François Lasserre und Anne de Angelis – Das Museum der Insekten

Rezension

Dieses Sachbuch ist aus der Feder eines Insektenforschers, genau genommen eines Entomologen und ist so gar nicht, entgegen der Erwartung, mit Sachwissen überfrachtet. Ganz im Gegenteil, der Autor begegnet den jungen Lesern auf Augenhöhe und wählt gezielt die „Ich-Form“ bei seinen Erzählungen. In leicht verständlicher Sprache animiert er die Kinder sich in der Natur selbst umzuschauen und auf Entdeckung zu gehen.

Hier und da lässt er Auffälligkeiten einstreuen, verzichtet jedoch gänzlich auf Lexikon-Beiträge. Es handelt sich mehr um „Fun Facts“ rund um Insekten. Beeindruckend ist dieses Liebhaberbuch durch die äußerst gut gewählte Typografie und die ästhetische Ausnutzung der freien Flächen. Die Illustratorin weckt mit ihren Zeichnungen das Interesse und vor allem die Skizzen und die unfertigen Zeichnungen sind beeindruckend. Hier werden noch mehr Details sichtbar als man es in einer farblichen Darstellung festzuhalten vermag. Man findet hier „Feuerwanzen“, „Hirschkäfer“, „Stubenfliegen“ aber auch die „Gottesanbeterin“ und staunt über die ein oder andere Fähigkeit dieser Erdbewohner.

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Fazit

Fantastische Illustrationen, mit Witz erzählt.

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Piotr Socha und Wojciech Grajkowski – Bäume

Rezension

„Bäume“ sind für Kinder faszinierend, denn sie sind wahre Verwandlungskünstler und begleiten sie stets bei allen Jahreszeitenwechseln. Im Kindergarten wird bereits mit Kastanien gebastelt und die farbenprächtigen Blätter tauchen nicht zuletzt auch in der Grundschule auf.

Dieses recht außergewöhnliche Werk im Großformat ist eine Offenbarung zum Thema „Bäume“. Die Vielfältigkeit des Einsatzes von Holz, die unterschiedlichen Erscheinungen und Vorkommen, die geschichtliche Bedeutung, der Stellenwert für die Menschheit und das Ökosystem werden in all der Bandbreite aufgegriffen. Der Text ist stets in einer verdichteten Spalte zu finden, eher in kleiner Schrift gehalten und nicht unbedingt übersichtlich. Hier werden zuerst gute Leser animiert sich mit dem Thema zu beschäftigen. Allerdings ist es auch für Jugendliche und Erwachsene definitiv eine Wissensgrube. Das Sachbuch lebt allerdings vordergründig von den Illustrationen. Wunderschöne Tafeln werden hier abgebildet, die hier und da an alte Infotafeln im Museum oder Schulen erinnern.

Inhaltlich wird auf den 80 Seiten umfangreich der gesamte Lebensraum „Baum“ beleuchtet. Die Tarnung der Insekten ist ein Tanz mit der Natur, denn Tiere orientieren sich an der aktuellen Farbe nicht aus Eitelkeit, sondern aus Überlebenswünschen. Die Texte sind nicht staubtrocken, sondern entgegen ihrer Darstellung leicht zu verstehen und dem Inhalt lässt sich insgesamt gut folgen. Hier findet sich Wissen für Experten. Neben der obligatorischen Abbildung von Blättern, bietet dieses Buch Informationen, zu denen Kinder selten Zugang finden. Alleine schon das Kapitel „Wurzeln“ und ihre Ausbreitung in Mangrovenwäldern, lässt den Leser voller Staunen zurück. Auch „Baumhäuser“ versprechen Faszination, genauso wie die Darstellung von „Baumungeheuern“. Den Letzteren begegnen Kinder immer wieder in Medien und lassen sich wunderbar auch im Kunstunterricht aufgreifen.

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Fazit

Ein außergewöhnliches Bilderbuch mit ungewöhnlichen Informationen zum Thema „Wald“ und „Bäume“.

 

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Rachel Bright und Jim Field – Die Streithörnchen

Rezension

Der Sommer nahm Abschied im mächtigen Wald,
das Moos gedieh saftig, die Luft wurde kalt.
Der Himmel war rot und der Herbst zog ins Land,
so manch müdes Wesen im Bettchen verschwand.

Pia Jüngert hat das Bilderbuch aus dem Englischen in dahinfließende Reime gebracht. Zu keinem Zeitpunkt wirkt es holprig oder stockend. Die Seele bilden allerdings die zauberhaften Illustrationen von Jim Field. Was sind das bloß für charakteristische Wesen, die einem bereits auf der Titelseite entgegen blicken? Und was soll ich sagen: Wer kennt sie nicht? Die Streithörnchen?

Lenni ist ein sorgloses Eichhörnchen und legt im Gegensatz zum fleißigen Finn kaum Vorräte für den Winter an. Als beide einen Zapfen erblicken, beginnt die Hetzjagd nach der letzten Nuss im Jahr. Sie ringen im Wasserfall, entfliehen einem Vogel und treiben schließlich hilflos im Fluss. Hier schaffen sie es gerade noch ans Ufer und ziehen sich gegenseitig mit schwindender Kraft heraus. Genau in diesem Augenblick kommt die Erkenntnis, dass teilen wunderbar sein kann und es nichts Schöneres gibt als gemeinsam zu lachen.

Dieses Bilderbuch ist perfekt zum Einläuten der Herbstzeit. Es richtet den Blick auf die Veränderungen in der Natur und schafft einen gelungenen Übergang zum „Loslassen im sozialen Miteinander“. Manchmal ist das Teilen recht schwer und erfordert eine ausgeprägte Teilungsbereitschaft, die im Freundeskreis Kindern vorerst noch leichter fällt. In eine turbulente Geschichte verpackt, zeigt Rachel Bright, dass gemeinsam oft mehr ist als einsam.

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In sozialen Gefügen kommt es, wie bei den Streithörnchen, immer wieder zu Streitigkeiten. Die Aufarbeitung kann mit diesen Streitgeschichten erfolgen. Hier wird die Empathiefähigkeit gefördert und der Perspektivwechsel geschult…und ja es geht auch um das „Teilen“.

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Fazit

Fantastische Reime und Illustrationen – ein Vorlesegenuss!

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Torben Kuhlmann – Edison: Das Rätsel des verschollenen Mauseschatzes

Rezension

Nach „Lindbergh“ und „Armstrong“ ist dies nun der dritte Band der Mäuse-Reihe von Martin Kuhlmann. Im gewohnten Handlungsstrang ist eine junge Maus der Protagonist dieses Bilderbuchs. Der junge Mäuserich Pete entdeckt eine vergilbte Tagebuchnotiz seines Urahns und begibt sich auf die Suche nach einem Schatz. Wäre dieser nicht in den Tiefen der Meere verschwunden … So baut er mithilfe seines Professors nach einigen Fehlversuchen einer misslungenen Tauchglocke ein Unterseeboot.

Die Erzählung fokussiert auf den Kreativitätsvorgang, der bei Erfindungen abläuft und zeigt auf, wie Ideen ausprobiert, um anschließend wieder verworfen zu werden. Es bedarf mehrerer Fehlversuche, die alle wertvoll sind, denn sie lehren uns immer etwas Neues. So schauen die beiden Erfinder für den Bau eines Unterseebootes sich die Fische ganz genau an, um wichtige Elemente zu kopieren.

Hier darf man keinen Spannungsbogen im Sinne von Abenteuergeschichten erwarten. Es ist ein ruhiges Bilderbuch mit fabelhaften Illustrationen. Vielleicht bilden die Illustrationen sogar den Mehrwert dieses Bilderbuchs. Es gibt Seiten, da möchte man sich am liebsten darin verlieren oder sie gleich einrahmen. Mit 112 Seiten ist es recht ausführlich und hin und wieder textlastig. Für junge Kinder ist das Vorlesen nach Kapiteln daher sinnvoll. Besonders Kindern mit einer Begeisterung für Erfindungen und Wissenschaften wird dieses Buch beibringen, dass „Frustrationen“ und „Fehler“ zum Fortschritt dazugehören.

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Erfindungen kindgerecht näher bringen

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Martin Widmark und Emilia Dziubak – Als Larson das Glück wiederfand

Rezension

Selten findet man eine derart gelungene Symbiose aus Wort und Bild. Martin Widmark ist es gelungen eine Illustratorin für seine Geschichte zu gewinnen, die es versteht diese gewichtige Botschaft entsprechend zu tragen. Es ist der hoffnungsvolle und äußerst subtile, stetig wachsende Schein, der dieses einzigartige Bilderbuch trägt. Bereits die Titelseite mit einem wahrhaftig warmen haptischen Erlebnis lässt ausreichend Raum für das immer stärker scheinende Hoffnungsschimmer, das sich im Laufe des Buches noch weiter ausbreitet, auch im Herzen der Leser.

Larson ist alt und einsam. Die Kinder sind längst ausgezogen und haben ihre eigenen Familien. Seine Frau ist vor geraumer Zeit verstorben. Sein Kater lässt sich seit einigen Tagen nicht mehr blicken. Im Haus sind alle Erinnerungsstücke aus glücklichen Zeiten aneinander gereiht. Das Bild mit der Sommerwiese voller Mohnblumen erinnert ihn an die erste Begegnung mit seiner Frau. In der verstaubten Bibliothek, sieht alles genauso aus wie damals, als das Haus noch mit Leben und Freude gefüllt war. Er hört sogar seine Frau sprechen, wie sie nach mehr Wein für die Sauce verlangt und muss dabei lächeln. Wehmütig geht er ins Bett und flüstert vorher noch schnell „Gute Nacht“, während er die Hand auf die Bettseite seiner Frau legt. Larson lebt in der Vergangenheit.

Doch eines Tages klingelt ein kleiner Nachbarsjunge an der Tür und übergibt Larson einen Blumentopf mit dem Wunsch, dass er sich bitte darum kümmern möge, während er mit seiner Familie verreist. Dies ist der Anfang von etwas Neuem. Diese Aufgabe lässt Larson innerlich wachsen und den Sinn im Leben wiederfinden. Das Glück kehrt allmählich zurück. Er entstaubt die Räumlichkeiten, lüftet das Haus, putzt die Fenster, begrüßt den zurück gekehrten Kater und vergisst am Abend sogar seiner Frau „Gute Nacht“ zu sagen. Er setzt sich neue Ziele, plant seinen Tag, statt einfach vor sich hin zu leben.

Der Aufbau dieser Geschichte ist eine Kunst. Wartin Widmark schafft es die Einsamkeit und die Hoffnungslosigkeit des alten Mannes so detailliert und schmerzlich realistisch zu erfassen, dass sich das Herz automatisch zusammen zieht. Ferner lässt Emilie Dziubak dem Leser durch die wirkungsvollen Bilder, die hin und wieder ganz ohne Text alleine für sich stehen, ausreichend Zeit zum Verarbeiten und Hineinspüren. Hier steckt so viel Wahres drin. Denn Schicksalsschläge gehören zum Leben dazu. Wichtig ist der Umgang damit. Hier wird gezeigt, dass in der Vergangenheit zu leben keine Lösung sein kann. Der Mensch braucht Ziele und neue Aufgaben. Der kleine Junge reicht dem alten Mann die Hand und so hoffe ich, dass dieses Bilderbuch einen Beitrag dazu leisten kann, dass wir aufmerksamer durch das Leben gehen und hier und da jemandem die Hand reichen, ein Lächeln schenken oder eben eine Blume, die so viel mehr bewirken kann, als wir es uns vielleicht denken!

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Fazit

Das schmerzliche Leben realistisch und doch so schön abgebildet: Ein Genuss, auch in Form eines Geschenkbuches!

 

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Meg McKinlay und Leila Rudge – Kleines Nashorn, wo fährst du hin?

Ein kleines Nashorn wollte die weite Welt sehen und tat etwas, was Nashörner gewöhnlich nicht tun. Es fing an zu träumen. Der Wunsch, einmal die Welt sehen, riechen und schmecken zu können wuchs und so baute es schließlich ein Boot.

Unterwegs probierte es von dem salzigen Meerwasser, beobachtete die Fische, bestaunte den Sternenhimmel und segelte bis in die tiefsten Länder und noch weiter. Als es alles gesehen hatte, segelte es wieder zurück und erzählte begeistert von seinen Erlebnissen, die auch unheimlich waren und Gefahren in sich bargen. Und doch war die Reise wunderbar und jede Erfahrung wert.

Rezension

Dieses Bilderbuch handelt vom Leben, schlichtweg vom Wagemut sich auf die Abenteuer des Lebens einzulassen und es voll und ganz in sich aufzunehmen. Das Nashorn verlässt die gewohnte Umgebung und traut sich aus seiner Komfortzone hinaus. Es verirrt sich, trifft auf Unerwartetes, durchlebt Schwierigkeiten und lernt dazu. Es wächst mit jeder Herausforderung und lernt seine Umwelt intensiver wahrzunehmen und wertzuschätzen. Reich an neuen Erkenntnissen kehrt es zurück. Es hat seinen Horizont erweitert, während die anderen Nashörner den Erzählungen nur halbherzig lauschen.

Die Begeisterung kann einzig und allein ein sehr junges Nashorn teilen. Es hat eine Kamera um den Hals hängen und steckt sein Horn ganz nach oben in die Luft. Es lässt sich anstecken und das Träumen beginnt. Dieses Bilderbuch ist für alle mutigen Menschen dieser Welt, die sich auf einer Reise befinden. Es greift emotional an den Wurzeln des menschlichen Daseins. Inhaltlich ruft es unbeirrt und sehnsuchtsvoll: „Öffnet die Tore und geht hinaus! Fallt hin und steht wieder auf! Das ist Leben in all seinen Facetten!“

„Kleines Nashorn, wo fährst du hin?“ ist ein zauberhaftes Bilderbuch für den Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule. Es nimmt die Angst vor dem Neuen. Es zeigt all die wunderbaren Möglichkeiten auf, die auf uns außerhalb des Gewohnten warten. Auch Erwachsenen, die Veränderungen im Leben durchleben, kann die Botschaft dieses Bilderbuchs viel Trost spenden und sie im Wachsen bestärken.

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Ein Bilderbuch über den Aufbruch, Wagemut und die Abenteuer des Lebens

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Daniela Kulot – Wir sind erste Klasse!: Ein ABC zum Schulanfang

Rezension

Daniela Kulot gelingt es mit diesem Bilderbuch rund um den Schulanfang ganz unaufgeregt über die Aufregung der Einschulung für alle Beteiligten zu erzählen. Die 26 Kurzgeschichten zu jedem Buchstaben sind nicht krampfhaft darauf ausgerichtet, dass jedes Wort mit dem entsprechenden Buchstaben beginnt. Ganz im Gegenteil, in einem lockeren Erzählstil werden sehr wirklichkeitsgetreue Situationen geschildert.

Anton ist aufgeregt. Er kommt heute in die erste Klasse! Hurraaaa! (…) Vorher muss Anton Mama trösten. Sie heult ja jetzt schon.

Genau diese Darstellung erlebe ich jedes Jahr zur Einschulung. Während die i-Dötzchen sich eigentlich freuen, überträgt sich die Nervosität der Eltern auf manche Kinder, sodass sie sich manchmal gar nicht in den Klassenraum trauen. In ganz unterschiedlichen Familienkonstellation treffen wir hier auf eine bunte Vielfalt an Kindern. Sie alle kommen zusammen, um gemeinsam die nächsten Jahre zu lernen und zu leben. Gregor braucht eine Gehhilfe, Hannah ist immer ganz hektisch und Lilli ist Linkshänderin.

Jede Kurzgeschichte wird von zauberhaften Illustrationen begleitet. Sie sind bunt und einfach knuffig, dem Kulot-Stil bin ich allerdings schon seit Jahren verfallen. Rund um die Szene werden Wörter präsentiert, denen der Anfangsbuchstabe fehlt. Schnell wird klar, dass hier natürlich der zur Geschichte passende Anfangsbuchstabe ergänzt werden muss.

Dieses Bilderbuch ist perfekt für die Schultüte oder als Geschenk für alle an der Einschulung Beteiligten. Auch im Klassenraum lässt es sich gut etablieren und jede Geschichte passend zum momentan behandelten Buchstaben vorlesen. Die Situationen bieten einen guten Gesprächsanlass, um anschließend auf das „soziale Lernen“ einzugehen, sei es zur „Andersartigkeit“, „Gefühle“ oder „Regelbewusstsein“.

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Fazit

Das Bilderbuch zur Einschulung ist einfach klasse!

 

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Saskia Hula und Felicitas Horstschäfer – 100 Gründe für Urlaub im Zelt

Rezension

So ein Aufbruch in die Sommerferien hat es ganz schön in sich, besonders wenn es zum Campen geht. Es müssen Sachen gepackt, die Haustiere versorgt und die Route bedacht werden. Die Fahrt ist anstrengend und lang. Außerdem ist es heiß und unbequem. Vor Ort fehlen die neuen Medien, die Kinder sprechen eine andere Sprache und die Mücken nerven.

Auf jeder Seite werden Gründe genannt, warum so ein Camping-Urlaub nervig ist. Bei 100 Seiten kommen daher so einige Argumente zusammen. Auch wenn das Buch vermeintlich nur so vor Negativität strotzt, kommt man aus der Erwachsenensicht schnell zum Urteil, dass diese „Unbequemheiten“ den Urlaub erst so richtig erinnerungswürdig machen.  Die Widrigkeiten, wie z.B. auf andere Kinder zugehen, deren Sprache man nicht spricht und dann doch lernt miteinander zu kommunizieren, prägen uns und lassen uns wachsen.

Dieses Urlaubsbuch ist mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Das Glas ist voller als man denkt, möchte man glatt behaupten und den Menschen, die alles negativ sehen, zurufen:

„Seid froh über die Herausforderungen, denn sie lassen euch lernen und wachsen!“

Eine wünschenswerte Gelassenheit, vielleicht sogar eine Prise Stoizismus, hat Saskia Hula in diese Parabel gekleidet. Die Illustrationen untermalen diesen cartoonähnlichen Charakter. Wir urteilen manchmal zu schnell und unbedacht, so wie die schnellen Wachsmalstriche von Felicitas Horstschäfer es vermuten lassen. Hinter jedem auch so kleinen Stolperstein, hier im Buch Kieselstein, steckt eine Geschichte…eine Chance!

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Von wegen doof – Urlaub ist immer eine Bereicherung!

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Oliver Jeffers – Hier sind wir: Anleitung zum Leben auf der Erde

Rezension

Alexander Gerst gelang es mit der Weltraum-Mission ein neues Bewusstsein für den Kosmos zu wecken. Die Faszination der Raumfahrt und damit einhergehend auch das Bewusstsein zur Verletzlichkeit unseres Planeten rückte in den letzten Monaten in den Vordergrund, auch bei vielen Kindern.

Diese Begeisterung kann in diesem wirklich fulminanten Bilderbuch von Oliver Jeffers ihren Ankerpunkt finden. Nach der Darstellung des Sonnensystems, wird die Erde etwas genauer vorgestellt. Der Wasserkreislauf ist eines meiner Lieblingsseiten, weil es viele sachunterrichtliche Aspekte sehr kindgerecht aufgreift. Zunächst geht es um das „Land“, was schon recht gut erforscht ist und die Vielfalt der unterschiedlichen Tiere. Der Mensch wird als eine besondere Spezies vorgestellt, der Körper kurz skizziert und die Andersartigkeit zur Schau gestellt. Auf einer Doppelseite kann man sich von Menschen in allen Formen, Größen und Farben beeindrucken lassen.

Eigentlich hat der Autor dieses Buch für seinen Sohn geschrieben und alles hineingepackt, was ein Neuankömmling auf dieser Welt wissen muss. So überrascht es nicht, dass es viele philosophische Ansätze enthält. Überall schwingt eine gewisse Doppeldeutigkeit mit. Während der Polarstern den Norden als Himmelsrichtung weist, wird der zweideutige Hinweis noch beigefügt: „Wie du den Weg findest, wenn du dich verirrt hast“. Es geht um Lebensweisheiten. Es geht um tiefergehende Wegweiser.

Der wohl rührendste und heutzutage sehr aktuelle Aspekt ist die Verbildlichung der „Zeit“, die sich manchmal dehnend und manchmal fliegend anfühlt. Es geht um Vergänglichkeit. Ein Vater, der seinem Sohn die Sorgfalt im Umgang mit der Erde näher bringen möchte und darauf hinweist, dass es wichtig ist zu fragen. Auch wenn er selbst nicht mehr auf der Erde weilt, so gibt es andere Menschen, die die nächste Generation fragen sollte. Es ist ein Werk als Ausdruck der Liebe an die Menschheit und die Erde. Einfach famos!

Nutze deine Zeit gut, denn sie verrint schnell.

 

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Fulminante Bilder – famose Botschaft!

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José Sanabria und María Laura Días Domínguez – Ein Blatt im Wind

Rezension

Schon fast wie eine Liebeserklärung mutet dieses Bilderbuch einer spanischen Autorin an die beinahe nostalgische  Form der Informationsverbreitung an. Die gedruckte Zeitung als Nachrichten-Medium erscheint heutzutage neben dem Internet schon fast eine veraltete Form der Informationsbeschaffung zu sein. Umso rührender ist diese Hommage an eine ehemals revolutionäre Wissensquelle.

Aus der Ich-Perspektive wird die Reise einer Zeitung geschildert. Zunächst genießt es die wohlige Wärme in einer Druckerei und begibt sich anschließend auf einer ganz individuelle Reise. Vom Wind zerstreut landen die einzelnen Blätter an unterschiedlichen Orten. Es dient einem Jungen als gefaltetes Schiffchen, bietet einem verliebten Paar Schutz vor dem Regen, spendet in einem Kamin Wärme oder erfüllt seinen Zweck als Reinigungsutensil.  Ein betrübter Mann erhält das letzte Blatt.

Es war das erste Mal, dass jemand las, was ich zu sagen hatte.

Und hier entdeckt er eine Nachricht, auf die er schon lange wartete. Es war die wunderbarste Nachricht der Welt. Auch wenn wir als Leser nie den Inhalt dieser freudigen Botschaft erfahren, so können wir mit ansehen zu welchem Zweck Zeitungen dienen. Sie informieren, belehren, dokumentieren, unterhalten und manipulieren zuweilen. Man könnte auch hier weiterspinnen und gemeinsam mit den Kindern Pro und Kontra für diese Form der Nachrichtenverbreitung sammeln. Sogar die Illustrationen wirken verstaubt, aus einer anderen Zeit und einfach überholt. Als Gesamtbild fügt sich diese Komponente jedoch wunderbar in das enstsprechende Raster ein.

Dieses Bilderbuch ist ein toller Aufhänger für ein Zeitungsprojekt, das oft im vierten Schuljahr der Grundschule durchgeführt wird. Es lässt sich sehr gut in die Themeneinheit „Medien und Werbung“ einbinden. Durch die vielschichtige Verwendung der zerstreuten Blätter regt es zum fächerübergreifenden Arbeiten an und motiviert dazu Recycling-Projekte zu verwirklichen.

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Fazit

Eine Hommage an die gedruckte Form der Nachrichtenverbreitung.

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