Garda Raidt – Müll: Alles über die lästigste Sache der Welt

Rezension

Gerda Raidt greift in ihrem Sachbuch eines der aktuellsten Themen auf und geht auf die Problematik des Mülls ausführlich ein. Die gigantischen Müllberge häufen sich und immer öfter erfahren Kinder aus den Medien, dass die Plastikinseln im Meer im größer werden. Das schürt Ängste und bereitet auch schon Kindern Sorge.

Dieses Buch informiert nicht nur, sondern ermutigt Kinder auch zum Handeln. Schließlich geht es um ihre Zukunft auf unserem Planeten. Die einzelnen Kapitel stehen für sich geschlossen und können in kleinen Häppchen portioniert gut behandelt werden. Nach einer mit zahlreichen Bildern gespickten Präsentation einer Definition von Müll, wird der Blick auf die Trennung und Unterscheidung gelenkt. In gut verständlichen Kurztexten erzählt die Autorin wohin der Müll geht, gewährt einen Blick in eine Kompostieranlage, zeigt Recyclingmöglichkeiten auf und verbildlicht moderne Deponien unter der Erdoberfläche.

Sehr positiv ist der berechtigte kritische Blick auf den Konsum in unserer Gesellschaft. Es werden viele Sachen hergestellt, die nach kurzer Zeit kaputt gehen und die Reparatur sich einfach nicht lohnt. Es wird also immer mehr produziert und weggeschmissen. Das Kapitel „Früher“ zeigt im Unterschied zum heutigen Umgang mit Rohstoffen einen alternativen Weg auf.

Zugegeben, dieses Buch bereitet Bauchschmerzen. Allerdings gibt es die Realität wieder: Mülldeponien in ärmeren Ländern, in die Höhe wachsende Müllinseln im Meer und natürlich auch Mikroplastik. Das Buch endet mit der Frage, ob wir etwas dagegen tun können. Die Autorin antwortet mit einem sicheren „Ja!“ und zeigt Wege zur Müllvermeidung und Materialwiederverwertung auf. Warum nicht Spielzeug oder Bücher verleihen, Gebrauchtes auf dem Flohmarkt kaufen oder einfach mal sparen und wenig besitzen? Jeder kann etwas tun und wenn alle anpacken, gelingt es uns gemeinsam, lautet das Schlusswort der Autorin.

Blick ins Buch

Fazit

Bedeutendes Thema kindgerecht und ehrlich aufbereitet.

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José Sanabria und María Laura Días Domínguez – Ein Blatt im Wind

Rezension

Schon fast wie eine Liebeserklärung mutet dieses Bilderbuch einer spanischen Autorin an die beinahe nostalgische  Form der Informationsverbreitung an. Die gedruckte Zeitung als Nachrichten-Medium erscheint heutzutage neben dem Internet schon fast eine veraltete Form der Informationsbeschaffung zu sein. Umso rührender ist diese Hommage an eine ehemals revolutionäre Wissensquelle.

Aus der Ich-Perspektive wird die Reise einer Zeitung geschildert. Zunächst genießt es die wohlige Wärme in einer Druckerei und begibt sich anschließend auf einer ganz individuelle Reise. Vom Wind zerstreut landen die einzelnen Blätter an unterschiedlichen Orten. Es dient einem Jungen als gefaltetes Schiffchen, bietet einem verliebten Paar Schutz vor dem Regen, spendet in einem Kamin Wärme oder erfüllt seinen Zweck als Reinigungsutensil.  Ein betrübter Mann erhält das letzte Blatt.

Es war das erste Mal, dass jemand las, was ich zu sagen hatte.

Und hier entdeckt er eine Nachricht, auf die er schon lange wartete. Es war die wunderbarste Nachricht der Welt. Auch wenn wir als Leser nie den Inhalt dieser freudigen Botschaft erfahren, so können wir mit ansehen zu welchem Zweck Zeitungen dienen. Sie informieren, belehren, dokumentieren, unterhalten und manipulieren zuweilen. Man könnte auch hier weiterspinnen und gemeinsam mit den Kindern Pro und Kontra für diese Form der Nachrichtenverbreitung sammeln. Sogar die Illustrationen wirken verstaubt, aus einer anderen Zeit und einfach überholt. Als Gesamtbild fügt sich diese Komponente jedoch wunderbar in das enstsprechende Raster ein.

Dieses Bilderbuch ist ein toller Aufhänger für ein Zeitungsprojekt, das oft im vierten Schuljahr der Grundschule durchgeführt wird. Es lässt sich sehr gut in die Themeneinheit „Medien und Werbung“ einbinden. Durch die vielschichtige Verwendung der zerstreuten Blätter regt es zum fächerübergreifenden Arbeiten an und motiviert dazu Recycling-Projekte zu verwirklichen.

Blick ins Buch

Fazit

Eine Hommage an die gedruckte Form der Nachrichtenverbreitung.

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