Maria Bogade – Schlafplatz gesucht!

Paul und Bruno sind die besten Freunde. Sie teilen wirklich alles miteinander, nur nicht Pauls Bett. Denn da passt Bruno leider nicht hinein. Und so bleibt Paul nachts nichts anderes übrig, als gemeinsam mit Bruno auf dem Boden zu schlafen. Das findet jedoch Pauls Mutter nicht so toll. Daher muss ein Plan her und so begeben sich die beiden gemeinsam auf die Suche nach einem passenden Schlafplatz …

Das Vorlesen von Gute-Nacht-Geschichten als abendliches Ritual vor dem Schlafengehen, ist für Kinder sehr wichtig,  da es den Übergang von einem lebhaften und ereignisreichen Tag zu einer erholsamen und ruhigen Nacht erleichtert. „Schlafplatz gesucht“ thematisiert das Zubettgehen und stellt die Freundschaft in den Vordergrund. Die Illustrationen von Maria Bogade haben etwas Behagliches, Wohliges und Beruhigendes. Vielleicht sind es die gedeckten Farben oder die sehr runden und wohlproportionierten Zeichnungen, die eine gewisse Wärme und Ruhe ausstrahlen.

Viele Kinder haben gewöhnlich Lieblingskuscheltiere, die natürlich mit ins Bett müssen. Dadurch ist die Korrelation zur Erfahrungswelt der Kinder sehr evident und die Identifikation mit den Figuren stark. Die beiden Freunde erleben auf ihrer Suche nach einem geeigneten Schlafplatz so einige Abenteuer und kehren gemeinsam mit einem mehr als zufriedenstellenden Ergebnis in ihr Zimmer zurück und können so in aller Ruhe in die Traumwelt eintauchen. Bild und Text verstärken sich gegenseitig und lassen den Zuhörer und Betrachter allmählich zur Ruhe kommen und tatsächlich gemeinsam mit den Charakteren müde werden.

Eine gediegene Gute-Nacht-Geschichte, die die Kinder wohlig in die Traumwelt eintauchen lässt.

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Brigitte Endres und Sabine Wiemers – König Mops und die kleine Seiltänzerin

König Mops liebt Nockerln über alles! Er isst sie morgens, abends, mittags und sogar vor dem Schlafengehen. Eigentlich ist er mit seinem Leben mit den beiden Möpsen recht zufrieden, wenn da nicht der Hofmarschall wäre, der ihm versucht vor Augen zu führen, dass der kugelrunde König sich zu wenig bewegt und allgemein sehr ungesund lebt.

Eines Tages hat der Hofmarschall eine geniale Idee und ruft alle Prinzessinnen im Umland zur Geburtstagsfeier des Königs zusammen. Das Geburtstagsfest wird zur Brautschau, doch leider hat die eine Prinzessin eine Gurkennase, die andere Hasenzähne und die dritte riecht ganz furchtbar aus dem Mund. Nein, der König kann sich für keine der Prinzessinnen entscheiden. Doch als er die Seiltänzerin Tütü wie eine Schneeflocke auf einem Seil schwebend erblickt, ist es um ihn geschehen. Doch Tütü scheint genauso wählerisch zu sein, wie der König auch und stellt eine Bedingung …

Eine typische Märchengeschichte wird von Brigitte Endres als Grundlage für eine sehr aktuelle Thematik gewählt. Der König hat Gewichtsprobleme und wird durch den äußeren „Zwang“  in Form von Tütü dazu verdonnert das Seiltanzen zu lernen. Und so trainiert sich der König mit dem Ziel die Seiltänzerin dann endlich heiraten zu dürfen, rank und schlank. Leider kommt der Wille und die Motivation zum Abnehmen nicht vom König selbst, sondern wird ihm extern auferlegt. Das finde ich recht schade und so verliert die eigentlich sehr spritzige Geschichte für mich an bedeutsamer Sinnhaftigkeit.

Nichtsdestotrotz sind die Illustrationen sehr amüsant und heben sich durch einen unerschöpflichen Schatz an unterhaltsamen Details hervor.  Auch der sehr abwechslungsreiche Wortschatz bereitet Sprachbegeisterten durch Einsprengsel wie  krakeelen, mopsfidel, pumpern, gacksen, gicksen eine große  Freude.

PS:  Den kleinen Betrachtern fällt natürlich sofort der Fehler auf, dass das Bild zum Text auf Seite 31 nicht passt: „Der kleine König brachte sich das linke und Tütü das rechte Bein.“ Abgebildet ist es jedoch anders herum.

Eine etwas andere Märchengeschichte, die durch einen kleinen Dreher wundervoller hätte gestaltet werden können.

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Marcus Sauermann und Uwe Heidschötter – Der Kleine und das Biest

Monster sind gemeine Ungeheuer, die nicht nur von ihrem Erscheinungsbild auf Kinder erschreckend wirken, sondern auch von ihrer Art her sehr angsteinflößend sind. Dumm nur, wenn man genau so ein Biest zu Hause hat und es ausgerechnet die eigene Mutter ist. In manchen Lebensumständen verwandeln sich Mütter in Biester und wirken abwesend, launisch, gleichgültig, depressiv und  emotional. Der Kleine weiß, dass sie dann viel Liebe, Zuneigung und Verständnis benötigen. Ein Treffen mit einer alten guten Freundin hilft genauso wie weinen, sich ablenken, spielen, einkaufen … und wenn man Glück hat, verwandelt sich das Biest irgendwann wieder in deine Mutter …

Dieses Bilderbuch zeigt ein herzzerreißendes Abbild der Gefühlswelt von Scheidungskindern. Die Illustrationen erinnern an ein Cartoon, was natürlich daran liegen mag, dass Uwe Heidschötter über diese Thematik zunächst für das ZDF einen Zeichentrickfilm entwickelt hat. Erst nach dem großen Erfolg entstand dieses Bilderbuch. Die meisten Illustrationen wirken überbelichtet und scheinen wie durch einen warmen Schleier hindurch zu schimmern. Die Traurigkeit bekommt dadurch ein noch größeres Gewicht und die Schatten, die die Hauptcharaktere besonders am Anfang immer begleiten, eine besondere Schärfe und Aufmerksamkeit.

In diesem Buch ist das Kind der Protagonist und zeigt aus in einer äußerst einfachen, kindgerechten und doch sehr mitfühlenden Perspektive, dass Trennungen und Scheidungen viele Veränderungen mit sich bringen. Auch die Welt des Kindes verändert sich, sie übernehmen automatisch mehr Verantwortung und erleben wie zwei Menschen, die sich zuvor geliebt haben, sich nun doch entfremden und nicht mehr allzu freundlich zueinander verhalten. Dem Kind wird nun eine sehr bedeutende Rolle in dem „Heilungsprozess“ für alle Beteiligten zugeschrieben.

Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, die den „Verwandlungsprozess“ beschleunigen können und verdeutlichen, dass manche Biester in der Tat mehr Zeit benötigen und damit verbunden mehr Fürsorge, Akzeptanz und Mitgefühl seitens der Kinder. Dieses Bilderbuch hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck, da es schafft sowohl bei Kindern, als auch bei Erwachsenen Empathie zu wecken und mit dem kleinen Jungen diese schwierige Zeit quasi hautnah zu durchleben.

Der Zeichentrickfilm ist ebenfalls sehr sehenswert: Der Kleine und das Biest

Dieses Bilderbuch reißt einen emotional von der ersten Seite mit und hinterlässt eine traurige Schwere, Mitgefühl und aber auch Hoffnung!

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Francesco Pittau und Bernadette Gervais – Frühling, Sommer, Herbst und Winter: Mein erstes Bildwörterbuch

 

 

Das Buch bietet eine spannende Reise durch die Wunder der vier Jahreszeiten. Beginnend mit dem Frühling, welches durch einen aufblühenden Zweig symbolisiert wird, werden Pflanzen und Tiere in deutscher, englischer und französischer Sprache vorgestellt. Durch die Klappen entdecken die Kinder z.B. den Wandel einer Kirschblüte, sehen nicht nur die Erdbeere von außen, sondern dank der Klappe auch von innen. Die Entwicklung des Frosches vom Froschlaich zu Kaulquappen, sowie die Wurzeln vieler Gemüsesorten, entsprechend der Jahreszeit, werden ebenso zum Thema gemacht.

Dieses praktische Ringbuch lebt von den  klaren, gradlinigen und schon fast puristischen Illustrationen. Die Bilder sind nicht mit Details überfrachtet, sondern konzentrieren sich auf das Wesentliche. Die naturgetreu gewählten Farben  spiegeln die Natur mit ihren Pflanzen und Tieren sehr realistisch wider. Die Ausklappseiten entsprechen der kindlichen Entdeckungslust und verbergen einige Überraschungen, die die Neugierde stets aufrecht erhalten. Die Seiten sind sehr stabil und halten das ein oder andere Ziehen und Biegen gut aus.

Irgendwie schafft es dieses Bildwörterbuch, dass man sich darin verliert und ich beobachte auch sonst quirlige Kinder dabei, wie sie ganz vertieft den Wandel der einzelnen Pflanzen, das Innere vom Obst und die Naturphänomene ganz selbstständig für sich entdecken und mit Freude ihr erworbenes Wissen teilen möchten.

      

 

 

 

 

 

 

Ein spannendes, schön illustriertes und lehrreiches Bildwörterbuch.

Frühling, Sommer, Herbst und Winter -: Mein erstes Bildwörterbuch

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Martin Baltscheit und Ulf K. – Neues vom Philosofisch

Rezension

Der Philosofisch ist ziemlich nachdenklich und grübelt des Öfteren über die Wunder der Welt und die zwischenmenschlichen Beziehungen. Er beschäftigt sich mit der Frage über Ebbe und Flut und den daraus resultierenden Ereignissen und den Sinn und Unsinn von Geschenken. Auch die jahreszeitlichen Veränderungen beschäftigen ihn und so setzt er seiner philosophischen Fantasie freien Lauf …

Dieses kleine Büchlein ist umgeben von Wortspielereien und lustigen Einfällen, die das Philosophieren auf die Kinderebene bringen. Was wäre wenn? Wozu ist es gut? Der spritzige Fisch macht sich Gedanken über die wichtigen und aber auch unwichtigen Fragen dieser Welt. Dieses Buch ist in  drei  in sich abgeschlossene Kapitel unterteilt: Ebbe und Flut, Geschenkt!, Winter ade!, wobei das letzte Kapitel leider nicht so sehr überzeugt wie die ersten beiden. Die philosophischen Gedankenspiele sind alle in Reimform gehalten und werden durch farbenfrohe Illustrationen von Ulf K. unterstützt. Dieses Buch regt dazu an, sich eigene Vorstellungen nach dem „was wäre wenn-Schema“ zu machen, eigene philosophische Fragen zu formulieren, mögliche Konflikte im eigenen Umfeld zu erkennen und darauf Antworten zu finden. Die Orientierung an den Schlüsselproblemen des gesellschaftlichen Lebens kann angebahnt werden und die Klugheit aus der Tiefe als Beispiel genutzt werden, um das Nachdenkenswerte aufzudecken.

Blick ins Buch

Fazit

Ein kleines Buch, um das philosophische Denken und Gedankenreisen bei Kindern anzubahnen.

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Bine & Benjamin Brändle – Glucksi zieht nach Monsterstadt

Das fröhliche Monster „Glucksi“ zieht in eine neue Monsterstadt und benötigt für den Aufbau seines Fertighauses einen Hammer. Die Bewohner der witzigen Stadt erweisen sich als sehr hilfsbereit und wollen Glucksi auf seiner Suche, die sich als schwierig erweist, helfen. Er triftt auf seiner Suche viele andere Bewohner, die  durch einige  Eigenheiten geprägt sind. Da wäre z.B.  Dösi, das faule Monster, Grumpel, das motzige Monster oder auch Mucki, das starke Monster.

Als Glucksi endlich den Professor Hirni trifft, scheint der Bau seines Hauses in greifbarer Nähe … wenn da nicht eine besondere Überraschung auf Glucksi warten würde …

Bei diesem Bilderbuch können sich Kinder ab 4 Jahren auf eine tolle Unterhaltung freuen. Die Bandbreite an unterschiedlichen Charakteren ist groß und jede Begegnung mit Witz und Vergnügen verknüpft. Die auf jeder Doppelseite vorhandenen Klappen erhalten den Überraschungseffekt in dem Zusammentreffen mit den anderen Monstern und unterstützen die Entdeckungsfreude der Kinder.

Thematisch ist das Bilderbuch von Freundschaft, Kontaktknüpfung, Umzug und Hilfsbereitschaft gekennzeichnet. Die Geschichte kommt sehr leicht und spielerisch daher und wird von außerordentlich farbenfrohen Illustrationen gestützt. Hier dominieren Bilder voller Trubel und sich jagenden Ereignissen. Ein Pop-up Bild am Ende des Buches bietet einen großen Überraschungseffekt und ist ein passender Abschluss der schnellen Ereignisabfolge.

unterhaltsam, leicht und spielerisch


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Hiawyn Oram und David Melling – Die fürchterlich schrecklichen Drei

ALARM! FÜRCHTERLICH SCHRECKLICHER DRACHE!

Der Drache betrachtet sich im Spiegel und ist überzeugt, dass er der schrecklichste Drache der Welt ist. Alle, die ihn erblicken, werden vor Angst erstarren, da ist er sich sicher. Und da er es nicht mehr aushält, die ewig erschrockenen Gesichter seiner Nachbarn zu sehen, beschliesst er mit seinem Hund davon zu ziehen. Auf seinem Weg entdeckt er jedoch eine schreckliche Hexe und einen schrecklichen Riesen, die ebenfalls so fürchterlich schrecklich aussehen, dass sie sich zusammenschliessen und gemeinsam weiterziehen. Bei einer Picknickpause läuft ihnen die kleine schweigsame und doch sehr vernünftige Pippiline über den Weg. Diese Begegnung birgt für die fürchterlich schrecklichen Drei eine große Überraschung in sich …

Drei wundersame und äußerst amüsante Gestalten sind von ihrem angsteinflößendem Aussehen so überzeugt, dass sie die eigene Angst auf ihre Umwelt projizieren. Sie schauen in den Spiegel und sehen fürchterliche Gestalten, die nur vor Hässlichkeit strotzen. Daher sind sie ganz schön überrascht, als ein kleines Mädchen sie als „lieb“ und „süß“ bezeichnet. Von dieser unvoreingenommenen Einstellung und der daraus resultierenden Unerschrockenheit des liebenswürdigen Mädchens erstaunt, beginnen die fürchterlich schrecklichen Drei ihre Wirkung auf die Außenwelt zu überdenken.

Achtung Spoiler (zum Lesen bitte markieren): Sie schauen erneut in den Spiegel und müssen feststellen, dass sie doch nicht so schrecklich aussehen, wie früher gedacht. (Spoiler Ende)

Ein schönes Bilderbuch mit feurigen und bunten Figuren über die Selbst- und Fremdwahrnehmung der eigenen Person. Wie sehe ich mich? Wie sehen mich die anderen? Ein Bilderbuch, das viele Gesprächsanlässe bietet, u.a. darüber dass die Selbstwahrnehmung mit der Fremdwahrnehmung nicht übereinstimmen muss. Kinder bekommen durch die Diskussion der Thematik die Chance, ihrer Wirkung auf andere Menschen bewusster zu werden, verbunden mit der Erkenntnis darauf Einfluss  nehmen zu können, wie sie bei anderen ankommen.

Zur Persönlichkeitentwicklung kann nach dem Lesen ein Partnerinterview (…so sehe ich mich… (freundlich, ehrlich, langsam, stark, ordentlich etc.) … so sehe ich dich …) angeschlossen werden, was einem die Eigenwirkung auf andere Personen verdeutlichen kann.

Eine bedeutsame Thematik hinter schillernden und aufregenden Figuren geschickt versteckt.

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Tobias Krejtschi – Wipfelwärts und Wurzelwärts

Weit im Norden bewohnen zwei Wichte einen Baum, der eine staatliche Größe erreicht hat. Doch eines Tages beschließt der Wurzelwicht die schwindelerregende Höhe zu testen und macht sich auf den mühseligen Weg hoch hinaus in die Lüfte. Der Wipelwicht dagegen möchte den Grund des Baumes mit all seinen Wurzeln und der Dunkelheit erleben und klettert den weiten Weg hinunter. Beide begegnen auf ihrem Kletterweg einer diebischen Elster, einem fleißigen Specht, einer schläfrigen Eule, dem Bauzeichner Meister Biber und einigen weiteren Tieren des Nordens. An ihrem jeweiligen Ziel angekommen, hocken sie sich hin und sind zufrieden.

Tobias Krejtschi verwandelt mit diesem Leporello ein Buch in einen fast lebensechten Baum, zumindest was die Größe von 2,5o m betrifft. In ausgefaltetem Zustand macht diese Kletterpartie der beiden Wichte optisch ganz schön viel her.  Die Farben sind ausdrucksstark und doch in natürlichen Erdtönen gehalten. Kleine Details, wie das Gemälde „Der Schrei“ von Edvard Munch oder das Album „Girl in Oslo“ von Bigbang, welche in den Sammlungen der Tiere auftauchen, fesseln vor allem die elterliche  Aufmerksamkeit zusätzlich. Die typischen Eigenheiten der Tiere, wie z.B. eine schlafende Eule oder der klopfende Specht wurden schön herausgearbeitet.
Leider wurde das Potenzial, das in die äußere Erscheinung des Buches investiert wurde, beim Inhalt vernachlässigt. Hier fehlt die nötige Würze. Nicht nur der Ausgang „sie hocken sich hin und sind zufrieden“, sondern auch die jeweiligen Begegnungen mit den Tieren sind eher enttäuschend. Ich hätte mir mehr außergewöhnliche Interaktionen gewünscht und einen weiteren Überraschungseffekt auf der inhaltlichen Ebene.

Die äußere Gestaltung zeigt sich sehr gelungen und innovativ. Leider kann da der Inhalt nur begrenzt mithalten.

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Claire A. Novila – Bäume für Kenia

„Mutter der Bäume“ wird die Kenianerin Wangari Maathi genannt, die den Frauen ihres Landes beibrachte, ihr Land wieder aufzuforsten. 30 Millionen Bäume wurden durch sie neu gepflanzt. 2004 erhielt sie als erste Afrikanerin den Friedensnobelpreis.

Claire A. Novila erzählt die Geschichte von Wangari Maathi nach, einem jungen Mädchen, dessen Herz von der Schönheit ihres Landes erfüllt war. Feigenbäume stellten ein Heiligtum für die Bevölkerung dar und ihre Ruhe durfte keinesfalls gestört werden. Als heranwachsendes Mädchen verließ sie Kenia, um an einem College in Amerika Biologie, die Wissenschaft alles Lebendigen, zu studieren. Sie kehrte nach fünf Jahren voller Hoffnung in ihr Heimatland zurück und erlebte eine veränderte Landschaft. Die Feigenbäume sind gefällt worden. In den Feldern wurden Feldfrüchte lediglich für den Export angebaut. Vor ihr erstreckte sich ein baumloses Land. Das Land war kahl wie eine Wüste. Hier war für Wangari klar, dass unbedingt etwas geschehen musste, um das Land und auch die Bevölkerung zu retten …

Die Autorin erzählt mit voller Hingabe die Bedeutung und die Auswirkungen der Abholzung der Wälder. Was passiert mit der obersten Erdschicht ohne Bäume und ihre Schatten? Welche Auswirkungen kann der Regen auf die Natur haben, wenn keine Bäume mehr da sind? Was bedeutet das für das Trinkwasser und die Ziegen und Kühe?

In bunten Aquarellbildern wird uns die Schönheit des Landes Kenia vor Augen geführt. Dabei wurde jedem einzelnen Blättchen ein Pinselstrich gewidmet. Die Bedeutung jedes Bäumes wird so einem noch einmal vor Augen geführt. Mit viel Sorgfalt und Liebe entfaltet sich die endlose Landschaft mit all den Wundern der Natur. Die Konsequenz der Entwaldung wird in aller herzzerreißender Ausführlichkeit beschrieben und gezeigt wie Wangari ihr Volk mobilisiert, um für das Land, welches sie nährt, Sorge zu tragen. Dieses wunderbare Bilderbuch zeigt, dass jeder mithelfen kann, die Erde zu pflegen und zu erhalten!

In der sehr ausführlichen Nachbemerkung der Autorin wird noch einmal die Geschichte von Wangari Maathai eingehend geschildert und endet mit dem Aufruf, der zugleich die Motivation für dieses Buch verdeutlicht:

Wofür sie lebte und arbeitete, sollte nicht vergessen werden.

Dieses Bilderbuch zeigt ebenfalls die einzelnen Schritte, vom Samensammeln, zum Anfeuchten, über Pflege der Setzlinge und die notwendige Wässerung. Daher ist dieses Buch für den unterrichtlichen Einsatz prädestiniert und wieso sollte man das Klassenzimmer nicht dafür nutzen, die Bepflanzung ins Leben zu rufen und eventuell auf einen Schulgarten auszuweiten?

PS: Pro Buchkauf geht je 1 Euro als Spende an die Plant-for-the-Planet Stiftung.

Ein bewegender Aufruf an die Menschen das grüne Kleid der Erde zu schützen!

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Aurélie Saillard – Mein erstes Lexikon vom Bauernhof

„Mein erstes Lexikon vom Bauernhof „erzählt von Kühen, Milch, Ziegen, Käse, Wolle und aber auch Gemüse und Obst. Ein ganzes Jahr mit der dazugehörigen Arbeit im Herbst, der Weinlese und der Ernte gehört genauso dazu, wie die Betrachtung der Bauernhöfe hier und anderswo. Jede Doppelseite widmet sich einem Schwerpunkt zu den eben erwähnten Gebieten und stellt mithilfe von großformatigen Fotografien und leicht verständlichen kurzen Texten die Welt des Bauernhofs dar.

Ich bin persönlich auf einem Bauernhof aufgewachsen und somit mit der Tier- und Pflanzenwelt ziemlich vertraut. Umso erstaunlicher ist es für mich, dass viele Kinder absolut gar keine Vorstellung davon haben, dass z.B. eine Gurke aus einer Blüte erwächst. Daher halte ich dieses Lexikon, welches vom Aufbau dem von mir bereits rezensierten Buch „Mein erstes Lexikon der Tierkinder“ gleicht, für äußerst gelungen und horizonterweiternd. Hier erfahren die Kleinen alles über die Käseherstellung, den Feldanbau, die hochmodernen Feldmaschinen und die weltweiten Unterschiede in der Landwirtschaft. Es darf ein Blick auf die Reisfelder in Asien und die Olivenernte in Italien geworfen werden. Das Kindersachbuch zeigt in wundervollen Fotos wie z.B. die violette Blüte einer Artischocke aussieht oder dass Pilze in großen mit Erde gefüllten Säcken angebaut werden. Bereits sehr junge Kinder können dieses Sachbuch in die Hand nehmen und die oft selbst erklärenden Fotos betrachten und so mit den Erwachsenen nicht nur über die Landwirtschaft, sondern auch die Tiere und die uns umgebende Natur ins Gespräch kommen. Und vielleicht regt dieses Sachbuch die Kinder und Eltern sogar an, raus in die Natur zu gehen und die Natur, Tiere und die Landschaft persönlich zu erfahren, zu ertasten, zu riechen, zu erproben!

Die Aufmachung und der Inhalt sind äußerst ansprechend, übersichtlich, kindgemäß, umfassend und wissenserweiternd! Dieses Kindersachbuch macht Freude!

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