Regina Schwarz und Julia Dürr – Flitze-freche Zungenbrecher

Flitze-freche Zungenbrecher

Kleines, krankes Krokodil
kriegt ein Knuspereis am Stiel,
um den rauen, roten Rachen
schnurstracks schnell gesund zu machen.

Schon der Titel macht deutlich, wie dieses witzige Zungenbrecher-Buch von Regina Schwarz funktioniert. Hier werden insgesamt 21 flotte Zungenbrecher für wahre Sprachverbrecher präsentiert. Die Zungenbrecher, oft in Form von Stabreimen oder alliterierenden Versen, laden zum Nachdichten ein.

Auch manch ungewöhnliches und den Kindern vielleicht zunächst unbekanntes Wort, wie z.B. „grausig“, „verwinden“ oder „umtosen“ kann Neugierde wecken und ganz nebenbei die Erweiterung des Wortschatzes fördern. Die kreative Sprachproduktion sensibilisiert die Kindergarten- und Grundschulkinder für den Aufbau der deutschen Sprache. Zur schöpferischen Sprachproduktion regen außerdem die zahlreichen Komposita („blütenfrische Brillenputztücher“, „Bratwurstbudenbär“) an und ganz nebenbei wird die Artikulationsfähigkeit von Eltern und Kindern trainiert.

Dieses Bilderbuch zeichnet insbesondere der in jeder Zeile geballte Sprachwitz in Kombination mit den urwitzigen Illustrationen aus. Die skurrilen Bilder verstärken die Botschaft und laden zum weiteren Entdecken ein, wenn es beispielsweise darum geht die Mücke auf jeder Doppelseite zu finden, die den Leser durch das Buch begleitet.

Für einen silbenorientierten Schriftspracherwerb bietet dieses Bilderbuch einen großen Fundus an außergewöhnlichem Wortmaterial, das so keine Fibel oder Erstleserbuch bieten kann. Die Fülle und die Leichtigkeit ist beeindruckend. Ein tolles Weihnachtsgeschenk, das Erwachsenen und Kindern einige witzige Stunden bescherren wird.

Flitze-freche Zungenbrecher
Ein vergnügliches Bilderbuch mit einer spielerisch lustvollen Entdeckung der deutschen Reimsprache.

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Philip Waechter – Kuchen bei mir

Kuchen bei mir

Das kleine Schweinchen sitzt am Küchentisch und verfasst einen Einladungsbrief an seinen Freund. Per Flaschenpost schickt er das Schreiben weit über das Meer Richtung Strand. Es wird von einem Wal auf den richtigen Weg gebracht und schwebt ungehindert an einem Fischerboot vorbei. Am Strand fischt sein Freund es gleich aus den Fluten heraus und packt gleich seine Sachen. Er geht auf die Bitte seines Freundes ein und besorgt auch flugs einen Becher Schlagsahne. Schließlich soll es beim Schweinchen Kuchen geben.

Philip Waechter’s  Thematisierung der Flaschenpost ist in der heutigen digitalisierten Welt schon fast nostalgisch angehaucht. Die Reise der Flaschenpost entschleunigt die Kommunikationsebene und zeigt auf, wie groß die Freude sein kann eine Botschaft auf diesem Wege zu erhalten.

Der Text besteht ausschließlich aus dem Inhalt dieses Einladungsschreibens. Es wird die höfliche Anrede, der eigentliche Brieftext mit Einbindung der Erkundigung nach dem Wohlbefinden des Gegenübers und schlußendlich der Abschiedsgruß miteinbezogen. Die vertraulichen Anredepronomen (hier „Du“, „Deine“) werden groß geschrieben. So finden sich hier alle Zutaten zum Aufbau eines Briefes.

Während die einzelnen Zeilen des Brieftexts auf jeder Doppelseite links platziert sind, befinden sich auf der gegenüberliegenden Seite die jeweiligen Stationen des Briefweges. So wird auch inhaltlich auf den Brief eingegangen und gezeigt wie der Freund seinen Rucksack packt und dort eine Zahnbürste herausragt. Schließlich heißt es im Brief:

Dann vergiss Deine Zahnbürste nicht!
Die meisterhaften Illustrationen unterstützen den ruhigen Aufbau und lassen den Leser sich über den Weg der Flaschenpost erfreuen, die letztendlich zwei Menschen zusammenführt, die sich gern haben.
Kuchen bei mir

Material

Dieses Bilderbuch eignet sich hervorragend zur Thematisierung der einzelnen Zutaten von Briefen, insbesondere von Einladungsschreiben. Anschließend wäre eine Einrichtung eines Klassenbriefkastens in Form von einzelnen Fläschchen  für jedes Kind möglich. So kann die Flaschenpost kommen!

Flaschenpost

Ein wunderbar ruhiges Bilderbuch über die Freude an entschleunigten Kommunikationsmitteln und der Freundschaft.

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Paul Friester und Philippe Goossens – Heule Eule: Nein, ich lasse niemand rein!

Heule Eule

Im zweiten Band des erfolgreichen Vorgängers geht es um die stets wachsende Autonomie und aber auch den einzigartigen Bund zwischen Mutter und Kind. Mama Eule möchte los und Heule Eules Lieblingsessen holen. Sie rät ihr eindringlich brav zu sein und niemanden hereinzulassen. Während  Heule Eule noch ganz vertieft in ihr Lieblingsmärchen „Der Wolf und die sieben Geißlein“ ist, klopft es schon an die Höhlentür.

Ganz pflichtbewusst hält sich Heule Eule an die Abmachung mit der Mama Eule und lässt keinen herein – auch nicht die eigene Mutter. Auch das Eichhörnchen und der Käfer können Heule Eule nicht überzeugen. Durch die ganze Aufregung fließen bei der kleinen Eule erneut Krokodilstränen. Erst der schlaue Rabe hat einen cleveren Rat…

Dieses kleine alltägliche Problem werden viele aus ihrer eigenen Kindheit kennen. Das erste Mal ganz alleine zu Hause zu bleiben ist mit einigen Ängsten und Unsicherheiten verbunden. Die Einbindung eines „Märchens im Märchen“ ist ein ausgeklügeltes stilistisches Mittel. Sofern den kleinen Zuhörern das Märchen bekannt ist, werden sie sich nicht wundern warum Heule Eule nicht die Tür öffnet.

Die Illustrationen von Philippe Goossens sind genauso herzerwärmend wie im ersten Band. Vereinzelte Charaktere tauchen erneut auf und bleiben ihren zugeschriebenen, charakteristischen Eigenarten treu. Der Hirschkäfer ist wie gewohnt mürrisch und motzig. Zum Glück kann Mama Eule ihr Kind dann doch persönlich trösten und die Madentüte überreichen. Es gibt also doch einen unsichtbaren Schlüssel zum Herzen.

Heule Eule
Aus jeder Begebenheit und Erfahrung lässt sich eine prägende Lehre ziehen!

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Marcus Pfister – Weisst du, was Glück ist?

Weisst du, was Glück ist?

Was ist Glück?
Glück ist das Allerwichtigste überhaupt.
Zwei kleine Mäuse sitzen auf der Wiese und hängen ihren Gedanken nach. Sie beschäftigen sich mit dem Thema „Glück“ und ergänzen abwechselnd den Satzanfang „Glück ist …“. Für Zoe ist es pures Glück im Winter die Schneeflocken auf der Zunge zu schmecken. Leo liebt es dagegen den Flug einer kleinen Feder zu beobachten. Sie äußern ihre ganz individuellen Vorstellungen von Glück und kommen schlußendlich zu der Einsicht, dass Glück auch ist, gemeinsam mit der besten Freundin einen Drachen steigen zu lassen.

Dieses Bilderbuch über das Glück macht einfach glücklich!

Marcus Pfister, der mit seinem Bilderbuch „Der Regenbogenfisch“ schon viele Kinder glücklich gemacht hat, vermittelt mit der immer gleichen Aufbaustruktur die alltäglichen Glücksgefühle im Leben eines Kindes. Dabei sind es die einfachen Erlebnisse in Verbindung mit der Natur, die die kleinen Mäuse am meisten faszinieren. Das Sammeln von schönen Kieselsteinen oder das Wegpusten der Samen einer Pusteblume macht die Mäuse glücklich. Sehr schön ist, dass die unterschiedlichen Sinne stets einbezogen werden.

Pädagogisch wertvoll ist auch die Erkenntnis, dass einen durchaus Dinge glücklich machen können, die man alleine erlebt und aber auch das Miteinander hervorgehoben wird. Das letzte Bild zeigt die zwei kleinen Mäuse lachend und Hand in Hand weglaufen. Freundschaft macht eben auch glücklich.

Die Illustrationen sind sehr reduziert und mit einem großen Anteil an weißer Fläche dargestellt. Es bleibt viel Freiraum für die eigenen Gedanken und Fantasien. Die Tupf-/ Schwammtechnik lässt alle Erlebnisse harmonisch wirken und ganz subtil ineinander verschwimmen. Es schafft letztendlich einen schönen Rahmen, der zeigt, dass Glück im Fluss des Lebens besteht.

Weisst du, was Glück ist?

Material

Das Thema „Glück“ ist prädestiniert, um mit Kindern darüber zu philosophieren. Was ist Glück? Kann man Glücklichsein überhaupt erlernen? Worin besteht ein glückliches Leben? Gerhard Friedrich hat in seinem Buch „Mit Kindern philosophieren“ den Themen „Glück“ und „Freundschaft“ je ein Kapitel gewidmet. Hier finden sich unzählige themenorientierte Bastelideen, Liedvorschläge und Diskussionsanregungen.

Nach dem Vorlesen der ersten Seiten, die stets mit dem Satzanfang „Glück ist…“ beginnen, wäre es denkbar die Kinder ihre eigenen Glücksmomente sammeln zu lassen. Auch bestimmte Zitate lassen sich für kleine Diskussionsrunden gut nutzen.

Bild_Glück

 Ein sehr empfehlenswertes Bilderbuch über das Thema Glück!

 

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Saskia Kistner und Ann Cathrin Mihsler – Die vier Fälle üben und festigen

Die vier Fälle üben und festigen

In diesem Heft werden die Nomen der deutschen Sprache in den vier verschiedenen Fällen thematisiert. Sie dienen dazu die Funktion von Satzteilen im Satz anzuzeigen.

Die Materialien gliedern sich in drei Teile. Ein Arbeitsplan stellt die einzelnen Übungsangebote übersichtlich dar. Hier können die SuS in einer Tabelle die erledigten und kontrollierten Aufgaben abhaken. Auf den Arbeitsblättern wird jeder Fall zunächst einzeln betrachtet. Die Aufgabenstellungen sind sehr ähnlich und selbsterklärend, so dass die Kinder die Aufgaben weitgehend selbstständig bearbeiten können. Mal gilt es die passenden Fragen aufzuschreiben und mal müssen die Nomen richtig eingesetzt werden. Zu jedem Arbeitsblatt ist eine Lösungsseite beigelegt, um den Kinden die Selbstkontrolle zu ermöglichen und eigenverantwortliches Lernen voranzutreiben.

Ergänzend zu den Arbeitsblättern stehen Kindern Klammerkarten zur vertiefenden Übung zur Verfügung. Auch hier ist die Selbstkontrolle gewährleistet und die SuS bekommen eine unmittelbare Rückmeldung.

Freiarbeit Die vier Fälle

An diesem Material können die SuS in ihrem individuellen Tempo arbeiten. Es kann als Angebot in der Lerntheke oder in den Wochenplan integriert werden. Besonders gelungen ist die Auswahl der Klammerkarten. Hier können die Kinder frei entscheiden, ob sie einen bestimmten Fall intensiver üben  oder sich evtl. bei der Zuordnung der vier Fälle auch selbst testen. Die Einführung „Warum eigentlich die vier Fälle?“ sensibilisiert die Kinder für das Thema und verdeutlicht kindgerecht die Notwendigkeit dieses Wissens.

Die Aufgabenstellungen wiederholen sich stets, so ist seitens der Lehrkraft nicht viel Erklärung nötig. Da es jedoch wenig abwechslunsgreich ist und die Kinder recht viel schreiben  müssen, ging meinen SuS recht schnell die Puste aus. So haben wir gemeinsam entschieden wie viele Aufgaben und in welchen Bereichen bearbeitet werden müssen und welche Sternchen sind.  Meine SuS nutzen in der Freiarbeit am liebsten die Klammerkarten, weil damit auch die Handlungsebene angesprochen wird. Oft besprechen sie ihre Entscheidung mit einem Partner oder fordern von dem Gegenüber eine Begründung. So werden zusätzlich die kommunikativen Fähigkeiten und das mündliche Sprachhandeln geschult.

Die vier Fälle üben und festigen
Anspruchsvolles Material mit  tollen Klammerkarten!

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Marion Billet – Hörst du die Dschungeltiere?

Hörst du die Dschungeltiere

Das „Soundbuch“ stellt dem Leser sechs unterschiedliche Dschungeltiere in Bild- und Tonform vor. Bildlich werden sie in ihrem typischen Lebensraum in der freien Natur dargestellt. Die zahme Löwin ruht sich unter einem Baum in der tropischen Hitze Savannahs aus, während der muntere Elefant sich mit dem Wasser bespritzt.

Der eigentliche Clou sind jedoch die integrierten Tiergeräusche, die durch einen Fingerdruck zu betätigen sind. Im hinteren Teil des Buches ist eine Batterie eingebaut und mithilfe einer leichten Berührung einer ausgestanzten Stelle auf jeder Doppelseite ertönen bereits die authentischen Aufnahmen. Marion Billet hat erfreulicherweise auf echte, unverfälschte Aufnahmen zurückgegriffen.Auf der vorletzten Seite wartet auf die Kleinen eine interaktive Übung. Die Kinder werden aufgefordert die abgebildeten Dschungeltiere zu benennen und das dazu passende Tiergeräusch zu machen.

Das Nachahmen der Tiergeräusche ist eine pure Freude und äußerst lustig noch dazu. Welcher Erwachsene könnte aus dem Stegreif einen Panda nachmachen? Auch nach wiederholtem Hören stellt es sich als eine nicht zu unterschätzende Herausforderung heraus. Denkbar wäre auch ein Ratespiel daraus zu machen. Erst das Tiergeräusch hören und dann einem Dschungeltier zuordnen. Zur Unterscheidung von einem Nilpferd und einem Panda braucht es doch Konzentration und eine feine auditive Sinneswahrnehmung.

Hörst du die Dschungeltiere
Farbenfrohe Abbildungen, robuste Buchseiten, authentische Tiergeräusche, die zum Nachahmen animieren.

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Doris Kutschbach – Meine bunte Welt: Erste Kunstwerke – erste Wörter in 12 Sprachen

Meine bunte Welt

„Meine bunte Welt“ präsentiert über 70 farbliche Kunstwerke im Format von 22 x 22 cm. Auf jeder Doppelseite wird ein Gemälde mit Elementen aus dem kindlichen Umfeld dargestellt. Mal dreht sich die Szenerie rund um Vater, Mutter, Alltagsgegenstände, Körper oder einfach um Tiere und Natur. Auf der gegenüberliegenden Seite ist ein zum Bild passendes Wort in zwölf verschiedenen Sprachen abgebildet. Jeder Sprache ist eine Farbe zugeordnet, darunter finden sich: Deutsch, Englisch, Spanisch, Russisch, Arabisch, Italienisch, Japanisch, Chinesisch, Französisch, Griechisch, Hebräisch und Türkisch.

Auf den letzten Seiten findet sich eine nach den Künstlern ausgerichtete Aufzählung der im Buch enthaltenen Kunstwerke, wie z.B. Vincent van Gogh, Katsushika Hokusai, Albrecht Dürer, Gustav Klimt, August Macke, Franz Marc, Pablo Picasso uvm.

Doris Kutschbach hat die kindliche Begeisterung für eine unverfängliche Kunstbetrachtung mit der Unterstützung zum Spracherwerb verknüpft. Entstanden ist ein Buch für wahre Kunstliebhaber. Ohne viel Ablenkung können Kleinkinder und Erwachsene ihre Aufmerksamkeit voll und ganz dem jeweiligen Kunstwerk widmen. Beim gemeinsamen Beschreiben der Bilder wird der mündliche Sprachgebrauch trainiert und nebenbei das Wissen rund um berühmte Kunstwerke erweitert.

Zusätzlich wird das Sprachbewusstsein aktiviert. Vor allem für mehrsprachige Kinder ist dies ein äußerst sinnvolles pädagogisches Konzept, da sie Wertschätzung für ihr Können erlangen und unterschiedliche Klänge für andere Sprache erfahren können. Neben jedem Wort ist nämlich die Lautschrift abgebildet. Als Erwachsener muss man dafür  jedoch die IPA Lautschrift lesen können.

Meine bunte Welt

Meine DAZ-Kinder lieben dieses Kunstbuch, weil sie voller Stolz anderen Kindern das jeweilige Wort vorlesen können. Ganz nebenbei trainieren sie beim Beschreiben der Bilder ihre mündlichen Ausdrucksfertigkeiten. Eine weitere Übungen, die sich die Kinder ausgedacht haben,  sieht so aus, dass sie einen Satz mit einer bestimmten Anzahl an Wörtern bilden sollen. Die Bedingung ist jedoch, dass der Satz zum Bild passen soll und immer das zum Gemälde passende deutsche Wort im Satz enthalten sein soll. Auch das Spiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“ spielen sie ins diesem Zusammenhang ungemein gerne. Im Kunstunterricht nutze ich dieses Buch für Bildbetrachtungen als Einstieg in ein neues Thema. Passend zum Herbst haben wir uns erst kürzlich das gleichnamige Kunstwerk von Giuseppe Archimboldo ganz genau angeschaut und daraufhin selbst Porträts aus Gemüse und Obst gestaltet.

Meine bunte Welt
Kunstbetrachtung auf unterschiedlichen Sprachen, die eines gemeinsam haben: Die Liebe zur Kunst!

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Agnes Jiresch-Stechele – Gute Aufgaben für den Wochenplan Kunst 3/4

GUte Aufgaben für den Wochenplan

Rezension
 Was sind gute Aufgaben?
Gute Aufgaben ermöglichen in ihrer Offenheit und ihrem Anspruchsniveau jedem Kind, Erfolgerlebnisse und Lernfortschritte zu erreichen. Sie fordern dazu heraus selbstständig Erfahrungen zu machen und sie zu versprachlichen, um sich anschließend auszutauschen (Ich-Du-Wir-Prinzip) (vgl. S.4f.). Die in diesem Band zusammengefassten Kunstaufgaben balancieren zwischen Offenheit und Anregung, um einen individuellen, mehrperspektivischen Zugriff zu ermöglichen. Die 27 Kunstaufgaben wurden in 8 Bereiche unterteilt:
  1. Menschen und Alltagsgegenstände
  2. Tiere und Fabelwesen
  3. Natur- und Wetterphänomene
  4. Muster, Strukturen und Ordnungen
  5. Basteln und Bauen
  6. Witzbilder
  7. Schwarzer Filzstift
  8. Farben

Jede Aufgabe wird mit einer Darstellung der Sachinformationen eingeführt. Es folgen die zu erwartenden Lernchancen sowie die Übersicht über das benötigte Material. In methodischen Hinweisen wird das weitere Vorgehen kurz erläutert und Möglichkeiten zur unterrichtlichen Ausgestaltung aufgezeigt.

Auf verschiedenen Wegen zur Lösung!
Ich habe nach Kunstaufgaben gesucht, die ohne viele Erklärungen auskommen und trotzdem motivierend für die Kinder sind. Außerdem war mir der mehrperspektivistische Zugang zur Lernaufgabe wichtig sowie die Einbindung des kooperativen Lernens. Die hier vorliegenden Kunstaufgaben sind nach dem Schema „Ich-Du-Wir“ konzipiert. Erst gilt es durch Bildimpulse oder anregende Fragestellungen evtl. Regelmäßigkeiten zu entdecken oder die Kinder zum genauen Hinschauen herauszufordern. Dann folgt der Austausch mit einem Partner und schlussendlich knüpft die Präsentation des Ergebnisses an. Besonders erfreulich ist, dass ein großer Wert auf Zeichen- und Maltechniken gelegt wurde. Die SuS setzen sich mit detailtreuen Zeichnungen von Steckbausteinen oder Schulranzen, comichaften Tierdarstellungen, Abstrahierungen oder Darstellungen mit Mustern auseinander. Sie nutzen Medien in Form von schulischen Alltagsgegenständen, um Klassenzimmerkunst zu erschaffen. Die Kinder erweitern ihre Kenntnisse in Bezug auf Farbenlehre, indem sie mit Farben experimentieren, sie in Kategorien einteilen und ihre Wirkungen untersuchen.
Gute Aufgaben für den Wochenplan Kunst
Die Aufgaben sind durchweg anregend, differenziert und breit gefächert. Das Layout und die Gestaltung der einzelnen Arbeitsblätter ist leider wenig attraktiv und folgt immer dem gleichen Darstellungsmuster. Hier wären ansprechendere und abwechslungsreichere Darstellungsformen wünschenswert gewesen.
Für den Wochenplan sind die Aufgaben selbst erklärend und motivierend. Einzelne Themen, wie z.B.  Selbstporträts oder Fabelwesen lassen sich sehr gut auch außerhalb des Wochenplans einsetzen. Die einzelnen Lernangebote sind unabhängig voneinander gestaltet, so dass sie sich auch gut für den Vertretungsunterricht eignen.Die Fotos und Gemälde sind auf der CD-ROM auch in Farbe verfügbar!

Blick ins Buch
GUte Aufgaben für den Wochenplan Kunst
Fazit
Differenzierte Lernaufgaben mit verbesserungswürdigem Layout.

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Stian Hole – Annas Himmel

Annas Himmel

Heute lässt da oben jemand Nägel vom Himmel regnen.

Annas Welt wurde auf den Kopf gestellt. Der Löwenzahn ist nun zur Pusteblume geworden. Es ist Zeit des Abschiednehmens. Annas Vater trägt einen schwarzen Anzug und drängt Anna zur Eile. Die Kirchenglocken läuten bereits in der Ferne. Etwas liegt in der Luft, das spürt auch Anna.

Den Gang zum Begräbnis ihrer Mutter zögert sie hinaus und taucht stattdessen lieber in den Himmel ab. Ein Himmel voller Fantasien, wohin sie auch ihren Vater entführt. Dort leben fliegende Fische, farbenfrohe Pflanzen und ein Meer von Unsichtbaren, wie z.B. der Opa auf dem Stuhl wippend, der alte Briefträger, Elvis Presley und auch Picasso. Anna und ihr Vater fliegen an all diesen Seelen vorbei, nur die Mama können sie nicht entdecken. Ob sie Gott beim Unkraut jäten hilft?

… aber morgen sind es vielleicht Erdbeeren mit Honig.

Stian Hole hat mit diesem Bilderbuch einen Gefühlsrausch erschaffen. Anna schützt sich vor ihrem Schicksalsschlag die eigene Mutter verloren zu haben, indem sie sich in eine Traumwelt begibt. Dort kann sie sich das Geschehnis und die Funktion Gottes besser erklären. Diese Himmelswelt ist auch für ihren Vater eine Stütze, der in Anna seine Kraft für das Weiterleben zu schöpfen scheint.

Stian Hole, der norwegische Artdesigner, wurde für sein Buch  Garmans Sommer mit sämtlichen Preisen ausgezeichnet. Er bleibt seiner Technik, Fotos und Grafiken zu einer stark verfremdeten Fantasiewelt zu strukturieren, treu. Dieser „Kunterbuntstil“ verdeutlicht umso mehr, dass nichts von Dauer ist. Annas Mutter wird in ihrer schönsten Robe als eine schwarz-weiß-Fotografie mitten von den Unsichtbaren dargestellt. Anna dagegen erleben wir wie in einer Schutzhülle, die naiv und unbefangen dem Leben und auch dem Tod entgegen tritt. Beim Vater fließen Tränen und das ist auch gut so – Trauer braucht seine Zeit.

Dieses Bilderbuch hat so viele subtile Hinweise auf das Leben und den Tod, dass es beim Betrachten seine Zeit braucht. Das Betrachten schmerzt, weil es gleichzeitig so schön, fantasievoll und ehrlich ist. Es ist ein Bilderbuch vordergründig für Teenager und Erwachsene, um den Schrecken zurückzudrängen und den Himmel als eine wunderbare Explosion aus Farben und Formen zu sehen.

Auf der letzten Seite regnet es tatsächlich Erdbeeren und nun schaukelt der Vater mit einem angedeuteten Lächeln, während Anna ihm liebevoll die Wange streichelt.

Annas HImmel
Dieses Bilderbuch geht unter die Haut.

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Michaël Escoffier und Kris Di Giacomo – Wer hat Angst vor diesem Wolf?

Wer hat Angst vor diesem Wolf

Sag mal, Häschen, kennst du eigentlich den Wolf Schubidu?
Da der Hase den Wolf ja aus vielen Märchen kennt, zeichnet er mit Tafelkreide ein Ungeheuer mit scharfen Zähnen auf die Schiefertafel. Doch der Sprecher im Hintergrund korrigiert den Hasen und weist ihn darauf hin, dass Wolf Schubidu besonders ist. Er hat nämlich kleine Öhrchen, stumpfe Zähne und eine wilde Mähne. Nach der Korrektur sieht das Ungeheuer nun gar nicht mehr nach einem Wolf aus. Genau in diesem Moment ertönt eine drohende Stimme und das Monster erscheint. Doch bevor sich der Hase überhaupt in Sicherheit bringen kann, wird er geschnappt. Puh, der Hase ist ganz schön erleichtert, als er feststellt, dass man sich vor Wolf Schubidu gar nicht fürchten muss …

Michaël Escoffier ist es gelungen durch die Hintergrundstimme eine ganz besondere Spannung aufzubauen. Der Sprecher lässt den Hasen wie eine kleine Marionette tanzen und schon bald werden Erwachsene erkennen, dass diese Hintergrundstimme die Fantasien eines kleinen Kindes wiederspiegelt. Es ist so, als würde man ein kleines Kind beim Spielen mit einem Kuscheltier beobachten.

Die sehr gelungen aufgebaute Spannungskurve wird alsbald aufgelöst und das Ende ist zum Glück so gar nicht schrecklich, wie zuerst vermutet. Dieses Bilderbuch animiert die Kinder zum Erfinden von eigenen Geschichten mit Einbindung ihrer Kuscheltiere. Nach dem Vorlesen kann ein Rate-Mal-Wettbewerb oder ein Versteckspiel angeschlossen werden.

„Ich bin der Wolf… schubidu, find dich im Nu… schubidu!“
Sehr gerne darf dabei natürlich gesungen und weitergereimt werden!
Wer hat Angst vor diesem Wolf
Ein Bilderbuch, das ganz nah an den Fantasien und der Lebenswelt der Kinder ist!

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