Sebastian Meschenmoser – Herr Eichhorn und der erste Schnee

Herr Eichhorn und der erste Schnee

Rezension

Herr Eichhorn hält im Winter sonst Winterruhe in seinem Kobel. Doch dieses Jahr hat Herr Bock von den weißen Schneeflocken geschwärmt, die vom Himmel fallen und das Land in ein winterliches Märchen verwandeln. Herr Eichhorn ist wild entschlossen diese Schönheit nicht zu verpassen.

Gemeinsam mit dem Igel und dem Bären halten sie nach Schneeflocken Ausschau. Laut der Beschreibung von Herrn Bock sind sie weiß, nass, kalt und weich. Die Tiere schleppen die unterschiedlichsten Gegenstände aus dem Wald, die mehr oder weniger der Beschreibung entsprechen… bis schließlich etwas Kaltes, Weißes, Nasses und Weiches vom Himmel fällt .. dem Bären direkt auf die Nase!

Dieses außergewöhnlich schön gezeichnete Bilderbuch von Sebastian Meschenmoser steckt voller Humor und Gefühl. Die gedeckten Farben und die sehr präzise gesetzten Striche stecken den Leser schon sehr bald mit der Entdeckungslust der Tiere an. Die Bilder sind voller Bewegung und Ungeduld. Die Vorfreude auf den ersten Schnee steigt mit jeder Seite.

Und so sind auch einige Lacher garantiert, vor allem wenn die Tiere meinen die erste Schneeflocke entdeckt zu haben. Die Beschreibung von Herrn Bock ist zwar richtig, doch nicht genau genug, sodass viele andere Gegenstände in Betracht kommen könnten. Die Doppelseite mit dem tatsächlichen Auftauchen der ersten Schneeflocke ist magisch. Man könnte schon fast sagen zum Einrahmen schön! Hier ist der Wandel der Mimik von Enttäuschung und Frustration zur Überraschung, Staunen und Freude bezaubernd umgesetzt. Das Ende verzichtet komplett auf den Text, da die Bilder einem einfach nur die Sprache verschlagen. Diese Schönheit braucht keine Worte mehr!

Blick ins Buch

Herr Eichhorn und der erste Schnee

Im Deutschunterricht könnte nach dem Lesen die Gegenstandsbeschreibung vertieft werden. Hier wird schnell deutlich warum eine möglichst genaue Beschreibung wichtig ist. Die Zeichnungen laden dazu ein die Lieblingsszene im Buch mit Kohlestiften und erdigen Farben nachzuskizzieren. Tolle Beispiele hierzu finden sich auf der Seite „Der rote Hahn„:

Fazit

Die Vorfreude auf den ersten Schnee steigt ins Unerträgliche! Ein Muss in jedem Bücherregal!

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Ingrid Sissung – Ausnahmsweise

Ausnahmsweise

Wenn Florentine bei ihrer Patentante ist, darf sie viele Sachen machen, die mit „ausnahmsweise“ anfangen. Sie darf dem Postboten die Tür öffnen, ohne Hausschuhe herumlaufen, sich nach jedem Essen einen Nachtisch aussuchen und abends etwas länger fernsehen. Auch in einem großen Bett zu schlafen ist ziemlich aufregend und die Übernachtungen werden mit dem kleinen Wörtchen „ausnahmsweise“ ein wahres Erlebnis.

Dieses Bilderbuch ist ein tolles Geschenk für alle Patentanten und -onkel dieser Welt, die ihre Patenkinder  mit AUSNAHMEN überschütten. Denn wenn wir ehrlich sind, sind sie doch auch dafür da. Und so listet die kleine Florentine all die schönen Dinge auf, die nur bei der Patentante erlaubt sind. Der Schaumbad mit dem besonderen Pampelmusen-Duft ist auch bildlich sehr reizend dargestellt.

Grundsätzlich beeindrucken die Illustrationen und verpassen augenblicklich dem erwachsenen Betrachter diese Rosa-rote-Brille, die zeigt wie besonders alltägliche Momente im Leben sein können. Der barfüßige Tanz über den Fliesen mit den schönen Mustern ließ mich mehrere Minuten die Doppelseite bestaunen. Diese Lebensfreude und-lust springt unverzüglich über.

Ausnahmsweise

Ein Dankeschön an alle Patentanten dieser Welt!

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Usch Luhn – Nele geht zum Zahnarzt

Nele geht zum Zahnarzt

Nele ist in der Nacht erneut ein Wackelzahn herausgefallen. Da beschließt Neles Mama, dass ein Zahnarztbesuch fällig ist. In der Zahnarztpraxis ist Nele zunächst etwas mulmig zumute, doch dann entdeckt sie das Wartezimmer mit den tollsten Spielzeugen.

Viel zu  schnell wird sie in den Nebenraum geholt. Hier putzen sich schon viele andere Kinder vor den Spiegeln die Zähne. Die Zahnarzthelferinnen zeigen auch Nele wie man richtig die Zähne putzt und geben ihr einen bunten Putzpass. Die Zahnärztin schaut sich Neles Zähne ganz genau an und schon darf sie sich zum Abschied eine Kleinigkeit aus der Spielzeugkiste aussuchen.

Zu Hause tanzt Nele gemeinsam mit ihrem Vater den Zahnmonster-Verschwinde-Tanz quer durch das Badezimmer. Die drei Minuten in der Sanduhr verrinnen dabei unmerklich schnell.

Dieses Bilderbuch nimmt Kindern die Angst vor dem ersten Zahnarztbesuch. Hier wird einfühlsam und detailliert der Vorgang vom Betreten der Zahnarztpraxis bis hin zum Abschied gezeigt. Hinter den vielen Klappen sind sehr spannende Sachinformationen versteckt, die zum Entdecken einladen. Die Kinder erhalten einen Einblick in das Innere des Zahns und lernen die Bezeichnungen der einzelnen Zähne kennen. Die Putztechnik nach der KAI-Methode (Kaufläche, Außenfläche, Innenfläche) wird erläutert und glücklicherweise auch die Nutzung von Kinder-Zahnseide empfohlen.

Bakterien werden als kleine Zahnmonster verbildlicht. Als Zahnmonsterfutter werden Süßigkeiten oder Süßgetränke wie Cola oder auch Ketchup abgebildet. Die Idee eines Putzpasses ist sehr motivierend und lässt sich im Alltag wunderbar umsetzen.  Die Kinder erhalten eine strahlende Sonne für regelmäßiges Putzen, Wolken für gelegentliches Zähneputzen und Regen für eine nicht ganz geglückte Zahnhygiene.

Dieses Buch eignet sich auch zum Vorlesen als Vorbereitung auf den Schulzahnarzt. Für manche Kinder ist es dann doch sehr aufregend und nervenaufreibend. Manchmal hilft es auch schon darüber gemeinsam zu sprechen und dieses Buch ist ein prima Aufhänger.

Schulzahnarzt

 

 

Mit vielen Sachinformationen hinter den Klappen.

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Emma Yarlett – Wie Leo seine Angst im Dunkeln verlor

Wie Leo seine Angst im Dunkeln verlor

Der kleine Lockenkopf hat vor einigen Dingen im Leben Angst. Da wären z.B. bissige Hunde, Kleiderschränke, Gewitter, Spinnen oder alleine schon die schimpfende Oma. Doch eines macht ihm besonders viel Angst – die DUNKELHEIT! Diese Angst kehrt jeden Tag zur Schlafenszeit zurück. An einem Abend hat Leo es satt und schreit in die Dunkelheit, dass sie verschwinden soll. Im selben Augenblick wird die Dunkelheit lebendig.

Herr Dunkel erweist sich jedoch als ein netter Zeitgenosse. Und so zeigt Leo Herrn Dunkel die furchterregendsten Ecken im Haus und muss überrascht feststellen, dass sie dort den meisten Spaß haben. Sie haben gemeinsam so viel Spaß, dass der Abschied schwer fällt. Doch Herr Dunkel verspricht wiederzukommen … und zwar jede Nacht!

Dieses Bilderbuch zeigt die Schönheit der Nacht. Da wäre schon alleine der zauberhaft leuchtende Sternenhimmel, unterstützt durch ausgefallene Illustrationen, die mal kunterbunt, collagen- oder comichaft daherkommen. Jede Seite trumpft mit einer anderen Überraschung auf, als z.B. Herr Dunkel durch die Einbindung eines Pop-up-Elements tatsächlich auch dem Leser die Hand ausstreckt.

Um die Angst vor Dunkelheit, die jedes Kind einmal verspürt, zu minimieren, macht die Autorin den Feind zum Freund. Leo schaut nun genauer in die dunklen Ecken und erkennt, dass sie gar nicht so furchterregend sind. Dahinter steckt einzig und allein seine Fantasie.

Dieser Gedankenanstoß könnte Kindern helfen einen Perspektivwechsel vorzunehmen. Gleichzeitig nimmt es die Sorgen und Befürchtungen des Protagonisten ernst und verdeutlicht, dass von der Dunkelheit keine Gefahr ausgeht. Dieser Erkenntnisgewinn ist ein Lernprozess und braucht Zeit.

Wie Leo seine Angst im Dunkeln verlor

 

 

Dieses liebevolle Bilderbuch nimmt Ängste ernst und macht Mut.

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Sabine Hönnige und Martina Unterfrauner – Das Zebra Wisch und Weg

Das Zebra Wisch und Weg

Das Zebra Wisch und Weg ist ein besonderes Zebra. An seinem Schwanz hängt ein großer, löchriger Zauberschwamm. Da es vor vielen Dingen Angst hat, zaubert es sich einfach mi dem Spruch „Schwämmchen, Schwämmchen, hör mir zu, ich will hier weg, dann hab ich Ruh!“ weg und taucht an einem anderen Ort wieder auf.

Der große Elefant macht dem Zebra Angst, genauso wie Dunkelheit, Höhe, Streitigkeiten, seltsame Geräusche und und und. Doch eines Tages ist sein Zauberschwamm einfach verschwunden und das ängstliche Zebra muss sich seinen Ängsten stellen. Bei einer Spinnen-Rettungsaktion merkt das Zebra, dass seine Angst oft unbegründet ist und man sich manchmal nur etwas trauen muss. Sein Mut wird belohnt und er lernt, dass es wichtig ist über seine Ängste und die unangenehmen Dinge zu sprechen.

„Das Zebra Wisch und Weg“ ist eine Angstbewältigungsgeschichte. Der erste Schritt ist immer sich als Kind die eigene Angst einzugestehen. Damit umzugehen ist der nächste Schritt. Das Zebra flüchtet sich zunächst vor scheinbar bedrohlichen Situationen und dichtet sich die schrecklichen Ereignisse zurecht. Irgendwann ist es gezwungen sich der eigenen Angst zu stellen und merkt, dass diese auch überwunden werden kann.

Sehr schön ist der vorgeschlagene Zugang erst über die Angst und die bedrohlichen Situationen zu sprechen. Zur Bewältigung schaut das Zebra daraufhin genauer hin, um zu erkennen ob Flucht sinnvoll ist, wie z.B. bei einer Begegnung mit Löwen oder Hyänen oder ob die Situation durch die eigene Angst verzerrt wurde. So entpuppt sich das dunkle Monster schnell als der eigene Schatten. Diese Differenzierung ist für das Überleben von Mensch und Tier sehr wichtig.

Das Bilderbuch ist mit einem Seitenumfang von 40 Seiten ziemlich umfassend. Die Darstellung der Mimik und Körperhaltung lassen keinen Zweifel an der Gefühlslage des Zebras; allein das traurige Gesicht und die zusammengekrümmte  Haltung auf der Titelseite sprechen Bände. Erfreulicherweise widmet sich die Autorin dem befreienden Gefühl, das die Loslösung von der Angst mit sich bringt, sehr ausführlich. So entdeckt das Zebra nach und nach, was es zuvor aufgrund der beherrschenden Angst alles verpasst hat: den funkelnden Sternenhimmel bei Nacht oder den kitzelnden Windhauch hoch oben auf den Bergen. Hier zeigt sich auch, dass es Wirklichkeit als solche nicht gibt, sondern nur die von uns – innerhalb bestimmter Rahmenbedingungen – konstruierte Wirklichkeit.

Das Zebra Wisch und Weg

„Das Zebra Wisch und Weg“ ist ein aufbauendes Bilderbuch, das dazu einlädt, mit Kindern über ihre Ängste zu sprechen.

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Géraldine Elschner und Peggy Nille – Die Katze und der Vogel

Die Katze und der Vogel_Paul Klee

Die kleine Katze sitzt im goldenen Käfig. Eigentlich mangelt es ihr an nichts. Sie hat ein gemütliches Körbchen, warme Milch, Spielzeug und doch beneidet sie den Vogel im Garten um die Schönheit der Freiheit. Dort draußen leuchten die roten Blätter des Herbstes. Wenn sie die Augen schließt kann sie den Duft der Kastanien riechen und das weiche Moos unter ihren Pfoten spüren.

Der Vogel ist frei und die Katze gefangen. Und so bittet die Katze den Vogel ihre Gitterstäbe aufzupicken. Trotz des anfänglichen Misstrauens macht sich der Vogel an die Arbeit, schließlich hat die Katze ihm ihr Wort gegeben. Wird sie sich auch daran in der Freiheit halten?

Inspiriert vom Bild „Katze und Vogel“ des Künstlers Paul Klee erzählt die Autorin eine bezaubernde Geschichte. Das Originalbild wurde auf der vorletzten Seite im Großformat abgedruckt und regt bereits zum Nachdenken an. Mitten auf der Stirn der Katze ist ein kleiner Vogel abgedruckt. Ist es Sehnsucht, Traum oder bloß Erinnerung? Das Tolle an der Kunst ist, dass man sich entführen lassen kann. Hier gibt es kein Richtig und kein Falsch. Die Bildbetrachtung kann bereits vor dem Vorlesen stattfinden, die Interpretationsansätze der Kinder sind äußerst spannend und fantasiereich.

Die Illustrationen sind im Stil von Paul Klee gehalten. So lassen sich  schon bald die typischen Merkmale von Paul Klees Malstil herausarbeiten – Vereinfachung in der Darstellung, unrealistische Farbwahl etc.. Als Leser spürt man regelrecht mit allen Sinnen die Sehnsucht der Katze ihrem goldenen Käfig entfliehen zu können. Und doch schwankt man zwischen Furcht und Hoffnung. Wird die Katze ihr Versprechen halten? Der Ausgang des Bilderbuchs ist eine Möglichkeit das Kunstwerk zu interpretieren.

Auf der letzten Seite finden sich sechs Fragen zum Künstler und zum Kunstwerk, die sehr kindgerecht beantwortet werden. Hier bekommt man zusätzlich Informationen zu seinem Lebenslauf und zu seiner Liebe zu Farben. Des Weiteren wird ein weiterer Ausgang zur Geschichte angeschnitten, was ich besonders interessant finde.

Die Katze und der Vogel

weiterarbeit
Es wäre denkbar im Deutschunterricht einige Kunstwerke als Anlass zu nehmen, um dazu eigene Geschichten zu erfinden.
Für den Kunstunterricht hält der Band Kinder entdecken Paul Klee: Die kunterbunte Fundgrube für den Kunstunterricht  einige Ideen parat, wie z. B. Linienbilder herstellen, Schnurdruck etc.

Eine bezaubernde Geschichte rund um ein Kunstwerk, mit vielen Einsatzmöglichkeiten in der Grundschule.

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Georgina Andrews und Kate Knighton – 100 spannende Experimente für Kinder

100 spannende Experimente für Kinder

In der dunklen Jahreszeit steht Familien viel gemeinsame Zeit in den eigenen vier Wänden zur Verfügung. Diese kann abwechslungsreich gestaltet werden. Neben Brettspielen, Malen, Basteln, Konstruieren, Lesen, Rollenspiele spielen, darf auch gerne experimentiert werden. Die Welt anhand von Experimenten rund um Überraschungen aus der Natur zu erforschen, macht großen Spaß.

Dieses Buch lädt zu einer Entdeckungsreise in die Themengebiete „Magnetismus“, „Schall“, „Luft“, „Energie“ und „Wasser“ ein. Die Kinder lernen hierbei das genaue Hinschauen, sich über einen längeren Zeitraum auf eine Sache zu konzentrieren und Dinge einfach auszuprobieren, ohne sich bei den ersten Versuchen entmutigen zu lassen.

In dieser Sammlung finden sich viele bekannte Experimente, wie z.B. „sinkender Taucher“, „Versenkung der Büroklammer“, „schwimmendes Ei“ oder „schwimmende Blume“. Die größte Stärke ist hierbei jedoch die visuell attraktive Aufbereitung der Versuche. Da wird der mit Büroklammern beschwerte Deckel nicht in eine einfache Plastikflasche getaucht, sondern in eine zuvor zu eine Unterwasserwelt verwandelte Szenerie. Das Mischen von Säuren und Basen erfolgt als Darstellung eines Monsters, das vor sich hin schäumt. Das hat für Kinder natürlich einen ganz anderen Reiz und man hat dem Experiment zusätzlich einen kleinen Rahmen, eine Geschichte verliehen.

Zum Thema „Winter“ lässt sich aus der Fülle der Beispiele sehr schnell eine kleine Unterrichtsreihe zusammenstellen. Da eignen sich Versuche wie „Eisberge angeln“, „Eis schmelzen lassen“ oder „Durch Eis schneiden“. Es lassen sich auch Verbindungen zur kindlichen Lebenswelt herstellen, etwa mit der Fragestellung was das Bestreuen der Straßen mit Salz im Winter bewirkt. Oder was der Versuch „Durch Eis schneiden“ mit Schlittschuhlaufen auf der Eisbahn gemeinsam hat. Die Welt ist voller Überraschungen und spannender Erkenntnisse!

100 spannende Experimente für Kinder

Bekannte Experimente visuell attraktiv aufbereitet.

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Ruth Wielockx – Der kleine Christbaum

Der kleine Christbaum

Bald ist Weihnachten. Das kleine Christbäumchen freut sich ganz besonders darauf dieses Jahr in einem Haushalt auf viele glückliche Kindergesichter blicken zu dürfen. Die anderen Bäume befürchten jedoch, dass er noch zu klein ist und unter ihm nicht viele Geschenke Platz finden und nicht so viele Lichter aufgehängt werden können. Nachdem der starke, der knorrige, der stärkste und der schmale Christbaum verkauft wurden, bleibt der kleine Christbaum ganz allein auf dem Platz stehen. Langsam wird es kalt und dunkel. Doch bevor der Christbaumverkäufer das Tor schließen kann, kommt noch ein letzter, ganz besonderer Käufer …

Dieses nicht nur zauberhaft illustrierte, sondern auch herzzerreißend schön erzählte Bilderbuch hat sich in mein Herz der besten Weihnachtsbücher gebrannt. Es ist sehr emotional und schildert die Sehnsucht der kleinen Tanne endlich ein richtiger Christbaum zu werden.

Mithilfe der unterschiedlichen Käufer (Bäcker, Gemüsehändler, Bürgermeister etc.) und den damit verbundenen sich wiederholenden Elementen, steigt bei den Zuhörern die Ungeduld und die Vorfreude zugleich. Voller Inbrunst sangen wir den repetitiven Zusatz „Frohe Weihnachten!“, als ein Bäumchen nach dem anderen verschwand. Auf Nachfrage waren sich die Zuhörer einig, dass natürlich auch der kleine Christbaum einen Besitzer finden wird.

Als ich die Seite aufschlug, auf dem das Bäumchen einsam im Dunklen stand und für einen Moment innehielt, sah ich gleichzeitig in über 20 fassungslose und traurige Kindergesichter. Im Klassenraum herrschte absolute Stille und Unglaubwürdigkeit. Einem Kind stiegen vor lauter Verblüffung sogar die Tränen in die Augen. Solche Vorlesemomente verdeutlichen, dass Kinder in Geschichten emotional eintauchen und durch Bilder und Sprache tief berührt werden können. Was war die Erleichterung groß, als doch noch ein Käufer auftauchte! Dies wurde mit einem kräftigen und befreienden Applaus gewürdigt.

Der kleine Christbaum

Eines der besten Weihnachtsbücher, die ich kenne!

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Matthias Sodtke – Weihnachten mit Nulli und Priesemut

Weihnachten mit Nulli und Priesemut

In diesem Sammelband der beiden Abenteurer Nulli und Priesemut befinden sich zwei winterliche Geschichten, als zusätzliches weihnachtliches Extra ein Rezept für  Lebkuchen-Nullis und eine Bastelanleitung für einen Spitztüten-Adventskalender.

Wie sieht ein RICHTIGER Schneemann überhaupt aus? Das wollen die beiden Freunde herausfinden und bauen zwei komplett unterschiedliche Schneemänner. Während der eine lange Ohren aus Karotten und Hasenzähne hat, sieht der andere einem Frosch ziemlich ähnlich. Und jeder findet, dass er den richtigen Schneemann gebaut hat. Nun muss Oma Bär beurteilen wie ein richtiger Schneemann auszusehen hat. Dafür nimmt sie zwei unterschiedlich aussehende Äpfel und fragt die Freunde welcher Apfel der falsche ist… schon bald kommen sie „fast“ von selbst auf die Lösung ihres Problems.

Priesemut möchte eine Tanne vor das Haus stellen, damit der Weihnachtsmann weiß, dass hier Weihnachten gefeiert wird und Geschenke vorbei bringt. Nulli glaubt aber so gar nicht an den Weihnachtsmann, lässt sich jedoch auf das Vorhaben ein. Nach dem Einpflanzen und Schmücken der Tanne im Vorgarten warten die Freunde gespannt auf den Weihnachtsmann, doch schon bald fallen die Augen  vor lauter Müdigkeit zu. Ob der Weihnachtsmann den Baum gesehen und Geschenke vorbei gebracht hat?

Vor allem die erste Geschichte aus diesem Band hat mich begeistert. Kinder vergleichen sich in jüngeren Jahren sehr stark, versuchen sich zu messen und machen sich auf die Suche nach „richtig“ oder „falsch“. Diese Geschichte rund um den Schneemann zeigt, dass manchmal beide Sichtweisen richtig sein können. Schließlich gibt es auch keinen falschen Apfel, sie sehen dann eben etwas anders aus – mal grün, gelb oder rot; groß oder klein, glatt poliert und glänzend oder eben schrumpelig.

Diese Sicht auf die Andersartigkeit ist sehr wertvoll und eine bedeutende Erkenntnis. Hier ist es zusätzlich in eine schöne Weihnachtsgeschichte verpackt und lässt sich wunderbar in der Adventszeit thematisieren. Wir griffen es in unserem Kunstunterricht bei der Betrachtung unserer Ausstellung  „Spatzen im Winter“ auf. Sie sahen bei jedem Kind ein bisschen anders aus und doch waren das alles Spatzen. Hier kommen die Kriterien gut zum Einsatz um den Kindern klar zu machen, was einen Spatzen z.B. von einem Raben unterscheidet.

Das Aussuchen und Schmücken der Tanne lässt die Vorfreude auf das Weihnachtsfest steigen. Hier wird es besinnlich und aufregend zugleich.

WEihnachten mit Nulli und Priesemut

Zwei Weihnachtsgeschichten, die die Wartezeit auf das Weihnachtsfest versüßen.

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Valeri Gorbachev – Goldilocks and the three bears

Goldilocks and the three bears

 

Valeri Gorbachev hat das Märchen „Goldilocks and the three bears“ in einem nostalgisch angehauchten Illustrationsstil gezeichnet. Es wirkt wie ein richtiger Kinderbuchklassiker und erinnert mich an meine Vorlesebücher vor dem Zubettgehen. Vielleicht schimmern hier auch seine ukrainischen Wurzeln durch, die ihn geprägt haben.

Die Geschichte ist sprachlich keinesfalls vereinfacht. Der Erzählstil beinhaltet wenige wiederholende Sprachstrukturen. Dafür lassen sich hier authentische Ausdrücke finden, wie z.B. die Einbindung des Adjektivs „wee“, das für winzig steht. Es lassen sich darüberhinaus mehr Einzelheiten finden, wie z.B. die folgende Information:

Goldilocks had messed up covers on the great big father bear’s bed.

Um Kindern ein echtes Sprachgefühl für authentische Bilderbücher zu vermitteln, die nicht für Lerner angepasst und vereinfacht wurden, eignet sich das Buch wirklich gut. Zum einen ist den Kindern der Inhalt oft bekannt, sodass sie sich sehr gut auf die sprachlichen Feinheiten konzentrieren können. Es wäre denkbar das Buch zu Differenzierungszwecken einzusetzen. Mit einem „easy speak„-Mikrofon könnten die leistungsstarken Kinder sich die Version auch selbst anhören.

Goldilockss and the three bears

Material

Die Geschichte lässt sich wunderbar als Rollenspiel oder Stabpuppenspiel umsetzen. Als Requisiten benötigt man lediglich vereinfachte Gegenstände wie drei unterschiedlich große Schalen, drei Stühle und drei ISO-Matten. Die hier vorgestellte Version lässt sich bereits im 2. Schuljahr ohne viel Vorbereitung im schulischen Rahmen vorführen.

Bild_Goldilocks

Authentisches Bilderbuch schön verpackt

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