Virginie Aladjidi – Birke, Buche, Baobab

Birke, Buche, Baobab

Dieses Buch ist ein Spaziergang unter dem Blätterdach der Welt.

Wälder spielen in der Ökologie eine zentrale Rolle. Sie bieten Tieren Nahrung und Unterschlupf, ermöglichen Pflanzen Ansiedlung und für uns Menschen sind Bäume Lieferanten von Werk- und Baustoffen und Brennmaterial.

Die Liebe zu Bäumen entdeckt man gleich in diesem unvergleichlich schön illustrierten Liebhabersachbuch. Mit schwarzer Tusche und einem Rotring-Zeichenstift verleiht Emmanuelle Tchoukriel den 57 Baum- und Straucharten ihre Konturen, während die  Bäume mit Aquarellfarben mit Leben gefüllt werden.

Das Sachbuch bildet Bäume und Stäucher aus aller Welt ab. Australischer Eukalyptus ist genauso vertreten, wie die europäische Eiche oder der südamerikanische Maniok. Den meisten Platz im Buch nehmen, neben den Nadelbäumen und Palmen, die Laubbäume ein, die nach vier Kategorien präsentiert werden:

  • Bäume mit einfachen ganzrandigen Blättern
  • Bäume mit einfachen am Rand gesägten oder gezähnten Rändern
  • Bäume mit gebuchteten oder gelappten Blättern
  • Bäume mit zusammengesetzten Blättern

Eine kleine Blattkunde leitet somit sinnvollerweise in die Thematik ein. Hier werden die wichtigsten Merkmale kleinschrittig erläutert und die Unterschiede bildlich untermalt. Und so entdeckt man bei jeder Abbildung den Baum in voller Größe, das einzelne Blatt und die jeweilige Frucht. Oft werden die Illustrationen mit Tieren, die den Baum zu ihrem Lebensraum zählen, ergänzt. Zusätzlich wird zu jedem Baum die lateinische Bezeichnung, die max. Höhe und die Lebensdauer festgehalten.

Besonders wertvoll finde ich die kurzen Informationen, die oft auf Wissenswertes, die eventuelle Mythologie oder Aussergewöhnliches eingehen. Wer hätte gedacht, dass es unter den Bäumen auch Kidnapper gibt, die den ursprünglichen Baum erwürgen? Tja, und wie kommt so etwas zustande? Wenn ein Vogel auf einem Baum Kot absetzt, der den Samen dieser bestimmten Baumart enthält. Um welche Baumart handelt es sich? 🙂

Der Spaziergang unter dem Blätterdach unserer Welt ist mit diesem Buch ein wahrer Genuss. Sehr lohnenswert!

Birke, Buche, Baobab

Aufwändige Gestaltung, die die Liebe und Bewunderung zur Natur noch weiter anwachsen lässt!

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Katrin Wiehle – Mein kleiner Wald

Mein kleiner Wald

Katrin Wiehle macht in ihrem Buch den Wald zum Protagonisten, zu einem lebendigen Wesen mit all seinen Bewohnern. Der Betrachter begleitet den Fuchs, Dachs und das Eichhörnchen durch ihre Lebenswelt und taucht in diesen „Schutzraum“ mit ein.

Dem Wald anhaftende Undurchdringlichkeit und Schwärze, strotzen liebenswürdige Figuren auf einem ökologisch freundlichen Hintergrund. Nicht nur mit dem Material, sondern auch mit der dezenten und naturbelassenen Farbwahl lebt die Autorin den behutsamen Umgang mit unserer Natur vor.

Wir erleben unterschiedliche Bäume (Nadel- vs. Laubbaum), mit unterschiedlichen Blättern (Eiche, Birke, Kastanie), verschiedene Pilzarten (Champignons, Steinpilz, Fliegenpilz), Beeren (Himbeeren, Erdbeeren, Blaubeeren), Baumfrüchte (Kastanie, Eichel, Zapfen) und Tiere (Eule, Fledermaus, Hase). Mit wenigen Worten zeigt die Autorin tierische Persönlichkeiten, vor allem aber das Ökosystem „Wald“ mit all seinen Nischen und verzichtet auf unnötige, ablenkende Requisiten.

Ein Buch über den Wald vor Ort  vorgelesen zu bekommen, ist ein ganz anderes Erlebnis, als dieselbe Geschichte im künstlich beleuchteten Schlafzimmer zu hören. Daher raus in die Natur und 100% erleben!

Gleichzeitig bietet das Buch einen guten Überblick zum Thema „Wald“ in einer ersten Klasse. Die auf den Doppelseiten abgebildetenen Themenkonstrukte sind hervorragende Stichpunkte für eine Lernlandkarte. Hierzu lässt sich wunderbar weiterarbeiten und forschen.

Mein kleiner Wald Wiehle

100% Naturbuch durch und durch!

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Guido van Genechten – Das große Ferien-Kritzelbuch

Das große Ferien-Kritzelbuch

Dieses Mal-, Lies- und Kritzelspaßbuch mit seinen 208 Seiten im großen A-4 Format lässt keine Langweile in den Ferien aufkommen! Nicht nur an verregneten Sommertagen, auch unterwegs im Auto zum nächsten Ausflugsziel, am Strand oder auch im eigenen Garten, ist dieses Buch ein wahrer Spaßfaktor. In diesem Buch darf gelesen, gekritzelt, gerechnet und geknobbelt werden. Dieses Buch hat das Potenzial ein stetiger Begleiter in den Ferien zu werden!

Kinder werden zu Künstlern und ergänzen angefangene Bilder, zählen Fische zusammen, die Pullover tragen oder schreiben eine angefangene Geschichte weiter. Sie experimentieren mit der eigenen Schrift, konstruieren Monster, zählen Toilettenpapierblättchen und werden so zum Fantasieren angeregt. Auf jeder Seite animiert ein Schriftzug, eine Knobbelaufgabe oder ein Bild zum Kritzeln.

Dafür werden lediglich Bunt- oder Filzstifte, ein Anspitzer, viel Lust aufs Malen und Zeichnen und ganz viel Fantasie benötigt. Ganz nebenbei werden mathematische Fähigkeiten und sinnverstehendes Lesen trainiert.

Guido van Genechten, der bereits mit dem Buch „Kuckuck, wer bin ich?“ überzeugen konnte, hat hier ganz zauberhafte und äußerst verlockende Angebote geschaffen. Besonders für Kinder ab der 2. Klasse zu empfehlen. Dieses Ferien-Krizelbuch steigert wahrlich die Lust auf Ferien!

Das große Ferien-Kritzelbuch

An wessen Nase sitzt die Brille?

Welcher Wasserhahn ist aufgedreht?

Unterhaltsam, witzig, verlockend! Dieses Ferien-Krizelbuch steigert unweigerlich die Lust auf die Sommerferien!

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Alice Brière-Haquet – Alles Schweine, oder was?

Alles Schweine, oder was?!

Der kleine Schafjunge und sein Vater leben im „Schweinland“. Sie sind von lauter Schweinen umgeben, die ihnen gegenüber nicht unbedingt freundlich gesonnen sind. Die Bäckerei-Verkäuferin grunzt sie stets boshaft an, der Parkwächter dreht ihnen den Rücken zu und auch das kleine Mädchen von nebenan macht ganz fiese Witze. Doch am schrecklichsten ist  Bodo Grunz und „der wohnt leider neben uns“ …

Schafe sind in diesem Land ganz und gar nicht beliebt. Doch woran mag das liegen? Mögen Schweine keine Schafe oder kennen sie sie einfach nicht?

Eine wundervolle Annährungsgeschichte zweier „Nationen“, die ein unverschönert ehrliches, multikulturelles Zusammenleben schildert. Die Illustrationen zeigen wunderbar das überschattete Verhältnis der beiden zuerst komplett unterschiedlich anmutenden Völker. Auf den charmant-frechen, comic-artigen Bildern, gibt es Vieles zu entdecken. Das Mienenspiel der Darsteller wurde von Pénélope Paicheler ganz zauberhaft und variantenreich eingefangen.

Das grantige und keinesfalls wohlwollende Beziehungsverhältnis resultiert jedoch daraus, dass die beiden Parteien sich kaum  kennen. Erst durch einen blöden Zufall, bei dem sich die Schafe als Retter erweisen, beginnt das eigentliche Kennenlernen. Und nu? Es werden Gemeinsamkeiten entdeckt, die zum schrittweisen Ausbau von Sympathie, Toleranz und Akzeptanz führen.

Das Bilderbuch wurde aus dem Französischen übersetzt und mit witzigen Reimen untermalt. Hier und da werden Stolpersteine beim Vorlesen deutlich. Insgesamt ist es jedoch erheiternd und äußerst passend zu den mit Augenzwinkern zu verstehenden Bildern, die viel mehr für sich sprechen, als der Text es vielleicht vermag.

Alles Schweine, oder was ?!

Ob einer Schaf ist oder Schwein,
ist piepegal.
Wer glaubt, das sollte anders sein,
der kann uns mal.

Material

Drei Arbeitsblätter für die Grundschule zum Thema „Fremd sein – Freunde finden“: Ängste, Wünsche, Gemeinsamkeiten, die verbinden!

Fremd sein - Freunde finden

Eine ehrliche, lehrreiche, pädagogisch wertvolle Integrationsgeschichte für alle Schweine und Schafe dieser Welt!

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Nicholas Harris – Expedition Zeitreise: Die Flagge der Piraten

Expedition Zeitreise

Nele und Finn besuchen mit ihren Eltern ein neues Piratenmuseum. In dieser Ausstellung gibt es viel Wissenswertes zu entdecken. Das beeindruckende Segelschiff mit den unzähligen Räumen, die Waffen und all die unterschiedlichen Flaggen, sind ihre Lieblingsausstellungsstücke. Und als ein Schiffsjunge in altertümlicher Kleidung ihnen einen Rundgang anbietet, nimmt die Expedition Zeitreise ihren Lauf.

Gemeinsam tauchen sie in das echte Piratenleben ein, lernen die Piratengesetzte kennen, besuchen ein finsteres Gefängnis und erleben das Kapern von einem Piratenschiff hautnah mit. Zurück im Museum und noch ganz benommen von so viel Erlebnisreichtum, sind die beiden sich nicht mehr sicher, ob das vielleicht nicht doch ein verrückter Traum gewesen ist.

Diese Abenteuergeschichte integriert Sachwissen in eine fortlaufende Erzählung. In einer kleinen Museumsführung lernen die beiden Protagonisten vieles über das Piratenleben. Die großformatigen Bilder zeigen eine gelungene, detailtreue Darstellung eines Piratenschiffs mit einer kleinen Legende, die all die Fachbegriffe in einer Übersicht zusammenfasst (siehe Bild unten). Die finsteren Kerker, der gefährliche Kampf auf hoher See und das Leben auf einer verlassenen Insel, nach einer erfolglosen Meuterei, sind weitere Stationen auf ihrer Zeitreise. Die eingebauten Klappen in Form von „magischen Türen“ deuten die nächste Station innerhalb der Expedition an und bereiten die Leser auf die folgende geheimnisvolle Begebenheit vor.

Hier wäre sicherlich die Integration des Lebens auf dem Piratenschiff mit all ihren Aufgaben, der Nahrung und typischen Kleidung der Piraten sehr spannend gewesen, um das Thema „Piraten“ wirklich umfassend zu beleuchten.

Expedition Zeitreise

Material

Zwei differenzierte Lesetexte zum Thema „Aus dem Piratenleben – Ernährung“:

Ernährung der Piraten

Ein Museumsbesuch mal anders! Eine Abenteuergeschichte, die Einblicke in das damalige Piratenleben gewährt.

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Tor Freeman – Olivia und das große Geheimnis

Olivia und das große Geheimnis

Das verschmitzte Lächeln der Katze Olivia auf dem Titelbild suggeriert bereits, dass das Für-sich-behalten eines großen Geheimnisses nicht ihre Stärke ist. Molly verrät Olivia ein großes Geheimnis und bittet sie es keinem weiter zu erzählen. Natürlich verspricht Olivia es ihr hoch und heilig. Doch die Last ein Geheimnis für sich zu behalten ist groß. Einigen Versuchungen kann Olivia  widerstehen, doch ihrem guten Freund Jan teilt sie es dann doch mit. „Du darfst es aber niemandem erzählen!“, fordert Olivia darauf hin. Dieser sagt es aber dann doch einem Freund weiter und so macht das Geheimnis eine ganze Runde und kommt schließlich wieder bei Molly an… Ups, welche Ausrede wird sich Olivia einfallen lassen? Und um welches Geheimnis hat es sich denn nun überhaupt gedreht?

In den sequenzartigen Abfolgebildern wird die Erzählschleife sehr schön bildlich dargestellt. Der Weg des Geheimnisses kann auch an den Illustrationen visuell gut nachverfolgt werden. Tor Freeman greift ein kindgerechtes Thema auf und stellt vor allem die „Bürde“ des „Geheimnis-behaltens“ in den Vordergrund. In der Tat legen Menschen, die andere bitten ihr Geheimnis nicht weiterzuerzählen, ihnen eine schwer zu tragende Last auf.

Wie verhält es sich mit Geheimnissen? Was ist eigentlich ein Geheimnis? Wie widersteht man der Versuchung das Geheimnis weiter zu erzählen? Ist das Weitererzählen ein Freundschaftsbruch? Im Anschluss an das Lesen gibt es viele Diskussionsanregungen. Positiv hervorzuheben ist ebenfalls die Art der Konfrontation. Das Problem wird mit Witz, Augenzwinkern und Ablenkung gelöst.

Die Spannung der Geschichte wird bis zum Schluss aufrecht erhalten, denn der Leser weiß zu keinem Zeitpunkt, um welches Geheimnis es sich denn nun dreht. Durch eine Illustration am Schluss, kann der Leser lediglich mutmaßen, um welches große Geheimnis es sich gehandelt hat… aber pssst! es wird natürlich nicht verraten!  Man muss Geheimnisse schließlich für sich behalten können! Auch das muss gelernt sein!

Was eignet sich besser, als das Spiel „Stille Post“ im Anschluss an das gemeinsame Lesen. Das Weitergeben an „geheimen Wörtern“ ist nicht so einfach, denn vieles wird missverstanden, falsch gedeutet oder einfach nicht richtig gehört. Genauso wie bei der Weitergabe von Geheimnissen …

Olivia und das grosse Geheimnis

Leichte Unterhaltung rundum für Kinder bedeutenden Thematik „Geheimnisse“.

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Peter Nieländer et.al. – Wieso? Weshalb? Warum? Meine Abenteuer-Box: Wir entdecken die Ritterburg, Alles über Piraten, Bei den Wikingern

Meine Abenteuer-Hörspiel-Box

Die Abenteuer-Box beinhaltet insgesamt 3 Audio-CDs zu den Themen „Piraten“, „Wikinger“ und „Ritterburg“. Auf jeder CD tauchen drei Abenteurer in unterschiedliche Szenarien und segeln mit auf einem Wikinger- bzw. Piratenschiff oder besuchen eine Ritterburg. Die beiden Kinder sind ziemlich neugierig und fragen ihrem erwachsenen Begleiter Löcher in den Bauch. Folgende Fragen sind der Leitfaden der jeweiligen CD:

PIRATEN:
Warum gab es Piraten?; Wie sah ein Piratenschiff aus?; Wer gehörte zur Piratenmannschaft?; Wie wurde ein Schiff geenternt?; Wie lebten Piraten an Bord?; Wo hielten sich Piraten versteckt?; Was passierte mit der Beute?; Wo waren die Piraten zu Hause?; Wurden die Piraten alt?; Wo gibt es heute noch Piraten?

WIKINGER:
Wer waren die Wikinger?; Wie lebten die Wikinger?; Was ist ein Langhaus?; Warum waren die Wikinger so gefürchtet?; Gab es Wikingerstädte?; Wie war das Leben in der Stadt?; Womit handelten die Kaufleute?; Welche Handwerker gab es?; Was ist eine Rune?; Was ist ein Thing?; Wer waren Odin, Thor und Freya?; Wieso gibt es heute keine Wikinger mehr?

RITTERBURG:
Wer ist eigentlich ein Ritter?; Was gehörte zu einer Burg?; Wer wohnte noch in der Burg?; Wo kaufen die Leute auf der Burg ein?; Wie verbringt der Ritter seinen Tag?; Wie leben und spielen die Ritterkinder?; Müssen die Kinder auch zur Schule gehen und wie wird man überhaupt Ritter?; Weshalb und wann tragen Ritter Rüstungen?; Was geschieht, wenn Feinde angreifen?; Wie verläuft ein Turnier?; Wie feiern die Ritter ein Fest?

Als Intro wird auf jeder CD das Lied „Wieso? Weshalb? Warum?“ eingespielt und thematisiert die Bedeutung der Neugierde und des dadurch resultierenden Wissenszuwachses. Den Abschluss der Hör-CD bildet das gleiche Lied in der Instrumental-Version.

Positiv hervorzuheben ist der Aufbau der Themen nach kindlichen Fragen, die durchaus so von den Kindern gestellt werden konnten. Bei der Sammlung  der noch offenen Fragen von Kindern zu dem von mir zuletzt durchgeführten Thema „Piraten“, kamen in der Tat sechs der oben festgehaltenen Fragen genauso vor, nach denen wir das Thema anschließend aufbereitet haben.

Der Titel „Wir entdecken die Ritterburg“ könnte eventuell nicht richtig gedeutet werden. Es geht nicht ausschließlich um die Burg, sondern auch und besonders um das Leben auf der Ritterburg, einschließlich ihrer Bewohner und der Besonderheiten eines Ritterlebens.

Nicht nur die Hintergrundgeräusche wie das rauschende Meer, die wilden Rufe des Kapitäns oder das emsige Leben auf dem Markt, machen das Zuhören spannend, sondern auch die direkte Befragung der Experten. Das Mädchen und der Junge, die stets durch die Abenteuer leiten, werden von Wikingern und Piraten persönlich informiert und begleiten andere Kinder in ihre Welt und entdecken so auch die jeweilige Umgebung. In den Erzählungen werden Themenbegriffe (Kombüse, Muskete, Schabracke etc.) eingebaut und leicht verständlich und kindgerecht erklärt. Die Geschehnisse sind mit viel Sachwissen verknüpft und trotzdem unterhaltsam und nicht trocken erzählt.

Die Einrichtung einer „Hör-Ecke“ im Klassenraum ist wärmstens zu empfehlen. Besonders für Kinder mit LRS ist es sehr hilfreich ein Medium zur Verfügung zu haben, das ihre Neugierde aufrecht erhält und den Lernzuwachs durch die anderen Aufnahmekanäle gewährleistet. Diese didaktisch-sinnvoll aufbereitete Abenteuer-Box wäre für so eine Ecke eine wertvolle Ergänzung.

Mit viel Sachwissen angereichert, kindgerecht aufbereitet und spannend erzählt.

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Nahta Nój – Kunterbunte Tiere

Kunterbunte Tiere

 

Ein in Spiralbindung gefasstes Spielebuch rund um Farben und Formen für kreative Beschäftigung am Nachmittag. Hier werden Kindern ab 7 Jahren über 2000 Sticker in den unterschiedlichsten Formen und Farben präsentiert – als kleine Pünktchen für Augen, Halbkreise für den Körper, schmale Rechtecke für Beine oder Dreiecke für spitze Zähne.

Die beigelegte 3-D-Brille ermöglicht besondere Effekte und eine ganz andere Wirkung der Kunstwerke auf den Betrachter. Während am Anfang ziemlich angeleitete Vorlagen dominieren, bei denen Kinder die bereits fertigen kunterbunten Tiere mit den Stickern nachkleben sollen, erweitert sich der Schwierigkeitsgrad im weiteren Verlauf. Die nächste Stufe ist die Bereitstellung eines Körperteils wie z.B. eines Kopfes oder auch einer Umgebung (Blume), sodass der Rest vom Kind nach individuellen Vorstellungen ergänzt werden soll. Anregende Fragen wie z.B. „Wer könnte sich auf die Blume setzen?“ oder „Wer schlüft aus dem Ei?“ sind als inspirierende Impulse zu sehen. Auf den letzten Seiten sind einfach nur leere Flächen, die nach ganz eigenen Wünschen ausgestaltet werden können.

Die 3-D-Brille ist kein zwingendes Werkzeug, sondern als ein kleines Schmankerl zu betrachten. Ein Kind hat sich dazu folgendermaßen geäußert: „Mein Kopf dreht sich. Mir wird schlecht.“ Es ist Geschmackssache und von Kind zu Kind unterschiedlich. Durch die zum Teil recht kleine Größe der Aufkleber ist dieses Buch tatsächlich erst ab 7 Jahren zu empfehlen. Es wird schon ein bisschen Fingerspitzengefühl und eine gut ausgeprägte Feinmotorik benötigt, um die Einzelteile dem Bogen entnehmen zu können.

Die Idee hinter dem Buch ist allerdings ganz zauberhaft. Aus einfachen geometrischen Formen wunderbare Tiere in kunterbunten Lebenswelten zu gestalten. Auch die sich stets steigernde Differenzierung ist fabelhaft. Diejenigen, die das Nachkleben satt haben, können sich bei eigenen Gestalten kreativ austoben. Die relativ festen Seiten lassen sich aus der Spiralbindung abknicken, sauber trennen und verschenken oder einrahmen lassen!

Kunterbunte Tiere

Ein farbenfrohes Spielebuch für kreative Stunden. Es macht sich auch  toll als Geschenk oder Mitbringsel bei Kindergeburtstagen!

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Marije und Ronald Tolman – Die Insel

Die Insel- Tolman

Das Cover suggeriert bereits die fast spürbare Einsamkeit gekoppelt mit Sehnsucht und Hoffnung. Wir sehen den äußerst passenden Titel zum Bilderbuch ohne Worte, schlicht und einfach: die insel.

Ein Eisbär klettert auf einer Hängeleiter in eine große weiße Wolke.  In diesem geschützten Rahmen der Fantasie nimmt die Geschichte ihren Lauf. Die folgenden Doppelseiten zeigen den Eisbären mit den unterschiedlichsten Tieren. Er schwimmt mit allen möglichen Meeresbewohnern, taucht mit Delfinen, lauscht der Geigenmelodie vom Waschbären und betrachtet mit ihm den Sternenhimmel. Dabei wechselt seine Einsamkeit sich durch unterschiedliche Begegnungen ab.

Die Tiere kommen und gehen. Jedes Lebewesen teilt einen bestimmten Lebensabschnitt, besondere Momente und Erlebnisse mit dem Eisbären und zieht dann weiter, entlang seinem ganz persönlichen Lebensweg. Sie hinterlassen immer ein Stück von sich und bleiben in der Erinnerung des Eisbären für immer haften.

Das Konstrukt mitten im Meer wird durch weite Landschaften und helle Farbflächen hervorgehoben. Die Ausgeglichenheit, die innere Ruhe des Bären und die sachte Umgebung ist ansteckend. Ein verschmitztes Lächeln begleitet seine Lippen durch das ganze Buch. Dieses Bilderbuch ohne Worte, das von seinen Lesern interpretiert werden möchte, schildert das Leben. Schlicht und einfach.

Tolman - Die Insel

Dieses Bilderbuch ohne Worte nimmt den Leser auf eine Reise zum eigenen inneren Ruhepol.
Es ist schon fast magisch!

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Heinrich Heine und Peter Schössow – Der arme Peter

Der arme Peter

Der mit allen möglichen Preisen ausgezeichnete Schössow wagt sich an eine Interpretation des Klassikers „Der arme Peter“ von Heinrich Heine. Er platziert das Gedicht, rund um ein von Kindern inszeniertes Liebesdrama, in ein Theater. Der Leser erlebt das Theaterstück beginnend mit dem Kauf der Tickets, begleitet die Schauspieler hinter die Bühne, entdeckt sie beim Kostümwechsel und lässt die Zuschauerbühne mit ihren Besuchern auf sich wirken. Letztlich applaudieren wir den Schauspielern, verlassen gemeinsam mit den Zuschauern das Theater und erleben außerhalb des Trauerspiels, dass sich die dargestellte Geschichte  auch im wahren Leben wiederfindet.

Der arme Peter hat sich nämlich unglücklichweise unsterblich in Grete verliebt. Sie jedoch favorisiert den Nebenbuhler Hans. Während das verliebt Paar nun Hochzeitspläne schmiedet, leidet der arme Peter am unheilbaren Liebeskummer. Dieser treibt ihn gar ins Grab.

Wir betrachten das Theaterstück durchweg durch einen Rahmen geschmückt mit roten Theatervorhängen. Diese Kulisse vermittelt eine wahrlich besondere Atmosphäre. Der Schachzug des Wechsels der Perspektive – vom Publikum zu Schauspielern und umgekehrt – ist raffiniert integriert worden (siehe Bild unten). So sehen wir ganz genau, welche Handlungen eine bestimmte Reaktion bzw. einen Gefühlsumschwung seitens der Zuschauer hervorrufen.  Begeistert, mitfühlend, entsetzt, bangend und schließlich hingerissen und anerkennend.

Die Umsetzung eines Klassikers in einem Theaterstück von Kindern für Kinder ist Peter Schössow hervorragend gelungen und lässt das Theater im betörenden Glanz hochleben.

Diese Lektüre ist als Einstieg für alle Theater-AGs Pflicht. Wo lassen sich alle notwendigen Kriterien so wunderbar herausarbeiten, wenn nicht an einem so tollen Beispiel? Jede Phase eines Theaterstücks ist kunstvoll festgehalten. Die unterschiedlichen Requisiten zur Verdeutlichung bestimmter Absichten sind kinderleicht zuzuordnen. Dieses Bilderbuch macht richtig Lust auf eine szenische Umsetzung!

Der arme Peter

Der arme Peter

Hochlebung eines Klassikers als gelungenes Theaterstück in Bilderbuchform.

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