Peter Nieländer et.al. – Wieso? Weshalb? Warum? Meine Abenteuer-Box: Wir entdecken die Ritterburg, Alles über Piraten, Bei den Wikingern

Meine Abenteuer-Hörspiel-Box

Die Abenteuer-Box beinhaltet insgesamt 3 Audio-CDs zu den Themen „Piraten“, „Wikinger“ und „Ritterburg“. Auf jeder CD tauchen drei Abenteurer in unterschiedliche Szenarien und segeln mit auf einem Wikinger- bzw. Piratenschiff oder besuchen eine Ritterburg. Die beiden Kinder sind ziemlich neugierig und fragen ihrem erwachsenen Begleiter Löcher in den Bauch. Folgende Fragen sind der Leitfaden der jeweiligen CD:

PIRATEN:
Warum gab es Piraten?; Wie sah ein Piratenschiff aus?; Wer gehörte zur Piratenmannschaft?; Wie wurde ein Schiff geenternt?; Wie lebten Piraten an Bord?; Wo hielten sich Piraten versteckt?; Was passierte mit der Beute?; Wo waren die Piraten zu Hause?; Wurden die Piraten alt?; Wo gibt es heute noch Piraten?

WIKINGER:
Wer waren die Wikinger?; Wie lebten die Wikinger?; Was ist ein Langhaus?; Warum waren die Wikinger so gefürchtet?; Gab es Wikingerstädte?; Wie war das Leben in der Stadt?; Womit handelten die Kaufleute?; Welche Handwerker gab es?; Was ist eine Rune?; Was ist ein Thing?; Wer waren Odin, Thor und Freya?; Wieso gibt es heute keine Wikinger mehr?

RITTERBURG:
Wer ist eigentlich ein Ritter?; Was gehörte zu einer Burg?; Wer wohnte noch in der Burg?; Wo kaufen die Leute auf der Burg ein?; Wie verbringt der Ritter seinen Tag?; Wie leben und spielen die Ritterkinder?; Müssen die Kinder auch zur Schule gehen und wie wird man überhaupt Ritter?; Weshalb und wann tragen Ritter Rüstungen?; Was geschieht, wenn Feinde angreifen?; Wie verläuft ein Turnier?; Wie feiern die Ritter ein Fest?

Als Intro wird auf jeder CD das Lied „Wieso? Weshalb? Warum?“ eingespielt und thematisiert die Bedeutung der Neugierde und des dadurch resultierenden Wissenszuwachses. Den Abschluss der Hör-CD bildet das gleiche Lied in der Instrumental-Version.

Positiv hervorzuheben ist der Aufbau der Themen nach kindlichen Fragen, die durchaus so von den Kindern gestellt werden konnten. Bei der Sammlung  der noch offenen Fragen von Kindern zu dem von mir zuletzt durchgeführten Thema „Piraten“, kamen in der Tat sechs der oben festgehaltenen Fragen genauso vor, nach denen wir das Thema anschließend aufbereitet haben.

Der Titel „Wir entdecken die Ritterburg“ könnte eventuell nicht richtig gedeutet werden. Es geht nicht ausschließlich um die Burg, sondern auch und besonders um das Leben auf der Ritterburg, einschließlich ihrer Bewohner und der Besonderheiten eines Ritterlebens.

Nicht nur die Hintergrundgeräusche wie das rauschende Meer, die wilden Rufe des Kapitäns oder das emsige Leben auf dem Markt, machen das Zuhören spannend, sondern auch die direkte Befragung der Experten. Das Mädchen und der Junge, die stets durch die Abenteuer leiten, werden von Wikingern und Piraten persönlich informiert und begleiten andere Kinder in ihre Welt und entdecken so auch die jeweilige Umgebung. In den Erzählungen werden Themenbegriffe (Kombüse, Muskete, Schabracke etc.) eingebaut und leicht verständlich und kindgerecht erklärt. Die Geschehnisse sind mit viel Sachwissen verknüpft und trotzdem unterhaltsam und nicht trocken erzählt.

Die Einrichtung einer „Hör-Ecke“ im Klassenraum ist wärmstens zu empfehlen. Besonders für Kinder mit LRS ist es sehr hilfreich ein Medium zur Verfügung zu haben, das ihre Neugierde aufrecht erhält und den Lernzuwachs durch die anderen Aufnahmekanäle gewährleistet. Diese didaktisch-sinnvoll aufbereitete Abenteuer-Box wäre für so eine Ecke eine wertvolle Ergänzung.

Mit viel Sachwissen angereichert, kindgerecht aufbereitet und spannend erzählt.

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Nahta Nój – Kunterbunte Tiere

Kunterbunte Tiere

 

Ein in Spiralbindung gefasstes Spielebuch rund um Farben und Formen für kreative Beschäftigung am Nachmittag. Hier werden Kindern ab 7 Jahren über 2000 Sticker in den unterschiedlichsten Formen und Farben präsentiert – als kleine Pünktchen für Augen, Halbkreise für den Körper, schmale Rechtecke für Beine oder Dreiecke für spitze Zähne.

Die beigelegte 3-D-Brille ermöglicht besondere Effekte und eine ganz andere Wirkung der Kunstwerke auf den Betrachter. Während am Anfang ziemlich angeleitete Vorlagen dominieren, bei denen Kinder die bereits fertigen kunterbunten Tiere mit den Stickern nachkleben sollen, erweitert sich der Schwierigkeitsgrad im weiteren Verlauf. Die nächste Stufe ist die Bereitstellung eines Körperteils wie z.B. eines Kopfes oder auch einer Umgebung (Blume), sodass der Rest vom Kind nach individuellen Vorstellungen ergänzt werden soll. Anregende Fragen wie z.B. „Wer könnte sich auf die Blume setzen?“ oder „Wer schlüft aus dem Ei?“ sind als inspirierende Impulse zu sehen. Auf den letzten Seiten sind einfach nur leere Flächen, die nach ganz eigenen Wünschen ausgestaltet werden können.

Die 3-D-Brille ist kein zwingendes Werkzeug, sondern als ein kleines Schmankerl zu betrachten. Ein Kind hat sich dazu folgendermaßen geäußert: „Mein Kopf dreht sich. Mir wird schlecht.“ Es ist Geschmackssache und von Kind zu Kind unterschiedlich. Durch die zum Teil recht kleine Größe der Aufkleber ist dieses Buch tatsächlich erst ab 7 Jahren zu empfehlen. Es wird schon ein bisschen Fingerspitzengefühl und eine gut ausgeprägte Feinmotorik benötigt, um die Einzelteile dem Bogen entnehmen zu können.

Die Idee hinter dem Buch ist allerdings ganz zauberhaft. Aus einfachen geometrischen Formen wunderbare Tiere in kunterbunten Lebenswelten zu gestalten. Auch die sich stets steigernde Differenzierung ist fabelhaft. Diejenigen, die das Nachkleben satt haben, können sich bei eigenen Gestalten kreativ austoben. Die relativ festen Seiten lassen sich aus der Spiralbindung abknicken, sauber trennen und verschenken oder einrahmen lassen!

Kunterbunte Tiere

Ein farbenfrohes Spielebuch für kreative Stunden. Es macht sich auch  toll als Geschenk oder Mitbringsel bei Kindergeburtstagen!

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Marije und Ronald Tolman – Die Insel

Die Insel- Tolman

Das Cover suggeriert bereits die fast spürbare Einsamkeit gekoppelt mit Sehnsucht und Hoffnung. Wir sehen den äußerst passenden Titel zum Bilderbuch ohne Worte, schlicht und einfach: die insel.

Ein Eisbär klettert auf einer Hängeleiter in eine große weiße Wolke.  In diesem geschützten Rahmen der Fantasie nimmt die Geschichte ihren Lauf. Die folgenden Doppelseiten zeigen den Eisbären mit den unterschiedlichsten Tieren. Er schwimmt mit allen möglichen Meeresbewohnern, taucht mit Delfinen, lauscht der Geigenmelodie vom Waschbären und betrachtet mit ihm den Sternenhimmel. Dabei wechselt seine Einsamkeit sich durch unterschiedliche Begegnungen ab.

Die Tiere kommen und gehen. Jedes Lebewesen teilt einen bestimmten Lebensabschnitt, besondere Momente und Erlebnisse mit dem Eisbären und zieht dann weiter, entlang seinem ganz persönlichen Lebensweg. Sie hinterlassen immer ein Stück von sich und bleiben in der Erinnerung des Eisbären für immer haften.

Das Konstrukt mitten im Meer wird durch weite Landschaften und helle Farbflächen hervorgehoben. Die Ausgeglichenheit, die innere Ruhe des Bären und die sachte Umgebung ist ansteckend. Ein verschmitztes Lächeln begleitet seine Lippen durch das ganze Buch. Dieses Bilderbuch ohne Worte, das von seinen Lesern interpretiert werden möchte, schildert das Leben. Schlicht und einfach.

Tolman - Die Insel

Dieses Bilderbuch ohne Worte nimmt den Leser auf eine Reise zum eigenen inneren Ruhepol.
Es ist schon fast magisch!

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Heinrich Heine und Peter Schössow – Der arme Peter

Der arme Peter

Der mit allen möglichen Preisen ausgezeichnete Schössow wagt sich an eine Interpretation des Klassikers „Der arme Peter“ von Heinrich Heine. Er platziert das Gedicht, rund um ein von Kindern inszeniertes Liebesdrama, in ein Theater. Der Leser erlebt das Theaterstück beginnend mit dem Kauf der Tickets, begleitet die Schauspieler hinter die Bühne, entdeckt sie beim Kostümwechsel und lässt die Zuschauerbühne mit ihren Besuchern auf sich wirken. Letztlich applaudieren wir den Schauspielern, verlassen gemeinsam mit den Zuschauern das Theater und erleben außerhalb des Trauerspiels, dass sich die dargestellte Geschichte  auch im wahren Leben wiederfindet.

Der arme Peter hat sich nämlich unglücklichweise unsterblich in Grete verliebt. Sie jedoch favorisiert den Nebenbuhler Hans. Während das verliebt Paar nun Hochzeitspläne schmiedet, leidet der arme Peter am unheilbaren Liebeskummer. Dieser treibt ihn gar ins Grab.

Wir betrachten das Theaterstück durchweg durch einen Rahmen geschmückt mit roten Theatervorhängen. Diese Kulisse vermittelt eine wahrlich besondere Atmosphäre. Der Schachzug des Wechsels der Perspektive – vom Publikum zu Schauspielern und umgekehrt – ist raffiniert integriert worden (siehe Bild unten). So sehen wir ganz genau, welche Handlungen eine bestimmte Reaktion bzw. einen Gefühlsumschwung seitens der Zuschauer hervorrufen.  Begeistert, mitfühlend, entsetzt, bangend und schließlich hingerissen und anerkennend.

Die Umsetzung eines Klassikers in einem Theaterstück von Kindern für Kinder ist Peter Schössow hervorragend gelungen und lässt das Theater im betörenden Glanz hochleben.

Diese Lektüre ist als Einstieg für alle Theater-AGs Pflicht. Wo lassen sich alle notwendigen Kriterien so wunderbar herausarbeiten, wenn nicht an einem so tollen Beispiel? Jede Phase eines Theaterstücks ist kunstvoll festgehalten. Die unterschiedlichen Requisiten zur Verdeutlichung bestimmter Absichten sind kinderleicht zuzuordnen. Dieses Bilderbuch macht richtig Lust auf eine szenische Umsetzung!

Der arme Peter

Der arme Peter

Hochlebung eines Klassikers als gelungenes Theaterstück in Bilderbuchform.

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Rebecca Cobb – Aufessen?!

Rebecca Cobb - Aufessen?!

Dieses Bilderbuch dreht sich um ein Mädchen, das das Essen verweigert. Viel lieber malt sie ihre Bilder im Wohnzimmer. Doch als Mama ganz ärgerlich wird und sie an den Tisch schickt, verschränkt sie ihre Arme vor der Brust und sitzt ziemlich lange so da. Als sie unter den Tisch schaut, entdeckt sie einen furchtbar hungrigen Krokodil. Zu ihm gesellt sich ein ebenso hungriger Bär und ein Wolf, der auch etwas von der Leibspeise ab haben möchte. Alle drei verputzen das leckere Mittagessen. Die Mutter von dem kleinen Mädchen ist mit dem leeren Teller sehr zufrieden.

Zur Abendzeit macht der Bauch von dem kleinen Mädchen allerdings furchtbar laute Geräusche. Es brummt und knurrt nur so! Sind die drei hungrigen Freunde auch zum Abendessen willkommen? Oder gehört der Teller bis auf den letzten Bissen dem Mädchen?

Manche Eltern werden sich in der geschilderten Situation sehr gut wiederfinden können. Das leidige Thema des Aufessens wird hier mit einer fantasie- und  humorvollen Begebenheit angesprochen. Das Rebellieren der Kinder gegen die für eine bestimmte Uhrzeit festgelegte Mahlzeit, spiegelt sich sehr schön in den vier aufeinanderfolgenden, individuellen Illustrationen wider. Das Mädchen sitzt am Tisch, es passiert nichts, sie schaut nach links, wieder auf den Teller, verschränkt die Arme, senkt den Kopf auf den Tisch.

Nach dem gemeinsamen Lesen, lässt sich in den darauffolgenden Mahlzeiten das Spiel  „Unter-den-Tisch-schauen-auf-der-Suche-nach-hungrigen-Tieren“ spielen. Vielleicht dauert das Aufessen dann tatsächlich nicht mehr so lange. In der Tat werden Kinder diesen Grundgedanken „das Essen mit Tieren zu teilen“ mögen, sich auch sehr gut in das Mädchen hineinversetzen und vielleicht besser nachvollziehen können, dass der Magen zur Abendzeit mehr brummt, wenn es mittags nichts zu essen gab.

Besonders gut gefällt mir, dass das Mädchen diese drei Tiere zuvor selbst gemalt hat und sie quasi aus ihrer Fantasie entspringen. Die kindlichen Kreativität und Vorstellungskraft wird somit ganz unterschwellig gefeiert. Auch das durch viele „crayon-ähnliche“ Striche geprägte Bildmaterial von Rebecca Cobb sticht hervor. Das struppige Fell der Tiere und der zersauste Kopf des kleinen Mädchen unterstreichen sehr schön die Eigensinnigkeit und den widerspenstigen Geist der Protagonistin.

Rebecca Cobb - Aufessen?!

Schnell aufessen, bevor die Fantasietiere das Essen wegschnappen!

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Frank Flöthmann – Grimms Märchen ohne Worte

Grimms Märchen ohne Worte

Grimms Märchen verzaubern Jung und Alt. Jeder kennt sie, jeder liebt sie. Man wächst mit ihnen auf und liest und hört sie immer wieder gerne. Bei Märchen denkt man automatisch an verschnörkelt illustrierte Bücher mit viel Magie und Nostalgie.

Umso erfrischender kommt das von Frank Flöthmann geschaffenes Werk, das ganz ohne Worte, aber dafür mit vielen frechen und eigenwilligen Piktogrammen auskommt, daher. In den vorherrschenden Farben „grün“ und „rot“ und mit einigen Spritzern von „weiß“ und „schwarz“ überladenen, kleinen Szenebildern, werden die Märchen neu erzählt, zum Teil auch mit einem neuinterpretierten Ende. Wenn z.B. die vom Jäger gerettete Oma und das Rotkäppchen beschließen, den Wolf als Strafe zu ihrem Diener zu degradieren.

Auf 86 Seiten werden 16 bekannteste Märchen von den Gebrüdern Grimm erzählt, darunter „Frau Holle“, „Rumpelstilzchen“, „Aschenputtel“, „Hans im Glück“ etc. Frank Flöthmann schafft es seine Leser zur intensiven Auseinandersetzung mit den Zeichnungen und evtl. bereits verstaubten Kenntnissen der Märchenhandlung zu bewegen.

Kleine Pfeile als Wegweiser geben den richtigen Weg für die Erzählung an, denn auch hier folgt Frank Flöthmann nicht den gewöhnlichen Konventionen, sondern bedient sich seiner Autorenfreiheit und bindet manchmal auch zwei Pfeile in ein Bild ein, um die Gleichzeitigkeit des Geschehens darzubieten.

Das Gehirn rattert bei jedem Bild und die Zunge sucht nach den passenden Worten und Ausdrücken für diese humoristischen und ganz eigenen Darstellungen.

Ja, die Seiten sind überfüllt und verwirren womöglich auf den ersten Blick. Die Farben mögen für die Augen anstrengend sein. Aber genau diese Andersartigkeit, diesen Sarkasmus liebe ich an diesem Buch!

In der Unterrichtspraxis können Teile dieses Werkes zur Förderung des mündlichen Sprachgebrauchs eingesetzt werden. (Manche Szenen sind nicht unbedingt für Kinder geeignet, wenn z.B. ein Stinkefinger die Wut einer Figur ausdrücken soll. Da sollte selektiv vorgegangen werden). Als Abschluss einer Unterrichtsreihe, in der die Kinder sich mit den bekannten Märchen der Gebrüder Grimm auseinandergesetzt haben, können einzelne Märchen in Gruppen nacherzählt und schließlich im Plenum vorgetragen werden. Vorkenntnisse sind für die Nacherzählung notwendig. Auch die Beschäftigung mit der Andersartigkeit der hier dargestellten Märchen ist denkbar. Was wurde vom Original abgewandelt? Denke dir auch ein Ende zu einem selbst gewählten Märchen aus. Stelle dein Lieblinsgmärchen ebenfalls im Comic-Format dar. Welche Symbole wurden für bestimmte Handlungen verwendet? Die Bandbreite der möglichen Arbeitsaufträge ist groß, genauso groß wie meine Begeisterung für dieses Buch!

Grimms Märchen ohne Worte

Um es in Frank Flöthmanns Darstellunsgweise zu sagen: Unkonventionell + frech = liebenswert!

Und das Beste? Dieses Buch gibt es hier auf meinem Blog am 23.04.2013, dem Welttag des Buches, zu gewinnen!

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Jimi Lee – Unsere Erde

Unsere Erde

Mit diesem Buch möchte die südkoreanische Grafik-Designerin Kinder auf den Umweltschutz aufmerksam machen. Den Mittelpunkt bildet die in der Mitte jeder Seite ausgestanzte Erdkugel. In ruhigen, klaren, sparsamen Bildern wird eine Geschichte über unseren Planeten erzählt. Dabei verzichtet das Buch komplett auf den Text und stellt die Ereignisse ausschließlich in vielsagenden Bildern dar.

Zunächst wird die frühe Entwicklung der Flora verbildlicht. Pflanze für Pflanze, Baum für Baum, das Leben wird in kleinen Schritten, die sehr gut den langwierigen Prozess dieser Entwicklung aufzeigen, verdeutlicht. Bis schließlich ein vom Menschen erschaffener Bagger auftaucht und die Wälder abholzt. Auf der nun freien Fläche werden in rasanter Zeit kleine Häuser gebaut, die jedoch schon bald von Hochhäusern und Wolkenkratzern ersetzt werden. Die Verschmutzung der Umwelt nimmt mit Fabriken und den Emissionen immer weiter zu. Bäume und Pflanzen verschwinden gänzlich. Wird die Erde sich dafür rächen?

Besonders schön finde ich, dass die Autorin die Erde nicht als Betonklotzen im Endergebnis präsentiert, sondern es schafft einen anderen Umgang mit unserer Umwelt aufzuzeigen. In der Mitte des Buches beginnt die Natur  ihr Terrain zurückzugewinnen, sodass der Mensch diese wertschätzt und mit ihr nun behutsam umzugehen weiß.

Beeindruckend sind ebenfalls die aus Papier ausgeschnittenen Darstellungen, die um die Erde herum platziert worden sind. Die Symbolik ruft das ökologische Märchen wunderbar ins Leben, bringt einen zum Nachdenken und fördert die Ausdrucksfähigkeit.

Jimi Lee - Unsere Erde

Minedition bietet die Möglichkeit zum Durchblättern: hier entlang!

Material

Eine Ideensammlung mit einigen Beispielfragen soll zur Auseinandersetzung mit dieser wichtigen Thematik anregen. Des Weiteren können die SuS eine Befragung an der eigenen Schule durchführen, um herauszufinden wie umweltbewusst die eigene Schule ist:

Umweltschutz_Ideensammlung_Interview

Bilderbuch ohne Text – Mensch im Einklang mit der Natur: ein wichtiges Thema kunstvoll präsentiert

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Lorenz Pauli und Kathrin Schärer – 3 freche Mäuse

3 freche Mäuse

Während Mama Maus ganz schwarz und der Papa ganz weiß ist, sind ihre Kinder gefleckt. Die eine Maus hat ein E auf dem Rücken, die andere ein I und das dritte Kind ein N. So wurden sie auch nach ihrem Buchstaben benannt. Auf ihren Abenteuerreisen entdecken sie so manche Schriftzüge, die sie gekonnt und gewitzt durch ihren eigenen Buchstaben ersetzen. So entsteht aus „Haus zu verkaufen“ schnell „Hans zu verkaufen“ (siehe Bild unten). Sie verändern so Speisekarten, Schilder, Aushänge und können sogar zu dritt ein eigenes Wort erstellen (oder doch zwei?).

In der zweiten Geschichte versuchen Tiere 12 Goldstücke gerecht aufzuteilen. Bei dieser Zählgeschichte geht es um die Mengenaufteilung, das Dividieren und Nicht-austricksen-lassen.

Die Propellerfee hat 10 Wünsche zu vergeben. Doch leider ist ihr Propeller so laut, dass sie aus allen Wünschen etwas ganz anderes herbeizaubert, als die Wunschperson es sich gewünscht hat. Aus Pferd wird Herd, aus Schloss ein Ross. Wie gut, dass das Wunschkind bald den Dreh raus hat und sich was ganz Neues einfallen lässt, um sich bei der Propellerfee Gehör zu verschaffen.

Jedes Pädagogen-Herz wird bei diesem Buch höher schlagen! Mit viel Sprachwitz und -spielerei gelingt es Lorenz Pauli, der mich schon mit „mutig, mutig“ mehr als begeistern konnte, mit einfachen Erzählungen speziell für Leseanfänger das Mitdenken und das antizipierende Lesen zu fördern. Als Leser kommt man nicht umhin bei den Schriftzügen zu überlegen, welche Maus sich an welcher Stelle des Aushangs platziert oder wie die Goldstücke nun doch gerecht verteilt werden. Die Seiten sind spärlich beschriftet und mit großer Schriftart abgedruckt, also perfekt für Leseanfänger zur Selbstlektüre geeignet.

Dem Charme der doppelseitigen Illustrationen von Kathrin Schärer – mit Schwung, Dynamik und verspieltem Bezug zum Text gezeichnet – kann man sich nicht entziehen. Mit vielen Grautönen und gedeckter Farbauswahl, schafft sie es die Kernaussage des Textes gekonnt in Bildern umzusetzen.

Mit diesen Geschichten lässt sich wunderbar in der Praxis arbeiten: mit ausgeschnittenen Buchstaben in Mausform Wörter oder Sätze verändern, unterschiedlich viele Goldstücke an verschiedene Tiere „gerecht“ verteilen oder auch selbst einen Wunschzettel mit 10 Wünschen erstellen. Und vielleicht das passende Reimwort zum Wunsch finden?

3 freche Mäuse

Material

Drei Mäuse stehen zum Ausschneiden und Experimentieren bereit:

3 freche Mäuse_Wortspiele

Einfallsreich, pädagogisch wertvoll und sprachlich verspielt.

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Saskia Hula und Stefanie Reich – Eine Kiste für den Bären

Eine Kiste für den Bären

Rezension

Eine einfache Holzkiste steht eines Tages mitten im Wald, vor der Tür zur Höhle des Bären. Die Waldbewohner, darunter ein Fuchs, Hase, Wolf, Dachs und Eichhörnchen, wollen natürlich auch wissen, was sich in der Holzkiste verbirgt und stellen ihr ganz eigenen Mutmaßungen an. Als die Ameisen-Feuerwehrmänner mit einem Stemmeisen anrücken, erwacht auch schon der Bär aus seiner Winterschlaf und lüftet alsbald das Geheimnis um die mysteriöse Kiste.

Ein heiteres Bilderbuch mit großformatigen, farbenfrohen Illustrationen von Stefanie Reich, die bereits Herrn Anders seine unverwechselbare Erscheinung verliehen hat. Den besonderen Charme der Geschichte hat das Bilderbuch den Zeichnungen zu verdanken. Sie sind frisch, modern, jung. Hier ein paar Striche an der Baumrinde, dort ein paar pastellfarbene Blümchen an den modern illustrierten Bäumchen, entzückende Kulleraugen und schon hat man sich in das Bilderbuch verliebt. Man kann einfach nicht anders!

Die Geschichte um den Bären herum bietet sich als Einstieg zur Thematik „Winterschlaf“. Wo verbringen Bären den Winter? Wie lange dauert der Winterschlaf? Wie ist es mit der Nahrung? Welche Vorbereitungen müssen getroffen werden? Was ist an der Geschichte Fiktion und was findet tatsächlich in der Realität statt? Es bieten sich durch das Bilderbuch so einige Gesprächsanlässe und der Spannungsbogen um den Inhalt der Kiste ist ebenfalls sehr gut geschlagen worden. Die Kinder werden es kaum erwarten können zu erfahren, was es mit der Kiste auf sich hat …

Blick ins Buch

Eine Kiste für den Bären

 

Dieses Arbeitsblatt kann bereits ab der ersten Klasse oder auch schon im Kindergarten eingesetzt werden. Der Vorleser sollte an der Stelle, als der Bär aus seinem Winterschlaf erwacht, eine Pause einlegen und die Kinder vermuten lassen, was sich wohl in der Kiste für den Bären befinden könnte. Es darf sowohl gemalt, als auch geschrieben werden.Logo_PL_klein

(Material-ID: 122653)

Fazit

Unkomplizierte und erheiternde Geschichte rund um ein mysteriöses Päckchen.

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Michael Köhlmeier – Das Sonntagskind

Das Sonntagskind

Michael Köhlmeier spielt in seinem Buch „Das Sonntagskind“ mit dem Guten und dem Bösen. Beide Seiten stehen sich gegenüber und der Ausgang ist nicht immer vorhersagbar. Die von der Gesellschaft auferlegten Tugenden werden kritisch beäugt und mit viel Witz und manchmal auch Absurdität ausgemalt. In 16 Märchen und Sagen aus Österreich thematisiert der Autor auf herrliche Weise abgewandelte, bekannte und auch unbekannte Geschichten. Stets sind es wundersame Begebenheiten, die einen an die Geschichte fesseln. Da treffen gewiefte Teufel auf dümmliche Schmiede, die zum Glück eine kluge Frau an ihrer Seite haben und so rechtzeitig ihren Kopf aus der Schlinge ziehen können. Manche müssen jedoch auch ihr weißes Hemd lassen und kommen nicht ganz so glimpflich davon.

Weitere Hauptthemen sind Armut und Verzweiflung aber auch Liebe und Misstrauen. Viele Gefühle gehen mit ihrem Schatten Hand in Hand. Die Erzählungen sollten einzeln genossen werden. Jede Geschichte und mit ihr verbundene Aussage, Lehre, Moral bedarf einer ausführlichen Auseinandersetzung. Gerne auch in einem Diskurs.

Was macht dieses Buch so besonders? Für mich ist es definitiv der erfrischend „neuzeitliche“ Erzählstil des Autors. Die Zeilen sind gefüttert mit pointierter, frecher, alltäglicher Sprache (siehe Beispiel unten). Michael Köhlmeier hat sich stets die künstlerische Freiheit der Erzählkunst bewahrt und endet jede Geschichte mit der immer gleichen Aussage „So wird bis heute in … erzählt – so oder so ähnlich.“

Die Illustrationen von Monika Maslowka hauchen diesen Geschichten diese besondere Würze, auch Unbeständigkeit, Rätselhaftigkeit und Witz ein. Das wunderschöne Titelbild würde ich mir auch als Poster an die Wand hängen. Die in der Drucktechnik verewigten Blätter,  das darauf schwebende Sonntagskind mit den goldenen Haaren und dem aufgeklebten fröhlichen „Blätter-Fisch“ als persönlicher Schutz, ist für die Geschichtensammlung sehr prägend. Insbesondere wenn man den in der Nähe lauernden fiesen Fisch betrachtet. Und was soll uns das sagen? Die Gefahr, die Bedrohung und Verlockung ist nie weit entfernt. Jeden Tag aufs Neue gilt es „richtige“ Entscheidungen zu treffen … na ja zumindest so oder so ähnlich …

Das Sonntagskind

Irgendwann, was weiß ich wann, lebte in der Nähe von Landeck ein Mann, der war arm, sehr arm. Er sagte zu sich selber: Keinen gibt’s, der ärmer ist als ich, keine auf der ganzen beschissenen Welt, verdammt nochmal! (S. 41)

Erfrischend spielerisch angehauchte, neuzeitliche Sprache verbunden mit tiefgründigen Botschaften.

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