Christel Dhom – Mit Kindern filzen

Mit Kindern filzen

Dieses Buch, das merkt man an den Fotografien, hatte Zeit zum Reifen. Es gibt liebevolle Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die mit vielen Fotos unterlegt sind. Die theoretische, sehr ausführliche Einführung dreht sich um die therapeutischen Wirkungsweisen des Filzens. Es geht um „Kontexteffekte“ bzw. den wohltuenden Einfluss auf Kinder, wie z.B. die Schulung der Auge-Hand-Koordination, die Willensschulung und die stimmungsaufhellende Wirkung.

Es gibt für Einsteiger aber auch Fortgeschrittene wertvolle Tipps in Bezug auf das Material, die Vorbereitung des Arbeitsplatzes und didaktisch-methodische Hinführungshinweise. Die Anleitungen sind in folgende Bereiche eingeteilt: Fläche/Platte, Hohlform, Kordel/Seil, Dünne Fläche/Schal. Zu jedem Projekt gibt die Autorin den dreischrittigen Schwierigkeitsgrad an und fügt stets beispielhafte Bilder vom Ergebnis bei.

Ein Herz als Geschenkanhänger, Nadelkissen, Bälle, bunte Haargummis, Marienkäfer oder eine Kette lassen sich auch gut von Grundschulkindern umsetzen. Für die Initiierung einer AG-Filzen ist es ein überaus hilfreicher Leitfaden. Einige Projekte brauchen jedoch Zeit und Muße und sind daher auch für den häuslichen Rahmen oder vielleicht als Aktion für den Kindergeburtstag mit nicht allzu vielen Kindern empfehlenswert.

Mit Kindern filzen

Liebevoll gestaltetes, fundiertes Buch von einer ehemaligen Waldorfkindergärtnerin.

bei amazon.de*

Annemarie van Haeringen – Monsieur Matisse und seine fliegende Schere

Monsieur Matisse und seine fliegende Schere

Monsieur Matisse ist ein Maler mit ganz viel Sonne im Bauch. Dementsprechend sind seine Bilder farbenfroh, frisch und rein. Doch eines Tages scheint die Sonne im Bauch nicht mehr. Monsieur Matisse wird krank und ganz schwach. Im Krankenhaus wacht er in einem weißen, tristen Zimmer auf und beschließt sie nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Doch das stellt sich als sehr mühsam heraus. Als sein Blick auf eine Schere fällt, erwacht ihn ihm neuer Lebensmut. Seine Idee heißt „Malen mit der Schere“ und so fliegt die Schere und er schneidet und schneidet und erschafft eine ganz eigene, wunderbare Farbwelt.
Der französische Maler Henri Matisse wird von Annemarie van Haeringen in diesem Bilderbuch als ein Künstler mit  sonnigem Wesen vorgestellt. Besonderer Fokus ist seinen letzten Jahren gewidmet, seiner Krankheit und der daraus entstandenen Idee der fliegenden Schere.

Die Sätze sind durchweg kurz und leicht verständlich. Die Gestaltung der Wände erinnert stark an das Kunstwerk „Der Papagei und die Meerjungfrau“.  Sehr schön ist, dass die Autorin auch erwähnt, dass Henri Matisse oft all die schönen Erinnerungen an seine Reisen in den Kunstwerken festgehalten hat. In den Motiven finden sich Pflanzen, Blumen, Tang, Algen, Schwämme und Vögel. Die Faszination mit der Schere zu „malen“ springt definitiv über und unterstreicht den innovativen Gedanken:

Das ist Bildhauerei direkt in Farbe!
Was liegt da näher als nach dem Lesen das Malen mit der Schere auszuprobieren?
Monsieur Matisse und seine fliegende Schere
Hautnahe Liebe zur Kunst!
bei amazon.de

Piet Grobler und Dianne Hofmeyr – Bojabi, der Zauberbaum

Bojabi, der Zauberbaum

Rezension

Nach einer langen Dürrezeit kämpfen die Tiere Afrikas um das Überleben. Das Gras ist vertrocknet und die Bäume ohne ein einziges Blättchen. In der Ferne erblicken sie jedoch eines Tages einen Baum voll saftiger und reifer Früchte. Wenn da bloß nicht die gemeine Python wäre, die erst bereit ist den Baum frei zu geben, wenn die Tiere ihr den wundersamen Namen des Zauberbaums verraten können. Nun begeben sich die Tiere nacheinander auf den langen Weg zum König der Tiere, der als einziger den Namen kennt. Wem wird es gelingen den kniffligen Namen die lange Strecke hindurch zu behalten? Dem schnellen Zebra, dem klugen Affen oder doch der langsamen Schildkröte?

Dianne Hofmeyr erzählt die afrikanische Fabel in ihrer eigenen Version nach. Laut ihrer eigenen Aussage, ist die Geschichte um den Zauberbaum für alle Kinder, die unsinnige Namen und Reime lieben. Hier finden sich tatsächlich urkomische Abwandlungen der Originalbezeichnung, die alle in ihrer Typografie von Piet Grobler wunderschön hervorgehoben wurden.

Dieses Bilderbuch lebt in der Tat von dem sehr beeindruckenden und modernen Illustrationsstil. Die Zeichnungen konnten mir sogar mehr imponieren, als der Inhalt der Geschichte. Während ich mir in der Geschichte  hier und da einige Kürzungen gewünscht hätte und für eine Fabel typische Moral als Ergänzung, konnte ich mich an den Bildern einfach nicht satt sehen. Die feinen Pinselstriche und der sehr individuell angehauchte Farbverlauf, sind in Verbindung mit dem einzigartigen afrikanischen Flair ein wundervolles Kennzeichen Goblers Illustrationskunst.

Blick ins Buch

Bojabi, der Zauberbaum

 

 

Auf der Plattform „Lehrermarktplatz“ findet sich zum Bilderbuch ein Arbeitsblatt für die Weiterarbeit an der Fabel „Bojabi, der Zauberbaum“:

Logo_PL_klein
(Material-ID: 122754)

Fazit

Fantastische Bilder, jede Seite ein Genuss!

(Amazon-Link)

Claire A. Novila – Bäume für Kenia

„Mutter der Bäume“ wird die Kenianerin Wangari Maathi genannt, die den Frauen ihres Landes beibrachte, ihr Land wieder aufzuforsten. 30 Millionen Bäume wurden durch sie neu gepflanzt. 2004 erhielt sie als erste Afrikanerin den Friedensnobelpreis.

Claire A. Novila erzählt die Geschichte von Wangari Maathi nach, einem jungen Mädchen, dessen Herz von der Schönheit ihres Landes erfüllt war. Feigenbäume stellten ein Heiligtum für die Bevölkerung dar und ihre Ruhe durfte keinesfalls gestört werden. Als heranwachsendes Mädchen verließ sie Kenia, um an einem College in Amerika Biologie, die Wissenschaft alles Lebendigen, zu studieren. Sie kehrte nach fünf Jahren voller Hoffnung in ihr Heimatland zurück und erlebte eine veränderte Landschaft. Die Feigenbäume sind gefällt worden. In den Feldern wurden Feldfrüchte lediglich für den Export angebaut. Vor ihr erstreckte sich ein baumloses Land. Das Land war kahl wie eine Wüste. Hier war für Wangari klar, dass unbedingt etwas geschehen musste, um das Land und auch die Bevölkerung zu retten …

Die Autorin erzählt mit voller Hingabe die Bedeutung und die Auswirkungen der Abholzung der Wälder. Was passiert mit der obersten Erdschicht ohne Bäume und ihre Schatten? Welche Auswirkungen kann der Regen auf die Natur haben, wenn keine Bäume mehr da sind? Was bedeutet das für das Trinkwasser und die Ziegen und Kühe?

In bunten Aquarellbildern wird uns die Schönheit des Landes Kenia vor Augen geführt. Dabei wurde jedem einzelnen Blättchen ein Pinselstrich gewidmet. Die Bedeutung jedes Bäumes wird so einem noch einmal vor Augen geführt. Mit viel Sorgfalt und Liebe entfaltet sich die endlose Landschaft mit all den Wundern der Natur. Die Konsequenz der Entwaldung wird in aller herzzerreißender Ausführlichkeit beschrieben und gezeigt wie Wangari ihr Volk mobilisiert, um für das Land, welches sie nährt, Sorge zu tragen. Dieses wunderbare Bilderbuch zeigt, dass jeder mithelfen kann, die Erde zu pflegen und zu erhalten!

In der sehr ausführlichen Nachbemerkung der Autorin wird noch einmal die Geschichte von Wangari Maathai eingehend geschildert und endet mit dem Aufruf, der zugleich die Motivation für dieses Buch verdeutlicht:

Wofür sie lebte und arbeitete, sollte nicht vergessen werden.

Dieses Bilderbuch zeigt ebenfalls die einzelnen Schritte, vom Samensammeln, zum Anfeuchten, über Pflege der Setzlinge und die notwendige Wässerung. Daher ist dieses Buch für den unterrichtlichen Einsatz prädestiniert und wieso sollte man das Klassenzimmer nicht dafür nutzen, die Bepflanzung ins Leben zu rufen und eventuell auf einen Schulgarten auszuweiten?

PS: Pro Buchkauf geht je 1 Euro als Spende an die Plant-for-the-Planet Stiftung.

Ein bewegender Aufruf an die Menschen das grüne Kleid der Erde zu schützen!

https://papillionisliest.files.wordpress.com/2010/07/5-stars1.jpg?w=600

bei amazon.de

Carolyn & Chris Caldicott – Vintage Tea Party

Caroly und Chris Caldicott haben sich die klassische englische Tea Party zum Anlass genommen, um dazu all die typischen Leckereien, die zum Tee im Salon, im Garten, am Kamin oder im Kinderzimmer gereicht werden, zusammenzustellen. Auf den ersten gut 30 Seiten gehen die Autoren auf die britische Tradition näher ein und damit verbunden das verschnörkelte Geschirr, den nostalgischen Stil des Afternoon Teas und die Wahl des passenden Tees.

Den ersten Schwerpunkt der Rezepteliste bildet die Kategorie „Eingemachtes“. Ein Muss für alle Briten, denn schließlich ist das ein wichtiger Begleiter von den warmen Scones. Holunder-, Rosenblüten-, Himbeermarmelade finden ebenso Eingang wie der Lemon Curd. Unter der Überschrift „Tee im Salon“ verbergen sich exquisite Leckerbissen in mundgerechter Häppchengröße. Natürlich dürfen hier Sandwiches in jeglichen Variationen nicht fehlen, aber auch der typische Shortbread und weitere Küchlein können als Inspiration dienen. Es folgen Rezepte zu den Themen „High Tea“, „Tee im Garten“, „Tee am Kamin“ und „Tee im Kinderzimmer“. Ein aplhabetisches Rezeptregister bietet einen guten Überblick über die knapp 50 Rezepte.

Dieses besondere Buch der kreativen Küche, das nicht nur auf die Rezepte zur Tea Time fokussiert, sondern auch tatsächlich etwas von dem britischen  Lebensgefühl vermitteln möchte, lässt mich ganz nostalgisch werden. Schließlich habe ich auch eine zeitlang in England gelebt und die warmen Scones mit Marmelade einfach nur geliebt. Es ist die Kultur, diese kleinen Cafés mit ihren tollen verschnörkelten kleinen Tassen, diese Behaglichkeit, Eleganz  und Gemütlichkeit, die beim Betrachten der Fotos wieder in Erinnerung gerufen wird. Zwischen den Rezepten sind hin und wieder großformatige, zum Teil über eine Doppelseite gehende Fotos von der englischen Landschaft zu sehen. Es sind urige Cottages, aneinanderreihende fast gleich aussehende Reihenhäuser  oder einfach nur das Weite der grünen Wiese, die die Liebe der Autoren zu ihrer Heimat erahnen lassen.

Genauso liebevoll und verschnörkelt stellt sich die Gestaltung des Buches heraus. Die Rezepte sind in nostalgische Rahmen gefasst und gehen häufig auf die Tradition und den Ursprung des jeweiligen Rezeptes ein. Zu jedem Rezept ist ebenfalls ein schönes Foto zu finden, was ich persönlich in Koch- und Backbüchern sehr schätze.

Diese Mischung zwischen den Traditionen eines wundervollen Landes und der Rezepte finde ich sehr gelungen und hoffe irgendwann einmal dem „World Food Café“ der beiden Autoren einen Besuch abstatten zu können.

Für kulinarisch interessierte Reisende sicherlich interessant!

https://papillionisliest.files.wordpress.com/2010/07/5-stars1.jpg?w=600

bei amazon.de