Kobi Yamada und Elise Hurt – Versuchen

Rezension

Die Angst vor dem Scheitern ist bei alledem der furchteinflößendste Teil. Sie hält die meisten Menschen davon ab, etwas zu beginnen. Der einzige Weg, um dorthin zu gelangen, wo man hin möchte, beginnt mit dem ersten Schritt in diese Richtung.

„Wie macht man das?“

So beginnt dieses Bilderbuch vom Autor Kobi Yamada, der uns alle bereits mit dem preisgekrönnten Bilderbuch „Vielleicht“ verzaubern konnte. Wertvolle und ausdrucksstarke Lebensweisheiten finden sich auch in dieser Geschichte, die das lebenslange Lernen im Fokus hat.

Die Anfangsfrage setzt eine gewisse Neugierde voraus und die Bereitschaft zu lernen. Der Protagonist betritt das Atelier eines Bildhauers und ist mehr als beeindruckt von seiner Kunst. Für ihn steht fest, dass er so etwas Beeindruckendes niemals erschaffen könnte. Der Bildhauer widerspricht ihm und behauptet, dass der beste Weg, seinen Talenten eine Chance zu geben, im Versuch alleine liegt.

So beginnt der Junge mit einem Meißel das Hauen einer Skulptur aus einem Steinblock. Der Weg ist steinig und von Frustration, Selbstzweifel, Enttäuschung und Versagensangst geprägt. Er kann seiner eigenen Erwartungshaltung nicht gerecht werden. Regelmäßig sucht er den Lehrmeister auf, um sich Rat zu holen. Dieser bestärkt ihn darin, Fehler als Lernchance zu sehen. Fehler bedeuten, dass man Fortschritte macht und Risiken eingeht, Mut zeigt und sich traut, nicht stehen zu bleiben. Hingabe und Ausdauer bringen einen dahin, es wieder und wieder zu versuchen.

Die Wahrheit ist, wir alle scheitern.

Schließlich öffnet der Bildhauer dem Jungen das Tor zu seinen „Fehlern“ und beide bestaunen in einem abgelegenen Garten die unterschiedlichsten Statuen, die alle in ihrer ganz eigenen Schönheit glänzen. Und so strahlt diese Doppelseite ein wahrhaftiges Selbstvertrauen und Selbstakzeptanz aus. Erstmals erblickt der Leser feine Farbnuancen in den sonst sehr graudominierten Illustrationen, die auf Bewegung, Flexibilität und Wachstum hindeuten. Man muss sich erlauben, eben nicht perfekt sein zu müssen, sondern Fehlversuche und Entwicklungsschritte als Etappen auf einem Lebensweg zu betrachten.

Elise Hurst spielt gekonnt mit Licht und Schatten in ihren Bleistiftzeichnungen, die wie Radierungen wirken. Ihre Zeichensprache zeugt von Tiefe und Schwere und fängt das Leben in seinen Schwingungen sehr gut ein. Das Bildmotiv der roten Katze begleitet den Jungen von Anfang an und ist nicht nur sein Motiv, sondern auch der Hoffnungsträger. Man meint, dass die Katze anspornt, motiviert und antreibt. Hier steckt Seele in den Bildern. Die Charaktere erscheinen eher schemenhaft und genau dieser Schleier ist die Übertragung auf den Leser und seine Lebensgeschichte, so wie es die letzte Seite andeutet.

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Fazit

Versuchen heißt, mutig genug zu sein, anzufangen und sich das Lernen auf dem Weg zu erlauben.

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Jessica Love – Julian feiert die Liebe

Rezension

Die Liebe kennt keine Formen, keine Farben und auch kein Geschlecht. Am Mutter- oder Vatertag stehen Eltern und Kinder eng zusammen und zelebrieren die Liebe füreinander. Das individuelle Gefühl für Liebe, losgelöst von Grenzen, zeitlichen Beschränkungen oder dem Urteil der Intensivität, wird auch in diesem Bilderbuch von Jessica Love so selbstverständlich erzählt, wie man es sich als Erwachsener für seine Kinder nur wünschen kann.

Julian besucht gemeinsam mit seiner Freundin Marisol eine gleichgeschlechtliche Hochzeit. Während die Erwachsenen sich am Tisch versammeln, schleichen sich die Kinder, getrieben von der Lust des Entdeckens, unter die Hänge einer Weide, einem Feenschloss. Hier tollt Marisol im Matsch, während Julian an einem Feenkleid mit Flügeln bastelt. Letztendlich ist es genau das, was sich Eltern für ihre Kinder wünschen: Eigene Flügel, um frei das Leben und das persönliche, ganz eigene Glück zu erkunden, ohne eingeengt und in ein bestimmtes Muster gezwängt zu werden.

Die Autorin schafft es mit nur wenigen Worten, dafür mit viel Atmosphäre in den Bildern eine so gewaltige Portion Akzeptanz zu schaffen, dass es beeindruckt. Es wirkt auf keiner Seite gewollt, übertrieben oder zu sehr den Fokus auf das Rollenverständnis und Diversität richtend. Genauso wie die Botschaft, liest es sich frei und selbstverständlich.

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Liebe hat viele Facetten!

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Petra Eimer – Und dann kam Juli

Rezension

Paul führt ein, seiner Aussage nach, ganz gewöhnliches Leben. Zumindest war es bis zu dem Tag so, an dem Juli ihm zugelaufen kam. Das Pferd macht es sich im heimischen Garten bequem und verwüstet nicht nur Papas Gemüsegarten, sondern macht sich auch an Mamas Blumen zu schaffen. Im Gegensatz zu Paul, haben weder seine Eltern noch seine Freunde etwas gegen Juli.

Der Versuch den eigentlichen Besitzer mithilfe von Flugblättern und Anzeigen ausfindig zu machen, wird vorerst nicht von Erfolg gekrönt. Paul muss sich wohl oder übel mit Juli abfinden. Mit Hunden und Katzen hätte Paul noch etwas als Haustier anfangen können, aber Pferde? Jegliche Vorhaben Juli das Sprechen beizubringen oder es zu dressieren, misslingen. Wird Pauls Herz sich doch noch für Juli erwärmen?

Das Buch begeistert mit einer ganz reichhaltigen und wunderbar modernen und farbigen Bebilderung, die sich konsequent durch das Buch für Kinder ab 8 Jahren zieht. Petra Eimer spielt auch mit der Darstellung der Schrift, die sich an den inhaltlichen Aussagen orientiert. Das Lesen wird dadurch auch für Lesemuffel abwechslungsreich gestaltet und beinhaltet somit schon fast einen Hauch an comicähnlicher Erscheinung.

Getragen wird die Geschichte durch alltägliche Familiensitutationen, die wohl jedes Kind zwischen 8 und 10 Jahren kennt. Viele Dinge werden einem nun peinlich. Das Interesse und die Scham dem anderen Geschlecht gegenüber steigen. Der Kernessenz ist jedoch das Vertrauenfassen Neuem gegenüber und das Ablegen der vorerst negativen Anmutungen und Vorhersagen. Es geht darum, Offenheit zu entwickeln und mutig genug zu sein, um Unbekanntes näher zu erfahren.

Ein großes Schmunzeln ist bei allen Lesern auf Seite 79 zu erwarten. Hier wird im Sinne der „Buch im Buch-Darstellung“ der Verkaufsschlager „Die Schule der magischen Tiere“ erwähnt, aus der Paul die Idee schöpft, dass das Pferd vielleicht sein magisches Tier ist, mit Talenten die ihm noch nicht offenbart wurden.

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Eine unterhaltsame Lektüre zum Vorlesen oder Selberlesen – für Jungen und Mädchen gleichermaßen geeignet!

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Surrealismus im Kunstunterricht

Kunstunterricht im Homeschooling und in Zeiten von Corona stellt alle in der Schule Beteiligten vor einige Hürden und Herausforderungen. Vor allem bei der Einführung neuer Themen, ist es wichtig, weiterhin kreativ zu sein und motivierende Anlässe zu schaffen, um die Schülerinnen und Schüler mitzunehmen. Gerade der Bereich Bildbetrachtung lebt vom Diskurs und Austausch. Da dieser Zugang momentan so limitiert ist, bieten sich Videopräsentationen an, die als kleines „Schmankerl“ die Kunstrichtung oder bestimmte Künstler und deren Technik vorstellen.

Die Präsentation zum Surrealismus wurde mit Genially erstellt und bot bereits das Grundgerüst als Vorlage an. Die Auswahl der beispielhaften Kunstwerke zeigt, dass das Surreale jeglicher Realität enthoben ist und unwirklich und traumhaft erscheint. Die beiden Hauptvertreter Salvador Dalí und René Magritte finden hier besondere Berücksichtigung, da sie ausdrucksstarke und traumähnliche Bilder schufen, in denen eine neue „Überwirklichkeit“ entsteht. Das gelang ihnen dadurch, dass ungewohnte oder gegensätzliche Gegenstände und Motive miteinander verbunden wurden.

Die Videopräsentation könnte im Online-Unterricht als Einstieg genutzt werden, um darauf aufbauend, die Kunstwerke und die Eindrücke, die diese Werke vermitteln, zu thematisieren. Um mehr über die jeweiligen Künstler zu erfahren und als Ergänzung zu praktischen Arbeiten, von denen der Kunstunterricht hauptsächlich lebt, bieten sich „Künstler-Falthefte“ an, die im Homeschooling oder als Differenzierungsmöglichkeit ausgegeben werden können.

Sollte es jemand gebrauchen können, einfach den folgenden Link teilen: https://view.genial.ly/608ff5c5d7afb30db20b1909

Daniela Kunkel – Das kleine WIR im Kindergarten

Rezension

Das kleine WIR ist nicht nur in Familien und Klassenräumen zu finden, sondern überall dort, wo sich Menschen gern haben. In diesem Band der Erfolgsreihe rund um die beliebte Kinderbuchfigur mit dem großen Herz, begleiten die Leser die Kinder der Kita Hummelbummel durch den Alltag. Hier werden Theaterstücke inszeniert, um die Wette geschaukelt und vor allem zusammen gehalten. Das WIR der Kindergartengruppe ist groß und stark, sodass sich niemand alleine fühlt.

Nach den Ferien kommt Carl in die neue Gruppe und wird mit einem großen Plakat willkommen geheißen. Schüchtern hält er sein Einhorn in der Hand umklammert und wirkt in der neuen Umgebung noch unsicher. Auch wenn die anderen Kinder nett zu ihm sind, fühlt er sich dennoch unwohl und fremd. Natürlich greift hier das grüne Wesen ein und zeigt, dass gemeinsame Erlebnisse, warme Worte und gute Taten zusammen schweißen. Schon bald ist er gar nicht mehr der „Neue“ und heißt gemeinsam mit der Gruppe auch schon das nächste Kind willkommen.

Dieses Bilderbuch erwärmt das Herz, denn genauso eine „Bilderbuch-Kindergartengruppe“ wünschen sich wohl alle Eltern. Alles ist hier stimmig. Jeder wird als Individuum mit seinen Stärken und Talenten gesehen. Die Illustrationen bilden Kinder und Erzieherinnen in all ihrer Diversität ab. Es herrscht eine unausgesprochene Toleranz und Akzeptanz. Gleichzeitig wird allen Neuankömmlingen in welcher Lernumgebung auch immer, die Angst genommen. Das Bilderbuch kann auch als Gesprächsanlass genommen werden, um gemeinsam mit den Kindern zu thematisieren, was es heißt jemanden willkommen zu heißen. Welche Taten und Worte lassen das „neue Kind“ sich schneller einleben. Die Kita Hummelbummel strotzt nur so vor Wertschätzung, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Herzenswärme!

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Jeder ist willkommen – So gelingt Werteerziehung im Kindergarten!

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Susanna & Johannes Rieder – Hunde im Futur: Eine Grammatik in Bildern

Rezension

Man findet nicht viele Kinderbücher, die sich dem vermeintlich trockenen Thema „Grammatik der deutschen Sprache“ widmen. Die Geschwister Susanna und Johannes Rieder hauchen dem Ganzen jedoch durch diese spezielle Form der Buchgestaltung regelrecht Leben ein. Die Grammatik wurde hier in Bilder gepackt und eröffnet den Kindern und Erwachsenen einen innovativen und spielerischen Zugang zu den grammatikalischen Phänomenen.

Das Sachbilderbuch ist durch die gefalzten und ausklappbaren Seiten mit großem Aufwand gestaltet und fokussiert auf Entdeckung der Themenbereiche rund um „Tempus“, „Die vier Fälle“, „Wortarten“, „Satzschlusszeichen“, „Pronomen“, „Modus“ oder auch „Satzglieder“. Dabei schwingt immer eine gewisse Prise an Humor mit, wenn man die Bilder zu lesen lernt. So wird bei der Zeitform „Präsens“ und dem Verb „lesen“ als handfester Gegenwartsbezug regelrecht ein Buch aufgeschlagen. Das Ergänzungswort „jetzt“ bildet eine kleine Eselsbrücke, sodass der Unterrichtsstoff auch spielerisch vermittelt werden kann. Die Erklärungen sind oft kurz und knapp gefasst, denn es möchte sich von den gewöhnlichen Regelwerken abheben.

Bei den Erläuterungen werden oft die lateinischen Begrifflichkeiten benutzt, sodass das Grammatikbuch vordergründig für Kinder ab der 5. Klasse zu empfehlen wäre, wenn auch einige Bausteine durchaus schon in der Grundschule Verwendung finden können. Nachhilfeinstitute oder auch NachhilfelehrerInnen werden es als Bereicherung ansehen und auch als Geschenk für LehrerInnen und Referendare ist es wunderbar geeignet!

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Deutsche Grammatik innovativ und spielerisch präsentiert.

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Mary Hoffmann und Ros Asquith – Das große Buch für kleine Umwelthelden

Rezension

Das Earth-Day Motto 2021:

Jeder Bissen zählt. Schütze was du isst – schütze unsere Erde.

Dieses Sachbilderbuch knüpft genau an die Thematik des alljährlich am 22. April weltweit stattfindenden Earth Days, dem Tag der Erde, an. Hier gilt es global zu denken und lokal zu handeln. Jeder kann etwas tun und zum kleinen Umwelthelden werden.

Unsere Erde schenkt uns so viel, was Menschen, Tiere und Pflanzen zum Leben brauchen. Mary Hofmann strukturiert die Umweltthemen gekonnt und zeigt leicht verständlich auch schon Kindern ab 5 Jahren, warum unser kostbarer Planet geschützt werden sollte und welchen Gefahren es sich aussetzen muss. Der Mensch ist mit all seinen unbedachten Handlungen nicht ganz unschuldig daran. Die Autorin wirft einen Blick in die Meere, verdeutlicht die Bedeutung des Tierschutzes und schlägt einen Bogen hin zu einem bewussten Umdenken in Bezug auf Nachhaltigkeit. Jede Doppelseite widmet sich einer Grundidee, was man als Umweltheld im Alltag tun kann. Dabei sind es wirklich recht einfache und schnelle Umsetzmöglichkeiten, wie z.B. alle Geräte ausstöpseln, sich wärmer anziehen, statt übermäßig zu heizen oder einfach den Wasserhahn abdrehen, während man sich die Hände einseift.

Dieses Buch ist sehr gehaltvoll und vermittelt die sachlichen Informationen sehr explizit, sodass die Zuhörer Zeit und Gelegenheit zum Begreifen benötigen. Dafür bedarf es einer Umwälzung des Wissens. Man kann hieraus wahnsinnig viel schöpfen, sodass das Buch pädagogisch sehr gut im Unterricht einsetzbar ist.

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Ein bedeutendes und sehr aktuelles Thema so aufbereitet, dass die Korrelation zur Erfahrungswelt der Kinder mehr als evident verläuft.

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Martina Baumbach – Die Tierwandler 3: Ein Kroko will kuscheln

Rezension

Wir Tierwandler schwör´n
mit Flügeln, Flossen, Pfoten:
Das Geheimnis zu verraten ist verboten.
Wir wollen es für immer bewahren,
kein andrer soll davon erfahren.

Die Reihe der Tierwandler erinnert thematisch an die Bände der „Schule der magischen Tiere“, die allesamt bei den Kindern in der Altersklasse ab 8 Jahren äußerst beliebt sind. Der Unterscheid ist hierbei jedoch, dass die Kinder selbst sich in die unterschiedlichen Tiere verwandeln.

Das kann allerdings bei dem einen oder anderen dauern. Herr Olsson an der Bärenfeldschule tut alles, um die Verwandlung im Tierwandler-Unterricht heraus zu kitzeln. Er lässt die Kinder im Pool ihre Wasserleidenschaft erkunden und bei einem Aufsatz sich in ein Tier hineinversetzen. Gemeinsam werden Fährten gelesen, Gefahren und Tarnungen besprochen oder Kampf und Verteidigung erprobt.

Oskar wartet sehnlichst auf seine Verwandlung. Er möchte unbedingt ein Dinosaurier sein, genauso groß und angsteinflößend wie die ausgestorbenen Geschöpfe des Erdmittelalters. Als bei einem Zoobesuch ein sprechendes Krokodil auftaucht, ist die Aufregung groß. Ist die Verwandlung einem der Schüler gelungen und droht ihr Geheimnis in aller Öffentlichkeit gelüftet zu werden?

Das Cover weckte in der Klasse gleich das Interesse der Kinder, sodass sie es sich als Vorlesebuch in den Frühstückspausen wünschten. Die Spannung blieb auch nach Wochen des Vorlesens erhalten. Sie legten die Puzzleteile stets zusammen und versuchten anhand der Hinweise zu erraten, in welches Tier sich wohl Merle mit ihren struppigen Haaren verwandeln würde und schmunzelten über Oskars Bestreben ein furchterregendes Tier mit riesigen Klauen zu werden. Die Schulumgebung als Handlungsort ist ihnen vertraut und auch das Drumherum kommt ihrem Grundschulleben sehr nah.

Aufgrund der großen Bandbreite an Charakteren, wird jeder Leser jemanden finden, mit dem er sympathisiert und sich mit der Figur identifizieren kann. Im Innenteil sind einige wenige schwarz-weiß Illustrationen abgedruckt. Etwas gestört haben mich beim Vorlesen die neumodischen Ausrufe, wie „Alter!“ oder „Ey!“ oder auch „Du, Hirni!“. Ich habe sie kurzerhand ersetzt oder weggelassen. Gut gefallen hat uns dagegen die Tatsache, dass es Übung benötigt, um die Fähigkeit der Verwandlung sicher kontrollieren zu können. Das schließt ganz wunderbar an das Erfahrungsfeld Schule an. Alle Grundschulkinder, die Fantastisches und Magisches mögen, werden ihre Freude mit diesen Bänden haben.

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Die AG Sport für besondere Talente hat es wirklich in sich! Hier erwarten die Leser spannende Abenteuer rund um Magie und Zauberkunst.

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Zoë Tucker und Rachel Katstaller -Ada und die Zahlen-Knack-Maschine: Das außergewöhnliche Leben der Ada Lovelace

Rezension

Das ist Ada.
Sie mag wie ein normales
kleines Mädchen aussehen,
aber die Wahrheit ist, dass
Ada die Welt verändert hat.

So beginnt das Sachbilderbuch über eine sehr starke, wissbegierige und mutige Frau und ihre wissenschaftliche Errungenschaft. Schon früh interessierte sich Ada für knifflige und komplizierte Aufgaben und las alle Bücher, die sie in der Bibliothek finden konnte. Ihre Leidenschaft galt insbesondere Zahlen und Berechnungen.

Mädchen war in der damaligen Zeit eine gute Beschulung nicht vergönnt und so wurde sie von klugen Menschen aus aller Welt zu Hause unterrichtet. Einer ihrer Lehrer war ein Erfinder und mathematisches Genie, von dem sich Ada anstecken ließ. Sie forderten sich gegenseitig heraus und stellten sich Rätsel und Knobelaufgaben. Mit ihm entwickelte sie mithilfe von Lochkarten ein kompliziertes Programm und gilt heute als die erste Programmiererin in der Computertechnik.

Tucker bedient sich einer sehr einfachen und nachvollziehbaren Sprache, um die berühmte Persönlichkeit und ihre Erfindung anschaulich darzustellen. Die außergewöhnliche Liebe für Rätsel und Zahlen wurde wunderbar herausgearbeitet, genauso wie der Wissendurst und das kreative Potenzial, das in ihr schlummerte. Die Text- und Bild-Komposition ist hier herausragend gelöst. Die Farbstufen von unterschiedlichen Blau- und Brauntönen wirken sehr harmonisch, stimmig und modern.

Ada Lovelace ist eine Pionierin und Vorreiterin. Diese Geschichte der kleinen Ada kann Mädchen als weibliches Vorbild dienen, an der sie erkennen, wie eine Frau mit ihrer Begabung umgegangen ist. Das Lesen dieser Biografie kann sie dabei unterstützen, die Lebensplanung selbstbewusster anzugehen. Gerade hoch begabte Mädchen mit mathematisch-technischen Begabungen und Talenten benötigen Zuspruch, da andere Mädchen sich für diese Themen tendenziell nicht interessieren – so zumindest das Bild in unserer Gesellschaft. Umso schöner, dass dieses Sachbilderbuch diesem Klischee entgegenwirkt!

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Ermutigendes Buch seiner Leidenschaft nachzugehen und nicht aufzuhören zu forschen und kreativ zu sein!

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Begabtenförderung in der Grundschule: Fordermaterial

Die Begabung eines Kindes und das damit verbundene Entwicklungspotenzial kann auf unterschiedlichen Säulen fußen. Man unterscheidet zwischen den künstlerisch-musischen, den sozialen, den sportlichen oder akademischen Bereichen. Etwa zwei Prozent der Kinder in Grundschulen sind intellektuell hoch begabt (vgl. BMBF 2015: 88).

Allzu oft kommt es vor, dass genau diese Kinder die Lust am Lernen verlieren, weil sie sich nicht angemessen herausgefordert fühlen. Die individuelle Förderung besonders begabter Kinder im Klassenverband stellt Lehrerinnen und Lehrer zugegeben vor Herausforderungen. Aufgrund ihrer besonderen Denkfähigkeiten, lernen diese Kinder schneller und benötigen weniger Wiederholungen. Es kommt häufiger vor, dass sie dann durch auffälliges, ungewöhnliches oder überraschendes Verhalten auf sich aufmerksam machen. Sie versuchen die bestehenden Strukturen aufzubrechen und dursten nach flexiblem Handeln und Offenheit der Unterrichtsformen. Sie möchten mit ihren Bedürfnissen gesehen werden. Als Lehrkraft sollte man daher zunächst mit einer positiven Grundhaltung dem gegenübertreten und aufmerksam nach Wegen suchen besonders begabte Kinder zu fördern.

Dies kann nach den Prinzipien der Akzeleration und Enrichment geschehen, sodass sie angereicherter lernen können und durch Zusatzaufgaben, Projektarbeit und selbstständigen Lernformen ihren Stärken und Interessen nachgehen können. Auch ein schnelleres Durchlaufen der Jahrgangsstufen wäre denkbar oder auch die Einbindung in außerunterrichtliche Zusatzangebote. Bedeutsames Lernen kann dann stattfinden, wenn das Anforderungsniveau der gestellten Aufgaben zu den Lernvoraussetzungen der SuS passt. Individualisierung und Differenzierung sind daher im Unterricht unabdingbar. So ist es auch einsichtig, dass das Bereitstellen von individuell herausfordernden Aufgaben für Hochbegabte wichtig ist. Es geht jedoch nicht darum, die Kinder einfach nur mit mehr Aufgaben derselben Sorte zu beschäftigen, sondern knifflige Rätsel- und Knobelaufgaben anzubieten. Mit dem folgenden Material habe ich persönlich gute Erfahrungen gemacht:

Sinnvoll ist es außerdem, eine vielfältige und altersangemessene Auswahl an Büchern in der Klassenbücherei vorrätig zu haben. Vor allem Sachbücher haben einen große Sogwirkung, weil die Beiträge in der Kürze der Zeit gut überflogen werden können und zudem angereichert mit Wissen und komprimierten Fakten daher kommen. Folgende Sachbücher haben bei mir im Klassenraum großen Anklang gefunden:

Das Knobelheft: Rätselaufgaben für den Deutschunterricht entstand auf Wunsch zwei besonders begabter Kinder aus meiner Klasse, die sich etwas „Spannendes“ für die Notbetreuung gewünscht haben. Es ist ein Sammelsurium an Aufgaben, das eine gewisse Bereitschaft zum Knobeln voraussetzt und sich hier und da etwas knifflig zeigt. Im Material ist ein Lösungsheft enthalten, sodass die Kinder anschließend sich selbst kontrollieren können. Allerdings ist es empfehlenswert, mit den Tipps und Hinweisen zurückhaltend umzugehen und die Kinder erst ausprobieren und experimentieren zu lassen. Die Möglichkeit des Überspringens sollte ruhig aufgezeigt werden, denn auch in den Pausen wird das Gehirn am Aufgabenmuster oder der Lösung weiterarbeiten.