Mark Sperring und Günther Jakobs – Das Sonnenblumenschwert

Der kleine Ritter würde nur allzu gerne ein richtiger Ritter sein und gegen Drachen kämpfen. Dafür braucht er natürlich ein richtiges Schwert. Aber seine Mutter erlaubt es nicht. Statt einem richtigen Schwert schenkt sie ihm eine Sonnenblume. Mit dieser Blume, die er so schwingt wie ein richtiges Schwert, macht er sich auf den Weg zum Drachenberg. Oben angekommen trifft er tatsächlich einen gefährlichen und kampfbereiten Drachen. Von der Sonnenblume ganz überrascht und gerührt, nimmt die Geschichte eine erfreuliche Wendung …

Das herzerwärmende Bilderbuch richtet den Blick auf einen zunächst kampfverherrlichenden jungen Ritter, der jedoch bald erkennt, dass Freundschaft viel mehr zählt als Feindschaft. Dabei spielt die besorgte und fürsorgliche Mutter eine wichtige Rolle in seiner Wandlung. Sie erkennt die Nachteile der Kampfeslust und hat einen genialen Einfall, der den Jungen in die Arme eines Drachen treibt. Manchmal ist es wichtig einen ersten Schritt gegenüber seinen vermeintlichen Feinden zu machen. Oft entpuppen sie sich  als wertvolle Entwicklungshelfer.

Die Thematik und die sehr farbenfrohen Illustrationen sind ein Magnet für kleine Jungen. Dieses Buch war  in der freien Lesezeit im Dauerbetrieb 🙂

Ein Bilderbuch für kämpferische Jungen und friedliebende Mütter.

 


Renate Schupp und Stefan Horst – Die Rätsel-Bibel

Die Schöpfungsgeschichte, die Sintflut, die Zehn Gebote und viele andere Bibel-Geschichten werden in dieser Rätsel-Bibel thematisiert. Die insgesamt 19 Geschichten werden nach dem Alten und Neuen Testament aufgeteilt dargestellt.  Acht Geschichten beschäftigen sich mit dem Alten Testament und den bedeutendsten Bibelgeschichten.

Nach der jeweiligen Geschichte, die oft nicht länger als zwei Seiten ist, werden dem Leser vier Fragen zu dem entsprechenden Abschnitt gestellt. Es stehen jeweils drei Antwortmöglichkeiten zur Verfügung. Das Ergebnis kann mit Hilfe eines Lösungsfischs (siehe Bild unten) selbstständig von dern Kindern kontrolliert werden.

Für Kinder, die mehr Bibelgeschichten kennen lernen möchten und für diejenigen, die bereits einiges wissen und dieses Wissen testen oder auch festigen möchten, ist diese Rätselbibel eine wundervolle Möglichkeit. Die kurzen Texte sind leicht verständlich und werden durch sehr ansprechende Zeichnungen von Stefan Horst unterstützt. Der natürlichen Entdeckungsfreude von Kindern wird hier Rechnung getragen und die Motivation sich mit Bibelgeschichten zu beschäftigen gesteigert bzw. erst geweckt.

Die verdeckte Spiralbindung erweist sich als sehr praktisch und das spannende Lösungssystem zu den insgesamt 76 Rätselfragen ist animierend und erhält den Ansporn. Der rote Löungsfisch darf in einem kleinen Umschlag auf der Innenseite des Buches „zwischengeparkt“ werden. So verringert man die Wahrscheinlichkeit, dass es verloren geht.

Eine motivierende Beschäftigung mit den Bibelgeschichten.

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Irene Mohr – Mein großes buntes Bildwörterbuch

Eine süße, kleine Maus führt durch das großformatige und bunte Bildwörterbuch. Mal geht sie in der Badewanne tauchen, mal schläft sie gemütlich auf dem Sofa oder bewundert den großen Elefanten. Die Themenbereiche erstrecken sich über ein Doppelseite und behandeln die Thematik „Im Haus“, „Draußen“, „Tiere“, „Beim Einkaufen“, „Im Kinderzimmer“, „In der Küche“ und „Im Badezimmer“. In diesem Pappbilderbuch werden mehr als 200 Wörter bzw. Bilder präsentiert.

Dieses extragroße Bilderwörterbuch fördert die Sprachentwicklung bereits ab einem sehr frühen Alter. Der Grundwortschatz wird durch lebensnahe Themenbereiche erweitert und mit klaren und symphatischen Illustrationen untermalt. Unter dem jeweiligen Bild steht das passende Wort mit dem entsprechenden Begleiter. Damit lässt es sich auch wunderbar für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache einsetzen. Auch für den Sprachförderunterricht in der Schuleingangsphase kann es eine schöne Abwechslung zu tristen Arbeitsblättern sein.  Die Seiten sind sehr stabil und werden einige feste Kindergriffe problemlos aushalten können. Die Maus, die sich überall versteckt und zum Entdecken ermuntert, stellt eine schöne Identifikationsfigur dar, die sich jedoch nicht allzu sehr in den Vordergrund drängt und den eigentlichen Bildern viel Raum lässt.

Robust, eindeutige Illustrationen, lebensnahe Themen.

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Daniela Drescher – Merlind und die Walpurgisnacht

Merlind möchte mit ihrem Drachen zum Walpurgisfest aufbrechen, wäre da nicht die schwierige Kleiderwahl gewesen. Soll sie den grünen Hut nehmen? Oder doch lieber den violetten? Die Entscheidung fällt Merlind schwer und während Igor, ihr Hausdrache auf sie wartet, setzt er sich aus Versehen auf den Besen, der sie beide zum Fest fliegen sollte. Merlind versucht mit ihren Zauberkünsten den Besen heil zu zaubern. Wird die kleine Hexe es rechtzeitig schaffen oder wird das Fest ohne die beiden gefeiert werden müssen?

Die Thematik der misslungenen Zauber und der witzigen Zaubersprüche kennt man bereits aus einigen anderen Hexenbüchern. Die Resultate sind daher immer mit einem Schmunzeln verbunden. Die Geschichte stellt einen Folgeband dar und beginnt wenig spektakulär, denn Merlind tut sich mit Entscheidungen schwer. Nach einigen Fehlversuchen in der Zauberkunst, muss sich Merlind eingestehen, dass es mit dem Heilzaubern des Besens nichts mehr wird. Gut, dass man wenigstens Freunde hat, auf die man sich verlassen kann. Beim Fest angekommen, endet auch leider schon das Buch.
Zusammenfassend steht wohl die Freundschaft im Vordergrund und das Sich-verlassen-können auf sein enges Umfeld. Einen Knackpunkt stellt für mich der demotivierende Ausgang der Zauberversuche dar. Hier hätte ich mir zumindest einen Ausblick auf Verbesserung oder einen anderweitigen Lernzuwachs gewünscht. Auch die „Abenteuer“ sind leider etwas profan und enden bevor sie eigentlich begonnen haben.

Die Illustrationen sind sehr farbenfroh und detailliert. Der Anblick gefällt. Die Auswahl der Schrift und die Darstellung des gesamten Texts empfinde ich als etwas unpassend, ja sogar fast störrisch. Es ist wenig verspielt und recht „erwachsen anmutend“.

Das Bilderbuch hätte mehr Erlebnisse und wirkliche Abenteuer vertragen können.


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Adolfo Serra – Rotkäppchen

Rotkäppchen macht sich auf den Weg durch den dunklen Wald zu ihrer Großmutter. Als Proviant hat sie ihr Kuchen und Wein eingepackt. Der Weg entpuppt sich jedoch so gefährlich und düster wie noch nie, denn ein böser Wolf ist hinter dem Mädchen her. Er hat sie fest im Blick, spürt sie auf, windet und dreht sich und versucht sie wie einen unschuldig, zartroten Schmetterling zu schnappen… wird sie ihm doch entfliehen können?

Ich musste diese Rezension meiner SUB-Liste vorziehen, weil es mich von der ersten Sekunde an in seinen Bann gezogen hat und ich es alsbald vorstellen wollte. Ich habe mich in jede Seite dieses Bilderbuchs ohne Worte verliebt. Es erzählt das altbekannte Märchen in einer neuen Interpretation und auf eine wahrhaftig peotische Art und Weise. Adolfo Serra zieht eine Parallele vom Rotkäppchen zum roten Schmetterling, das unschuldig und leichtfüssig zur Großmutter unterwegs ist. Der Wolf  wird mit negativen Eigenschaften eindrucksvoll kontrastiert. Er lauert überall, symbolisiert durch den haarigen und struppigen Fellrücken, als Zahnstufen, die das Rotkäppchen erst erklimmen muss und letztlich auch als traumhafte Fata Morgana im Haar des Mädchens (s.Bild unten).

Die Perspektiven und Größenverhältnisse nehmen einen sofort ein. Die Illustrationen beschränken sich auf die drei Farben schwarz, weiß und rot. Es wirkt alles so rein, rätselhaft und einfach zauberhaft. Dieses Buch braucht keine Worte, weil die Bilder so unglaublich viel zu erzählen haben und vor allem Platz für Interpretationen lassen. Es konzentriert sich nicht lediglich auf Beschreibungen, sondern fordert in der Tat Deutungen der Bilder. Das ist für mich der Unterschied zwischen gewöhnlichen Bilderbüchern ohne Worte und großartigen, wie das vorliegende.

Natürlich hat das Buch ein Happy End und auf der letzten Seite schaut das Mädchen den Leser mit einem Blick an, als würde sie sich für diese wunderbare Reise in diese außergewöhnlich märchenhafte Welt bedanken wollen. Adolfo Serra, ich würde mich über ein Wiedersehen freuen und mich erneut in Ihren Illustrationen verlieren wollen!

Dieses Buch bleibt für ewig in meinem Bücherregal. Ich gebe es nie wieder her!

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Katie Cleminson – Otto, der Bücherbär

Otto ist kein normaler Bär, er ist ein Bücherbär und wohnt somit im Buch. Doch wenn niemand hinsieht, wird Otto lebendig und begibt sich regelmäßig auf Entdeckungsreisen. Als jedoch eines Tages seine Familie wegzieht und das Buch in Umzugskisten im leeren Haus stehen lässt, ist Otto zunächst sehr traurig und da er nicht alleine sein möchte, macht er sich einen Plan. Er packt seine Tasche und macht sich auf die Suche nach einem neuen Zuhause. Doch das Leben in der Großstadt gefällt Otto so gar nicht, nun ja bis er … ein großes und helles Haus entdeckt …

In diesem Bilderbuch geht es um die Liebe zu Büchern. Aus der Sicht des Helden eines Bilderbuchs wird verdeutlicht, dass Bücher in der Tat ein Eigenleben führen können. Denn in ihnen stecken so viele spannende Geschichten und aufregende Figuren, dass sie zum Leben erweckt werden wollen. Diese Bücher möchten gelesen werden und kein trostloses Leben im Regal führen. Ganz auf der Fantasieebene von kleinen Kindern, spinnt die Autorin die Geschichte um Otto und lässt ihn nachts aus dem Buch herausschlüpfen, um die Welt zu erkunden. Beim Lesen werden die Charaktere im Kopf des Lesers lebendig und dieses Bilderbuch unterstreicht dieses Phänomen auf sehr kindgerechte Art und Weise.

Die Zeichnungen sind von sehr starken und dunklen Konturen geprägt, die Farben wurden eher dezent eingesetzt und bilden einen starken Kontrast zu den Umrandungen. Der Bücherbär wirkt dagegen von der ersten Sekunde an sehr symphatisch und äußerst freundlich. Besonders gut hat mir der Vergleich des Vorsatzpapiers am Anfang und am Ende des Buches gefallen. Am Anfang ist ein Bücherregal abgebildet, mit einer Vielzahl aneinander gereihten Büchern, am Ende sieht man die gleichen Bücher, jedoch diesmal mit all ihren lebendigen Helden, die um die Bücher platziert wurden und sich größtenteils ebenfalls der Beschäftigung des Lesens widmen.

Die gewichtige Botschaft ist daher: Bücher wollen gelesen werden, also nichts wie ran!

Ein Buch, das in keiner Bücherei fehlen darf.

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Otfried Preußler – Krabat

Krabat ist ein Waisenjunge und lernt während seiner Lehrzeit als Müllerjunge bei seinem Meister die Kunst der schwarzen Magie. Die Mühle entpuppt sich schnell als eine Zauberschule, die mit viel Arbeit, Mühsal und Magie verbunden ist. In der Bruderschaft findet er jedoch auch wahre Freunde, die ihm Kraft geben und den Wunsch nach Freiheit verstärken. Doch nur die schöne Kantorka kann in Karbat den wahren Willen wecken sich gegen die schwarze Magie und seinen Lehrmeister aufzulehnen und ihn entgültig zu vernichten.

Ein Klassiker unter den Kinder- bzw. Jugendbüchern, der nicht unumstritten ist und doch mit zahlreichen Preisen überhäuft wurde. Die kürzliche Debatte über die Einbindung der Ganzschrift in den Unterricht habe ich mit Interesse verfolgt und doch würde ich dafür stimmen. Denn hier wird der Dualismus zwischen Gut und Böse hervorragend in den Blickpunkt gerückt. Denn Krabat ist zwischen zwei Welten gefangen. Da ist einerseits die reale Welt, aus der Krabat ursprünglich kommt und die boshafte und dunkle Zauberwelt in der Mühle. Diese beiden Welten können wunderbar einander gegenüber gestellt  und mithilfe eines Plakats präsentiert werden: Betteln vs. Magie, kein Zuhause vs. notdürftige Unterkunft, keine Eltern vs. Bruderschaft, Religion und Glaube vs. schwarze Magie, Frauen und Männer vs. reine Männergesellschaft. Das Buch bietet viel Diskussionsstoff.

Auch der vor einigen Jahren herausgebrachte Film darf integriert werden, den ich durchaus gelungen finde. Hier lassen sich Rollenspiele und Standbilder sehr gut miteinbinden. Auch die Begriffe Mythe, Sage und Märchen können anhand des Films aufgefrischt und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausgestellt werden. Schließlich können die SuS sich der Aufgabe widmen zu begründen, weshalb Krabat weder Mythos, Sage noch ein Märchen ist … Zu diesem Buch gibt es ein Fülle an tollen Arbeitsanregungen und das deutet auf ein gutes Buch hin!

Eine ausführlichere Inhaltsangabe ist u.a. auch hier zu  finden.

Ein Kinderbuchveteran und das zu recht!

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Hélène Kérillis und Stéphane Girel – A bird in winter

Das Bilderbuch greift das Leben im 17. Jahrhundert auf und porträtiert das kleine Mädchen Mayken und ihren Alltag. Die Achtjährige arbeitet ganztägig im Gasthof ihrer Mutter und freut sich daher umso mehr auf die Sonntage. Denn dann kann sie endlich  auf dem zugefrorenen See Schlittschuhlaufen. Als sie jedoch eines Tages sich zurück auf den Heimweg macht, endeckt sie auf dem Nachhauseweg einen verletzten Vogel, der nicht mehr fliegen kann. Sie nimmt ihn in ihre Obhut und versucht ihn heimlich gesund zu pflegen. Als allerdings im Dorf ein Feuer ausbricht, scheint der kleine, hilfsbedürftige Vogel in Gefahr … wird Mayken ihn noch retten können?

Angelehnt an das Gemälde „The Hunters in the Snow“ von Pieter Bruegel, stellt auch dieses Bilderbuch das einfache Leben in einem Dorf vom 17. Jahrhundert dar. Die Protagonisten wird von der Autorin, die selbst auch als Lehrerin arbeitete, als verträumt und äußerst hilfsbereit abgebildet. Sie muss täglich mehrere Stunden hart arbeiten und hat nur wenig Freizeit. Da träumt sie von der besonderen Fähigkeit des Fliegens und wünscht sich nichts sehnlicher als dies auch tun zu können und dadurch  womöglich ihrem Leben zu enfliehen. Diesen Wunsch kann sie durch den von ihr gesund gepflegten Vogel verwirklichen.

Die Zeichnungen sind eine Augenweide! Die Doppelseite, als Mayken den kranken Vogel entdeckt, könnte ich ewig betrachten. Der Illustrator wurde bereits zweimal mit dem fanzösischen Bilderbuchpreis „Prix Sorcières” ausgezeichnet und schafft es die Angst und Einsamkeit Maykens ganz wunderbar in seinen Bildern einzufangen. Es sind die Farben, die Schatten und die Perspektiven, die eine besondere Stimmung aufbauen und einen guten Eindruck von der damaligen Lebensweise vermitteln.

Die Thematik der Hilfsbereitschaft steht in diesem Bilderbuch im Fokus. Aber auch die Darstellung des sich von heute sehr unterscheidenenden Kinderalltag gelingt ausgezeichnet. Es ist ein ruhiges Buch, ohne viel Aufruhr, dafür mit einer großen Prise Verträumtheit.

Die englische Version dürfte mit viel Mimik und Gestik und in einer vereinfachten sprachlichen Darstellung durchaus für Kinder ab 9 Jahre verständlich sein. Die Originalversion dürfte von Kindern ab 11 Jahren zu bewältigen sein, u.a. auch zur Thematik Kindheit im Wandel. Unter „Ein Vogel im Schnee“ gibt es das Buch auch auf deutsch zu finden.

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Alex Cousseau und Philippe-Henri Turin – Der kleine Drache Theodor

Gerade als die Welt nach Weltuntergang riecht, kommt ein kleiner Drache zur Welt, der ganz anders ist, als seine Zeitgenossen. Er geht in die Drachenschule und merkt schon bald, dass er sich nicht nur äußerlich von den anderen unterscheidet, sondern auch durch seine allzu blühende Fantasie. Statt Feuer zu speien und die Heft zu verbrennen, dichtet er lieber. Auch das Fliegenlernen gestaltet sich komplizierter als gedacht und so wird er von seinen Drachenfreunden ausgelacht und ausgegrenzt. Der kleine Dichter wird zum Einzelgänger und verliert sich immer mehr in seinen Dichtungen. Die Lehrerin beginnt ebenfalls  zu verzweifeln …

In diesem Bilderbuch wird die Thematik der Andersartigkeit aufgegriffen. Der kleine Drache entwickelt sich zwar im Feuerspeien recht langsam, dafür ist er im Dichten den anderen weit voraus. Doch auch seine Zeit für das Fliegen und Feuerspucken wird kommen, dafür braucht er lediglich einen kleinen Schubs und die Unterstützung von wichtigen Freunden, die  stets einen guten Rat parat haben. Das Thema Mobbing wird ebenfalls angeschnitten und den jüngeren Kindern so beispielhaft vor Augen geführt, wie man sich fühlen kann, wenn man von seinen Mitschülern ausgelacht wird. Schließlich sollte die Erkenntnis darauf hinaus laufen, dass jeder unterschiedliche Talente und Fähigkeiten hat und nicht alle Kinder zur gleichen Zeit dasselbe können müssen. Leider fehlt die Integration des kleinen Drachen, sodass er als Einzelgänger schließlich weiter seinen Weg sucht und die Erkenntnis bei seinen Mitschülern, keinen wegen seinem Anderssein auszugrenzen und die damit verbundene Akzeptanz, nicht in Erscheinung tritt.

Ich habe dieses Bilderbuch im ebook-Format gelesen (nein, ich werde wohl nie ein Fan davon werden), bei dem die Bilder leicht verpixelt sind, sodass ich zu der sicherlich beeindruckenden Größe des ursprünglichen DIN-A3 Formats nichts sagen kann. Die Drachen erinnern mich jedoch vom Zeichenstil an die Skulpturen der balinesischen Kunst, mit all ihren farbenfrohen und detailreichen Erscheinungen.

Nicht alle können zur gleichen Zeit und im gleichen Tempo das Gleiche lernen. Jeder braucht seine Zeit, denn wir alle haben unsere eigenen Talente, Vorlieben und besondere Fähigkeiten.

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Silke Leffler – Abends, wenn wir schlafen geh’n

Abends, wenn wir schlafen gehen, begeben wir uns gemeinsam mit der Träumefee auf eine traumhafte Reise. Dabei helfen ihr die vielen Träumeelfen, die uns durch schreckliche und aber auch schöne Traumerlebnisse begleiten. Im Traum reist man an fremde Orte, kämpft mit Löwen, spielt womöglich auf einer Blumenwiese und stets sind da die Träumelefen, die über einem schützend wachen.

Das mit Collagen-Technik gestaltete Bilderbuch eröffnet dem kleinen Leser bzw. Zuhörer die Traumwelt. Die meisten Eltern nehmen sich für das Vorlesen am Abend, vor dem Einschlafen ihres Nachwuchses, Zeit.  Dieses Bilderbuch  spricht auf kindgerechte Weise die Wunder des Träumens an. Träumen ist nämlich universal, denn dieses Stichwort prangt auf dem Koffer der Träumefee und verdeutlicht, dass Kinder im Traum ihre Erlebnisse verarbeiten. Träumeelfen lassen einen immerhin „sonderbar die Welt entdecken“. Dabei werden keineswegs die Albträume ausgeschlossen. Hässliche Kreaturen, die für empfindliche und sensible Kinder vor dem Einschlafen evtl. zu viel sein könnten, symbolisieren das Phänomen der Albträume, die auch bei Kleinkindern auftreten. Doch auch die positive und faszinierende Seite des Träumens wird unterstrichen. Im Traum kann man nämlich in fremde Welten reisen und z.B. das spektakuläre Gefühl des Fliegens spürbar erfahren. Pädagogisch wertvoll ist die Tatsache, dass das Buch mit dem Ausblick der beschützenden und bewachenden Tätigkeit der Träumeelfen endet und die Kinder in voller Zuversicht zurücklässt.

Als weiteres Schmankerl ist die Gestaltung des Bilderbuchs in Reimform zu erwähnen. Ein Zwei-, Drei- oder Vierzeiler fasst die abgedruckten Vorgänge kurz und prägnant zusammen. Das Buch endet mit einem unvollendeten Satz, der womöglich zum Weiterdichten einladen soll.

Das spektakuläre Phänomen des Träumens auf kindgerechte Weise erklärt.

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