Thomas Lange et al. – Englisch mit Hexe Huckla – Huckla und das Weihnachts-Oster-Durcheinander

Das lustige Musical mit 7 Songs rund um die Hexe Huckla, der einige Zauber missglücken, bildet den Fokus dieses Buches. Bei einem misslungenen Zauber ist plötzlich jeden Tag Weihnachten und Ostern. Ob Huckla es nun schaffen wird die ganzen Verwirrungen, die dadurch enstanden sind, wieder glatt zu bügeln?

Das Buch ist in unterschiedliche Kapitel eingeteilt, wobei auf jeder Doppelseite ein Geschehen dargestellt wird, umrandet von vielen speech bubbles, die englische Wörter, Sätze oder Fragen beinhalten. Die durchnummerierten Sprechblasen werden an den jeweiligen Bildrändern ins Deutsche übersetzt.

Das Buch an sich kann nicht ohne die CD betrachtet werden, das würde keinen Sinn ergeben. Es dient als Untersützung für das Musical. Natürlich entspricht dieser „Mischmasch“ aus vorwiegend deutschen und einigen wenigen englischen Elementen nicht der Sprachwirklichkeit (außer man ist bilingual aufgewachsen). Da muss man natürlich abwägen für welchen Zweck dieses Buch eingesetzt werden soll. Grundsätzlich werden Kinder Freude an den Geschichten haben und ganz begeistert erkennen, dass sie auch schon einige englischen Phrasen verstehen können. Es dient eher der Unterhaltung. Die pädagogische Aufbereitung fehlt, daher werden die Kinder durch dieses Buch kaum „englische Wörter und Sätze – ganz einfach beim Zuhören“ lernen, wie der Verlag verspricht. Sicherlich bleibt das ein oder andere hängen, aber man kann kaum erwarten, dass Kinder durch das ausschließliche Hören der CD die enthaltenen Redemittel verinnerlichen werden.

Nichtsdestotrotz dient dieses Buch der Förderung der Freude am Sprachenlernen und da Kinder es lieben zu singen, ist diese Kombination aus Buch und Audio-CD aus dem Langenscheidt Verlag eine recht gute Nachmittagsbeschäftigung.

Das Buch an sich ist mit den zum Teil wirklich überladenen Seiten verbesserungswürdig, die CD top!

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Jodi Moore und Howard McWilliam – Das war ich nicht – das war der Drache!

Wenn du eine tolle Sandburg baust, zieht ganz sicher ein Drache ein …

Ein kleiner Junge befindet sich mit seiner gesamten Familie im Strandurlaub. Und was gibt es da Schöneres, als Sandburgen zu bauen? Und da seine Burg besonders gut gelungen ist, bekommt sie schon bald einen neuen Bewohner: einen roten und äußerst lustigen Drachen. Zusammen spielen sie Frisbee, pusten große Seifenblasen, grillen Marshmallows, lassen Flugdrachen steigen und vieles mehr. Der Drache ist albern und steckt  voller neuer spannender Ideen. Doch keiner glaubt Leon, dass es den Drachen wirklich gibt. Als belegte Brote verschwinden und Fingerabdrücke auf dem Schokoladenkuchen entdeckt werden, glaube alle, dass der kleine Junge der Schlawiner ist. Irgendwann hat auch Leon genug und schwört sich nie wieder eine Sandburg zu bauen … na ja zumindest nicht bis morgen …

Nach „Ich brauche mein Monster“ beglückt uns Howard McWilliam mit einem neuen Bilderbuch. Auch hier sind die Bilder farbenfroh, detailreich und die Figuren wirken schon fast lebendig. Die temporeichen Illustrationen vermitteln schon beinahe den Eindruck, als würde würde sich ein Cartoon anschauen und nicht in einem Buch blättern!

Der unsichtbare Freund, mit dem man jede Menge Spaß haben kann, steht im Mittelpunkt dieser Geschichte. Der Drache ist ein toller Ferienbegleiter, vor allem in einer Gegend, in der man vielleicht keine anderen Kinder kennt. So verliert sich der kleine Leon in einer Phantasiewelt, die so einen Tag am Strand zu etwas ganz Besonderem macht.

Dem aufmerksamen Betrachter wird natürlich schon bald auffallen, dass alles was der kleine Junge dem Drachen in die Schuhe schiebt von anderen Personen und gar von ihm persönlich bewerkstelligt wird. Etwa wenn der Drache die bösen Jungen verjagt, die seine Sandburg zerstören wollten, erkennt man im Hintergrund seinen Vater mit einer drohenden Geste mit der Grillzange. Und wer tatsächlich an dem Schokoladenkuchen geknabbert hat, liegt selbstverständlich auf der Hand …

Außerdem bietet dieses Buch eine Vielzahl an wunderbaren Ideen zur Beschäftigung der Kinder an einem sonnigen Tag am Strand.

Mit diesem Bilderbuch steigt definitiv die Vorfreude auf einen Strandurlaub!

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Mies van Hout – Heute bin ich

Mies van Hout entführt die Leser und Betrachter in eine Unterwasserwelt von insgesamt 20 unterschiedlichen Gefühlszuständen, die anhand von verschiedensten Fischarten verdeutlicht werden. Eine Doppelseite ist jeweils einem Gemütszustand gewidmet, wobei auf der einen Seite jeweils das Gefühl in Wortform und auf der anderen Seite ein dazu passender Fisch dargestellt wird. Die Emotionsbandbreite reicht von ängstlich bis zufrieden. Der Fisch thront in seiner Vollkommenheit auf einem schwarzen Hintergrund und erringt dadurch die höchst mögliche Beachtung des Betrachters. Dabei darf ruhig analysiert werden, woran man das jeweilige Gefühl so gut erkennen kann. Es wird schnell deutlich werden, dass die Stimmungen vor allem an den Augen, dem Mund, der „Körpersprache“ und der Farbwahl abgelesen werden können. Natürlich animieren die Darstellungen zum spielerischen Imitieren und erweitern den Grundwortschatz um einige sehr bedeutende Emotionen. Durch diese tolle Wachsmaltechnik lassen sich im Kunstunterricht sicherlich wundervolle Bilder von „Heute bin ich …“ herstellen und die zuvor erarbeiteten Kriterien zur Gemütsdarstellung anwenden.

Dank diesem besonderen und herzerwärmenden Bilderbuch, bin ich heute … GLÜCKLICH … und kann gar nicht aufhören das Buch immer und immer wieder von Neuem durchzublättern und mich daran zu erfreuen!

Ein wahrer Schatz in diesem Meer an Bilderbüchern zum Thema Gefühle!

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Jessica Meserve – Klein!

Die Kleine hat ein Problem: Sie steht im Schatten ihrer großen Schwester. Die große Schwester kann alles viel besser. Sie springt viel weiter, läuft viel schneller und bekommt die schönsten Geschenke. Die jüngere Schwester fühlt sich dagegen ganz klein und beschließt sich an ihrer großen Schwester zu rächen. Doch dadurch geht es ihr nur noch jämmerlicher zumute…

Die jüngeren Geschwister haben es manchmal ganz schön schwer! Sie stehen im Schatten ihrer älteren Geschwister und müssen sich erst beweisen und eigene Stärken entdecken. Jeder hat seine ganz eigenen Fähigkeiten und Begabungen, die man zunächst herausfinden muss. Der Thematik zur Findung des eigenen Ichs und der Loslösung von dem Vergleich mit den Geschwistern und der damit verbundenen Rivalität wird in diesem Bilderbuch Rechnung getragen. Und so wird die kleine Protagonisten zunächst immer im großen Schatten ihrer Schwester dargestellt. Der Schatten folgt ihr immer und überallhin. Bis … nun ja … sie auch ihrer Stärke bewusst wird. Nach diesem Ereignis hat jede der beiden Mädchen ihren eigenen ebenbürtigen Schatten. Die fabelhaften Illustrationen zeichnen diese Unsicherheit und Angst des kleinen Mädchens ganz wunderbar. Thematisch werden sich ganz viele junge oder auch ältere Geschisterkinder mit diesem Buch identifizieren können. Wem erging es in einigen Situationen nicht so ähnlich?

Geschwisterrivalität und Selbstfindung in grandiose Illustrationen eingebettet.

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Heike Schütz – Prinzessin Kartoffelinchen

Prinzessin Kartoffelinchen ist eine ganz besondere Kartoffel, die mit ihren roten Punkten alle anderen Kartoffeln überstrahlt. Sie ist nämlich etwas ganz Besonderes und gehört zu der Sorte „Rotauge“. Als die anderen, gewöhnlichen Kartoffeln anfangen sie aufgrund ihrer Andersartigkeit zu hänseln, wird Kartoffelinchen ganz traurig. Die Traurigkeit  verfliegt jedoch schnell, als sie durch einen unvorhergesehenen Zufall auf eine interessante Reise gehen darf. Sie trifft auf Geschöpfe, die ihr mit Neid und Missgunst begegnen und ihr somit das Leben schwer machen. Allerdings hält ihr das Schicksal auch positive Begegnungen bereit, durch die der Jahreskreislauf seinen neuen Anfang nimmt.

Das Buch ist in vier Kapitel eingeteilt, für die jeweils eine Jahreszeit steht. Die Geschichte beginnt im Herbst mit der Ernte von Kartoffelinchen und endet im Sommer mit dem Heranwachsen der Karoffelkindern. Das Thema „Kartoffeln“ wird an vielen Grundschulen behandelt und lässt sich wunderbar fächerübergreifend in den Unterricht einbinden. Durch dieses Buch habe ich mir eine kindgerechte Herangehensweise an das Wachstum der Kartoffelplanze erhofft. Allerdings sind die Wachstumsphasen im Verlauf der Anbauzeit in diesem Buch nur nebensächlich behandelt worden. Die Austriebe wurden nur am Rande kurz erwähnt. Das Schrumpelig-werden kurz vor der Aussaat wurde leider völlig ignoriert. Hauptsächlich geht es um die Themen Ausgrenzung, Neid, Missgunst, Eifersucht und aber auch Freundschaft, Hoffnung und Liebe.

Die Bilder wirken so herrlich sympathisch in ihrer unprofessionell scheinenden Ausführung und unterstützen durch erdige Bleistiftfarben das Bild des Naturprodukts. Ich hätte mir allerdings großflächigere Zeichnungen und weniger Text gewünscht, da das Buch für Kinder ab 3 Jahren empfohlen wird. Allerdings wäre ich eher dafür die Altersempfehlung auf 5 Jahre anzuheben, denn die Geschichte ist durchaus lang und von der Wortwahl zum Teil zumindest für Dreijährige anspruchsvoll.

Eine nette Geschichte über die Reise einer ganz besonderen Kartoffel.


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Alexander Randolph – A Portrait of Nellie

Nellie lebt in ihrem Mauseloch ein ganz normales Leben einer gewöhnlichen Maus. Sie ist eine Maus mit Prinzipien und doch ziemlich einsam. Eines Tages bekommt sie Besuch von Sammy. Sie heiraten und bekommen Kinder. Schon bald findet sie einige Punkte, die sie an Sammy stören. Er scheint ziemlich zutraulich und lässt sich von der Haushälterin aushalten. Er benimmt sich keineswegs wie eine richtige Maus. Es kommt immer häufiger zu Streitigkeiten. Nellie möchte diese selbstgewählte Abhängigkeit und dieses „unmously“ Verhalten nicht länger dulden und trifft vor allem in Bezug auf ihre gemeinsamen Kinder eine schwerwiegende Entscheidung…

Nellie hat eine sehr sture und konservative Haltung. Sie hängt an ihren Prinzipien und möchte sich an die veränderte Situation ihrer Umwelt nicht anpassen. Seit vielen Jahren fürchten sich die Mäuse vor Katzen und sollen es auch in der Zukunft tun. Mäuse klauen das Essen der Menschen und lassen sich nicht von ihnen aushalten. Ihre Traditionen sind ihr heilig. Sammy dagegen ist in dieser Hinsicht offener und passt sich den veränderten Umständen an. Er versteht nicht, was daran verkehrt sein soll das angebotene Essen anzunehmen und nicht unnötig zusammenzuzucken, wenn die Katze, die im Haus lebt, für sie keine Gefahr darstellt, da sie selber Angst vor Mäusen hat. Das unreflektierte Festhalten an Althergebrachtem kann ich nicht befürworten.  Und das Ende der Geschichte hat mich leider auch enttäuscht:

„It is plain to see, they are trying to change our traditions.“
Sammy was forced to agree.

Die Illustrationen von Alexander Randolph sind ein Meisterstück. Sie sind einfach gehalten und entfalten vor dem weißen Hintergrund ihre große Wirkung. Das Bild der beiden Mäusen mit ihren ineinander verstrickten Mäuseschwänzen ist ja schon fast Kult.

Das Eheleben mit ihren Schwierigkeiten bzw. Verstrickungen und die Problematik der sich ständig verändernden Umwelt bilden das Hauptaugenmerk dieses Buches. Daher würde ich es eher für Erwachsene empfehlen. Die dargestellte Problematik ist für Kinder im Grundschulalter meistens unbedeutsam und noch ziemlich abstrakt. Allerdings könnte ich mir duchaus vorstellen das Buch in einer „Philosophieren mit Kindern-AG“ mit Viertklässlern einzusetzen, um über die jeweiligen Ansichten der Mäuse zu diskutieren. Sollte man an seinen Prinzipien und Regeln immer und überall festhalten? Verhält sich Nellie richtig? Verhält sich Sammy richtig? Wie könnte eine Einigung aussehen? Was würde man selber in einer solchen Sachlage tun?

Eine wunderschöne Aufmachung mit einem für mich zwiegespaltenem Inhalt.

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Mira Lobe – Das kleine Ich bin ich

Ein buntes Tier geht auf einer Blumenwiese spazieren und begegnet einem Laubfrosch, der ganz verwundert fragt, wer er eigentlich sei? Das bunte Etwas muss feststellen, dass es selbst gar nicht weiß welches Tier es ist und wird daraufhin vom Frosch als dumm bezeichnet. Auf seiner weiteren Reise trifft es verschiedenste Tiere, die nach genauer Betrachtung keine Ähnlichkeiten zu sich selbst erkennen können. Voller Verzweiflung und Enttäuschung ist das Tier den Tränen nahe und fragt sich, ob es am Ende denn gar nichts ist. Doch dann ruft es ganz laut zu sich: „Sicherlich gibt es mich! Ich bin ich!“

Mira Lobe hat mit diesem Bilderbuch einen Klassiker zur Thematik Förderung des Selbstwerts und der Selbstakzeptanz geschaffen. Auch der Umgang mit Unsicherheiten durch negative Rückmeldungen der Mitmenschen steht im Fokus.  Der Klassiker feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Jubiliäum und erscheint in einer Jubiläumsausgabe mit Audio-CD. Florian Boesch liest die Geschichte gekonnt vor und imitiert die unterschiedlichen Tierarten sehr wirkungsvoll. Auf den insgesamt 21 Tracks werden die kurzen Texte durch Liedmelodien unterbrochen und von einem Chor mit einem passenden Lied zur ersten Textpassage auf das Buch eingestimmt.

Die sehr gelungene Reimform vereinfacht das rhythmische Vortragen und die auf der Innenseite des Buches beigefügte Bastelanleitung ermöglicht die Herstellung eines Symbols für die Selbstfindung, die die Kinder auch tatsächlich mit nach Hause nehmen können.

Die Bilderbuchseiten wechseln sich mit farbigen und schwarz-weiß Illustrationen ab. Die bunten Seiten sind natürlich für Kinder viel attraktiver und eindrucksvoller. Hier würde man sich wünschen alle Seiten in bunter Gestaltung vorzufinden, um der Magie, die dieses Buch mit sich bringt, nichts an ihrer Faszination zu entziehen.

Wir sind alle einzigartig und das ist auch gut so.

 

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Sylvia Weve – Wie das Huhn beinahe vergaß, dass es ein Ei gelegt hatte

Henni, die Henne, legt ihr erstes Ei! Sie ist auf das Ergebnis so stolz, dass sie es unbedingt dem Hahn erzählen möchte. Ganz aufgeregt läuft sie los und bittet das Ferkel so lange auf ihr Ei aufzupassen. Also brütet das Schwein nun das Ei vorsichtig aus. Doch als es anfängt zu regnen, entschließt sich das Schwein sich selbst ins Trockene zu bringen und bittet wiederum die Frau Schaf das Ei zu schützen. Als es spät wird, verabschiedet sich das Schaf und der neue Schützling ist nun eine Schnecke, die ihr Haus zum Ausbrüten hergibt. Doch wo bleibt bloß die Henne? Das frisch geschlüpfte Küken freut sich auf seine Mutter und staunt nicht schlecht eine Schnecke vor sich zu haben. Jetzt liegt es an den Freunden die Mutter des frisch geschlüpften Kükens zu finden…

Sylvia Weve spielt auf die sehr einzigartige Verbindung zwischen Mutter und Kind an. Das Verantwortungsgefühl der Nebencharaktere und vor allem der Henne wird kritisch angeschnitten und doch die anfängliche Hilfbereitschaft der Bauernhoftiere positiv herausgehoben. Das Ei wird von einem Tier zum nächsten gereicht und kann kein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln, da es sich ständig fragt wie die Mutter wohl aussehen könnte. Von Tier zu Tier und der damit verbundenen Enttäuschung, wächst die Frustration des kleinen Küken. Es scheint immer kleiner und verlorener in der großen Welt zu wirken. Adoption ist in vielen Familien Wirklichkeit und genauso wie das Küken fangen viele Kinder an sich irgendwann mit den Eltern zu vergleichen und stellen immer mehr Fragen. Für das Kind auf dem Selbstfindungsweg gehört das Wissen um die Erzeuger immer dazu.

Unterschwellig wird die Problematik der noch nicht vorhandenen Bindung zum Ungeborenen angeschnitten, die jedoch beim ersten Körperkontakt verfliegt. Beim Anblick des Küken werden die Muttergefühle der Henne so richtig wach und sie ruft stolz aus: „Du gehörst zu mir!“.

Dieses Bilderbuch sticht besonders durch die einzigartigen und sehr vereinfachten stilistischen Elementen heraus. Je nach Gefühlslage dominieren die entsprechenden Grundfarben. Der Hintergrund und die Charaktere werden mit groben Pinselstrichen umspielt, die schwarzen Konturen geben den Figuren ihre Gestalt. Die Illustrationen animieren zum Nachmachen und lassen sich wunderbar im Kunstunterricht bereits mit den Kleinen sehr gut imitieren.

Thematisch erinnert mich das Buch sehr stark an das englischsprachige Buch „Monkey Puzzle„, in dem es auch darum geht die Mutter des kleinen Äffchen zu finden. Die Parallelen sind verblüffend.

Eine einfühlsame Geschichte über die verzweifelte Suche nach der Mutter.

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Tad Hills – So ein Superküken

Flip und Flop sind die besten Freunde und lieben es Schmetterlinge zu beobachten, dem Fluss zu lauschen, die Blumen zu riechen oder das warme Lüftchen zu genießen. Doch eines Tages taucht Kiki auf, eine alte Angeberin, die alles besser kann. Sie kann am längsten die Luft anhalten und auf dem Kopf stehen, am schnellsten auf einem Bein hüpfen und am geschicktesten Baumstämme balancieren. Flip ist von der neuen Freundin begeistert. Doch Flop möchte mit seinem Freund lieber alleine sein, denn dieser Wettbewerb geht ihm ganz schön auf den Keks. Wie kann er bloß seinen Freund für eine Weile wieder für sich gewinnen? Ein Plan muss her!

Es ist das Spiel mit der Freundschaft, der Umgang mit Prahlerei, Eifersucht und dem Wettbewerb, was der Autor hier gekonnt anspricht. Die Dialoge der drei Freunde sind sehr authentisch, genauso höre ich sie tagtäglich auch auf dem Schulhof. Die Handlungen sind ebenfalls sehr kindgetreu und aus dem Kinderalltag entnommen. Die Küken messen ihre Kräfte, Ausdauer und Geschicklichkeit. Doch einer ist dabei immer der Beste, das Superküken, Kiki. Flop muss dagegen mit seinen Niederlagen kämpfen und entschließt sich lieber zurückzuziehen und sich dem Wettbewerb nicht mehr zu stellen. Er ist ein ruhiges Küken und bevorzugt Tätigkeiten, bei denen es keinen Gewinner oder Verlierer gibt. Und damit der neue Freund nicht zwischen Flop und Flip steht, entwickeln die beiden einen fabelhaften Plan, der Kiki für eine Zeit lang aus dem Rennen schickt.

Das Ende ist sehr überraschend und das „Problem“ auf eine sehr witzige Art und Weise  gelöst. Sie packen Kiki in ihrer Stärke und locken sie damit in eine für die beiden Freunde mehr als verdiente „Ruhepause“. Die Darstellung des Umgangs mit Angeberei und dem Wettbewerb ist sehr gelungen und bietet wundervolle Lösungsvorschläge, die bereits sehr jungen Kindern einleuchtend erscheinen. Das Bilderbuch eignet sich besonders gut für eine szenische Umsetzung, in der die Gefühle der drei Freunde sehr schön herausgestellt werden können. Auch Standbilder können hier die jeweilige Situation und Stimmung gut verdeutlichen.

Die Illustrationen sind sehr gemächlich, klar, farbintensiv und mit wenigen Details bestückt. Sie heben die Verspieltheit der Freunde und die Liebenswürdigkeit der Charaktere besonders gut hervor.

Ein wunderschön illustriertes Bilderbuch über Freundschaft, Eifersucht, Angeberei und dem Wettbewerb untereinander.

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Heinz Janisch und Helga Bansch – Ich kann alles!

Der kleine Dachs, Frenki, ist ein richtiges Stehaufmännchen. Er traut sich alles zu und versucht es voller Zuversicht immer wieder aufs Neue, gleich dem Motto „Ich kann alles!“. Er glaubt, dass er fliegen lernen und über das Wasser gehen  kann. Doch immer wieder fällt er auf die Nase und die gewagten Unterfangen enden in einem Fiasko. Seinem Mut und Zuversicht tut es keinen Abbruch. Frenki denkt positiv und stellt sich neuen Herausforderungen. Dabei entdeckt er immer wieder etwas Besonderes! Ein buntes Blatt, eine glitzernde Glaskugel, ein leuchtend weißer Stein oder eben sein verschollener Freund Zack Bumm. Alle Fehlversuche bringen auch etwas Positives mit sich!

In diesem Bilderbuch geht es um die Herangehensweise an das Neue und Unbekannte. Der ungeschickte Protagonist ist stets zuversichtlich und unerschrocken. Die Fehlversuche werden als positive Erfahrungen verbucht und als etwas Schönes und Besonderes betrachtet. Die Redensart „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ steht hier definitiv im Fokus. Allerdings stört mich aus pädagogischer Sicht der fehlende Lernzuwachs. Wir sind immer danach bestrebt Kinder über ihre Erfahrungen und Taten reflektieren zu lassen. Eine Kunst, die in diesem Buch vernachlässigt wird. Daher bin ich  persönlich hier etwas zwiegespaltener Meinung. Einerseits ist es wichtig sich von Niederlagen nicht entmutigen zu lassen und andererseits sollten diese Erfahrungen zur Weiterentwicklung verhelfen, damit eventuelle Fehler nicht wiederholt werden.

Die Illustrationen von Helga Bansch, die 25 Jahre als Volksschullehrerin gearbeitet hat, sind ein Augenschmaus. Mit der Technik  Acryl auf Leinwand schafft sie es die Aufmerksamkeit auf das Wichtigste im Bild zu bündeln. Die Bilder wirken klar, aufgeräumt und nicht überladen.

Eine wertvolle Grundthematik, die durch eine Prise Selbstreflexion und Lernzuwachs ergänzt werden könnte.


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