Carl Wilkinson und Grace Helmer – Wunder der Natur

Hast du dich schon einmal gefragt, warum ein Stein, geworfen in einem bestimmten Winkel und mit einer gewissen Kraft, über das Wasser hüpft? Bestimmte Phänomene in der Natur werden zwar von Kindern beobachtet, können aber noch nicht gänzlich verstanden und erklärt werden.

Das Sachbilderbuch „Wunder der Natur“ hat einige erstaunliche Themen zum Entdecken und Verstehen zusammengetragen. Auf jeder Doppelseite wird einer erstaunlichen Entdeckung nachgegangen. Mithilfe der Bebilderung und den kurzen Texten kommt man dem Verstehen etwas näher.

Viel wichtiger ist jedoch, dass der Blick geschärft wird, die Umwelt etwas genauer zu betrachten und weiter Fragen zu stellen. Genau das schafft dieses Buch! Es regt dazu an, sich mit gewissen Themen noch ausführlicher auseinander zu setzen, zu recherchieren, zu forschen, zu entdecken. Vor allem beim Zweig „Begabtenförderung“ können hier einige Aspekte für Kinder mit ausgeprägtem Forscherdrang an die Hand gegeben werden, um ihre Freude am Lernen aufrecht zu erhalten. Je nach Sachunterrichtsthema können diese Naturphänomene als freiwilliges Referat angeboten werden. Da werden sicherlich einige Kinder mit großem Wissensdurst sich freuen.

Die Themen sind recht breitgefächert. Es geht um Polarlichter und das besondere Flackern am Himmel, um den Feenring auf einer Wiese, das Wunder der Fotosynthese, die Wanderung der Sanddünen, Vulkanausbrüche oder auch den Geysir. Der Fokus liegt auf physikalischen, biologischen und chemischen Vorgängen und Kreisläufen, sodass es eher für Dritt- und Viertklässler zu empfehlen ist. Zum Stöbern in der Leseecke ist es ein großer Gewinn.

Es gibt so viel zu entdecken! Dieses Sachbilderbuch regt an, sich mit vielfältigen Randthemen eingehender auseinander zu setzen.

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Sabine Städing und Nadine Reitz – Die Stoffis

Sabine Städing erweckt auch in diesem zweiten Band der Reihe „Die Stoffis“ Stofftiere zum Leben. Der Untertitel „Alle für einen“ lässt bereits erahnen, dass hier die Werte Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft eine große Rolle spielen. Die sechs aussortieren Kuscheltiere leben in ihrem umgebauten Spielhaus und genießen ihre Eigenständigkeit sichtlich. Doch eines Tages wird Sternchen bei einem Ausflug von einer Kindergartengruppe mitgenommen. Dort wird es zunächst ordentlich gewaschen und lernt beim Trocknen die anderen Spielzeuge kennen. Nicht jeder beneidet die Freiheit von der der Seestern berichtet. Schließlich möchten einige als Spielzeuge von Kindern auch bespielt werden. Andere wägen die Überlegung ab, sich Sternchen und seinen Freunden anzuschließen, schließlich sind sie schon älter und mögen das Gezerre bei den Kleinkindern nicht mehr so gerne. Währenddessen überlegen Sternchens Freunde, wie sie ihn aus seiner misslichen Lage befreien sollen und machen sich mit vereinigten Kräften auf zur besonderen Rettungsaktion.

Die Idee Stofftieren Leben einzuhauchen ist absolut kindgerecht umgesetzt und wird von den fröhlich bunten Illustrationen gestützt. Kindergartenkinder und auch Erstklässler können sich sehr gut in die Handlung hineinversetzen. Schließlich fantasieren sie ebenfalls und erfinden für ihre kuscheligen Lieblingsbegleiter Erlebnisse jeglicher Art. Getragen wird die Geschichte von der Sicherheit, dass Freunde einem immer zur Seite stehen und der Akzeptanz von Andersartigkeit. Die Schildkröte ist zwar langsam, doch dafür eine kluge Ratgeberin. Dem Bären fehlt ein Arm und doch kann er mit einem großen Herzen glänzen. Die Tiere ergänzen sich perfekt und zeigen wie Inklusion ganz natürlich gelingt. Kleine Sticker der wunderbaren Charaktere können nach jedem Kapitel vorne im Buch eingeklebt werden oder auch an die Kinder in der Lerngruppe verteilt werden. Die Freude wird groß – so oder so!

Fantasievoll und inklusiv – Wertevermittlung der Zusammengehörigkeit

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Patricia Thoma – Unsere Zukunft träumen

Die Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt.

(Albert Einstein)

Wie sieht es in der Zukunft aus? Die Welt von morgen beschäftigt den menschlichen Geist seit jeher. Patricia Thoma inspiriert in ihren großflächigen und opulenten Bildcollagen den Blick auf Denkräume zu lenken, die bisher vielleicht für manche verschlossen waren. Sie macht Mut das Undenkbare zu denken und zu wagen. Als Künstlerin stellt sie die kreative Ader in den Mittelpunkt dieses Sachbuchs und den Gedanken, dass das Spiel und die Fantasie die Wurzeln jeglicher Entwicklung darstellen.

Jede Doppelseite widmet sich einem Unterthema aus den Bereichen „Wohnen“, „Kleidung“, „Nahrung“, „Verkehr“, Energie“, „Bildung“ und schließlich „Spiel“. Gefüttert werden die Themen mit reellen Beispielen von Personen, die z.B. Kleidung entworfen haben, die fühlen kann. Erstaunlich ist außerdem, dass es bereits künstlichen Bäumen gelingt, Atemluft zu produzieren. Bewegliche Unterkünfte, wie es bei Mongolen die Jurten sind, könnten eine Wohnstätte der Zukunft sein.

Die Zukunft ist ein gestaltbarer Raum für Visionen, Ideen, Werte und unendlichen Möglichkeiten. Man darf aus Ideen der Vergangenheit schöpfen, auch mal ruhende Projekte aufgreifen und bei Entwicklungen lustvoll entwerfen und spielerisch erproben. Alle Erfindungen und Innovationen begannen schließlich auch mit einem spielerischen Ausprobieren, voll von kindlicher Neugierde und mutiger Fantasie.

Natürlich bietet es sich an, darauf aufbauend die Kinder oder Jugendlichen ihre Zukunftshäuser oder Fortbewegungsmittel künstlerisch gestalten oder beschreiben zu lassen. Auch die vorgeschlagenen Häuser aus Lehm sind es wert nachgebaut zu werden, genauso wie die Kleidung, die Leben rettet und Menschen zu ernähren vermag.

Inspirierende Ideen und Informationen, die anregend wirken und zum Handeln, Ausprobieren und Gestalten herausfordern.

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Kobi Yamada und Charles Santoso – Danke dir, Leben

Die besten Dinge im Leben sind meist überhaupt keine Dinge. Sie sind gelebte Erfahrungen, gefühlte Emotionen und die Verbindungen, die wir eingehen. Das ist es, was in unserer Erinnerung funkelt. Gerade dann, wenn wir dankbar sind, vollbringen wir unsere schönsten Taten und können unsere kostbarsten Momente wertschätzen.

Nach dem fantastischen Bilderbuch „Das Glück in dir“ des Erfolgsautors Kobi Yamada, folgt das Nachfolgeband in Zusammenarbeit mit dem Illustrator Charles Santoso. Alle Fans werden sich freuen, hier und da auf die niedliche Ente zu treffen, die hier ihr Comeback feiert und einen gebührenden Gastauftritt genießt. Das Vorwort fasst bereits gekonnt zusammen, dass Dankbarkeit ein Wert ist, der gelernt werden kann. Die Vorstufe ist es, dass wir uns bewusst den Dingen im Jetzt zuwenden und das Empfinden von Freude trainieren.

Dafür begleitet uns der weichfellige Bär, der nur so vor Niedlichkeit strotzt, durch die Doppelseiten, die alle auch alleine für sich stehen können. Selbstsicher stupst er an den richtigen Stellen an und lässt einen selbst reflektieren. Schließlich verbirgt sich das Außergewöhnliche im Alltäglichen. Dankbarkeit strahlt in einer blühenden Blume, in der Umarmung eines Freundes oder dem Lächeln des Gegenübers.

Sei gegenwärtig in deinem Leben. Halte kleine Freuden fest.
Du verpasst sonst, was gerade ist.
während du bereust, was hätte sein können,
oder dich sorgst; was sein könnte.

Das Einzige, was wir haben, ist das Jetzt. Die Vergangenheit ist passé und die Zukunft in weiter Ferne. Man darf die Ängste und Sorgen loslassen. In der Gegenwart sollten wir uns und andere im Wachstum unterstützen, einander helfen, Komplimente verteilen, Liebe teilen und so wird alles Freundliche ein Teil von uns. Welch einfachen und doch wichtigen Botschaften hier so leicht ausgesät werden! Dankbarkeit zu leben ist eine bedeutende und kostbare Lebenskompetenz. Es beginnt immer bei einem Selbst und der Selbstfürsorge.

So strahlt der Bär in seiner kindlichen Pose beim Greifen der Zehen Glückseligkeit und Zufriedenheit aus. Das Cover erleuchtet in glänzenden Buchstaben das innere Gemüt der Balance, Achtsamkeit und Harmonie. Es überrascht auch nicht, dass viele Seiten weiße Leerstellen aufweisen, die gefüllt werden möchte, eben von wirklichen und echten Erlebnissen, Geschichten, Reisen und Momenten.

Ein Bilderbuch zum Verschenken oder Immer-Wieder-Anschauen!

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Robin Cruise und Valeria Docampo- Lunette, die Zahnfee: Die wahre Geschichte

Es gab eine Zeit vor der Zahnfee. Wie kam es eigentlich dazu, dass Kinder ihre ausgefallenen Zähne unter das Kopfkissen legen und am nächsten Tag stattdessen eine Münze vorfinden? Diese wahre Geschichte erzählt von der liebenswerten Lunette. Die kleine Fee braucht eine Weile, um ihr Talent im Zaubern zu finden. Eines Tages sieht sie einen traurigen Jungen mit einem Wackelzahn. Da es sein erster wackelnder Zahn ist, hat er große Angst.

Lunette macht dem Jungen Mut und bittet ihn den Zahn unter das Kopfkissen zu legen und das Licht nachts brennen zu lassen. Und so kommt es, dass sie über Nacht für ihn ein Nähkissen in Form eines Sterns näht, darin eine Münze verstaut und sie dem Jungen bringt. Für jeden ausgefallenen Zahn werden bis heute funkelnde Sterne am Himmel zum Leuchten gebracht – besprenkelt mit einem magischen Gemisch aus Feenstaub und ausgefallenen Zähnen der Kinder.

Die wunderschönen, leichten und feenhaften Illustrationen stammen von der talentierten Valeria Docampo, die bereits „Die große Wörterfabrik“ bebildert hat. Auch diese Bilder strahlen eine gewisse Ruhe und Zuversicht aus. Diese Geschichte rund um den Beginn der eigentlichen Bestimmung der Fee Lunette nimmt den Kindern schnell die Angst. Das Konstrukt der Zahnfee bekommt einen Rahmen und einen Inhalt. Die Überleitung zu den Sternen, wozu die Kinderzähne nötig sind, macht Sinn und scheint nachvollziehbar. Außerdem ist es ein schöner Gedanke seine Zähne für etwas Größeres herzugeben, statt nur für die materielle Münze. Es versteht sich von selbst, dass das Nähen eines Sterns mit einer kleinen Tasche Voraussetzung für die Lektüre ist.

Ein schönes Bilderbuch zum Erklären des Konstrukts der Zahnfee – keine Angst mehr vor dem Wackelzahn!

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Tom Fletcher – Der Weihnachtosaurus und die böse Liste

Der Weihnachtsmann ist erschüttert, denn das erste Mal überhaupt ist die Liste mit den unartigen Kindern, denen er keine Geschenke ausliefern darf länger als die der artigen. Hier kann es nicht mit rechten Dingen zugehen, denkt er sich und schickt seinen blauen Helfer, den Weihnachtosaurus los, um das Mysterium zu lösen.

Nach und nach besucht der eisblaue Dinosaurier die unartigen Kinder und lenkt sie wieder auf den richtigen Weg. Da wäre Ronnie Pranke, der sich das Taschengeld seiner Mitschüler aneignet oder die beiden Schicki-Micki-Mädchen, die sich wie Prinzessinnen aufführen oder auch Marvin Johnson, der der Konsolensucht verfällt. Die Darstellungen der Figuren decken eine große Bandbreite an Identifikationsfiguren ab. Mit den Problemen der ein oder anderen werden sich einige angesprochen fühlen. Juwelina Schein ist das Influencer-Gesicht, das die Aufmerksamkeit der anderen für ihr Selbstwertgefühl braucht und im Kern eigentlich vor Unsicherheit strahlt.

Die Botschaft ist für alle Kinder eindeutig und heißt, dass sie es selbst in der Hand haben etwas zu verändern und jeder eine zweite Chance verdient hat. Es ist nichts in Stein gemeißelt und so auch nicht die Liste des Weihnachtsmanns. Das magisch-weihnachtliche Abenteuerbuch für die ganze Familie ist mit comicartigen Illustrationen geschmückt und ist von der Leseart ein Pageturner. Zudem trumpft es mit typografischen Schriftzügen auf, die die Aufmerksamkeit popartig auf sich lenken. Das Eintauchen kann auch gerne im Familienkreis auf einer Couch geschehen, wenn sich Eltern und Kinder beim Vorlesen abwechseln und ins Gespräch darüber kommen, ob sie den ein oder anderen Charakter in der Realität auch kennen.

Aktuelle Probleme in verschiedenen Charakteren zauberhaft verpackt – Veränderung ist möglich!

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Suzanne & Max Lang – Schöne Bescherung, Jim!

Jim ist so gar nicht in Weihnachtsstimmung, dabei ist die Weihnachtszeit doch die schönste Zeit im Jahr. Alle Tiere im Dschungel freuen sich, nur der miesgelaunte Affe kann den Feierlichkeiten nichts abgewinnen. Seine schlechte Laune verdüstert sich aufgrund des schlechten Wetters und der ungenießbaren und unreifen Bananen. Die schiefen Gesänge des Marabu lassen ihn nur noch mürrischer werden.

Die Tiere geben sich alle Mühe, Jim die magische Zeit schmackhaft zu machen und äußern Vorschläge, wie er die Winterzeit genießen könnte. Da wäre das Naschen von Weihnachtssüßigkeiten, ausgedehnte Weihnachtsschläfchen, Weihnachtsbasteleien oder auch die Möglichkeit den anderen etwas Gutes zu tun.

Jim steht sich allerdings mit seiner Negativität so sehr im Weg, dass er aus dem Kreislauf gar nicht mehr heraus kommt. Er ist der Grinch schlechthin. Lediglich eine kleine Geste des Gorillas, schafft es den Affen wieder zu beruhigen. Sein Freund strahlt regelrecht Optimismus aus. So trinken die beiden Tiere gemeinsam Tee und die wohlige Wärme breitet sich so weit aus, dass sie sich auf sein Gemüt überträgt.

Wenn du dir Zeit nimmst, um die schönen Dinge um dich herum zu entdecken, kommen dir deine Sorgen plötzlich viel kleiner vor.

Die Weihnachtszeit ist eine wunderbare Gelegenheit, am Ende des Jahres innezuhalten und aus der Metaperspektive sich und sein Leben zu betrachten. Für welche Dinge darf man dankbar sein? Manchmal gerät man in einen Strudel des Alltags und droht Dinge und Menschen als selbstverständlich zu erachten. Dieses Bilderbuch mit dem „Negativ-Beispiel“ in Form des Affen als Charakter rüttelt auf.

Weihnachten mit den Liebsten ist am schönsten – ein Bilderbuch mit Witz und Charme!

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Hannes Wirlinger und Volker Fredrich – Das Weihnachtsduell der Großmütter

„Das Weihnachtsduell der Großmütter“ dreht sich um den Wettbewerb zweier Großmütter, die sich in jeglicher Disziplin übertrumpfen möchten. Sie backen um die Wetter und jede möchte die leckersten und schönsten Plätzchen zaubern. Sie schmücken die Wohnung und haben dauernd etwas an den Lichterketten der anderen auszusetzen. Ihre Perfektion zieht sich beim Weihnachtsbraten fort und diesen Anspruch übertragen sie gar auf ihre Enkel, die sich eigentlich einfach nur ein gemeinsames und besinnliches Weihnachtsfest gewünscht haben. Schließlich müssen ihre Eltern an Heiligabend im Krankenhaus arbeiten.

Mit einem Augenzwinkern thematisiert Hannes Wirlinger ein höchst aktuelles Problem der „Überleister“. Die auf Erfolg getrimmte Konkurrenzgesellschaft droht uns, aber auch unsere Kinder mehr und mehr zu überfordern. Wir setzen uns und andere unter Druck und besonders das Kapitel „Perfektion ist Pflicht“ ist ein Augenöffner. Es sensibilisiert für das gesellschaftliche Bewusstsein des Problems und gibt Raum sich die Folgen vor Augen zu führen. Die rasanten Illustrationen in Collagenform bringen die beiden Erzählstränge gekonnt zusammen. Die Fotografien schaffen die Brücke zur Realität, während die Illustrationen sich noch die fiktive Ebene bewahren.

Im letzten der insgesamt 14 recht textlastigen Kapiteln sitzen die beiden Großmütter völlig erschöpft im Wohnzimmer und erkennen, dass Besinnlichkeit erst dann einsetzt, wenn der Adrenalin nachlässt und eine Prise Gelassenheit sich dazu gesellt. Der Weihnachtsbaum darf ruhig etwas zerrupft aussehen. Ein Weihnachtsgericht reicht vollkommen. Die eigentliche Weihnachtsstimmung bahnt sich den Weg dank des gemütlichen, ehrlichen, liebevollen und unperfekten Beisammenseins.

Mehr Gelassenheit und weniger Perfektion tut uns allen gut!

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Brigitte Weninger und Katharina Sieg – Der kleine rote Pullover

Ein schwarzer Rabe entdeckt an der Wäscheleine einen kuschelig weichen, roten Pullover. Voller Stolz „klauft“ er das Fundstück an einem eisigen Wintertag und bringt es zu seiner Familie. Die Rabenmutter schimpft allerdings und gibt zu bedenken, dass die Farbe Rot jegliche Feinde anlockt. Das Dach des Nestes kann damit nicht bedeckt werden. Und so wirft der Vater den Kinderpullover in den Schnee.

Hier beginnt die Reise des Kleidungsstücks. Es wandert zum Hasen und einem Eichhörnchen und wird dort als Tragehilfe gebraucht. Fräulein Fuchs versucht es als schicken Rock zu nutzen, muss allerdings feststellen, dass es farblich nicht zu ihrem Fell passt. Eine Mäusefamilie freut sich über den Fund und sucht darin für eine Nacht Unterschlupf, ähnlich dem bekannten Märchen „The mitten“.

Der Förster findet den Kinderpullover am nächsten Morgen und betrachtet die Spuren, die von den Erlebnissen der letzten Tage berichten. Eine schwarze Feder, ein Büschel Hasenfell, Fuchsmädchenhaare, Kieferzapfen und Mäusekötel haben sich in die Maschen gezwängt.

Diese Wintergeschichte richtet den Fokus auf Dinge, die unerzählt bleiben. Welche Reisen haben Kleidungsstücke durchlebt, die man weitervererbt bekommt oder gar Secondhand erworben hat? Welche Geschichten würden gebrauchte Sachen erzählen?

Einfach mal die Perspektive und den Blickwinkel wechseln!

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Joseph Coelho und Allison Colpoys – Wenn die ganze Welt…

Wie findet man Worte für etwas so Ungreifbares, Beängstigendes und einfach nur Traumatisches, wie den Verlust eines geliebten Menschen? Der Tod gehört zum Leben dazu. Aus rein rationaler Sicht, wisssen es auch die Kinder. Doch jemanden wirklich im wahren Leben gehen lassen zu müssen, ist für alle Menschen schwierig.

Dieses Bilderbuch bietet eine kindgerechte Möglichkeit für den Umgang mit dem Verlust eines Menschen an. Die Protagonistin lässt die wertvollen Erlebnisse mit ihrem Großvater durch den Jahreszeitenblick revue passieren. Sie machen Spaziergänge durch die Natur, spielen mit den Autos und erzählen sich Geschichten aus früheren Zeiten. Nur manche Geschichten sind ganz still. So wie der Tod ihres Großvaters. Irgendwann ist das Zimmer leer, denn ihre Eltern räumen still und leise alles aus. Was bleibt? Ein Kaleidoskop aus Erinnerungen.

Glücklicherweise hat ihr Großvater ein selbst gemachtes, leeres Buch hinterlassen. Hier darf sie ihre gemeinsamen Erinnerungen verewigen. Und so beginnt das junge Mädchen zu malen und zu schreiben, sodass die Erinnerungen wieder lebendig werden und nicht mehr so schnell zu verblassen drohen.

Dieses Bilderbuch ist keinesfalls grau und eintönig. Es schwirrt vor Lebendigkeit und Farbigkeit. Die Illustrationen füllen die Doppelseiten mit Leben aus. Die Liebe zwischen Großvater und Enkelkind ist spürbar. Nicht einmal der Tod führt zum Trübsal blasen. Schließlich bleibt auch danach noch so viel Tröstendes: die wertvollen, gemeinsamen Erinnerungen!

Ein farbenfrohes und tröstendes Bilderbuch!

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