Nadia Budde – Und irgendwo gibt es den Zoo

Und irgendwo gibt es den Zoo

Eindeutig Mensch – oder doch ein Tier? Bei manchen Lebewesen scheinen die Übergänge fließend. Da wäre der Kumpel Ronni, der aussieht wie ein Pony. Kasimir ist bissig wie ein Nagetier und die Urgoßmutter Lotte ist so grau wie eine Motte. Bei allen ihn umgebenden Menschen findet der Ich-Erzähler, der übrigens findet, dass er wie ein Pinguin aussieht, eine Verbindung zur Tierwelt. Sei es in der äußerlichen Erscheinung, im Verhalten oder einer bestimmten Eigenart. Die sich stets reimenden Vergleiche gehen soweit, dass man sich fragt, ob die Existenz von Zoos nicht eigentlich überflüssig ist …

Und ich frage mich, -WIESO- gibt es eigentlich den Zoo?

Die Gestalten in Nadia Buddes neuem Bilderbuch schauen ziemlich „tierisch“ aus und entlocken schon mit ihrer Darstellung dem Betrachter ein Schmunzeln. Auf einer Welle zugespitzter Übertreibung reitet der Leser von einem Krokodil, zum Stacheligel, hin zur Hyäne, vorbei an einem Huhn und sieht letztendlich alle Mensch-Tier-Wesen in ihrer einzigartigen Erscheinung gemeinsam an einem Tisch sitzen.

Mit wenigen Pinselstrichen schafft es Nadia Budde die Ähnlichkeit der Mensch-Tier-Gestalten auf den Punkt zu bringen. Und nicht wenige davon sind einfach zum Sich-vor-lachen-kugeln, so gut getroffen sind sie. Kinder werden es lieben anhand der angefangenen Reime den Vergleich zum Tier ergänzen zu können. Ebenfalls schön ist die Abbildung vom Herrn Rieger, Herrn Hobbe und Madame Tux … welchen Tieren könnten sie wohl ähnlich sehen?

Und irgendwo gibt es den Zoo

Tierisch lustig, schräg und individuell – ein Augenschmaus mit einer großen Portion Witz!

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Top 5 – Schulstart

Top 5

TOP 1:

Mein persönlicher und  bisher ungeschlagener Favorit im Bereich Bilderbuch zum Thema „Einschulung“ und „Schulanfang“. Wenn ein Löwe in die Schule geht handelt von allerlei “Sachen”, ob Hexe, Floh, Rasenmäher, Schnittlauch oder Gespenst. Sie alle gehen zur Schule und lernen alles, was sie für ihr Leben benötigen. Der Löwe muss natürlich brüllen können, der Floh hoch springen und beißen, die Hexe auf Besen reiten und zaubern. Was könnte ein Kind in der Schule lernen?
Wundervolle Illustrationen, vereint mit ausgefeilten Reimen und viel Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt.

(Zur ausführlichen Rezension hier entlang.)

TOP 2:

Ein weiterer Klassiker ist das Vorlesebuch Der Ernst des Lebens. Hier wird auf die Ängste und das mulmige Gefühl der Einschulung eingegangen. Die Erwachsenen sagen zur kleinen Annette stets: „Wenn du in die Schule kommst, beginnt der Ernst des Lebens“. Doch was ist das überhaupt? Auf eine sehr humorvolle Art und Weise wird dem „Ernst“ ein Gesicht gegeben und den Kindern die Angst hoffentlich genommen.

Eine heitere Vorbereitung auf den ersten Schultag als Mini-Ausgabe für jede Schultüte.

TOP 3:

Ein liebevoll illustriertes Bilderbuch von Leo Lionni über den Sinn von Lesen und Schreiben. Die Raupe entdeckt ein wildes Durcheinander von Wörtern auf verschiedenen Blättern und fragt sich warum sich die Wörter nicht zu Sätzen zusammentun können, um endlich von Bedeutung zu sein. Hier beginnt eine spannende Geschichte über die Freundschaft von Buchstaben und die Zusammenführung von Wörtern zu Sätzen.  Kinder erfahren durch dieses Buch wie viel Spaß das kreative Wörterbauen machen kann.

Ein Bilderbuch über Buchstaben, die eine wichtige Botschaft zu den Menschen tragen und die Lesefähigkeit hochleben lassen.

TOP 4:

Ein weiteres wundervolles Werk, welches gewöhnlich in der Schule u.a. zum Thema „Briefeschreiben“ Verwendung findet, ist Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte. Den Löwen stört es anfangs nicht, dass er nicht schreiben kann. Schließlich kann er brüllen und Zähne zeigen, womit er sich vorerst zufrieden gibt. Erst als er eine lesende Löwin trifft, beginnt er zu grübeln. Eine Löwin, die liest, ist ja schließlich eine Dame und einer Dame schreibt man Briefe, bevor man sie küsst…

Ein zauberhaftes Bilderbuch, das die Bedeutung vom Schreibenlernen in den Fokus rückt und durch eine hinreißende Liebesgeschichte entzückt.

(Zur Rezension von "Die Geschichte vom Löwen, der nicht bis 3 zählen konnte" hier entlang.)

TOP 5:

Die Umstellung vom Kindergartenkind zum Schulkind, fällt nicht allen Kindern leicht. In diesem humorvollen Bilderbuch Die Geschichte von Bleistift, Radiergummi und Spitzer über die erste Zeit in der Schule hat der Hauptakteur Bastian keine Lust zu lernen. Viel lieber würde er mit seinen Freunden im Garten spielen. Doch dann beginnen seine Schreibutensilien mit Bastian zu sprechen …

Dieses Bilderbuch animiert zum sorgsamen Umgang mit den Schulsachen und zum Schreiben, ergänzt durch zusätzliche Schreibübungen für die kleinen ABC-Schützen am Endes des Buches. Ein schönes Geschenk zum Schulanfang also!

Oliver Jeffers – Dieser Elch gehört mir

Dieser Elch gehört mir

Wie benimmt sich ein braves Haustier?

Regel Nummer 4: „Nicht lärmen, wenn Wilfried seine Lieblingsplatten abspielt.“

Der kleine Wilfried hat seine ganz besonderen Vorstellungen von einem Haustier und wie es sich zu benehmen hat. Nach der Namenstaufe seines Elches „Marcel“, stellt er einen Regel-Katalog, mit den für ihn wichtigsten Vorschriften, zusammen. Doch der eigenwillige Elch scheint ebenfalls seine ganz eigenen Regeln zu haben und tut sich mit Wilfrieds Gesetzmäßigkeiten durchaus schwer. Er ignoriert die Regel Nummer 7  „Da hingehen, wo Wilfried hingehen will“ und so kommt es, dass er von einer fremden Frau den Apfel aus der Hand frisst. Wutentbrannt rennt Wilfried nach Hause und kommt schließlich zu der Überzeugung seinen Regel-Katalog eventuell doch einmal überdenken zu müssen.

Oliver Jeffers‘ Illustrationen strotzen vor Individualität, in Form von gemischten Stilen, wie z.B. hier ein zeitungsangehauchter,  verpixelter Hintegrund, zusammen mit Abdrücken einer sehr fein schraffierten Landschaft und den in hohem Maße liebenswürdigen Figuren mit Streichholzbeinchen.

Diese Individualität und Eigenwilligkeit spiegelt sich ebenfalls in den Charakteren der Figuren wider. Wilfried will sein Haustier so formen, wie er es gerne hätte. Seine Wünsche entsprechen jedoch keineswegs dem Wesen des Tieres. Und so wird der blaue Faden, der Wilfried und Marcel stets begleitet, zum Sinnbild der „Einschränkung“ und  „Anbindung“, was jedoch schließlich in einer „Verhederrung“ resultiert.

Wilfried ist gezwungen zu erkennen, dass sein Regel-Katalog zu diesem Haustier nicht passt und schleunigst überarbeitet werden muss. Dieser Erkenntnisgewinn wird durch das in zwei geteilte Namensschild verbildlicht und kann als Symbol für „Freiheit“ interpretiert werden.  Die neue und nun einzige Regel ist besonders reizend formuliert worden und stellt sich für dieses Bilderbuch als eine herrlich passende Pointe heraus.

Dieses Bilderbuch kann als Einstieg in das Sachunterrichtsthema „Haustiere“ dienen. Nach der humorvollen Darstellung von Wilfrieds Regeln, kann gemeinsam überlegt werden, welche Haustiere was benötigen, um sich wohl zu fühlen. Der Lernzuwachs, nach vorheriger ausführlicher Recherche, kann in Steckbriefen zu unterschiedlichen Haustieren festgehalten werden.

Dieser Elch gehört mir

Material

Es ist aber auch denkbar den amüsanten Regel-Katalog von Wilfried im Deutschunterricht in kooperativen Lernformen zu ergänzen. Schließlich stellt Wilfried nur fünf seiner insgesamt 73 ausgedachten Regeln dem Leser vor. Hier darf der Fantasie bei der Zusammenstellung absurder Anordnungen freien Lauf gelassen werden:

elch

Tolle Verbildlichung eines bedeutenden Themas, nicht nur in Bezug auf Haustiere!

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Kunstkarten-Set „Heute bin ich“ – Mies van Hout

Kunstkarten-Set Heute bin ich

Nach dem riesigen Erfolg des Bilderbuchs „Heute bin ich“ von Mies van Hout und der Nominierung für den deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Sachbuch, erscheint im aracari Verlag nun ein Kunstkarten-Set mit allen 20 Motiven der prachtvollen Fische.

Jede Postkarte präsentiert auf einem schwarzen Hintergrund ein hinreißendes Gefühl in leuchtenden Farben aus Wachs und Pastell. Auf der Rückseite wird die zur Stimmung passende Bezeichnung als ausgeschriebenes Wort aufgeführt. Die Mitte ist zur eigenen Ausgestaltung komplett weiß belassen worden.

In der stabilen und sehr hochwertigen Box, versehen mit einem gelben Band, das zur einfachen Entnahme des Inhalts dient, befinden sich neben den Postkarten auch 20 Briefumschläge. Sie sind allesamt cremefarben. Hier hätte ich mir auf dem Umschlag eine kleine Prägung passend zum Bilderbuch gewünscht oder eine andere Besonderheit, um sie von gewöhnlichen Umschlägen etwas abheben zu lassen. Auf dem Schachtelboden werden alle Gefühle in einer kleinen Übersicht zusammengestellt.

Lehrer dürfen diese wundervollen Kunstkarten auch gerne für den Kunst- oder DAZ-Unterricht als Material „missbrauchen“. Durch die einfache Trennung der Karten lässt sich daraus ganz einfach ein Memory-Spiel mit einer Bild- und Wort-Zuordnung  zum Thema „Gefühle“ gestalten. Auch zur Analyse der stilistischen Kriterien für die Ausgestaltung der eigenen „Gefühls-Fische“ verschaffen diese Postkarten einen guten Überblick.

Fakt ist: Diese Fische haben eine sensationelle Anziehungskraft. Es macht Spaß sich in der Stimmung der Fische zu verlieren und jeden Strich der Illustratorin, so vortrefflich platziert, zu bewundern.

Kunstkarten-Set Heute bin ich

Sorglos, glücklich, vergnügt – Welches andere Gefühl kann bei diesem glanzvollen Kunstkarten-Set erwartet werden?

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Andreas Gruber – Todesfrist

Todesfrist - Andreas Gruber

Ein Killer lässt mehrere seiner Opfer verhungern, verbrennen, betoniert sie bei lebendigem Leib ein oder ertränkt sie in Tinte.  Er beginnt ein böses und rätselhaftes Spiel. Die junge Kriminalkommissarin Sabine Nemez ist ihm auf der Spur, doch nach welchen Regeln spielt der Psychopath? Dienen die abschreckenden Geschichten rund um den Kinderbuchklassiker Struwwelpeter dem Serienkiller als Inspiration für die brutalen Taten? Wer steckt dahinter und was ist sein Motiv?

Hier empfiehlt es sich die nicht unumstrittenen Geschichten des erfolgreichen Kinderbuchklassikers Struwwelpeter vorab noch einmal in Erinnerung zu rufen. Rund um Geschichten über Kinder, die nach einem angeblichen Fehlverhalten drastische Folgen erleiden, die sogar von einem Sturz ins Wasser bis zum Tod reichen, hat  der Autor Andreas Gruber seinen Thriller gesponnen.

Sofern die Handlung des Bilderbuchs bekannt ist, macht das Mitraten noch mehr Spaß. Von einer Geschichte zur nächsten hangelt sich der Serienkiller entlang und sucht seine Opfer sehr gezielt aus. Auch die Zuteilung der jeweiligen „Bestrafung“ hat seinen Hintergrund. Die grausam zugerichteten Frauenleichen und die blutig inszenierten Folterspiele in den Katakomben des Münchener, Kölner und Leipziger Doms, fordern weitere Unterstützung von Experten. Die Charaktere werden stimmig und überzeugend eingeführt und Schritt für Schritt entfaltet.

Besonders gelungen ist die Ausgestaltung des heimlichen Helden der Geschichte, Maarten S. Sneijder, eines Holländers mit seinen ganz eigenen Ecken und Kanten. Trotz der unsympathischen Darstellung, schließt man ihn als Leser schnell ins Herz. Denn der Fallanalytiker und forensischer Psychologe hat Grips und ist eigen.

Der Spannungsbogen wird durch die ganzen 400 Seiten aufrecht erhalten. Der Plot ist interessant, rund und mit einer guten Portion „Nervenkitzel“ gewürzt. Dabei schreibt Andreas Gruber sehr temporeich, verzichtet auf unnötige Ausschweifungen und fokussiert stattdessen lieber auf überraschende Wendungen .

Andreas Gruber nimmt davon Abstand seine Tatorte im Blut ertrinken zu lassen. Es ist der Fantasie des Lesers überlassen, diese weiter auszugestalten, lediglich die Samen werden gekonnt gesät. Auch das ist ihm positiv anzukreiden.

Dieser Thriller garantiert spannende Leseabende!

Wenn Sie innerhalb von 48 Stunden herausfinden, warum ich diese Frau entführt habe, bleibt sie am Leben. Falls nicht – stirbt sie.

Beim Struwwelpeter geht es darum, dass unartige Kinder bestraft werden. Sie ertrinken, verbrennen, verhungern oder werden gebissen. Was hat dieses Gedicht damit zu tun? (S. 357 f.)

Glaubhafte Story, die zum Mitdenken anregt und den dafür prädestinierten Kinderbuchklassiker ins Blickfeld rückt.

 

* Das Buch wurde mir von  Blogg dein Buch und dem Verlag zeilenreich zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Weitere Informationen und Rezensionen zum Buch: hier

Tim Hopgood – Sooo groß!

Sooo groß!

Wie groß bin ich? Ich weiß es nicht.

Diese anfängliche Fragestellung fasst den Inhalt des Bilderbuchs sehr gut zusammen. Der kleine Protagonist setzt seine „Größe“ in Relation zu seiner Umwelt und muss feststellen, dass er nicht so groß ist, um den Himmel anfassen zu können, aber im Vergleich zu einer Ameise schon fast ein gewaltiger Riese ist.

Er merkt, dass er wächst, weil er sich immer ein Stück mehr im Badezimmerspiegel sehen kann und seinen Freund Ben immer mehr einholt. Auch sein Pyjama wird immer kleiner und bald kann er schon mit seinen Zehen das Bettende berühren. Er wächst.

Bei diesem Bilderbuch bleibt man als Betrachter an der Andersartigkeit der Illustrationen hängen: Köpfe werden überdimensional groß dargestellt, Gebäude mit grob schraffierten Flächen hervorgehoben, die Bäume mit grünen Tupfern gesprenkelt. Auch das Spiel mit der Schrift wird gekonnt eingesetzt und dem Inhalt angepasst.
Die Thematik des „Großwerdens“und „Wachsens“ entspringt unmittelbar der kindlichen Lebenswelt.  Wer kann sich denn nicht daran erinnern, jegliche Versuche unternommen zu haben, um nah an die Wolken  heran zu kommen? Die Größenverhältnisse müssen erst einmal erkundet, ausgekundschaftet und vor allem verglichen werden. Genau dieses betreibt der kleine Junge in diesem Buch. Er setzt Größen in Verhältnis zueinander und muss feststellen, dass je nach Blickwinkel sich die Dimensionen erheblich unterscheiden können. Die ganz Kleinen können mit diesem Bilderbuch ihr mathematisches Verständnis von Größen erweitern.

Dieses Bilderbuch forciert die Abenteuerlust sich und die eigene Umwelt näher zu betrachten, Dinge aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu sehen und sich an dem „Groß-“ und „Weisewerden“ zu erfreuen!

Sooo groß! Hopgood

Kindgerechte Anbahnung des ersten Verständnisses von Größen und ihrer Relation zueinander.

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Virginie Aladjidi – Birke, Buche, Baobab

Birke, Buche, Baobab

Dieses Buch ist ein Spaziergang unter dem Blätterdach der Welt.

Wälder spielen in der Ökologie eine zentrale Rolle. Sie bieten Tieren Nahrung und Unterschlupf, ermöglichen Pflanzen Ansiedlung und für uns Menschen sind Bäume Lieferanten von Werk- und Baustoffen und Brennmaterial.

Die Liebe zu Bäumen entdeckt man gleich in diesem unvergleichlich schön illustrierten Liebhabersachbuch. Mit schwarzer Tusche und einem Rotring-Zeichenstift verleiht Emmanuelle Tchoukriel den 57 Baum- und Straucharten ihre Konturen, während die  Bäume mit Aquarellfarben mit Leben gefüllt werden.

Das Sachbuch bildet Bäume und Stäucher aus aller Welt ab. Australischer Eukalyptus ist genauso vertreten, wie die europäische Eiche oder der südamerikanische Maniok. Den meisten Platz im Buch nehmen, neben den Nadelbäumen und Palmen, die Laubbäume ein, die nach vier Kategorien präsentiert werden:

  • Bäume mit einfachen ganzrandigen Blättern
  • Bäume mit einfachen am Rand gesägten oder gezähnten Rändern
  • Bäume mit gebuchteten oder gelappten Blättern
  • Bäume mit zusammengesetzten Blättern

Eine kleine Blattkunde leitet somit sinnvollerweise in die Thematik ein. Hier werden die wichtigsten Merkmale kleinschrittig erläutert und die Unterschiede bildlich untermalt. Und so entdeckt man bei jeder Abbildung den Baum in voller Größe, das einzelne Blatt und die jeweilige Frucht. Oft werden die Illustrationen mit Tieren, die den Baum zu ihrem Lebensraum zählen, ergänzt. Zusätzlich wird zu jedem Baum die lateinische Bezeichnung, die max. Höhe und die Lebensdauer festgehalten.

Besonders wertvoll finde ich die kurzen Informationen, die oft auf Wissenswertes, die eventuelle Mythologie oder Aussergewöhnliches eingehen. Wer hätte gedacht, dass es unter den Bäumen auch Kidnapper gibt, die den ursprünglichen Baum erwürgen? Tja, und wie kommt so etwas zustande? Wenn ein Vogel auf einem Baum Kot absetzt, der den Samen dieser bestimmten Baumart enthält. Um welche Baumart handelt es sich? 🙂

Der Spaziergang unter dem Blätterdach unserer Welt ist mit diesem Buch ein wahrer Genuss. Sehr lohnenswert!

Birke, Buche, Baobab

Aufwändige Gestaltung, die die Liebe und Bewunderung zur Natur noch weiter anwachsen lässt!

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Katrin Wiehle – Mein kleiner Wald

Mein kleiner Wald

Katrin Wiehle macht in ihrem Buch den Wald zum Protagonisten, zu einem lebendigen Wesen mit all seinen Bewohnern. Der Betrachter begleitet den Fuchs, Dachs und das Eichhörnchen durch ihre Lebenswelt und taucht in diesen „Schutzraum“ mit ein.

Dem Wald anhaftende Undurchdringlichkeit und Schwärze, strotzen liebenswürdige Figuren auf einem ökologisch freundlichen Hintergrund. Nicht nur mit dem Material, sondern auch mit der dezenten und naturbelassenen Farbwahl lebt die Autorin den behutsamen Umgang mit unserer Natur vor.

Wir erleben unterschiedliche Bäume (Nadel- vs. Laubbaum), mit unterschiedlichen Blättern (Eiche, Birke, Kastanie), verschiedene Pilzarten (Champignons, Steinpilz, Fliegenpilz), Beeren (Himbeeren, Erdbeeren, Blaubeeren), Baumfrüchte (Kastanie, Eichel, Zapfen) und Tiere (Eule, Fledermaus, Hase). Mit wenigen Worten zeigt die Autorin tierische Persönlichkeiten, vor allem aber das Ökosystem „Wald“ mit all seinen Nischen und verzichtet auf unnötige, ablenkende Requisiten.

Ein Buch über den Wald vor Ort  vorgelesen zu bekommen, ist ein ganz anderes Erlebnis, als dieselbe Geschichte im künstlich beleuchteten Schlafzimmer zu hören. Daher raus in die Natur und 100% erleben!

Gleichzeitig bietet das Buch einen guten Überblick zum Thema „Wald“ in einer ersten Klasse. Die auf den Doppelseiten abgebildetenen Themenkonstrukte sind hervorragende Stichpunkte für eine Lernlandkarte. Hierzu lässt sich wunderbar weiterarbeiten und forschen.

Mein kleiner Wald Wiehle

100% Naturbuch durch und durch!

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Guido van Genechten – Das große Ferien-Kritzelbuch

Das große Ferien-Kritzelbuch

Dieses Mal-, Lies- und Kritzelspaßbuch mit seinen 208 Seiten im großen A-4 Format lässt keine Langweile in den Ferien aufkommen! Nicht nur an verregneten Sommertagen, auch unterwegs im Auto zum nächsten Ausflugsziel, am Strand oder auch im eigenen Garten, ist dieses Buch ein wahrer Spaßfaktor. In diesem Buch darf gelesen, gekritzelt, gerechnet und geknobbelt werden. Dieses Buch hat das Potenzial ein stetiger Begleiter in den Ferien zu werden!

Kinder werden zu Künstlern und ergänzen angefangene Bilder, zählen Fische zusammen, die Pullover tragen oder schreiben eine angefangene Geschichte weiter. Sie experimentieren mit der eigenen Schrift, konstruieren Monster, zählen Toilettenpapierblättchen und werden so zum Fantasieren angeregt. Auf jeder Seite animiert ein Schriftzug, eine Knobbelaufgabe oder ein Bild zum Kritzeln.

Dafür werden lediglich Bunt- oder Filzstifte, ein Anspitzer, viel Lust aufs Malen und Zeichnen und ganz viel Fantasie benötigt. Ganz nebenbei werden mathematische Fähigkeiten und sinnverstehendes Lesen trainiert.

Guido van Genechten, der bereits mit dem Buch „Kuckuck, wer bin ich?“ überzeugen konnte, hat hier ganz zauberhafte und äußerst verlockende Angebote geschaffen. Besonders für Kinder ab der 2. Klasse zu empfehlen. Dieses Ferien-Krizelbuch steigert wahrlich die Lust auf Ferien!

Das große Ferien-Kritzelbuch

An wessen Nase sitzt die Brille?

Welcher Wasserhahn ist aufgedreht?

Unterhaltsam, witzig, verlockend! Dieses Ferien-Krizelbuch steigert unweigerlich die Lust auf die Sommerferien!

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Alice Brière-Haquet – Alles Schweine, oder was?

Alles Schweine, oder was?!

Der kleine Schafjunge und sein Vater leben im „Schweinland“. Sie sind von lauter Schweinen umgeben, die ihnen gegenüber nicht unbedingt freundlich gesonnen sind. Die Bäckerei-Verkäuferin grunzt sie stets boshaft an, der Parkwächter dreht ihnen den Rücken zu und auch das kleine Mädchen von nebenan macht ganz fiese Witze. Doch am schrecklichsten ist  Bodo Grunz und „der wohnt leider neben uns“ …

Schafe sind in diesem Land ganz und gar nicht beliebt. Doch woran mag das liegen? Mögen Schweine keine Schafe oder kennen sie sie einfach nicht?

Eine wundervolle Annährungsgeschichte zweier „Nationen“, die ein unverschönert ehrliches, multikulturelles Zusammenleben schildert. Die Illustrationen zeigen wunderbar das überschattete Verhältnis der beiden zuerst komplett unterschiedlich anmutenden Völker. Auf den charmant-frechen, comic-artigen Bildern, gibt es Vieles zu entdecken. Das Mienenspiel der Darsteller wurde von Pénélope Paicheler ganz zauberhaft und variantenreich eingefangen.

Das grantige und keinesfalls wohlwollende Beziehungsverhältnis resultiert jedoch daraus, dass die beiden Parteien sich kaum  kennen. Erst durch einen blöden Zufall, bei dem sich die Schafe als Retter erweisen, beginnt das eigentliche Kennenlernen. Und nu? Es werden Gemeinsamkeiten entdeckt, die zum schrittweisen Ausbau von Sympathie, Toleranz und Akzeptanz führen.

Das Bilderbuch wurde aus dem Französischen übersetzt und mit witzigen Reimen untermalt. Hier und da werden Stolpersteine beim Vorlesen deutlich. Insgesamt ist es jedoch erheiternd und äußerst passend zu den mit Augenzwinkern zu verstehenden Bildern, die viel mehr für sich sprechen, als der Text es vielleicht vermag.

Alles Schweine, oder was ?!

Ob einer Schaf ist oder Schwein,
ist piepegal.
Wer glaubt, das sollte anders sein,
der kann uns mal.

Material

Drei Arbeitsblätter für die Grundschule zum Thema „Fremd sein – Freunde finden“: Ängste, Wünsche, Gemeinsamkeiten, die verbinden!

Fremd sein - Freunde finden

Eine ehrliche, lehrreiche, pädagogisch wertvolle Integrationsgeschichte für alle Schweine und Schafe dieser Welt!

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