Annette Herzog und Nadine Jessler – Weihnachten mit Fuchs und Schweinchen

Rezension

Als der Postbote Fuchs und Schweinchen eine Weihnachtskarte in die Wohngemeinschaft bringt, dämmert den beiden, dass Weihnachten vor der Tür steht. Leider haben die beiden es versäumt, Geschenke zu kaufen.

Was Selbstgebasteltes von dir will ich auch gar nicht (…) Du schluderst immer so, Fuchs.
Was du bastelst, wird schief und krumm und geht sofort kaputt.
Außerdem vergisst du, es einzupacken.

Der gerissene Fuchs schlägt vor, den Weihnachtsmann in die Höhle zu locken, um ihn zu bestehlen. Schließlich hat er viele Geschenke im Sack und eins mehr oder weniger merkt er letztlich gar nicht. Schweinchen nickt bei dem Vorschlag unsicher und platzieren sie Wegweiser rund ums Haus, backen Lebkuchen, räumen die Wohnung auf, stellen den Weihnachtsbaum auf und merken, als die Schafe an die Tür klopfen, dass sie bereits für die richtige Weihnachtsstimmung gesorgt haben – ganz ohne Geschenke!

Das Bilderbuch hat einen etwas eigenen Humor und stellt leicht überspitzt den Fuchs als listigen Gesellen vor. Dieser nimmt das naive Schweinchen ganz für sich ein und lenkt ihn gekonnt für seine Zwecke. Erleichtert wird der Leser jedoch feststellen, dass auch die beiden Freunde schließlich zu der Erkenntnis kommen, dass Weihnachten ein Fest der Liebe ist. Junge Kinder sollten jedoch über den Witz aufgeklärt werden und anerkennen, dass Selbstgebasteltes durchaus als wertvoll und ausreichend erlebt werden kann oder dass Animieren zum Stehlen, nicht die feinste Art ist. Die detailreichen und farbenprächtigen Illustrationen überzeugen auf ganzer Linie und spätestens auf der letzten Doppelseite wird jeder der festlichen Weihnachtsstimmung verfallen sein.

Blick ins Buch

Fazit

Frech-witziges, etwas anderes Weihnachtsbuch!

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Sabine Ludwig und Kerstin Schoene – Wenn der Wal Geburtstag hat, wird er von Spinat nicht satt

Rezension

Willi wird heut hundertzwei,
hat Appetit auf Hummerbrei.
Er will auf keinen Fall Spinat,
den findet er sooo fad,
da wird sein Maul ganz schmal,
denn Willi ist ein … WAL

Dieses Bilderbuch feiert den einen ganz besonderen Tag im Jahr, den Geburtstag. Die Geburtstagskinder kommen alle aus der Tierwelt und das Alter unterscheidet sich ebenfalls. In witzigen Reimen wird das Geburtstagskind eingeleitet, bevor auf der darauffolgenden Doppelseite das Geheimnis gelüftet wird. Die Reime animieren zum Antizipieren, sodass die Kleinen schon bald eine Vermutung haben werden, um welches Geburtstagstier es sich handeln kann. Auch wenn das sechste von den sieben Tieren durchaus ein Exot ist.

Die Illustrationen sind großflächig, teils mit einem ordentlichen Zoom, bunt und strotzen nur so feierlicher Laune. Die Illustratorin spielt mit den Symbolen für Geburtstagsfeierlichkeiten und integriert Kerzen zum Auspusten, die Kirsche auf dem Sahnehäubchen, Fähnchen, Geburtstagshütchen, Luftballons, Konfetti und Wimpel in allen erdenklichen Farben. Dieses Bilderbuch macht Laune. Wie gut, dass der Fokus nach dem letzten Tier auf das eigentliche Geburtstagskind in der Realität gelenkt wird. Die Überleitung auf den Leser ist wirklich geglückt! Damit ist es ein wunderschönes Geschenkbuch für alle Geburtstagskinder dieser Welt.

Blick ins Buch

Fazit

Ein farbenfrohes, vor guter Laune strotzendes Geschenkbuch für alle Geburtstagskinder!

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Julie Bind und Michael Derullieux – Der nette böse Wolf

Der nette böse Wolf

 An einem Wintermorgen wird der große böse Wolf aus dem Schlaf gerissen. Seine Kleinen sind am Verhungern. So macht sich der böse Wolf auf den Weg etwas Essbares für die kleinen Wölfe zu suchen. Schon bald sichtet er mehrere wehrlose Tiere, wie z.B. ein Kaninchen, eine Ziege oder ein Rentier.

Doch alle bitten den Wolf um Erbarmen und beteuern, dass sie sich lediglich in die Kälte hinaus getraut haben, um etwas Gutes zu tun. Der böse Wolf verspürt Mitleid und lässt eines nach dem anderen wieder frei. Gleichzeitig ärgert er sich über sein großes Herz und wehrt heftig die Dankesreden ab. Schließlich ist er der große böse Wolf.

Als ihm ein warmer und köstlicher Geruch die Nase kitzelt, macht er sich großen Schrittes Richtung Dorf. Welches Opfer wird den Hunger seiner kleinen Wolfskinder stillen?

Das Weihnachtsessen gehört für viele Kinder zu den alljährlichen Festtagsvorbereitungen. In diesem stimmungsvollen und humorvollen Bilderbuch wird das Thema „Mitgefühl“ und „Nächstenliebe“ sehr zugespitzt angegangen. Der böse Wolf entpuppt sich durch unterschiedliche Begebenheiten als ein herzensgutes Tier, was so gar nicht seinem Image entsprechen will.

Dem Familienzusammenhalt wird ein großes Gewicht beigemessen. Alle Beteiligten betonen ihren ausgeprägten Familiensinn und die damit verbundene Verantwortung. Für die Kinder ist es äußerst amüsant zu sehen, wie sich der Wolf über die Komplimente der anderen Tiere ärgert. Die rhetorische Frage zum Schluss regt zum Diskutieren und Erzählen an. Das Abschlussbild versetzt alle Beteiligten unweigerlich in eine richtig wohlige Weihnachtsstimmung. So kann das alljährliche Festtagsessen im Familienkreis kommen!

Der nette böse Wolf
Amüsant und herzerwärmend!

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