellen und an diesen spannenden Auseinandersetzungen zu wachsen.

Ich muss zugeben ich bin ein großer Fan von „Philosophieren mit Kindern“. Die Planung einer AG zu diesem Thema nimmt immer mehr Gestalt an. Die Herausforderung des Moderators ist hierbei stets die passenden „Impulsfragen“ parat zu haben, um die Diskussion in Gang zu halten. Deshalb finde ich die „Forscherfragen“ in diesem Band besonders hilfreich und sinnvoll. Zu jeder Thematik werden, anschließend an die Geschichte, drei Forscherfragen formuliert, die von drei unterschiedlichen Experten (Kinderärzten, Pädagogen, Autoren, Medizinern etc.) ausführlich beantwortet werden. Durch diese Bandbreite an Beispielantworten zu philosophischen Fragen, entwickeln Kinder ein Gefühl dafür, dass viele Situationen individuell bewertet werden müssen und es kein „richtig“ oder „falsch“ gibt.  Auch die Vielzahl der Zitate lädt zum intensiven Interpretieren und Nachdenken ein und sensibilisiert Kinder für spezifische Problemstellungen.

Der ganzheitliche Ansatz ist besonders positiv hervorzuheben. Die Spiel- und Bastelideen ermöglichen den Kindern handelnd mit der Thematik umzugehen und die gewonnen Erkenntnisse und das neuerworbene Wissen anzuwenden. Sehr gelungen sind auch die Experimentvorschläge zum Thema „Arm und reich“ oder die Spielvorschläge rund um „Anderssein“ und „Ausgrenzung“.

Die Geschichten sind zum Teil doch recht lang und gehen über fünf Seiten hinaus. Hier müsste man, abhnägig von der Gruppe und dem Alter der Kinder, eventuell Kürzungen vornehmen, um die Konzentrationsspanne der Kinder nicht zu überstrapazieren. Auch hätte ich mir zu den Liedern eine CD gewünscht. Die Anzahl an beispielhaften Forscherfragen und weiterführenden Impulsfragen hätte erhöht werden können.

Das Konzept an sich ist jedoch sehr gut durchdacht, kindgerecht und eignet sich sehr gut als Grundlage für eine Umsetzung in einer Arbeitsgemeinschaft.

Mit Kindern philosophieren

Material

Um Kinder zum Nachdenken zu bringen und unterschiedliche Möglichkeiten im Kopf durchspielen zu lassen, habe ich einige „Was wäre, wenn …“ Fragen gesammelt, die bei Bedarf gerne von den Kindern erweitert werden können. Die Kärtchen dürfen auch gerne als Schreibanlass genutzt werden.

was wäre, wenn

Ganzheitliche Konzeption, Beachtung des entdeckenden Lernens, hilfreiche Forscherfragen und Zitate als weiterführende Anregungen zum Philosophieren.

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