Astrid Henn und Stephanie Schneider – Elefanten im Haus

Elefanten im Haus

In Fines Haus sind neue Nachbarn eingezogen. Alle anderen Bewohner des Hauses warnen das Kind vor den „Neuen“ und behaupten, dass sie  wie Elefanten ständig trampeln würden. Überhaupt sollte man sich vor ihnen in Acht nehmen.

Fines hofft, dass es in der Familie mehrere „Elefantenkinder“ gibt, mit denen sie spielen könnte und klingelt gleich an der Tür. Etwas verlegen bittet die dicke Elefantenfrau Fine herein und sie nimmt auch schon gleich einen etwas anderen Geruch wahr: „Irgendwie interessant“, stellt sie fest. Schnell freunden sich die Kinder an und ignorieren alle Vorurteile der Erwachsenen. Diese Toleranz schwappt schnell über:

… und so trotten alle Nachbarn brav hinter Papa her, um den Neuen zu sagen, wie gut es ist, dass sie da sind.

Dieses Bilderbuch hat eine fabelhafte Aufmachung und kommt inhaltlich sehr verschmitzt und schon fast frech daher. Stephanie Schneider spielt gekonnt in ihren Illustrationen mit Licht und  Schatten und verdeutlicht damit die Wechselwirkung zwischen Angst, Vorbehalten, Unsicherheit und aber auch Neugierde, Nächstenliebe, Offenheit.

Das kleine Mädchen verkörpert das Licht, während viele ihrer Nachbarn stets das Negative sehen und aufgrund ihrer Angst vor dem Neuen und Unbekannten einfach nur geblendet werden. Astrid Henn zeigt ganz kindlich auch die Wahrnehmung der Andersartigkeit der neuen Bewohner und lässt ihre Protagonisten sehr realistisch den fremdartigen Geruch wahrnehmen oder dem Umzug anzulastende Unordnung. Und doch sind die natürlich übertrieben dargestellten „Elefanten“ den Bewohnern gegenüber offen und zuvorkommend. Sie bitten das Mädchen herein und zeigen sich herzensgut.

Die Autorin hat das Kinderlied „Was müssen das für Bäume sein“ sehr passend abgewandelt und fasst somit die Kernaussage des Bilderbuchs sehr humorvoll zusammen:

Was müssen das für Räume sein,
wo die großen
Elefanten zur Miete wohnen,
ohne sich zu stoßen.

Elefanten im Haus

In der heutigen Flüchtlingskrise kann das Buch nicht oft genug vorgelesen werden. Hier können sogar viele Erwachsene sich etwas abschauen.

 

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Jenni Desmond – Das Zebra, das zu schnell rannte

Das Zebra, das zu schnell rannte

Das Zebra, das sehr schnell rennen kann, hat zwei beste Freunde: einen Elefanten, der sehr klug ist und interessante Geschichten erzählen kann und einen Vogel, der äußerst witzig ist und alle zum Lachen bringt. Zusammen sind sie die drei allerbesten Freunde. Doch eines Tages war das Zebra so aufgedreht und fröhlich, dass er ZU schnell rannte und den Freunden davon ganz schwindelig wurde. Sie baten das Zebra damit aufzuhören, doch das Zebra hörte nicht auf. So entschieden der Elefant und der Vogel, dass sie zu zweit besser dran sind.

Eine Giraffe fand das traurige Zebra und bot ihm ein paar frische Blätter an. Nun rannten sie zusammen um die Wette. Währenddessen zog ein schwerer Sturm auf und der Elefant und der Vogel wünschten sich Zebra zurück, um sie mit einem Zebra-Spiel aufzuheitern. Das Gewitter machte ihnen Angst. Sie fanden Zebra bei Giraffe und spielten, lachten und lauschten interessanten Geschichten, bis sie einschliefen. Am nächsten Morgen waren sie jedoch nicht mehr die drei allerbesten Freunde… denn sie waren jetzt zu viert!

Jenni Desmond hat hier ein sehr zauberhaftes und modern illustriertes Bilderbuch geschaffen. Durch feine Linienstriche schafft sie es den Figuren ganz eigene Charakterzüge zu verleihen. Dabei ist stets Bewegung und Perspektivwechsel im Spiel. Es ist ein Genuss sich die Zeichnungen immer und immer wieder anzuschauen.

Das Thema Freundschaft wird hier in einer oft nicht unproblematischen Konstellation thematisiert. In der Streitschlichtung erlebe ich regelmäßig, dass eine häufige Ursache für Streitigkeiten Ausgrenzung und Eifersucht ist. Das Zebra hat sich nicht an die Bitte seiner Freunde halten können und war in seinem Verhalten noch sehr egozentrisch, was typisch für 5-6 Jährige ist, woraufhin er von seinen Freunden ausgegrenzt wurde.

Die Freunde erleben jedoch, dass jeder in seiner Individualität, mit all den dazugehörenden Macken, so schätzbar ist, dass sie ihn schon bald vermissen. Und da Freundschaft kein starres Konstrukt ist, erfahren die Freunde, dass der Freundschaftsbund sich auch vergrößern und alle somit bereichern kann. Manchmal ist nur ein Perspektivwechsel nötig.

Das Zebra, das zu schnell rannte

Material

Seine Freunde schätzen lernen mit all den dazugehörenden Eigenschaften – sich streiten, versöhnen, respektieren und lieben … ein lebenslanger Prozess.Zebra_Freunde_Bild

Ein alltägliches Thema für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter.

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Al MacCuish und Rebecca Gibbon – Die Biene, die sprechen konnte

Die Biene, die sprechen konnte

Belle wohnt in Paris und ist ein richtiges Stadtkind. Dennoch freut sie sich jeden Sommer ihre Großeltern auf dem Land besuchen zu dürfen. Jedes Jahr bekommt sie von ihrem Opa ein Geschenk – mal ist es ein Steckenpferd, mal ein Baumhaus oder auch schon einmal eine wunderschöne Staffelei. Dieses Jahr erwartet Belle ein umlackiertes Fahrrad ihrer Mutter auf sie.

Da darf gleich auf die Pedale getreten und die Natur erkundet werden. Auf ihrer Radtour verirrt sie Belle im Wald und macht eine erfreuliche Bekanntschaft mit einer sprechenden Biene, die sie in die Geheimnisse der Wirkung von Heilpflanzen einweiht und die Aufgabe der Bienen erklärt.

Es beginnt ein spannender Sommer mit allerlei Wunder rund um die Natur …

Dieses charmant französische Bilderbuch ist eine wahre Liebeserklärung an die Bienen. Der Autor zog selbst im Alter von 25 Jahren hinaus in die Natur und fing dort als „Bienenhirt“ ein neues Leben im Einklang mit der Natur an. Diese Leidenschaft und Liebe ist auf jeder Seite spürbar.

Diese Geschichte öffnet das Herz. Belle liebt die Großstadt, dennoch genießt sie es im Sommer zu ihren Großeltern entfliehen zu können. Diese Idylle, die auf den Illustrationen von Rebecca Gibbon so sehnsüchtig eingefangen ist, lässt die Vorfreude auf die Sommerferien erwachen. Auf dem Land scheint die Zeit stehen zu bleiben. Es ist keine Spur von Hektik in den Bildern wahrzunehmen. Hier kann man beinahe die  frische Landluft wahrnehmen und das Drumherum einfach auf sich wirken lassen, mit all den Düften und Geräuschen der Natur. Diese Szenerie belebt die Sinne. Als Landkind, das auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, lässt es mich ganz wehmütig werden.

Nach einem kleinen Unfall auf dem Rad, hilft die sprechende Biene Belle ihre Wunde zu versorgen und reibt das Knie mit einer Arnika-Blüte ein. Sie erklärt ihr, dass es ohne Bienen keine Erdbeeren und keine Orangen gäbe, woraufhin Belle der Biene stolz zustimmen muss: „La nature est bien faite“.

Alles hat seinen Platz und Zweck – das ist die Schönheit der Natur

In der Danksagung hebt der Autor in einer langen Liste all die Köstlichkeiten hervor, die wir ohne Bienen nicht genießen könnten. Dieses Bilderbuch erklärt das Phänomen der Bestäubung ganz kindgerecht und verständlich. Nach der Behandlung des Themas „Apfel“ im Sachunterricht nahm ich dieses Bilderbuch hinzu, um den Kindern die besondere Bedeutung der Bienen aufzuzeigen. Alle Kinder sahen die Bienen danach ganz anders. Wir bedankten uns für all die Köstlichkeiten und entschieden, dass Bienen zwar manchmal, eigentlich ganz selten stechen, aber grundsätzlich tolle Insekten sind, die eigentlich auch putzig aussehen und Großes leisten.

Die Biene, die sprechen konnte

Eine sehr charmante und französisch angehauchte Liebeserklärung an die Bienen!

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Siri Melchior – Rita & Kroko suchen Kastanien

Rita & Kroko suchen Kastanien

Rita und Kroko machen sich auf in den Wald, um Kastanien zu sammeln. Im Gepäck dürfen ein Kompass und eine Karte nicht fehlen. Vorher muss Rita Kroko eindringlich auf die wichtigste Regel im Wald hinweisen – immer auf dem Pfad zu bleiben, um sich nicht zu verirren. Umgeben von bunten Herbstblättern und dem Knarren von Baumkronen, finden die besten Freunde zunächst nur Pilze und Ameisen. Und kaum hat sich Rita umgedreht, sitzt Kroko schon auf einem Baum. Da hilft nur das liebevolle Anleinen mit ihrem Schal, schließlich möchte Rita nicht, dass Kroko noch verloren geht.

Doch schon bald erblickt Rita auf dem Waldboden ein Meer an Kastanien und während sie Kastanie für Kastanie sammelt, vergisst sie bald ihre eigene bedeutende Regel …

Siri Melchior lässt den Leser in eine besinnliche Herbststimmung eintauchen. Die modernen Illustrationen sind allesamt in warmen Herbsttönen gehalten und laden regelrecht zu einem Herbstspaziergang im Wald ein. Während des Betrachtens riecht man förmlich die warme Herbstluft, hört die knarrenden Geräusche und lässt sich von letzten warmen Sonnenstrahlen und dem bunten Laub verwöhnen.

Nach dem Lesen der unterhaltsamen Lektüre im kuscheligen Bett gibt es keine Alternative als raus in den Wald zu gehen. Das Bilderbuch ist ein guter Aufhänger, um mit den Kindern die wichtigen Regeln für einen Waldspaziergang zu besprechen. So wie Rita Kroko einbläut den Pfad nicht zu verlassen, gilt es vor allem mit einer Gruppe an Kindern einiges zu beachten. Als Besucher ist es wichtig unnötigen Lärm und Krach zu vermeiden. Außerdem soll kein Müll den Wald verunreinigen. Ein Förster hat einmal sehr eindringlich gebeten jeglichen Müll mitzunehmen. Die Mülleimer sollten möglichst nicht benutzt werden, da Tiere dazu neigen den Inhalt zu fressen. Das Abbrechen von Ästen, Zweigen oder der Rinde ist im Wald ebenfalls nicht erwünscht. Schließlich ist der Wald der Lebensraum von Tieren und Pflanzen und wir sollten als Besucher Rücksicht darauf nehmen.

Rita und Kroko suchen Kastanien

weiterarbeit
Dieses Bilderbuch kann als Inspirationsquelle dienen, um Baumkronen von Herbstbäumen zu drucken. Dafür werden lediglich Korken und Fingerfarben in Herbsttönen benötigt. Nach dem Vorzeichnen eines dicken Baumstamms, kann das Stempeln schon beginnen. Alternativ können auch schöne Pilze als Fernsterdekoration  oder niedliche Kastanienfiguren gestaltet werden.

Ein unterhaltsames Herbstbuch, das zu einem Waldspaziergang einlädt!

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Käthi Bhend – Der goldene Schlüssel Nr. 2

Der goldenen Schlüssel Nr. 2

Der goldene Schlüssel Nr. 2 knüpft an das letzte Märchen der Gebrüder Grimm an und handelt von einem armen Jungen, der die Aufgabe hat zu tiefer Winterzeit Holz mit einem Schlitten zu holen. Da er furchtbar friert, beschließt er zunächst ein Feuer zu machen. Beim Wegscharren des Schnees, stößt er auf einen goldenen Schlüssel. Er gräbt weiter in der Erde und entdeckt schließlich ein eisernes Kästchen.  Obwohl der Schlüssel passt, bleibt der Inhalt auch für den Leser verborgen.

Die Autorin greift diese Grundidee der Gebrüder Grimm auf und entwickelt die Handlung weiter. In der Einleitung erfahren wir, dass eine alte Frau mit ihrer Katze die Sonne sucht. Auf dem Weg möchte sie Frau Flora in ihrem Schloss besuchen. Die weitere Handlung wird ausschließlich anhand der vielfältig interpretierbaren Illustrationen erzählt, gleich dem Prinzip „Bilderbuch ohne Worte“.

Frau Flora überreicht der alten Frau einen goldenen Schlüssel und gewährt ihr damit einen Einblick in ihr jüngeres Ich. Auf der Suche nach der Sonne erhalten die Katze und die alte Frau viele hilfreiche Hinweise von unterschiedlichen Tieren. Gemeinsam wärmen sie sich am Feuer in einer Höhle auf, speisen unter einem Pilz und schmusen bei Regen mit Löwen. Durch diese vielen Begegnungen reift das jüngere Ich der Frau heran und diese Erfahrungen prägen sie so sehr, dass auch bald ihre innere Sonne erstrahlt.

Auf dem Titelbild schaut eine verdutzte Katze dem Leser genau in die Augen. Um den Hals hängt ein goldener Schlüssel, ein Symbol für die menschliche Fantasie. Den Zugang zum Ideenreichtum muss jeder selbst finden und so hüllt uns Käthi Bhend so ordentlich in Herbstnebel ein. Die Herbstblätter wirbeln umher und ermöglichen jede erdenkliche Interpretation der bildlichen Darstellung. Hier gibt es kein richtig oder falsch – die Kreativität steht im Vordergrund.

Die farbliche Gestaltung ist eher gedeckt. Die Erdtöne überwiegen und hüllen den Betrachter in eine geheimnisvolle, aber dennoch ruhige und zuversichtliche Stimmung. Jüngeren Kindern könnten die Anknüpfungspunkte fehlen, um den vollständigen Sinn zu finden. Kinder ab der 7. Klasse könnten da schon mehr herausgefordert werden und versuchen die Ereignisse zu einem stimmigen Bild zusammenzufügen. Das Geschichtenerfinden könnte mit diesem Bilderbuch wunderbar thematisiert werden.

Es ist eine Geschichte voller Nebel und Wirrungen und vielleicht daher auch so anziehend, spannend und aufregend.

Der goldene Schlüssel Nr. 2

Nebelhafte Darstellung, die viele Interpretationsansätze in sich birgt.

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Grégoire Reizac und Marion Arbona – Papillon

Papillon

Inmitten einer Wüste sitzt ein Schmetterling auf einem großen Stein. In der Nähe liegt ein Körnchen, das durch den Flügelschlag des Schmetterlings aufgewirbelt und von dem Windhauch weitergetragen wird. Der Windhauch entwickelt sich zum Windstoß und schließlich jagen tausend dunkle Wolken über den Himmel. Nach dem Regen beginnt sich die Wüste zu verändern und das Körnchen ist zum Leben erwacht.

Nur ein sanfter Flügelschlag – und die Welt hat sich verändert.

„Papillon“ umspielt kindgerecht die komplexe Thematik der berühmten Chaostheorie. Auch unter der Bezeichnung „Schmetterlingseffekt“ bekannt, behaupten Wissenschaftler wie Edward N. Lorenz, dass kleine Abweichungen enorme Auswirkungen haben können.

Das Bilderbuch schafft eine Symbiose aus Wissenschaft und Poesie. Das Bildnis des Neubeginns durch das Umherwirbeln eines Körnchens, verursacht durch einen einzigen Flügelschlag eines Schmetterlings, kitzelt das Bewusstsein in Bezug auf Aktion und Wirkung heraus.

In wunderschönen stillen Illustrationen der Französin Marion Arbona werden die einzelnen Schritte in der Reihe der folgenden Konsequenzen deutlich. Die vielen Schraffierungen schaffen Tiefe und Nachhaltigkeit und führen letztlich zur wahren Explosion des Lebens, festgehalten auf dem letzten Bild.

Die Thematik eignet sich nicht nur zur Einführung der Kinder in die Welt der philosophischen Fragen, sondern auch zum Aufgreifen der Fragestellung „Was braucht eine Pflanze zum Wachsen?“ im Sachunterricht.

Papillon - Reizac

Eine sehr gelungene Symbiose aus Poesie und Wissenschaft.

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Terence Blacker – Miss Wiss ganz groß!

Miss Wiss ganz groß

Rezension

Miss Wiss ist neu an der Sankt-Barnabas-Schule und wird Klassenlehrerin einer sehr anstrengenden Problemklasse. Mit ihrer authentischen Art, ihren Helferlein in Form von zauberhaften Tieren und einigen Zaubereien gewinnt sie jedoch sehr schnell das Herz der Kinder. Auch die anfängliche Skepsis der vorlauten Katrina, dem Sprücheklopfer Jack und dem Langweiler Dumbo ist schnell verflogen. So strotzen sie gemeinsam den Gemeinheiten der anderen eifersüchtigen Kollegen, der bösen Blinddarmentzündung und auch den heimtückischen Katzenfängern. Miss Wiss taucht überall auf, wo ein kleiner Zauber vonnöten ist und bleibt nur so lange, bis sie nicht mehr gebraucht wird.

Die Geschichte erinnert sehr stark an die zauberhafte Nanny McPhee, nur dass der Schauplatz hier die Schule ist. Hier werden Kinder zu Helden und Miss Wiss steht mit einem guten Rat und wenn nötig einem kleinen Zauber den Kindern bei. Besonders die erste Geschichte in diesem Sammelband aus insgesamt drei Einzelbänden ist sehr gelungen.

Schulkinder werden sich mit dem inhaltlichen Kontext, der hier geboten wird, schnell identifizieren können. Es ist wie eine kleine Erfrischung, die die Fantasie beflügt und schon wünscht man sich eine Schleiereule in den Klassenraum, die beim Einmaleins hilft. Miss Wiss ist unkonventionell, lustig, hat einen flotten Spruch parat und ist stets auf der Seite der Kinder.

Diese Lektüre mit der großen Schrift ist nicht nur für Erstleser geeignet, sondern ist auch ein wunderbares Vorlesebuch in den Frühstückspausen – bereits ab Klasse 1. Es gibt zwar keine kurzen Kapitel, die passend in der 10-minütigen Pause vorgelesen werden können, der Erzählstil ist jedoch so erfrischend lebendig und ohne unnötige Abschweifungen, dass man schnell wieder hineinfindet. Die Geschichten werden mit einigen lustigen Cartoons untermalt und unterstützen vor allem die Erstleser beim Verständnis.

Blick ins Buch

Miss Wiss ganz groß!

Fazit

Erfrischend zauberhafte Geschichten mit gut ausgearbeiteten Charakteren und vielen Abenteuern.

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Britta Teckentrup – Wir gehören zusammen!

Wir gehören zusammen Britta Teckentrup

Rezension

In den Wiesen der Berge
kaut Gras voll Entzücken,
eine Herde Yaks
und wärmt sich die Rücken.

Senken ruhig ihre Köpfe,
sie mögen keinen Trubel.
Doch kannst du entdecken
das Yak und sein Double?

Welche beiden Tiere passen perfekt zusammen? Welche Vögel gleichen sich wie ein Ei dem anderen? Und welche Katzen haben genau das gleiche Halsband? Findest du auch die gleich schimmernden Fische oder Herrn und Frau Bär mit genau dem gleichen Schal?

 

In diesem sehr ansprechend gestalteten Such-Buch von Britta Teckentrup ist Konzentration gefragt. Hinter dem haptisch sehr überzeugenden Leineneinband mit einem kleinen, glatten Titelfenster verbirgt sich eine Welt voller Unterschiede. Fast jedes Tier unterscheidet sich in seiner Form, Felloptik, Farbe, Muster und vielen weiteren äußerlichen Merkmalen. Lediglich zwei Tiere sind auf jeder Doppelseite genau identisch. Diese gilt es zu finden.

Begleitet werden die farbenfrohen Zeichnungen von einem Gedicht in Reimform bestehend aus zwei Strophen. Hier werden dem Leser kleine Hinweise in Bezug auf das Suchziel gegeben. Gilt es nach dem Fell oder nach dem Halsband Ausschau zu halten? Doch auch ohne diese Tipps ist das Schema immer gleich, so dass auch schon kleine Kinder, die noch nicht lesen können mit diesem Buch selbstständig arbeiten können. Es kann auch wunderbar bereits zu Beginn des ersten Schuljahres in der Freiarbeit eingesetzt werden.

Das Tolle an diesem Such-Buch ist, dass Kinder sich in Geduld üben und einen hohen Grad an Aufmerksamkeit aufbringen müssen, um das Pärchen zu finden. Der Schwierigkeitsgrad unterscheidet sich von Seite zu Seite, Mal sind es 14 Tiere und ein anderes Mal ganze 40, die es ganz genau zu scannen gilt. Ein weiterer Vorteil ist, dass Kinder die Möglichkeit bekommen ihren aktiven Wortschatz zu erweitern. Mich persönlich freut die Einbindung vom Yak sehr, ein Tier das vielen Kindern unbekannt ist und oft in der Anlauttabelle unter „Y“ erscheint.

Kinder werden dieses Buch immer und immer wieder in die Hand nehmen, weil es keine lineare Geschichte ist, die man sich nach dem ersten Lesen gemerkt hat. Die letzte Doppelseite wartet mit einer Überraschung auf. Hier gilt es aus den lustigen Zwillingspärchen, diejenigen zu entdecken, die sich nicht gleichen. Somit wird das vorherige Muster komplett umgeschmissen  – ein kleiner Wink in Richtung Manche sind anders…: Ein Such-Buch von Britta Teckentrup.

Blick ins Buch

Wir gehören zusammen - Britta Teckentrup

Fazit

Ein Such-Buch, das die Konzentration fördert und Spaß macht!

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Der Grüffelo – Mein bunter Kreativkoffer

Mein bunter Kreativkoffer - Grüffelo

In diesem Mitmach-Koffer versteckt sich eine Vielzahl an Beschäftigungideen für echte Grüffelo-Fans. Hier ist jede Menge Kreativität gefragt und gleichzeitig wird eine große Bandbreite an Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten, so dass Langeweile keinen Platz findet.

Die Protagonisten der Geschichten werden in diesem Koffer als bunte Aufstellfiguren aus fester Pappe geliefert. Zwei Fußteile pro jede Figur sorgen für einen sicheren Stand. Durch die kleine Rasenfläche ist sogar ein Teil der Kulisse vorhanden. Der Rest darf nach eigenen Ideen weiter ausgestaltet werden. Durch das Nachspielen einiger Sequenzen oder gar der ganzen Geschichte wird der mündliche Sprachgebrauch geschult und die Fähigkeit zum Nacherzählen und das Zusammenfassen wichtiger Inhalte.

Pappfiguren Grüffelo

Der Kreativblock bestehend aus einer Vielzahl an lustigen Rätseln und vielen Anregungen zum Weitermalen ist der ideale Zeitvertreib in der Sommerzeit. Besonders geeignet ist es für Vorschulkinder. Hier wird die Wahrnehmung geschult, in dem es darum geht bestimmte Muster zu entdecken oder gleich dem Prinzip „odd one out“ Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu finden. Eine Fertigkeit die für den Schriftspracherwerb besonders wichtig ist.

Kreativblock Grüfffelo

In den zahlreichen im Block angebotenen Schmuckrahmen werden die Kinder zum kreativen Ausgestalten eingeladen. Hierzu können die abwechslungsreichen Malschablonen oder auch Sticker genutzt werden. Des Weiteren werden Kinder in der Feinmotorik trainiert, wenn es darum geht bestimmte Muster nachzuspuren oder gleiche Bilder zu verbinden. Beim Übertragen eines Bildes in ein Gitterraster schulen sie die visuelle Wahrnehmung und machen sich mit einem Übungsformat vertraut, das im Mathematikunterricht ebenfalls oft angewandt wird.

Sticker Grüffelo Malschablonen Grüffelo

Eine schöne Freizeitbeschäftigung für Vorschulkinder und echte Grüffelo-Fans.

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William Joyce und Christina Ellis – Wie die Farben in die Welt kamen

Wie die Farben in die Welt kamen

 

Es war einmal eine Zeit, in der Zahlen die Welt bevölkerten und für Ordnung sorgten. Alles war formatiert, sortiert und gegliedert. Und doch war die Welt grau und langweilig. Eines Tages machten sich fünf Freunde daran, etwas zu erschaffen das anders war. Sie werkelten, tüftelten, grübelten  und erschuffen etwas, das zu Beginn noch etwas seltsam aussah. Es war ein Gemisch aus Zahlen und Buchstaben. Ihr Wille trieb sie immer weiter voran, bis die ersten Buchstaben entstanden und mit sich Farben in die graue Welt der Zahlen brachten. Die Welt füllte sich mit Freude. Ab diesem Zeitpunkt bekamen die Zahlen Namen, die Gebäude hatten keine langweiligen Nummern, sondern richtige Bezeichnungen. Alles ergab nun einen Sinn, dank der Buchstaben.

In diesem Bilderbuch geht es vordergründig nicht um Farben, wie der Titel es vielleicht suggeriert, sondern um die Vorteile von Erfindung der Schrift. Erst die Buchstaben bringen Farben in unsere Welt und verleihen dem Drumherum Sinnhaftigkeit.

Besonders gelungen ist in diesem Buch der Prozess der Erschaffung von etwas Neuem. Dazu gehört viel Mut, die Bereitschaft sich von der Norm, dem Gewohnten zu entfernen, etwas zu wagen und viel Zeit und Arbeit zu investieren. Diese Entwicklung verdeutlicht die wissenschaftliche Herangehensweise auf kindgerechte Art und Weise. Auch da gilt es die ersten Ergebnisse zu überarbeiten, zu reflektieren, dran zu bleiben und schließlich zu vollenden.

Die außergewöhnliche Gestaltung wird den Kindern sofort ins Auge springen. Der Illustrator spiegelt die Wendung der Erfindung in der Einbindung der Farben wider und bringt bei der Geburt der Buchstaben die mit Leben erfüllte Farbenpracht ins Spiel. Gleichzeitig spielt er mit den Formaten und springt vom Hoch- zum Querformat, um die damit einhergehende Unruhe zu symbolisieren und aber auch die große Bedeutung zu veranschlaulichen. Sogar das Buchcover kann sich dank des Umschlags von grau und trist zu bunt und lebendig verwandeln.

Die Geschichte von William Joyce regt Kinder dazu an sich Gedanken über eine Welt ohne Buchstaben zu machen. Gleich dem Prinzip „Was wäre wenn …“, wird uns klar wie wertvoll diese Erfindung für uns Menschen ist. Hier lässt sich sicherlich auch der Bogen zur tatsächlichen Erfindung beginnend in der Steinzeit schlagen. Wer hat die Schrift erfunden? Mit welcher Absicht? Wie unterscheidet sich die lateinische Schrift von der arabischen, kyrillischen oder chinesischen Schrift? Eine spannende Unterhaltung kann folgen, die zu vielen weiteren Fragen anregen darf …

Wie die Farben in die Welt kamen

Die Schrift und ihre Bedeutung auf kindgerechte Weise angestupst.

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