Patrick Wirbeleit – Was zur Hölle?!

Was zur Hölle

 

Jonas hat ein Auge auf Annika geworfen. Leider beachtet sie ihn nicht und jeder Versuch ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen scheitert. Ihm kommt die Idee sie mit einer Vespa zu beeindrucken. Dafür fehlt ihm jedoch Geld. Seine Eltern sind arbeitslos und Taschengeld bekommt er somit auch nicht. Ein Nebenjob soll das nötige Kleingeld liefern. Er bewirbt sich als Aschefeger in der Hölle und muss über seine höllischen Kollegen ganz schön staunen. Dieser Nebenjob ist eine Höllenarbeit. Ein Teufelskerl beißt sogar freiwillig ins Gras, nur um auf Erden wiedergeboren zu werden. Dieses sprechende Häufchen Asche verspricht Jonas zu helfen seine Angebetete zu erobern. Dafür muss Jonas ihn jedoch auf die Erde schmuggeln. Wird ihm das gelingen und welche Konsequenzen hat es für Jonas?
Dieser schräge Comic-Roman wird von den außergewöhnlich gelungenen Illustrationen von Patrick Wirbeleit getragen. Viele Botschaften und der eigentliche Witz wird durch die Bilder transportiert. Die Schwarz-Weiß-Zeichnungen fangen sehr schnell die Aufmerksamkeit ein und sagen oft mehr als die ergänzenden Texte.
Inhaltlich wird in diesem Roman für Jungen ab 10 Jahre hauptsächlich die Erste Liebe und aber auch Geldnot und Arbeitslosigkeit der Eltern thematisiert. Die ernsten Themen werden jedoch unterschwellig angeschnitten und ohne Bewertung präsentiert. Die Figur des Chefs wird sehr karikaturhaft dargestellt und die miesen Arbeitsumstände werden sicherlich auch einigen Erwachsenen bekannt vorkommen. Hier wird maßlos übertrieben, mit Stereotypen gespielt und die Handlung ist einfach nur abgedreht.
Die Textmenge ist übersichtlich und daher besonders für Jungen, die zu Lesemuffeln gehören, geeignet. Comic-Romane sind gute Einstiege für Kinder, die nur schwer für das Lesen zu begeistern sind. An den teuflischen Humor muss man sich erst gewöhnen – entweder es packt einen oder eben nicht.
Was zur Hölle
Tolle Illustrationen in Kombination mit einer verrückten Story und einem teuflischen Humor.

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Peter Carnavas – Zu schwer für mich

Sarah hat ein ziemlich großes und schweres Herz. Damit muss sie überall hin: in den Bus, in die Schule, auf den Spielplatz und sogar auf das Fahrrad. Das Leben mit so einem großen Herz erweist sich als ziemlich schwierig. Denn es stört beim Schlafen und auch beim Baden. Eines Tages sieht sie an der Bushaltestelle etwas an ihr vorbei schweben. Ein Junge, der ein furchtbar leichtes Herz hat, sodass es ihn nicht am Boden hält …

Zu jedem Topf passt ein Deckel, nach diesem Sprichwort lässt sich die Handlung dieser Geschichte zusammenfassen. Sarahs Herz ist viel zu schwer, sodass sie jemanden sucht, mit dem sie ihr Herz teilen kann. Denn alleine für sich, erdrückt ihr Herz sie schon fast. Der Junge dagegen sucht jemanden, der ihm hilft sein Herz zu bändigen, denn es ist so leicht, dass er mit ihm ständig davonfliegt. Ein Bilderbuch, mit wahnsinnig frischen und originellen Illustrationen, die sich ins Gedächtnis brennen. Sarahs Schwierigkeiten mit dem großen Herz im Alltag zurecht zu kommen sind einfach urkomisch. Das große Herz ist so prägnant, dass es sich durch das ganze Buch hindurch zieht und auf jeder Seite abgebildet ist. Bei diesem Bilderbuch steht die Darstellung und insbesondere die Suche nach einer wahren Freundschaft und natürlich auch Liebe im Vordergrund. Gut gelungen ist die Präsentation von Sarahs Versuch den Jungen mit dem leichten Herz zu retten. Die Perspektive am Hochhaus und auch die Zeichnung der beiden Kinder bei den dunklen Hügeln in der Nacht ist einfach fantastisch! Mit diesem Bilderbuch lässt es sich mit den Kindern sehr gut über das Leben philosophieren: Was braucht man im Leben? Wer oder was kann bei Problemen helfen? Was macht uns glücklich? etc.
Das Buch regt dazu an, sich Gedanken über die existenziellen Dinge im Leben zu machen und verdeutlicht, was im Leben wirklich zählt.

Eine erlebnisorientierte Hinführung zum Thema Freundschaft und Liebe.

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