Bernd Wehren – Post von Pi

 

Rezension

Erst kürzlich sorgten wieder Studien zu Rechtschreibmethoden für Aufsehen. So war eines der zentralen Ergebnisse, dass Schüler, die nach der Fibelmethode lernen, deutlich weniger Rechtschreibfehler machen. Seit Jahren arbeite ich persönlich nach der Silbenmethode und habe bisher kein Lehrwerk kennen gelernt, das auf jedem Kompetenzbereich vollkommen ist. Immer muss man als Lehrkraft zufüttern, sei es im „Lesen“, „Rechtschreiben“ oder „freien Schreiben“.

Post von Pi“ aus dem Dieck Verlag bietet Geschichten rund um ein Marsmännchen in drei Differenzierungsstufen an. Das Material kann Grundlage für den Buchstabenerwerb oder nach Abschluss eines Buchstabenlehrgangs eingesetzt werden. Beiliegend findet sich eine Anlauttabelle für die Schülerhand, die beim Schreiben helfen soll. Auf jeder Seite ist außerdem ein Vorlesetext abgedruckt, der den roten Faden bildet.

Der Einsatz dieses Materials ist wohl am ehesten in der Wochenplanarbeit bzw. Rechtschreibwerkstatt denkbar. Schulen, die sehr offen arbeiten werden sich über die dreistufige Differenzierung freuen. Auch für Lehrkräfte  ist es eine große Hilfe, um dem individuellen Entwicklungsstand der Kinder gerecht zu werden. Unglücklich ist jedoch, dass die Lineatur nicht der 1. und auch nicht der 2. Klasse passend gestaltet wurde. Es finden sich einfache Linien wieder, die im 4. Schuljahr angebracht sind. Auch die Gestaltung der Zeichnungen dürfte etwas ansprechender ausfallen. Oft sind hier einfache Strichmännchen anzutreffen. Der Einsatz einzelner Arbeitsblätter ohne die Einbindung der fortlaufenden Geschichte ist nur schwer vorstellbar.

Blick ins Buch

Fazit

In der Wochenplanarbeit denkbar – attraktivere Umsetzung wünschenswert

(Amazon-Link)

Bernd Wehren – Lesen und Schreiben mit Detektiv Pfiffig 3

Lesen und Schreiben mit Detektiv Pfiffig

Die Krimi-Fälle an der Neu-Schule verlangen von Detektiv Pfiffig ganz schön was ab.  Der Kakaodieb muss gefunden, die Zaubertricks entlarvt und der „Kronen-Dieb“ unter den Cowboys an Karneval aufgespürt werden. Doch Detektiv Pfiffig heißt nicht umsonst so. Er hat ein gutes Gespür und löst auch die kniffligsten Fälle mit Bravour.
Als kleine Lesedetektive lösen die Schülerinnen und Schüler 22 Mini-Krimi Fälle und trainieren das sinnerfassende Lesen. Jeder Fall setzt sich aus einer Doppelseite zusammen. Auf der einen Seite gliedert sich der spannende Fall in vier kurze Abschnitte, unterstützt durch je eine Illustration, die zusätzliche Informationen für die Lösung des Falls bieten kann. Auf der anderen Seite werden sechs Aufgaben präsentiert, die die Kinder schrittweise zur richtigen Lösung führen.
Das selbstständige Arbeiten wird durch Lösungskarten zur Selbstkontrolle forciert. Im Detektivausweis können die bereits gelösten und kontrollierten Fälle eingetragen werden. Als Motivation lockt eine Urkunde für jeden Lesedetektiv.
Meine Drittklässler haben nach einem neuen spannenden Angebot für die Deutsch-Freiarbeitsecke verlangt. Detektiv Pfiffig aus Knobelhausen war den Kindern von der ersten Minute an sympathisch. Die Mini-Krimi-Fälle basieren auf alltäglichen Ereignissen im Schulleben, wie z.B. Karneval, Klassenfahrt, Vertretungslehrer, Ausflüge, Schulfest etc. Die Freude war groß zu sehen, dass die Kinder an der Neu-Schule ebenfalls den „Leisefuchs“ nutzen und dort auch wie bei uns an Karneval eine Polonaise durch alle Klassen und den Schulhof zieht.
Da die Fälle immer gleich aufgebaut sind, bedarf es lediglich einer einmaligen Erklärung. Danach arbeiten die Kinder selbstständig an den Krimi-Fällen. Diese sind in der Tat schön knifflig und man muss hin und wieder auch die Bilder zur Lösung des Falls heranziehen. Nach der Selbstkontrolle, darf im Detektivausweis die jeweilige Lupe angemalt werden. Die Reihenfolge ist frei wählbar. Zur Differenzierung gibt es für die schwächeren Leser Tipps zu den Fragen mit kleinen Hinweisen. Für pfiffige Detektivkinder werden zu jedem Fall drei Lupenaufgaben angeboten, die zum Weiterdenken animieren.
Während meine schwächeren Leser die zusätzlichen Tipps gerne nutzen, werden die „Sternchen“-Aufgaben von pfiffigen Detektivlesern  seltsamerweise ignoriert. Vielleicht ist ja hierbei die Schrift zu klein oder die Freude über den gelösten Fall so groß, dass die Weiterarbeit nicht mehr so motivierend ist?
Lesen und Schreiben mit Detektiv Pfiffig
Diese Werkstatt hat einen großen Aufforderungscharakter und regt zum Mitdenken beim Lesen an. Die Kinder haben alle Figuren des Städtchens Knobelhausen sehr schnell ins Herz geschlossen. Dies liegt auch an dem dazugehörigen Kartenspiel. Hier werden alle Figuren auf farbigen Bildkarten präsentiert und von einer Steckbriefkarte begleitet. Während des Vorlesens von Hinweisen über das Aussehen der Person, muss diese möglichst bald gefunden werden. Ein sehr gern genutztes Lesespiel, das auch weitere Variationsmöglichkeiten erlaubt.
Motivierend, spannend, knifflig, lesefördernd!

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