Doris Kutschbach – Meine bunte Welt: Erste Kunstwerke – erste Wörter in 12 Sprachen

Meine bunte Welt

„Meine bunte Welt“ präsentiert über 70 farbliche Kunstwerke im Format von 22 x 22 cm. Auf jeder Doppelseite wird ein Gemälde mit Elementen aus dem kindlichen Umfeld dargestellt. Mal dreht sich die Szenerie rund um Vater, Mutter, Alltagsgegenstände, Körper oder einfach um Tiere und Natur. Auf der gegenüberliegenden Seite ist ein zum Bild passendes Wort in zwölf verschiedenen Sprachen abgebildet. Jeder Sprache ist eine Farbe zugeordnet, darunter finden sich: Deutsch, Englisch, Spanisch, Russisch, Arabisch, Italienisch, Japanisch, Chinesisch, Französisch, Griechisch, Hebräisch und Türkisch.

Auf den letzten Seiten findet sich eine nach den Künstlern ausgerichtete Aufzählung der im Buch enthaltenen Kunstwerke, wie z.B. Vincent van Gogh, Katsushika Hokusai, Albrecht Dürer, Gustav Klimt, August Macke, Franz Marc, Pablo Picasso uvm.

Doris Kutschbach hat die kindliche Begeisterung für eine unverfängliche Kunstbetrachtung mit der Unterstützung zum Spracherwerb verknüpft. Entstanden ist ein Buch für wahre Kunstliebhaber. Ohne viel Ablenkung können Kleinkinder und Erwachsene ihre Aufmerksamkeit voll und ganz dem jeweiligen Kunstwerk widmen. Beim gemeinsamen Beschreiben der Bilder wird der mündliche Sprachgebrauch trainiert und nebenbei das Wissen rund um berühmte Kunstwerke erweitert.

Zusätzlich wird das Sprachbewusstsein aktiviert. Vor allem für mehrsprachige Kinder ist dies ein äußerst sinnvolles pädagogisches Konzept, da sie Wertschätzung für ihr Können erlangen und unterschiedliche Klänge für andere Sprache erfahren können. Neben jedem Wort ist nämlich die Lautschrift abgebildet. Als Erwachsener muss man dafür  jedoch die IPA Lautschrift lesen können.

Meine bunte Welt

Meine DAZ-Kinder lieben dieses Kunstbuch, weil sie voller Stolz anderen Kindern das jeweilige Wort vorlesen können. Ganz nebenbei trainieren sie beim Beschreiben der Bilder ihre mündlichen Ausdrucksfertigkeiten. Eine weitere Übungen, die sich die Kinder ausgedacht haben,  sieht so aus, dass sie einen Satz mit einer bestimmten Anzahl an Wörtern bilden sollen. Die Bedingung ist jedoch, dass der Satz zum Bild passen soll und immer das zum Gemälde passende deutsche Wort im Satz enthalten sein soll. Auch das Spiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“ spielen sie ins diesem Zusammenhang ungemein gerne. Im Kunstunterricht nutze ich dieses Buch für Bildbetrachtungen als Einstieg in ein neues Thema. Passend zum Herbst haben wir uns erst kürzlich das gleichnamige Kunstwerk von Giuseppe Archimboldo ganz genau angeschaut und daraufhin selbst Porträts aus Gemüse und Obst gestaltet.

Meine bunte Welt
Kunstbetrachtung auf unterschiedlichen Sprachen, die eines gemeinsam haben: Die Liebe zur Kunst!

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Agnes Jiresch-Stechele – Gute Aufgaben für den Wochenplan Kunst 3/4

GUte Aufgaben für den Wochenplan

Rezension
 Was sind gute Aufgaben?
Gute Aufgaben ermöglichen in ihrer Offenheit und ihrem Anspruchsniveau jedem Kind, Erfolgerlebnisse und Lernfortschritte zu erreichen. Sie fordern dazu heraus selbstständig Erfahrungen zu machen und sie zu versprachlichen, um sich anschließend auszutauschen (Ich-Du-Wir-Prinzip) (vgl. S.4f.). Die in diesem Band zusammengefassten Kunstaufgaben balancieren zwischen Offenheit und Anregung, um einen individuellen, mehrperspektivischen Zugriff zu ermöglichen. Die 27 Kunstaufgaben wurden in 8 Bereiche unterteilt:
  1. Menschen und Alltagsgegenstände
  2. Tiere und Fabelwesen
  3. Natur- und Wetterphänomene
  4. Muster, Strukturen und Ordnungen
  5. Basteln und Bauen
  6. Witzbilder
  7. Schwarzer Filzstift
  8. Farben

Jede Aufgabe wird mit einer Darstellung der Sachinformationen eingeführt. Es folgen die zu erwartenden Lernchancen sowie die Übersicht über das benötigte Material. In methodischen Hinweisen wird das weitere Vorgehen kurz erläutert und Möglichkeiten zur unterrichtlichen Ausgestaltung aufgezeigt.

Auf verschiedenen Wegen zur Lösung!
Ich habe nach Kunstaufgaben gesucht, die ohne viele Erklärungen auskommen und trotzdem motivierend für die Kinder sind. Außerdem war mir der mehrperspektivistische Zugang zur Lernaufgabe wichtig sowie die Einbindung des kooperativen Lernens. Die hier vorliegenden Kunstaufgaben sind nach dem Schema „Ich-Du-Wir“ konzipiert. Erst gilt es durch Bildimpulse oder anregende Fragestellungen evtl. Regelmäßigkeiten zu entdecken oder die Kinder zum genauen Hinschauen herauszufordern. Dann folgt der Austausch mit einem Partner und schlussendlich knüpft die Präsentation des Ergebnisses an. Besonders erfreulich ist, dass ein großer Wert auf Zeichen- und Maltechniken gelegt wurde. Die SuS setzen sich mit detailtreuen Zeichnungen von Steckbausteinen oder Schulranzen, comichaften Tierdarstellungen, Abstrahierungen oder Darstellungen mit Mustern auseinander. Sie nutzen Medien in Form von schulischen Alltagsgegenständen, um Klassenzimmerkunst zu erschaffen. Die Kinder erweitern ihre Kenntnisse in Bezug auf Farbenlehre, indem sie mit Farben experimentieren, sie in Kategorien einteilen und ihre Wirkungen untersuchen.
Gute Aufgaben für den Wochenplan Kunst
Die Aufgaben sind durchweg anregend, differenziert und breit gefächert. Das Layout und die Gestaltung der einzelnen Arbeitsblätter ist leider wenig attraktiv und folgt immer dem gleichen Darstellungsmuster. Hier wären ansprechendere und abwechslungsreichere Darstellungsformen wünschenswert gewesen.
Für den Wochenplan sind die Aufgaben selbst erklärend und motivierend. Einzelne Themen, wie z.B.  Selbstporträts oder Fabelwesen lassen sich sehr gut auch außerhalb des Wochenplans einsetzen. Die einzelnen Lernangebote sind unabhängig voneinander gestaltet, so dass sie sich auch gut für den Vertretungsunterricht eignen.Die Fotos und Gemälde sind auf der CD-ROM auch in Farbe verfügbar!

Blick ins Buch
GUte Aufgaben für den Wochenplan Kunst
Fazit
Differenzierte Lernaufgaben mit verbesserungswürdigem Layout.

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Stian Hole – Annas Himmel

Annas Himmel

Heute lässt da oben jemand Nägel vom Himmel regnen.

Annas Welt wurde auf den Kopf gestellt. Der Löwenzahn ist nun zur Pusteblume geworden. Es ist Zeit des Abschiednehmens. Annas Vater trägt einen schwarzen Anzug und drängt Anna zur Eile. Die Kirchenglocken läuten bereits in der Ferne. Etwas liegt in der Luft, das spürt auch Anna.

Den Gang zum Begräbnis ihrer Mutter zögert sie hinaus und taucht stattdessen lieber in den Himmel ab. Ein Himmel voller Fantasien, wohin sie auch ihren Vater entführt. Dort leben fliegende Fische, farbenfrohe Pflanzen und ein Meer von Unsichtbaren, wie z.B. der Opa auf dem Stuhl wippend, der alte Briefträger, Elvis Presley und auch Picasso. Anna und ihr Vater fliegen an all diesen Seelen vorbei, nur die Mama können sie nicht entdecken. Ob sie Gott beim Unkraut jäten hilft?

… aber morgen sind es vielleicht Erdbeeren mit Honig.

Stian Hole hat mit diesem Bilderbuch einen Gefühlsrausch erschaffen. Anna schützt sich vor ihrem Schicksalsschlag die eigene Mutter verloren zu haben, indem sie sich in eine Traumwelt begibt. Dort kann sie sich das Geschehnis und die Funktion Gottes besser erklären. Diese Himmelswelt ist auch für ihren Vater eine Stütze, der in Anna seine Kraft für das Weiterleben zu schöpfen scheint.

Stian Hole, der norwegische Artdesigner, wurde für sein Buch  Garmans Sommer mit sämtlichen Preisen ausgezeichnet. Er bleibt seiner Technik, Fotos und Grafiken zu einer stark verfremdeten Fantasiewelt zu strukturieren, treu. Dieser „Kunterbuntstil“ verdeutlicht umso mehr, dass nichts von Dauer ist. Annas Mutter wird in ihrer schönsten Robe als eine schwarz-weiß-Fotografie mitten von den Unsichtbaren dargestellt. Anna dagegen erleben wir wie in einer Schutzhülle, die naiv und unbefangen dem Leben und auch dem Tod entgegen tritt. Beim Vater fließen Tränen und das ist auch gut so – Trauer braucht seine Zeit.

Dieses Bilderbuch hat so viele subtile Hinweise auf das Leben und den Tod, dass es beim Betrachten seine Zeit braucht. Das Betrachten schmerzt, weil es gleichzeitig so schön, fantasievoll und ehrlich ist. Es ist ein Bilderbuch vordergründig für Teenager und Erwachsene, um den Schrecken zurückzudrängen und den Himmel als eine wunderbare Explosion aus Farben und Formen zu sehen.

Auf der letzten Seite regnet es tatsächlich Erdbeeren und nun schaukelt der Vater mit einem angedeuteten Lächeln, während Anna ihm liebevoll die Wange streichelt.

Annas HImmel
Dieses Bilderbuch geht unter die Haut.

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Michaël Escoffier und Kris Di Giacomo – Wer hat Angst vor diesem Wolf?

Wer hat Angst vor diesem Wolf

Sag mal, Häschen, kennst du eigentlich den Wolf Schubidu?
Da der Hase den Wolf ja aus vielen Märchen kennt, zeichnet er mit Tafelkreide ein Ungeheuer mit scharfen Zähnen auf die Schiefertafel. Doch der Sprecher im Hintergrund korrigiert den Hasen und weist ihn darauf hin, dass Wolf Schubidu besonders ist. Er hat nämlich kleine Öhrchen, stumpfe Zähne und eine wilde Mähne. Nach der Korrektur sieht das Ungeheuer nun gar nicht mehr nach einem Wolf aus. Genau in diesem Moment ertönt eine drohende Stimme und das Monster erscheint. Doch bevor sich der Hase überhaupt in Sicherheit bringen kann, wird er geschnappt. Puh, der Hase ist ganz schön erleichtert, als er feststellt, dass man sich vor Wolf Schubidu gar nicht fürchten muss …

Michaël Escoffier ist es gelungen durch die Hintergrundstimme eine ganz besondere Spannung aufzubauen. Der Sprecher lässt den Hasen wie eine kleine Marionette tanzen und schon bald werden Erwachsene erkennen, dass diese Hintergrundstimme die Fantasien eines kleinen Kindes wiederspiegelt. Es ist so, als würde man ein kleines Kind beim Spielen mit einem Kuscheltier beobachten.

Die sehr gelungen aufgebaute Spannungskurve wird alsbald aufgelöst und das Ende ist zum Glück so gar nicht schrecklich, wie zuerst vermutet. Dieses Bilderbuch animiert die Kinder zum Erfinden von eigenen Geschichten mit Einbindung ihrer Kuscheltiere. Nach dem Vorlesen kann ein Rate-Mal-Wettbewerb oder ein Versteckspiel angeschlossen werden.

„Ich bin der Wolf… schubidu, find dich im Nu… schubidu!“
Sehr gerne darf dabei natürlich gesungen und weitergereimt werden!
Wer hat Angst vor diesem Wolf
Ein Bilderbuch, das ganz nah an den Fantasien und der Lebenswelt der Kinder ist!

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Sonja Bougaeva – Wie Frau B. so böse wurde …

Wie Frau B. so böse wurde

Vor Frau B. fürchtet sich jeder, besonders die Kinder. Doch sie war nicht immer so böse und brummig. Als kleines Mädchen wurde sie nämlich von anderen Kindern gehänselt und verspottet.  Ihrer Mutter konnte sie ihre Sorgen nicht anvertrauen, denn sie meinte nur, dass beim Essen nicht gesprochen werden darf.  Die kleine Frau B. wurde trauriger und trauriger. Diesen Zorn konnte sie über Jahre nicht mehr loswerden.
Auf einem Spielplatz strickend, erblickt Frau B.  eines Tages ein kleines Mädchen, das Tränen in den Augen hat, weil sie zuvor von einem Jungen mit Sand überschüttet wurde. Ab diesem Zeitpunkt spürt sie etwas ganz Ungewöhnliches … denn etwas kam ihr ganz bekannt vor …
Sie ging zum Spielplatz, um dort bequemer Kinder zu hassen.

Dieses Bilderbuch lässt mit einer Rückblende in die bewegende Vergangenheit einer verbitterten alten Dame blicken. Diese schmerzliche Erfahrung hat Frau B. zu der gemacht, die sie heute ist. Durch die Tatsache, dass ihre Mutter damals für sie kein Gehör gefunden hat und sie mit ihrer Traurigkeit allein gelassen wurde, staute sich zu einem innerlichen Damm voller loderndem Zorn.

Umso erfreulicher ist es zu entdecken, wie dieser Damm durch eine Begegnung mit einem kleinen Mädchen bricht. Nach und nach und zwar ganz langsam öffnet sich Frau B. Herz und sie kann sich wieder wie ein kleines, glückliches Mädchen fühlen.

Sonja Bougaeva hat bereits viele tolle Bilderbücher illustriert, u.a. „Wanda Walfisch“ oder auch „Zu Tisch!“. Auf diesem Titelbild  präsentiert sie eine überdimensionale, bedrohend wirkende alte Frau, die miesmutig mit einem Regenschirm bewaffnet den Betrachter anstarrt. Und doch ist der Farbauswahl, der Schriftwahl und dem Zeichenstil etwas Nettes und Warmherziges zu entlocken. Der Charakter der alten Dame ist durch die Darstellung außergewöhnlich gut getroffen. Man nimmt ihr ihre grimmige Art genauso gut ab, wie ihre Wandlung zu einer doch ganz netten und freundlichen alten Dame. Die Illustrationen sind allesamt zauberhaft. Ein reiner Augenschmaus.

Die Botschaft ist nicht minder wertvoll. Hier werden ganz kindgerecht die evtl. Konsequenzen von Mobbing-Opfern dargestellt. Dieser Schmerz ist so groß, dass man ihn sogar über Jahre hinweg mit sich trägt.

Wie Frau B. so böse wurde
 Ein verbitterter Kampf um die Verarbeitung von Kindheitserfahrungen.

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Bernd Wehren – Der Benimm-Führerschein

Der Benimm-Führerschein

Gute Umgangsformen in der Schule, zu Hause und in der Öffentlichkeit sowie gegenseitiger Respekt stehen im Mittelpunkt dieses Benimm-Führerscheins. Für ein angenehmes und konstruktives Miteinander sind bestimmte Grundregeln des guten Benehmens unerlässlich.

Das Benimm-Training von Bernd Wehren präsentiert 27 kurze Bildergeschichten aus dem Alltag der Kinder. Die Bilder zeigen sowohl richtiges als auch falsches Benehmen, was von der Schülerseite in der richtigen Farbe einzukreisen ist. Nach der Sensibilisierung für die Thematik, sollen die Bildergeschichten nachgespielt werden, um die Kinder emotional an die Alltagssituation zu binden. Anschließend gilt es diese Situation auf die eigene Klasse zu übertragen und zu überlegen, wie man sich selbst z.B. im Schwimmbad verhält und welche Regel evtl. missachtet werden. Der letzte Schritt ist immer die Bildergeschichte erneut zu spielen, um dann ausschließlich gutes Benehmen in der jeweiligen Situation zu zeigen.

Die Bildergeschichten bestehen aus drei Bildern und sind den Bereichen „Schule„, „zu Hause“ und „Öffentlichkeit“ zuzuordnen. Ein Kästchen ist stets weiß und gibt SuS die Gelegenheit selbst ein passendes Bild zu malen. Zusätzlich kann den Bildergeschichten eine Überschrift verliehen werden, um es anschließend als kurzen Text aufzuschreiben. Der Aufbau und die Aufgaben sind immer gleich, so dass die Kinder recht schnell selbstständig an dem Führerschein arbeiten können. Thematisch drehen sich die Geschichten um das richtige Verhalten auf dem Schulflur, im Schwimmbad, in der Umkleidekabine, auf Klassenfahrt oder in der Kirche. Im häuslichen Rahmen wird der Schwerpunkt auf Mithelfen im Haushalt, Essmanieren oder zu Gast bei Freunden gelegt. Das Benehmen in öffentlichen Verkehrsmitteln, das ungefragte Fotografieren oder  lautes Musikhören finden ebenfalls Erwähnung.

Der Benimm-Führerschein

Ein beispielhafter Elternbrief als Kopiervorlage soll die Eltern informieren und vor allem in das Benimm-Projekt miteinbeziehen. Schließlich werden die Grundsteine guten Benehmens im Elternhaus gelegt. Im Lieferumfang findet sich ein Klassensatz (32) an farbigen Führerscheinen, die 20 freie Zeilen haben und individuell eingetragen werden können. Die Lehrkraft kann somit auf ihre Lerngruppe abgestimmt aus der Sammlung der Bildergeschichten passende Situationen auswählen. Eine Generalprobe und die tatsächliche Benimm-Führerschein-Prüfung in Form eines Multiple-Choice-Fragebogens ergänzen die Unterrichtsideen. Neben den Lösungen zu den Arbeitsblättern findet sich auch eine Urkunde, die nach dem erfolgreichen Bestehen den Kindern ausgehändigt werden darf.

Dieser Benimm-Führerschein ist besonders für Brennpunktschulen, die das Ziel haben Benehmensmägel zu reduzieren, zu empfehlen. Eingesetzt kann es in Form eines Projekts zum Thema „Unsere Schule benimmt sich“. Als Vorlage für die Gestaltung einer „Benimm-AG“, wäre es ebenfalls denkbar. Besonders positiv ist die Einbindung der Eltern zu erwähnen. Auf das Schuljahr verteilt können einzelne Bildergeschichten auch im Klassenrat thematisiert werden.

Der Benimm-Führerschein Wehren
Ein Benimm-Führerschein zur Reflexion guten und schlechten Benehmens.

Der Benimm-Führerschein: 2. bis 4. Klasse

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Daniel Miyares – Verzeihung!

Verzeihung

Auf einer angeblichen Sandbank sitzend, genießt ein kleiner gelber Vogel seine Ruhe. Als dann weitere Tiere sich auf die Sandbank gesellen und stets „Verzeihung!“ rufen, wird es doch ganz schön eng. Bevor ein Fuchs die Tiere warnen kann, explodiert der gelbe Vogel förmlich vor Wut und verjagt die Tiere mit einem lauten „Haut endlich ab!“. Und als es wieder ganz still wird, entpuppt sich die Insel als eine gefährliche Niederlassung…
Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus.

Der miesmutig dreinschauende kleine Vogel erntet, was er gesät hat. Seine Unfreundlichkeit kommt schließlich im Sinne eines Bumerangeffekts zu ihm zurück. Daniel Miyares kombiniert eine große Prise schwarzen Humors mit leuchtenden, farbenprächtigen Illustrationen. Der Text ist sehr reduziert und auf die Kernaussagen pointiert geschrieben.

Das Bilderbuch ist für Kinder ab 6 oder 7 Jahren zu empfehlen. Jüngere Kinder werden die Botschaft des Bilderbuchs wahrscheinlich noch nicht begreifen. Es sollte definitiv über einen alternativen Umgang mit den Tieren seitens des kleinen Vogels gesprochen werden. Die kleinen Zuhörer könnten sicherlich reflektieren, wie die Tiere sich gefühlt haben mögen.

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„Verzeihung!“ – darf auch sehr gerne ironisch verstanden werden.

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Dieses Bilderbuch ist ein schöner Eintieg in die Thematik "Wir benehmen uns". Daran anschließend kann "Der Benimm-Führerschein" von Bernd Wehren zum Einsatz kommen.

Soheyla Sadr – Anne und Pfirsich – oder: Wo unsere Seele zu Hause ist

Anne und Pfirsich

Anne besucht ihre Oma, die sie liebevoll Pfirsich nennt, weil ihre Haut so eine weiche, duftende und uralte Pfirsichhaut hat. Regelmäßig erzählt Oma Pfirsich Geschichten. Heute erklärt sie Anne ihren ganz eigenen „Lichtergarten“. Dies ist ein Ort an dem die Seele wohnt. Unseren inneren Garten gestalten wir selbst und entscheiden auch ob wir ins Licht oder ins Dunkel gehen wollen.
Ja, ich entscheide, ob ich mich über den warmen Sonnenschein freue oder mich lieber ärgern will, dass ich den Garten gießen muss.
Der Lichtergarten ist immer da – in dir. Dieser muss allerdings auch gepflegt und gehegt werden, um weiterhin Ruhe, Trost und Verständnis spenden zu können. Er bietet Schutz bei Unsicherheit, Angst oder Kummer. Dein Garten ist dein Wegweiser.

„Anne und Pfirsich“ ist ein philosophisches Bilderbuch und handelt von der Kunst die innere Balance und Zufriedenheit zu finden. Soheyla Sadr hat es geschafft das Ungreifbare ein bisschen sichtbarer zu machen, indem es ein Bildnis des „Lichtergartens“ erhalten hat. Oma Pfirsich fungiert als eine weise und erfahrene Person, die ihrer Enkelin bereits früh verdeutlicht, dass jeder Mensch seines Glückes Schmied ist.

Bei Kummer und Schmerz genügt es dem inneren Garten einen Besuch abzustatten. Oft ist die eigene Einstellung, die unsere Sicht auf das Leben und evtl. Schicksalsschläge bestimmt. Die Autorin hebt das positive Denken hervor und zeigt, dass es sich leichter durchs Leben schreiten lässt, wenn man stets die Sonnenseite sieht.

Die leichten, pastellfarbenen Illustrationen unterstützen das Geheimnisvolle des Lichtergartens und wirken wie ein Schleier, der einen Hauch an Magie andeutet, aber nie zu viel verrät. Schließlich lebt dieses Bilderbuch von Fantasie und der eigenen Vorstellungskraft. Die Zeichnungen umgibt eine Leichtigkeit, stets begleitet von einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen der Protagonisten. Als Leser kann man nicht anders, als sich von dieser ausgetrahlten Ruhe und Gelassenheit anstecken zu lassen.

Anne und Pfirsich
 Dieses Bilderbuch lässt die eigene Lebenseinstellung überdenken. Ein tolles Geschenkbuch für Erwachsene, die eine Aufmunterung benötigen, quasi eine Gießkanne für den inneren Garten.

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Patrick Wirbeleit – Was zur Hölle?!

Was zur Hölle

 

Jonas hat ein Auge auf Annika geworfen. Leider beachtet sie ihn nicht und jeder Versuch ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen scheitert. Ihm kommt die Idee sie mit einer Vespa zu beeindrucken. Dafür fehlt ihm jedoch Geld. Seine Eltern sind arbeitslos und Taschengeld bekommt er somit auch nicht. Ein Nebenjob soll das nötige Kleingeld liefern. Er bewirbt sich als Aschefeger in der Hölle und muss über seine höllischen Kollegen ganz schön staunen. Dieser Nebenjob ist eine Höllenarbeit. Ein Teufelskerl beißt sogar freiwillig ins Gras, nur um auf Erden wiedergeboren zu werden. Dieses sprechende Häufchen Asche verspricht Jonas zu helfen seine Angebetete zu erobern. Dafür muss Jonas ihn jedoch auf die Erde schmuggeln. Wird ihm das gelingen und welche Konsequenzen hat es für Jonas?
Dieser schräge Comic-Roman wird von den außergewöhnlich gelungenen Illustrationen von Patrick Wirbeleit getragen. Viele Botschaften und der eigentliche Witz wird durch die Bilder transportiert. Die Schwarz-Weiß-Zeichnungen fangen sehr schnell die Aufmerksamkeit ein und sagen oft mehr als die ergänzenden Texte.
Inhaltlich wird in diesem Roman für Jungen ab 10 Jahre hauptsächlich die Erste Liebe und aber auch Geldnot und Arbeitslosigkeit der Eltern thematisiert. Die ernsten Themen werden jedoch unterschwellig angeschnitten und ohne Bewertung präsentiert. Die Figur des Chefs wird sehr karikaturhaft dargestellt und die miesen Arbeitsumstände werden sicherlich auch einigen Erwachsenen bekannt vorkommen. Hier wird maßlos übertrieben, mit Stereotypen gespielt und die Handlung ist einfach nur abgedreht.
Die Textmenge ist übersichtlich und daher besonders für Jungen, die zu Lesemuffeln gehören, geeignet. Comic-Romane sind gute Einstiege für Kinder, die nur schwer für das Lesen zu begeistern sind. An den teuflischen Humor muss man sich erst gewöhnen – entweder es packt einen oder eben nicht.
Was zur Hölle
Tolle Illustrationen in Kombination mit einer verrückten Story und einem teuflischen Humor.

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Jan Kuhl und Margarethe Fimmen – Lieber lesen 3/4: Geschichten-Kartei

Lieber Lesen 3/4 Finken Verlag

Lehrer stehen stets vor der großen Herausforderung einen spielerischen und motivierenden Zugang zu Sprache, Lesen und Schreiben zu schaffen. Sehr hilfreich sind anregende, dem Alter der Kinder entsprechende, breit gefächerte Angebote, die sowohl Mädchen als auch Jungen ansprechen. Diese Geschichten-Kartei aus dem Finken Verlag berücksichtigt vor allem den Aspekt des „selbstvergessenen“ Lesens, um bei den Kindern die Fähigkeit zum genießenden Lesen zu stärken.

In dieser Kartei wurden in sich abgeschlossene Geschichten zusammengetragen, die von den Kindern je nach individuellen Interessen frei ausgewählt werden können. Leistungsschwächere Kinder können sich hier kurze und leichte Texte aussuchen, während die Leistungsstärkeren zu langen und schweren Texten greifen können. Hier wäre für die Praxis ein kleines Symbol wünschenswert, damit die Kinder gleich erkennen können, ob es nun ein leichter oder schwerer Lesetext ist.

Folgende Themen wurden bei der Zusammenstellung berücksichtigt:

Lieber Lesen 3/4

Bei dieser Auswahl ist für jeden etwas Passendes dabei. Die Neigungen und Interessen von Mädchen und Jungen wurden sehr gut berücksichtigt. Oft sah es bei mir im Klassenraum so aus, dass Kinder vor der Kartei standen und sich nicht entscheiden konnten. Es kam auch vor, dass ein Kind sich einfach 5 Doppelkarten geschnappt hat, um am Platz reinlesen zu können. Zur eigenständigen Dokumentation des Gelesenen stehen den SuS Lesetagebücher zur Verfügung, in denen sie ihre Ergebnisse festhalten können. Wir haben uns für ein einfaches DIN-A5 Heft als Lesetagebuch entschieden. Vorher muss natürlich der Umgang gemeinsam besprochen werden, wie z.B. die Notation des Geschichtentitels und der bearbeiteten Aufgaben.

Lesetagebuch lieber lesen

 Auf der Vorderseite der stabilen Doppelkarten ist immer ein Bild zu finden, das neugierig auf den Inhalt machen soll. Im Innenteil setzt sich die Geschichte fort und wird schließlich mit einem Glossar abgerundet. In dieser blauen Box werden schwierige Begriffe (z.B. „auf jemanden einprasseln„) oder Redewendungen („einen Strich durch die Rechnung machen„) erläutert. Dies ist besonders für meine DAZ-Kinder sehr hilfreich, sodass sie mit jeder Geschichte ihren Wortschatz erweitern können.  Auf der Rückseite der Doppelkarten sind zwischen 3 und 7 Aufgaben zu finden.

Die Zusammenstellung der Aufgabenformate ist sehr abwechslungsreich. Es wird mit leichteren Aufgaben begonnen, wenn es z.B. darum geht den Abschnitten passende Überschriften zuzuordnen oder sich ein anderes Ende der Geschichte auszudenken. Sehr schön ist, dass der Anforderunsgbereich III ebenfalls Beachtung findet. Hier bearbeiten die SuS für sie neue Problemstellungen, die eigenständige Beurteilungen und eigene Lösungsansätze erfordern („Versetze dich in Billes Lage auf der Bühne. Erzähle von deinen Gedanken und Gefühlen.“).

Wir haben eine Geschichte aus der Geschichten-Kartei zuerst alle gemeinsam gelesen, besprochen und die Aufgaben bearbeitet. Anschließend war eine freigewählte Geschichte als verpflichtende Aufgabe im Wochenplan eingetragen und nun ist die Kartei ein begehrtes Freiarbeitsangebot. Wir haben uns jedoch darauf geeinigt, dass 3 Aufgaben verpflichtend sind und jede weitere Aufgabe als Sternchen im Lesetagebuch notiert werden soll.

Auf der mitgelieferten CD sind die Lösungen zu den Aufgaben, Beobachtungsbögen, ein Titelblatt für das Lesetagebuch und eine Übersicht mit Tipps zur Gestaltung des Lesetagebuchs zu finden.

Lieber Lesen 3/4 Finken

Diese farblich ansprechend gestaltete Geschichten-Kartei ermöglicht einen Zugang zum Lesen bei allen Kindern. Die Geschichten sind spannend, unterhaltsam, fantasie- und geheimnisvoll, die anschließenden Aufgaben abwechslungsreich und motivierend. Die Lernenden haben hier die Möglichkeit ihren Weg individuell zu bestreiten. Der hohe Motivationscharakter des Materials überzeugte meine Mädchen und Jungen gleichermaßen.

(Bitte beachten: Die Finken-Materialien sind nicht im Handel, sondern nur direkt beim Verlag erhältlich.)