Susa Apenrade und Miriam Cordes – Zusammen sind wir einfach stark

Zusammen sind wir einfach stark

Sofie freut sich auf den Kindergarten. Am liebsten spielt sie mit ihren Freundinnen Tierklinik. Doch als sie mitbekommt, dass ihre Freundin Anna sie nicht bei ihrem Geburtstag dabei haben will, schwindet ihre Freude ganz schnell.

Nach dieser Begebenheit wird Sofie ganz sensibel im Umgang mit anderen Kindern. Wie fühlt sich wohl Alina, wenn ihr Basti nicht erlaubt mit anderen Kindern gemeinsam zu puzzeln. Wie reagiert Sofie in dieser Situation? Hat sie aus ihrer Erfahrung mit Anna gelernt?

Dieses Bilderbuch schildert in unterschiedlichen kindgerechten Situationen vielfältige, konkrete Begebenheiten, in denen Kinder von anderen Kinder ausgegrenzt oder ignoriert werden. Aus ihrer Erfahrung weiß Sofie wie sich das anfühlt und überlegt stets, wie sie die jeweiligen Kinder in die Gemeinschaft einbeziehen kann.

Besonders gut gefallen mir an diesem Bilderbuch die an die jeweilige Situation anschließenden Entscheidungsfragen als Gesprächsanlässe:

Was meinst du? Was könnten die Kinder tun?

Wie soll sich Sofie entscheiden?

Hier dürfen unterschiedliche Vorschläge gesammelt und die Gefühle der Teilnehmenden ausführlich besprochen werden. Haben die Kinder sich auch schon einmal so gefühlt? Wie ging es ihnen dabei? Was wären die Alternativen im Verhalten?

Die einzelnen Szenen, die auch übrigens durchaus aus dem Kontext der Geschichte heraus einzeln vorgelesen werden können, animieren dazu, Kinder zu bestärken, auf andere offen zuzugehen und sich für sie einzusetzen. Dafür bedarf es durchaus Selbstbewusstsein und Ich-Stärke. An die Gesprächsfragen anschließend folgt Sofies tatsächliche Reaktion auf die jeweiligen Sachlagen.

Im Lehrplan NRW für Sachunterricht ist das Thema „Mensch und Gemeinschaft“ ein wichtiger Schwerpunkt. Hier sollen eigene Bedürfnisse und die Bedürfnisse anderer wahrgenommen und eine faire Aushandlung von Interessen und Regeln vorangetrieben werden. Die im Buch dargestellten Situationen eignen sich hervorragend für Rollenspiele, anhand derer sich Lösungsmöglichkeiten für Konfliktsituationen entwickeln lassen und ihre Wirkung überprüft werden kann. Da sich einige wenige Konflikte im Kindergarten als Umgebung abspielen, müssten die Situationen evtl. modifiziert dargestellt werden, damit sich Grundschulkinder damit besser identifizieren können.

Zusammen sind wir einfach stark

Material

Zusammenhalt

Darstellung kindgerechter Konfliktsituationen und deren faire Lösung. Ein Bilderbuch über Freundschaft und Zusammenhalt, das zum Mitdenken anregt.

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Nadia Budde – Und irgendwo gibt es den Zoo

Und irgendwo gibt es den Zoo

Eindeutig Mensch – oder doch ein Tier? Bei manchen Lebewesen scheinen die Übergänge fließend. Da wäre der Kumpel Ronni, der aussieht wie ein Pony. Kasimir ist bissig wie ein Nagetier und die Urgoßmutter Lotte ist so grau wie eine Motte. Bei allen ihn umgebenden Menschen findet der Ich-Erzähler, der übrigens findet, dass er wie ein Pinguin aussieht, eine Verbindung zur Tierwelt. Sei es in der äußerlichen Erscheinung, im Verhalten oder einer bestimmten Eigenart. Die sich stets reimenden Vergleiche gehen soweit, dass man sich fragt, ob die Existenz von Zoos nicht eigentlich überflüssig ist …

Und ich frage mich, -WIESO- gibt es eigentlich den Zoo?

Die Gestalten in Nadia Buddes neuem Bilderbuch schauen ziemlich „tierisch“ aus und entlocken schon mit ihrer Darstellung dem Betrachter ein Schmunzeln. Auf einer Welle zugespitzter Übertreibung reitet der Leser von einem Krokodil, zum Stacheligel, hin zur Hyäne, vorbei an einem Huhn und sieht letztendlich alle Mensch-Tier-Wesen in ihrer einzigartigen Erscheinung gemeinsam an einem Tisch sitzen.

Mit wenigen Pinselstrichen schafft es Nadia Budde die Ähnlichkeit der Mensch-Tier-Gestalten auf den Punkt zu bringen. Und nicht wenige davon sind einfach zum Sich-vor-lachen-kugeln, so gut getroffen sind sie. Kinder werden es lieben anhand der angefangenen Reime den Vergleich zum Tier ergänzen zu können. Ebenfalls schön ist die Abbildung vom Herrn Rieger, Herrn Hobbe und Madame Tux … welchen Tieren könnten sie wohl ähnlich sehen?

Und irgendwo gibt es den Zoo

Tierisch lustig, schräg und individuell – ein Augenschmaus mit einer großen Portion Witz!

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Oliver Jeffers – Dieser Elch gehört mir

Dieser Elch gehört mir

Wie benimmt sich ein braves Haustier?

Regel Nummer 4: „Nicht lärmen, wenn Wilfried seine Lieblingsplatten abspielt.“

Der kleine Wilfried hat seine ganz besonderen Vorstellungen von einem Haustier und wie es sich zu benehmen hat. Nach der Namenstaufe seines Elches „Marcel“, stellt er einen Regel-Katalog, mit den für ihn wichtigsten Vorschriften, zusammen. Doch der eigenwillige Elch scheint ebenfalls seine ganz eigenen Regeln zu haben und tut sich mit Wilfrieds Gesetzmäßigkeiten durchaus schwer. Er ignoriert die Regel Nummer 7  „Da hingehen, wo Wilfried hingehen will“ und so kommt es, dass er von einer fremden Frau den Apfel aus der Hand frisst. Wutentbrannt rennt Wilfried nach Hause und kommt schließlich zu der Überzeugung seinen Regel-Katalog eventuell doch einmal überdenken zu müssen.

Oliver Jeffers‘ Illustrationen strotzen vor Individualität, in Form von gemischten Stilen, wie z.B. hier ein zeitungsangehauchter,  verpixelter Hintegrund, zusammen mit Abdrücken einer sehr fein schraffierten Landschaft und den in hohem Maße liebenswürdigen Figuren mit Streichholzbeinchen.

Diese Individualität und Eigenwilligkeit spiegelt sich ebenfalls in den Charakteren der Figuren wider. Wilfried will sein Haustier so formen, wie er es gerne hätte. Seine Wünsche entsprechen jedoch keineswegs dem Wesen des Tieres. Und so wird der blaue Faden, der Wilfried und Marcel stets begleitet, zum Sinnbild der „Einschränkung“ und  „Anbindung“, was jedoch schließlich in einer „Verhederrung“ resultiert.

Wilfried ist gezwungen zu erkennen, dass sein Regel-Katalog zu diesem Haustier nicht passt und schleunigst überarbeitet werden muss. Dieser Erkenntnisgewinn wird durch das in zwei geteilte Namensschild verbildlicht und kann als Symbol für „Freiheit“ interpretiert werden.  Die neue und nun einzige Regel ist besonders reizend formuliert worden und stellt sich für dieses Bilderbuch als eine herrlich passende Pointe heraus.

Dieses Bilderbuch kann als Einstieg in das Sachunterrichtsthema „Haustiere“ dienen. Nach der humorvollen Darstellung von Wilfrieds Regeln, kann gemeinsam überlegt werden, welche Haustiere was benötigen, um sich wohl zu fühlen. Der Lernzuwachs, nach vorheriger ausführlicher Recherche, kann in Steckbriefen zu unterschiedlichen Haustieren festgehalten werden.

Dieser Elch gehört mir

Material

Es ist aber auch denkbar den amüsanten Regel-Katalog von Wilfried im Deutschunterricht in kooperativen Lernformen zu ergänzen. Schließlich stellt Wilfried nur fünf seiner insgesamt 73 ausgedachten Regeln dem Leser vor. Hier darf der Fantasie bei der Zusammenstellung absurder Anordnungen freien Lauf gelassen werden:

elch

Tolle Verbildlichung eines bedeutenden Themas, nicht nur in Bezug auf Haustiere!

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Tim Hopgood – Sooo groß!

Sooo groß!

Wie groß bin ich? Ich weiß es nicht.

Diese anfängliche Fragestellung fasst den Inhalt des Bilderbuchs sehr gut zusammen. Der kleine Protagonist setzt seine „Größe“ in Relation zu seiner Umwelt und muss feststellen, dass er nicht so groß ist, um den Himmel anfassen zu können, aber im Vergleich zu einer Ameise schon fast ein gewaltiger Riese ist.

Er merkt, dass er wächst, weil er sich immer ein Stück mehr im Badezimmerspiegel sehen kann und seinen Freund Ben immer mehr einholt. Auch sein Pyjama wird immer kleiner und bald kann er schon mit seinen Zehen das Bettende berühren. Er wächst.

Bei diesem Bilderbuch bleibt man als Betrachter an der Andersartigkeit der Illustrationen hängen: Köpfe werden überdimensional groß dargestellt, Gebäude mit grob schraffierten Flächen hervorgehoben, die Bäume mit grünen Tupfern gesprenkelt. Auch das Spiel mit der Schrift wird gekonnt eingesetzt und dem Inhalt angepasst.
Die Thematik des „Großwerdens“und „Wachsens“ entspringt unmittelbar der kindlichen Lebenswelt.  Wer kann sich denn nicht daran erinnern, jegliche Versuche unternommen zu haben, um nah an die Wolken  heran zu kommen? Die Größenverhältnisse müssen erst einmal erkundet, ausgekundschaftet und vor allem verglichen werden. Genau dieses betreibt der kleine Junge in diesem Buch. Er setzt Größen in Verhältnis zueinander und muss feststellen, dass je nach Blickwinkel sich die Dimensionen erheblich unterscheiden können. Die ganz Kleinen können mit diesem Bilderbuch ihr mathematisches Verständnis von Größen erweitern.

Dieses Bilderbuch forciert die Abenteuerlust sich und die eigene Umwelt näher zu betrachten, Dinge aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu sehen und sich an dem „Groß-“ und „Weisewerden“ zu erfreuen!

Sooo groß! Hopgood

Kindgerechte Anbahnung des ersten Verständnisses von Größen und ihrer Relation zueinander.

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Virginie Aladjidi – Birke, Buche, Baobab

Birke, Buche, Baobab

Dieses Buch ist ein Spaziergang unter dem Blätterdach der Welt.

Wälder spielen in der Ökologie eine zentrale Rolle. Sie bieten Tieren Nahrung und Unterschlupf, ermöglichen Pflanzen Ansiedlung und für uns Menschen sind Bäume Lieferanten von Werk- und Baustoffen und Brennmaterial.

Die Liebe zu Bäumen entdeckt man gleich in diesem unvergleichlich schön illustrierten Liebhabersachbuch. Mit schwarzer Tusche und einem Rotring-Zeichenstift verleiht Emmanuelle Tchoukriel den 57 Baum- und Straucharten ihre Konturen, während die  Bäume mit Aquarellfarben mit Leben gefüllt werden.

Das Sachbuch bildet Bäume und Stäucher aus aller Welt ab. Australischer Eukalyptus ist genauso vertreten, wie die europäische Eiche oder der südamerikanische Maniok. Den meisten Platz im Buch nehmen, neben den Nadelbäumen und Palmen, die Laubbäume ein, die nach vier Kategorien präsentiert werden:

  • Bäume mit einfachen ganzrandigen Blättern
  • Bäume mit einfachen am Rand gesägten oder gezähnten Rändern
  • Bäume mit gebuchteten oder gelappten Blättern
  • Bäume mit zusammengesetzten Blättern

Eine kleine Blattkunde leitet somit sinnvollerweise in die Thematik ein. Hier werden die wichtigsten Merkmale kleinschrittig erläutert und die Unterschiede bildlich untermalt. Und so entdeckt man bei jeder Abbildung den Baum in voller Größe, das einzelne Blatt und die jeweilige Frucht. Oft werden die Illustrationen mit Tieren, die den Baum zu ihrem Lebensraum zählen, ergänzt. Zusätzlich wird zu jedem Baum die lateinische Bezeichnung, die max. Höhe und die Lebensdauer festgehalten.

Besonders wertvoll finde ich die kurzen Informationen, die oft auf Wissenswertes, die eventuelle Mythologie oder Aussergewöhnliches eingehen. Wer hätte gedacht, dass es unter den Bäumen auch Kidnapper gibt, die den ursprünglichen Baum erwürgen? Tja, und wie kommt so etwas zustande? Wenn ein Vogel auf einem Baum Kot absetzt, der den Samen dieser bestimmten Baumart enthält. Um welche Baumart handelt es sich? 🙂

Der Spaziergang unter dem Blätterdach unserer Welt ist mit diesem Buch ein wahrer Genuss. Sehr lohnenswert!

Birke, Buche, Baobab

Aufwändige Gestaltung, die die Liebe und Bewunderung zur Natur noch weiter anwachsen lässt!

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Katrin Wiehle – Mein kleiner Wald

Mein kleiner Wald

Katrin Wiehle macht in ihrem Buch den Wald zum Protagonisten, zu einem lebendigen Wesen mit all seinen Bewohnern. Der Betrachter begleitet den Fuchs, Dachs und das Eichhörnchen durch ihre Lebenswelt und taucht in diesen „Schutzraum“ mit ein.

Dem Wald anhaftende Undurchdringlichkeit und Schwärze, strotzen liebenswürdige Figuren auf einem ökologisch freundlichen Hintergrund. Nicht nur mit dem Material, sondern auch mit der dezenten und naturbelassenen Farbwahl lebt die Autorin den behutsamen Umgang mit unserer Natur vor.

Wir erleben unterschiedliche Bäume (Nadel- vs. Laubbaum), mit unterschiedlichen Blättern (Eiche, Birke, Kastanie), verschiedene Pilzarten (Champignons, Steinpilz, Fliegenpilz), Beeren (Himbeeren, Erdbeeren, Blaubeeren), Baumfrüchte (Kastanie, Eichel, Zapfen) und Tiere (Eule, Fledermaus, Hase). Mit wenigen Worten zeigt die Autorin tierische Persönlichkeiten, vor allem aber das Ökosystem „Wald“ mit all seinen Nischen und verzichtet auf unnötige, ablenkende Requisiten.

Ein Buch über den Wald vor Ort  vorgelesen zu bekommen, ist ein ganz anderes Erlebnis, als dieselbe Geschichte im künstlich beleuchteten Schlafzimmer zu hören. Daher raus in die Natur und 100% erleben!

Gleichzeitig bietet das Buch einen guten Überblick zum Thema „Wald“ in einer ersten Klasse. Die auf den Doppelseiten abgebildetenen Themenkonstrukte sind hervorragende Stichpunkte für eine Lernlandkarte. Hierzu lässt sich wunderbar weiterarbeiten und forschen.

Mein kleiner Wald Wiehle

100% Naturbuch durch und durch!

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Guido van Genechten – Das große Ferien-Kritzelbuch

Das große Ferien-Kritzelbuch

Dieses Mal-, Lies- und Kritzelspaßbuch mit seinen 208 Seiten im großen A-4 Format lässt keine Langweile in den Ferien aufkommen! Nicht nur an verregneten Sommertagen, auch unterwegs im Auto zum nächsten Ausflugsziel, am Strand oder auch im eigenen Garten, ist dieses Buch ein wahrer Spaßfaktor. In diesem Buch darf gelesen, gekritzelt, gerechnet und geknobbelt werden. Dieses Buch hat das Potenzial ein stetiger Begleiter in den Ferien zu werden!

Kinder werden zu Künstlern und ergänzen angefangene Bilder, zählen Fische zusammen, die Pullover tragen oder schreiben eine angefangene Geschichte weiter. Sie experimentieren mit der eigenen Schrift, konstruieren Monster, zählen Toilettenpapierblättchen und werden so zum Fantasieren angeregt. Auf jeder Seite animiert ein Schriftzug, eine Knobbelaufgabe oder ein Bild zum Kritzeln.

Dafür werden lediglich Bunt- oder Filzstifte, ein Anspitzer, viel Lust aufs Malen und Zeichnen und ganz viel Fantasie benötigt. Ganz nebenbei werden mathematische Fähigkeiten und sinnverstehendes Lesen trainiert.

Guido van Genechten, der bereits mit dem Buch „Kuckuck, wer bin ich?“ überzeugen konnte, hat hier ganz zauberhafte und äußerst verlockende Angebote geschaffen. Besonders für Kinder ab der 2. Klasse zu empfehlen. Dieses Ferien-Krizelbuch steigert wahrlich die Lust auf Ferien!

Das große Ferien-Kritzelbuch

An wessen Nase sitzt die Brille?

Welcher Wasserhahn ist aufgedreht?

Unterhaltsam, witzig, verlockend! Dieses Ferien-Krizelbuch steigert unweigerlich die Lust auf die Sommerferien!

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Alice Brière-Haquet – Alles Schweine, oder was?

Alles Schweine, oder was?!

Der kleine Schafjunge und sein Vater leben im „Schweinland“. Sie sind von lauter Schweinen umgeben, die ihnen gegenüber nicht unbedingt freundlich gesonnen sind. Die Bäckerei-Verkäuferin grunzt sie stets boshaft an, der Parkwächter dreht ihnen den Rücken zu und auch das kleine Mädchen von nebenan macht ganz fiese Witze. Doch am schrecklichsten ist  Bodo Grunz und „der wohnt leider neben uns“ …

Schafe sind in diesem Land ganz und gar nicht beliebt. Doch woran mag das liegen? Mögen Schweine keine Schafe oder kennen sie sie einfach nicht?

Eine wundervolle Annährungsgeschichte zweier „Nationen“, die ein unverschönert ehrliches, multikulturelles Zusammenleben schildert. Die Illustrationen zeigen wunderbar das überschattete Verhältnis der beiden zuerst komplett unterschiedlich anmutenden Völker. Auf den charmant-frechen, comic-artigen Bildern, gibt es Vieles zu entdecken. Das Mienenspiel der Darsteller wurde von Pénélope Paicheler ganz zauberhaft und variantenreich eingefangen.

Das grantige und keinesfalls wohlwollende Beziehungsverhältnis resultiert jedoch daraus, dass die beiden Parteien sich kaum  kennen. Erst durch einen blöden Zufall, bei dem sich die Schafe als Retter erweisen, beginnt das eigentliche Kennenlernen. Und nu? Es werden Gemeinsamkeiten entdeckt, die zum schrittweisen Ausbau von Sympathie, Toleranz und Akzeptanz führen.

Das Bilderbuch wurde aus dem Französischen übersetzt und mit witzigen Reimen untermalt. Hier und da werden Stolpersteine beim Vorlesen deutlich. Insgesamt ist es jedoch erheiternd und äußerst passend zu den mit Augenzwinkern zu verstehenden Bildern, die viel mehr für sich sprechen, als der Text es vielleicht vermag.

Alles Schweine, oder was ?!

Ob einer Schaf ist oder Schwein,
ist piepegal.
Wer glaubt, das sollte anders sein,
der kann uns mal.

Material

Drei Arbeitsblätter für die Grundschule zum Thema „Fremd sein – Freunde finden“: Ängste, Wünsche, Gemeinsamkeiten, die verbinden!

Fremd sein - Freunde finden

Eine ehrliche, lehrreiche, pädagogisch wertvolle Integrationsgeschichte für alle Schweine und Schafe dieser Welt!

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Nicholas Harris – Expedition Zeitreise: Die Flagge der Piraten

Expedition Zeitreise

Nele und Finn besuchen mit ihren Eltern ein neues Piratenmuseum. In dieser Ausstellung gibt es viel Wissenswertes zu entdecken. Das beeindruckende Segelschiff mit den unzähligen Räumen, die Waffen und all die unterschiedlichen Flaggen, sind ihre Lieblingsausstellungsstücke. Und als ein Schiffsjunge in altertümlicher Kleidung ihnen einen Rundgang anbietet, nimmt die Expedition Zeitreise ihren Lauf.

Gemeinsam tauchen sie in das echte Piratenleben ein, lernen die Piratengesetzte kennen, besuchen ein finsteres Gefängnis und erleben das Kapern von einem Piratenschiff hautnah mit. Zurück im Museum und noch ganz benommen von so viel Erlebnisreichtum, sind die beiden sich nicht mehr sicher, ob das vielleicht nicht doch ein verrückter Traum gewesen ist.

Diese Abenteuergeschichte integriert Sachwissen in eine fortlaufende Erzählung. In einer kleinen Museumsführung lernen die beiden Protagonisten vieles über das Piratenleben. Die großformatigen Bilder zeigen eine gelungene, detailtreue Darstellung eines Piratenschiffs mit einer kleinen Legende, die all die Fachbegriffe in einer Übersicht zusammenfasst (siehe Bild unten). Die finsteren Kerker, der gefährliche Kampf auf hoher See und das Leben auf einer verlassenen Insel, nach einer erfolglosen Meuterei, sind weitere Stationen auf ihrer Zeitreise. Die eingebauten Klappen in Form von „magischen Türen“ deuten die nächste Station innerhalb der Expedition an und bereiten die Leser auf die folgende geheimnisvolle Begebenheit vor.

Hier wäre sicherlich die Integration des Lebens auf dem Piratenschiff mit all ihren Aufgaben, der Nahrung und typischen Kleidung der Piraten sehr spannend gewesen, um das Thema „Piraten“ wirklich umfassend zu beleuchten.

Expedition Zeitreise

Material

Zwei differenzierte Lesetexte zum Thema „Aus dem Piratenleben – Ernährung“:

Ernährung der Piraten

Ein Museumsbesuch mal anders! Eine Abenteuergeschichte, die Einblicke in das damalige Piratenleben gewährt.

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Tor Freeman – Olivia und das große Geheimnis

Olivia und das große Geheimnis

Das verschmitzte Lächeln der Katze Olivia auf dem Titelbild suggeriert bereits, dass das Für-sich-behalten eines großen Geheimnisses nicht ihre Stärke ist. Molly verrät Olivia ein großes Geheimnis und bittet sie es keinem weiter zu erzählen. Natürlich verspricht Olivia es ihr hoch und heilig. Doch die Last ein Geheimnis für sich zu behalten ist groß. Einigen Versuchungen kann Olivia  widerstehen, doch ihrem guten Freund Jan teilt sie es dann doch mit. „Du darfst es aber niemandem erzählen!“, fordert Olivia darauf hin. Dieser sagt es aber dann doch einem Freund weiter und so macht das Geheimnis eine ganze Runde und kommt schließlich wieder bei Molly an… Ups, welche Ausrede wird sich Olivia einfallen lassen? Und um welches Geheimnis hat es sich denn nun überhaupt gedreht?

In den sequenzartigen Abfolgebildern wird die Erzählschleife sehr schön bildlich dargestellt. Der Weg des Geheimnisses kann auch an den Illustrationen visuell gut nachverfolgt werden. Tor Freeman greift ein kindgerechtes Thema auf und stellt vor allem die „Bürde“ des „Geheimnis-behaltens“ in den Vordergrund. In der Tat legen Menschen, die andere bitten ihr Geheimnis nicht weiterzuerzählen, ihnen eine schwer zu tragende Last auf.

Wie verhält es sich mit Geheimnissen? Was ist eigentlich ein Geheimnis? Wie widersteht man der Versuchung das Geheimnis weiter zu erzählen? Ist das Weitererzählen ein Freundschaftsbruch? Im Anschluss an das Lesen gibt es viele Diskussionsanregungen. Positiv hervorzuheben ist ebenfalls die Art der Konfrontation. Das Problem wird mit Witz, Augenzwinkern und Ablenkung gelöst.

Die Spannung der Geschichte wird bis zum Schluss aufrecht erhalten, denn der Leser weiß zu keinem Zeitpunkt, um welches Geheimnis es sich denn nun dreht. Durch eine Illustration am Schluss, kann der Leser lediglich mutmaßen, um welches große Geheimnis es sich gehandelt hat… aber pssst! es wird natürlich nicht verraten!  Man muss Geheimnisse schließlich für sich behalten können! Auch das muss gelernt sein!

Was eignet sich besser, als das Spiel „Stille Post“ im Anschluss an das gemeinsame Lesen. Das Weitergeben an „geheimen Wörtern“ ist nicht so einfach, denn vieles wird missverstanden, falsch gedeutet oder einfach nicht richtig gehört. Genauso wie bei der Weitergabe von Geheimnissen …

Olivia und das grosse Geheimnis

Leichte Unterhaltung rundum für Kinder bedeutenden Thematik „Geheimnisse“.

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