Nadine Reitz – Die Nacht vor Ostern

Rezension

Der Osterhase kann es kaum fassen. Morgen ist schon Ostersonntag und er hat nicht einmal einen Blick auf die ellenlange Erledigungsliste geworfen. In solchen Augenblicken ist er ganz neidisch auf den Weihnachtsmann, der so viele Helfer am Nordpol hat. Der Osterhase hatte zwar auch ein Team, bestehend aus einer eitlen Gockel, einem Osterlamm und Hühnern, aber das war insgesamt ein ganz schön chaotischer Haufen.

In der Hühnerstall-Eier-Bemal-Maschinerie geht es drunter und drüber und dann kommt der Osterhase auch noch auf die Idee, es dem Weihnachtsmann gleich zu tun und die Ostereier den Kindern durch den Schornstein zukommen zu lassen. Ob das gut geht?

Eine rasante und erfrischend moderne Ostergeschichte erwartet hier die Leser. Die großformatigen und farbigen Illustrationen erwecken den Eindruck, man würde einen Zeichentrickfilm schauen. Es lebt von Frohsinn, einer übermutigen Leichtigkeit und frischer Ausgelassenheit. Man darf den winzigen Küken, mit einem hohen Niedlichkeitsfaktor, beim Tupfen, Beringeln und Bemalen der Ostereier zuschauen – in Akkordarbeit versteht sich. Da darf es dem ein oder anderen auch mal schwindelig werden. Statt der Schlitten des Weihnachtsmannes, fliegen nun Osterkörbchen, bepackt mit bunten Ostereiern und Osterglocken durch die dichten Nebelwolken der Nacht. Und wer genau hinschaut, entdeckt auf den Osterinseln den neugierig spähenden Weihnachtsmann.

Die Buchstabenbande liest die ganze Geschichte in einem Youtube-Video vor….wer also beim Bücherkauf den Tag ebenso verplant hat, wie der Osterhase …

Blick ins Buch

Fazit

Ein fröhliches, turbulentes Bilderbuch zum Osterfest!

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Britta Teckentrup – Der kleine Spross

Rezension

Im von Dunkelheit und Schatten getragenen Wald, ragt ein junger Spross empor. Im lebendigen, hellen Gelb und tief in der Erde verwurzelt, wächst mit ihm die Hoffnung für ein neues Leben. Eine Ameise, ein Marienkäfer und ein Schmetterling stehen dem jungen Pflänzchen schützend zur Seite und übernehmen die Patenschaft.

Das Cover des Bilderbuchs von Britta Teckentrup deutet die Quintessenz schon an. Auch die nachfolgenden Seiten geben den Illustrationen viel Raum, während der Text pointiert und kurz gehalten wird. Im Frühling beginnt der Kreislauf des Lebens und alles nimmt seinen gewohnten Lauf, die Pflanzen strecken sich der Sonne entgegen und wachsen und gedeihen. Nur ein Samenkorn ist noch nicht so weit. Die Insekten setzen sich zu ihm, sodass das zarte Leben tatsächlich beginnt. Da die anderen Pflanzen schon höher gewachsen sind, muss sich der Spross durchkämpfen und wird stets von den Tieren unterstützt. Manchmal muss man sich eben durchkämpfen und das gelingt in Gemeinschaft leichter.

Die Botschaft ist einfach herzerwärmend: Füreinander da sein, sich unterstützen, sich sorgen, sich kümmern, sich interessieren. Die Lebendigkeit und die Schönheit der Illustrationen entfaltet ihre Wirkung in der Buchmitte. Das Dunkle der Schatten weicht dem Licht der Sonne und die Leser schauen auf eine vor Vitalität sprießende Wiese, die in ihrer Pracht die Betrachter schon fast blendet. Es wimmelt vor Insekten und winzigen Blättern, die alle den Fortlauf des Lebens versprechen. Hier steckt Hoffnung.

Doch der Kreislauf ist eben ein Kreislauf, sodass der Jahreszeitenwechsel schnell ansteht und der Abschied schnell an die Tür klopft. Der Schnee als Sinnbild des Todes, hüllt alles in Schweigen, Ruhe und Stillstand. Doch auch das hat irgendwann ein Ende. Und wenn wieder Frühling ist, schickt der Spross den Tieren einen Gruß…

Nach Playbook Farm und Wir gehören zusammen, ist dies nun das dritte Buch der Autorin, das ich in den letzten zehn Jahren rezensiere und bin erneut von der Tiefe der Botschaft beeindruckt. Hier steckt so viel. Nicht nur in Bezug auf die Jahreszeiten, nehmen die Kinder hier viel mit, sondern auch bezüglich des Miteinanders und grundsätzlich der Einstellung zum Leben, zu Problemen und Herausforderungen. Auch heute, dürfen wir dankbar auf den Kreislauf des Lebens hoffen.

Blick ins Buch

So wie die Tiere den kleinen Spross zum Licht leiten, gehört das Patensystem an unserer Schule zum festen Bestandteil des Schullebens. Jedes Schuljahr übernehmen die Viertklässler ihre Patenschaft und leiten die frisch eingeschulten Erstklässler in den Schulalltag. Die Großen erproben ihre Sozialkompetenz und die Kleinen fühlen sich willkommen und zugehörig.

Als Willkommensgruß erhalten die Erstklässler ein Leporello, womit sich die Viertklässler vorstellen, ihr Passfoto einkleben, ein bisschen von ihren Vorlieben preisgeben und Kontaktinformationen bereit stellen, um sich evtl. verabreden zu können.


(Material-ID: 139722)

Fazit

Kreislauf des Lebens, mit allen Herausforderungen und in aller Schönheit und Kraft dargestellt.

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Timon Meyer – Heute nicht

Rezension

Gibt’s beim Lama
wieder Drama?
Kriegt das Schaf
keinen Schlaf?
Zerbricht das kleine Pandaherz
heute fast vor lauter Schmerz?

Ob dem Bären, dem Löwen oder dem Krokodil – keinem Tier geht es heute gut. Dabei sind die Gründe so vielfältig und doch alle gut nachvollziehbar. Alle sind sich einig: Heute ist nicht deren Tag! Sie haben Kummer und Sorgen.

Wird es denn auch wieder besser?

Sicherlich und glücklicherweise: JA! Es wird vielleicht nicht heute oder morgen sein, aber irgendwann werden die Tage kommen, an denen der Bär wieder ans Meer fährt. Dort mit seinen Freunden ein Himbeereis am Stiel genießt oder seine Freunde zum Streuselkuchen einlädt. Es warten noch viele tolle Erlebnisse und Kummer und Sorgen halten eben nicht ewig an.

Momentan werden sich viele mit den Darstellungen in diesem farbenfrohen Bilderbuch identifizieren können. Die Isolation birgt neben Unsicherheit und Sorgen, auch Sehnsüchte. Freunde machen es einem leichter, so die Botschaft im Buch und doch herrscht hier eine wahnsinnige Akzeptanz, dass schlechte Tage und Tiefs zum Leben dazu gehören. Erst nach einem Tal, schätzt man die Höhen in voller Pracht und Innigkeit.

Die Kurztexte mit Ausgangsreim lesen sich flüssig und enden im ersten Teil stets mit einem Fragesatz. Der Leser fühlt sich unmittelbar angesprochen und beginnt unbewusst mit der Selbstreflexion. Der zweite Teil verzichtet auf Fragen und schlägt stattdessen Eventualitäten in Form vom Wörtchen „vielleicht“ vor. In die Zukunft kann schließlich keiner schauen, doch hoffen und positiv nach vorne blicken, getragen von Frohsinn, ist mehr als erwünscht!

Blick ins Buch

Fazit

Das Bilderbuch trägt Akzeptanz, Achtsamkeit und Hoffnung in sich – aktuell wie nie zuvor!

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Gewinnspiel: Internationaler Kinderbuchtag 2020

Zum heutigen Internationalen Kinderbuchtag verlose ich ein Bücherpaket, bestehend aus den abgebildeten Kinderbüchern:
„Albert will lesen“
„Das Känguru und Du – Der leckere Zankapfel“

Wer teilnehmen möchte, kommentiert bitte unter diesem Post:
#zusammenzuhause
Was hat die „Corona-Zeit“ euch geschenkt?

Am 5. April wird ausgelost. Der Gewinner wird unter diesem Post verkündet.
Ein zusätzliches Los könnt ihr euch bei Instagram und/oder Facebook mit einem Kommentar unter dem entsprechenden Beitrag sichern. Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück!

Teilnahmeschluss ist der 5. April 2020 (18:00).

Bitte beachten: Teilnahmeberechtigt sind nur User mit Versandadresse in Deutschland, die mindestens 18 Jahre alt sind. Die GewinnerInnen werden nach dem Zufallsprinzip ermittelt. Die Daten werden nach Beendigung des Gewinnspiels gelöscht. Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook oder Instagram und wird in keiner Weise gesponsert, unterstützt oder organisiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wird der Gewinn nicht innerhalb von drei (3) Tagen nach der Bekanntgabe angenommen, wird das Recht vorbehalten, den Gewinn anderen Teilnehmern zur Verfügung zu stellen.

 

Die Auslosung findet ihr in meinen Stories auf Instagram. Es darf sich freuen: MICHEAL!
Herzlichen Glückwunsch!

Isabelle Arsenault – Albert will lesen

Rezension

Albert liebt es zu lesen. Da er im Reihenhaus nicht in Ruhe seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen kann, begibt er sich nach draußen. Dort sucht er sich ein scheinbar einsames Plätzchen, verschränkt die Hände im Nacken und will sich gerade auf eine Sonnenliege am Meer träumen als er von einem Mädchen gestört wird, das Pflanzen umtopft.

Doch damit ist die Störung seines Lesevergnügens nicht vorbei, denn nach und nach erscheinen immer mehr Menschen. Tom will mit Albert Badminton spielen. Dann wird er gebeten auf ein Kleinkind aufzupassen, sodass seine ruhige Idylle immer mehr bröckelt, bis ihm irgendwann der Kragen platzt. Ob er doch noch zum Lesen kommt?

Die inhaltliche Ausgestaltung verläuft in dieser Geschichte auf zwei Ebenen. Albert switcht immer wieder zwischen der Realität im grauen Hinterhof und der Strandidylle in seiner Fantasie. Irgendwann verschwimmen diese immer mehr ineinander. Farblich werden die comicartigen Illustrationen zurückhaltend im angenehmen Mintton, mit einzelnen orangefarbenen Akzenten gehalten. Die Grauflächen tragen die Botschaften maßgebend. Der Erzähltext ist auf einige wenige Sprechblasen reduziert, wobei viel mit syntaktisch isolierten Lautäußerung gearbeitet wird. Die Verlautbarung des Bilderbuchs ist allerdings eindeutig: Das Lesen erschafft neue Räume und öffnet Türen zu ganz eigenen Welten!

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Fazit

Lesen eröffnet Türen zu neuen Welten – aber bitte ungestört!

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Sven Maria Schröder – Max und Mux und der Riesenwunschpilz

Rezension

Max und Mux sind Fabelwesen und leben, wie soll es auch anders sein, im Fabelwald. Die zwei besten Freunde der Welt wohnen in ihren aneinander grenzenden Baumhäusern und besuchen sich immer, wenn einem mal langweilig ist. Auf den Ästen spielen sie, umrundet von zahlreichen Waldtieren, Karten oder buddeln entspannt im Garten. Die Idylle wird jedoch von einem Fund aufgerüttelt. Eines Tages findet Max bei der alten Eiche ein großes Pilzbuch. Und genau hier beginnt das Abenteuer, das sie in das Riesengebirge lockt, um einen weiß-blauen Wunschpilz zu finden.

Zugegeben erinnert Max mit seiner rundlichen Statur und der gestreiften, leicht engen Latzhose sehr schnell an Obelix. Die beiden Protagonisten sind ebenfalls Entdecker, wodurch eine weitere Parallele zu den bekannten Comicfiguren geschaffen ist. Sie teilen sich zudem die Wirkung, die sie auf Leser und Betrachter ausüben, denn man kommt nicht umhin sie gleich ins Herz zu schließen.

Sympathiepunkte erhält zudem die wahnsinnig beschauliche und angenehme Atmosphäre, die der Autor schafft. Auf den ersten Seiten hat das man das Gefühl, man würde die Sommerferien bei der Oma auf dem Land verbringen. Im Garten wird auf einer Picknickdecke gelesen, in der Landküche zusammen gekocht, die Wäsche auf der Leine aufgehangen und am angrenzenden See geangelt. Man würde am liebsten in das Szenario hüpfen.

Das Bilderbuch ist mit seinen 8 Kapiteln und insgesamt 64 Seiten eher ein Vorlesebuch, wobei man froh sein darf, dass die Seiten großformatig gehalten wurden und die Illustrationen entsprechend so viel Platz zur Verfügung bekommen. Die Geschichte lebt mitunter von den wunderbaren Bildern. Auch wenn ich grundsätzlich ein großer Fan von Typografie bin, war es beim Vorlesen der verschnörkelten Schrift zuweilen etwas anstrengend. Man kann jedoch leicht darüber hinweg sehen, wenn Kapitel als kleine Stopper gesehen werden und man somit die Spannung bis zur nächsten Vorlesezeit aufrechterhalten kann. Bei dem offenen Ende des Buches, darf man mutmaßen, dass uns weitere Abenteuer mit den besten Freunden erwarten.

Blick ins Buch

Fazit

Beschaulich und spannungsvoll – das perfekte Vorlesebuch für die Sommerzeit!

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Pop-up Gefühlsfische: „Heute bin ich“ von Mies van Hout

Seit der Entdeckung des Bilderbuchs Heute bin ich“ im Jahre 2012 folgt nun mein 4. Blogbeitrag zu diesem besonderen Buch. Fortan führe in den Jahrgängen 3 und 4 regelmäßig die Unterrichtseinheit zu den Gefühlsfischen nach Mies van Hout durch. Doch vor einigen Wochen überraschte mich die folgende Schüleräußerung in meinem Vorhaben:


Alle Tiere werden immer von der Seite dargestellt. Ich will den Fisch von vorne malen. Gefühle kann man doch im Gesicht am besten erkennen. Wie sehen Fische überhaupt im Gesicht aus? In den Malbüchern werden Tiere fast immer nur von der Seite gezeigt.“


Damit
war meine geplante Unterrichtsreihe völlig auf den Kopf gestellt. Die anderen Kinder stimmten der begründeten Meinung ihres Mitschülers zu und wollten unbedingt wissen, wie Fische nun tatsächlich frontal betrachtet aussehen. Also  begaben sich frewillige Experten auf die Suche und recherchierten emsig in Büchern und im Internet. Die nächste Unterrichtsstunde leiteten wir mit einem Museumsgang ein und staunten nicht schlecht über die, zugegeben wenigen Fotografien, die überhaupt ausfindig zu machen waren.

Der Fokus der Betrachtungen lag auf Mund, Augen und der Darstellung des restlichen Körpers inkl. der Flossen und des Schwanzes. Ich passte meine Einheit den Interessen der Kinder an und modifizierte den Schwerpunkt und die Ziele. Fortan stand Perspektive im Fokus und im Laufe der nächsten Stunden kam noch der Wunsch dazu, etwas Bewegung und Lebendigkeit in das Kunstwerk zu bringen. Nun war das Unterrichtsprojekt Pop-up Bild, mit Einbindung einer neuen Falt-Technik zu den Gefühlsfischen der Künstlerin Mies van Hout, geboren.

Und ich habe auch etwas sehr Bedeutendes gelernt: Die Leistung der Kinder zeigte sich darin, wie sie verstehen, Fragen zu stellen und Antworten zu finden. Es ging um eigenes und gemeinsames Nachdenken in einer Dialoggemeinschaft, in der es erlaubt war weiter zu denken und etwas infrage zu stellen, als wichtige Komponente der rezeptiven Fähigkeiten im Kunstunterricht. Ja, auch diese Erfahrung macht einen als Lehrkraft „glücklich“ und „vergnügt“.

Wer auf den Geschmack gekommen ist und das Unterrichtsprojekt ausprobieren möchte, hier entlang:

(Material-ID: 137011)

Axel Scheffler und Frantz Wittkamp – Wenn Hasen gute Laune haben

Rezension

Was tun Hasen den Tag über, wenn sie gute Laune haben?

Manchmal beim Spazierengehen
an besonders schönen Tagen
kann man Hasenkinder sehen,
wenn sie Purzelbäume schlagen.

Sie unternehmen viel in der Natur und sind dabei richtig erfinderisch oder lassen einfach die Seele baumeln, genießen den Vogelgesang unter den Bäumen und träumen von der Kunst des Fliegens. Da das Osterfest vor der Tür steht, nehmen sie sich Zeit, die von den Hühnern gebrachten Eier zu bemalen. Beim Wandern wird ein kurzer Stopp eingelegt, um Blumen für die Vase daheim zu pflücken. Mit der ganzen Familie wird im Garten ein Fernsehapparat präsentiert, gebaut aus einem Karton und etwas Draht.

Das in Reimform gehaltene Bilderbuch ist für die Familien in der jetzigen Krise und der damit verbundenen Neustrukturierung des Tagesablaufs eine Fundgrube an Ideen bezüglich Unternehmungen und Tätigkeiten, die ohne viel Aufwand durchzuführen sind. Genial ist der Vorschlag einen Fernseher als Upcycling-Projekt zu bauen und gemeinsam Geschichten, Berichte oder Theaterstücke zu erfinden.

Das kleinformatige Bilderbuch mit den Vierzeilern ist kurzweilig, ohne eine zusammenhängende Handlung. Hier wird ein möglicher Ablauf eines Tages präsentiert. Getragen wird es von Heiterkeit, Lebensfreude und der Botschaft auch die kleinen Dinge im Leben zu genießen. In der Sonne zu liegen und das Hasenfell zu trocknen oder auf einer Wiese ein schönes Buch zu lesen, ist ein Lebensgenussmoment. Die Frühlingszeit wird hier auch durch die gewohnt wundervollen Illustrationen von Axel Scheffler den Lesern schmackhaft gemacht.

Blick ins Buch

Dieses Bilderbuch ist ein wunderbarer Aufhänger, um eigene Tagebucheinträge zu verfassen. Als Speicher für eigene Erlebnisse, Erfahrungen und Ideen, ist es außerdem ein wunderbares Instrument zum Verarbeiten subjektiver Gefühle. Es setzt Erinnerungsspuren und durch das freie Verfassen lockt es zusätzlich mit viel Schreibraum.

Alternativ lassen sich auch prima Osterhasen-Gesichtsmasken basteln. Wer dabei noch Hilfe braucht:

Osterhasen-Maske(Material-ID: 141330)

Fazit

Ein Tagesablauf, der nicht nur Hasen gute Laune macht!

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Daniela Kunkel – Das kleine WIR

Rezension

Die Figur des „kleinen WIR“ wird sicherlich vielen seit der Erstveröffentlichung im Jahre 2016 bekannt sein. Nicht nur die Geschichte, sondern auch das grüne Wesen, das Daniela Kunkel gezaubert hat, brennt sich schnell ins Herz. Das kleine WIR entsteht nämlich dort, wo Menschen sich mögen und nett zueinander sind. So kommt es, dass es eigentlich ziemlich viele WIRs gibt, wobei jedes ein bisschen anders aussieht.

Eine Gemeinsamkeit haben sie jedoch alle: Sie sind äußerst wertvoll. Ben und Emma haben genau so ein gemeinsames WIR und dürfen sich eigentlich glücklich schätzen. Es lebt in einem kleinen Häuschen, in Form eines Herzens. Streitigkeiten mag es allerdings gar nicht und wird dabei immer kleiner, schwächer und droht dann schon fast zu verschwinden. Als Ben und Emma sich in die Haare kriegen, passiert ihnen genau das. Sie begeben sich jeweils alleine auf die Suche und müssen bald feststellen, dass das WIR sich nur gemeinsam finden lässt.

Es geht hier um Gemeinschaft, Solidarität und Verbundenheit. Auch die Schönheit einer besonderen Verbindung wird ganz wunderbar und für Kinder schnell nachvollziehbar umwoben. Allerdings muss Freundschaft auch gepflegt werden, sodass man schnell zum Thema „Freunde finden und behalten“ kommt. Allzu schnell kann eine wertvolle Verbindung und damit das WIR-Gefühl zerbrechen. Den Blickwinkel vom ICH zum WIR zu lenken ist eine emotional-soziale Lernanforderung, bei der dieses Bilderbuch eine große Stütze ist. Hier erlebt man den Perspektivwechsel quasi hautnah mit. Aufeinander Rücksicht nehmen, sorgsam mit den Mitmenschen umgehen und das Gefühl von Zusammengehörigkeit pflegen, könnte nicht aktueller sein.

Das Bilderbuch begleitete uns in einer Projektwoche zum Thema „Soziales Lernen“ im Anfangsunterricht. Wir durften uns mit dem grünen Wesen 5 Tage lang intensiv beschäftigen und schauen seitdem, dass es weiterhin groß und stark bleibt. Sollte jemand an den Darstellungen zur Projektwoche oder dem Material interessiert sein, der darf dem Link folgen.

Fazit

Ein wertvolles Bilderbuch, mit einer noch wertvolleren Botschaft. Dazu ist das Wesen noch so bezaubernd!

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Ganzschriften und Klassenlektüren im Deutschunterricht der Grundschule

Mit der gesamten Klasse ein Buch zu lesen, hat seinen ganz eigenen Reiz. Geschichten wollen nämlich weiter gelebt werden. Es reicht oft nicht aus, den Inhalt zu internalisieren. Um einen noch größeren und anhaltenderen Lerneffekt zu erzielen, braucht es einen Austausch über das Gelesene. Es kann natürlich einfach nur ein subjektives Nachdenken über die Handlung sein, doch über unterschiedliche Wahrnehmungen zu diskutieren und in den Austausch zu gehen, macht es besonders greifbar und erlebbar.

Eine Anschlusskommunikation vertieft literarische Kompetenzen und kann sogar das „Wir“-Gefühl innerhalb einer Klassengemeinschaft stärken. Die Voraussetzung ist, dass die Kinder die Klassenlektüre als bedeutsam und lustvoll sehen. Das kann schnell zum Stolperstein für die Lehrkraft werden, deshalb ist eine auf die Lerngruppe abgestimmte Auswahl der Ganzschrift von erheblicher Bedeutung.

Der Umgang mit der Lektüre ist ebenfalls entscheidend, sodass neben den individuellen Lesezeiten, auch Treffpunkte fest eingeplant werden sollen, um den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit zu geben Fragen zu stellen, Lieblingsstellen vorzulesen oder sich einfach über bestimmte Handlungsstränge auszutauschen und ihre Sichtweisen zu eröffnen. Ein Lesetagebuch dient hierbei lediglich als ein Mittel den Blickwinkel der Kinder auf unterschiedliche Bereiche zu fokussieren, als ein Instrument zum Nachhalten der neuen Erkenntnisse: Ein Produkt vielleicht auch als Erinnerungsstütze.

Als Lehrkraft erlebe ich die Arbeit mit Klassentagebüchern insofern als bereichernd, weil ich beim selbstbestimmten Lesen die Möglichkeit habe, mich einzelnen Kindern zu widmen und ganz differenziert auch mal Abschnitte vorzulesen oder sie mir vorlesen zu lassen. Meine DaZ-Kinder können unbekannte Wörter erfragen, während die anderen ihrer Lesefreude in ihrem ganz eigenen Tempo nachgehen.

Das Buch „Wir sind nachher wieder da, wir müssen kurz nach Afrika“ von Oliver Scherz wurde im Rahmen einer Projektwoche gelesen. In den regelmäßigen Zusammenführungen der Klasse fielen folgende Äußerungen bzw. Diskussionsanstöße:

Der Schatten an der Wand machte mir zu Beginn etwas Angst. Das war schon unheimlich.

Ich fand es witzig, dass Abuu Marie nur mitgenommen hat, weil sie ihm sympathisch ist. Von da an habe ich  den Elefanten auch ins Herz geschlossen.

Was haben die denn eingepackt? Wissen sie nicht, was in einen Rucksack gehört, wenn man verreist?

Geht das überhaupt mit einem Elefanten auf einem Floß? Geht das nicht unter?

Abuu ist ja schlau, bläst sich auf wie ein Luftballon.

Dieser Moment als Abuus Elefantenfamilie kam…ich hatte Gänsehaut!

Haben die das alles nur geträumt? Stimmte das gar nicht?

Nach diesen Zusammenkünften entwickelten die Kinder regelmäßig eigene Ideen für ihre Wahlaufgaben, die sie in ihr Lesetagebuch integrierten. Einer beschäftigte sich mit der Kartenkunde, malte die Route der drei Reisenden ein und markierte jeweils die entsprechenden Stationen aus der Geschichte. Ein Mädchen erinnerte sich an eine Sachunterrichtstunde, in der wir Boote bauten und erprobte ein anderes Modell. Uns wurde ein selbst inszeniertes Schattenspiel vorgeführt. Zwei weitere überlegten sich ein anderes Ende des Buches und ließen das Geschwisterpaar mit Abuu noch weitere Abenteuer erleben. Die Botschaft des Buches ist im Klassenraum angekommen: Höre niemals auf zu träumen und von deiner Kreativität Gebrauch zu machen!

Weitere empfehlenswerte Ganzschriften und Klassenlektüren sind: