Mariajo Ilustrajo – Ich liebe Bücher

In pastelliger Farbgestaltung erleben wir die Protagonistin in der Schule kurz vor den Sommerferien. Ausgerechnet am letzten Schultag gibt es noch eine Hausaufgabe: Die Kinder sollen ein ganzes Buch lesen. Das findet die Hauptfigur skandalös und ungeheuerlich!

Dennoch stattet sie gemeinsam mit ihrer Mutter der Stadtbibliothek einen Besuch ab. Das ganze Bücherangebot erschlägt sie allerdings, sodass ihre Mutter ihr ein Buch in den Hand drückt, welches sie selbst in ihrem Alter verschlungen hat. Nun eröffnet sich Lisa eine ganz neue farbenfrohe Welt, die nun im Farbspiel der Illustrationen auch deutlich wird.

Sie muss ständig an das Weiterlesen denken, badet und putzt sich die Zähne so schnell sie kann, um bloß wieder in die Fantasiewelt abzutauchen. Hier ist die Leseliebe geboren! Verwunschenen Orte, Gefahren und Abenteuer, fantasievolle Figuren sind Bestandteile von Geschichten-Rezepten, denen sie nun verfallen ist. Alle Bücherliebhaber wissen genau, welche Macht und gleichzeitig Aufregung damit einhergeht, sodass man nicht umhin kommt, sich für Lisa zu freuen und mit ihr die Bücherliebe zu feiern.

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Juli Zeh und Dunja Schnabel – Jetzt bestimme ich, ich, ich!

Demokratie beginnt bereits in den kleinen Kreisen, dazu zählt die Familie, der Freundeskreis oder auch die Schulklasse. Wie lernen Kinder Mitbestimmung aber auch Rücksichtnahme und die Bereitschaft Kompromisse zu schließen?

Juli Zeh und Dunja Schnabel führen die jungen Leser in dem Bilderbuch „Jetzt bestimme ich, ich, ich!“ in die demokratischen Denkweisen und lassen die Kinder auf eine humorvolle Art und Weise erkennen, dass Demokratie in der Familie durchaus eine Herausforderung sein kann. Die Protagonistin beschließt an ihrem siebten Geburtstag, dass sie fortan groß ist und bestimmen darf. Doch jedes Familienmitglied möchte etwas zu sagen haben, denn die Interessen und Bedürfnisse sind unterschiedlich. Hier beginnt ein spannendes und nicht minder unterhaltsames Ausprobieren, wie man sich schließlich einigen kann, sodass die Mehrheit zufrieden ist und der Haussegen nicht schief hängt.

Papa sagt, dass er als Regierung jeden Abend kocht. Was gegessen wird, bestimmt grundsätzlich der Koch.

Dieses Bilderbuch eignet sich wunderbar, um sich über Gerechtigkeit, Streit und Vertragen, Bestimmen und Mitbestimmen und schließlich Rücksichtnahme und Kompromisse auszutauschen. Das Buch integriert realitätsnahe Beispiele, die den Perspektivwechsel ermöglichen und die Sichtweise jedes Familienmitglieds aufweisen. Es kommt aber auch mit Absurdem daher, was den Leser dann doch schmunzeln lässt, wenn an einem Tag das Haustier bestimmen darf und alle vom Fußboden essen müssen, so wie es halt Schildkröten eben tun.

Wer bildet bei euch die Regierung im Familienkreis? Familie Wiefels ist sich einig, dass Mama und Papa es meistens doch ganz gut meistern.

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Catherine Rayner – Agathe zählt die Sterne

Die Lieblingsbeschäftigung von der Giraffe Agathe ist das Zählen. Sie zählt die Punkte der Marienkäfer, die Blätter am Baum, die Streifen der Zebras oder auch die Punkte auf dem Gepardenfell. Sie kann damit einfach nicht aufhören. Voller Freude bringt sie auch ihren Freunden das Zählen bei und übt mit ihnen den lieben langen Tag. Doch was kann man zählen, wenn langsam die Dunkelheit einbricht?  Richtig! Die leuchtenden Sterne am Himmelszelt!

Dieses Bilderbuch ist eine reine Liebeserklärung an die Kunst des Zählens. Auch wenn Agathe einigen Widrigkeiten ausgesetzt wird, die das Zählen erschweren, wie z.B. das Verschwinden der Marienkäfer unter Blättern oder die schwindelerregende Geschwindigkeit der Zebras, bleibt ihre Freude an dieser Fertigkeit erhalten. Voller Motivation und Entdeckungslust zählt Agathe alles Mögliche um sie herum. Glücklicherweise halten die Sterne still und erleichtern der geduldigen Giraffe das Zählen. Das dominierende Gestaltungsmittel in den Illustrationen von Catherine Rayner ist die Maltechnik mit Wasserfarben, die so unverfänglich frisch, frei und natürlich daher kommt. Die Flecken der Giraffe mit den in sich verschwimmenden Brauntönen im Einband laden definitiv zum Weiterzählen ein. Die überraschende Aufklappseite mit dem Blick in den funkelnden Sternenhimmel lässt die Kleinen staunen und weckt die Neugierde auch selbst einmal die Sterne zählen zu wollen. Die Tür zur Unendlichkeit der mathematischen Möglichkeiten wurde somit geöffnet!

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Peter Horn und Jessica Meserve – Wozu ist ein Papa da?

Nicht nur zum Vatertag ist dieses Buch ein toller Buchfang. Es feiert die Vater-Kind-Beziehung und stellt heraus, warum Papas so toll sind und was sie alles leisten. Die Schildkröte Sebastian begibt sich mit seinem Papa auf Erkundungstour. Dabei begegnen sie vielen unterschiedlichen Tieren. Sebastian fragt sich stets, was die Kinder von ihren Papas lernen. Ein Froschkind übt mit seinem Vater ein Quarkkonzert ein, während eine Spinne das schönste Spinnennetz webt. Wer serviert wohl seinem Tierkind einen saftigen Apfel auf den Stacheln? Am Ende des Tages kuscheln sich die beiden passend vor Wintereinbruch in einem Laubhaufen eng aneinander und Sebastian ist sich sicher, dass genau DAS sein Papa am besten kann.

Die Botschaft ist zwar simpel, hat dennoch eine große Tragweite. Jeder Papa ist anders, aber alle sind sie toll! Peter Horn liefert eine warmherzige Vater-Sohn-Geschichte rund um eine gelungene und innige Verbindung. Die Illustrationen sind liebevoll umgesetzt und setzen die besondere Beziehung der jeweiligen Tiere wunderbar in Szene. Dabei wird auf jeder Doppelseite ein Hinweis zu den Künsten der Väter gegeben, sodass ein Ratespiel entsteht. So können schon die Jüngsten mitraten, welches Tier gemeint sein könnte.

Dieses Bilderbuch ist so seelenvoll inszeniert, dass es einen innehalten lässt und voller Dankbarkeit erfüllt. Das Kind lernt in einer Umgebung voller Fürsorge und Sicherheit emotional stabil zu navigieren.

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Norman Klaar und Jess Rose – Archibald allein im Wald

Hier in diesem alten Wald
steht die Tanne Archibald.
Die hatte nur den einen Traum:
Sie wär so gern ein Weihnachtsbaum.
Mit bunten Kugeln, vielen Kerzen,
Perlenketten, Knusperherzen
und obendrauf, da hätt sie gern,
einen Weihnachtsfunkelstern!

Archibald hat zwei Tannenspitzen und ist außerdem etwas kleiner gewachsen und insgesamt krummer als die anderen Tannenbäume. Diese lachen ihn aus und sind sich einig, dass ihn keiner als Weihnachtsbaum nehmen würde. Doch in einer eisigen Nacht, geschieht doch noch ein Weihnachtswunder, mit dem auch Archibald nicht gerechnet hat.

Dieses wunderschön illustrierte Bilderbuch nimmt die Thematik der Andersartgikeit auf und zeigt in einer Umgebung voller Glanz, dass es sich lohnt, sich von anderen abzuheben. Es lehrt die eigenen Macken und Besonderheiten zu akzeptieren und gar wertzuschätzen. Die Reime sind leichtgängig und auch für jüngere Kinder einprägsam und verständlich. Dabei stehen die modernen und stilsicheren Illustrationen in einem faszinierend ausgewogenen Verhältnis zur herzerwärmenden Weihnachtszeit voller Besinnlichkeit, die zum Träumen einladen.

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Linda Bailey und Natalia Shaloshvili – Drei kleine Handschuhe

Die beiden pinken Pünktchen sind als Handschuhe unzentrennlich. Schließlich sehen sie fast gleich aus und gehören unfehlbar zusammen. Streifi hat sein Partnerhandschuh verloren und verweilt daher einsam in der Jackentasche. Als eines Tages eines der Pünktchen im Schnee landet, freunden sich der verbliebene pinke und der blaue Handschuh an. Kann ihre Freundschaft dem Auftauchen des anderen blauen Handschuhs standhalten?

Dieses winterliche Bilderbuch schneidet die Thema Zusammenhalt und Ausgrenzung an und verdeutlicht aus der Perspektive von Handschuhen das Gefühl des „Nichtdazugehörens“. Die Handschuhpartner werden nach Belieben ausgetauscht, sodass jeder ersetzbar erscheint. Schließlich wird die Vielfalt und Diversität forciert, indem jeder Handschuh für sich als Individuum steht.

Endlich wurde jeder Handschuh einzeln wertgeschätzt. Er musste zu niemandem passen! Er musste nur er selbst sein.

Die Grundbotschaft ist wichtig, dass jeder seinen eigenen Wert hat, der unabhängig von der Meinung und Einschätzung anderer ist. Dennoch lebt eine Gemeinschaft von Integration, Vertrauen, Kompromissbereitschaft und Offenheit. Menschen brauchen einander.

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Swapna Haddow – Kleine Dinos, große Gefühle

Im Dinosaurierland leben viele unterschiedliche Dinos, die täglich mit den verschiedensten Problemen kämpfen. Dr. Diplo ist ein beliebter Therapeut und hilft den kleinen Dinos ihre Gefühle einzuschätzen und zu regulieren.

Dieses comicähnlich illustrierte Bilderbuch beinhaltet Geschichten über Emotionen und lädt dazu ein, mit Kindern über Gefühle zu sprechen. Es gibt Hilfestellungen für den Umgang mit unangenehmen Gefühlen wie Scham, Langeweile oder Überforderung. Achtsamkeitsübungen unterstützen beim Erkennen des Gefühls und beim Aushalten bzw. Überwinden.

Jede der 10 Geschichten hat einen Charakter im Fokus und damit einhergehend ein Gefühl, welches mithilfe einer beispielhaften Situation unter die Lupe genommen wird. Der wütende Stegosaurus ärgert sich über die kleinen Pechpannen in seinem Alltag. Er schäumt vor Wut und stampft nach Hause, weil alles schief läuft. In der Praxis führt der Therapeut mit ihm ein paar Atemübungen durch, die die Wut vorbeiziehen lassen. Jede Geschichte ist vom Grundmuster gleich aufgebaut. Es beginnt mit der Darstellung der hautnahen Situation. Daraufhin folgen Beschreibungen, wie sich das Gefühl im Körper anfühlt und welche Signale uns helfen das Gefühl zu identifizieren. Schließlich werden Übungen eingeschlossen, die das Gefühl vorbeiziehen lassen oder Entspannung, Akzeptanz und irgendwo vielleicht auch Sicherheit und Kontrolle über unsere Gefühle herbeiführen.

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Anke Girod und Irina Avgistinovich – Feechen Meier – So ein Durcheinander!

An einem verschneiten Wintertag erscheint an Simons Fenster eine kleine Fee. Simon blickt sich erschrocken um und mutmaßt, dass es sich bei seinem Chaos im Kinderzimmer um eine Aufräumfee handeln muss. Schließlich hat seine Mutter ihn immer gewarnt, dass er bald von einer berühmten Aufräumfee Besuch bekommt, wenn er das Zimmer nicht endlich aufräumt. Blitzschnell macht er sich daran, Ordnung zu schaffen. Etwas verwundert ist er allerdings schon, dass die Fee augenscheinlich etwas ganz anderes im Sinn hat, als mitzuhelfen…

Ein zauberhaftes Bilderbuch, das ganz aus dem Alltag rund um das Aufräumen erzählt. Das Chaos ist Simon selbst ganz unangenehm. Überall liegt Spielzeug herum und sieht ganz und gar nicht gemütlich und übersichtlich aus. Die Illustratorin hat die Szenarien der Unordnung ganz authentisch in Bildsprache übersetzt, während Ordnung warm, ruhig und behaglich daherkommt. Das eigentliche Vorhaben der Fee wird erst zum Schluss aufgedeckt und passt natürlich nicht nur zur Winterzeit, sondern auch optisch zu ihrem Outfit, welches bereits Hinweise zu ihrer Mission erhält.

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Lucy Fleming – Mina und der Trau-dich-Zauber

Ich will nicht fort
an einen fremden Ort.
Dieser Baum ist mein Heim.
Genau hier will ich sein!

Es ist Herbst. Die Laubblätter bereiten sich auf das Loslassen vor, packen ihre Sachen, um auf den Boden zu segeln und dort in einem Eichelhaus zu überwintern. Das Blättermädchen Mina ist jedoch unerschrocken gewillt, sich nicht von der Eiche und damit ihrem Heim zu trennen. Sie klammert sich an die Zweige und bleibt auch bei bitterkalten Temperaturen als allerletztes Blatt hängen.

Irgendwann fühlt sie sich einsam und allein und erkennt, dass das Zuhause nicht an einen Ort gebunden ist. Daheim ist da wo die Familie und die liebsten Menschen sind. Mit diesem tröstlichen Gedanken segelt sie sanft nach unten und lernt, dass jede Veränderung im Leben mit Mut einhergeht. Nicht selten sind Veränderungen im Leben sogar eine sehr gute Entscheidungswahl, auch wenn sie einem zuvor Angst gemacht haben.

Diese fabelhafte Inszenierung von den Blättermenschen ist ein Genuss für das ästhetische Auge. Der Vater trägt einen Eichelhut und die Mutter ist in ein schickes Eichenblatt gehüllt. Dieses Bilderbuch bietet eine Sichtweise auf die Jahreszeit Herbst aus der Perspektive von Blättern. Für sie gilt es ihr Zuhause zu verlassen und Abschied zu nehmen. Nach dem Lesen wird man sicherlich einigen Laubblättern, die noch am Ast ausharren ganz anders begegnen.

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Fiona Barker und Christine Pym – Oh, wie liebe ich den Herbst

Der kleine Fuchs freut sich über den Herbst, denn das ist seine allerliebste Jahreszeit. Besonders mag er das Rascheln des Laubs, das Sammeln der reifen Früchte und das Zubereiten des Apfelsaftes mit seinem Freund Frettchen. Im Herbst werden aber auch die Tage kürzer und die Sonne verabschiedet sich viel schneller. Der kleine Fuchs setzt alles daran, um den Herbst aufzuhalten. Er hängt Lichterketten auf und klebt die Herbstblätter wieder an die Bäume. Dabei vergisst er ganz die besonderen Momente, die der Herbst bietet, mit seinen Freunden zu genießen. So gilt es loszulassen und sich auf den Wandel der Zeit einzulassen.

Dieses liebevoll illustrierte Bilderbuch ist eine wahnsinnig schöne Aufheiterung für graue Herbsttage. Hier werden nicht nur die jahreszeitlich bedingten Veränderungen in herbstlichen Graphiken eingefangen, sondern es schwingt immer diese Botschaft des „Leben im Jetzt“ mit, was auch für uns Erwachsene sehr gewichtig ist, sich immer wieder in Erinnerung zu rufen. Man kommt nicht umhin nach dem Lesen in den Austausch zu gehen, was man selbst am Herbst denn so liebt. Sicherlich werden Kinder die besten Ideen haben und schnell eine Liebeserklärung an den Herbst verfassen können. Das Vorsatzpapier liefert eine passende Übersicht mit Blättern und Früchten, die eine gute Grundlage für Pflanzenkunde darstellt. Vielleicht regt es sogar zum Anlegen eines Herbariums an.

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