Leseförderung und Webseitenempfehlung

Lesen sollte aus dem häuslichen Rahmen nicht wegzudenken sein. Das Vorlesen im Kindergartenalter nimmt einen immensen Stellenwert in der Entwicklung der sprachlichen Kompetenz ein. Beim Zuhören übernehmen Kinder die Intonation der Eltern, erweitern ihren Wortschatz und die Wahrscheinlichkeit, dass sie selbst im Grundschulalter Bücher verschlingen, steigt mit jedem vorgelesenen Buch.

Dabei sollte es jedoch nicht beim reinen Vorlesen bleiben. Die Geschichten sollten zum Erzählen genutzt werden, zum Weiterspinnen, zum Malen oder zur vertiefenden Auseinandersetzung mit der Thematik. Lesende Kinder nutzen ihre Vorstellungskraft und werden später auch gute Geschichtenschreiber sein. Das Interesse an Büchern muss jedoch geweckt und gefördert werden. Dafür bedarf es an geeigneter Literatur.

Mehr zur Leseförderung im häuslichen Rahmen auf Goethe Institut.

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Viele meiner Bücher bestelle ich beim Arvelle.de Buchversand. Diese Webseite wurde mir damals von einer Lehramtsanwärterin empfohlen. Es ist ein Buchversand, der sich auf den Handel mit Mängelexemplaren spezialisiert hat. Es sind manchmal kleine Knicke oder Wasserbeschädigungen auf den Büchern zu verzeichnen, dafür sind die Bücher 50-90 % günstiger. Das Angebot umfasst eine große Auswahl von rund 40.000 preisreduzierten Titeln.

Hier habe ich auch eine Vielzahl meiner „Big Books“, die ich so oft für den Englischunterricht benötige, erworben. Leider sind die Titel aufgrund der knappen Menge auch sehr schnell ausverkauft, sodass man regelmäßig vorbeischauen muss.

Momentan ist das Angebot für Erstleser, wie z.B. die Reihe Leserabe vom Ravensburger Verlag sehr groß. Diese Bücher sind besonders für Vor- und Grundschulkinder zu empfehlen. Unsere Grundschule hat von dieser Reihe für jede Klassenbücherei eine kleine Menge bereits angeschafft. Besonders schön sind die kniffligen Leserätsel am Schluss eines jeden Leseraben-Titels. Sie bieten Kindern die Möglichkeit das eigene Textverständnis zu kontrollieren.

Aber auch für das Lesealter ab 9 Jahren ist die Auswahl riesengroß. Hier lohnt es, sich einfach mal umzuschauen. Viel Spaß beim Entdecken!

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Andrea Weller-Essers – A, B, C Entdecke die Buchstaben! und 1, 2, 3 Entdecke die Zahlen!

A, B, C Entdecke die Buchstaben!

Viele Eltern fragen mich wie sie ihr Kind auf die Schule vorbereiten können. Besonders wichtig ist die gut ausgebildete Feinmotorik, die richtige Haltung eines Stiftes, der Umgang mit einer Schere und aber auch eine gezielte Schulung der Konzentration und Wahrnehmung. Meistens bringen Kinder im Vorschulalter ein großes Interesse an Buchstaben und Zahlen mit. Der Buchstaben- und Zahlenspaß kann auf unterschiedliche Weise vorangetrieben werden, u.a. mit einem Selbstlernheft.

Der Duden Kinderbuch Verlag bietet zwei Hefte für Kindergarten- und Vorschulkinder an, in denen die kindliche Neugier auf spielerische Weise aufgegriffen wird.
Im Buchstaben-Heft regen Schwungübungen dazu an sich näher mit Buchstaben und der Schrift zu beschäftigen. Die Seiten sind bunt gestaltet, jedoch nicht überladen. Hier wird die visuelle Wahrnehmung trainiert, indem bestimmte Buchstaben in einem Buchstabensalat gefunden werden müssen. Kinder zeichnen die Zacken eines Drachen nach und lernen so den Buchstaben M kennen. Auch der Anlaut wird thematisiert und so muss nach dem Prinzip „odd one out“ das Bild mit dem falschen Anlaut gestrichen werden. Leider sind manche Bilder nicht eindeutig, sodass die „Nudel“ eher wie eine Schleife aussieht und wäre der Pudel nicht daneben, wäre für mich als Erwachsener die Aufgabe auch nicht lösbar gewesen. Den Aufgabenstellungen fehlen Symbole, um den Kindern das Verständnis zu erleichtern. Hier muss ein Erwachsener stets die Aufgabe erst vorlesen. Die Aufgabenformate sind jedoch abwechslungsreich und beinhalten Rätselspaß und wecken die Entdeckerfreude. Es werden allerdings nicht alle Buchstaben des Alphabets abgearbeitet, nur wenige rücken in den Fokus.
A, B, C, Entdecke die Buchstaben
Das Zahlen-Heft thematisiert nicht nur die Zahlen von 1 bis 10, sondern geht auch auf das Mengenverständnis ein. Es wird geschaut wo „mehr“ und wo „weniger“ Luftballons zu finden sind oder welcher Turm der „höchste“ in der ganzen Reihe ist. Hin und wieder müssen Zahlen nachgespurt werden. Auch die Aufforderung in einem Wimmelbild vier gleiche Gegenstände zu finden, um diese anschließend anzumalen, findet öfter Gebrauch. Sehr schön, finde ich persönlich die Einbindung der Würfelaugen als Zahlangabe. Die übereinanderlappenden Tiere stellen für manche Kinder sicherlich eine Herausforderung dar, bei der sie sich sehr gut konzentrieren müssen, um die Lösung zu finden. Das Punktezählen von Marienkäfern ist sogar identisch mit einer Aufgabe aus unserem Schuleingangstest. Das Heft ist keinesfalls eintönig. Es beeindruckt durch eine klare Strukturierung und regt zum Entdecken ein.
1, 2, 3 Entdecke die Zahlen!
Eine kindgerechtes Herantasten an die Buchstaben- und Zahlenwelt. Hier werden einige Aufgabenformate aufgegriffen, die ebenfalls in der Schuleingangsphase genau so auftauchen.

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Bernd Wehren – Lesen und Schreiben mit Detektiv Pfiffig 3

Lesen und Schreiben mit Detektiv Pfiffig

Die Krimi-Fälle an der Neu-Schule verlangen von Detektiv Pfiffig ganz schön was ab.  Der Kakaodieb muss gefunden, die Zaubertricks entlarvt und der „Kronen-Dieb“ unter den Cowboys an Karneval aufgespürt werden. Doch Detektiv Pfiffig heißt nicht umsonst so. Er hat ein gutes Gespür und löst auch die kniffligsten Fälle mit Bravour.
Als kleine Lesedetektive lösen die Schülerinnen und Schüler 22 Mini-Krimi Fälle und trainieren das sinnerfassende Lesen. Jeder Fall setzt sich aus einer Doppelseite zusammen. Auf der einen Seite gliedert sich der spannende Fall in vier kurze Abschnitte, unterstützt durch je eine Illustration, die zusätzliche Informationen für die Lösung des Falls bieten kann. Auf der anderen Seite werden sechs Aufgaben präsentiert, die die Kinder schrittweise zur richtigen Lösung führen.
Das selbstständige Arbeiten wird durch Lösungskarten zur Selbstkontrolle forciert. Im Detektivausweis können die bereits gelösten und kontrollierten Fälle eingetragen werden. Als Motivation lockt eine Urkunde für jeden Lesedetektiv.
Meine Drittklässler haben nach einem neuen spannenden Angebot für die Deutsch-Freiarbeitsecke verlangt. Detektiv Pfiffig aus Knobelhausen war den Kindern von der ersten Minute an sympathisch. Die Mini-Krimi-Fälle basieren auf alltäglichen Ereignissen im Schulleben, wie z.B. Karneval, Klassenfahrt, Vertretungslehrer, Ausflüge, Schulfest etc. Die Freude war groß zu sehen, dass die Kinder an der Neu-Schule ebenfalls den „Leisefuchs“ nutzen und dort auch wie bei uns an Karneval eine Polonaise durch alle Klassen und den Schulhof zieht.
Da die Fälle immer gleich aufgebaut sind, bedarf es lediglich einer einmaligen Erklärung. Danach arbeiten die Kinder selbstständig an den Krimi-Fällen. Diese sind in der Tat schön knifflig und man muss hin und wieder auch die Bilder zur Lösung des Falls heranziehen. Nach der Selbstkontrolle, darf im Detektivausweis die jeweilige Lupe angemalt werden. Die Reihenfolge ist frei wählbar. Zur Differenzierung gibt es für die schwächeren Leser Tipps zu den Fragen mit kleinen Hinweisen. Für pfiffige Detektivkinder werden zu jedem Fall drei Lupenaufgaben angeboten, die zum Weiterdenken animieren.
Während meine schwächeren Leser die zusätzlichen Tipps gerne nutzen, werden die „Sternchen“-Aufgaben von pfiffigen Detektivlesern  seltsamerweise ignoriert. Vielleicht ist ja hierbei die Schrift zu klein oder die Freude über den gelösten Fall so groß, dass die Weiterarbeit nicht mehr so motivierend ist?
Lesen und Schreiben mit Detektiv Pfiffig
Diese Werkstatt hat einen großen Aufforderungscharakter und regt zum Mitdenken beim Lesen an. Die Kinder haben alle Figuren des Städtchens Knobelhausen sehr schnell ins Herz geschlossen. Dies liegt auch an dem dazugehörigen Kartenspiel. Hier werden alle Figuren auf farbigen Bildkarten präsentiert und von einer Steckbriefkarte begleitet. Während des Vorlesens von Hinweisen über das Aussehen der Person, muss diese möglichst bald gefunden werden. Ein sehr gern genutztes Lesespiel, das auch weitere Variationsmöglichkeiten erlaubt.
Motivierend, spannend, knifflig, lesefördernd!

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beim Auer-Verlag

Tor Freeman – Gebrüder Tukan: Die Meisterklempner

Gebrüder Tukan

Ferdi und Jan sind Handwerker aus Leidenschaft. Die Klempner-Brüder sind in jeder brenzligen Situation für die Bewohner der Rohrstadt da. Weder verstopfte Rohre, noch tropfende Wasserhähne sind vor den Brüdern sicher.
Mit Schüsseln und Pümpeln stehn sie bereit,
stets kundig und höflich – und immer zu zweit.
Doch eines Tages bekommen sie Konkurrenz. Willi Windig, ein Hund mit Werkzeug und Hut verspricht noch viel schneller und günstiger zu sein, als die Gebrüder Tukan. Und so kommt es, dass günstige Preise und die Schnelligkeit für die Bewohner der Rohrstadt mehr zählen, als ein Meisterbrief und die langjährige Fachkenntnis von Jan und Ferdi.
Werden die Bewohner die Konsequenz schon bald zu spüren bekommen? Ist Willi Windig vielleicht doch nur windig und nicht wirklich gründlich?
Dieses Bilderbuch ist bunt, fröhlich, rasant und voller Trubel. Die Detailzeichnungen beeindrucken mit einem eindrucksvollen Entdeckungsreichtum. Es ist gar nicht schwer auf einer Doppelseite bis zu fünf Minuten lang zu verweilen und auch dann hat man immer noch nicht alles gesehen. Es ist ein wunderbares Bilderbuch zum wiederholten Vorlesen und Betrachten.
Der Text wurde von Stephanie Menge ins Deutsche übersetzt. Die Übersetzung der Reime lässt sich gut rhythmisch vorlesen und so bekommen schon die Allerkleinsten das typisch deutsche Silbentrennungsmuster mit, wodurch die Sprachförderung ganz unbewusst vorangetrieben wird.
Dieses Bilderbuch hat die Absicht Kinder dafür zu sensibilisieren mehr Wert auf Gründlichkeit und Sorgfalt zu legen. Es ist sinnvoller eine Aufgabe ein bisschen langsamer, aber dafür richtig und mit Bedacht  zu absolvieren. Das Ziel zu pfuschen, um einfach nur schneller fertig zu werden, wird irgendwann Spuren hinterlassen. Es ist eine grundlegende Lehre fürs Leben, die hier so kindgerecht vermittelt wird.
Gebrüder Tukan
Gewissenhaftigkeit, Sorgfalt und Geduld zahlen sich langfristig aus!

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Anne Möller – Vom Leben in der Erde

Vom Leben in der Erde

 

Welche Schätze verstecken sich unter unseren Füßen? Wenn wir auf den Boden schauen, sehen wir Gras, Laub oder einfach nur Erde. Doch was befindet sich darunter?
Zahlreiche altersgerechte Sachinformationen werden hier in Bildern voller Details verpackt. Dank der Klappfenster, wird den Kindern nach und nach spannendes Wissen rund um unseren Nährboden und damit einhergehend einige geschichtliche Entwicklungen vermittelt.
In einem Querschnitt bestaunen wir einen Mäusebau mit all den gesammelten Vorräten für den Winter. Ein genauer Blick in die tieferen Schichten der Erde offenbart uns Schätze aus einer früheren Zeit, als die Dinosaurier noch lebten und die Steinzeitmenschen ihre Spuren hinterließen. Wir erfahren die wichtige Funktion eines Regenwurms zur Entstehung eines fruchtbaren Bodens, aus dem auch etwas wachsen kann. Einige Gemüsesorten werden unter die Lupe genommen und der Zauber der Natur somit bestaunt. Ein bisschen Aufmerksamkeit bekommen auch die Steine. Welche wurden von Wasser geschliffen? Stammen einige auch aus einem Vulkanausbruch oder ist das einfach nur ein versteinerter Seeigel?
Dieses Sachbuch gibt einen kleinen Einstieg in die Entwicklung unserer Erde. Es spornt an genauer auf unsere Umwelt zu schauen. Die Klappen tragen zur Eigenaktivität der Kinder bei und steigern die Neugierde. Sie zwingen zum Mitdenken und Vorhersagen. Da dieses Sachbuch sicherlich viele Detailinformationen enthält, sollte es nicht in einem Schub gelesen werden. Es braucht Zeit, um die gewonnenen Erkenntnisse zu verarbeiten.
Anne Möller konzentriert sich gerne auf Tiermotive. Zahlreiche Bildbände sind bereits von ihr erschienen. Die Illustrationen bestechen durch Anschaulichkeit und bildhafte Klarheit. Als Betrachter haben wir das Gefühl mitten in der Natur zu sein und die beschriebenen Beobachtungen selbst wahrzunehmen. Dieses Sachbilderbuch weckt das Bedürfnis den Dingen in der Natur auf den Grund zu gehen und als kleiner Forscher die unsichtbaren Schätze zu ergründen.
Vom Leben in der Erde
Anschaulich, informativ, den Blick erweiternd.

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Scout – Zeichnen lernen: Schritt für Schritt, mach mit!

Zeichnen lernen

Diese Zeichenschule bietet unterschiedliche Motive aus der Lebenswelt der Kinder, die in folgende Kapitel unterteilt sind:
  • Wilde Tiere (Giraffe, Elefant, Krokodil etc.)
  • Märchen (Drache, Prinzessin, Kobold etc.)
  • Waldtiere (Igel, Marienkäfer, Hase etc.)
  • Fahrzeuge (LKW, Bus, Fahrrad etc.)
  • Lieblingstiere (Hund, Katze, Pferd etc.)
  • Haus & Garten (Haus, Puppe, Apfelbaum etc.)

Die einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitungen verbildlichen die Zusammensetzung der Figuren auf der Grundlage von Grundelementen wie Dreieck, Rechteck, Oval und Kreis. Eine mitgelieferte, abwischbare Zeichentafel dient als Vorbereitung auf den Zeichenlehrgang. Denn hier können mit einem Filzstift die Grundelemente durch Schwungübungen trainiert werden.

Jede Seite ist einem Motiv gewidmet. Dabei werden die farbigen Darstellungen durch genaue Vorgangsbeschreibungen ergänzt. Das fertige Ergebnis dient als Farbvorschlag fürs Ausmalen.

Besonders praktisch ist die Ringbindung und der stabile Buchumschlag. Das Buch schafft Selbstvertrauen, denn erfolgreiche Ergebnisse sind garantiert. Die Auswahl der Motive ist bunt gemischt, sodass sowohl Mädchen als auch Jungen etwas Ansprechendes finden werden. Ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis verschafft schnelle Orientierung. Die Zeichnungen an sich haben etwas Comicartiges. Sie zeichnen sich durch einen Hauch Verspieltheit aus, das sich durch die rundlichen Formen und der Beschränkung auf das Wesentliche offenbart.
Zeichnen lernen schritt für schritt

Material

Im Englischunterricht sollten Stabpuppen für das Nachspielen der Geschichte „The Smartest Giant in Town“ gebastelt werden.  Als individuelle Hilfestellung stand den Kindern u.a. diese Zeichenschule zur Verfügung. Nach anfänglicher Sorge wie „Ich kann aber keinen Fuchs malen!“ kamen dank dieser Schritt-für-Schritt-Anleitungen ganz tolle Ergebnisse heraus. 🙂

Stabpuppen The smartest giant in town

Eine Schritt-für-Schritt-Zeichenschule für bereits ganz Kleine. Erfolgserlebnisse sind garantiert.

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Mira Lobe und Susi Weigel – Bimbulli

Mira Lobe - Bimbulli

Annerl und Peter spielen Mutter-Vater-Kind. Für die Rolle des Kindes nähen sie kurzerhand aus einem „Fetzerl“ einen „Bimbulli“. Da dem Puppenkind ein Wagerl fehlt, wird auch dieses aus einer Knopfschachtel, Haarnadeln und zwei Knöpfen für Räder gebastelt. Beim Versteckspielen kommt das Bimbulli abhanden und erlebt nun seine eigenen Abenteuer. Nach der Begegnung mit der freundlichen Henne verspricht Bimbulli gut auf Prinz Küken aufzupassen. Doch schon bald kommt Regen auf und da beide nicht nass werden würfen, fragen sie einen Frosch, ob er ihnen nicht Unterschlupf gewähren kann. Dieser ist zuerst gar nicht so über den Besuch erfreut und als dann noch mehr Tiere Schutz suchen, reagiert er zornig. Doch die Tiere können sich schließlich auf die Gutmütigkeit des Frosches verlassen und rücken immer mehr zusammen. Doch das Wasser steigt und steigt… Werden die Freunde es sicher an Land schaffen?
Das erstmals im Jahre 1964 erschienene Bilderbuch der Erfolgsautorin Mira Lobe, die u.a. für den weltbekannten Kinderbuchklassiker „Das kleine Ich bin ich“ bekannt ist, thematisiert die Bedeutung des Zusammenhalts in einer Gemeinschaft. Die Illustratorin Susi Weigel hätte am 29. Januar 2014 ihren 100. Geburtstag gefeiert. Im Team mit Mira Lobe haben sie gemeinsam an die 40 Kinderbücher geschaffen. Die Illustrationen wechseln sich hier in ihrer Farbgebung stets ab. Neben schwarz-weiß Abbildungen tauchen auf jeder zweiten Seite farbige, großflächige Darstellungen auf.
„Bimbulli“ ist unternehmungslustig und fungiert als Wertevermittler in der Fantasiewelt von Kindern. Pädagogisch wertvoll und immer noch aktuell ist die kreative Erschaffung der Puppe aus einem Stoffstück von den Kindern. Aus einfachen Mitteln wird beispielhaft gezeigt, wie aus einem Stück Stoff und ein bisschen Watte ein Puppenkind gemacht werden kann. Passend dazu findet sich im Buch eine genaue Anleitung für das Nähen eines eigenen „Bimbulli“.
bimbulli
Durch Bimbulli wird der grantige und missmutige Frosch nett und freundlich. Diese Abenteuerreise zeigt, dass Egoismus nicht siegen kann und man es mit Gemeinschaftssinn schlussendlich weiter bringt. Man kommt nicht umhin das kleine „Etwas“ mit dem tollen Namen „Bimbulli“ ins Herz zu schließen. Das Such-Wimmelbild macht den Kindern am meisten Spaß (siehe Bild unten). Wo versteckt sich bloß das Bimbulli? Hier darf man sich in den tollen Illustrationen von Susi Weigel verlieren und die nostalgische Note genießen.
Bimbulli
Dieses Bilderbuch ist ein zeitloser Klassiker und schließt Kreativität, Fantasie, Gemeinschaftssinn und Freundschaft ein.

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Lorenz Pauli und Kathrin Schärer – Das Beste überhaupt: Meerschwein sein

Das beste überhaupt: Meerschwein sein

Miro, ein kleines Meerschweinchen, bricht zum jährlichen Wahlfest des „besten Meerschweins überhaupt“ auf. Während seine Freunde auf dem langen Weg zum Gewinnerstein ihre Talente unter Beweis stellen, fühlt sich Miro pudelwohl einfach mittendrin zu sein. Andere Meerschweinchen versuchen sich zu übertreffen und zeigen ihre Schnelligkeit, Klugheit, und ihren Mut, was Miro hin und wieder auch als schiere Dummheit abtun könnte.
Das amtierende und äußerst gelangweilte Meerschwein hört sich die Geschichten der besonderen Taten jedes Einzelnen an. Als Miro an der Reihe ist, berichtet er,  dass er nur mittendrin war und eigentlich nichts Besonderes kann. Er hat geholfen und war einfach nur dabei, mittendrin in der Gemeinschaft der Meerschweinchen.

So ganz objektiv kann ich dieses Bilderbuch nicht besprechen. Ich bin ein Fan. Ein Fan von diesem traumhaften Erfolgsduo „Pauli & Schärer“. Und das seit der Veröffentlichung des herausragenden Bilderbuchs „mutig, mutig“. Auch dieses Bilderbuch haut mich um.

Kathrin Schärer schafft es mit ihren nüchternen, nicht allzu verschnörkelten oder nahezu comicartigen Illustrationen, eine Verbindung zwischen den ernstzunehmenden Protagonisten und dem Leser zu schaffen. Die Symbiose aus erdigfarbenen Naturtönen, Collageelemente und subtilen Bleistiftzeichnungen ergibt ein stimmiges Bild, in das man sich einfach nur verlieren möchte.

Lorenz Pauli füttert das Bilderbuch mit sinnvoller Botschaft über den Wert des Mittelmaßes. Das Streben nach ganz oben wird einmal reflektiert betrachtet. Miro ist ein Gegenbeweis – ein äußerst wichtiges Bindeglied für eine funktionierende Gemeinschaft:

Er tut, was er kann. Und so gut er es kann.

Das Bilderbuch ist eine sehr erfrischende Abwechslung gegen das „Ellenbogendenken“ und „sich-in-den-Vordergrund-Drängens“. Die zur Botschaft des Buches unpassende Kürung von Miro zum „Besten überhaupt“ ist leider pädagogisch betrachtet ein bisschen ungünstig. So erscheint es am Ende doch so, als würde Miro sich über dieses Krönchen freuen und als wäre es etwas Erstrebenswertes auf dem Gewinnerstein ein ganzes Jahr lang auszuharren. Zum Glück bleibt sich Miro treu und unterstreicht sein Bestreben nach einem Leben „mittendrin“.

Auf der Abschlussseite sehen wir an die 50 Meerschweinchen in Braun-Grau-Tönen und Miro ist mittendrin. Doch wo ist er? Das ist schwer zu erraten! Alle sind zwar unterschiedlich, doch Miro können wir auch nach längerem Betrachten nicht ausmachen. Und hier kommt die beste Formulierung der bedeutsamen Botschaft dieses Bilderbuchs:

Ich weiß nicht, welches Meerschwein Miro ist. Aber Miro weiß, wer er ist.

Miro hat nach der langen Wanderung zu sich selbst gefunden. Er ist JEMAND.

Das beste überhaupt: Meerschwein sein

Mein persönliches Highlight zum Thema „Selbstfindung“ in Verbindung mit Achtsamkeit und Zusammenhalt in der Gemeinschaft.

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James Krüss und Anke Kuhl – Es war einmal ein Mann

Es war einmal ein Mann

Es war einmal ein Mann, der hatte einen Zahn.
Der Zahn, der tat ihm weh.
Da sprang er in den See.
Den namenlosen und zugleich ruhelosen Mann begleitet stets eine dunkle Wolke, die seinen Gemütszustand anzeigt. Er läuft herum, immer auf der Suche nach etwas, was er nicht zu finden scheint. Und bei allem hat er etwas auszusetzen. Der Wald ist zu dicht. Die Hölle ist zu heiß. Die Stadt ist voll Gedränge. Das Tal ist ihm zu flach.
Zum Glück findet er am Ende seinen Ruhepol, sodass statt der dunklen Wolke nun doch ein Herz über seinem Kopf schwebt. Manchmal ist das Glück doch nicht so weit wie man es zuerst vermutet.
Er änderte sich sehr und nörgelt‘ niemals mehr.

Das neuaufgelegte Bilderbuch aus dem Jahre 1967 kann noch immer mit den wunderschönen, leicht einprägsamen und rhythmischen Reimen begeistern. Die konservative und vielleicht ein bisschen nostalgische Botschaft das Glück in der eigenen Familie zu finden ist auch heute noch sehr aktuell.

Die Illustrationen von Anke Kuhl unterstützen das freche, spitzbübische Gemüt des Zeitgenossen und verdeutlichen mit einem kleinen Augenzwinkern seine Ruhelosigkeit und Unzufriedenheit. Aus jedem Abenteuer gesellt sich ein Lebewesen dem mürrischen Mann und so wird er bald von einer ganzen Polonaise begleitet, die zum Schluss auch sein nun endlich gefundenes Glück bestaunen darf.

Das Leben ist eine Reise. Dazu gehören Tiefen und Höhen. Seinen Platz in der Welt zu finden ist demnach gar nicht so einfach. Hier dürfen wir einen Mann auf seiner Reise der Selbstfindung begleiten und seine Wandlung von einem Desperado zum wahren Optimisten, der zur Ruhe gekommen ist und die innere Zufriedenheit gefunden hat, miterleben.

Es war einmal ein Mann

Die Reise des Lebens, festgehalten in wunderschönen Bildern und in gereimter Sprache. Ein tolles Geschenk auch für Erwachsene!

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Mark und Rowan Sommerset – Alles gut, Kleiner!

Alles gut, Kleiner

Zwei Krabbeltierchen leben auf unterschiedlichen Seiten eines grünen Blattes. Während das rote Krabbeltierchen  frohen Mutes in die Welt blickt, fürchtet sich das blaue Krabbeltierchen über die Grenzen des Blattes hinauszuschauen und bemitleidet sich selbst. Auch nach mehrfacher Aufforderung des roten Krabbeltierchens die Schattenseite des Blattes zu verlassen, jammert das blaue Krabbeltierchen:
Ach, ich weiß  nicht, ich weiß nicht,
ob ich das kann.
Auch die große Sehnsucht nach Sonne kann die Angst nicht dämmen und so wartet das blaue Krabbeltierchen bis die Erlösung durch für ihn nicht zu beeinflussende Begebenheiten bewirkt wird.

Ein unauffälliges, grünliches Buch im Querformat mit wundervoll ausgestanzten Einzelheiten und meisterhaften Reimen trägt eine gewichtige Botschaft. Das blaue Krabbeltierchen leidet an einer scheinbar „erlernten Hilflosigkeit“. Dieses psychologische Konzept dient der Erklärung von Depressionen und Angstzuständen. Das blaue Krabbeltierchen glaubt nicht daran etwas aus eigener Kraft bewirken oder überwinden zu können. Er kann die als unangenehm erlebten Zustände nicht abstellen, obwohl er es könnte, betrachtet vor allem aus der Sicht des roten Krabbeltierchens.

Diese beiden Krabbeltierchen könnten nicht unterschiedlicher sein. Das mutige, rot leuchtende Krabbeltierchen nimmt sein Leben in die Hand, agiert selbstbewusst und „liebt die Aussicht“. Das blaue, ängstliche, unsichere Krabbeltierchen dagegen traut sich nur wenig zu, versinkt in Selbstmitleid und schiebt die negativen Zustände seinem Schicksal zu, auf das er angeblich keinen Einfluss nehmen kann. Trotz zahlreicher Hilfsangebote seines Freundes kann er seinem Elend nicht entfliehen.

Doch Freiheit und Hoffnung sind in Sicht, auch wenn sie leider nicht von dem blauen Krabbeltierchen selbst herbeigeführt werden. Die Hoffnung bleibt, dass er zukünftig seine Ängste überwindet und seine Probleme selbst anpackt.

Alles gut, Kleiner!

„Ist das Glas halb voll oder halb leer?“ – Ein Bilderbuch für kleine Optimisten und die, die es werden möchten. Man muss sich nur trauen!

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