Michaela Holzinger und Stefanie Reich – Lukas und das Eckenmonster

Lukas und das Eckenmonster

Jede Nacht lauert das dicke und freche Eckenmonster im Kinderzimmer von Lukas. Kaum löscht Mama das Licht, bekommt Lukas schreckliche Angst und zieht sich die Bettdecke über das Kinn. Erst wenn Mama wieder hereinkommt, ist das Eckenmonster verschwunden.  Solange das Problem nicht gelöst ist, darf Lukas im Elternschlafzimmer nächtigen. Das gefällt ihm richtig gut, denn hier gibt es keine dunklen Ecken.

Trotzdem kann es so nicht weiter gehen und Lukas überlegt sich wie man das Eckenmonster los werden könnte… mit einem bissigen Hund oder einem feuerspuckenden Drachen? Oder vielleicht doch mit einem Trick und einer Portion vertrauensvoller Sicherheit?

Das Einschlafen in einem dunklen  Zimmer ist für einige Kinder eine Herausforderung. Es geht oft mit einem unheimlichen Gefühl einher, da man nicht alle Ecken des Zimmers überschauen kann und schon fängt die Fantasie ihre Spielchen an. Kinder tun sich dann oft schwer, zwischen Realität und Einbildung zu unterscheiden. So geht es auch Lukas. Seine Angstgefühle werden so groß, dass er kaum in seinem Zimmer einschlafen kann.

Die sehr dynamischen und comicartigen Bilder von Stefanie Reich, die mich bereits in „Ein Kiste für den Bären“ mit ihren Illustrationen begeistern konnte, spiegeln die Emotionen der übermüdeten Eltern und dem verängstigten Lukas sehr gut wider.

Die Lösung des Problems zeigt, dass Kinder mit ihren Ängsten und Sorgen ernst genommen werden müssen. Nur die wenigsten denken sich die Monster aus, um nicht in ihrem Zimmer schlafen zu müssen. Monster entstehen aufgrund entwicklungsbedingter Ängste und den besten Schutz, den Eltern ihren Kindern geben können, ist Vertrauen und Sicherheit. Michaela Holzinger hat sinnvollerweise Lukas selbst nach einer Vertreibungsmöglichkeit suchen lassen. Die unkonventionelle Lösung der Monsterbekämpfung ist für Lukas  effektiv, weil sie von ihm aus kam und ihm nicht aufgezwängt wurde.

Lukas und das Eckenmonster

Lebendige Bilder und eine unkonventionelle Monsterbekämpfung, die sich als sehr effektiv zeigt.

bei amazon.de

Kerstin Schoene – Ein Haufen Freunde

Ein Haufen Freunde

Alle Tiere im Zoo machen sich Sorgen um den kleinen Pinguin. Dieser bedauert herzzerreißend seine Unfähigkeit zu fliegen, schließlich sei er ja ein Vogel: „So sehr ich mich auch anstrenge, ein Pinguin bleibt immer unten.“

Um dem Pinguin seinen Herzenswunsch „Über den Wolken zu schweben“ zu erfüllen, beschließen die Tiere ihm gemeinschaftlich zu helfen.  Nach dem Prinzip „Jeder Versuch macht klug“ erproben die Tiere die unterschiedlichsten Einfälle und kommen letztlich zu dem Entschluss sich selbst zu stapeln. Doch kann ein Igel einen Elefanten und ein Flamingo einen Krokodil halten?

Als Betrachter hat man die liebenswürdigen Zootiere und besonders den Pinguin alsbald ins Herz geschlossen. Kerstin Schoene zaubert eine solch wonnetrunkene Wärme in ihre Charaktere, dass man sie einfach nur gern haben muss.

Der besondere Clou dieses Bilderbuchs ist die Wendung um 90°C mitten im Buch, die mit einer inhaltlichen Wendung zum Guten einhergeht. Ab hier wird die Geschichte quer gelesen und der kleine Pinguin rückt immer ein Stückchen näher seinem Herzenswunsch entgegen. Sehr amüsant ist natürlich die ungewöhnliche Reihenfolge der Stapelung. Da steht ein Nilpferd auf einem Zebra und der hochrote Gesichtsausdruck verrät sehr genau, wie sinnvoll diese Abfolge ist. Doch genau von diesem Witz und Charme lebt dieses Bilderbuch.  Hier wird sich keiner das Schmunzeln verkneifen können!

Im Mittelpunkt des Bilderbuchs steht die Thematik „Zusammenhalt“, „Gemeinschaft“ und „Sich-gegenseitig-helfen“. Nach dem Motto „Zusammen sind wir stark“ vollbringen die Zootiere das Unmögliche und erfüllen somit ihrem Freund seinen sehnlichsten Traum.

Ein Haufen Freunde

Bezaubernde Charaktere mit einer großen Portion Witz und einem einfallsreichen Glanzpunkt!

bei amazon.de

John Chambers und Dorothea Tust – Wo ist Emil?

Wo ist Emil

Joris und Emil gehen beide in die gleiche Kita. Sie sind beste Freunde und spielen auch manchmal  Streiche. So wie heute. Denn Emil beschließt heute einfach nicht da zu sein. Die Erzieherin und alle Freunde wundern sich wo Emil denn heute stecken könnte. An seinem Kleiderhaken hängt sein Rucksack, aber im Morgenkreis bleibt sein Stuhl leer. Die Kinder sind sich sicher: In der Kuschelecke brummt doch etwas! Oder ist das der übergroße Teddybär? Wo kann Emil bloß stecken?

Erst als Emil das Gefühl hat, etwas Spannendes zu verpassen, gibt er seine Tarnung auf und gesellt sich dann doch zu seinen Freunden.

Wer kennt sie nicht? Die Tage, an denen man am liebsten im warmen Bett bleiben würde.  Dieses Bilderbuch greift dieses Gefühl auf, manchmal einfach unsichtbar sein zu wollen.  Auf humorvolle Weise schildern die Autoren Emils Streich sich in der Kita zurückziehen zu wollen.

Als Betrachter kommt man nicht umhin ebenfalls mit den Kindern aus dem Buch nach Emil Ausschau zu halten. Ist er zwischen den Büchern im Regal? Unter den ganzen Kissen oder doch unter einer Bank? Pädagogisch wertvoll ist ebenfalls das Verhalten der Erzieherin. Sie gibt Emil seinen Freiraum und wartet ab, bis er sich von selbst zur Gruppe gesellt.

Eine sehr realistische Situation, die wohl vielen Kindern (und auch manchen Erwachsenen) bekannt sein dürfte. Positiv hervorzuheben ist der Ausgang der Geschichte: Emils Erkenntnis, dass Kindergarten schließlich doch Spaß macht! Ein Bilderbuch für alle Kinder, die ab und zu nicht gerne in den Kindergarten gehen.

Wo ist emil

Realistisch, humorvoll, ehrlich!

bei amazon.de

Stefanie Scheid und Gabriele Schickel – Tiere in aller Welt

Tiere in aller Welt

Das Thema „Tiere“ und „Zoo“ stellt für Kinder im Grundschulalter immer einen Höhepunkt im Schulalltag dar. Tiere üben auf Kinder eine große Faszination aus und so bringen viele Kinder auch sehr viel Vorwissen zu diesem Themenbereich mit. Auf dieser Grundlage baut das dreifach differenzierte Themenheft aus dem BVK Verlag auf.  Mit diesem Heft erfahren SuS, auf welchen Kontinenten die Tiere beheimatet sind, wie ihr Lebensraum aussieht, wie sie jagen und sich ihrer Umgebung im Laufe der Zeit angepasst haben.

Aus dem Inhalt:

  • Europa (Wölfe, Wildschweine)
  • Afrika (Afrikanische Elefanten, Zebras)
  • Asien (Kamele)
  • Nordamerika (Bären)
  • Südamerika (Meerschweinchen)
  • Australien (Kängurus, Krokodile)
  • Antarktis (Pinguine)

Da jedes Thema in drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen, erkennbar an der Anzahl der Tiersymbole oben rechts, aufbereitet ist,  eignet sich das Themenheft besonders für Inklusion und jahrgangsübergreifendes Arbeiten. Je nach Vorwissen und Leistungsstand erweitern Kinder ihr Wissen zum selben Themenbereich nach unterschiedlichen Anforderungen. Zum Thema „Elefanten“ konzentrieren sich die Lernangebote auf der leichten Schwierigkeitsstufe auf das bloße Wahrnehmen und Anmalen der Unterschiede in der äußerlichen Erscheinung von afrikanischen und asiatischen Elefanten. Auf der zweiten Schwierigkeitsstufe sollen die beiden Elefantenarten verglichen und die Unterschiede in einer Tabelle eingetragen werden. Die höchste Anforderungsstufe verlangt die richtige Beschriftung von Körperteilen, die aus einem Fließtext herausgefiltert werden muss (siehe Bild unten).

Alle Kinder können so zu einem Thema gemeinsam arbeiten, jedoch ihr Wissen auf individuellem Niveau erweitern. Im Abschlusskreis können die gewonnen Erkenntnisse so spannend diskutiert und an die Mitschüler weitergegeben werden.

Fächerübergreifende Angebote, wie z.B. das Basteln einer Bärenmaske, ein Experiment zur Fragestellung „Warum frieren Pinguine nicht?“ und zwei Lernzielkontrollen („Was hast du behalten?“) für eine 1. und 2. Klasse, runden das zusätzliche Angebot ab. Falls die Kopiervorlagen als eine Werkstatt aufbereitet werden sollen, stehen der Lehrkraft Blanko-Auftragskarten zur Verfügung. Besonders wohlüberlegt ist der Beurteilungsbogen zur individuellen Rückmeldung des Arbeitsverhaltens für die SuS. So lernen sie sich besser einzuschätzen und bekommen ein zeitnahes, kindgerechtes (Smiley-Format) Feedback.

Unbedingt hervorzuheben ist die Orientierung vieler Lernangebote am entdeckenden Lernen. Hier werden Fakten nicht einfach auf dem goldenen Teller präsentiert, stattdessen werden Kinder herausgefordert diese selbst zu entdecken, wie z.B. anhand eines Wimmelbildes (wo beide Elefantenarten abgebildet sind und durch Vergleichen die Unterschiede entdeckt werden sollen).

Tiere in aller Welt 1./2. Klasse

Lehrplangerecht, differenziert und sehr gut einsetzbar in offenen Unterrichtsformen.

bei amazon.de

Alexander Steffensmeier – Lieselotte: Alle meine Freunde

Lieselotte Alle meine Freunde

Einige Wochen nach der Einschulung werden meist schon die ersten Freundebücher an die Mitschüler und Lehrer verteilt. Für alle Lieselotte-Fans gibt es nun auch ein farbenfrohes Lieselotte-Freundebuch.  Die ersten Seiten gebühren natürlich dem Besitzer dieses Albums, sodass man hier nicht nur seinen Namen, sondern auch den Geburtstag, die Augen- und Haarfarbe, das Lieblingsessen, -lied und -buch eintragen kann.

Während dem Besitzer lediglich 2 Seiten zugeteilt werden, bekommen alle Freunde ganze 4 Seiten, um ihre persönlichen Essensvorlieben, Berufswünsche, Hobbies und Wünsche an den Besitzer festhalten zu können. Die letzte Seite ist für ein Bild oder Foto freigehalten. Durch den großen Rahmen können auch Bilder im 10×15 Format aufgeklebt werden.

Bei der Gestaltung hat sich Alexander Steffensmeier ganz schön ins Zeug gelegt, denn um die Seiten herum schwirren etliche Bauernhoftiere und stets lächelnde Protagonisten. Als kleines Schmankerl kann die ausfüllende Person ein Ausmalbild ganz nach eigenen Wünschen farblich gestalten.

Im übersichtlichen Geburtstagskalender können die Geburtstage aller Freunde zusammengefasst werden. Zwei weitere Seiten sind für Fotos von Freunden und schönsten Festen reserviert.

Lieselotte Freundebuch

Ein farbenfrohes Freundebuch für alle Lieselotte-Fans! Besonders geeignet für Kinder im Kindergartenalter und Grundschulkinder in der 1. und 2. Klasse!

bei amazon.de

Noelia Blanco und Valeria Docampo – Im Garten der Pusteblumen

Im Garten der Pusteblumen
Rezension

Im Windmühlental versteifen die Windmühlen bei der Ankunft der „Perfekten Maschinen“ ihre Arme. Bei den Perfekten Maschinen braucht man nur auf einen Knopf zu drücken und sie zauberen den perfekten Nachtisch, den perfekten Freund, den perfekten Moment. Und so kam es, dass der Wind eines Morgens aufhörte zu blasen … und die Menschen das Wünschen vergaßen.

Außer Anna, einer kleinen Schneiderin, die sich das versteckte Wünschen im Herzen des Tals aufbewahrt hat:

Mein größter Wunsch ist es, etwas ganz Besonderes zu nähen.

Wird sie im Pusteblumengarten, dem Ort, an dem der Wind vor der Ankunft der Perfekten Maschinen noch blies, die Erfüllung ihres Wunsches finden?

Die Titelbildillustration ist so einnehmend und sehnsuchtsvoll, dass man den Blick gar nicht mehr abwenden kann. Die Künstlerin Valeria Docampo, die bereits das wundervolle Bilderbuch Die große Wörterfabrik illustriert hat, schafft es mit ausgewählten, vordergründig dunklen Farben den Perfekten Maschinen und den damit verbundenen Konsequenzen ein drückendes und unheilvolles Erscheinungsbild zu verleihen. Die innere Starre, die diese Neuheit in dem Windmühlental auslöst, ist in dem sandfarbenen Abbild der Bewegungslosigkeit mit dem stehengebliebenen Wetterhahn wunderbar eingefangen.

Die kleine Schneiderin steht sinnbildlich für Träume, Sehnsüchte, Zukunftsvisionen und regt den Leser dazu an sich Gedanken über die evtl. Vor- und vor allem aber auch Nachteile des technischen Fortschritts zu machen. Sie nimmt ihre eigenen Herzensträume in die Hand und schafft es durch Eigeninitiative ihre Visionen zu verwirklichen. Der Pusteblumengarten ist als Symbol für das „In-sich-hineinhören-können“ zu verstehen, als ein Ort der Wunscherfüllung.

Dieses Bilderbuch eignet sich hervorragend zur Thematisierung des technischen Fortschritts und den damit einhergehenden Veränderungen. Besonders aus den Illustrationen der „Perfekten Maschinen“ lässt sich Vieles erschließen, mit Einbezug der Mimik, der gewählten Farben, der  eingeengten, verkabelten Bewohner in dieser ganzen Maschinerie. Das Bild der Menschen in diesen besonderen Kostümen als bestehende Vorrichtung, die Kraft oder Energie überträgt und mit deren Hilfe bestimmte Arbeiten unter Einsparung menschlicher Arbeitskraft ausgeführt werden können, ist vielleicht auch etwas il­lu­si­o­nis­tisch. Doch es zeigt auch, dass dadurch dem Gehirn und vor allem dem Herzen langfristig der Wind aus den Segeln genommen werden kann.

Blick ins Buch
Im Garten der Pusteblumen

Das auf der Plattform „Lehrermarktplatz“ herunterzuladende Minibuch sensibilisiert schon die jungen Schülerinnen und Schüler für mehr Achtsamkeit sich gegenüber. Es ist behilflich, über eigene Hoffnungen und Wünsche nachzudenken und stoßt zudem zur Unterscheidung von erfüllbaren und nicht erfüllbaren bzw. materiellen und ideellen Wünschen an. 

Fazit

Das Bilderbuch berührt durch die einzigartigen, sehnsuchtsvollen Zeichnungen und den kritischen Blick auf die technischen Neuerungen. Eine thematisch betrachtet sehr erfrischende Windbrise im Bilderbuchtal.

(Amazon-Link)

Susa Apenrade und Miriam Cordes – Zusammen sind wir einfach stark

Zusammen sind wir einfach stark

Sofie freut sich auf den Kindergarten. Am liebsten spielt sie mit ihren Freundinnen Tierklinik. Doch als sie mitbekommt, dass ihre Freundin Anna sie nicht bei ihrem Geburtstag dabei haben will, schwindet ihre Freude ganz schnell.

Nach dieser Begebenheit wird Sofie ganz sensibel im Umgang mit anderen Kindern. Wie fühlt sich wohl Alina, wenn ihr Basti nicht erlaubt mit anderen Kindern gemeinsam zu puzzeln. Wie reagiert Sofie in dieser Situation? Hat sie aus ihrer Erfahrung mit Anna gelernt?

Dieses Bilderbuch schildert in unterschiedlichen kindgerechten Situationen vielfältige, konkrete Begebenheiten, in denen Kinder von anderen Kinder ausgegrenzt oder ignoriert werden. Aus ihrer Erfahrung weiß Sofie wie sich das anfühlt und überlegt stets, wie sie die jeweiligen Kinder in die Gemeinschaft einbeziehen kann.

Besonders gut gefallen mir an diesem Bilderbuch die an die jeweilige Situation anschließenden Entscheidungsfragen als Gesprächsanlässe:

Was meinst du? Was könnten die Kinder tun?

Wie soll sich Sofie entscheiden?

Hier dürfen unterschiedliche Vorschläge gesammelt und die Gefühle der Teilnehmenden ausführlich besprochen werden. Haben die Kinder sich auch schon einmal so gefühlt? Wie ging es ihnen dabei? Was wären die Alternativen im Verhalten?

Die einzelnen Szenen, die auch übrigens durchaus aus dem Kontext der Geschichte heraus einzeln vorgelesen werden können, animieren dazu, Kinder zu bestärken, auf andere offen zuzugehen und sich für sie einzusetzen. Dafür bedarf es durchaus Selbstbewusstsein und Ich-Stärke. An die Gesprächsfragen anschließend folgt Sofies tatsächliche Reaktion auf die jeweiligen Sachlagen.

Im Lehrplan NRW für Sachunterricht ist das Thema „Mensch und Gemeinschaft“ ein wichtiger Schwerpunkt. Hier sollen eigene Bedürfnisse und die Bedürfnisse anderer wahrgenommen und eine faire Aushandlung von Interessen und Regeln vorangetrieben werden. Die im Buch dargestellten Situationen eignen sich hervorragend für Rollenspiele, anhand derer sich Lösungsmöglichkeiten für Konfliktsituationen entwickeln lassen und ihre Wirkung überprüft werden kann. Da sich einige wenige Konflikte im Kindergarten als Umgebung abspielen, müssten die Situationen evtl. modifiziert dargestellt werden, damit sich Grundschulkinder damit besser identifizieren können.

Zusammen sind wir einfach stark

Material

Zusammenhalt

Darstellung kindgerechter Konfliktsituationen und deren faire Lösung. Ein Bilderbuch über Freundschaft und Zusammenhalt, das zum Mitdenken anregt.

bei amazon.de

Nadia Budde – Und irgendwo gibt es den Zoo

Und irgendwo gibt es den Zoo

Eindeutig Mensch – oder doch ein Tier? Bei manchen Lebewesen scheinen die Übergänge fließend. Da wäre der Kumpel Ronni, der aussieht wie ein Pony. Kasimir ist bissig wie ein Nagetier und die Urgoßmutter Lotte ist so grau wie eine Motte. Bei allen ihn umgebenden Menschen findet der Ich-Erzähler, der übrigens findet, dass er wie ein Pinguin aussieht, eine Verbindung zur Tierwelt. Sei es in der äußerlichen Erscheinung, im Verhalten oder einer bestimmten Eigenart. Die sich stets reimenden Vergleiche gehen soweit, dass man sich fragt, ob die Existenz von Zoos nicht eigentlich überflüssig ist …

Und ich frage mich, -WIESO- gibt es eigentlich den Zoo?

Die Gestalten in Nadia Buddes neuem Bilderbuch schauen ziemlich „tierisch“ aus und entlocken schon mit ihrer Darstellung dem Betrachter ein Schmunzeln. Auf einer Welle zugespitzter Übertreibung reitet der Leser von einem Krokodil, zum Stacheligel, hin zur Hyäne, vorbei an einem Huhn und sieht letztendlich alle Mensch-Tier-Wesen in ihrer einzigartigen Erscheinung gemeinsam an einem Tisch sitzen.

Mit wenigen Pinselstrichen schafft es Nadia Budde die Ähnlichkeit der Mensch-Tier-Gestalten auf den Punkt zu bringen. Und nicht wenige davon sind einfach zum Sich-vor-lachen-kugeln, so gut getroffen sind sie. Kinder werden es lieben anhand der angefangenen Reime den Vergleich zum Tier ergänzen zu können. Ebenfalls schön ist die Abbildung vom Herrn Rieger, Herrn Hobbe und Madame Tux … welchen Tieren könnten sie wohl ähnlich sehen?

Und irgendwo gibt es den Zoo

Tierisch lustig, schräg und individuell – ein Augenschmaus mit einer großen Portion Witz!

bei amazon.de

Top 5 – Schulstart

Top 5

TOP 1:

Mein persönlicher und  bisher ungeschlagener Favorit im Bereich Bilderbuch zum Thema „Einschulung“ und „Schulanfang“. Wenn ein Löwe in die Schule geht handelt von allerlei “Sachen”, ob Hexe, Floh, Rasenmäher, Schnittlauch oder Gespenst. Sie alle gehen zur Schule und lernen alles, was sie für ihr Leben benötigen. Der Löwe muss natürlich brüllen können, der Floh hoch springen und beißen, die Hexe auf Besen reiten und zaubern. Was könnte ein Kind in der Schule lernen?
Wundervolle Illustrationen, vereint mit ausgefeilten Reimen und viel Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt.

(Zur ausführlichen Rezension hier entlang.)

TOP 2:

Ein weiterer Klassiker ist das Vorlesebuch Der Ernst des Lebens. Hier wird auf die Ängste und das mulmige Gefühl der Einschulung eingegangen. Die Erwachsenen sagen zur kleinen Annette stets: „Wenn du in die Schule kommst, beginnt der Ernst des Lebens“. Doch was ist das überhaupt? Auf eine sehr humorvolle Art und Weise wird dem „Ernst“ ein Gesicht gegeben und den Kindern die Angst hoffentlich genommen.

Eine heitere Vorbereitung auf den ersten Schultag als Mini-Ausgabe für jede Schultüte.

TOP 3:

Ein liebevoll illustriertes Bilderbuch von Leo Lionni über den Sinn von Lesen und Schreiben. Die Raupe entdeckt ein wildes Durcheinander von Wörtern auf verschiedenen Blättern und fragt sich warum sich die Wörter nicht zu Sätzen zusammentun können, um endlich von Bedeutung zu sein. Hier beginnt eine spannende Geschichte über die Freundschaft von Buchstaben und die Zusammenführung von Wörtern zu Sätzen.  Kinder erfahren durch dieses Buch wie viel Spaß das kreative Wörterbauen machen kann.

Ein Bilderbuch über Buchstaben, die eine wichtige Botschaft zu den Menschen tragen und die Lesefähigkeit hochleben lassen.

TOP 4:

Ein weiteres wundervolles Werk, welches gewöhnlich in der Schule u.a. zum Thema „Briefeschreiben“ Verwendung findet, ist Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte. Den Löwen stört es anfangs nicht, dass er nicht schreiben kann. Schließlich kann er brüllen und Zähne zeigen, womit er sich vorerst zufrieden gibt. Erst als er eine lesende Löwin trifft, beginnt er zu grübeln. Eine Löwin, die liest, ist ja schließlich eine Dame und einer Dame schreibt man Briefe, bevor man sie küsst…

Ein zauberhaftes Bilderbuch, das die Bedeutung vom Schreibenlernen in den Fokus rückt und durch eine hinreißende Liebesgeschichte entzückt.

(Zur Rezension von "Die Geschichte vom Löwen, der nicht bis 3 zählen konnte" hier entlang.)

TOP 5:

Die Umstellung vom Kindergartenkind zum Schulkind, fällt nicht allen Kindern leicht. In diesem humorvollen Bilderbuch Die Geschichte von Bleistift, Radiergummi und Spitzer über die erste Zeit in der Schule hat der Hauptakteur Bastian keine Lust zu lernen. Viel lieber würde er mit seinen Freunden im Garten spielen. Doch dann beginnen seine Schreibutensilien mit Bastian zu sprechen …

Dieses Bilderbuch animiert zum sorgsamen Umgang mit den Schulsachen und zum Schreiben, ergänzt durch zusätzliche Schreibübungen für die kleinen ABC-Schützen am Endes des Buches. Ein schönes Geschenk zum Schulanfang also!

Oliver Jeffers – Dieser Elch gehört mir

Dieser Elch gehört mir

Wie benimmt sich ein braves Haustier?

Regel Nummer 4: „Nicht lärmen, wenn Wilfried seine Lieblingsplatten abspielt.“

Der kleine Wilfried hat seine ganz besonderen Vorstellungen von einem Haustier und wie es sich zu benehmen hat. Nach der Namenstaufe seines Elches „Marcel“, stellt er einen Regel-Katalog, mit den für ihn wichtigsten Vorschriften, zusammen. Doch der eigenwillige Elch scheint ebenfalls seine ganz eigenen Regeln zu haben und tut sich mit Wilfrieds Gesetzmäßigkeiten durchaus schwer. Er ignoriert die Regel Nummer 7  „Da hingehen, wo Wilfried hingehen will“ und so kommt es, dass er von einer fremden Frau den Apfel aus der Hand frisst. Wutentbrannt rennt Wilfried nach Hause und kommt schließlich zu der Überzeugung seinen Regel-Katalog eventuell doch einmal überdenken zu müssen.

Oliver Jeffers‘ Illustrationen strotzen vor Individualität, in Form von gemischten Stilen, wie z.B. hier ein zeitungsangehauchter,  verpixelter Hintegrund, zusammen mit Abdrücken einer sehr fein schraffierten Landschaft und den in hohem Maße liebenswürdigen Figuren mit Streichholzbeinchen.

Diese Individualität und Eigenwilligkeit spiegelt sich ebenfalls in den Charakteren der Figuren wider. Wilfried will sein Haustier so formen, wie er es gerne hätte. Seine Wünsche entsprechen jedoch keineswegs dem Wesen des Tieres. Und so wird der blaue Faden, der Wilfried und Marcel stets begleitet, zum Sinnbild der „Einschränkung“ und  „Anbindung“, was jedoch schließlich in einer „Verhederrung“ resultiert.

Wilfried ist gezwungen zu erkennen, dass sein Regel-Katalog zu diesem Haustier nicht passt und schleunigst überarbeitet werden muss. Dieser Erkenntnisgewinn wird durch das in zwei geteilte Namensschild verbildlicht und kann als Symbol für „Freiheit“ interpretiert werden.  Die neue und nun einzige Regel ist besonders reizend formuliert worden und stellt sich für dieses Bilderbuch als eine herrlich passende Pointe heraus.

Dieses Bilderbuch kann als Einstieg in das Sachunterrichtsthema „Haustiere“ dienen. Nach der humorvollen Darstellung von Wilfrieds Regeln, kann gemeinsam überlegt werden, welche Haustiere was benötigen, um sich wohl zu fühlen. Der Lernzuwachs, nach vorheriger ausführlicher Recherche, kann in Steckbriefen zu unterschiedlichen Haustieren festgehalten werden.

Dieser Elch gehört mir

Material

Es ist aber auch denkbar den amüsanten Regel-Katalog von Wilfried im Deutschunterricht in kooperativen Lernformen zu ergänzen. Schließlich stellt Wilfried nur fünf seiner insgesamt 73 ausgedachten Regeln dem Leser vor. Hier darf der Fantasie bei der Zusammenstellung absurder Anordnungen freien Lauf gelassen werden:

elch

Tolle Verbildlichung eines bedeutenden Themas, nicht nur in Bezug auf Haustiere!

bei amazon.de